Das Miteinander bestimmt auch dieses Jahr den Augsburger Jazzsommer

Seit 27 Jahren findet der internationale Jazzsommer in Augsburg statt. Und auch dieses Jahr war das Programm wieder erlesen und für jeden Geschmack etwas mit dabei. Einziger Wermutstropfen: Christian Stock legt nach nunmehr 27 Ausgaben des Festivals sein Amt als künstlerischer Leiter nieder, um nach all den erfüllten aber auch anstrengenden Jahren endlich einmal ausspannen und zukünftig genießen zu können. Der internationale Jazzsommer und die wunderbare Zusammenarbeit zwischen Botanischem Garten, Sponsoren, Kulturamt und Helfern wird, das ist die gute Nachricht, ab nächstes Jahr weitergeführt von niemand Geringerem als dem Augsburger Schlagzeuger Tilman Herpichböhm – ein gute Entscheidung, es wird also auch weiterhin spannende internationale Jazzsommer in Augsburg geben!


Ein ganz besonderes Merkmal dieses Jazzfestivals ist, außer den traditionellen Zeughaus/Brunnenhofkonzerten im Rahmen der Dixie & Swing Reihe, die außergewöhnliche Location im Botanischen Garten für die internationalen Acts. Dort befindet sich ein malerischer  „Pavillon“, unter dem bei gutem Wetter die eigentliche Bühne für die Konzerte untergebracht ist. Drumherum sitzt das Publikum dann im Freien auf Stühlen und kann bei hervorragender Akustik die Konzerte genießen. Bei Regen oder schlechtem Wetter zieht man ins benachbarte „Glashaus“ um, in dem es nicht minder stimmungsvoll zugeht. Dieses Jahr fanden lediglich die beiden letzten Konzerte, Markus Stockhausens Quadrivium und das Kenny Barron Trio wetterbedingt im Glashaus statt. Die anderen Acts wie das spannende Quintett um Danilo Pérez mit Avishai Cohen und Chris Potter, das Wolfgang Muthspiel Quintett, Christian Stock im Trio mit James Carter, sowie das Doppelkonzert mit dem Emil Brandqvist Trio und dem Harrycane Orchestra konnten Open Air stattfinden.

Was macht die „Sommernachtskonzerte im Botanischen Garten“ des Augsburger Jazzsommers im Vergleich zu anderen Jazzfestivals sonst noch einzigartig? Diese Frage ist schnell beantwortet: das Miteinander des Publikums unter sich und mit den Musikern. Wenn man sich zum Jazzsommer aufmacht, richtet man sich entsprechend darauf ein. Sitzkissen, Decken, eine Jacke für kühlere Abende, vor allem aber ein Korb mit Getränken und gutem Essen ist enorm wichtig. Man trifft sich beim Festival mit Freunden und Bekannten, kommuniziert miteinander, isst und trinkt zusammen, genießt bereits die gute Stimmung vor dem Konzert, die erstklassige Atmosphäre und dann die Auftritte internationaler Stars. Die wiederum sind durch die Bank begeistert vom Ambiente, kommen in den Pausen mit dem Publikum ins Gespräch und tauschen sich gern und bereitwillig aus. Das ist das Besondere an dem Augsburger Jazzsommer!

Nach dem grandiosen Auftaktkonzert mit dem Pérez-Cohen-Potter-Quintett und dem furiosen Abschlusskonzert mit Kenny Barron und seinem Trio, das mit der Zugabe „Cook’s Bay“ den diesjährigen Jazzsommer ausklingen ließ, mit vielen Begegnungen und Eindrücken dazwischen, beginnt nun wieder das leidige Warten auf den nächsten internationalen Augsburger Jazzsommer.

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