Michael Wollnys klangvoller Streifzug: „eine winterreise“ Im Frühjahr dieses Jahres begab sich Pianist Michael Wollny für sein neues Projekt „eine winterreise“ auf Anraten von ACT-Labelchef Andreas Brandis nach Neumarkt in der Oberpfalz. Im dortigen Reitstadel konnte Wollny seinen Ideen, inspiriert durch diesen akustisch einzigartigen Raum mit seiner kristallinen Klarheit und dem herrlichen Steinway-Flügel, freien Lauf lassen. Diese legendäre Location aus dem 16. Jahrhundert genießt allein durch ihre musikalische Historie Kultcharakter. Unzählige stilprägende Klavieraufnahmen sind hier entstanden – und mit Wollnys „eine winterreise“ kommt nun ein weiterer Klassiker hinzu. Die Intention, sich dieses Zyklus‘ anzunehmen, liegt in der Sache selbst. Wie bei Schuberts „Winterreise“ ist auch Wollnys Solo-Reise eine Sammlung von Charakterstücken, die am Ende ein großes Ganzes ergeben – allerdings auf eine Art, wie nur Michael Wollny es zu inszenieren vermag. Anklänge an Originalthemen klingen im ersten Moment vertraut, bis sich neue musikalische Horizonte eröffnen, die nach fundierten Ausflügen wieder zum Thema zurückkehren. Wollny verwebt dabei versteckte Fragmente aus Songs von Björk, Kate Bush oder auch Louis Cole. Dies ergibt für sich genommen eine ganz eigene Dramaturgie der Stimmungen, welche die Szenenfolge der Stücke bestimmt. …
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