Jazz im Radio. Foto/Montage: Hufner
Jazz im Radio

Die reduzierte erweiterte Jazz-Radiowoche vom 03.10. bis 09.10.2022

Die reduzierte erweiterte Jazz-Radiowoche vom 03.10. bis 09.10.2022

Ein kleiner Blick in die Radiowoche 40. Die Übersicht zum Download als PDF. Alle Angaben ohne Gewähr. Ergänzt mit den tollen Sendungen zur Neuen Musik von BR-KLASSIK und Ö1.

Inhalt

Senderliste:


Mo – 03.10.2022

19:20 – 20:00 UHR | SWR2
SWR2 Jazz: Talkin‘ And Walkin‘ – Der Pianist Kenny Drew

Von Gerd Filtgen. „New Faces, New Sounds“ heißt Kenny Drews vielversprechendes Debüt-Album aus dem Jahr 1953. Schon zuvor hatte der junge New Yorker Pianist mit wichtigen Jazz-Musikern seiner Heimatstadt gespielt. Sie bewunderten Drews komplexe Harmonik und die eleganten, im swingenden Bop auftauchenden Motive. Trotz hervorragender Platten blieb Drew eher ein Geheimtipp. Das änderte sich in Europa, wo er zu Beginn der 1960er- Jahre ein neues Domizil fand. Kenny Drew war die Attraktion im legendären Kopenhagener Jazzclub „Montmartre“, wo er viele amerikanische Jazz-Stars begleitete.

19:30:00 | Ö1
Yuval, Anat und Avishai Cohen & Yonathan Avishai im Juni 2022 im Wiener Konzerthaus

Sie sind gemeinsam in Tel Aviv aufgewachsen, später haben sie sich in der internationalen Jazzszene ­über New York City bzw. Boston -einen exzellenten Namen gemacht. Und sie treten weiterhin gemeinsam als Familienband unter dem Namen „3 Cohens“ auf: Avishai Cohen (Trompete), Anat Cohen (Altsaxofon, Klarinette) und Yuval Cohen (Sopransaxofon) gaben am 20. Juni 2022 im Mozartsaal des Wiener Konzerthauses ein hinreißendes Konzert, in dessen Rahmen sie die ihrem Trio eigene geschwisterliche Empathie erneut auf berührende Weise zelebrierten. Die drei baten diesmal den israelischen Pianisten Yonathan Avishai mit auf die Bühne, um mit ihm Musik aus der Jazzgeschichte von Duke Ellingtons „Mood Indigo“ über Sidney Bechets „Si tu vois ma mère“ bis hin zum virtuosen „Tiger Rag“ kurzweiligen und ungewöhnlichen Neudeutungen zu unterziehen. Ein denkwürdiger, heftig akklamierter Abend im Wiener Konzerthaus!  Gestaltung: Jörg Duit

23:03 – 24:00 | Ö1
Wie musikalische Spannungskontraste entstehen – Neue Musik auf der Couch. Thomas Wally analysiert das „Distanzenquartett“ von Dieter Ammann (2009)

Das 2. Streichquartett des Schweizer Komponisten Dieter Ammann bietet das, was der Titel verrät: Distanzen, aber auch und vor allem das Überbrücken dieser Distanzen; vielfältige Spannungskontraste infolge des Aufeinandertreffens heterogener Klangmöglichkeiten, zwischen denen kontinuierlich vermittelt wird. Es entsteht eine ausgesprochen spannungsgeladene, streckenweise hochvirtuose Musik.

Dieter Ammann, geboren 1962 in Aarau, hat sich sowohl in klassischen als auch in zeitgenössischen Kreisen einen besonderen Namen erarbeitet. Nicht erst seit der Uraufführung seines Klavierkonzerts „Gran Toccata“ bei den BBC Proms im Jahr 2019 begeistert seine differenzierte und packende Musik, aus der sich immer wieder Ammanns Tätigkeit als Jazz-Musiker heraushören lässt.

