Die Radiowoche. Foto/Montage: Hufner
Die Radiowoche Foto: Martin Hufner

Die Radiowoche vom 21.06.21–26.06.2021

Ein kleiner Blick in die Radiowoche 25. Die ARD-Radio-Suchmaschine steht komplett leer und still. Keiner antwortet auf Anfragen.


Die Übersicht zum Download als PDF. Alle Angaben ohne Gewähr.


Jazz im Radio (Fernsehen)

Periodika: Dauersendungen ohne genügend Infos – Tagesbegleitradio

  • SWR 2SWR2 Jazz vor Sechs 17:50 bis 18:00
  • hr2-kultur – Hörbar – Musik grenzenlos 19:04 bis 20:00
  • NDR Kultur Play Jazz! Das Jazzmagazin 22:30 bis 23:30
  • MDR Kultur – Jazz 19:05 bis 20:00
  • MDR Kultur –Jazz Lounge 19:35 bis 20:00
  • WDR3 – Jazz & World – Improvisiertes zum Tagesausklang – Montag bis Freitag, 22.04 – 0:00 Uhr
  • WDR 3 Persönlich mit Götz Alsmann 13:04 bis 15:00 (Samstags)

mo – 21.06.2021


22:30 | HR2-kultur
Jazz Now Aus dem Dschungel der Neuveröffentlichungen

heute mit: Vibe feat. Félix Rossy | Nikolaj Hess | BuJazzO. Am Mikrofon: Karmen Mikovic

23:03 – 24:00 | Ö1
Das Ensemble NeuRaum spielt Werke des Kärntner „Composers in Residence“ Alexander Kaiser

„Composer in Residence“ ist ein jährlich stattfindender Wettbewerb für Komponist/innen, der vom Zentrum Zeitgenössischer Musik Kärnten (ZZM) ausgeschrieben wird und an einen Kompositionsauftrag gekoppelt ist.

Der aktuelle Preisträger ist Alexander Kaiser. Er wurde 1985 geboren, stammt aus Südtirol und lebt zurzeit in Wien. Kaiser studierte Komposition an der Musik- und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien bei Christian Minkowitch und an der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz bei Beat Furrer. Zusätzlich studierte er noch Musikwissenschaft der an der Universität Wien.

Ein Mitschnitt des Preisträgerkonzerts mit dem Ensemble NeuRaum, aufgenommen am 14. Juni 2021 im Neuen Saal des Klagenfurter Konzerthauses. Gestaltung: Christine Pleschberger

23:03 | SWR2
SWR2 JetztMusik: Heimgesucht – Hauntology

Nostalgie und Retro-Sehnsucht in der Neuen Musik. Von Leonie Reineke


di – 22.06.2021


00:05 | DLF Kultur
Neue Musik: Das Ende des Normativen – Neo Hülckers subversive Musik-Performances

Von Rilo Chmielorz. Musik ist für den performativen Komponisten Neo Hülcker anthropologische Untersuchung in alltäglichen Lebenslagen. Und die sind bei ihm per se queer: Neo hieß früher Nele.

21:05 Uhr | DLF
Jazz Live: Zartherbe Kammerklänge

Kathrin Pechlof Trio: Christian Weidner, Altsaxofon; Kathrin Pechlof, Harfe; Robert Landfermann, Kontrabass. Aufnahme vom 25.2.2021 aus dem A-Trane Berlin. Am Mikrofon: Niklas Wandt

Die Berliner Harfenistin und Komponistin Kathrin Pechlof leitet seit 2011 ihr schlagzeugloses Trio. Seine fein gewobene, experimentierfreudige Kammermusik kommt ohne allen ornamentalen Überfluss aus. Kathrin Pechlof studierte Konzertharfe, Jazzkomposition und Improvisation. Im Spannungsfeld dieser Prägungen entsteht ihre heutige Musik. Den filigranen, perlenden Klang der klassisch gezupften Harfe kontrastiert sie mit unkonventionellen, hölzernen und tiefen metallischen Sounds – Material für spannende Dialoge mit ihren zwei Triopartnern Robert Landfermann am Kontrabass und Christian Weidner am Altsaxofon. Sensibel aufeinander reagierend gelingt es den dreien, die komponierten Formen immer wieder bruchlos in intensive Ensembleimprovisation zu überführen. So entsteht eine einzigartige Musik zwischen modernem Jazz und zeitgenössischer Kammermusik.

