Rezensiert: Eine Olive des Nichts

ECM_2435Von Thomas J. Krebs – Jazz-Musik-Noise & Lyrik einmal anders… unabhängig von der Tradition, die dem Genre Jazz & Lyrik an sich innewohnt, unvergessen dabei ECM Veröffentlichungen von Peter Rühmkorf oder Bruno Ganz Vertonung von Hölderlin Gedichten. Lyrik von Tomas Tranströmer, Adam Zagajewski und Philippe Jaccottet, kombiniert mit Soundscapes aus dem ECM Archiv, zusammengestellt und arrangiert von Burkhard Reinartz. Dass und wie es funktioniert stellt Reinartz mit der der CD „Eine Olive des Nichts“ eindrucksvoll unter Beweis. Der in Köln lebende Radioautor und Regisseur Burkhard Reinartz hat seit geraumer Zeit eine starke Affinität zu ECM und deren Veröffentlichungen. Ob Musik von Valentin Silvestrov, Arne Henriksen, Nik Bärtsch, Christian Wallumrod, das Tarkowsky-Quartett oder die Soundlandschaften von Eivind Aarset, diese Klänge beeinflussen maßgeblich seine Arbeit und Produktionen. Ein weiterer Schwerpunkt seines Schaffens ist die Lyrik. Die Aufgabe, der sich Reinartz stellte war, beides zu kombinieren – offene Klänge, Rhythmen, eine Art Film-Soundtrack mit Lyrik und dabei neue Pfade zu beschreiten. Dabei stand ihm das gesamte ECM Archiv zur Verfügung, und so kreiert er mit seiner Arbeit auf der CD „Eine Olive des Nichts“ eine Atmosphäre, die den Hörer in einen ganz eigenen, neuen Kosmos von Poesie und Klanglandschaften entführt. Jenseits klassischer Genre-Veröffentlichungen eröffnen sich mit den Texten von Tranströmer, Zagajewski und Jaccottet im Zusammenspiel mit ausgewählten ECM Soundschnipseln neue Sprach- und Klangwelten. „Wenn Sprache und Musik aufeinander treffen, ändern sich die Dinge. Steve Tibbets Gitarrenriffs, Nik Bärtschs Flügelrhythmen, Morton Feldmans Violaphrasen reagieren auf die Gedichte, treten zurück oder schärfen ihre Konturen im dialogischen Spiel mit der Sprache“, so Reinartz selbst. Dieser Spagat erfordert für die Auswahl in diesem Kontext ungemein viel Fingerspitzengefühl und Treffsicherheit, die er meisterlich bewerkstelligt. Gesprochen werden die Texte von Anja Lais, Bruno Winzen und Burkhard Reinhartz selbst.

Als Rezipient der Aufnahme sollte man sich komplett abschotten, sprich die CD mit Kopfhörer genießen. So kann man am besten fasziniert von Text/Klang in diesen eigenen Kosmos eintauchen und das Album wie einen Hörfilm genießen, ohne störende Unterbrechungen oder Umweltgeräusche.

Burkhard Reinartz: EINE OLIVE DES NICHTS
ECM New Series 2435 CD

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