Thomas Wally, neben seiner Tätigkeit als freischaffender Komponist und Violinist auch an der Wiener Musikuniversität als Senior Lecturer in musiktheoretischen Fächern aktiv, betrachtet das „Distanzenquartett“ aus (hör)analytischer Perspektive: Was hören wir, wenn wir dieses Werk hören? Worauf können wir achten? Was sind Besonderheiten, denen wir Aufmerksamkeit schenken sollten? Den Hörer/innen werden analytische Tools bereitgestellt, mit deren Hilfe diese Musik mit einem geschärften Fokus wahrgenommen werden kann. Gestaltung: Thomas Wally, Redaktion: Rainer Elstner


di – 04.10.2022

20:05 – 21:00 UHR | SWR2
SWR2 Jazz Session: Homezone – Jazz in Südwest. Ein Ausblick auf Enjoy Jazz 2022

Von Julia Neupert. Die monatliche Sendereihe „Homezone“ führt regelmäßig an die vielen verschiedenen Orte, an denen der Jazz im Südwesten zu Hause ist. Neben Konzertaufnahmen aus unserem Archiv und aktuellen Studioproduktionen gibt es immer auch einen thematischen Schwerpunkt. In dieser Ausgabe blicken wir auf die kommenden Wochen des „Enjoy Jazz“ – bis zum 12. November kann man bei der 24. Festivalausgabe in der Metropolregion Rhein-Neckar wieder alte Bekannte treffen und dazu viele spannende Neuentdeckungen machen.

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: Musik der Gegenwart – Der Musiker und Komponist Dieter Ammann

Schnell ist das Improvisieren, aus dem Augenblick heraus. Langsam und mühsam ist das Komponieren. Beides macht er: Spielt Jazz und Funk, sitzt nächtelang (jawohl: immer nachts) am Schreibtisch, um große Orchesterwerke zu komponieren. Dieter Ammann, einer der international renommiertesten Komponisten der Schweiz. Diesen Frühling wurde er 60 Jahre alt. Zusammen mit der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff sinniert er in dieser Sendung über Inspiration, Kopfarbeit und die Nacht. Eine Sendung von Florian Hauser

23:03 – 24:00 | Ö1
Ukrainische Operndystopie in Wien – Zukunftsarchäologie. Dystopische Oper aus der Ukraine bei den Musiktheatertagen Wien

Vor etwa drei Jahren haben die beiden ukrainischen Komponisten Roman Grygoriv und Illia Razumeiko begonnen, sich mit dem Reaktorunfall von Tschernobyl (ukrainisch Chornobyl) künstlerisch auseinanderzusetzen. Es entstand die Idee eines Musiktheaters, das in einer postapokalyptischen Welt spielt. Die wenigen Überlebenden machen sich nach der ultimativen Katastrophe auf, in der devastierten Landschaft nach Spuren der Zivilisation und menschlichen Kultur zu suchen.

„Chornobyldorf“ ist ein Operndystopie, die in den vergangenen Monaten auf erschreckende Weise greifbar geworden ist. Es ist ein Theaterabend, der ohne eine konkrete Handlung auskommt. Die Musik bindet folkloristische Instrumente mit ein, verschiedene Sprachen und Volkslieder aus der Ukraine verschmelzen mit den Ausdrucksmöglichkeiten der zeitgenössischen E-Musik. Entstanden ist ein beklemmend sinnliches, archaisches Stück.

Seit der Erstfassung 2020 haben Roman Grygoriv und Illia Razumeiko ihre Oper mehrmals überarbeitet, das Bedürfnis dazu entstand nicht zuletzt durch den aktuell tobenden Krieg in ihrer Heimat. Die Musiktheatertage Wien 2022 eröffneten am 14. September mit einer Aufführung von „Chornobyldorf“. In „Zeit-Ton“ erklingen Ausschnitte aus der Oper, und der Komponist Illia Razumeiko kommt ausführlich zu Wort. Gestaltung: Helene Breisach


Mi – 05.10.2022

21:05 – 22:00 UHR | SWR2
SWR2 NOWJazz: SWR Jazzpreis 2022 – Der schwedische Kontrabassist und Bandleader Petter Eldh im Portrait

Von Günther Huesmann. Wer auf möglichst direktem Wege wissen möchte, wo es derzeit in Jazz-Europa besonders spannend zugeht, braucht sich nur an die Fersen von Petter Eldh zu heften, schon wird man fündig. Der in Berlin lebende schwedische Kontrabassist ist ein Garant für musikalische Exzellenz. Etwa in der Band Punkt Vrt. Plastik, die dem Format des Piano-Trios ein radikal neues Gesicht gibt. Oder mit seinem Sextett Koma Saxo, das auf den großen Festivals gefeiert wird. In Petter Eldhs Händen verwandelt sich der Kontrabass mal in ein energisches Groove-Monster und dann wieder in einen empathischen Therapeuten.