21:05 – 22:00 Uhr | SWR 2
SWR2 Jazz Session: Future Folk – Beyond w/ Bernhardt und Dumama & Kechou beim Jazzfest Berlin 2020

Von Thomas Loewner. Das Jazzfest Berlin präsentierte mit den zwei Projekten, die in dieser Jazz Session zu hören sind, zwei ganz unterschiedliche Varianten progressiver Folk-Sounds: Beyond w/ Bernhardt ist das Zusammentreffen eines Jazzensembles mit der Theaterkomponistin Friederike Bernhardt, für das Jazzfest ergänzt um ein traditionelles Mandolinenquartett aus Sachsen-Anhalt und den Elektronik-Musiker The Micronaut. Das südafrikanische Duo Duma & Kechou beschränkt sich dagegen in der Wahl seiner Mittel auf Stimme, Gitarre, Perkussion und Elektronik. Daraus entsteht eine ruhig fließende, meditative Musik.

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: Geschlagen, gerieben, getrommelt – Die Perkussion in der Neuen Musik

Rhythmus ist selbstverständlicher Bestandteil jeder Musik. Immerhin vermutet man hinter jeglichem Schlagwerk das älteste Instrument der Welt. In der Neuen Musik hat sich das Schlagzeug vom reinen Taktgeben oder Fortissimospielen emanzipiert. „Drumming“ von Steve Reich oder Iannis Xenakis „Rebonds“ sind reine Perkussionsstücke. Vivi Vassileva führt im Studio vor, wie vielfältig zahlreiche Perkussionsinstrumente klingen können – vom geriebenen Sound eines Fingers auf der großen Handtrommel bis zum Klacken der Woodblocks und nicht zuletzt dem Plopp einer einfachen Plastikflasche. Eine Sendung von Tilman Urbach

23:03 – 24:00 | Ö1
Baltisches Bündnis der Neuen Musik – Die ersten Baltic Music Days. Zeitgenössische Musik aus Estland, Lettland und Litauen

Die Komponist/innenverbände von Estland, Lettland und Litauen haben ihre Kräfte gebündelt und erstmals gemeinsam die Baltic Music Days veranstaltet. Die erste Festivalausgabe fand vom 22. April bis 2. Mai 2021 in Tallinn und Tartu statt. Sie soll nicht die letzte gewesen sein: Die Baltic Music Days werden 2022 in Kaunas, 2023 in Riga und 2024 wieder in Tallinn zu Gast sein. Das heurige Motto lautete „DNA“ – mit dem Programm war man bestrebt, einen Dialog zwischen Kultur, Musik und Wissenschaft anzuregen. „Zeit-Ton“ bringt Ausschnitte aus einem vielfältigen Konzertreigen im Geiste des gemeinsamen Feierns kultureller Besonderheiten. Gestaltung: Peter Kislinger

23:03 | SWR2
SWR2 MusikGlobal

Heilung und Beschwörung in der klassischen indischen Musik. Von Clair Lüdenbach


mi – 23.06.2021


21:30 Uhr | DLF Kultur
Alte Musik: Musikdenker der Renaissance – Der Komponist und Theoretiker Johannes Tinctoris

Von Eva Blaskewitz. Er hat das erste Musiklexikon verfasst und die Sphärenmusik ins Reich der Mythen verbannt, er hat ein umfassendes musikphilosophisches Gedankengebäude errichtet und den Menschen als Schöpfer der Kunst in die Nähe eines Gottes gerückt. Kein anderer Musiktheoretiker der Renaissance hatte einen größeren Einfluss als der franko-flämische Komponist, Sänger und Kleriker Johannes Tinctoris. Und das noch Jahrzehnte nach seinem Tod.

23:03 – 24:00 | Ö1
Rückblick, Vorschau und aktuelle Veröffentlichungen – Zeit-Ton Magazin 

Jeden Mittwoch präsentieren wir Ihnen ausgesuchte Veranstaltungstipps für die kommenden sieben Tage und die spannendsten Neuveröffentlichungen. Gestaltung: Astrid Schwarz


do – 24.06.2021


00:05 | DLF Kultur
Neue Musik: Aufzeichnungen vom Festival „Leicht über Linz“ 2020

20:04 | hr2-kultur
Schorf und Stele – Das hr-Sinfonieorchester bei den Darmstädter Ferienkursen (2)

Moderation: Stefan Fricke. Darmstadt – seit Jahrzehnten ist der Name der hessischen Wissenschaftsstadt ein – für andere sogar das – Synonym für die musikalische Avantgarde, die geschätzt und geliebt, mithin aber auch spöttisch belacht und verachtet wird.

