+++ News +++ ACT Music +++ Preis für Haffner +++ Walter Quintus verstorben +++ 25 Jahre ACT +++

+++ „Joachim-Ernst-Berendt-Ehrenpreis“ für Haffner +++ Am 2. März hat die Stadt Baden-Baden den „Joachim-Ernst-Berendt-Ehrenpreis“ an den Schlagzeuger Wolfgang Haffner verliehen. Die Preisverleihung fand im Rahmen des Festivals „Mr. M´s Jazz Club“ im Kurhaus in Baden Baden statt. Bisherige Preisträger sind Nils Landgren (2016), Patti Austin (2015), Till Brönner (2014), Paul Kuhn (2013) und Klaus Doldinger (2012). Wolfgang Haffner feierte zuletzt mit seinem Album „Kind of Cool“ große Publiums- und Kritikererfolge. Das Album schaffte es bis in die Top 50 der deutschen Album-Popcharts und erhielt innerhalb nur weniger Monate den German Jazz GOLD Award. Im Herbst 2017 erscheint ein neues Album von Wolfgang Haffner auf ACT.   +++ Tonmeister Walter Quintus verstorben +++ Vermutlich am 2. März 2017 ist Walter Quintus im Alter von nur 67 Jahren verstorben. Er galt als einer der international bedeutendsten und produktivsten Tonmeister des zeitgenössischen Jazz und war darüber hinaus als Produzent, Komponist und Musiker tätig. Seine Arbeit prägte zahlreiche ACT Produktionen von der Labelgründung an. Seine erste Arbeit für ACT war Markus Stockhausens „Sol Mestizo“, gefolgt von der Jazz-Symphonie „Europeana“ und Arbeiten u.a. mit Christof Lauer und Kudsi Erguner. Eine besonders …

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„Grundton D“ – Konzert und Denkmalschutz mit Brecht in Augsburg

Am „Tag des offenen Denkmals“ vergangenen Sonntag fand im ehemaligen Augsburger Gaswerk im Rahmen der Benefizreihe „Grundton D“ ein außergewöhnliches Konzert statt. In Zusammenarbeit mit der Deutschen Stiftung Denkmalschutz veranstaltet der Deutschlandfunk seit nunmehr 25 Jahren diese Sendereihe. Die Abkürzung „D“ steht dabei sowohl für den Denkmalschutz an sich, als auch für Deutschlandfunk, vor allem aber auch als Dankeschön an all die Musiker und Organisatoren, die diese Konzerte an einzigartigen Orten ermöglichen. Unter dem imposanten Gaskessel des ehemaligen Augsburger Gaswerks befindet ein Raum, der anlässlich dieses besonderen Tages für ein spezielles Konzert genutzt wurde: Pianist Uri Caine und Vokalist Theo Bleckmann traten dort zusammen mit Chris Speed an der Klarinette, der Violinistin Joyce Hammann und DJ Olive mit einem  -zur Stadt Augsburg passenden-  Brecht/Eisler/Weill Programm auf. Ob Bilbao Song, Als ich dich gebahr, Alabama Song, Es regnet, Kanonensong oder als Zugabe German Misere … die Musiker begeisterten vom ersten Ton an und verwandelten den schmucklosen Raum in einen atmosphärischen Konzertsaal. Der Klangkörper überzeugte, war in sich geschlossen und fesselte die Zuhörer von der ersten bis zur letzten Minute. Gesendet wird der Mitschnitt des Konzertes im …

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Aus dem Bergwerk an die Spitze – Wolfgang Dauner zum Achtzigsten

