Dream Team Trio: Julian Hesse mit der CD „Troubleshooter“

Der Trompeter Julian Hesse präsentiert auf seiner CD „Troubleshooter“ (HGBS Blue 20205) im Trio mit Peter Cudek und Sebastian Wolfgruber ungemein spannende Musik. Eine erste „Premiere“ dieser Formation, mit einem Vorgeschmack auf das nun veröffentlichte Album, fand letztes Jahr Anfang Dezember, corona-bedingt als Stream-Konzert, im Jazzclub Unterfahrt statt. Mit seinem Trio stellt Julian Hesse gekonnt unter Beweis, was man in einer Besetzung ohne klassisches Harmonieinstrument mit Bass, Schlagzeug und Trompete, respektive Flügelhorn, alles anstellen kann. Hesse ist auf seinem Instrument seit jeher ein großartiger Geschichtenerzähler und in verschiedensten Metiers unterwegs. Naheliegend also etwas auszuprobieren, was musikalisch nicht gerade alltäglich ist. Seine Mitstreiter hat Hesse mit Bedacht gewählt: Sowohl der slowakische Bassist Peter Cudek, als auch Schlagzeuger Sebastian Wolfgruber sind ausgewiesene Experten, wenn es um Trioformationen geht. Mit Verve und Feingefühl erforschen die drei Musiker ihr Zusammenspiel, loten von Anfang bis zum Ende gleichermaßen harmonische wie improvisatorische Grenzen aus und präsentieren damit großartigen, hardbop-orientierten Jazz. Der Name des Albums „Troubleshooter“ ist dabei Programm: Sowohl Hesse, als auch Cudek und Wolfgruber finden im richtigen Moment swingende Wege, harmonische Lösungen und „vermitteln“ untereinander mit rhythmisch pointiertem Interplay. Die …

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Peter Cudek (b) beim Spiel vor dem Film. Foto: Juan Martin Koch
Peter Cudek (b) beim Spiel vor dem Film. Foto: © Juan Martin Koch

Elflands ewige Gärten: „Metropolis“ mit Live-Musik von Trio Elf beim Heimspiel-Filmfest in Regensburg

Auf ihrer CD „746“ von 2008 spielen Trio Elf eine ziemlich starke Coverversion des Kraftwerk-Songs „Mensch-Maschine“. Dass Gerwin Eisenhauer, Walter Lang und Peter Cudek nun beim Regensburger Heimspiel-Festival die Live-Musik zu Fritz Langs Epoche machendem Film „Metropolis“ übernahmen, auf den Kraftwerk sich 30 Jahre vorher mit ihrem Album bezogen hatten, ergab also irgendwie Sinn. Auch andere Trio-Elf-Nummern hätten wie die Faust aufs Auge gepasst – „Hammer Baby Hammer“ zum Beispiel – doch dem Film einfach ein Best-Of-Programm zu unterlegen, so einfach machten es sich Trio Elf natürlich nicht. Das Augenzwinkern, den ersten Auftritt marschierender Arbeiter mit einer leicht hinkenden Version des „Man-Machine“-Grooves zu untermalen, ließ Eisenhauer sich dann aber doch nicht nehmen. Ansonsten blieb es, von kurzen Andeutungen abgesehen, bei lediglich einem Song aus dem eigenen Repertoire, der ausführlicher zum Einsatz kam: Das herrlich melodiöse „Elfland“ vom gleichnamigen Album umriss die Atmosphäre der „ewigen Gärten“ sehr treffend und wurde später an geeigneten Stellen hintersinnig anzitiert. Dass das eingängige Thema dann ausgerechnet zum Sturm der Arbeiterschaft auf die Herz-Maschine zu hymnischer Entfaltung gebracht wurde, war dramaturgisch allerdings wenig überzeugend. Über weite Strecken war es ein abstrakter …

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