21.05-22.00h | DLF
Spielwitz mit Tiefgang Ein Porträt der beiden Musiker Jakob Kammerer und Richard Köster

Der Schlagzeuger Jakob Kammerer und der Trompeter und Flügelhornist Richard Köster sind zwei musikalisch verwandte Seelen: Sie stehen für einen Jazz voller Überraschungen, traditionsbewusst und modern zugleich – dabei mit feinem Sinn für Humor. Kennengelernt haben sich Kammerer und Köster während ihres Jazzstudiums in Wien. Dort hat auch ihre gemeinsame Band ihren Ursprung: das Kammerer OrKöster, ein Sextett bestehend aus Trompete bzw. Flügelhorn, Altsaxofon, zwei Posaunen und einer Rhythmusgruppe aus Bass und Schlagzeug. Für das Ensemble schreiben Kammerer und Köster raffiniert komponierte Musik, die stilsicher Tradition und Moderne verbindet, mal funky, mal frei ist und immer mit einem Augenzwinkern daherkommt. Jakob Kammerer lebt inzwischen in Köln, und Richard Köster ist vor einiger Zeit nach Oslo gezogen. Hier haben sie neue, eigene Projekte gegründet, darunter etwa Kösters Coastline Paradox. Doch trotz der räumlichen Distanz führen sie die Arbeit mit ihrem Kammerer OrKöster fort.

21:30 | hr2-kultur
Traum, Farbe, Wirklichkeit – Die Komponistin Unsuk Chin porträtiert von Sebastian Hanusa

Unsuk Chin ist eine der großen Klangmagierinnen unserer Zeit. In ihren Ensemble- und Orchesterwerken schöpft die 1961 in Seoul geborene, seit den 80er Jahren in Deutschland lebende Komponistin aus dem riesigen Reservoir ihrer Klangphantasie, basierend auf einer virtuosen Instrumentationskunst.

22:05 | DLF
Historische Aufnahmen: Sternstunden – Die Mezzo-Sopranistin Cathy Berberian (1925 – 1983) in Stockholm

Claudio Monteverdi, Kurt Weill, Luciano Berio, John Lennon. Arien, Lieder und traditionelle Vokalkompositionen

Nikolaus Harnoncourt, Cembalo; Helene Leanderson, Klavier; Bengt Hallberg, Klavier; Georg Riedel, Kontrabass; Lennart Åberg, Sopran-Saxofon; Musikschulchor des Schwedischen Rundfunks. Leitung: Sven-Erik Bäck, Leitung. Aufnahmen von 1966 und 1970 aus dem Studio 2 von Sveriges Radio

Am Mikrofon: Christiane Lehnigk. Der Schwedische Rundfunk hat sein Archiv geöffnet und Aufnahmen mit der Mezzo-Sopranistin Cathy Berberian zur Verfügung gestellt, die in den 1960er-Jahren und 1970 im Studio 2 in Stockholm gemacht wurden. Hier erhält man einen Einblick in das vielfältige Repertoire der Ausnahme-Künstlerin, deren Stimme drei Oktaven umfasste. Die Konzerte dokumentieren die einzigartige Stimmkunst der US-amerikanischen Sängerin, die mit den verschiedensten Stilen experimentierte, von Monteverdi bis Berio.

23:03 – 24:00 | Ö1
Philippe Petit und Modulisme – Modulare Klangreisen mit Philippe Petit

Modulisme ist eine von Philippe Petit geleitete Plattform zu modularen Synthesizern. Aktuell umfasst sie an die 45 Sessions mit Werken von Pionieren und jungen Musikschaffenden. Der aus Marseille stammende Petit ist seit den frühen 1980er Jahren als Journalist, Labelbetreiber, Musiker und Kurator tätig. Der Zeit-Ton präsentiert einen von Philippe Petit zusammengestellten Überblick über Modulisme und eigene Stücke.

Philippe Petit bezeichnet sich selbst gern als „musical travel agent“. Ab 1983 betrieb er das auf experimentelle Rock-Musik spezialisierte Label Pandemonium und in den 1990ern veröffentlichte er auf seinem Label BiP_Hop v.a. elektronische Musik. Zudem ist er seit vielen Jahren Sendungsmacher für Radio Grenouille.

