Radiowoche

Die Radiowoche vom 23.08.21–29.08.2021

Ein kleiner Blick in die Radiowoche 34. Die ARD-Radio-Suchmaschine ist jetzt endgültig Geschichte und tot.


Die Übersicht zum Download als PDF. Alle Angaben ohne Gewähr.


mo – 23.08.2021


21:05 Uhr | Deutschlandfunk
Musik-Panorama: „An ihrer Wiege stand Mahler, an ihrer Bahre Mengele“

Eine Wort-Ton-Collage mit Werken von Bach, Mozart, Mahler, Beethoven, Brahms, Sarasate u.a. zum Gedenken an die Geigerin Alma Rosé

Corinna Harfouch, Rezitation; Latica Honda-Rosenberg, Violine; Hideyo Harada, Klavier; Aufnahme vom 6.6.2021 aus dem Shalom Europa beim Mozartfest Würzburg

Am Mikrofon: Klaus Gehrke. Alma Rosé ist die Nichte Gustav Mahlers. 1906 wird sie in Wien geboren. Ihr Vater, der Wiener Philharmoniker Arnold Rosé, gibt ihr Geigenunterricht. Ein Leben auf der Flucht beendet ihre vielversprechende Karriere als herausragende Interpretin. Als eine von sechs Millionen Juden stirbt sie im Naziregime. Getötet im Zeichen einer menschenverachtenden Ideologie. Sechs Millionen Einzelschicksale, zu denen auch die Biografie Alma Rosés gehört. In Auschwitz ist sie Leiterin des „Mädchenorchesters”. Die Musikerinnen bleiben vorerst von der Tötungsmaschinerie verschont. Alma Rosé überlebt das KZ nicht. In einer Wort-Ton-Collage, die auch Zeugnis vom Missbrauch der Musik zur Nazizeit ablegt, zeichnen Corinna Harfouch, Latica Honda-Rosenberg und Hideyo Harada das Leben und Leiden Alma Rosés nach.

21:30 Uhr | Deutschlandfunk Kultur
Einstand: Francisco Fullana, Violine

Eugène Ysaÿe: Sonate für Violine solo, op. 27 | Johann Sebastian Bach: Partita Nr. 3 E-Dur für Violine solo, BWV 1006. (Ausschnitte) | Isaac Albéniz: Asturias Leyenda Nr. 5 aus der Suite Espagñola op. 47 arrangiert von Patrick Loiseleur/ Francisco Fullana

Francisco Fullana, Violine. Der spanische Geiger Francisco Fullana wurde auf Mallorca geboren. Er studierte in Madrid und New York. Sein neuestes Album „Bach’s Long Shadow“ erschien im Mai 2021.

23:03 – 24:00 | Ö1
Musica nova Helsinki (1)

Musica nova Helsinki lockt alle zwei Jahre mit „neuester Musik und zeitgenössischen Klassikern“ nicht nur finnischer Provenienz. Gegründet wurde das Festival 1981 als Helsinki Biennale mit dem Anspruch, eine Brücke zwischen der „interessantesten zeitgenössischen Musik“ und anderen Kunstgattungen zu schlagen.

Die 25 Konzerte und Veranstaltungen mussten sich heuer wegen COVID-19 Sicherheitsbestimmungen vor allem im Radio, im Internet und im Fernsehen ihr Publikum suchen. Rund 31.000 Musikinteressierte wurden vom 2. bis 12. Februar 2021 via TV und Internet, schätzungsweise 200.000 via Radio erreicht.

„Zeit-Ton“ bringt in zwei Ausgaben Überblick, Kommentar und Ausblick über das letzte von André de Ridder verantwortete Festival, der seit 2017 künstlerischer Leiter des Festivals war. Gestaltung: Peter Kislinger

23:30 – 24:00 Uhr | SWR2
ARD Radiofestival. Jazz: Töne der Erinnerung – Der Gitarrist Ferenc Snétberger

Von Roland Spiegel. Er spielte im Deutschen Bundestag, als dort zum ersten Mal ein Vertreter der Sinti und Roma sprach – 2011, zum Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz. Jetzt hat er gemeinsam mit einem klassischen Streichquartett eine Komposition neu aufgenommen, die er 1995 zum Holocaust-Gedenkjahr schrieb: „In memory of my people“. Der in Berlin lebende ungarische Gitarrist Ferenc Snétberger stammt aus einer Roma-Familie. In der Liszt-Akademie in Budapest entstanden die Aufnahmen seiner aktuellen CD: Großen Jubel gab es dort für eine höchst bewegende Musik.


di – 24.08.2021


00:05 Uhr | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Materialhaufen – Uwe Raschs multimediale Adaption der „Winterreise“

Von Julian Kämper. (Wdh. v. 05.04.2016). Uwe Rasch entwirft einen multimedialen Raum zur Reflexion über das kalte Unterwegssein – mit Hundechor, Spielzeug und Fleischwolf.

Der Bremer Komponist Uwe Rasch hat einen Sinn für den buchstäblichen Sinn der Sprache, der oft im Gebrauch untergeht. Auch geht es um das Erleben von Sprachlosigkeit und den Versuch ihrer Überwindung. Dem liegt die Erfahrung zugrunde, dass sich traditionelle expressive Muster für den Ausdruck unserer widersprüchlichen Wirklichkeit zunehmend als ungeeignet erweisen. Der Komponist setzt dagegen eine Arbeitsweise, die stark konzeptuell ausgerichtet ist. Die Stücke gleichen Versuchsanordnungen, deren Kern bereits in den Ausgangskonstellationen sichtbar wird. Seit 2009 arbeite Uwe Rasch an einem Werkzyklus: eine multimediale Adaption der „Winterreise” – ein multimedialer Raum zur Reflexion über das kalte Unterwegssein – mit Hundechor, Spielzeug und Fleischwolf.

