Pflanzerl. Foto: Hufner
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Die „LGBTQAI+“-Radiowoche vom 25.05.26 bis 31.05.26

Die „Reise um das Mittelmeer“-Radiowoche vom 01.06.26 bis 07.06.26

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Die Übersicht zum Download als PDF. Alle Angaben ohne Gewähr. Ergänzt mit den tollen Sendungen zur Neuen Musik von BR-KLASSIK und Ö1.

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Aktuell bekommen wir Informationen von SWR Kultur, Ö1 und in Sachen Neue Musik von BR-KLASSIK und ebenfalls Ö1.


Senderliste:



Internet:


  • Schweden: P2 sendet immer Dienstags von 21:00 bis 22:00 und Sonntags von 18:40 bis 20:00 ein Jazzkonzert
  • Ungarn: Bartok Radio sendet täglich von 23:00 bis 23:55 eine Jazzsendung


mo – 01.06.2026


17:30:00 +++ Ö1
Musik aus allen Richtungen mit Astrid Schwarz und Rainer Elstner.

19:30:00 +++ Ö1
Sänger Kurt Elling und Gitarrist Charlie Hunter mit ihrem Projekt „SuperBlue“ im April 2026 im Wiener Konzerthaus

„SuperBlue“ ist das Projekt, in dem der aus Chicago stammende Sänger Kurt Elling und der in Kalifornien aufgewachsene Gitarrist Charlie Hunter seit einigen Jahren sehr unterschiedliches Songmaterial in Richtung R&B, Funk und Blues-Rock deuten. Die beiden Alben „Superblue“ (2021) und „The Iridescent Spree“ (2024) wurden jeweils für einen Grammy nominiert, am 20. April 2026 stellten Elling und Hunter, beide Jahrgang 1967, das Programm im Großen Saal des Wiener Konzerthauses vor: Groovig unterstützt von Kenny Banks (Keyboards) und Marcus Finnie (Schlagzeug), angetrieben auch von

sperrig-bluesigen Tönen auf der achtsaitigen Hybrid-Gitarre von Charlie Hunter, führte Elling durch ein Repertoire mit teilweise kaum wieder zu erkennenden Songs aus dem Repertoire von Manhattan Transfer („Sassy“) bzw. der Feder von Bob Dorough („Naughty #9“) und Carla Bley („Endless Lawns“). Auch Johnny Guitar Watsons alter Blues-Hit „Gangster of Love“ aus dem Jahr 1957 fehlte nicht. Das Publikum nahm das in einem Guss gespielte Konzert mit viel Applaus auf.

20:03 bis 22:00 Uhr +++ BR-KLASSIK
Horizonte: Ernst von Siemens Musikpreis 2026 – Ausschnitte aus der Preisverleihung vom 23. Mai im Münchner Prinzregententheater

In diesem Jahr steht der Ernst von Siemens Musikpreis im Spannungsfeld zwischen Alter und Neuer Musik. Mit Jordi Savall erhält diese hohe Auszeichnung ein Künstler, der Pionierarbeit geleistet hat in der Musik des Mittelalters und der Renaissance, der wegweisend war in der historischen Aufführungspraxis und der sich unermüdlich für kulturellen Austausch einsetzt. Savall versteht lebendig interpretierte Musik immer als Sprache unserer Zeit, egal aus welchem Jahrhundert die Partituren stammen. Und so wird eine Brücke geschlagen zu den Förderpreisträger:innen des diesjährigen „Nobelpreises der Musik“: junge Komponist:innen und Ensembles mit ganz unterschiedlichen Klangsprachen als höchst individuelle Stimmen der Neuen Musik. BR Klassik stellt die Preisträger:innen vor und präsentiert Impressionen von der Preisverleihung. Eine Sendung von Florian Heurich

22:03 – 23:00 UHR +++ SWR KULTUR
ARD Jazz.Spotlight: Darf‘s etwas mehr sein? Der Frankfurter Masterstudiengang Bigband

Von Jürgen Schwab. Der Masterstudiengang Bigband an der Frankfurter Musikhochschule hat in den wenigen Jahren seines Bestehens, seit seiner Gründung 2022, schon Erfolgsgeschichte geschrieben. Das europaweit einzigartige Lernangebot zieht Interessierte aus der ganzen Welt an, überzeugt durch das Können seiner Graduierten und belebt nicht nur die Frankfurter Szene. Mit der Fäzz-Bigband, dem Traumfabrik Jazzorchester und dem Urban Arts Orchestra sind gleich drei junge Bigbands entstanden, in denen hervorragende Komponistinnen und Instrumentalistinnen ihre Faszination für jazzorchestrale Sounds pflegen.