Petit beschloss dann, sozusagen die Seiten zu wechseln und selbst Musik zu machen. Seit 2009 hat er rund 40 Tonträger herausgebracht, die er meistens mit Turntables, Psalterium und Theremin einspielt. Oft kreisen seine Alben um Film und Literatur; etwa „Henry: The Iron Man“, eine Hommage an das Experimentalkino oder als eines seiner aktuellen Alben „Do Humans Dream Of Electronic Ships“ über Science Fiction. Er hat vor allem mit Lydia Lunch und Fernando Corona aka Murcof zusammengearbeitet.

Inspiriert von Synthesizer-Pionieren wie Don Buchla, Morton Subotnick und Serge Tcherepnin, studiert Petit seit einigen Jahren Komposition und elektroakustische Musik am Konservatorium in Marseille. 2019 gründete er das Online-Portal Modulisme, in dem es ausschließlich um modulare Synthesizer geht.

Für Modulisme haben an die 45 Künstler einstündige Sessions eingespielt oder ihr Werk wird ausführlich portraitiert, darunter Warren Burt, Paul Pignon oder Jörg Piringer. In „Buchlaisms“ geht es in zwei Teilen um Buchla-Systeme und in der vierteiligen Serie „Serge-O-Voxes“ um Serge-Synthesizer.

Im Zeit-Ton erzählt Philippe Petit über sein Engagement für modulare Synthesizer, das Kino als Ort der Inspiration und seine Musik. Gestaltung: Heinrich Deisl

23:15 – 24:00 Uhr | SWR 2
NOWJazz: Simplify Your Life! – Der Minimalismus des Saxofonisten Sam Gendel

Von Günther Huesmann. Schnelle Sprints sind seine Sache nicht. Sam Gendel spielt ein extrem entschleunigtes Saxofon, dessen Klang er oft elektronisch verfremdet. Der in Los Angeles lebende Musiker schockte die Jazzwelt 2020 mit bizarren Neu-Interpretationen berühmter Jazz-Standards. Bekannt wurde er im Umfeld der kalifornischen Indie-Pop-Funk-Band Knower. Auf seinem dreistündigen Werk „Fresh Bread“ scheint Sam Gendel den Sound des Saxofons zwischen Ambient, Electronica und Vintage-Jazz regelrecht verdampfen zu wollen. Ein Scharlatan? Oder ein Visionär?


fr – 25.06.2021


00:05 | DLF Kultur
Klangkunst: Location Podcasts

Zusammengestellt von EBU Ars Acustica Group. Mit Beiträgen von verschiedenen Autor*innen. Produktion: EBU Ars Acustica Group 2021. Länge: 54’30. (Ursendung)

Die gleichen Orte klingen überall ein bisschen anders. Die EBU Ars Acustica Group macht Wälder, Einkaufszentren und Joggingstrecken zu Stationen einer akustischen Reise. Podcatcher an, Kopfhörer auf und los geht’s.

Ein Wald ist überall leicht zu erkennen – ganz gleich, ob er in Schweden steht oder auf Sizilien. Sein Klang aber kann sehr unterschiedlich ausfallen. Dasselbe gilt für Einkaufszentren oder Joggingstrecken. Deshalb nutzt die EBU Ars Acustica Group diese Orte als Einstiegspunkte für eine akustische Europareise: Laden Sie sich unsere „Location Podcasts“ herunter, begeben Sie sich zu einem Wald, einem Einkaufszentrum oder dem Trimm-Dich-Pfad Ihrer Wahl und setzen Sie den Kopfhörer auf! Wir beamen Ihre Ohren ans andere Ende des Kontinents.

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Après une lecture du Dante – Die „Göttliche Komödie“ in der Musik

21:05 | DLF
On Stage: Groovende Präzision – Simon Phillips & Protocol 30

Aufnahme vom 11.11.2019 bei den Leverkusener Jazztagen. Am Mikrofon: Tim Schauen

Schlagzeuger Simon Phillips hat mit sämtlichen Kapazitäten der weltweiten Rock-, Pop-, Fusion-Szene gearbeitet, u.a. war er von 1992-2014 Mitglied der amerikanischen Supergroup Toto. Doch der 1957 in London geborene, in Los Angeles lebende Brite hat auch Solo-Ambitionen: 30 Jahre nach Erscheinen des Albums „Protocol” war Phillips im Jahr 2019 auf Tournee und machte auch bei den Leverkusener Jazztagen Station. Für das Projekt Protocol 30 brachte er mit Keyboarder Otmaro Ruiz, Bassist Ernest Tibbsm, Gitarrist Alex Sill und Saxofonist Jacob Scesney eine junge multinationale Truppe mit, die beeindruckend zeigte, zu welch präzisem, aber stets groovenden, Fusion-Jazzrock sie in der Lage ist. Und dass Phillips zum 30. Jubiläum ein aus 30 Elementen bestehendes Schlagzeug auf der Bühne hatte, könnte Zufall sein – doch bei einem derart präzisen Techniker war es wohl eher kalkuliert.

