+++ news +++ Internationale Stars und regionale Dixieland-Formationen beim Augsburger Jazzsommer +++ Alpenspektakel – Volksmusik trifft Jazz +++

Vom 10. Juli bis 11. August bietet der 27. Internationale Augsburger Jazzsommer auch dieses Jahr wieder nationale und internationale Stars der Jazzszene in tollen Kulissen. An sechs Abenden wird der Botanische Garten zum Schauplatz der Sommernachtskonzerte mit musikalischen Highlights wie dem Pérez Cohen Potter Quintet oder dem Kenny Barron Trio. An den Sonntagen finden im Brunnenhof im Zeughaus auch wieder die beliebten Dixieland-Matineen statt. Festivalleiter Christian Stock möchte mit der hochkarätig besetzten Konzertreihe auch in diesem Jahr wieder unterschiedliche Strömungen und die große klangliche Bandbreite des Jazz aufzeigen.


Danilo Pérez. Foto: John Abbott

Mit dem Pérez Cohen Potter Quintet hat Stock gleich zum Festivalauftakt am 10. Juli eine wahre All-Star-Band gewinnen können. Der panamaische Pianist Danilo Pérez, der normalerweise mit dem Wayne Shorter Quartet unterwegs ist, hat sich mit dem israelischen Trompeter Avishai Cohen und dem US-Saxophonisten Chris Potter zu einer Art „Supergroup“ formiert. Mit dabei sind Bassist Larry Grenadier und Schlagzeuger Jonathan Blake. Gemeinsam suchen sie musikalische Antworten auf die aktuelle sozialpolitische Stimmungslage und huldigen ikonischen Frauen unserer Zeit, die sich als Aktivistinnen engagieren.

Am 17. Juli steht mit dem Wolfgang Muthspiel Quintet eine Formation an gleicher Stelle – im Botanischen Garten –, deren Namensgeber vom US-Magazin The New Yorker als „Lichtgestalt“ unter den zeitgenössischen Jazzgitarristen gerühmt wurde. Am 19. Juli, dem einzigen Freitagstermin des Festivals, teilen sich zwei Gruppen die Bühne: Das Harrycane Orchestra um Schlagzeuger Harry Alt aus Augsburg hüllt die Zuhörer mit seiner Faszination für orientalische Melodieführung und Rhythmik in ihren ganz eigenen Arabic-Jazz-Klangkosmos. Ganz anders geht es mit dem schwedisch-finnischen Emil Brandquist Trio weiter. Das Trio um Schlagzeuger Brandquist mit Tuomas Turunen am Klavier und Max Thornberg am Bass steht eher für meditative Klänge.

Festivalleiter Christian Stock tritt traditionell auch selbst mit seinem Trio auf und lädt sich einen prominenten Gastkünstler dazu ein. Dieses Jahr kommt Meister-Saxophonist James Carter zum gemeinsamen Konzert am 24. Juli. Der unkonventionelle Künstler, der bereits mit 17 in der Band von Wynton Marsalis spielte, kennt keine Scheuklappen und entwickelte sich durch seine stilistische Vielfalt zu einem renommierten Vertreter des „Modern Creative“.

Kenny Barron. Foto: Augsburger Jazzsommer

Am 31. Juli kommt ein Klangästhet nach Augsburg, der keine Genre-Grenzen kennt. Mit seinem Quartett „Quadrivium“ verwebt Markus Stockhausen an der Trompete Elemente aus Jazz, Klassik, Elektronik und Neuer Musik, als gäbe es diese Schubladen für ihn überhaupt nicht. Der „ECHO Jazz“-Gewinner gehört definitiv zu den stilistischen Grenzgängern des Festivals. Zum Abschluss der abendlichen Konzertreihe im Botanischen Garten am 6. August gastiert mit Kenny Barron einer der Top-Jazz-Pianisten überhaupt. Der dann 76-Jährige prägte mit seiner Vielseitigkeit und Virtuosität – zeitweise an der Seite von Stan Getz, Dizzy Gillespie oder Freddie Hubbard – mehr als ein halbes Jahrhundert Jazzgeschichte. Die Sonntagsmatineen im Brunnenhof stehen traditionell im Zeichen des Dixieland. Dort sind jeden Sonntag ab 11 Uhr Formationen aus dem süddeutschen Raum wie die Jazz Kids München, Illerdixie oder die Swinging Oldtime Jazzband zu hören.