23:03:00 +++ Ö1
Ingrid Schmoliner im Zeit-Ton Portrait – Dem Unbegreiflichen auf der Spur

Im Zentrum der musikalischen Arbeit der Komponistin und Improvisatorin Ingrid Schmoliner steht das Unbegreifliche, – die Auseinandersetzung mit dem Tod und dem, was möglicherweise danach kommt; die auf die Menschen so mystisch wirkende Ungezähmtheit der Natur; das Widersprüchliche und Paradoxe, das uns bei jedem Schritt zu begleiten scheint. Schmoliners Hauptinstrument ist dabei das Klavier. Mit ihren ausgetüftelten Präparierungen, für die sie neben Holzstäbchen, Plastikklötzen, Metall und Gummi etwa auch Stachelschweinstacheln verwendet, schafft es die Musikerin dem Klavier Klänge zu entlocken, die an die unterschiedlichsten Instrumente denken lassen, von diversen Schlaginstrumenten über Electronics bis hin zur menschlichen Stimme, aber auch an Walgesänge fühlt man sich mitunter erinnert, wenn durch Reibung die Luft in den ausgetrockneten Stachelschweinstacheln in Schwingung gerät. Und Ingrid Schmoliner arbeitet gerne mit ihrer Stimme, vom Obertongesang über den Jazzgesang bis hin zum Jodeln reicht die Palette an Techniken, die ihr dabei zur Verfügung stehen. In diesem Zeit-Ton Portrait tauchen wir hinab zu den Anfängen und hören in Neuerscheinungen hinein, etwa in „Haar“ (Trost Records), die dritte Veröffentlichung von Nabelóse, dem Duo mit Elena Kakaliagou, das von österreichischer und griechischer Volksmusik inspiriert wurde. Gestaltung: Susanna Niedermayr


di – 02.06.2026


17:30:00 +++ Ö1
Musik aus allen Richtungen.

23:03:00 +++ Ö1
Cantando Admont singt Krenek und Ockeghem – Ein musikalischer Dialog über Jahrhunderte beim Osterfestival Tirol

Wie sehr das Osterfestival Tirol bemüht ist, über Zeit und Raum hinauszugreifen und das Verbindende ins Zentrum zu stellen, zeigt das Konzert von Cantando Admont, aufgenommen am 3. April 2026 im Salzlager Hall. Das Vokalensemble unter der Leitung von Cordula Bürgi verknüpft Johannes Ockeghems um 1460 entstandenes Requiem, das als die erste vollständige Totenmesse der Musikgeschichte gilt, mit Ernst Kreneks “Lamentatio Jeremiae Prophetae”. Krenek, der sein Werk 1941/42 im Exil in den USA geschrieben hat, spürte eine besondere Nähe zu Johannes Ockeghem, der Meisterwerke polyphoner Satzkunst geschaffen hat. Krenek war mit einer Biographie über den flämischen Komponisten, die er in den 1950er Jahren veröffentlicht hat, einer der ersten, die sich mit Ockeghems komplexer Musik beschäftigt haben. Seine eigenen Lamentationen – auch sie sind ein kunstvolles Gewebe aus Stimmen – begann er in einer schwierigen Zeit, kurz vor dem Eintritt der USA in den Zweiten Weltkrieg. Cantando Admont singen aus dem einstündigen Chorwerk die beiden ersten Lamentationen. Gestaltung: Patricia Jilg

Pflanzerl. Foto: Hufner
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mi – 03.06.2026


14:05:00 +++ Ö1
Gitarrist Peter Rom und sein Bandprojekt „Wanting Machine“

Fünf Jahre nach „Wanting Machine“ legt der Wiener Gitarrist Peter Rom das Nachfolgealbum vor: „Wanting Machine II“. Es ist das zweite Soloalbum von Rom, der auch als Professor an der Musik- und Kunst-Privatuniversität der Stadt Wien (MUK) tätig ist. Der Titel „Wanting Machine“ lässt, ohne es ausdrücklich auszusprechen, an Deleuzes und Guattaris Idee der „Begehrensmaschinen“ denken, also an produktive, sich verkettende Energien, an ein Begehren, das nicht den Mangel thematisiert, sondern Bewegung und Hervorbringung. Bei Peter Rom wäre das eine sehr musikalische Maschine: ein Gefüge aus Klang, Impuls und Spiel, das er gemeinsam mit Bassist Manu Mayr und Schlagzeuger Lukas König eigenwillig und originell zum Schwingen bringt. Im ersten Teil des neuen Ö1 Radiosession-Formats spricht Peter Rom mit Helmut Jasbar anhand eigens ausgewählter und mitgebrachter Musik über seine musikalischen Einflüsse und Inspirationen.