Der 1935 in Stuttgart geborene und dort bis heute lebende und arbeitende Komponist und Musiker Wolfgang Dauner ist seit mehr als fünf Jahrzehnten ein Innovator für den Jazz aus Deutschland. Am 30.12. 2015 feiert der Jazzpianist seinen achtzigsten Geburtstag: Anlass für JazzZeitung.de die Laudatio zu publizieren, die JazzZeitungs-Chefredakteur Andreas Kolb am 21. November 2003 bei der Verleihung der „German Jazz Trophy – A Life for Jazz“ in Stuttgart hielt.   Lieber Wolfgang Dauner, sehr geehrte Damen und Herren, als Chefredakteur der Jazzzeitung begegne ich immer wieder jungen, begabten Musikern, die vor der Frage stehen: „Studiere ich Jazz? Werde ich Jazzmusiker? Oder soll ich nicht doch lieber einen bürgerlichen Beruf ergreifen?“ Mit einem Blick auf die Vita des heute hier Ausgezeichneten fällt mir eine Antwort da nicht schwer: „Mach‘ es einfach wie Wolfgang Dauner. Lebe deine Leidenschaft für den Jazz. Berührungsängste darfst du aber keine kennen: als Jazzmusiker musst du unter Umständen dein Geld auch mal mit anderer Musik verdienen. Außer du bist Erbe von Beruf.“ Nach dem Krieg, Wolfgang Dauner war 1945 zehn Jahre alt, dachte man in Deutschland weniger in künstlerischen Kategorien, als in …

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Helge Schneider rockte die Piano-Bühne in Oberthulba

Ein Live-Bericht vom 2.12.2105 des Veranstalters Peter Kleinhenz – Aus Oberhausen vom Konzert am Vortag durch viele Baustellen verspätet angereist überprüfte Helge Schneider erst mal professionell den Flügel, die Bühnenaufstellung und die Mikrofone des BR. Nach mehrfachen Tests wurde dann doch ein größerer Flügel, nämlich ein Steinway D 274, auf die Bühne gebracht. Der vorher bestens gestimmte und mit Mikrofonen des BR genaustens eingestellte fast neue Steinway B 211 gefiel Helge nicht. Der „Last-Minute“-Umtausch bescherte jedoch eine leichte Verstimmtheit des großen Konzert-Flügels was aber Helge geradezu verzückte, da er sich an alte Zeiten erinnert fühlte. Auch Errol Garner hat bei seinen spektakulären Aufnahmen oft auf leicht verstimmten Instrumenten gespielt. Die Show begann pünktlich um 20 Uhr mit einem in einen Zauberermantel gehüllten Helge. Das euphorische Publikum der seit Wochen ausverkauften Piano-Bühne brachte die richtige Atmosphäre in den Konzertraum. Die hervorragenden und geduldigen Techniker des BR schnitten das Konzert für Radio und Online-TV dezent  mit. Es wird am Mittwoch, den 13. Januar 2016, um 23.05 Uhr auf BR Klassik in der Sendung von Beate Sampson, „Jazz-Time“  gesendet. Der TV-Mitschnitt wird am 15. Dezember 2015 unter www.klassik.de auf der Seite des …

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Oliver Korthals legt live im Radio auf

Der DJ, Moderator und Mojo Club-Mitbegründer Oliver Korthals legt im Radio auf Bei Freeform ist der Freigeist namensgebend. Weder stilistische noch rhythmische Grenzen engen das Programm ein, das wie ein DJ-Set konzipiert ist. Stattdessen wird der DJ, Moderator und Original Jazzrocker Oliver Korthals die Hörer formlos und unangepasst durch seinen ausgedehnten musikalischen Kosmos führen, dessen Zentrum der Jazz ist. Bonobo trifft Okay Temiz, Fat Freddy’s Drop treffen The Greg Foat Group und Azymuth treffen auf Mayer Hawthorne – um nur ein paar Namen zu nennen. Jede Sendung ist ein Unikat, keine wird gleich oder zu 100 Prozent nach einem Schema geformt sein. Freeform: The Mojo Radio Show startet läuft einmal im Monat freitags von 22:05 bis 23:00 Uhr auf NDR Info. Immer am Montag danach gibt es eine Wiederholung auf dem Digitalsender NDR Blue ab 23:05 Uhr. Premiere wird Freitag, der 9. Oktober 2015 sein (22.05 – 23.00 Uhr)  Oliver Korthals 1974: erster tragbarer Plattenspieler mit 8 1980: die Debütalben von The Beat, The Specials und Dexy’s Midnight Runners eröffnen eine neue musikalische Welt 1983: Run DMC in der Hamburger Markthalle: 2 turntables and a microphone! …

