Jazz und Film – Jazz im Film – Film im Jazz: die 39. Leipziger Jazztage stehen im Zeichen des „Cinematic Jazz“

leipzig_neuJazz und Film – Jazz im Film – Film im Jazz: Die 39. Leipziger Jazztage stehen vom 1. bis 10. Oktober 2015 im Zeichen des »Cinematic Jazz«. Mehr als 70 Musiker und Visualisierungs- künstlerinnen aus 9 Ländern spielen dabei in 13 Locations, vom Schauspielhaus über Kirchen bis zu verschiedenen Clubs der freien Szene Leipzigs. Anlässlich von 1000 Jahren Leipzig gibt zudem Star-Pianist Brad Mehldau ein Solo-Konzert in der Thomaskirche. Außerdem dabei: Nils Petter Molvær, Renaud García-Fons, Sex Mob, Michael Wollny, Wayne Krantz, Johanna Borchert, Omer Klein, Klima Kalima u.a.

Spätestens seit Louis Malles Kinoklassiker »Fahrstuhl zum Schaffott« und dessen legendärem Soundtrack von Miles Davis spielt Jazz im Film immer wieder eine große Rolle (man denke nur an Woody Allens Filme oder zuletzt an Jan-Ole Gersters »Oh Boy«). Seit einiger Zeit ist aber auch umgekehrt das Filmische immer präsenter im Jazz geworden (man denke hier an die Auftritte von Erika Stucky, Skalpel oder Mouse on Mars während der letzten Leipziger Jazztage). Es ist also an der Zeit, »Cinematic Jazz« aufs Tableau zu bringen.


 

Hier ein Überblick über die cinematischen Konzerte auf den Jazztagen 2015

Jazztage-Vorab-Konzert – Kammermusik und Film erstmals

20.9. Schaubühne Lindenfels 20 Uhr

Das Leipziger Jazztrio LU:V und der GewandhausKinderchor spielen live die eigens von LU:V neu geschaffene Musik zum Puppenanimationsfilm »Der Koffer« (DDR 1982) von Kurt Weiler, dazu weitere DEFA- und DIAF-Animationsfilme sowie jazzbeeinflusste Chorstücke.

Michael Wollny & Norske Blåseensemble »Nosferatu« erstmals

1.10. UT Connewitz 20 Uhr

Der weltweit gefeierte (und erst neulich doppelt Echo-Jazz-prämierte) Pianist Michael Wollny wird eigens für die 39. Leipziger Jazztage mit dem Norske Blåseensemble Friedrich Wilhelm Murnaus Stummfilm-Klassiker »Nosferatu« (D 1922) im ältesten Kino der Stadt, dem UT Connewitz, live vertonen.

Jazz für Kinder: LU:V »Märchenhafte Trickfilmklänge«

4.10. Ort: tba. 15 Uhr

Seit 2005 existiert dieses Leipziger Trio. Improvisierte LU:V anfangs zu Stummfilmklassikern der 20er Jahre, sind seit 2009 die Animationsfilme der DEFA das Steckenpferd der drei Herren. Mit viel Einfühlungsvermögen und Humor bearbeiten Johannes Moritz, Timo Klöckner und Philipp Rohmer die Filme – und verlassen dabei durchaus die Pfade traditioneller Filmmusik.

 

Leipziger Jazztage, Conne Island und Polnisches Institut Berlin präsentieren:

An On Bast & Maciej Fortuna »Electroacoustic film music by Penderecki«

6.10. Conne Island 21 Uhr (Act 1 von 2)

Die Electro-Produzentin An On Bast und der Jazz-Trompeter Maciej Fortuna widmen sich in ihrem gemeinsamen neuen Projekt der Filmmusik ihres polnischen Landsmannes Krzysztof Penderecki. Der 1933 geborene Penderecki gilt als „spätmoderner Klassiker“, der trotz seiner avantgardistischen Musik zur breiten Öffentlichkeit durchdrang, u.a durch die Filme »Der Exorzist«, »Shining« oder »Shutter Island«. Im ständigen Wechsel und Zusammenspiel entsteht bei An On Bast und Maciej Fortuna ein live performtes Konglomerat aus elektronischer Musik und Jazz, das als „processingbop“ bezeichnet werden kann.

Renaud García-Fons »Prince Ahmed«

7.10. Philippuskirche 20.30Uhr

Lotte Reinigers »Die Abenteuer des Prinzen Achmed« aus dem Jahr 1926 ist der älteste noch erhaltene Animationsfilm der Welt. Seine Handlungsmotive sind aus »Tausendundeiner Nacht« entlehnt und spiegeln sich in der Neu-Vertonung des virtuosen Kontrabassisten Renaud García-Fons. Der Franzose bewegt sich mit seiner Band an der „Grenze” von Jazz und Weltmusik.

Kalle Kalima »Finn Noir«

8.10. die naTo 23.59 Uhr

Die psycho-atmosphärische Zweideutigkeit der neueren finnischen Filmkunst à la Kaurismäki entspricht ganz dem musikalischen Ansatz dieser deutsch-finnischen Band. Auch in der Musik Kalle Kalimas lauert die Komik hinter der Tristesse, verbirgt sich die Verzweiflung im Gewand des Humors. Kalle Kalima, Oliver Potratz und Oliver Steidle überschreiten ständig die Grenzen zwischen freiem Jazz und artifiziellem Rock, streuen mal Country-Fragmente, mal Anklänge an den ‚Fingo‘ ein – jener finnischen Spielart des Tangos.

Sex Mob plays Fellini & James Bond erstmals

9.10. Schauspiel Leipzig, Große Bühne 20 Uhr (Act 1 von 2)

Post-Modern-Freak-Jazz aus New York mit 007-Themen und Nino Rotas Schmachtfetzen aus Fellini- Filmen wie »8 1/2«, »La Dolce Vita« oder »Die Nächte der Cabiria«. Die 2007 für den Grammy nominierte Band Sex Mob (»Bestes zeitgenössisches Jazzalbum«) ist für ihre skurrilen Avantgarde- Jazz-Bearbeitungen großer Film- und Pop-Musiken bekannt. Zu den 39. Leipziger Jazztagen werden die vier ein exklusives Programm spielen, das erstmals James Bond musikalisch mit Federico Fellini verbinden wird.

Mehr zu den weiteren Künstlern unter www.jazzclub-leipzig.de/jazztage/

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