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Alpenspektakel – Volksmusik trifft Jazz unter dem Motto „Musikalische und lukullische Gipfelstürmerei“

Das Alpenspektakel auf dem idyllischen Gut Sonnenhausen in Glonn geht bereits zum vierten Mal an den Start. Vom 20. bis 22. September 2019 sind dort spannende Begegnungen nicht nur zwischen Jazz und alpenländischer Musik zu erleben. Bisher stehen Manu Delago, Mario Batkovic, BUFFZACK, Folksmilch und RaaDie auf der Gästeliste.

Perkussionist Manu Delago ist vor allem als Virtuose an der „Hang“ bekannt geworden, einem mit den Händen gespielten Istrument aus Metall, das ein bisschen aussieht wie eine umgekehrte Steeldrum. In vielen verschiedenen Ensemble-Formationen experimentierte er bereits mit dem Klang des ungewöhnlichen, noch sehr jungen Instruments aus der Schweiz. Mit Christoph Pepe Auer an der Bassklarinette gründete er „Living Room“. Auch in Kombination mit Streichtrio (Ellie Fagg, Tom Norris und Gregor Riddell) oder mit seinem Trio „Manu Delago Handmade“ mit Isa Kurz (Gesang, Violine und Klavier) und Philipp Moll (Bass) gab er zahlreiche Konzerte und nahm mehrere Alben auf. Daneben tritt er regelmäßig mit Jazz-Künstlern wie Bugge Wesseltoft, Georg Breinschmid oder Wolfgang Puschnig auf. Für sein jüngstes Projekt „Parasol Peak“ schrieb er Musik für ein siebenköpfiges Ensemble mit Holzblasinstrumenten, Trompete, Posaune, Akkordeon, Cello, verschiedenen Percussion-Instrumenten und Hang, die live in den Alpen aufgenommen wurde. Genau das richtige also für das Alpenspektakel in Glonn.

Filmkomponist und Jazz-Akkordeonist Mario Batkovic vereint in virtuosem Spiel Klassik, Rock, Tango und Balkanklänge mit dem Jazz. Er schafft es, dem so eng mit der Volksmusik verbundenen Instrument eine ganz andere, moderne Klangsprache zu entlocken. Auch die junge Münchner Jazz-Formation BUFFZACK spielt mit den verschiedensten Stilen und will in keine Schublade so recht hinein passen. Trompeter Andreas Unterreiner, Posaunist Lukas Jochner, Tubist Florian Mayrhofer und Schlagzeuger Sebastian Wolfgruber lassen wie die Besetzung bereits vermuten lässt alpenländische Klänge in ihre Musik miteinfließen, aber eben auch Rock und HipHop.

Mit Folksmilch kommt außerdem ein Crossover-Trio der Extraklasse zum Alpenspektakel. Die drei Musiker kombinieren beste Unterhaltung beispielsweise bei ihrer Opern-artigen Version des EAV-Klassikers Fata Morgana mit höchster musikalischer Qualität. Die Besetzung mit Christian Bakanic am Akkordeon, Klemens Bittmann an der Violine und Eddie Luis als Kontrabassist und Sänger ist wie gemacht für die fein abgestimmte Mischung aus Klassik, Tango und Balkan-Jazz. Das Duo RaaDie dagegen vereint zwei wohl selten zusammen gehörte Instrumente: Lorenz Raab an der Trompete und Christof Dienz an der E-Zither und Electronics kennen ebenfalls keine musikalischen Grenzen und bauen traditionelle Musik aus aller Welt in ihren atmosphärischen Jazz-Sound ein.

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Beitragsbild: Markus Stockhausen mit „Quadrivium“. Foto: Thomas J. Krebs

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