Tomasz Stańko. Foto: Thomas J. Krebs

Ein Ton wie ein Leuchten

Der polnische Trompeter Tomasz Stańko ist am 29. Juli 2018 in einem Warschauer Krankenhaus gestorben. Stańko (geboren am 11. Juli 1942 in Rzeszów) galt als einer der bedeutendsten Musiker Polens und des europäischen Jazz.


Tomasz Stańkos Musik ist umfänglich auf CD dokumentiert, neben etlichen polnischen und internationalen Labels vor allem bei bei ECM Records. Sein persönlicher Sound auf dem Instrument, von ihm selbst als Mischung aus „slawischer Melancholie und Blues“ beschrieben, ist stets vom ersten Trompetenton an wiederzuerkennen. Einer breiteren Öffentlichkeit bekannt wurde der Trompeter in den frühen 60er- Jahren in den Gruppen des Komponisten und Pianisten Krzysztof Komeda. Stańko wirkte mit an Soundtracks von Polanski-Filmen und auch als Musiker des Komeda-Albums Astigmatic, das zu den Aufnahmen zählt, die erstmals einen neuen europäischen Jazz definierten.

Sein ECM-Debüt hatte Tomasz Stańko 1975 mit dem Album Balladyna, featuring Tomasz Szukalski am Tenorsaxophon, Dave Holland am Bass und Edward Vesala am Schlagzeug. Wie sein Vorbild  Miles Davis, war auch Stańko ein anspruchsvoller Bandleader und jede seiner Gruppen besaß ihren eigenen Charakter. Seit Anfang der  2000er-Jahre  lebte er halb in New York, halb in Warschau. Seine jüngste Formation (für das Album Wisława) war ein Quartett mit dem kubanischen Pianisten David Virelles, dem Detroiter Drummer Gerald Cleaver und dem kalifornischen Bassisten Thomas Morgan.

Anfang des Jahres hatte Stańko noch noch Pläne für eine Tournee mit mit dem befreundeten italienischen Trompeter Enrico Rava, dem Pianisten Giovanni Guidi und der Rhythmus Gruppe seines  New York Quartets geschmiedet. Im Frühjahr mussten die Konzerte wegen des Ausbruchs seiner schweren Erkrankung auch für Deutschland abgesagt worden.

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