CD von Jens Düppe. CD von Jens Düppe.

Ego-d – Jens Düppe auf „Lebensweltreise“ – erstes Solo-Album des Schlagzeugers

Von Dietrich Schlegel. Es klingt keineswegs anmaßend oder gar snobistisch, wenn Jens Düppe im Gespräch beiläufig erwähnt, dass er auf seinen weltweiten Konzertreisen die Essay-Sammlung „Silence“ von John Cage im Gepäck mitführt, um sich von der Musikphilosophie und den Einsichten des in jeder Hinsicht alle Grenzen überschreitenden Zen-Buddhisten für seine eigenen Kompositionen  und Improvisationen inspirieren und seine eigene Weltsicht überprüfen und womöglich erweitern zu lassen. Der aus dem Schwäbischen stammende, seit langem in Köln heimische Schlagzeuger, Percussionist, Komponist, Bandleader, Klang-Erforscher, gilt als einer der einfallsreichsten Musiker im weiteren Bereich des zeitgenössischen Jazz mit offenen Grenzen zur Minimal Music. Anima Dabei geht er stets bedächtig vor, lässt vieles reifen. Für das erste Album unter eigenem Namen mit eigener Band (Anima, 2015) ließ er sich fast zwei Jahrzehnte Zeit, denn sie brauchte er mit seinen vielfältigen Engagements am Drumset mehrerer Big Bands und der fast unübersichtlichen Anzahl kleinerer Formationen der Kölner und rheinischen Jazzszene wie auch für seine ungewöhnlichen Kommunikationskonzerte etwa in einem „Geräusch-Café“. Nun hat er die Corona bedingte Zwangspause von Live-Auftritten genutzt, um sich den lang gehegten Wunsch einer Solo-Einspielung zu erfüllen. „The Beat“ Als …

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Malias Momente voller Intimität und Intensität

Von Michael Scheiner. Etwas radikal Neues oder eine ganz neue Richtung, die mit einem neuen Album eingeschlagen worden sei, wird gerade im Schlager, Pop und Songwritertum öfter einmal von Musikern angekündigt. Im Ergebnis stellt es sich dann allzuoft eher als Variation, kleine Erweiterung oder Quäntchen mehr des Bisherigen heraus. Auch die britisch-malawische Musikerin Malia schlägt mit ihrem neuen Album „Ripples (Echos of Dreams)“, das sie bei einem Konzert im Leeren Beutel vorstellte, keine völlig neuen Wege ein. Dennoch wirkt ihr bemerkenswerter Auftritt beim Jazzclub Regensburg fast wie eine Neuentdeckung, überraschte mit neuem Sound ebenso wie mit der Interpretation der Songs. Im Grunde ist die Sängerin sogar den umgekehrten Weg gegangen. Sie hat sich nicht auf den Hosenboden gesetzt und neue Songs geschrieben, sondern ältere erneut aufgenommen. Malia interpretiert sich also selbst. Das machen viele, auch große Künstler immer wieder. Malia hat aber nicht nur ein paar ihrer Lieder neu instrumentiert und gesungen, sie hat ein ganzes Album, „Echos of Dreams“ von 2004, noch einmal neu aufgenommen. Ein Remake also! In gewisser Weise ist das ein deutlich radikalerer Ansatz, denn der unmittelbare Vergleich mit sich selbst …

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