Freistaat Bayern prämiert Jazzprogramme: Drei Jazzclubs erhalten Förderung

Erstmals werden Jazzclubs vom Freistaat für ihre Jazzprogramme ausgezeichnet: der Jazzclub Unterfahrt München, der Jazzclub Augsburg e.V. und der Jazzclub Regensburg e.V.. Insgesamt erhalten die Preisträger eine Förderung in Höhe von 15.000 Euro. Dies meldeten gestern das Bayerische Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst und der Bayerische Musikrat in einer gemeinsamen Pressemitteilung. „Jazz bedeutet Emotion, Improvisation und Freiheit. Dieser Dreiklang macht den Jazz zu einem musikalischen Genre voller Faszination und Leidenschaft. Engagierte Veranstalter wie der Jazzclub Unterfahrt München, der Jazzclub Augsburg e.V. und der Jazzclub Regensburg e.V. haben gerade auch in Pandemiezeiten den Jazz in Bayern zum Klingen gebracht. Durch ihre Initiative konnten hochwertige Jazzkonzerte veranstaltet und so Musikerinnen und Musiker in ihrem künstlerischen Wirken unterstützt werden. Bayerns vielfältige Jazzszene wäre ohne Jazzclubs wie diese nicht denkbar”, so Kunstminister Markus Blume. Die drei Preisträger konnten die unabhängige Fachjury durch ihr facettenreiches Angebot überzeugen. So legte Michael Stückl von der Unterfahrt besonderes Augenmerk auf die Schaffung von bezahlten Auftrittsmöglichkeiten: „Dem anfänglichen Trend, dass die Künstlerinnen und Künstler ihre Livestreams kostenlos spielen, haben wir uns von Anfang an entgegengestellt und vom ersten Konzert an den Musikerinnen und Musikern …

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Klangliche Seiltänze voller Zärtlichkeit

Erst nach mehreren Zugaben durfte das gefeierte Duo mit Jean-Louis Matinier und Kevin Seddiki von der Bühne im Leeren Beutel in Regensburg. Von Michael Scheiner Irgendwann beginnt es im Kopf zu klingeln und Erinnerungen an ein weit entferntes Konzert, „Friday Night in San Francisco“, tauchen bei einigen Akkorden von Kevin Seddiki auf.  Seddiki, 1981 in Clermont-Ferrand zur Welt gekommen, ist viel zu jung, um das ein Jahr vor seiner Geburt live mitgeschnittene Konzert der drei Gitarrengrößen Paco de Lucia, John McLaughlin und Al Di Meola erlebt zu haben. Sicher hat er es später einmal als Video gesehen. Entscheidender für sein eigenes Spiel auf der nylonbespannten akustischen Gitarre aber ist die Mitgliedschaft in Di Meolas Band World Sinfonia. Vier Jahre spielte der französische Gitarrist mit algerischen und italienischen Wurzeln in der Band des als „schnellster Gitarrist der Welt“ gefeierten Fusionmusikers. Dabei fand auch der eine oder andere Lick des älteren Bandleaders seinen Weg in Seddikis Spiel. Von einem Imitat kann bei dem klassisch geschulten Musiker indessen keine Rede sein. Auf jeder Station seiner ungemein weit gefächerten künstlerischen Karriere hat er Ideen aufgesogen und in sein vielgestaltiges …

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Bewerbungsphase fürs Bayerische Jazzweekend Regensburg gestartet