00:10 bis 02:00 Uhr | BAYERN 2
Concerto bavarese

Peter Stangel: „Lilith-Concerto“ (Mark Tiktiner, Violine; Die Taschenphilharmonie: Peter Stangel); Eva Sindichakis: „Ambivalenz“ (Julia Rebekka Mai, Viola; Arno Waschk, Klavier); Wilfried Hiller: „Chagall-Zyklus“ (Oliver Klank, Klarinette; Kammerorchester der Bayerischen Philharmonie: Mark Mast); Antje Uhle: „Der Geist der Stille“ (Martina Koppelstetter, Alt; Trio con brio); Minas Borboudakis: „Chorochronos I“ (Alice Sara Ott, Mona Asuka Ott, Klavier; Peter Sadlo, Klaus Schwärzler, Schlagzeug); Jörg Widmann: Lied (Bamberger Symphoniker: Jonathan Nott)

01:05 Uhr | Deutschlandfunk Kultur
Tonart: Jazz – Moderation: Manuela Krause

19:05 Uhr | Deutschlandfunk Kultur
Zeitfragen. Wirtschaft und Umwelt – Telegram – Darknet im Hosentaschenformat

Von Tassilo Hummel. Der Messengerdienst Telegram hat kürzlich die Marke von 500 Millionen Nutzerinnen und Nutzern überschritten, auch in Deutschland hat er viele Fans. Die App sieht schick aus, bietet viele praktische Tools, doch ihr größtes Pfund ist ein anderes: Sie gilt als vollkommen zensurfrei und sicher. Die russischen Telegram-Betreiber, deren Server weltweit an unbekannten Orten stehen, brüsten sich, noch nie mit Behörden kooperiert zu haben. Das verleiht der App ein rebellisches Image, macht sie gleichermaßen beliebt bei Aktivisten, Kriminellen und Extremisten. Alle vertrauen der App, die inzwischen zunehmend finanzielle Absichten hegt. Zu Recht?

20:03 Uhr | Deutschlandfunk Kultur
Konzert: Morgenland Festival Osnabrück – Schloss Osnabrück, Innenhof

Aufzeichnungen vom 09.-17.07.2021. Iva Bittova, Violine und Gesang; Mohammad Reza Mortazavi, Tombak und Daf | Mohannad Nasser, Ud; Frederik Köster, Trompete | Wu Wei, Scheng; Neue Hofkapelle Osnabrück. Leitung: Christian Heinecke | Simin Tander, Gesang; Rabih Lahoud, Gesang; Florian Weber, Klavier

20:10 Uhr | Deutschlandfunk
Hörspiel: Fortune oder Die Tücke des Objekts – Von Ingomar von Kieseritzky

Regie: Walter Niklaus. Mit Hermann Lause, Irm Hermann, Philipp Schepmann, Jürgen Holtz, Ernst Jacobi, Rolf Hoppe, Gerd Baltus, Martin Seifert

Komposition: Steffen Schleiermacher. Ton und Technik: N.N. Produktion: MDR 2003. Länge: 46’31

Hörspiel von Ingomar von Kieseritzky. Weimar 1854: Drei englische Sammler suchen händeringend nach Devotionalien aus der Weimarer Klassik. Doch die großen Geister sind leider verstorben und sämtliche irdischen Hinterlassenschaften gründlich abgegrast.

Drei englische Sammler – Sir Keith, Lady Elisabeth und Sekretär Jones – sind auf Akquisitions-Tour durch Deutschland und landen am thüringischen Musenhof, um ein paar brauchbare Objekte für ihre in England geplanten Ausstellungspavillons „Weimarer Interieurs” aufzutreiben. Doch sie sind ein paar Jahre zu spät dran, die großen Geister weilen bereits in der nächstbesseren Welt. Was ihnen ihr Reiseführer durch klassische Gefilde, ein Bibliothekar a.D. namens Strehlow, noch vermitteln kann, sind Bekanntschaften mit Liebhabern obskurer Objekte, welche sich zwar kaufen, jedoch in angemessen würdiger Form keinesfalls präsentieren lassen. Indes, einer lebt noch aus der großen alten Zeit: Johann Peter Eckermann.

Ingomar von Kieseritzky (1944-2019), geboren in Dresden, lebte seit 1971 als freier Schriftsteller in Berlin. Er schrieb Romane und Erzählungen und war einer der produktivsten deutschen Hörspielautoren. Für „Das Buch der Desaster” erhielt er 1989 den Bremer Literaturpreis; sein Hörspiel „Compagnons und Concurrenten oder Die wahren Künste” (SWR/DLR 1996) wurde mit dem Hörspielpreis der Kriegsblinden ausgezeichnet.

21:05 Uhr | Deutschlandfunk
Jazz Live: Jürgen Friedrich „Semisong“ (1/2)

Christian Mehler, Trompete; Matthias Bergmann, Trompete; John-Dennis Renken, Trompete; Bastian Stein, Trompete; Nils Wogram, Posaune; Shannon Barnett, Posaune; Moritz Wesp, Posaune; Jan Schreiner, Tuba; Johannes Ludwig, Saxofon; Sebastian Gille, Saxofon; Leo Huhn, Saxofon; Uli Kempendorff, Saxofon; Steffen Schorn, Saxofon; Pablo Held, Klavier; David Helm, Kontrabass; Fabian Arends, Schlagzeug; Aufnahme vom 16.5.2021 aus dem Loft, Köln

Am Mikrofon: Odilo Clausnitzer. (Teil 2 am 31.8.2021). Was passiert, wenn ein Komponist auf die Intuition seiner Spieler vertraut? Bei „Semisong“ ließ Jürgen Friedrich seinem illustren Large Ensemble viel spontanen Gestaltungsraum. Das Ergebnis: stimmige, atemberaubend vielfarbige Musik. Der Kölner Jürgen Friedrich hat als Pianist und Komponist zahlreiche internationale Preise erhalten. Schon auf seiner Debütplatte „Summerflood“ (1999) wirkte kein Geringerer als Kenny Wheeler mit. Für „Semisong“ versammelte er eine Traumbesetzung brillanter Solisten der deutschen Szene, darunter die Posaunisten Shannon Barnett und Nils Wogram, die Saxofonisten Steffen Schorn und Sebastian Gille und den Pianisten Pablo Held. Sie drücken der Musik in ausgedehnten Passagen ihre persönlichen Stempel auf.