17:30:00 +++ Ö1
Musik aus allen Richtungen mit Mirjam Jessa.

22:03 – 23:00 UHR +++ SWR KULTUR
ARD Jazz. Das Magazin

Von Niklas Wandt. Das wöchentliche Jazz-Update, präsentiert von Eurer ARD: außergewöhnliche Veröffentlichungen, relevante Ereignisse und aktuelle Debatten. Wir diskutieren Jazz in allen seinen Facetten und suchen auch deutschlandweit die Orte auf, an denen er zu Hause ist. Nicht verpassen!


do – 04.06.2026


17:10:00 +++ Ö1
The Rhythm of the World: Humorvolles, Skurriles und Nachdenkliches

Kaum legt man das neue Album von Barbara Rektenwalds Trio in den CD-Player, ist man auch schon mittendrin, irgendwo zwischen Buenos Aires und der blauen Donau, hineingezogen in Stimmungen die von „Valentine’s Day“ bis zu „Zerstörung“ reichen. „Mittendrin“ ist also nicht nur der Albumtitel, sondern definitiv Programm auf der CD, die beinahe kein Jazzgenre auslässt.

Stilistisch vielfältig haben sich in den letzten Jahren auch Florian Bramböck, Klaus Dickbauer, Christian Maurer und Wolfgang Puschnig gezeigt: sie haben sich einen Ruf aufgebaut als eines der wohl verrücktesten, humorvollsten und einfallsreichsten Saxophonensembles Österreichs. Die Kompositionen und Arrangements der Vier bestechen durch Witz, Charme, Musikalität und Improvisationsfreude.

Anlässlich des 35. Jubiläums des Quartetts SaxoFour ist 2026 das Album „Rhythm of the World“ erschienen. Es nimmt die Hörer und Hörerinnen mit zu einem skurrilen Streifzug von hier bis anderswo, inklusive selbstbewusster Hommage an Bruckner, Volkstanz, bereiste Orte und bezahlte Steuern.

Auch Fola Dada, ihres Zeichens Gewinnerin des Deutschen Jazzpreises 2022 in der Kategorie „Vokal National“, hat etwas zu sagen. Sie legte 2025 mit „Sisters & Brothers“ ein Album vor, auf dem sie sich selbstbewusst zwischen Jazz, Soul, R&B und Pop bewegt. Ganz laut singt Dada es hinaus: ich bin da und ich bin hier,um zu bleiben. Dabei schreckt sie in den großteils von ihr komponierten Titeln auch nicht davor zurück aktuelle gesellschaftspolitische Themen anzusprechen. Achtsamkeit, toxische Verhaltensmuster, Machtmissbrauch oder Diskriminierung. Über allem schwebt jedoch der Aufruf zur Einigkeit, zur verständnisvollen Kommunikation zwischen den „Sisters“ und „Brothers“ in unserer Gesellschaft. Anleihe nimmt sie dafür auch bei der afroamerikanischen Schriftstellerin und Bürgerrechtlerin Maya Angelou und schafft so ein Album, dem es definitiv nicht an Authentizität und Schärfe mangelt.

22:03 – 23:00 UHR +++ SWR KULTUR
Blues’n’Roots

Von Dagmar Fulle. In dieser Sendung präsentieren wir alte und neue Aufnahmen aus den Bereichen Blues, Jazz, Swing, Rhythm’n’Blues, Soul und Country. (Übernahme von hr2-kultur).