„Vom 14. bis 17. Juli 2022 ist Regensburg ganz Jazz. Von Dixieland über Swing und Bebop bis hin zu Free Jazz: Das Bayerische Jazzweekend Regensburg sucht Musikerinnen und Musiker, Bands und Combos auf allen Richtungen und Sparten der Jazzmusik. Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung! “ Das Zitat stammt von der neuen Homepage des Bayerischen Jazzweekends, die am Montag, den 15. November 2021 gelauncht wurde. Gleichzeitig mit der Homepage ist die Bewerbungsphase gestartet, die am 10. Januar 2022 endet. Auftretende Bands erhalten wie bisher 100 EUR netto pro Musiker sowie eine entsprechende Verpflegung am Veranstaltungsort. Die Bewerbung kann digital auf der Homepage jazzwe.de eingereicht werden. Die Auswahl aus den eingegangenen Bewerbungen wird Ende Februar 2022 abgeschlossen sein. Für die folgenden Jahre kann man sich voraussichtlich bis zu einem Bewerbungsschluss im Oktober bewerben. Die Auswahl wird dann bis Dezember getroffen, damit ab Januar mit der Bekanntgabe des Programms begonnen werden kann. Neues Kuratorium unter Christian Sommerer Nachdem der Regensburger Kulturreferent Wolfgang Dersch Ende August dem Bayerischen Jazzinstitut der Intendanz des dieses Jahr 40 Jahre alt gewordenen Non-Profit Festivals gekündigt hatte, stellte er jetzt das neue 5-köpfiges …

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Nicht nur für Bauch, Beine, Po – Münchner Band Jazzrausch während Deutschlandtour zu Gast in Regensburg

Es gibt Musik im 4/4-Takt, im 3/4-Takt und im Jazz auch gerne balkanesk-angehauchte 5/4- oder 7/8-Takte. Die Jazzrausch Bigband lässt alle diese Möglichkeiten links liegen und hat sich von Beginn an spezialisiert auf den 1/1-Takt, sprich auf Techno-Grooves. Auf stupide Beats per minutes lässt sich diese Formation aber nicht herunterrechnen. Das war am gestrigen Donnerstagabend auch im Jazzrausch-Konzert vor imposanter Glas- und Stahlkulisse der Piazza des Gewerbeparks Regensburg zu hören. Nach einjähriger erzwungener Corona-Pause ging die 2016 im Münchner Club „Töchter & Rausch“ geborene Band auf der Piazza ihrem Gewerbe nach und stellte die ihre neue CD „téchne“ vor. Ein erstes Resümee: Bandleader Roman Sladek, Komponist Leonhard Kuhn und die knapp 20-köpfige Formation sind sich treu geblieben: auf dem 1/1-Klangteppich aus dem Computer entfaltet die Band mit Schlagzeug, Posaunen, Trompeten, Tuba, Saxophonen und Bassklarinette, Gitarre und Bass ein Feuerwerk an Bigband-Sounds. Entfesselte Improvisationen, etwa von Moritz Stahl, Daniel Klingel und Florian Leuschner, geben dem Wörtchen „Jazz“ im Bandnamen neuen Sinn. Was den Ursprung des Namens „Jazzrausch“ betrifft: Jazz wird hier nicht mit den im Techno-Wesen gebräuchlichen bunten Pillen in Verbindung gebracht. Allein die Musik erzeugt …

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Sound wie ein tollkühner Vogelschwarm: Cécile Verny auf Bayerntour

Von Monden und Träumen Während im ersten Dämmer gerade noch ein abnehmender Halbmond zu sehen war, ging innen im Leeren Beutel bereits der Vollmond auf. Und das gleich zweimal hintereinander. „Of Moons and Dreams“, von Monden und Träumen, heißt das jüngste Album der deutsch-französischen Sängerin Cécile Verny, mit dem sie gerade eine kleine Bayerntour durch verschiedene Clubs, darunter den Jazzclub Regensburg, absolviert. Coronatauglich vor deutlich weniger Publikum, als bei früheren Auftritten. „Das ist heute überall so“ Um dennoch mehr Menschen die Möglichkeit zu geben die großartige Sängerin live zu erleben und den Musikern eine anständige Gage zahlen zu können, spielte sie mit ihrem Quartett zwei kürzere Konzerte hintereinander. „Das ist heute überall so“, verglich Verny den ausgedünnten Leeren Beutel mit Clubs in Paris und New York, „dort kratzen auch schon die nächsten an der Tür, um unsere Musik endlich wieder live zu hören“. Die klingt bei der in Abidjan aufgewachsenen Verny nach Jazz und Rhythm ’n‘ Blues, Funk und Fusion, mit ein wenig Pop hier, Groove dort, mal swingend mal straight. Vielseitig tiefgründige Songs In den Songs, die manchmal durchaus poptauglich klingen und in denen …

