Nicotheo gastieren im Birdland Neuburg

Text und Foto: Karl Leitner. Immer wieder bietet der Birdland Jazzclub in Neuburg neben internationalen Größen auch einheimischen Jazzmusikern ein Forum. Diesmal ist das Quintett Nicotheo zu Gast. Die Band passt deswegen in die dort bereits seit Jahren etablierte Reihe „Jazz aus der Region“, weil Gitarrist Simon Schneid seine Kindheit in der Stadt an der Donau verbracht hat. Mittlerweile studiert er zwar an der Musikhochschule für Musik in Würzburg und unterhält dort seit 2018 zusammen mit Nico Theodossiadis (Alt- und Sopransaxofon, Querflöte), Jan Peter Itze (Klavier), Hannes Stegmeier (Bass) und Konrad Patzig (Schlagzeug) eine eigene Band, hat im Birdland aber natürlich trotzdem quasi ein Heimspiel. Wenn fünf Musiker sich treffen, kommt keiner ohne Hintergrund zum ersten Meeting. In diesem Fall sind es Rock, Pop, Modern Jazz, Funk, Soul, Klassik und griechische Folklore. Es kommt einiges zusammen, was da unter einen Hut zu bringen ist, will man für eine Formation eine musikalische Sprache finden. Der Prozess, einen gemeinsamen Nenner zu finden, kann im Falle Nicotheo nach so kurzer Zeit naturgemäß noch nicht abgeschlossen sein, stattdessen ist der Weg das Ziel. Auf diesem Weg als Zuhörer ein …

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+++ Veranstaltungstipps +++ Birdland Neuburg +++ 3. Vibrafon Festival „Vibraphonissimo“ in Nürnberg/Fürth +++ jazzclub augsburg e.V. +++

+++Birdland Neuburg +++ Freitag, 8. Januar 2016 und Samstag, 9. Januar 2016, 20.30 Uhr: Cécile Verny Quartet (Cécile Verny (voc), Bernd Heitzler (b), Andreas Erchinger (p), Lars Binder (dr, perc)) – Alle Jahre wieder – obliegt es dem Cécile Verny Quartet, die neue Jazzsaison in Neuburg zu eröffnen. Dass es inzwischen schon das zehnte Mal in Folge ist, hat auch mit der extrem hohen Qualität der Formation, ihrer erfrischenden Wandlungsfähigkeit und der Treue ihrer Fans zu tun. Längst gilt Cécile Verny als eine der größten Sängerinnen der modernen Unterhaltungskultur und ihre eingespielte Combo um Bernd Heitzler, Andreas Erchinger und Lars Binder als ein musikalischer Organismus, der seinen Star in jeder Lebens- und Bühnenlage stützt, stärkt und leuchten lässt. Freitag, 15. Januar 2016, 20.30 Uhr – finanziert mit der Spielstättenprogrammförderung: Mareike Wiening Quintett (Mareike Wiening (dr), Johannes Enders (sax), Volker Engelberth (p), Sebastian Böhlen (g), Johannes Felscher (b)) – Sie stammt aus Erlangen und lebt seit geraumer Zeit in York – was man hört. Die Schlagzeugerin Mareike Wiening versteht es mittlerweile nahezu perfekt, unwiderstehliche rhythmische Patterns mit weiblicher Feinheit und Eleganz zu kombinieren. Alles, was die …

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Das gibt’s nur einmal: das Birdland Neuburg

Jazzclubs gibt es einige in Deutschland, vor allem natürlich in den mittleren und den Großstädten. Warum ist einer der berühmtesten und angesehensten dann mitten in der bayerischen Provinz, im kleinen Barockstädtchen Neuburg an der Donau angesiedelt? – Alles begann bereits im Jahr 1958, als der spätere Gründer der Jazzwoche Burghausen, Helmut Viertel eine Ausbildung zum Gerichtsvollzieher in Neuburg machte. Er hatte interessante Jazzplatten, die damals noch schwer erhältlich waren und hörte sie zusammen mit Manfred Rehm. Aus Liebe zum Jazz gründeten sie den Club, der aber erst ab 1985 richtig auf Kurs gelangte. Viertel war inzwischen nach Burghausen versetzt worden, und Rehm veranstaltete in verschiedenen Gaststätten regelmäßig Konzerte. 1991 zog man in die jetzigen Räumlichkeiten, ein Kellergewölbe unter der Hofapotheke: ein Ambiente, das Seinesgleichen in Deutschland und Europa sucht. Sponsor Fritz von Philipp erklärt sich den Erfolg folgendermaßen: „Ich merk’s immer an der Reaktion der Musiker, die sind so etwas gar nicht mehr gewöhnt. Hier ist der Club super, das Publikum super und das Umfeld bestens. Die Gastronomie steht nicht im Vordergrund, nichts klappert, man kann sich auf die Musik konzentrieren. Das ist phantastisch.“ (Text …

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JazzZeitung 2014/04 - Titelblatt

Neue JazzZeitung 2014/04 im Handel

Gedruckt und zugänglich: Die neue aktuelle JazzZeitung 2014/04. Berichte: Südtirol Festival, Jazz Sommer im Bayerischen Hof, Bayerisches Jazzweekend, Festival Bingen swingt, Andreas Dombert / Chris Gall im Leeren Beutel Regensburg, Ystad Sweden Jazz Festival 2014 Portrait: Ketil Bjørnstad, Andrea Keller (Pianistin und Komponistin aus Australien), der Harfenist Edmar Castañeda, das Dortmunder Duo „about aphrodite“, 5 Fragen an den Bassisten Robert Landfermann Dossier: Jazz und die progressive Form – von Hans-Jürgen Schaal CD-Rezensionen: 35 Jahre Leo Records, Katharina Maschmayer, Tingvall Trio, Jacob Karlzon, Michael Schiefel u.v.m. Club-Portrait: das Birdland Neuburg Farewell: Horace Silver, Charlie Haden, Giorgio Gaslini

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Musikhören

Und jetzt? Alles vorbei: jazzahead!, Jazz ECHO, Musikmesse, und der JazzZeit-Blog verstummt. Damit dem nicht lange so ist, hier ein paar Gedanken und Statements, die während der letzten „Scheiben-Jury“ im Regensburger Leeren Beutel, aufkamen. Zum Thema Jamie Cullum, den der Drummer Gerwin Eisenhauer mitgebracht hatte, meinte BR-Klassik-Redakteur Roland Spiegel, das sei aber doch „Unterhaltungsmusik“. Woraufhin Manfred Rehm vom Neuburger Birdland entgegnete, qualitativ hochwertige Musik spreche auch ein breiteres Publikum an. Ein weiterer Diskussionspunkt: wo höre ich mir das an? Kann man CDs oder Jazzstücke nach diesem „Qualitätskriterium“ beurteilen? Und zuguterletzt: ist Jazz gleichbedeutend mit improvisierter Musik? Was meinen Sie? Was meint Ihr?

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