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Audience Development (7) – „externe“ Vermittlung

In den vergangenen Blogfolgen habe ich diverse Möglichkeiten beleuchtet, wie Musiker und Veranstalter als „interne“, unmittelbar am Konzert beteiligte Personen die Vermittlung zum Publikum intensivieren und/ oder verbessern können. Es gibt jedoch auch etliche Ideen und Konzepte für die „externe“ Vermittlung, die ich im folgenden vorstellen möchte. Einziger Haken: sie kosten meistens Geld, was im Jazzbereich schnell zum Ausschlusskriterium werden kann. 1) Outsourcen von Dienstleistungen Wenn man nicht das Glück hat, sich entweder selbst gut auszukennen oder enge Freunde und Bekannte zu haben, die einem Bandfoto, Homepage oder Konzerteinführung in guter Qualität kostenfrei oder zu Freundschaftspreisen ermöglichen, kann (und muss) man sich diese Leistungen einkaufen. Im besten Fall spart man dabei viel Zeit und bekommt Resultate, die man selbst nie so gut hinbekommen hätte. Je genauer die eigene Vorstellung dessen ist, was man erhalten möchte, desto besser stehen die Chancen auf ein stimmiges Ergebnis ohne kostspielige Umwege und schlechte Kompromisse. Für alle Dienstleistungen, die keine persönliche Anwesenheit erfordern (wie z.B. Homepage-Gestaltungen), bieten sich im Internet zahllose Möglichkeiten, diese in Ländern mit niedrigeren Lohnkosten durchführen zu lassen. Könnte, je nach Sachlage, auch ein Tauschhandel möglich sein? …

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Peter Herbolzheimer European Jazz Academy in ihrem 13. Jahr – ein Rückblick

In der Landesmusikakademie Hessen auf Schloß Hallenburg in Schlitz bei Fulda ging mit dem Abschlusskonzert am Abend des Nikolaustages die 13. Arbeitsphase der Peter Herbolzheimer European Jazz Academy zu Ende. Fünfundzwanzig Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ganz Deutschland hatten in den vorausgegangenen fünf Tagen ein höchst anspruchsvolles Programm erarbeitet, das sich aus Originalkompositionen und Arrangements des großen europäischen Bigbandleiters zusammensetzte, darunter so bekannte Titel wie La Fiesta von Chick Corea, Pat Methenys Better Days Ahead und Boblicity von Miles Davis sowie Herbolzheimer-Klassiker wie Just Like That, The Healer und Mambo Al Dente. Der jüngste Teilnehmer hat das Alter von fünfzehn Jahren erreicht, saß am Schlagzeug und ist noch Schüler, während der zweite Altist des Saxophonsatzes die siebzig überschritten hat und als pensionierter Bundesverwaltungsrichter bereits in allen bisherigen Herbolzheimer-Arbeitsphasen seit der Gründung im Jahre 2007 mitwirkte. Das hätte den im März 2010 verstorbenen Kölner Bigbandmusiker gefreut, denn die von ihm betriebene Gründung dieses Orchesterprojektes geht auf seine Idee zurück, junge und ältere Generationen von sowohl professionellen als auch fortgeschrittenen Jazzmusikern in Arbeitsphasen zusammenzubringen und sie unter qualifizierter Anleitung miteinander und voneinander lernen zu lassen. Dass das musikalische …

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Das gibt’s nur einmal: das Birdland Neuburg