22:05:00 +++ Ö1
Jet Lag All Stars Radio Show

23:03 bis 00:00 Uhr +++ BR-KLASSIK
Horizonte: Musik als Metapher für das Unsagbare – Zum 100. Geburtstag von Ingeborg Bachmann

„Miteinander und voneinander begeistert sind Musik und Wort ein Ärgernis, ein Aufruhr, eine Liebe, ein Eingeständnis“, notiert Ingeborg Bachmann in ihrem Essay „Die wunderliche Musik“. Bereits als Kind interessiert sich die Schriftstellerin für das Komponieren, und zeitlebens bietet ihr die Musik besondere Möglichkeiten des intensiven Ausdrucks, die ihr Sprache zu verwehren schien. Bedeutung und Aussagekraft von Musik betont sie in zahlreichen Interviews, thematisiert sie aber auch in ihrem literarischen Schaffen in unterschiedlichen Kontexten, in biografischen Bezügen oder im persönlichen künstlerischen Austausch mit Komponisten. Darüber hinaus trägt Bachmann mit diversen musiktheoretischen Essays zur Diskussion über das Verhältnis von Musik und Sprache der Nachkriegszeit bei. Eine Sendung von Yvonne Petitpierre


fr -05.06.2026


14:05:00 +++ Ö1
Das Renato Borghetti Quartett im März 2025 in Stockholm

Seit nunmehr 40 Jahren zeigt der 1963 in Rio Grande do Sul geborene Akkordeonist Renato Borghetti in seinen über 25 Alben und in vielen mitreißenden Konzerten, wie reich die Musiktraditionen Brasiliens auch abseits der Exportschlager Samba und Bossa Nova sind, und dass Stile wie Milonga, Chamané oder Chacarera aus dem brasilianischen Süden in einer Annäherung an den Jazz ebenfalls eine unverwechselbar gute Figur machen, ohne ihre Herkunft zu verleugnen. Sein virtuoses Spiel auf der Gaita Ponto, dem typischen Knopfakkordeon der brasilianischen Gaúchos, ist voller Witz und Energie, kann aber auch verblüffend lyrisch klingen.

Gemeinsam mit seinen bewährten Quartettpartnern Daniel Sá (Gitarre), Vitor Peixoto (Klavier) und Pedro Figueiredo (Saxofon und Flöte) begeisterte Borghetti am 20. März 2025 das Publikum im auf Folk- und Weltmusik spezialisierten Konzert- und Tanzvenue Stallet in Stockholm und ließ sich am Ende des Konzerts sogar auf eine augenzwinkernde Kontaktaufnahme mit dem Baião ein, dieser gänzlich anders gearteten, aber ähnlich tanzorientierten Akkordeonmusik aus dem Nordosten Brasiliens.

17:30:00 +++ Ö1
Musik aus allen Richtungen mit Johann Kneihs.

19:03 bis 20:00 Uhr +++ BR-KLASSIK
Musikfeature zum 200. Todestag von Carl Maria von Weber

„Freischütz trifft Gamsbock“ – Carl Maria von Weber und seine jodelnde Sopranistin** ** „In den Boudoir’s der vornehmsten Damen, wie in der gemeinsten Bude, auf Militairparaden, aus einsamen Dachfenstern etc. hört man Melodien aus dem Freischütz, die gespielt, gesungen, gepfiffen oder geheult werden; es herrscht hier eine wahre Freischützwuth.“ Carl Maria von Webers neue Oper war in München eingeschlagen wie eine Bombe. Mit beteiligt an diesem Erfolg war Münchens Opernstar: Clara Metzger-Vespermann als Ännchen. „Einzig und unerreichbar“ schwärmte Weber von ihrem Gesang. In ärmlichen Verhältnissen in der Vorstadt aufgewachsen wurde sie Pflegetochter des damals führenden Münchner Dirigenten und Komponisten Peter von Winter. Schon früh eroberte sie als Tirolerknabe jodelnd die Opernbühne. Es folgten Hauptpartien in Uraufführungen von Winter, Aiblinger und Weber quer durch Deutschland und Engagements bis zur Mailänder Scala. Vespermann bewegte sich im Netzwerk der bedeutenden Komponisten der Zeit, darunter Weber und Winter aus der süddeutsch-mannheimischen Schule. 1822 sang sie die Agathe in der Münchner „Freischütz“-Premiere, 1825 die Eglantine in „Euryanthe“. Doch es war nicht nur die Musik, die Sopranistin und Komponisten verband – beide liebten den Starnberger See. Weber schrieb dort 1811 mit dem Klarinettisten Heinrich Baermann am 2. Klarinettenkonzert. Und von Vespermann wird berichtet, wie sie am Ufer stand und für die anderen Besucher „mit hinreißender Bravour“ sang. Keine Arie aus dem „Freischütz“, nein, sondern „Wenn der Gamsbock übern Stiegel springt“. Und am Ende jeder Strophe jodelte sie „mit unglaublicher Kraft und Gewandtheit“. Zum Jahrestag von Webers Tod entdeckt BR Klassik das Münchner Musikleben des frühen 19. Jahrhunderts zwischen „Freischütz“-Arien und Alpenjodlern. Eine Sendung von Andreas Pehl