23:03 – 24:00 | Ö1
Rückblick, Vorschau und aktuelle Veröffentlichungen – Zeit-Ton Magazin

Jeden Mittwoch präsentieren wir Ihnen ausgesuchte Veranstaltungstipps für die kommenden sieben Tage und die spannendsten Neuveröffentlichungen. Mit u.a. einer Vorschau auf das diesjährige ORF musikprotokoll im steirischen herbst, das sich um das Motto „Whodentity“ dreht. Gestaltung: Astrid Schwarz


Do – 06.10.2022

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
KlassikPlus: Musiktheater in der DDR oder „Oper ist, wenn jemand erstochen wird und statt zu bluten, zu singen anfängt!“ – Teil 2

Kleines Land – große Leidenschaft! Rund siebzehn Millionen Einwohner hatte die DDR, viele davon waren kulturbegeistert. Der Staatspartei SED war es wichtig, den Massen auch die sogenannte Hoch-Kultur nahe zu bringen, denn der gebildete Arbeiter konnte ihrem Verständnis nach besser am Aufbau des Sozialismus teilhaben. Also ließ sich die DDR-Führung auch das Musik-Theater einiges kosten. Zuweilen wurde an 50 Bühnen singend, spielend und tanzend gehofft, geliebt und gemordet! Der Slogan „Du hast ein Recht auf ein Anrecht“ zog ein Millionen-Publikum an, zumal die staatlich-gestützten Theaterkarten ein Schnäppchen waren. Bei all dem hatten sich Künstler und Intendanten ideologischen Vorgaben unterzuordnen. Eingedenk dieser Widersprüche gedieh in den 40 Jahren des Bestehens der DDR eine Musiktheater-Szene, die einerseits ideologisch-und künstlerisch angepasst, andererseits widerständig und kreativ war: Theater mit Anspruch und „doppeltem Boden“! In ihrer zweiteiligen Sendung gehen Bettina Volksdorf und Matthias Käther der Frage nach, wie vier Jahrzehnte DDR Musiktheater die Szene geprägt haben und was davon heute noch relevant ist.

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: Der Komponist Daniel Osorio und sein „Zikkus“

23:03 – 24:00 | Ö1
Ukrainisch-österreichischer Erfahrungsaustausch bei ALPENGLOW 8 des V:NM – VN:M. ALPENGLOW 8. Styria meets Ukraine. (Teil 2)

Lwiw, Kiew und Charkiw sollten eigentlich die Orte sein, an denen der vom V:NM (Verein zur Förderung und Verbreitung Neuer Musik) initiierte Erfahrungsaustausch zwischen österreichischen und ukrainischen Musizierenden im Bereich experimenteller, improvisierter und Elektronischer Musik stattfinden sollte. Nachdem in der Ukraine der Krieg ausgebrochen war, hatte der V:NM-Vorstand als klares Zeichen der Solidarität vorgeschlagen, das Projekt statt dessen in Graz zu realisieren. So haben Josef Klammer und seine Kolleginnen und Kollegen zwölf ukrainische Künstlerinnen und Künstler in die steirische Landeshauptstadt eingeladen. Eine Woche lang probten und konzertierten sie in zehn gemischten ukrainisch-österreichischen Formationen. Am 16. und 17. September präsentierten sich die Ensembles im Grazer Heimatsaal. Ein gemeinsames Konzert aller Beteiligten im „Big UST United Orchestra“ bildete den Abschluss dieser besonderen Initiative. Wir haben für Sie aufgenommen, in zwei Zeit-Ton Ausgaben heute und am vergangenen Freitag, den 30. September, hören Sie Ausschnitte aus den Konzerten am 16. und 17. September. Gestaltung: Franz Josef Kerstinger – Steiermark


Fr – 07.10.2022

14:05:00 | Ö1
Pianist Kevin Hays und sein New Day Trio 2018 in Hamburg

Bebop, Folk und Klassik? Johnny Cash neben Robert Schumann? Der US-amerikanische Modern-Jazz-Pianist und Komponist Kevin Hays begab sich mit seinem Trio in diese köstliche Stil-Zwickmühle. Und bewältigte am 13. Dezember 2018 im Rolf-Liebermann-Studio des NDR in Hamburg mit seinen Mistreitern Rob Jost (Kontrabass) und Greg Joseph (Schlagzeug) bravourös den nicht alltäglichen Programm-Spagat. Für den sich gerne auch als Sänger betätigenden Tastenmeister, der nicht nur vom Publikum, sondern auch von den Kritikern geschätzt wird, ist die Grenze zwischen Gesungenem und Gespieltem zuletzt durchlässiger geworden. Nach Jahren an der Seite von Größen wie Sonny Rollins, Roy Haynes oder John Scofield beschreitet Kevin Hays mit dem New Day Trio nun originelle eigene Wege, wie er auch in Hamburg demonstrierte.  Gestaltung: Helmut Jasbar

