Cymande und Gil Scott-Heron by Brian Jackson und Yasiin Bey – gehört bei Jazz à la Villette, Paris

(Von Kat Pfeiffer) Eine Reise in die Siebzigerjahre, nach New York und London, zu zwei afro-karibisch verwurzelten Realitäten. Beide verbinden kulturell und musikalisch mehrere Generationen, unterschiedliche Hautfarben und bleiben aktuell. Cymande Als ich am 2. September 2026 die Halle Grande der La Villette betrete, laufe ich direkt auf die am Tisch sitzende Musikgeschichte zu: Bassist Steve Scipio, Vokalist Ray Simpson und Gitarrist Patrick Patterson erzählen im Interview für das französische Radio von ihrer 60-jährigen Freundschaft, den Anfängen von Cymande, als sie in London nah beieinander gewohnt haben, und warum auf dem Plattencover ihres ersten Albums Cymande (1972) eine Taube zu sehen ist. Mein Herz schlägt schneller, als ich die halb-analog ausgerichtete Street-Kamera aus der Tasche nehme. Schaffe ich es jetzt, scharf zu stellen? Werbung Cymande spielt zuerst. Den Dreier-Original-Stamm der Band ergänzen Tony Kofi (aka Denis Cofie) – Soprano- und Altsaxophon, Kevin Davy – Trompete, Denys Baptiste – Tenorsaxophon und Flöte. Die Bläser ziehen das Ganze schon am Anfang in Sweeden richtig stark funky nach vorne. Donovan Gervais spielt Keyboard, Richard Bailey Schlagzeug und Donald Gamble Percussion. Mit dem Get it Back drängt die Psychedelik …

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+++ news +++ Konzerte in Hürth +++ Lottermoser LJJO Hamburg +++

+++ JP Weber und Michael Kuhl mit „Two-Night-Stand“ +++ Zwei Abende zwischen Mainstream-Jazz, kölschen Klassikern und großen Songs am 7. und 8. Oktober 2026 im Hürther Jazzkeller Der Jazzkeller Hürth lädt zu zwei besonderen Konzertabenden ein: Am Mittwoch, 7. Oktober, und Donnerstag, 8. Oktober 2026, stehen JP Weber und Michael Kuhl gemeinsam auf der Bühne. Das Duo verbindet Mainstream-Jazz mit bekannten Songs, kölschen Klassikern und viel Raum für musikalischen Dialog. Werbung Griff zur Gitarre JP Weber, vielen als Kölsch-Kabarettist, Musiker und Komponist sowie unter seinem Beinamen „Die Flitsch“ bekannt, greift für diese beiden Abende zur Jazzgitarre. An seiner Seite spielt Michael Kuhl Trompete, Flügelhorn und Ventilposaune. Weber beschreibt das Programm als „wohlklingende Musik von Nat King Cole bis Miles Davis Mainstream-Jazz, der Song-Charakter hat“. Auf dem Programm stehen unter anderem Klassiker wie „Georgia on My Mind“, „Route 66“, „All of Me“ und Charlie Chaplins „Smile“. Besonders reizvoll sind die Arrangements kölscher Stücke. Songs wie „Du… (bess die Stadt)“ und „En unserem Veedel“ von den Bläck Fööss erscheinen in intimen, jazzigen Fassungen und eröffnen neue Perspektiven auf bekannte Melodien. Dabei stehen nicht Effekte, sondern Klang, Zusammenspiel und …

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BMW Young Artist Jazz Award 2026: Edi May, Fernanda von Sachsen und Ida Koch ausgezeichnet