23:03:00 +++ Ö1
Alexander Kranabetter im „Zeit-Ton“ mit Porträt und Konzert – Trompete mit Elektronik

Ein „Zeit-Ton Extended“ ganz im Zeichen von Alexander Kranabetter: Vom Jazz kommend, hat der Trompeter und Hornist sein Schaffen immer mehr zu Improvisation und Klangkunst ausgedehnt. Viele internationale und heimische Zusammenarbeiten unterstreichen das, aktuell etwa mit Ingrid Schmoliner im Duo Drank. In der ersten Stunde gibt es ein Porträt zu hören, in der zweiten die Aufnahme eines Konzerts des Trios m o s Ende 2025 im Radiokulturhaus.

Alexander Kranabetter wurde 1988 im Lauterach (Vorarlberg) geboren und war in den frühen 2010er Jahren an der Linzer Bruckner-Uni, wo er Trompete studierte. Aus jener Zeit stammen auch die Gründungen von m o s sowie des Sextetts Gnigler mit dem Saxofonisten Jakob Gnigler.

In den letzten Jahren haben sich Kranabetters Projekte vervielfacht. So gab es Produktionen mit dem Schlagzeuger Lukas König zusammen mit der Sängerin Anja Plaschg (aka Soap & Skin), und mit Plaschg trat er in der Formation Exit Void am diesjährigen donaufestival auf.

Im Frühling 2025 ist mit „Breath in Definition“ das Debüt-Album mit der Pianistin Ingrid Schmoliner erschienen. Von der Ö1 „Jazznacht“ wurde es wegen „seiner improvisierten Soundscapes zwischen kantablen Trompetenlyrismen, elektronischen Klangbändern und repetitiven Patterns des präparierten Klaviers“ gelobt. Drank spielten dann u.a. bei den Festivals Wien Modern und Unlimited in Wels. Umfangreiche Anknüpfungspunkte also zwischen Jazz, Elektroakustik und Experimentalmusik, immer wieder auch mit Hang zu Pop und Abstraktion.

In der zweiten Stunde präsentiert der „Zeit-Ton extended“ ein Konzert von m o s, das sie im Dezember 2025 im Radiokulturhaus gegeben hatten. Das Trio spielte Musik aus seinem Album „mnemonic“, das auf col legno herausgekommen ist. m o s sind Ivo Fina (Gitarre), Johannes Wakolbinger (Schlagzeug) und Alexander Kranabetter (Trompete). Jazz, Postrock und Elektronik verbunden zu einem ebenso elegischen wie fordernden Klangerlebnis. Gestaltung: Heinrich Deisl


sa – 06.06.2026


09:04 – 10:00 UHR +++ SWR KULTUR
Musikstunde. Jazz global: Swingende Slowakei

Von Babette Michels. Zwischen Donau, Berg und Stadt: In der Slowakei leben Jazz und improvisierte Musik. Ob welt-gewandte Jazzhybride des Multiinstrumentalisten Miloš Železòák und der Sängerin Anna oder swingende Romani-Songs von Júlia Kozáková, Flamenco-gefärbter Gitarrenjazz von Braňo Krajčo oder Folkjazz der singenden Musikethnologin Mirka Záhumenská: Babette Michel erkundet aktuelle Trends im Jazz-Land Slowakei.