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: „Schöpferin neuer Töne“ – Die Klavierbauerin Nannette Streicher

Sie war Pianistin, Klavierbauerin, Unternehmerin und Konzertveranstalterin. Und das in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als bürgerlichen Frauen in der Regel neben Kindererziehung höchstens schöngeistige Hobbies zugetraut wurden: Nannette Streicher kam 1769 als Tochter des Augsburger Klavier- und Orgelbauers Johann Andreas Stein zur Welt, dessen modulationsfähige Instrumente von Wolfgang Amadeus Mozart bevorzugt wurden. Nach dem Tod des Vaters übernahm die erst 23-jährige Nannette den Betrieb, transferierte ihn nach Wien und baute ihn gemeinsam mit ihrem Mann Andreas Streicher zu einem europaweit gefragten Unternehmen aus. Die Streicher‘schen Flügel wurden für ihren „edlen und gesangreichen Ton“ gerühmt und waren bei den prominentesten Virtuosen und Komponisten heiß begehrt – so auch beim eng befreundeten Ludwig van Beethoven. Dass Nannette Streicher dessen chaotischen Junggesellenhaushalt mitorganisierte und ihm die ersten Hörhilfen baute, führte in der Geschichtsschreibung zur ihrer Verharmlosung als Hausmütterchen. Im Gespräch mit Pianisten, Klavierbauern, Historikern, Musikwissenschaftlern und Nannettes Ur-Ur-Ur-Enkelin Uta Goebl-Streicher versucht BR-KLASSIK, dieser außergewöhnlichen Frau gerecht zu werden. Eine Sendung von Alexandra Maria Dielitz

19:30:00 | Ö1
Patrizia Ferrara und Klaus Waldeck zu Gast im Wiener KlangTheater

„Waldeck“: Das Kürzel, meist ohne Vornamen, steht für einen ganz bestimmten Sound. Vor allem für eingängige Grooves -Stichwort: Elektro-Swing -für den Dancefloor, wobei als Bezugspunkt der Swing der 1930er Jahre ebenso dient wie funk-und soulbetonter Jazz, Bossa Nova und die Atmosphäre italienischer Spaghetti-Western. Seit den 1990ern ist der Pianist, Komponist und Produzent Klaus Waldeck Teil der Wiener Elektronik-Szene. Heuer feiert sein Label Dope Noir das zwanzigjährige Gründungsjubiläum. Patrizia Ferrara wiederum ist die Tochter eines sizilianischen Vaters und einer österreichischen Mutter. Nach Jahren in New York ist sie seit rund einer Dekade wieder in Wien tätig, als Sängerin in zahlreichen, auch eigenen Formationen -und als Partner-Stimme von Waldeck. In der Jazztime im KlangTheater des Wiener RadioKulturhauses sind beide diesmal rein akustisch zu erleben, im Gespräch mit Johann Kneihs und mit Live-Musik.  Gestaltung: Johann Kneihs

22:20:00 | Ö1
Von den Ramones bis Green Day -schnörkelloser Rock ’n‘ Roll

Mitte der 1970er Jahre entwickelt sich (fast zeitgleich mit der musikalisch eher disparaten Discomusik) vor allem in New York das Genre des Punkrock.

Assoziiert wird die Punkmusik aber gerne mit Großbritannien, weil dort mit den „Sex Pistols“ und „The Clash“ die ersten global erfolgreichen Punkbands ihre Karrieren starteten. Musikalische Vorläufer des Punk gab es bereits in den 1960er Jahren dies-und jenseits des großen Teichs. Punk, das ist einfacher, schnörkelloser Rock ’n‘ Roll, der sich auf die musikalischen Wurzeln dieser Musikform bezieht und sich während seiner Entstehungszeit ganz klar gegen die damals dominierenden musikalisch virtuosen und bombastischen Progressive Rock Bands positionierte. Natürlich war der Punkrock im Verlauf der Jahrzehnte auch nicht gegen Kommerzialisierung und Verwässerung gefeit, der „Punk-Spirit“ lebt aber weiter, und das teilweise eher in elektronischer Musik.

Die Spielräume Nachtausgabe begibt sich auf eine musikalische Spurensuche des Punk Rock, der längst ein gut dokumentierter und essentieller Teil der jüngeren Musikgeschichte ist.  Gestaltung: Klaus Wienerroither

23:03 – 24:00 | Ö1
Spielräume Nachtausgabe – Do it yourself! Rockmusik ohne Bombast

Mitte der 1970er Jahre entwickelt sich (fast zeitgleich mit der musikalisch eher disparaten Discomusik) vor allem in New York das Genre des Punkrock.

