Jazzoffensive Essen: Planungssicherheit für ein herausragendes Festival

Die Jazzoffensive Essen bereichert seit nunmehr fast 20 Jahren mit Ereignissen wie diesen die freie Szene in der Ruhrgebietsmetropole, alles rein ehrenamtlich! Aktuell freut sich der Verein über eine zukunftsweisende öffentliche Förderung: Ab 2017 wird die Jazzoffensive endlich institutionell und eben nicht nur als temporäres „Projekt“ vom Kulturamt finanziell unterstützt. Es muss also nicht jedes Jahr ein neuer Antrag auf einmalige Projektförderung gestellt werden, wo stets die Fortsetzung ungewiss ist. Für Patrick Hengst und Christian Ugurel vom Vorstand der Jazzoffensive war dieser Schritt längst überfällig: „Jetzt haben wir endlich Planungssicherheit, um unsere Sache viel nachhaltiger weiter zu entwickeln.“

Dass solche Förderungen gut investiert sind belegte die jüngste Ausgabe des Festivals der Jazzoffensive Essen im lauschigen Ambiente des Katakomben-Theaeters – ebenso, das da ganz viele MusikerInnen sind, die hungrig danach sind, sich authentisch auszudrücken und dafür Risiken und Wagnisse in Kauf zu nehmen.


Daniel Erdmann (Saxofon) Vincent Courtois (Cello), Frank Möbus (Gitarre) und der Schweizer Schlagzeuger Samuel Rohrer zeigten, was herauskommt, wenn man nur konsequent der eigenen inneren Stimme folgt: Oft in harscher Freejazz-Eruptionen gipfelnd, leben im Spiel dieses Quartetts tief berührende melodische Ideen auf, die manchmal fast wie Lieder ohne Worte wirken. Ebenso beredte Botschaften transportiert die subtile Klangästhetik, vor allem auch das sphärische Spiel von Vincent Courtois auf dem elektrifizierten Cello. Die Sogkraft war immens!Für ganz besondere Lieder mit Worten steht die junge, ausgesprochen gefragte Band „Der Weise Panda“. Maika Küster, die zurzeit noch an der Folkwang-Hochschule studiert, bestreicht mit ihrer samtweichen und dennoch tief geerdeten Stimme einnehmende Grenzbereiche zwischen Singer-Songwriter-Pop und Jazzgesang. Aber was sind hier schon Stilschubladen? Sie und ihre fabelhaften Mitmusiker erzeugen mit souveräner Leichtigkeit eine riesige emotionale Bandbreite.Ohne John-Dennis Renken wäre kein bislang kein JOE-Festival denkbar gewesen. Soeben wurde der Trompeter zum Improvisor in Residence beim Moers-Festival berufen. Trotzdem brauchte man in Essen weder auf seine humorigen Anmoderationen noch auf sein ausdrucksstarkes Trompetenspiel verzichten. Aktuell bereichert es die Band des Berliner Schlagzeug-Multitalents Eric Schaefer. In Essen wurde über Stilistiken von Dub und Drum and Bass improvisiert, wie man es zupackender, klanggewaltiger und effektreicher kam hinbekommen mag. Dieses Konzept ist zwar nicht mehr allzu neu, aber versetzt dennoch Berge, wenn nur so charaktervolle Spieler wie die hier versammelten ihr Bestes geben.

Von Stefan Pieper

Weitere Infos unter www.jazz-offensive-essen.de

Advertisements

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.