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Sandro Roy begeistert in Regensburg mit virtuosem Spiel

Von Michael Scheiner. „Ich kann’s nicht glauben, wir sind wieder zurück!“ Es war ein Stoßseufzer der Erleichterung, verknüpft mit einem Gefühl wie es Wolfgang Ambros mit „Zwickt’s Mi (i glab i tram)“ besungen hat, das sich bei Sandro Roy Bahn brach. Der junge Geiger aus Augsburg stand im Leeren Beutel auf der Bühne, um sich herum die Musiker des Jermaine Landsberger Trios, und war sichtlich gerührt. Pianist und Bandleader Landsberger hatte ihn gerade als „einen der begnadetsten Geiger“ im heutigen Jazz vorgestellt, der seit Veröffentlichung seines ersten Albums vor fünf Jahren international gefragt sei. Klassische Doppelbegabung Tatsächlich tritt der 26-jährige Musiker – wenn nicht gerade Coronabeschränkungen allen Vorhaben einen Strich durch die Rechnung machen – auf Festivals quer durch Europa, USA und beim BBC-Radio auf. In einer Woche spielt er mit dem  Rundfunkorchester des BR klassisches Repertoire und improvisiert am nächsten Tag mit einer Jazzcombo eigene und fremde Swingnummern. Roy gilt als Doppelbegabung, er hat eine akademisch-klassisches Ausbildung absolviert und imitierte bereits in Jugendjahren sein Idol Stephane Grappelli. Von ihm, dem einstigen Partner Django Reinhardts der die Violine im Jazz hoffähig gemacht hat,  interpretierte die …

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Lustvoller Tanz ums Goldene Kalb – Uassyn in Regensburg

„Normalerweise spielen wir keine Zugaben“, zeigte sich Vincent Glanzmann verblüfft über den anhaltenden Beifall nach dem Konzert mit seinem Trio Uassyn im Leeren Beutel. „Bei uns klatschen die Zuhörer sonst nicht so viel“, grinste er sichtlich angetan. „Jetzt wissen wir gar nicht …“, überlegte er kurz, „aber uns fällt schon etwas ein, was wir machen können“, und setzte sich wieder auf den Hocker hinterm Schlagzeug. Nach einigen Blicken, mit denen er sich mit seinen Mitmusikern Silvan Jeger am Bass und Tapiwa Svosve am Altsaxofon verständigte, legten die drei mit rhythmischer Prägnanz und vibrierender Energie los. Nur wenige Minuten, dann war der kurze, dichte Ausbruch freier Improvisation vorbei. Das Publikum, zahlenmäßig durchaus überschaubar, zeigte den Schweizern noch einmal, dass man mit komplexer Musik in Ostbayern durchaus reüssieren kann. Hochenergetisch Leichte Kost war es keine, die das Trio mit dem seltsamen, frei erfundenen Namen bei seinem Jazzclub-Debüt bot. Schon die Aufstellung der Musiker auf der Bühne unterschied sich formal deutlich vom üblichen Schema. Statt etwas weiter hinten, saß der Schlagzeuger nahe am Bühnenrand, mit dem Rücken halb zum Publikum gewandt. Jeger und Svosve standen ihm gegenüber und bildeten …

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Musik eines Genies – neu interpretiert 

Ein Quintett aus München lässt die Musik des Bebop-Saxofonisten Charlie Parker beim Jazzclub Regensburg wieder aufleben.   Regensburg. Er war ein Genie. Ein tragisches sagen viele, ein „natürliches Genie“, wie es einmal Gigi Gryce, Mitglied der Jazz Messengers und Altsaxofonist wie sein Freund Charlie Parker, über diesen ausdrückte. Der Einfluss, den der bereits mit 34 Jahren verstorbene Saxofonist auf die – weitere – Entwicklung des Jazz hatte und noch immer hat, ist immens. Heuer wäre Charlie Parker, „Bird“ wie er von seinen Kollegen genannt wurde, hundert Jahre alt geworden. Da kommt das Bandprojekt von Geiger Jörg Widmoser und Klarinettist Stephan Holstein, „The music of Charlie Parker“, gerade richtig. Die beiden Münchner haben ein ganzes Album mit Kompositionen des Meisters und Mit-Erfinders des Bebop im Quintett aufgenommen. In einem gut besuchten Konzert stellten sie es beim Jazzclub Regensburg mit Thomas Stabenow am Bass, dem fränkischen Pianisten Bernhard Pichl und dem Augsburger Schlagzeuger Walter Bittner im Leeren Beutel vor. Aufgenommen und veröffentlicht haben die beiden das gleichnamige Album bereits vor zwei Jahren, „da haben wir überhaupt nicht daran gedacht, dass Parkers Jubiläumsgeburtstag ansteht“, rückt Holstein die zeitliche Koinzidenz …