22:03 Uhr | Deutschlandfunk Kultur
Feature: Too Old To Die Young – Joost und Terry: Punks seit über 40 Jahren

Von Ralf Bei der Kellen. Regie: der Autor. Produktion: Deutschlandfunk Kultur 2021. Länge: ca. 54’30. (Ursendung)

Als Jugendliche waren sie Punks. Und heute – sind sie es immer noch. Terry und Joost trafen sich im legendären Ratinger Hof in Düsseldorf, dreißig Jahre später wieder in Berlin-Friedrichshain.

„No Future!“ lautete einer der Wahlsprüche der Punks, als es mit dieser Jugendbewegung auch in Deutschland losging. 1976 ist lange her, und die Zukunft, an die man damals nicht glaubte, ist längst Geschichte. Joost und Terry gehören zu den Urgesteinen der deutschen Punkszene. Kennengelernt haben sie sich im Ratinger Hof in Düsseldorf, als die Toten Hosen noch ZK hießen. Sie gehören zu den „Überlebenden“ des Punk. Heute wohnen beide in Berlin. Joost geht auf die 60 zu, Terry hat neulich drei Mal seinen 20. Geburtstag gefeiert. Ralf Bei der Kellen hat die beiden drei Jahre lang begleitet – im Alltag, bei der Arbeit, auf Konzerten. Und sie und sich gefragt, was vom Punk geblieben ist und wie die Zukunft denn jetzt aussieht.

 Ralf Bei der Kellen, Jahrgang 1970, geboren und aufgewachsen in Bramsche, einer niedersächsischen Kleinstadt. Hat Anglistik, Literaturwissenschaft und Medienwissenschaft studiert (und abgeschlossen!). Vom Unifunk Osnabrück kam er als freier Autor zum DeutschlanDeutschlandfunk Kultur Kultur, wo er seit 2001 Mitarbeiter der Redaktion Religion und Gesellschaft ist. Autor von Features zum Thema Hausbesetzung, Geschichte der Gartenstadt, Damenkapellen, Hörerbeteiligung im Rundfunk. Seit 2017 Moderator des „Sonntagsrätsels“ beim Deutschlandfunk Kultur.

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: Musik der Gegenwart

Georges Aperghis: „Faux mouvement“ (Ensemble Musikfabrik); „Graffitis“ (Pilip Hornsey, Schlagzeug); „Le corps à corps“ (Se-Mi Hwang, Stimme, Trommel); „Babil“ (Carl Rosman, Klarinette; Ensemble Musikfabrik: Sian Edwards); „Requiem furtiv“ (Ensemble Musikfabrik); „Récitation 9“ (Carl Rosman, Stimme)

22:05 Uhr | Deutschlandfunk
Musikszene: Die habens müssen machen, wie er wolt – Josquin Desprez, ein Meister der Vokalpolyphonie, starb vor 500 Jahren

Von Helga Heyder-Späth. Er sei „der noten meister, die habens müssen machen, wie er wolt; die andern Sangmeister müssens machen, wie es die noten haben wöllen.“ Das soll Martin Luther über Josquin Desprez gesagt haben. Schon zu Lebzeiten genoss der franko-flämische Musiker hohes Ansehen, und er war einer der ersten Komponisten, die als selbstbewusste Künstlerpersönlichkeit auftraten. Die „Musikszene” fragt nach, warum Josquins Musik alle, die sich auf die ferne Klangwelt der Renaissance einlassen, bis heute fasziniert.

23:03 – 24:00 | Ö1
Musica nova Helsinki (2)

Musica nova Helsinki lockt alle zwei Jahre mit „neuester Musik und zeitgenössischen Klassikern“ nicht nur finnischer Provenienz. Gegründet wurde das Festival 1981 als Helsinki Biennale mit dem Anspruch, eine Brücke zwischen der „interessantesten zeitgenössischen Musik“ und anderen Kunstgattungen zu schlagen.

Die 25 Konzerte und Veranstaltungen mussten sich heuer wegen COVID-19 Sicherheitsbestimmungen vor allem im Radio, im Internet und im Fernsehen ihr Publikum suchen. Rund 31.000 Musikinteressierte wurden vom 2. bis 12. Februar 2021 via TV und Internet, schätzungsweise 200.000 via Radio erreicht.

„Zeit-Ton“ bringt in zwei Ausgaben Überblick, Kommentar und Ausblick über das letzte von André de Ridder verantwortete Festival, der seit 2017 künstlerischer Leiter des Festivals war. Gestaltung: Peter Kislinger

23:30 – 24:00 Uhr | SWR2
ARD Radiofestival. Jazz: Jazz and the City – Der Vibrafonist und Städteforscher Christopher Dell

Von Mauretta Heinzelmann. Improvisation als urbane Praxis – das erforscht Christopher Dell. Er ist habilitierter Wissenschaftler und einer der virtuosesten Improvisatoren der Republik. Wenn er mit den Schlegeln über sein Instrument flitzt, hat er mehr im Sinn: Wie gestalten improvisierte Klänge die Stadt? Der Vibrafonist ist ein passionierter Städteforscher. Dell sagt: „Wir sind die Stadt, wir machen die Stadt, auch durch Musik, lebendig und ständig neu.“ Das erklärt er auch gern beim Spielen. Wie verbindet der Leiter des „Instituts für Improvisationstechnologie“ musikalische Luftschlösser mit Lebensräumen in der Stadt?


mi – 25.08.2021


00:05 Uhr | Deutschlandfunk Kultur
Chormusik: Zum 500. Todestag Josquin Desprez – Faszination über die Jahrhunderte hinweg