22:30 | hr2-kultur
Jazz Classics Aufnahmen, die die Welt beweg(t)en

Relaxt bouncendes Stride-Piano swingt mit augenzwinkernder Ironie: Fats Waller And His Rhythm 1936-1940

Heute mit: Fats Waller: Jazz Edition Quadromania Fats Waller: Ain’t Misbehavin’ (4-CD-Set), Membran 222491-444 | Fats Waller: Music Maestro Please, LATA075 | Fats Waller: The Complete Thomas „Fats“ Waller And His Rhythm 1934-1943, Vol. 9: 1938, King Jazz KJ 129 FS | Fats Waller: The Best Of Fats Waller, Dixie Live DLCD 4112 | Fats Waller: The Way That He Does It, Newsound 2000 nst065 |

23:03 – 24:00 | Ö1
Spielräume Nachtausgabe – Zum 90. Geburtstag des Musikproduzenten Chris Strachwitz

Wie klar und klug kann doch der freie, unverstellte Blick von Immigranten auf ein für sie neues Land sein! Etwa der des jugendlichen Christian Alexander Maria, Graf Strachwitz von Groß-Zauche und Camminetz, der nach dem zweiten Weltkrieg mit seiner Familie aus Schlesien in die USA übersiedelte und in Kalifornien zu Chris Strachwitz wurde. Frei von rassistischen Vorurteilen und unbeeinflusst von den gefestigten Marketing-Kategorien der US-Musikindustrie stürzte sich der junge Technik-Student auf jegliche Musik, die ihn begeistern konnte, und wurde zum akribischen Schallplattensammler.

Ende der 50er Jahre entdeckte er dann in Texas den noch weitgehend unbekannten Bluesmusiker Mance Lipscomb und begründete mit den ersten Aufnahmen von ihm das Label Arhoolie Records, auf dem er im Laufe der folgenden Jahrzehnte als Produzent die gesamte Bandbreite der Volks- und Rootsmusik in den USA (und darüber hinaus) versammelte – nie dem Diktat des Marktes, sondern immer nur seiner Neugier, seiner Faszination und seinem Entdeckergeist folgend.

Am 1. Juli feiert Chris Strachwitz seinen 90. Geburtstag. Ö1 gratuliert in einer Spielräume Nachtausgabe mit Livemusik und einer Runde ausgewiesener Strachwitz-Fans im Studio: Journalist Michael Freund, Singer-Singwriter Gottfried Gfrerer, Schallplattensammler Leopold Stepanek sowie Bernadette Schlembach und Jörg Gaisbauer vom Wiener Cajun-Fiddle-Duo „Tous Les Deux“. Gestaltung: Michael Neuhauser

23:03 – 24:00 Uhr | SWR 2
NOWJazz: Sonic Wilderness

Von Ulrich Kriest und Julia Neupert. Diese Reihe auf dem freitäglichen NOWJazz Update Sendeplatz führt in abenteuerliche Zwischenwelten des Jazz. Ob Improv, Electronica, Klangkunst, Noise oder Rock – für die atmosphärischen Mixes gibt es nur eine Regel: Die Lust am musikalischen Abenteuer muss hörbar sein.


sa – 26.06.2021


14:05 bis 15:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Après une lecture du Dante – Die „Göttliche Komödie“ in der Musik

17.45 | WDR 3
ZeitZeichen – 26. Juni 1916 – Der Geburtstag des Pianisten Karlrobert Kreiten

Von Christian Kosfeld.Vor der Rochusstraße 7 in Düsseldorf ist ein Stolperstein in den Gehweg eingelassen: „Hier wohnte Karlrobert Kreiten, hingerichtet 1943 in Berlin-Plötzensee“.