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Klangreiche Sounds voller Poesie: das Or Bareket Quartet aus New York beim Jazzclub Regensburg

Erstaunt erlebt ein unbekanntes israelisch-amerikanisches Jazzquartett wie es beim Debüt in Regensburg gefeiert wird. Es war ein seltenes Phänomen, welches bei Veranstaltern und Musikern gleichermaßen die Mundwinkel weit nach oben gehen ließ und Freude auslöste. Das Konzert des wenig bekannten Or Bareket Quartet aus New York beim Jazzclub Regensburg im Leeren Beutel war auf Anhieb so gut besucht, dass ein schwitzender und mammelnder Jazzclubmann mehrfach Stühle heranschleppen und anbauen musste. Trotzdem mußten noch einige Besucher, welche die ungünstige Sicht von der Seite scheuten, mit Stehplätzen vorlieb nehmen. Wie sich am Ende des zweistündigen Auftritts zeigte, waren sie damit keineswegs unzufrieden. Der stürmische Applaus, den die vier Musiker für ihr virtuoses Spiel wie für die zugängliche und zugleich farbige Musik erhielten, ging von allen aus. Zuvor hatte das Quartett, darunter die verwiegend verhalten trommelnde Schlagzeugerin Savannah Harris, bei der Zugabe noch einmal richtig aufgedreht, das Tempo angezogen.  Mit einer spritzigen battle zwischen dem sonst eher stoischen Gitarristen Charles Altura und dem wendigen, erfindungsreichen Pianisten Nitai Hershkovits bekam das Publikum noch einmal einen kräftigen Adrenalinschub für den Nachhauseweg. Auf der Europatour, an deren Schluss das Regensburg-Debüt stand, …

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Mischung aus Magie und Poesie – Lisa Bassenge mit „Borrowed and Blue“ beim Jazzclub im Leeren Beutel

Regensburg. Bei einem eindrucksvollen Konzert stellte die Berliner Sängerin Lisa Bassenge kürzlich ihr aktuelles Album „Borrowed and Blue“ beim Jazzclub Regensburg im Leeren Beutel vor. In einer ruhigen und intimen Atmosphäre ließen der schwedische Pianist Jacob Karlzon und der dänische Bassist Andreas Lang zusammen mit Bassenge grazile Welten zwischen Blues, Countrypop und Jazz entstehen. „Borrowed and Blue“ ist das erste reine Coveralbum der gewieften Songschreiberin mit Songs von den Beatles (Norwegian Wood) dem unverwüstlichen George Gershwin (My Man’s Gone Now aus Porgy & Bess) bis zur Country-Sängerin Patsy Cline (Three Cigarettes in an Ashtray) und Singer-Songwriter Bill Withers (Grandma’s Hands). Den Vorlagen liegen ganz unterschiedliche Stimmungen zugrunde. Kraft ihrer Integrität und nicht zuletzt dank der einfühlsamen Unterstützung ihrer beiden Mitspieler gelingt es Bassenge, aus diesem Wimmelbild der Einflüsse eine Geschichte mit rotem Faden zu machen. Die fast ausnahmslos entspannte, intime Stimmung bricht sie in der ersten Hälfte des Abends einmal mit einem coolen Groove auf. Dabei blitzt für einen Moment eine andere Bassenge auf, die auch mal loslassen und befreite Emotionen zeigen kann. Danach hat sie sich sofort wieder bis in die letzte Nuance eines …

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