+++ news +++ Pee Wee Ellis und Enrico Rava beim „Worms: Jazz & Joy“ +++ Neuerungen zur 40. Ausgabe des International Jazzfestival Saalfelden +++ Jazz-Benefizkonzert beim Lions-Circusfestival in Hürth +++

Vom 9. bis 11. August findet das „Worms: Jazz & Joy“ auf fünf Open-Air-Bühnen rund um den historischen Wormser Kaiserdom statt. Der wohl bekannteste Gast, Jazz-Urgestein Pee Wee Ellis eröffnet das Festival mit seiner „Funk Assembly“ und ist einen Tag später nochmal zu hören, dann aber mit dem Pianisten Danny Grissett und dem Bassisten Christian Diener.


Der künstlerische Leiter des Festivals, David Maier, ist begeistert über die beiden Auftritte seines „Artist in Spotlight“: „Wir freuen uns sehr, dass wir mit Pee Wee Ellis nun das dritte Mitglied der Funk-Band „The J.B.’s“ – die Begleitband der 70er Jahre schlechthin – bei uns zu Gast haben. Maceo Parker und Fred Wesley sind bereits 2014 und 2017 in Worms aufgetreten“. Bei der Eröffnung am Freitag, 9. August erwartet das Publikum eine mitreißende Mischung aus Blues, Gospel, Soul, Jazz und Funk. Intimer wird es bei Ellis’ Auftritt am Samstag, 10. August, um 17.45 Uhr: Auf dem Platz der Partnerschaft spielt der Saxophonist zusammen mit dem Pianisten Danny Grissett und dem Bassisten Christian Diener im extra für „Worms: Jazz & Joy“ zusammengestellten Trio.

Vincent Peirani. Foto: Dean Benicci

Hochkarätig geht es am Samstagabend weiter: Das Vincent Peirani Quintet vereint Jazz mit Weltmusik, Klassik, aber auch mit Pop und Chanson. Dass diese verschiedenen Einflüsse hervorragend miteinander harmonieren können, zeigt das Quintett um 20.15 Uhr eindrucksvoll auf dem Platz der Partnerschaft. Mit Peirani ist die alte Festival-Tradition, große französische Jazz-Stars zu präsentieren, eindrucksvoll erfüllt. Einen Tag später steht der wohl bekannteste deutsche Schlagzeuger, Wolfgang Haffner mit seiner Band um 16.30 Uhr auf der Bühne. Der „Haffner-Touch“ reißt das Publikum sicher mit: unbestechlicher Drive, inspirierende Kreativität und ein druckvolles und dynamisches Spiel überzeugten schon Größen wie Albert Mangelsdorff und Klaus Doldinger. Im Anschluss, um 19 Uhr, zeigt das Enrico Rava Wild Dance Quartet, was es zu bieten hat. Fast im Alleingang hat Rava den italienischen Jazz populär gemacht. Nach über 50 Jahren gilt er noch immer als einer der größten Jazz-Trompeter weltweit und reiht sich in die Riege der europäischen Jazzlegenden ein.

 

Spannende Neuerungen zur 40. Ausgabe des Internaitonal Jazzfestival Saalfelden

Vom 22. bis 25. August 2019 sind wieder zahlreiche hochkarätige Gäste aus aller Welt beim International Jazzfestival Saalfelden zu hören. Zum 40. Jubiläum soll das gesamte Festival umgestaltet werden: das Großevent wird um mehrere Bühnen erweitert und auf mehr als 50 Konzerte ausgedehnt. Die beiden „Artists in Residence“, Maja Osojnik und Lukas König werden mehrere, auf dieses neue Raumkonzept abgestimmte Konzerte gestalten. Als Star-Gast steht Joshua Redman auf dem Programm.