München. Zum elften Mal vergeben die BMW Group und die Landeshauptstadt München gemeinsam den BMW Young Artist Jazz Award. Der mit jeweils 5.000 Euro dotierte Preis soll herausragende junge Künstlerinnen und Künstler der Münchner Jazzszene unterstützen und das gemeinsame Engagement für die nachhaltige Förderung des musikalischen Nachwuchses unterstreichen. Die diesjährigen Auszeichnungen gehen an Ida Koch (Bass), Edi May (Tenorsaxophon) und Fernanda von Sachsen (Gesang). Zusätzlich zum Preisgeld erhalten die Preisträgerinnen und der Preisträger die Möglichkeit, sich bei Konzerten im renommierten Jazzclub Unterfahrt einem breiten Publikum zu präsentieren. Die Auszeichnung wird seit 2016 vergeben und hat sich als feste Größe in der Förderung junger Jazztalente etabliert. „Der BMW Young Artist Jazz Award macht sichtbar, wie viel künstlerisches Potenzial in unserer Stadt wächst und welche Bedeutung die Förderung junger Talente für die Zukunft des Jazz hat. Deshalb sind wir BMW für dieses nachhaltige Engagement besonders dankbar“, sagt Marek Wiechers, Kulturreferent der Landeshauptstadt München. Werbung „Die Zukunft des Jazz entsteht nicht morgen, sondern auf den Bühnen von heute. Ida Koch, Edi May und Fernanda von Sachsen zeigen eindrucksvoll, wie innovativ, vielfältig und relevant die junge Generation von Jazzmusikerinnen …

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Im offenen Gelände – Zum Tod von Cassandra Wilson

Die Sängerin, Gitarristin und Produzentin starb am 1. September 2026 mit 70 Jahren in ihrer Heimatstadt Jackson, Mississippi. Ihre größte Wirkung erzielte sie mit dem, was sie wegließ. Erklären musste sie nichts. Dass Blues und Avantgarde, Geschichte und Improvisation zusammengehören konnten – all das ergab sich, während sie darin sang. Und sie griff selbst zur Gitarre: nicht virtuos im klassischen Sinn, aber als Teil dieses Klangkörpers. Sie wollte nicht vor einer Band stehen, sondern sich innerhalb der Musik bewegen. Werbung In Erinnerung geblieben ist nicht zuletzt ein Auftritt beim Moers-Festival, wo Cassandra Wilson vor gut zehn Jahren, am 14. Mai 2016, auf der Bühne stand – nicht mit einem klassischen Jazzquartett oder einer Band, die ihre bekannten Blue-Note-Sounds reproduzierte, sondern mit dem Trio Harriet Tubman: Brandon Ross an Gitarre und Banjo, Melvin Gibbs am Bass, J. T. Lewis am Schlagzeug. Das Projekt hieß „Black Sun“. Schon der Bandname war ein Statement: Harriet Tubman führte im 19. Jahrhundert versklavte Menschen über das Underground Railroad in die Freiheit. Entsprechend weit entfernt von gefälligem Crossover war die Musik des Trios: elektrisch, schwer, bluesgetränkt, mitunter geradezu bedrohlich – ein …

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Zurück in die Scheune – Das Inntöne Festival 2026

Aus dem „Jazz auf dem Bauernhof“, wie Gründer und Veranstalter Paul Zauner sein auf dem elterlichen Bauernhof in Diersbach nahe Schärding gelegenes „Inntöne Festival“ im Untertitel treffend beschreibt, wurde in den vergangenen Jahren ein echtes Jazz-Woodstock. Denn wegen und seit Corona verlegte er die drei Tage von Pfingsten in den Juli und von der Scheune auf die Wiese, samt großer Open-Air-Bühne. Das Risiko aber war zu groß. Hätte es im vergangenen Jahr einen Tag länger geregnet, wären die Böden für Bühnenaufbau, Camping und Parken nicht rechtzeitig getrocknet. Auch das Problem mit der Sommerhitze deutete sich stark an, heuer wären wohl einige umgekippt. Aber Zauner ging diesmal in den August und holte zumindest die Haupt-Acts zurück in die Scheune. Der Stimmung tat dies – fast erstaunlicherweise – keinen Abbruch. Ein Jazz-Volksfest kann man jetzt nennen, was sich zwischen der – erstmals eigens zu buchenden – Scheunen-Hauptbühne, dem überdachten Biergarten im Hof und den gleich drei Nebenbühnen abspielte, einer (kleineren) Open-Air-Bühne, dem bereits bewährten „St. Pigs Club“ (dem ehemaligen Schweinestall) und dem „Blues Club“ im Keller des Nebengebäudes, in dem oben wieder eine Ausstellung der originellen Objekt-Trouvaillen …

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Jazz Now! 2026 – Konferenzprogramm von der Deutschen Jazzunion veröffentlicht 