00:10 bis 02:00 Uhr | BAYERN 2
Concerto bavarese

Gustav Gunsenheimer: Konzert Nr. 1 (Sabine Spath, Klavier; Dmitriy Nedelev, Pauken; Thüringer Symphoniker Saalfeld-Rudolstadt: Oliver Weder); Heinrich Hartl: „Galacto burico“, op. 56 (Georg Huber, Vibrafon; Florian Müller, Marimbaphon); Ernst Ueckermann: „Japanischer Liederzyklus“ (Elisabeth Grimm, Sopran; Ernst Ueckermann, Klavier); Helmut Bieler: „Musik für fünf“ (Max Hecker, Flöte; Kurt Kalmus, Oboe; Eduard Brunner, Klarinette; Karl Kolbinger, Fagott; Kurt Richter, Horn); Wolfram Graf: Suite symphonique (Martin Seel, Flöte; Chie Honda, Klavier); Claus Kühnl: „Reflexionen“ (Academia Sancta Katharina: Werner Andreas Albert)

20:03 Uhr | Deutschlandfunk Kultur
Konzert: Pop-Kultur Berlin

Live aus dem Kesselhaus der Kulturbrauerei – Alexander Scheer und Band: „I’m only Dancing – Scheer singt Bowie“ | Albertine Sarges und Band: „The Sticky Fingers“

Moderation: Juliane Reil. Pop-Kultur: „ein Bindestrich zwischen Perspektiven von Künstlerinnen und Künstlern und der Gesellschaft“. Deutschlandfunk Kultur überträgt live den Eröffnungsabend dieses wichtigen Festivals für avancierten Pop.

23:03 – 24:00 | Ö1
Rückblick, Vorschau und aktuelle Veröffentlichungen – Zeit-Ton Magazin

Jeden Mittwoch präsentieren wir Ihnen ausgesuchte Veranstaltungstipps für die kommenden sieben Tage und die spannendsten Neuveröffentlichungen. Gestaltung: Marlene Schnedl

23:30 – 24:00 Uhr | SWR2
ARD Radiofestival. Jazz: „Zeit wird knapp“ – Vor 40 Jahren: Goebbels & Harth vertonen Brecht

Von Michael Rüsenberg. Kirchenorgel, Cembalo, Synthesizer, Jazz-Instrumente, aber auch Dampframme, Pistolenschüsse, kreiselnde Bierflaschen, mittendrin die Stimme des Schauspielers Ernst Stötzner – ein solches Eintauchen von Lyrik in ein vibrierendes akustisches Dickicht war bis dahin unerhört. Mit Brecht & Eisler hatten Heiner Goebbels und Alfred Harth sich schon vorher befasst, mit ihren nunmehr eigenen musikalischen Ideen haben sie in puncto Lyrik & Sound Standards gesetzt, die auch 40 Jahre später noch von manchen verfehlt werden. Die Textauswahl damals besorgte Joachim-Ernst Berendt.


do – 26.08.2021


00:05 Uhr | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Ensemble Mosaik – Up to Ten

Kesselhaus in der Kulturbrauerei, Berlin. Aufzeichnung vom 16.06.2021. Marco Döttlinger: corpus III – (Uraufführung) | Stefan Streich: Lerche, Spur und Geister – (Uraufführung). Ensemble Mosaik

00:10 bis 02:00 Uhr | BAYERN 2
Concerto bavarese

Herbert Baumann: Variationen über ein Thema von Franz Schubert (Jan Polášek, Dávid Adorján, Alan Bergius, Birgit Saßmannshaus, Steffan Ristau, Christoph Probst, Felix Fühle, Wolfgang Düthorn, Verena Obermeyer, Meinhard Holler, Thomas Klein, Violoncello); Jan Koetsier: Introduktion und Variationen über das „Vyšehrad“-Thema, op. 71 (Cristina Bianchi, Harfe; NoPhilBrass); Peter Jona Korn: Acht Bagatellen, op. 11 (Barbara Korn, Klavier); Ulrich Sommerlatte: Variationen über das Lied „Solang der Alte Peter“ (Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks: Lorin Maazel); Rudi Spring: „Vorerinnerung“ (Camerata Bregenz: Christoph Eberle); Meinrad Schmitt: Variationen über ein Renaissance-Thema (Max Hecker, Flöte; Kurt Kalmus, Oboe; Gerd Starke, Klarinette; Karl Kolbinger, Fagott; Gottfried Langenstein, Horn); Oskar Sigmund: „La Folia“ (Joachim Schrems, Violine; Eberhard Kraus, Klavier)

19:05 Uhr | Deutschlandfunk Kultur
Zeitfragen. Forschung und Gesellschaft – Narzissmus – Das krankhafte Kreisen ums Ich

Von Johannes Nichelmann. Die Zahl der Menschen mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung steigt, heißt es. Aber ob das stimmt und ob es überhaupt ein Problem ist – das ist umstritten. Denn viele Eigenschaften von Narzissten passen sehr gut in die heutige Gesellschaft.

Narzissmus – war spätestens in aller Munde, als Donald Trump US-Präsident wurde und sich Psychologinnen und Psychologen weltweit darin überboten, ihm per Ferndiagnose eine narzisstische Persönlichkeitsstörung zu diagnostizieren. Zwar ist Narzissmus als Störung ausführlich in diagnostischen Klassifikationskatalogen beschrieben, die Grenzen zu anderen psychischen Erkrankungen allerdings – zu ADHS, bipolarer oder Borderline-Störung etwa – sind oft fließend. Zudem – und noch komplizierter vielleicht: Es ist oft gar nicht so leicht zu unterscheiden, ob jemand eine narzisstische Persönlichkeitsstörung hat – oder eben einfach ein besonders ausgeprägtes Selbstbewusstsein, das ja durchaus förderlich ist, um „im Leben voranzukommen“. Nicht umsonst sind es häufig beruflich sehr erfolgreiche Menschen, denen Narzissmus attestiert wird. Und wenn es stimmt, wie es heißt, dass der Anteil der Narzissten in der Bevölkerung seit Jahren zunimmt – ist es dann nicht ohnehin angebracht zu fragen, welche Strukturen und Anforderungen in den Gesellschaften der Gegenwart ein Nährboden für narzisstische Verhaltensweisen sind?