Assoziiert wird die Punkmusik aber gerne mit Großbritannien, weil dort mit den „Sex Pistols“ und „The Clash“ die ersten global erfolgreichen Punkbands ihre Karrieren starteten. Musikalische Vorläufer des Punk gab es bereits in den 1960er Jahren dies- und jenseits des großen Teichs. Punk, das ist einfacher, schnörkelloser Rock ’n‘ Roll, der sich auf die musikalischen Wurzeln dieser Musikform bezieht und sich während seiner Entstehungszeit ganz klar gegen die damals dominierenden musikalisch virtuosen und bombastischen Progressive Rock Bands positionierte. Natürlich war der Punkrock im Verlauf der Jahrzehnte auch nicht gegen Kommerzialisierung und Verwässerung gefeit, der „Punk-Spirit“ lebt aber weiter, und das teilweise eher in elektronischer Musik.

Die Spielräume Nachtausgabe begibt sich auf eine musikalische Spurensuche des Punk Rock, der längst ein gut dokumentierter und essentieller Teil der jüngeren Musikgeschichte ist. Gestaltung: Klaus Wienerroither

Sa – 08.10.2022

00:05:00 | Ö1
(Fortsetzung). Von den Ramones bis Green Day -schnörkelloser Rock’n Roll

Mitte der 1970er Jahre entwickelt sich (fast zeitgleich mit der musikalisch eher disparaten Discomusik) vor allem in New York das Genre des Punkrock.

Assoziiert wird die Punkmusik aber gerne mit Großbritannien, weil dort mit den „Sex Pistols“ und „The Clash“ die ersten global erfolgreichen Punkbands ihre Karrieren starteten. Musikalische Vorläufer des Punk gab es bereits in den 1960er Jahren dies-und jenseits des großen Teichs. Punk, das ist einfacher, schnörkelloser Rock ’n‘ Roll, der sich auf die musikalischen Wurzeln dieser Musikform bezieht und sich während seiner Entstehungszeit ganz klar gegen die damals dominierenden musikalisch virtuosen und bombastischen Progressive Rock Bands positionierte. Natürlich war der Punkrock im Verlauf der Jahrzehnte auch nicht gegen Kommerzialisierung und Verwässerung gefeit, der „Punk-Spirit“ lebt aber weiter, und das teilweise eher in elektronischer Musik.

Die Spielräume Nachtausgabe begibt sich auf eine musikalische Spurensuche des Punk Rock, der längst ein gut dokumentierter und essentieller Teil der jüngeren Musikgeschichte ist.  Gestaltung: Klaus Wienerroither

14:05 bis 15:00  | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: „Schöpferin neuer Töne“ – Die Klavierbauerin Nannette Streicher

Sie war Pianistin, Klavierbauerin, Unternehmerin und Konzertveranstalterin. Und das in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als bürgerlichen Frauen in der Regel neben Kindererziehung höchstens schöngeistige Hobbies zugetraut wurden: Nannette Streicher kam 1769 als Tochter des Augsburger Klavier- und Orgelbauers Johann Andreas Stein zur Welt, dessen modulationsfähige Instrumente von Wolfgang Amadeus Mozart bevorzugt wurden. Nach dem Tod des Vaters übernahm die erst 23-jährige Nannette den Betrieb, transferierte ihn nach Wien und baute ihn gemeinsam mit ihrem Mann Andreas Streicher zu einem europaweit gefragten Unternehmen aus. Die Streicher‘schen Flügel wurden für ihren „edlen und gesangreichen Ton“ gerühmt und waren bei den prominentesten Virtuosen und Komponisten heiß begehrt – so auch beim eng befreundeten Ludwig van Beethoven. Dass Nannette Streicher dessen chaotischen Junggesellenhaushalt mitorganisierte und ihm die ersten Hörhilfen baute, führte in der Geschichtsschreibung zur ihrer Verharmlosung als Hausmütterchen. Im Gespräch mit Pianisten, Klavierbauern, Historikern, Musikwissenschaftlern und Nannettes Ur-Ur-Ur-Enkelin Uta Goebl-Streicher versucht BR-KLASSIK, dieser außergewöhnlichen Frau gerecht zu werden. Eine Sendung von Alexandra Maria Dielitz

22:03 – 23:00 UHR | SWR2
SWR2 Jazztime: Playing Against Time – Erinnerungen an die britische Saxofonistin Barbara Thompson

Von Henry Altmann. Sie hat gegen Vieles gekämpft: gegen Chauvinismus und Sexismus in der Männerdomäne Jazz, gegen die Linienrichter in der Musik, weil sie offen war für Kollaborationen mit Pop-Bands und dem Musical-König Andrew Lloyd Webber. Erfolgreich angespielt hat sie zudem gegen das Misstrauen, dass auch eine Miss oder eine Mrs. im Jazzrock „richtig hinlangen“ kann. Die Saxofonistin hat vieles bewirkt und vieles geschaffen, den Kampf aber gegen ihre Parkinson-Erkrankung hat Barbara Thompson im Juli verloren. Ein Porträt über eine ebenso eigenwillige wie außergewöhnliche Frontfrau des britischen Jazz.