+++ Am 1. und 2.10.2026 trifft sich die bundesweite Jazzszene in Hamburg zum 29. Jazzforum +++ Komplettes Programm online und Anmeldungen ab sofort möglich +++ Highlight der Konferenz: politisches Panel mit Vertreter*innen aus der Kulturpolitik Am 1. und 2. Oktober 2026 lädt die Deutsche Jazzunion zur 29. Ausgabe der Jazz Now! nach Hamburg ein – mit Panels, Workshops, einem Live-Podcast und jeder Menge Vernetzungsmöglichkeiten. Zwei Tage lang wird die Hansestadt zum Treffpunkt für Musikerinnen, Studierende, Veranstalterinnen, Kulturpolitik und Akteur*innen der Kreativwirtschaft. Die biennal stattfindende Fachkonferenz wird in diesem Jahr in Kooperation mit dem Jazzbüro Hamburg sowie der JazzHall Hamburg veranstaltet. Werbung Die Ausrichtung der Jazz Now! unterstreicht die Bedeutung des Standorts für Jazz und Improvisierte Musik und rückt die bundesweite Szene zwei Tage lang in den Fokus. Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Hamburg freut sich, Gastgeber der Jazz Now! 2026 zu sein. Die Konferenz bringt die vielfältige Jazzszene zusammen, die hier immer wieder ihre Innovationskraft unter Beweis stellt. Jazz Now! schafft einen Raum für künstlerischen Austausch, kulturpolitische Debatten und neue Impulse. Gerade in einer sich wandelnden Kulturlandschaft ist es wichtig, gemeinsam über …

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+++ news +++ Dee Dee Bridgewater Lausitz Festival +++ Wülker & Jansen in Starnberg +++

+++ Lausitz Festival mit Dee Dee Bridgewater +++ Die US-amerikanische Jazz-Sängerin Dee Dee Bridgewater wird am Sonntag, den 13. September, das Finale des Lausitz Festivals 2026 (25.08. – 13.09.) bestreiten. In der Kulturweberei Finsterwalde stellt die international gefeierte Künstlerin in Begleitung von drei Instrumentalistinnen an Klavier, Bass und Schlagzeug ihr Programm WE EXIST! vor. Das Konzert beginnt um 18.30 Uhr. Dee Dee Bridgewater zählt zu den bedeutendsten Interpretinnen des Great American Songbook, doch ihre Strahlkraft reicht weit über dieses Repertoire hinaus: Intensiv und glanzvoll widmet sie sich immer wieder auch stark vom Soul und dem Blues geprägten Songs aus der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung, etwa »Mississippi Goddam«, »Trying Times«, »The Danger Zone« oder »Why (Am I Treated So Bad)«. Sie beherrscht die hohe Kunst des Scat-Gesangs aus dem Effeff, wickelt ihr Publikum aber auch mit jedem anderen Ton ihrer großartigen Stimme um den Finger. We exist In ihrem Songprogramm WE EXIST!, dessen Titel gewiss nicht unabsichtlich an ein enorm einflussreiches Jazz-Album des Drummers Max Roach aus dem Jahr 1960 erinnert (»We Insist! Freedom Now Suite«), bündelt Dee Dee Bridgewater ihre große Lebenserfahrung und all ihre künstlerischen Kräfte. …

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Spannend von der Besetzung bis zum Ablauf: Das Outreach Festival 2026 in Schwaz

Die heimliche Musikhauptstadt Tirols ist das 15.000-Einwohner Städtchen Schwaz, 30 Kilometer vor Innsbruck gelegen. In der „Silberstadt“, die im Mittelalter einmal die zweitgrößte Stadt des Habsburgerreiches und die Einkommensgrundlage für die halb Europa finanzierenden Fugger war, gibt es seit 33 Jahren im September die „Klangspuren“, ein international beachtetes Festival für zeitgenössische Musik. Sogar noch ein Jahr älter ist das Anfang August startende „Outreach“ Musikfestival. Getreu des Wirkens seines Gründers und Leiters, des Trompeters Franz Hackl, ist hier Jazz der Ausgangspunkt, freilich interdisziplinär, genreübergreifend, ganzheitlich und experimentell gedacht. Nach wie vor hat das „Outreach“ den Status eines Geheimtipps, dabei hat der seit Jahrzehnten in New York lebende Trompeter Franz Hackl seiner Heimatstadt damit ein Juwel geschenkt, das eine Anreise auch von weit her lohnen würde. Was sich vor allem auf die drei Kerntage mit Konzerten auf der „Mainstage“ im großen, technisch perfekt ausgestatteten Silbersaal des SZentrums bezieht, die immer ins erste August-Wochenende führen, diesmal also vom 6. bis 8. August. Nicht nur beim von Hackl und seinem Co-Leader, dem Bassisten Clemens Rofner ausgewählten Line-up der neun Ensembles kann man sich auf kontrastreiche, spannende Abende mit herausragenden …