Jazzclubs gibt es einige in Deutschland, vor allem natürlich in den mittleren und den Großstädten. Warum ist einer der berühmtesten und angesehensten dann mitten in der bayerischen Provinz, im kleinen Barockstädtchen Neuburg an der Donau angesiedelt? – Alles begann bereits im Jahr 1958, als der spätere Gründer der Jazzwoche Burghausen, Helmut Viertel eine Ausbildung zum Gerichtsvollzieher in Neuburg machte. Er hatte interessante Jazzplatten, die damals noch schwer erhältlich waren und hörte sie zusammen mit Manfred Rehm. Aus Liebe zum Jazz gründeten sie den Club, der aber erst ab 1985 richtig auf Kurs gelangte. Viertel war inzwischen nach Burghausen versetzt worden, und Rehm veranstaltete in verschiedenen Gaststätten regelmäßig Konzerte. 1991 zog man in die jetzigen Räumlichkeiten, ein Kellergewölbe unter der Hofapotheke: ein Ambiente, das Seinesgleichen in Deutschland und Europa sucht. Sponsor Fritz von Philipp erklärt sich den Erfolg folgendermaßen: „Ich merk’s immer an der Reaktion der Musiker, die sind so etwas gar nicht mehr gewöhnt. Hier ist der Club super, das Publikum super und das Umfeld bestens. Die Gastronomie steht nicht im Vordergrund, nichts klappert, man kann sich auf die Musik konzentrieren. Das ist phantastisch.“ (Text …

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Beruf: Jazzmusiker (6) – GEMA und GVL

Wie schon in der vorangegangenen Folge meines Blogs geht es auch diesmal um Institutionen, die für uns Musiker von zentraler Wichtigkeit sind: die Gesellschaft für mechanische Aufführungsrechte (GEMA) und die Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten (GVL). Beide Institutionen übernehmen für uns Aufgaben, die wir als Einzelpersonen niemals bewältigen könnten: Sie treiben in unserem Auftrag Gebühren ein, die anfallen, wenn unsere Werke oder unsere künstlerischen Leistungen öffentlich aufgeführt oder medial genutzt und vervielfältigt werden. Während sich die GEMA dabei um die Belange der Urheber, also der Komponisten und Textdichter sowie deren Verlegern kümmert (Urheberrecht), nimmt die GVL die Rechte von Interpreten und deren Labels wahr (Leistungsschutzrecht). Grundlage für den Interpreten ist im Regelfall ein komponiertes Werk. Dieses (und mit ihm sein Urheber) wird daher auch als erstes geschützt; für jede Werknutzung – wie öffentliche Aufführung, Sendung oder mechanische Vervielfältigung – fallen GEMA-Gebühren an, die dem Urheber zufließen. Erst wenn sogenannte Zweitverwertungen entstehen, sei es durch den Radio-/ Fernsehmitschnitt eines Konzertes oder die Nutzung von Tonträgern im öffentlichen Raum, sind GVL-Gebühren fällig, die dem jeweiligen Interpreten zugute kommen. Da viele Jazzmusiker sowohl Komponisten als auch Interpreten sind, …

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Radio-Tipp: taktlos „Jazz prekär“

Am 12. Dezember 2013  wird von 21.03 bis 22.00 Uhr live aus dem Studio 9 des Bayerischen Rundfunks in München die Sendung taktlos gesendet. Die Moderation übernehmen wie immer JazzZeitungs-Herausgeber Theo Geißler und Marlen Reichert. Thema ist der Jazz. Hier einige Zeilen zum Inhalt – eigentlich toll: Es gibt so viel Jazz wie nie zuvor. Aber der Markt ist klein. Jazzclubs und –musiker müssen sich das Publikum teilen, stehen in Konkurrenz und treiben teilweise in die Insolvenz. Die „Initiative Musik“ des Bundes legte jetzt ein hochdotiertes Spielstättenförderungsprogramm auf. Was kommt davon aber bei den Musikern und Clubs wirklich an? Tropfen auf den heißen Stein oder Impuls für ein neuerblühendes Jazzleben in Deutschland? Darüber diskutieren bei taktlos 170  auf BR-Klassik Musiker, Clubbetreiber und Förderer. Gäste sind Michael Stückl (1. Vorsitzender Unterfahrt, München), Monika Roscher (Musikerin, München), Oliver Hochkeppel (Journalist, SZ, JazzZeitung), Live-Musik: Duo Kreitmeier & Zehrfeld. Weitere Informationen auf der Website von taktlos.

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