14:05 bis 15:00 Uhr +++ BR-KLASSIK
Musikfeature zum 200. Todestag von Carl Maria von Weber

„Freischütz trifft Gamsbock“ – Carl Maria von Weber und seine jodelnde Sopranistin** ** „In den Boudoir’s der vornehmsten Damen, wie in der gemeinsten Bude, auf Militairparaden, aus einsamen Dachfenstern etc. hört man Melodien aus dem Freischütz, die gespielt, gesungen, gepfiffen oder geheult werden; es herrscht hier eine wahre Freischützwuth.“ Carl Maria von Webers neue Oper war in München eingeschlagen wie eine Bombe. Mit beteiligt an diesem Erfolg war Münchens Opernstar: Clara Metzger-Vespermann als Ännchen. „Einzig und unerreichbar“ schwärmte Weber von ihrem Gesang. In ärmlichen Verhältnissen in der Vorstadt aufgewachsen wurde sie Pflegetochter des damals führenden Münchner Dirigenten und Komponisten Peter von Winter. Schon früh eroberte sie als Tirolerknabe jodelnd die Opernbühne. Es folgten Hauptpartien in Uraufführungen von Winter, Aiblinger und Weber quer durch Deutschland und Engagements bis zur Mailänder Scala. Vespermann bewegte sich im Netzwerk der bedeutenden Komponisten der Zeit, darunter Weber und Winter aus der süddeutsch-mannheimischen Schule. 1822 sang sie die Agathe in der Münchner „Freischütz“-Premiere, 1825 die Eglantine in „Euryanthe“. Doch es war nicht nur die Musik, die Sopranistin und Komponisten verband – beide liebten den Starnberger See. Weber schrieb dort 1811 mit dem Klarinettisten Heinrich Baermann am 2. Klarinettenkonzert. Und von Vespermann wird berichtet, wie sie am Ufer stand und für die anderen Besucher „mit hinreißender Bravour“ sang. Keine Arie aus dem „Freischütz“, nein, sondern „Wenn der Gamsbock übern Stiegel springt“. Und am Ende jeder Strophe jodelte sie „mit unglaublicher Kraft und Gewandtheit“. Zum Jahrestag von Webers Tod entdeckt BR Klassik das Münchner Musikleben des frühen 19. Jahrhunderts zwischen „Freischütz“-Arien und Alpenjodlern. Eine Sendung von Andreas Pehl

18:20 – 19:00 UHR +++ SWR KULTUR
Jazz: Me and My Music – Tobias Hoffmann

Von Adrian Brenneisen. In unserer Sendereihe „Me and My Music“ stellen sich Musiker*innen in einer Wort-Musik-Collage selbst vor: Sie erzählen über ihren Werdegang, über die Beziehung zu ihrem Instrument, über Vorbilder, über Inspirationen oder das, was sie künstlerisch momentan besonders interessiert. Heute im klingenden Selbstporträt: der Kölner Gitarrist Tobias Hoffmann.

23:03:30 +++ Ö1
Pianistin Kristina Miller und Niki Neuspiel im Interview, das Schweizer Trio Fris3er bei den New Adits 2025

Zu Gast im Jazznacht-Studio sind heute die aus Moskau stammende klassische Pianistin Kristina Miller und der Wiener Film- und Musikproduzent Niki Neuspiel: Sie sind die Köpfe hinter der LP „Miller’s Peterson – Oscar Peterson Replay Concert“, für die Kristina Miller Teile der ORF-Aufnahme des Konzerts des Oscar-Peterson-Trios vom 9. November 1968 im Wiener Konzerthaus (die dieser Tage in der Edition „Ö1 Jazz Treasures“ auf Doppel-Vinyl erscheint) Note für Note transkribierte, um das Resultat (inklusive Petersons Improvisationen!) dann mit Kontrabassist Tibor Fonay und Schlagzeuger Gergö Borlai zu neuem klingenden Leben zu erwecken. Im Interview mit Andreas Felber erzählen Miller und Neuspiel über die Idee hinter dem Projekt, das in Kürze beim Liszt-Festival in Raiding und bei der Styriarte in Graz live zu erleben sein wird.

Außerdem: Die Aufnahme des Schweizer Trios Fri3ser beim Festival New Adits 2025 in Klagenfurt. Hinter Fri3ser stehen der in Basel lebende Pianist und Komponist Lucca Fries, er fungiert auch als Bandleader, zudem Sarah Zaugg (E-Bass) und Luca Ramella (Schlagzeug). Das Trio entwickelte am 21. November 2025 in der Klagenfurter Villa for Forest repetitive Strukturen von großer Sogwirkung.


so – 07.06.2026


00:03 – 06:00 UHR +++ SWR KULTUR
ARD Jazz. Die Nacht: Eine Reise um das Mittelmeer

Von Thomas Haak. Der Mittelmeerraum ist die Wiege vieler Hochkulturen und in deren Nachfolge ein kultureller Schmelztiegel, der in den letzten Dekaden hochspannende Hybride aus Jazz und lokalen Musikarten hervorgebracht hat. Wie in Spanien den Flamenco-Jazz, von „blauen Noten“ durchsetzte Skalen in Nordafrika oder auf Sardinien eine neue Art der Polyphonie. Nicht zu vergessen panmediterrane Musiker und Gruppen wie Renaud Garcia-Fons, Mare Nostrum oder Masaa, die aus dem gesamten Kulturraum schöpfen. Sie alle werden in der Jazznacht zu hören sein – ebenso wie Gerardo Nuñez, Anouar Brahem und Vincent Peirani.