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
Musik der Welt: Ein Wort, zwei Welten – Lieder in Ladino (I) – Dolomitenladinisch, Friaulisch, Rätoromanisch

Wenn man ladinische oder rätoromanische Gesänge hört, merken wohl nur die Muttersprachler, welche Unterschiede es von Tal zu Tal gibt. Ladino auf Italienisch, Ladin auf Ladinisch oder eben Ladinisch – so heißt diese Sprache auf Deutsch. Dass hier Entwicklung stattfindet, dass die Musik der Dolomitenladiner nicht stehenbleibt, obwohl sie alte Wurzeln hat, das können Sie in dieser Sendung erleben. Wir haben im Gadertal die Musikethnologin Barbara Kostner aufgesucht. Die Rätoromanen aber haben den Dolomitenladinern gegenüber eine ganz andere Geschichte. Denn sie besitzen schon seit fünfhundert Jahren eine eigene Bibel und damit eine einheitliche Schrift. Das trifft auch auf die Sepharden zu. Die berühmte Ferrara-Bibel der spanischen Juden ist auch fast fünfhundert Jahre alt. Auch ihre Sprache wird Ladino genannt. Wir erleben sie am Sonntag in „Musik der Welt“. Die Ursprünge der jüdischen sephardischen Musik liegen weiter zurück, als das goldene Zeitalter der drei Religionen in Spanien, das 1492 abrupt endete. Sie liegen im Nahen Osten, im geografischen Palästina und waren von der Antike geprägt. Das erzählt in der Sendung Aron Saltiel. Er ging im östlichen Mittelmeerraum, wo viele Sepharden im Exil lebten, in Altersheime, um dort die alten jüdischen Frauen und ihre Lieder wiederzufinden. In Sarajevo, in Thessaloniki und in Istanbul fand er dabei überaschenderweise dasselbe Phänomen: Die Menschen intonierten und improvisierten die jüdischen Lieder alle auf dieselbe orientalische Weise, mit Vierteltönen im System der türkisch-arabischen Modi, genannt Maqam. Eine Sendung von Friederike Haupt

23:30:00 | Ö1
Yasmin Hafedh alias Yasmo im Studio, Nenad Vasilic Trio im Mai 2022 im Wiener Radiokulturhaus

„Auf ausgetretenen Pfaden ist man immer ein bisschen zu schnell“, reimt Yasmin Hafedh im Zuge ihres neuen Albums -und lebt, was sie schreibt. Entstanden die beiden Vorgängerwerke von Yasmo & die Klangkantine in Eigenregie, holte die Rapperin für Nummer 3 die Musikproduzenten Luca Pivetz und Mirac an Bord. Auch manch anderes kam dazu, wie Gastauftritte von Pop-Sängerin Mira Lu Kovacs und Wiens Queer-Artist W1ZE. Geblieben sind die jazzigen Bläsersätze sowie die ausgefuchsten Arrangements von Ralph Mothwurf und Tobias Vedovelli.

In den gesellschaftskritisch, humorig und sehr persönlich angelegten Texten scheut sich Yasmo auch diesmal nicht, unbequeme und inhaltsschwere Themen wie mentale Gesundheit, Patriarchat oder Neoliberalismus in geschmeidigen Raps mit Tiefgang zu verdichten. Die 1990 in Wien geborene Autorin und mehrfach ausgezeichnete Poetry-Slam-Meisterin klingt reflektiert und nicht ohne Stolz, wenn sie im Song „100K“ über ihren Weg vom Arbeiterkind zur erfolgreichen Künstlerin rappt. Warum das neue Album „Laut & Lost“ heißt, und weshalb die Generation Y die Welt in vermeintliche Verlierer und Gewinner scheidet, erzählt Yasmo als Studiogast von Verena Göltl.

