„Alles ist Jazz – irgendwie“: Jazzfest München 2015

ROSCHER,Monika&MCC©Godehard.Lutz@bayern-mail.de_IMGP4108Von Godehard Lutz – „Alles ist Jazz – irgendwie“: Diese augenzwinkernde Aussage des Pianisten Andy Lutter kennzeichnete mehr oder weniger trefflich die beiden ersten Konzerte am Eröffnungsabend des 26. Jazzfest der Jazzmusiker-Iniative München. Deren Vorsitzender und bewährter Festivalleiter ist Lutter seit langem. Im Verdacht, der Jazzpolizei anzugehören, stehen eher und sein Verein eh nicht. Die musikalischen Grenzen waren beim Jazzfest nie ganz eng und wurden in den letzten Jahren (auch geographisch) eher weiter gezogen. Wenn also am Donnerstagabend, den 10. Dezember in der Black Box des Gasteig sechs extrovertierte Straßenmusikanten auf der Bühne standen, die sonst eher in der Münchener Fußgängerzone anzutreffen sind und von einer besinnlichen Singersongwriterin aus der Schweiz abgelöst wurden, konnte, musste man sich aber nicht wundern.

Jazz boten „Konnexion Balkon“ und Katharina Busch und ihre Band nicht, aber sie entsprachen voll dem Festival-Motto „Hören Sie Stimmen!“ Und es bereitete Freude, ihnen zuzuhören. Darein mischte sich beim Auftakt von der Straße eine gehörige Portion Verblüffung und Spaß über diese „upcyclete Musik“, die vor der genialen Verwertung keiner Komposition aus Klassik und Pop zurückschreckt und nebenbei das Schlagcello erfunden hat, das so gewissermaßen zum Symbol des Auftritts wird.


Schwerer und ernster, aber beileibe nicht humorlos wurde es dann beim jungen 17-köpfigen „Munich Composer Collective“, das sich seit einem Jahr der Aufführung der Musik seiner komponierenden Mitglieder widmet. Stücke von Leiter Gregor Hübner, Lehrbeauftragter für Jazz-Komposition und –Musiktheorie an der Hochschule für Musik, Elektroniker Matthias Schneider-Hollek, den Trompetern Andreas Unterreiner und Matthias Lindermayr fesselten mit ausgeklügelter Rhythmik, Instrumentierung und Dynamik. Die abwechslungsreiche Stimme gehörte hier Monika Roscher, die in ihrer bewährt vielseitigen und mitreißenden Art zugleich für Kompositionen, Gesang, Dirigat und ihr eigenes ausgefallenes Outfit zuständig war – nur die Gitarre überließ sie an diesem Abend dem Kollegen Claas Krause. Zu ihrer Komposition „Starlight Night Flash“ trat sie in einem Kostüm auf, unter dem Lichter wie Sterne leuchteten. – Weihnachten ist nah.

 

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