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Ystad Sweden Jazz Festival – Gesänge, Möwen, Vollmond und die Kaffeestunde

Im 17. Jahr gab es nun das Jazzfestival im südschwedischen Ort Ystad: Traumwetter mit angenehm kühlem Wind, musikalische Vielfalt – und bewegende Stunden mit jung gebliebenen Altstars. Ideale Bedingungen für ergiebige Sommertage mit Jazz. Scharfgeschnittene Gesichtszüge, Brille, elegant grau-gescheiteltes Haar, beigefarbener Anzug: Der brasilianische Songschreiber und Sänger Ivan Lins, seit über 50 Jahren ein großer Name, stand mitten auf der Bühne hinter einem Keyboard und legte die Hand aufs Herz. „Ich bin verliebt in diesen Ort, mein Gott!“ Er hob hervor, wie beeindruckt er sei: „Keine kommerzielle Firma, keine politische Verwaltung, einfach nur Menschen“ würden das zuwege bringen, was er hier erlebe. „Erstaunlich!“ – Das klang, hervorgebracht in ruhigen, bedachten Sätzen, nicht nach Schmeichelei, sondern nach authentischer Begeisterung. Entsprechend lang kostete der Sänger sein Konzert auch aus: Fast zwei Stunden stand er vor dem Publikum im ausverkauften Theater der südschwedischen Küstenstadt, erzählte in intimer Langsamkeit von seinem Leben und seinen Songs, interpretierte mit immer noch tragfähiger, wenn auch in wenigen Momenten inzwischen brüchiger Stimme zur feinfühligen Begleitung einer hochversierten Band Liebeslieder aus unterschiedlichen Phasen sowie Klassiker wie seinen 70er-Hit „Madalena“ – und wurde am Ende …

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Im Flügelschlag des Grooves: Gretchen Parlato in der Unterfahrt

(Von Claus Lochbihler) Zwischen Jazz, brasilianischen Rhythmen und R&B entfaltet Gretchen Parlato eine Vokalkunst von außergewöhnlicher Feinheit. Die schönsten Momente entstehen dort, wo ihre Stimme selbst zum Instrument wird. Einmal schließt Gretchen Parlato in der „Unterfahrt“ die Augen und reckt die Nase leicht nach oben. Wie eine Jagdhündin, die Witterung aufnimmt, saugt sie den Groove ihres Trios ein: hörend, spürend, vielleicht sogar riechend. Dann öffnet sie abrupt die Augen, tritt ans Mikrofon und klinkt sich mit ihrer hellen, zarten Stimme in die Musik ein. Werbung Stimme als Instrument Parlato ist eine Sängerin, bei der Gesang, Stimme als Instrument und Vokalperkussion nahtlos ineinander übergehen. Sie verbindet das rhythmisch federnde Flüstersingen eines João Gilberto mit westafrikanischen Vokalisen und der Virtuosität eines Bobby McFerrin zu einer ganz eigenen Kunst. Klanglich ist ihre Stimme hell und fein, mitunter von beinahe blendender Intensität – wie ein Sopransaxofon. Kein Wunder, dass auch in der „Unterfahrt“ ihre Version von Herbie Hancocks „Butterfly“ zum Höhepunkt wird: Jazz-Funk als flirrende Groove-Meditation, berückend schön und dicht, getragen vom Flügelschlag ihrer Stimme. Die stärksten Momente dieses Abends entstehen oft dann, wenn Parlato weniger einen Song als …

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