Die Ö1-Konzertaufnahme dieser Jazznacht entführt in den faszinierenden Klangorbit von Nenad Vasilic. Am 6. Mai 2022 präsentierte der in Wien lebende Kontrabassist mit serbischen Wurzeln sein neues Trio-Album „Live“ im ORF-Radiokulturhaus, wo 2019 auch ein Teil der verwendeten Aufnahmen entstanden ist. Im Verbund mit Marko Živadinovic (Akkordeon) und Romed Hopfgartner (Sopransaxofon) legte Nenad Vasilic auf beeindruckende Weise dar, warum er als Schlüsselfigur des Balkan-Jazz gilt. Exzellent musiziert und feinfühlig aufeinander eingeschwungen, kreierte das Trio flügelweiche Übergänge von südosteuropäischer Volksmusik zu modernem Jazz. Ein herausragender, zwischen Lebenslust und Melancholie pendelnder Konzertgenuss!  Gestaltung:              Verena Göltl

So – 09.10.2022

00:05:00 | Ö1
(Fortsetzung) Yasmin Hafedh alias Yasmo im Studio, Nenad Vasilic Trio im Mai 2022 im Wiener Radiokulturhaus

17:30:00 | Ö1
Musikalische Zeitreisen in Wahljahre

Anlässlich der österreichischen Bundespräsidentenwahl am 9. Oktober unternehmen die Spielräume Spezial eine musikalische Zeitreise in dreizehn Stationen -in die Jahre, in denen ebendiese Wahl seit 1951 stattgefunden hat. Was hat sich rund um die Wahlen musikalisch getan -in Österreich und im Rest der Welt? Eine Spurensuche mit Musik aus allen Himmelsrichtungen.  Gestaltung: Ulla Pilz

18:30:00 | Ö1
Musikalische Zeitreisen in Wahljahre

Anlässlich der österreichischen Bundespräsidentenwahl am 9. Oktober unternehmen die Spielräume Spezial eine musikalische Zeitreise in 13 Stationen -in die Jahre, in denen ebendiese Wahl seit 1951 stattgefunden hat. Was hat sich rund um die Wahlen musikalisch getan -in Österreich und im Rest der Welt? Eine Spurensuche mit Musik aus allen Himmelsrichtungen.  Gestaltung: Ulla Pilz

19:21 – 20:00 UHR | SWR2
SWR2 Jazz: Zurück zur Natur – Der norwegische Kontrabassist Sigurd Hole

Von Ssirus W. Pakzad. Man kann der Musik des norwegischen Bassisten Sigurd Hole deutlich anhören, woher der 41-Jährige stammt. Und doch schwingt irgendwie die ganze Welt in seinen Klängen mit. In seinem Trio lassen sich neben heimischer Ästhetik Sounds aus dem Nahen Osten bis Westafrika ausmachen. Und in seinem neuesten Projekt nimmt uns der Virtuose mit in den Amazonas-Regenwald. Er verarbeitet im Dschungel entstandene Natur-Aufnahmen in Stücken, in denen sich der Süden und der Norden unserer Erde begegnen.

19:34:00 | Ö1
Die Band Amanda im Studio 2 des Wiener Funkhauses

Das steirische Quartett Amanda besteht aus Sänger und Gitarrist Klaus Meissnitzer, Keyboarder Maximilian Mitterwallner, Bassist Michael Meissnitzer und Schlagzeuger Herbert Adelwöhrer. Auf ihrem zweiten Album fusioniert Amanda einerseits Einflüsse von Progressive-Rock-Bands wie Hawkwind, Pink Floyd oder der Canterbury-Szene (Caravan, Soft Machine), andererseits aus der Tradition österreichischer Liedermacher wie Hubert von Goisern. Das Ergebnis ist eine eigene Form von Psychedelic-Rock -da kann ein Stück schon einmal 20 Minuten dauern und einen Titel wie „Apoll“ tragen. Amandas Reise durch den „Weltenraum“ (so der Name des zweiten Albums) soll eine unterschiedliche musikalische Stile transzendierende Erfahrung darstellen, zwischen atmosphärischen, ausufernden Prog-Rock-Arrangements und steirischem Mundart-Pop, zwischen psychedelischen Freakouts und filigraner Reduktion. Diese Ö1 Radiosession wird gefördert durch die Verwertungsgesellschaft Rundfunk GmbH (VGR). Gestaltung; Klaus Wienerroither

20:55:00 | Ö1
Toshiko Akiyoshi/Lew Tabackin Big Band: „Live at Newport“ (1977)