Ist Narzissmus tatsächlich die dunkle Seite des Selbstbewussteins, wie Psychologen lange angenommen haben? Oder eher, wie andere Forschungsbefunde nahelegen, eine Verhaltensweise, die besonders verletzliche und labile Menschen an den Tag legen? Denen es mitunter sogar gelingt, sich mit Unsicherheit, Scheu und Übersensibilität in den Mittelpunkt des Interesses zu rücken? Und: Was macht die eigene Bedeutung eigentlich so bedeutsam? Ein Feature über das Kreisen ums Ich.

21:05 Uhr | Deutschlandfunk
JazzFacts: Fragebogen: Jan Klare

Am Mikrofon: Thomas Loewner. Der Münsteraner Saxofonist Jan Klare prägt die Jazzszene Nordrhein-Westfalens seit vielen Jahren. Mit seinen Projekten lotet er gerne Extreme aus. Dazu gehört die variable Big Band The Dorf, deren Stil er „Krautrock-Jazz-Trance-Noise“ nennt. Im „JazzFacts Fragebogen“ spricht er über sein Faible für „Soundpainting“ und die Band als „soziale Skulptur“. Jan Klares Aktivitäten sind vielfältig und umfangreich. 2020 veröffentlichte er ein Solo-Saxofon-Album. Zu seinen Combos zählt die Band 1000 mit einem Repertoire von Monteverdi bis Coleman. Er ist Mitglied von Deep Schrott, dem „einzigen Kontrabass-Saxofon-Quartett des Universums“. Die von Klare gegründete, schillernde Großformation The Dorf ist ein sich personell stetig verändernder Klangkörper, der funktioniere wie eine „sich selbst organisierende Schwarmintelligenz“. Im Dunstkreis von The Dorf ist in den letzten Jahren außerdem ein musikalisches Biotop entstanden, das „Umland“. Hierzu gehören ein eigenes Plattenlabel und ein Festival.

22:03 Uhr | Deutschlandfunk Kultur
Freispiel: Kurzstrecke 113

Feature, Hörspiel, Klangkunst – Die Sendung für Hörstücke aus der freien Szene

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: Zur Verleihung der Goethe-Medaille an Toshio Hosokawa

Mit dem offiziellen Ehrenzeichen der Bundesrepublik Deutschland ehrt das Goethe-Institut Persönlichkeiten, die sich in besonderer Weise um den internationalen Kulturaustausch verdient gemacht haben. Toshio Hosokawa ist einer der bekanntesten zeitgenössischen Komponisten aus Japan und ein herausragender Vertreter der deutsch-japanischen Kulturbeziehungen. Sein Werk umfasst Opern, Orchester- und Solo-Werke, Kammer- und Filmmusik sowie Arbeiten für traditionelle japanische Instrumente. Seine Musiksprache greift die zen-buddhistische symbolhafte Deutung der Natur ebenso auf wie das Spannungsverhältnis zwischen westlicher Avantgarde und traditioneller japanischer Kultur. Seine 2018 in Stuttgart uraufgeführte Oper „Erdbeben. Träume“ etwa entstand nach einem Libretto des Schriftstellers Marcel Beyer und in Anlehnung an Heinrich von Kleists „Erdbeben in Chili“. Eine Sendung von Johann Jahn

22:05 Uhr | Deutschlandfunk
Historische Aufnahmen: Sternstunden

Antonio Vivaldi: Sonate für Violine und Basso continuo D-Dur, RV 10. Bearbeitung für Violine und Klavier von Ottorino Respighi. Erica Morini, Violine; Leon Pommers, Klavier. Studioaufnahme von 1964. Peter Tschaikowsky: Konzert für Violine und Orchester D-Dur, op. 35; Erica Morini, Violine; RIAS-Symphonie-Orchester; Leitung: Ferenc Fricsay. Live-Aufnahme vom 13.10.1952 aus dem Titania-Palast Berlin

Am Mikrofon: Christiane Lehnigk. Erica Morini war das, was man gemeinhin Wunderkind nannte, eine Bezeichnung, die Belastung und Werbemagnet zugleich sein konnte. Dass eine Geigerin als Solistin auf dem Podium stand, das war in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts noch ein seltener Anblick. Morini wurde 1905 in Wien geboren, studierte zunächst bei Otakar Ševèik und debütierte schon früh bei den Berliner Philharmonikern sowie dem Gewandhausorchester. Die Begegnung mit Arthur Nikisch gehörte zu den prägenden Begegnungen ihres Lebens. Morini gehörte zu den ersten Geigerinnen, die sich in den bedeutenden Musikzentren in Europa und Übersee behaupten konnten. Ihre internationale Karriere sollte über fünf Jahrzehnte andauern. Morinis Auftritt auf der Bühne war stets dezent und unaufdringlich, obwohl sie sehr temperamentvoll war. Gelobt wurde sie für ihren seidigen Ton und ihre musikalische Vitalität.

23:03 – 24:00 | Ö1
Experimentielles bei den Limmitationes 2021 (Teil 1)

Das Festival im südburgenländischen Heiligenkreuz im Lafnitztal hat sich in diesem Jahr noch mehr Freiräume als sonst gegeben. Vor allem die Interaktion der teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler ist durch multimediale Präsentations- und Dokumentationsformen wesentlich stärker als bisher zum innovativen Impuls der musikalischen Performances geworden.

Somit waren die „Ergebnisse“ noch weniger „vorhersehbar“ als dies bereits bisher im Rahmen des integrativen Limmitationes-Konzeptes der Fall war. Das Line-up hat sich daher aus Solobesetzungen, Duos und größeren Ensembles aus der Dynamik der freien Improvisation heraus ergeben.

