Magische Klangmomente: Rockjazzformation OM gibt seltenes Konzert in Regensburg

Es sei das beste gewesen, was sie seit langem gehört habe. Etwas unsicher, aber mit leuchtenden Augen, hält die junge Frau Urs Leimgruber und Christy Doran nach deren Auftritt mit OM im Leeren Beutel ein abgelöstes Plakat zum Signieren hin. Sie spiele selbst Musik, erklärt sie und antwortet auf die Frage nach ihrem Alter: „18 Jahre.“ „So muss es sein“, strahlt sie darauf der 67-jährige Saxofonist an, „die Jugend hört unsere Musik“. Damit übertreibt der grauhaarige Musiker mit dem adretten Pferdeschwanz zwar leicht, denn das Gros der Zuhörer im Konzertraum gehört eindeutig älteren Semestern an. Vermutlich haben einige schon die erste Auflage des Quartetts in den späten 70er- oder frühen 80er-Jahren miterlebt. Damals zählte OM aus dem zentralschweizerischen Luzern zu den aufregendsten Gruppen des sich neu entwickelnden Jazzrock-Genres. Selbst hat das – bis heute – kollektiv organisierte Quartett seine Musik allerdings immer als „Electric Jazz“ bezeichnet. Durchaus auch um sich gegen die einsetzende Kommerzialisierung und musikalische Vereinfachung abzugrenzen, die sich auch bald herausbildete und manchen Bands eine breitere Anerkennung verschaffte. Neben dem deutschen Trio Giger-Lenz-Marron und der englischen Band Nucleus um den Trompeter und Musikprofessor …

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+++ News +++ Konzertvorschau +++ Oberthulba +++ Weidener Jazzherbst +++

PIANO BÜHNE KLEINHENZ +++ Freitag 23. Oktober 2015,  um 20 Uhr: Harry Ahamer & Band aus Wien – „Ko ma scho was song?“ -Mundart Funk , Blues, Soul , Jazz! Als Integrationsfigur, Szenemittelpunkt oder Katalysator bezeichnet man Vollblutmusiker wie Harry Ahamer gerne, die nicht nur vom Publikum, sondern ganz besonders auch von den Kolleginnen geschätzt werden – aufgrund der Hingabe zur Musik und einer großen Begabung, die über das Alltägliche hinausweist. Geschenkte Inspiration, von wo auch immer,  und klangliche Umsetzung des nicht zu Versprachlichenden sind die Stichworte jener besonderen Kunst, die über das Handwerk hinausgeht – interessanterweise oft von Autodidakten.  So auch bei Harry Ahamer, geboren 1964 in Vöcklabruck (oö). Statt einer Uhr gibt es eine Gitarre zur Firmung, der weitere Weg ist somit vorgezeichnet. Dieser dann oft per Autostop zurückgelegt, und als handliches Instrument für beengte Fahrstunden die Bluesharp erlernt, der Gesang kommt mit der Zeit dazu. Musik am Lagerfeuer schult dabei die Praxis und gibt einen entwicklungstechnisch wichtigen Experimentierrahmen ab. Viele Bands versichern sich in weiterer Folge der vielseitigen Musikalität des aufstrebenden Gitarristen und Sängers, eigene Ensembles entstehen: City blues band, Million Dollar …

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Growing Up: Symposium zur Emanzipation des europäischen Jazz 1960-1980 in Luzern

Ein internationales Symposium in Luzern (6. bis 8. November 2014) setzt sich mit der Aufbruchszeit im europäischen Jazz der 1960er- und 1970er-Jahre auseinander. Zentrale Themen sind die Befreiung von den amerikanischen Vorbildern, der Pluralismus von Szenen und Stilen in verschiedenen Ländern, die Instrumentalisierung während des Kalten Krieges im Westen und im Osten; dazu Genderfragen, die Professionalisierung der Ausbildung, aber auch die Suche nach dem „Schweizerischen“ im hiesigen Jazz. Die von den Musikhochschulen in Bern, Lausanne und Luzern gemeinsam organisierte Tagung findet vom 6. bis 8. November 2014 in Luzern statt. Die Keynotes werden von Ekkehard Jost und Bruno Spoerri gehalten; Musiker wie Pierre Favre und Thomas Mejer erläutern spezifisch musikalische Aspekte im Rahmen von Concert Lectures. Studierenden-Workshops aus Lausanne und Bern präsentieren Schweizer Jazzkompositionen von Magog, BBFC und Urs Voerkel. Ein Konzert der DKSJ-All-Star-Band (ein Studierenden-Ensemble aller Schweizer Jazzdepartemente) spielt Kompositionen und Arrangements von Mani Planzer; die Big Band der Hochschule Luzern – Musik spielt Stücke von George Gruntz. Den Abschluss und musikalischen Höhepunkt des Symposiums bildet ein Duokonzert mit Irène Schweizer und Pierre Favre. Die Referate thematisieren die Ausprägung von lokalen Szenen und Identitäten …

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