00:05:00 +++ Ö1
(Fortsetzung). Pianistin Kristina Miller und Niki Neuspiel im Interview, das Schweizer Trio Fris3er bei den New Adits 2025

17:10:00 +++ Ö1
Das bunte Parallel-Universum der meist-gecoverten Band des Universums

Dem Ö1-Publikum ist Norbert Klinge vielleicht als Fotograf bekannt; von ihm stammen nicht selten die eindrücklichen Porträts von Musikerinnen und Musikern, die auf der Ö1-Website Sendungen mit Konzertmitschnitten von Festivals wie Inntöne oder Saalfelden illustrieren. Im Hauptberuf ist Klinge Grafikdesigner, er war aber auch jahrzehntelang als DJ im Bereich „Black Music“ aktiv. In seiner Freizeit ist er unter anderem akribischer Sammler von Beatles-Songs aus aller Welt.

Es gibt ja gewisse Musikrichtungen (wie etwa Reggae, Bossa Nova oder Bluegrass), die aufgrund ihrer markanten und stereotypen Stilistik an sich schon dazu einladen, stilfremde Songs in ihrem Geist neu zu interpretieren. Und dann wiederum gibt es die Beatles, deren Songs aufgrund ihrer enormen Popularität zu Standards geworden sind, die sich jede und jeder in ureigener Interpretation zu eigen machen darf, die sich aber auch für Parodien geradezu aufdrängen. Und schließlich haben nicht wenige Beatles-Songs auch noch ganz bestimmte melodiöse, harmonische, rhythmische oder textliche Qualitäten, aufgrund derer sie in der Übertragung in spezifische neue Kontexte eine besonders gute Figur machen, Qualitäten, die in einer gekonnten Neuinterpretation besonders betont oder sogar erst freigelegt werden können.

Jedenfalls haben die Songs der Fab Four im Laufe der Jahrzehnte in verschiedensten Genres und Kultursphären Widerhall gefunden. Einige Perlen aus der reichen Plattensammlung von Norbert Klinge werden in diesen Spielräumen erklingen.

19:31 – 20:00 UHR +++ SWR KULTUR Big Time Jazz. Jazz-Orchester, Big Band, Oktett – hier kommt Musik mit Vielen!

Im Big Time Jazz stellen wir für Sie interessante und schöne Klänge zusammen – von großen Ensembles aus dem Jazz und der improvisierten Musik. Wir bergen Archivaufnahmen und durchforsten Neuveröffentlichungen für eine Zeit, die ganz den großen Klängen gehört.

22:03 – 23:00 UHR +++ SWR KULTUR
NOWJazz: Stimmakrobatin, Performerin, Ikone – Die Welt der Meredith Monk

Von Maxi Broecking. Trillern, Kichern, Flüstern, Atmen: Mit ihren sich über vier Oktaven erstreckenden Stimmmodulationen hat die US-amerikanische Sängerin, Performancekünstlerin und Filmemacherin Meredith Monk die vokalen Möglichkeiten des Gesangs grundlegend erweitert und wurde damit zur Ikone des Jazz und der Neuen Musik. Sie beeinflusste außerdem Popgrößen wie David Byrne und Björk. Gerade wurde die 83-jährige Künstlerin mit dem Großen Kunstpreis Berlin für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. Zurzeit arbeitet sie als Pina-Pausch-Gastprofessorin an der Folkwang Universität an einem neuen Stück.

23:03:00 +++ Ö1
Zeit-Ton Magazin – Rückblick, Vorschau und aktuelle Veröffentlichungen

Jeden Sonntag präsentieren wir Ihnen in der ersten Zeit-Ton-Stunde ausgesuchte Veranstaltungstipps für die kommenden sieben Tage und spannende Neuveröffentlichungen. Gestaltung: Marlene Schnedl

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