Mit Alexander von Schlippenbach (Piano), Paul Rogers (Kontrabass), Aki Takase (Klavier), Vincent von Schlippenbach (Electronics), Emil Gross (Drums + Electronics) u.a. Gestaltung: Gerhard Krammer

23:30 – 24:00 Uhr | SWR2
ARD Radiofestival. Jazz: Reefer Songs im Jazz – Get High and Swing Low

Von Henry Altmann. „Reefer“, ein Slangwort für Haschisch, war Namensgeber einer ganzen Musiksparte der Swing Ära. So einige Songs sind über und unter Drogen entstanden, die für Jazzmusiker*innen aus sozialen, beruflichen und persönlichen Gründen ein temporärer oder auch steter Begleiter waren. Gleichzeitig erlebten sie unter Harry Anslinger (von 1930 bis 1962 Chef des Federal Bureau of Narcotics), eine rassistisch motivierte, sektiererische und gnadenlose Verfolgung, die im Fall von Billie Holiday sogar bis an deren Sterbebett reichte. Die Reefer Songs erinnern an eine Welt aus Vergnügen, Verfolgung und Verelendung.


fr – 27.08.2021


00:05 Uhr | Deutschlandfunk Kultur
Klangkunst: Heimatgefühle

Von Ira Hadžic. Mit: Maria de Faria, Hikaru Inagawa, Maco, Francesco Mancori, Carol McGuigan, Marco Montiel-Soto und Ira Hadžic. Produktion: Deutschlandfunk Kultur 2021. Länge: 31’15. (Ursendung)

Aussprache als Musik: Sieben Stimmen sprechen denselben Text. Jede hat einen anderen Akzent. Aus den klanglichen Differenzen komponiert die Künstlerin Ira Hadžic ein Hörstück über die Grenzen von Sprache und deren Auflösung.

Anschließend: Evacuation of Nada – Komposition von Nikolai Meinhold zum gleichnamigen Buch von Ira Hadžiæ

Mit: Nikolai Meinhold: Flügel, Zimbalon. Ira Hadžiæ: Stimme, Live Elektronik. Hilary Jeffrey: Posaune. Elena Margarita Kakaliagou: Waldhorn. Ton: Christoph Schlimbach. Autorenproduktion 2019. Länge: 14’14

„Hier steht ein bezugsfreies Wort, das sich nach Erfüllung sehnt.“ Dieses Wort steht in einem Text von Ira Hadžic. Mit seiner Hilfe erkundet die Künstlerin, was Sprache bedeutet, wenn sie ihre Bedeutung verliert. Sieben Performerinnen und Performer sprechen Hadžics Text – im Chor, im Wechsel und allein. Ihre Stimmen sind geprägt von unterschiedlichen Lebenswegen und Akzenten. In einem gemeinsamen Sprechakt versuchen sie, zu einem Erfahrungsraum jenseits der Sprache zu gelangen. „Dort wird unser Zuhause ein Zuhause finden.“

„Heimatgefühle“ ist Teil einer Werkreihe rund um Sprachkompositionen. Ira Hadžic wurde in Sarajevo geboren, Studium der Kulturanthropologie. Als Künstlerin und Autorin lebt sie in Berlin. Im Spannungsfeld zwischen Literatur und (Klang)-Kunst erforscht sie Themen wie Bewusstsein, Wahrnehmung, Introspektion des sprachlichen Ausdrucks.

00:10 bis 02:00 Uhr | BAYERN 2
Concerto bavarese

Max Jobst: Violinkonzert, op. 19 (Conrad von der Goltz, Violine; Nürnberger Symphoniker: Heribert Müller-Veith); Widmar Hader: „Tochter der Sonne“ (Duo Concertante Ratisbona); Helmut Bieler: Zyklus in sechs Sätzen (Martin Krüger, Gitarre; Bernd Kremling, Schlagzeug); Michael Kuntz: Zwei Partiten (Franz Lörch, Orgel); Karl Kolbinger: „Nostalgico Nr. 6“ (Dieter Salewski, Oboe; Barton Weber, Klavier); Wolfgang Hörlin: „Improvisationen zu Skulpturen des Bamberger Doms“ (Wolfgang Hörlin, Orgel)

20:03 Uhr | Deutschlandfunk Kultur
Konzert: Raritäten der Klaviermusik

Rittersaal, Schloss vor Husum. Aufzeichnung vom 21.08.2021. Reynaldo Hahn: „Le ruban denoue“ | Nikolaj Medtner: Zwei Stücke für zwei Klaviere | Arnold Bax: „The Poisened Fountain“ für zwei Klaviere | Alexandre Tansman: Jazz-Suite für zwei Klaviere. Klavierduo Ancelle-Berlinskaya: Arthur Ancelle, Klavier; Ludmila Berlinskaya, Klavier

22:03 Uhr | Deutschlandfunk Kultur
Musikfeuilleton: „Der Fehler liegt in der Terz“ – Hermann von Helmholtz und seine „Lehre von den Tonempfindungen“

Gast: Prof. Dr. Günther Wess. Von Bettina Brand. Alles ist Schall. Bereits vor 150 Jahren räumte der Universalgelehrte Hermann von Helmholtz mithilfe von Rechenschieber, Vibrationsmikroskop und Elektromagneten mit dem herkömmlichen Musikverständnis auf und bereitete der Unterscheidung von Konsonanz und Dissonanz, musikalischen Klängen und Geräuschen ein Ende. Im Jahr 1862 erschien sein Buch „Die Lehre von den Tonempfindungen als physiologische Grundlage für die Theorie der Musik“. Physikalische Probleme waren es vor allem, die Helmholtz in der Medizin interessierten, so auch die Vorgänge beim „Hören“ und „Sehen“. Heute stehen seine Theorien in der Kritik, bilden aber dennoch die Grundlage der abendländischen Harmonielehre. Gesprächspartner der Autorin ist der Helmholtz-Spezialist Prof. Dr. Günther Wess.