Der Sohn einer Sängerin und eines Komponisten wuchs in Bonn und Düsseldorf auf, studierte als Jugendlicher Klavier in Köln, dann in Wien, 1937 siedelte er nach Berlin um. Publikum und Kritik feierten die „phantastische Begabung“ und „phänomenale Virtuosität“ des jungen Pianisten mit Brille und Seitenscheitel. Kreiten brillierte nicht nur mit Beethoven, Liszt und Chopin, auch mit zeitgenössischen Werken von Sergej Prokofjew, Igor Strawinsky und Othmar Schoeck. „Kreiten war eines der größten Klaviertalente, die mir begegnet sind“, urteilte Claudio Arrau über seinen Meisterschüler, dem eine große Karriere bestimmt schien. Doch 1943 bezeichnete Kreiten den Krieg als verloren, Hitler als wahnsinnig. Er wurde denunziert, zum Tode verurteilt und am 7. September 1943 im Strafgefängnis Plötzensee erhängt. Nur wenige Tonaufnahmen sind von ihm erhalten.

18:04 | hr2-kultur
Feature Rechtsextrem in Uniform – Ein Feature über Radikalisierungstendenzen in der deutschen Polizei | Tom Schimmeck

Chats mit Hakenkreuzen, Munitionsdiebstahl, rassistische Gewalt – innerhalb der deutschen Polizei häufen sich Vorfälle mit rechtsradikalem Hintergrund. Selbst die für die Polizei politisch verantwortlichen Ministerinnen und Minister sprechen kaum noch von „Einzelfällen“. Die rechte Unterwanderung hat Struktur.

22:05 | DLF
Atelier neuer Musik: Spielst Du noch, oder gamest Du schon? – Zur medialen Evolution des avantgardistischen Spieltriebs

Von Anna Schürmer. In atemberaubender Weise verschmelzen auf den innovativen Feldern des Digitalen heute Musik und Spiel. Realität und Virtualität sind dabei kaum mehr unterscheidbar. Für zeitgenössische Künstler eröffnet sich hier ein ganz neues Terrain, auf dem sich die Tätigkeit des Komponierens drastisch verändert. Ähnlich wie in ihrer Sendung zur „Ludomusikologie“ richtet Autorin Anna Schürmer den Blick auf Vertreter jener Generation, die sich – zwar noch „analog sozialisiert“ – als die ersten Digital Natives verstehen. Johannes Kreidler und Julia Mihály, Alexander Schubert und Marko Ciciliani folgen in ihrem musikalischen Tun längst der medialen Evolution des Spiels und stellen so Weichen für ein Avanciertsein ganz neuer Art. Ihr Spielfeld reicht von kreativen Auseinandersetzungen mit der charakteristischen 8-Bit-Klangästhetik in den Chiptunes der frühen Videospielära, bis zu künstlerischen Experimenten mit den immersiven Möglichkeitsräumen der virtuellen Realitäten.


so – 27.06.2021


15:05 | DLF
Rock et cetera: Der diskrete Sound der Dekadenz – Das Yachtrock-Duo Young Gun Silver Fox

Von Fabian Elsäßer. Vor einigen Jahren kam unter Musikjournalisten der Begriff „Yacht Rock“ auf, wenn von Poprock aus US-amerikanischer Produktion der späten 70er- und frühen 80er-Jahre die Rede war. Die Zuschreibung war durch und durch ironisch, bezog sie sich doch auf die Vorstellung, dass wohlhabende Yacht-Besitzer bei einem gepflegten Törn genau diese Musik hören würden: Fleetwood Mac, Christopher Cross, vielleicht noch die Eagles und Steely Dan, Musik jedenfalls, die von Melodik und ausgefeilten Arrangements geprägt ist und leicht ins Ohr geht. Das britisch-amerikanische Duo Young Gun Silver Fox lässt diesen Klang auf seinen Alben auferstehen. Es ist ohrenschmeichelnde Gebrauchsmusik, die einfach in der Struktur, aber detailliert in der Ausarbeitung ist und die nichts anderes soll, als gut zu klingen. Und vielleicht zum Tanzen zu animieren.

22:08 – 23:00 | Ö1
Jet Lag All Stars Radio Show – Online-Titel: Radio aus den Parklücken der Aufmerksamkeit

Dort, wo Heiliges und Alltag, Ekstase und To-do-Liste zusammentreffen, präsentieren die Jet Lag All Stars Musik, Gespräche, Reportagen und Essays vom äußersten Rand der Woche. Die Jet Lag All Star Radio Show ist die Bügelfalte des Kunstsonntags.

Gestaltung: Robert Czepel, Rainer Elstner, Alexander Ach Schuh, Thomas Tesar, Elke Tschaikner, Christian Scheib und Klaus Wienerroither

 

 

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