Als sich die japanische Pianistin und Komponistin Toshiko Akiyoshi und der US-amerikanische Saxofonist und Flötist Lew Tabackin 1967 kennenlernen, ist damit der Grundstein für eine wichtige musikalische Partner:innenschaft des Jazz gelegt. Die beiden heiraten 1969 und gründen 1973 die Toshiko Akiyoshi/Lew Tabackin Big Band. Sie rekrutieren einige der angesagtesten Sessionmusiker der US-Westküste, um Akiyoshis Kompositionen und Arrangements umzusetzen. Im Laufe der Jahre entwickelt sich dieser Klangkörper zu einem gefeierten Live-Act und spielt von Kritik und Publikum hochgelobte Alben ein. Die Bigband gastiert regelmäßig in den USA (vor allem im New Yorker Jazzclub Birdland), in Europa und in Asien, bevor sie 2003 aufgelöst wird. Einen der musikalischen Höhepunkte ihrer 30-jährigen Arbeitsphase erreicht die Toshiko Akiyoshi/Lew Tabackin Big Band am 29. Juni 1977 bei einem Konzert am Newport Jazz Festival im US-Bundesstaat Rhode Island, mit Solisten wie Gary Foster (Altsaxofon) und Bobby Shew (Trompete). 45 Jahre nach diesem Auftritt sei die Aufnahme im Rahmen der Milestones wieder aus dem Regal geholt.  Gestaltung: Xavier Plus

22:08 – 23:00 | Ö1
ORF musikprotokoll im Zeichen der „Whodentity“  – musikprotokoll 2022. Festivalhöhepunkte und die Preisträger:innenstücke des CTM Radio Lab.

In dieser gemeinsamen Sendung der „Zeit-Ton“- und der Kunstradio-Redaktion präsentieren wir Ihnen – nach einem ersten Rückblick auf ausgewählte Höhepunkte beim diesjährigen ORF musikprotokoll –die beiden Preisträger:innenstücke des diesjährigen CTM Radio Lab: „What is Not (O Que Não Está)“ von Fronte Violeta und „Incantations“ von Andrius Arutiunian mit dem Melos Collective.

Am Beginn der Sendung bringen wir in Ausschnitten erste Höhepunkte aus dem Programm des musikprotokolls. Es stand unter dem Motto „Whodentity“. Ein Kunstwort, mit dem das Festival „drängende Fragen nach Zugehörigkeiten“ beleuchtet hat. Ein Schwerpunkt lag dabei auf dem Schaffen von Komponistinnen: In den Konzerten mit dem Ensemble Modern, dem Vokalensemble Cantando Admont und dem RSO Wien wurde ausschließlich Musik von Komponistinnen ur- und erstaufgeführt.

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
Musik der Welt: Ein Wort, zwei Welten – Lieder in Ladino (II) – Sephardisch, Judezmo

Wenn man ladinische oder rätoromanische Gesänge hört, merken wohl nur die Muttersprachler, welche Unterschiede es von Tal zu Tal gibt. Ladino auf Italienisch, Ladin auf Ladinisch oder eben Ladinisch – so heißt diese Sprache auf Deutsch. Dass hier Entwicklung stattfindet, dass die Musik der Dolomitenladiner nicht stehenbleibt, obwohl sie alte Wurzeln hat, das können Sie in dieser Sendung erleben. Wir haben im Gadertal die Musikethnologin Barbara Kostner aufgesucht. Die Rätoromanen aber haben den Dolomitenladinern gegenüber eine ganz andere Geschichte. Denn sie besitzen schon seit fünfhundert Jahren eine eigene Bibel und damit eine einheitliche Schrift. Das trifft auch auf die Sepharden zu. Die berühmte Ferrara-Bibel der spanischen Juden ist auch fast fünfhundert Jahre alt. Auch ihre Sprache wird Ladino genannt. Wir erleben sie am Sonntag in „Musik der Welt“. Die Ursprünge der jüdischen sephardischen Musik liegen weiter zurück, als das goldene Zeitalter der drei Religionen in Spanien, das 1492 abrupt endete. Sie liegen im Nahen Osten, im geografischen Palästina und waren von der Antike geprägt. Das erzählt in der Sendung Aron Saltiel. Er ging im östlichen Mittelmeerraum, wo viele Sepharden im Exil lebten, in Altersheime, um dort die alten jüdischen Frauen und ihre Lieder wiederzufinden. In Sarajevo, in Thessaloniki und in Istanbul fand er dabei überaschenderweise dasselbe Phänomen: Die Menschen intonierten und improvisierten die jüdischen Lieder alle auf dieselbe orientalische Weise, mit Vierteltönen im System der türkisch-arabischen Modi, genannt Maqam. Eine Sendung von Friederike Haupt

 

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