22:05 Uhr | Deutschlandfunk
Spielraum: Bluestime – Neues aus Americana, Blues und Roots – Am Mikrofon: Tim Schauen

23:03 – 24:00 | Ö1
Experimentelles bei den Limmitationes 2021 (Teil 2)

Das Team rund um Limmitationes-Kurator Udo Preis hat für das diesjährige Festival den eingeladenen Künstlerinnen und Künstlern „kein Programm“ als Programm gegeben. Somit hat sich der Konzertsaal im Gasthaus Pummer im südburgenländischen Heiligenkreuz noch mehr als sonst als zu bespielender Raum für frei improvisierte Musik angeboten.

Schon allein durch die Lage – Heiligenkreuz / Lafnitztal ist nur 2 km von der ungarischen Grenze entfernt – ist der Ort ein Schmelztiegel der Kulturen am Puls eines regen Austausches zwischen Ost und West. Die Konzertmitschnitte in Solobesetzung, Duos und größeren Ensembles sind punktuelle Manifestationen von gemeinschaftlich kreiertem Material, – in jedem Fall interaktiv mit dem Livepublikum.

Mit dem Duo Peal, Emil Gross (Drums + Electronics), Paul Rogers (Kontrabass), Vincent von Schlippenbach (Electronics), Aki Takase (Klavier), Alexander von Schlippenbach (Piano) u.a. Gestaltung: Gerhard Krammer

23:30 – 24:00 Uhr | SWR2
ARD Radiofestival. Jazz: Review – Jazz-Neuerscheinungen

Von Wolf Kampmann. „File Under Jazz“ – mit diesem Hinweis versehen manche Plattenfirmen ihre Neuveröffentlichungen, damit es nicht zu Missverständnissen kommt in den Verkaufs-Regalen der CD-Geschäfte und in den Sparten der Streaming- und Download-Portale. Was dann dort tatsächlich alles unter „Jazz“ einsortiert wird, ist immer noch extrem breit gefächert: nicht nur stilistisch, sondern auch qualitativ. Selbst für Fans kann es da schwer sein, sich zu orientieren. Einmal in der Woche präsentierten deshalb die Autor*innen des ARD-Radiofestivals bemerkenswerte Neuerscheinungen aus der vielfältigen Welt des Jazz.


sa – 28.08.2021


19:05 Uhr | Deutschlandfunk Kultur
Konzert: Musikfest Bremen 2021 – Eine große Nachtmusik

Der Eröffnungsabend live aus dem Konzerthaus Die Glocke, dem Dom St. Petri, dem Haus der Bürgerschaft und dem Atlantic-Grand-Hotel

Das Orchester „Les Siècles“ und die Sopranistin Sabine Devieilhe. François-Xavier Roth dirigiert Werke von Wolfgang Amadeus Mozart. Das „Dunedin Consort „unter John Butt mit Repräsentationsmusiken von Georg Friedrich Händel und Henry Purcell. Das „franz ensemble“ mit Werken von Ferdinand Ries und Ludwig van Beethoven. Shalosh mit „Broken Balance“

In diesem Jahr ein wenig anders – aber die Große Nachtmusik zur Eröffnung des Bremer Musikfests findet statt: 18 Konzerte an neun Spielstätten in zwei Zeitschienen à 60 Minuten. Das künstlerische Angebot ist vielfältig, Besucherinnen und Radiohörer werden es genießen.

22:05 Uhr | Deutschlandfunk
Atelier neuer Musik: Revisited Forum neuer Musik 2013 – Was ist das Eigene, was das Fremde?

Liza Lim: „Voodoo Child” | Samir Odeh-Tamimi: „Li-Um-Kámel” | Jorge Horst: „Crisoles” (UA). Ensemble Aventure. Leitung: Alexander Ott. Aufnahme vom 21.4.2013 aus dem Deutschlandfunk Kammermusiksaal, Köln

Am Mikrofon: Frank Kämpfer. Liza Lim, als Kind chinesischer Einwanderer in Australien geboren, wuchs im Sultanat Brunei auf der Insel Borneo auf. Sie versteht ihre Herkunft als „pazifisch”. Samir Odeh-Tamimi lebt in Berlin, hier hat er zu seinen palästinensischen Wurzeln gefunden. Jorge Horst lebt in Argentinien – der deutsche Teil seiner Familie wanderte einst von der Wolga nach Brasilien aus. Alle drei eint als Urheber, dass sie die westeuropäischen Kategorien des vermeintlich Eigenen und Fremden in Leben und Arbeit in Unordnung bringen. Das aber ist das besondere Potenzial der zeitgenössischen Kunst der komponierten Musik: dass sie nämlich – so Programmbuchautor Thomas Beimel 2013 – „unseren Blick zu erweitern und zu befreien” vermag. Und dass sie heute keinesfalls mehr das weiße und westliche Projekt darstellt, als dass sie lange Zeit galt. Vielmehr sind musikalische Urheber in der vernetzten Welt nicht mehr an die Rahmen gebunden, in denen sie aufwuchsen, und das Geflecht der von ihnen selbst gewählten kulturellen Bezüge kann sehr komplex sein.


so – 29.08.2021


07:05 Uhr | Deutschlandfunk Kultur
Feiertag: Instrument des Jahres 2021 – Wie die Orgel die Welt erobert hat

Von Jan-Hendrik Stens, Köln. Katholische Kirche

15:05 Uhr | Deutschlandfunk Kultur
Interpretationen: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland – Fanal gegen Fanatismus

Die Oper „La Juive“ von Jacques Fromental Halévy. Gast: Constantin Trinks, Dirigent. Moderation: Uwe Friedrich

15:05 Uhr | Deutschlandfunk
Rock et cetera: Der Hohepriester des Heavy Metal – Judas Priest-Sänger Rob Halford zum 70.

