Klang-Explosion: RED DOG spielten im Hürther Jazzkeller

Einen Ausflug in die musikalische Welt von RED DOG konnten die Besucher des Hürther Jazzkellers unternehmen. Das Sextett, dessen Mitglieder aus den Städten Köln, Essen und Saarbrücken kommen, stellte eine regelrechte Beschwörung an den Anfang des Konzerts. Mit ihren Instrumenten breiteten die Interpreten ein schillerndes Klangpanorama aus, ohne klar zu umreißen, wohin die Reise ging: In einen dichten Wald? Auf eine sonnenverwöhnte, tropische Insel? Oder vielleicht doch in die unermesslichen Tiefen einer weiten Unterwasserwelt? Rauschende Wellen, zwitschernde Vogelstimmen, rätselhafte Rufe, mächtiges Waldesrauschen und eine Vielzahl weiterer Laute ließen unzählige Assoziationen zu. Nach dieser sanften Einstimmung von Florian Esch (Trompete und Gesang), Michael Hupperts (Posaune und Effekte), Constantin Krahmer (E-Piano), Vincent ‚Themba’ Goritzki (Gitarre), Michael Kehraus (Bass) und Gianni Legrottaglie (Schlagzeug) folgte eine regelrechte Klang-Explosion, die das Publikum schlagartig in den Bann des groovigen, basslastigen Jazzsounds zog, für den RED DOG steht. Mit Nummern aus ihrem Debüt-Album «red dog», die Einflüsse aus Jazz, Blues, Funk, Afrobeat und Fusion verraten, peitschten die Musiker gnadenlos Power in den Jazzkeller und hüllten die Zuhörer in einen dichten Kokon, der sich erst mit der letzten Note des Konzerts wieder auflöste.


Das Stück «Freedom» bot dem Posaunisten Michael Hupperts Gelegenheit, aus seinem Instrument eine verblüffende Menge an Effekten zu zaubern. Hupperts ließ seine Posaune murmeln und zetern, brüllen und flüstern, weinen und jubeln, grunzen und rülpsen. Währenddessen schien sich Trompeter Florian Esch, der im Laufe des Abends auch als Sänger glänzte, zunächst noch als Spezialist für zarte Klänge vorstellen zu wollen. Das täuschte aber, denn bereits in der nächsten Nummer steigerte er die Intensität seines Trompeten-Tons zu förmlich nervenaufreibender Kraft. Schnell wurde klar, dass die Jungs von RED DOG bei Weitem nicht so brav sind, wie sie aussehen. In «Hood Boys Don’t Cry» konnte der Gitarrist Vincent Goritzki seine interpretatorische Fantasie unter Beweis stellen. Einen traditionelleren Akzent setze das Stück «For My Brother» des Bassisten Michael Kehraus. Südamerikanisch-karibische Einflüsse prägten «Son Of The Sun». Auch in den weiteren Stücken des Abends zeigte das Ensemble eine ausgesprochen komplexe Musik, die im Spannungsfeld zwischen Konzert und Tanzfläche, Jazzclub und Groove-Party pulsiert und niemanden kalt lässt.

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