Familiengeschichte eines preußischen Sinto – Lesung in der Stadtbücherei Hürth

Mit einer besonderen Lesung am 19. Juni um 19 Uhr in der Stadtbücherei Hürth führt der Jazzclub Hürth seine Reihe „Jazz in Words“ fort. „Wir sind stolz und froh, dass wir diese Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der Stadtbücherei durchführen können“, freut sich Günter Reiners der Vorsitzende des Jazzclubs Hürth e.V. „Mit dieser Reihe wollen wir aufzeigen, das Jazz mehr ist als nur Musik“, so Reiners weiter. Mit Romeo Franz verbindet uns schon seit Jahren eine musikalische Freundschaft, umso mehr sind wir jetzt gespannt auf die Vorstellung seines Buches.

„Die Aktionen des Jazzclubs Hürth fügen sich in die vielfälligen Veranstaltungen der Stadtbücherei Hürth ein und machen einmal mehr deutlich, wie wichtig es ist Kultur mit Leben zu erfüllen, freut sich Barbara Hoevels, Leiterin der Stadtbücherei auf die Lesung.

Großonkel Pauls Geigenbogen

In Großonkel Pauls Geigenbogen erzählt der namhafte Sinti-Jazz Musiker Romeo Franz gemeinsam mit der Autorin Alexandra Senfft über das Leben seiner Familie vom Ende des 19. Jahrhunderts bis heute. Der Geigenbogen seines in Auschwitz ermordeten Großonkels Paul, der mit der Kapelle Franzens in den großen Häusern an der Ostsee auftrat, führt als roter Faden durch die Familiengeschichte. Auf der Grundlage akribischer historischer Recherchen und den familiären Erinnerungen, geprägt von der großen Liebe zur, ist dieses Werk eine mitreißende Chronik unter Einbeziehung der Geschichte der europäischen Sinti und Roma in all ihrer Vielfalt und Diversität. Mit großer erzählerischer Kraft zeugt es von Widerstand, Selbstbestimmung und Erfolg, zugleich ist es ein eindrückliches Plädoyer gegen Diskriminierung und Rassismus.

Sinti und Roma

Sinti leben seit mehr als 600 Jahren in Deutschland, Roma seit 200 Jahren. Ihre Kultur reicht viele Jahrhunderte zurück und ist tief mit der deutschen Historie verwoben. Bis heute halten sich diskriminierende Stereotype und starke Vorurteile gegenüber der größten Minderheit Europas. Der preußische Sinto Romeo Franz kämpft seit Jahrzehnten für die Rechte von Sinti und Roma. In Großonkel Pauls Geigenbogen erzählt er über sein Leben und seine beeindruckende deutsche Familiengeschichte, in der schillernde Charaktere, starke Frauen, außergewöhnliche Schicksale und großartige Musiker ans Licht treten. Aber auch die Erinnerungen an Ausgrenzung, Abwertung im Kaiserreich und schließlich die Vernichtung durch die Nazis und der Neuanfang der Überlebenden spielen eine prägnante Rolle.

In den Dialog

Mit ihrem Buch und dieser Veranstaltung laden Romeo Franz und Alexandra Senfft dazu ein, sich mit der Geschichte der Menschen mit Romanes-Hintergrund auseinander zu setzen und mit ihren Zuhörerinnen und Zuhörern spielerisch in einen Dialog zu treten.

„Diese Veranstaltung zeigt einmal mehr, dass sich der Jazzclub nicht auf die Lorbeeren des Heimatpreises 2024 ausruht, sondern mit seinen Aktionen weiterhin das Kulturleben unserer Heimatstadt Hürth belebt, begeistert sich Bürgermeister Dirk Breuer über das Engagement. Ein kleiner Büchertisch der Buchhandlung Thalia rundet den informativen und unterhaltsamen Abend ab.

Romeo Franz, geboren 1966 in Kaiserslautern, stammt aus einer deutschen Sinti-Familie und ist Musiker und Politiker. Er setzt sich seit vielen Jahren für die Rechte Romanes-sprachiger Menschen ein und war von 2003 bis 2013 stellvertretender Vorsitzender des Landesverbands deutscher Sinti und Roma in Rheinland-Pfalz. Als erster deutscher Sinto zog er 2018 in das Europäische Parlament ein. Er ist Mit-Begründer und Generalsekretär der Bundesvereinigung der Sinti und Roma (BVSR). Romeo Franz lebt in der Nähe von Speyer. Wenn sein politisches Mandat es erlaubt, tritt der passionierte Jazzmusiker mit seinem 1991 gegründeten Romeo Franz Ensemble auf.

Alexandra Senfft, geboren 1961 in Hamburg, ist Publizistin und Autorin. Seit 1994 schreibt sie regelmäßig für deutsche und internationale Medien. Für ihr Buch »Schweigen tut weh. Eine deutsche Familiengeschichte« (2007) über das NS-Erbe ihrer mütterlichen Familie erhielt Senfft den Deutschen Biografiepreis. Senfft ist stellvertretende Vorsitzende des Arbeitskreises für Intergenerationelle Folgen des Holocaust und Mitglied im Präsidium der Lagergemeinschaft Dachau.

Termin:

Mittwoch, 26. Juni 2024, 19 Uhr
Stadtbücherei Hürth, Friedrich-Ebert-Straße 40

Großonkel Pauls Geigenbogen
Die Familiengeschichte eines preußischen Sinto

Romeo Franz mit Alexandra Senfft
Eintritt frei! Anmeldung erbeten unter Tel. 02233/53390

https://alexandra-senfft.de

https://pakh.de

https://www.lagergemeinschaft-dachau.de/

https://www.penguin.de/Buch/Grossonkel-Pauls-Geigenbogen/Alexandra-Senfft/Goldmann/e613319.rhd

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