Von Fabian Elsäßer. Unter Heavy-Metal-Fans trägt Rob Halford schon seit Jahren den Spitznamen „Metal God“. Die Gründe sind offensichtlich: Seine Band Judas Priest, 1969 gegründet, bereitete mit wenigen anderen Formationen für das harte Genre den Weg zur Massenkultur. Halford selbst wurde mit viereinhalb Oktaven Stimmumfang und der Fähigkeit, noch spitzeste Schreie harmonisch klingen zu lassen, zum Pionier des opernhaften Metal-Gesangs. Ähnlich stilprägend waren seine Nieten- und Leder-Monturen. Ein Vorbild war er auch, als er sich, wenngleich spät, als erster Metal-Musiker zu seiner Homosexualität bekannte. Am 25. August feierte er seinen 70. Geburtstag. In der Sendung spricht er über seine Prägung im britischen Arbeitermilieu der 60er-Jahre, über musikalische Experimente und über Freunde fürs Leben.

18:30 Uhr | Deutschlandfunk Kultur
Hörspiel: Und alle Tiere rufen: Dieser Titel rettet die Welt auch nicht mehr

Ein vielstimmiges Requiem-Manifesto der ausgestorbenen Arten. Live-Hörspiel vom Kunstfest Weimar

Von Thomas Köck. Mit: Astrid Meyerfeldt, Sarah Sophia Meyer, Nico Link, Janus Torp. Hörspielregie: Anouschka Trocker. Regie: Marie Bues. Produktion: Kunstfest Weimar / Deutschlandfunk Kultur 2021. Länge: 75’. (Ursendung)

Die verschwundenen Tiere dieser Welt melden sich zu Wort. Ein vielstimmiger Abgesang an die Fauna und die Menschheit: ein Requiem-Manifesto. Ein Hörspiel – live übertragen vom Kunstfest Weimar.

Dieses Manifest versucht, sich loszulösen von den tagesaktuellen Diskursen, vom bloßen Ist-Zustand, es versucht, das Wirtschaftssystem hinter sich zu lassen und wieder aufs große Ganze zu schauen – denn ist nicht auch die Menschheit nur eine Art auf dieser Welt? Thomas Köck reflektiert in seinem neuen Stück einen anderen Begriff von Zeit(lichkeit), von Verantwortlichkeit. Denn gerade europäische Kolonialinteressen waren wesentliche Faktoren in der Geschichte des Artensterbens. Vielleicht könnte die Frage, wie wir eine Zukunft für Generationen nach uns gestalten, zu einem anderen Umgang mit Ressourcen führen, als die bloße Orientierung am Hier und Jetzt. Oder steht die Erde letzten Endes besser da, wenn die Art Mensch auch ausgestorben sein wird?

Live-Veranstaltung von der Open-Air-Bühne am e-werk, im Rahmen des Kunstfest Weimar.

Thomas Köck, geboren 1986 in Steyr, Oberösterreich. Er wurde durch Musik sozialisiert und studierte Philosophie in Wien sowie Szenisches Schreiben und Film an der Universität der Künste Berlin. Er arbeitete beim theatercombinat wien, war mit einem Dokumentarfilmprojekt über Beirut zu Berlinale Talents eingeladen, war Hausautor am Nationaltheater Mannheim, bloggt mit KollegInnen auf nazisundgoldmund.net gegen rechts und entwickelt mit Andreas Spechtl unter dem Label ghostdance konzertante readymades. Für seine Theatertexte wurde er mehrfach ausgezeichnet, u.a. 2018 und 2019 mit dem Mülheimer Dramatikerpreis.

19:22 – 20:00 Uhr | SWR2
SWR2 Jazz: Geschichte eines Jazz-Standards (33) – Now’s The Time

Von Hans-Jürgen Schaal. Im November 1945 machte Charlie Parker, die Galionsfigur des Bebop, endlich seine erste Plattensession unter eigenem Namen. Mit auf dem Programm stand „Now’s The Time“, ein (für Parkers Verhältnisse) minimalistisch gebautes Bluesstück. Parker, der immer knapp bei Kasse war, verkaufte dem Plattenlabel an Ort und Stelle das Copyright an der Komposition. Die Plattenfirma machte daraufhin aus Parkers Stück eine erfolgreiche Rhythm-and-Blues-Nummer (unter diversen Titeln). Aber auch unter Jazzmusikern wurde „Now’s The Time“ zum Klassiker und sogar mehrfach betextet.

20:03 Uhr | Deutschlandfunk Kultur
Konzert: BBC Proms – Royal Albert Hall, London. Aufzeichnung vom 24.08.2021

Samuel Coleridge-Taylor: „Hiawatha’s Wedding Feast“, Ouvertüre für Orchester | Fela Sowande: „African Suite“ für Orchester | Florence Price: Konzert für Klavier und Orchester in einem Satz | Samuel Coleridge-Taylor: Sinfonie a-Moll op. 8. Jeneba Kanneh-Mason, Klavier. Chineke! Orchester. Leitung: Kalena Bovell

Anschließend: Edinburgh International Festival. Old College Quad, Edinburgh. Aufzeichnung vom 16.08.2021. Samuel Coleridge-Taylor: Nonett f-Moll op. 2. Chineke! Kammerensemble

Das Chineke! Orchester und sein Kammerensemble haben es sich zur Aufgabe gemacht, die zu Unrecht vergessenen Werke britischer, US-amerikanischer und afrikanischer Komponistinnen und Komponisten zu spielen, die aufgrund ihrer Hautfarbe oder Herkunft marginalisiert wurden.

22:08 – 23:00 | Ö1
Jet Lag All Stars Radio Show – Radio aus den Parklücken der Aufmerksamkeit

Dort, wo Heiliges und Alltag, Ekstase und To-do-Liste zusammentreffen, präsentieren die Jet Lag All Stars Musik, Gespräche, Reportagen und Essays vom äußersten Rand der Woche. Die Jet Lag All Star Radio Show ist die Bügelfalte des Kunstsonntags. Gestaltung: Robert Czepel, Rainer Elstner, Alexander Ach Schuh, Thomas Tesar, Elke Tschaikner, Christian Scheib und Klaus Wienerroither

 

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