„Artist in Residence“ Maja Osojnik. Foto: Jakob Isselstein

„Es gibt so viele großartige Künstler/-innen, deren Projekte kleinere und intimere Räume brauchen. Zudem möchte ich neue Rahmenbedingungen schaffen, die das spontane Aufeinandertreffen von Künstler/-innen ermöglichen.“, so der künstlerische Leiter Mario Steidl zum neuen „Artists in Residence“-Projekt. Steidl hat dazu mit der slowenischen Sängerin, Flötistin und Komponistin Maja Osojnik und dem österreichischen Schlagzeuger Lukas König zwei „Artists in Residence“ gewonnen, die gleich mit mehreren Projekten das alte, leerstehende Bezirksgericht und die Buchbinderei Fuchs kreativ in Beschlag nehmen.

Weitere Konzerte finden in einer Buchhandlung, im Museum Schloss Ritzen und auch auf den umliegenden Almen statt. Hinzu kommen noch einige Überraschungen, wie etwa eine ganztägig geführte Konzert-Wanderung mit österreichischen Musikern. Zudem wurden die kostenlosen Konzerte im Kunsthaus Nexus in der Reihe „Nexus+“ erweitert. Ein Park inmitten von Saalfelden wird drei Tage lang zur neuen Bühne und zum musikalischen Treffpunkt im Grünen.

Lukas König. Foto: Moritz Bichler

Traditionell vergibt das Festival das Eröffnungsprojekt an einen österreichischen Musiker oder eine österreichische Musikerin: Dieses Jahr fiel die Wahl auf den jungen Bassisten Manu Mayr aus Wien, der sich als Duopartnerin die Experimental- und Improvisationskünstlerin Susanna Gartmayer sicherte. Christian Muthspiel gründet für die diesjährige Festivalausgabe in Saalfelden das 18-köpfige Orjazztra Vienna und das österreichische Multitalent Daniel Riegler präsentiert sein brandneues Projekt mit dem New Yorker Keyboarder und Komponisten Anthony Coleman.

Zahlreiche internationale Künstler/-innen konnte das Jazzfestival Saalfelden ebenfalls gewinnen: die Schweizer Pianistin Sylvie Courvoisier wird mit den US-Amerikanern Ken Vandermark, Nate Wooley und Tom Rainey ihr neues Album vorstellen, ebenso wie die kanadische Saxophonistin Anna Webber. Die lebendige Jazzszene Frankreichs präsentiert das ungewöhnliche Trio Abacaxi um den Gitarristen Julien Deprez sowie das Violine-Piano-Duo Théo Ceccaldi und Roberto Negro. Skandinavien ist mit der energetischen Saxophonistin Mette Rasmussen im Duo mit Gitarrist Tashi Dorij vertreten und der Akkordeonist Frode Haltli verzaubert die Besucher/innen mit seinem Projekt „Avant Folk“. Auch große Namen der aktuellen Jazzszene sind vertreten: der Ausnahme-Saxophonist Joshua Redman ist gemeinsam mit Ron Miles, Scott Colley und Dave King bei einem seiner wenigen Europakonzerte zu sehen.

 

Gemeinsames Benefizkonzert des Jazzclubs Hürth mit „Hürth rockt“ und dem Lions Club

Wer ausgezeichnete Musik hören und dabei etwas Gutes tun wollte, hatte dazu beim Abschluss-Event des 11. Lions-Circusfestivals in Hürth Gelegenheit. Zum Finale seines Veranstaltungsreigens im blau-gelben Zelt auf dem Willy-Brandt-Platz lud der Lions Club Hürth erstmals gemeinsam mit dem Jazzclub Hürth e. V. und Hürth rockt e. V. zu einem Kulturereignis ein: Unter dem Motto „Hürther Musiknacht – Jazz & Rock querbeet“ hatten die beiden Vereine ein energiegeladenes Programm zusammengestellt. Bei frühsommerlichem Wetter versammelte sich das zahlreich erschienene Publikum nicht nur unter der magisch illuminierten, hohen Kuppel des Zeltes. Viele setzten sich auch davor in die warme Abendsonne, um bei einem breiten gastronomischen Angebot und ausgelassener Stimmung die Musik zu genießen.

Marius Peters Trio feat. Heiner Wiberny. Foto: Jazzclub Hürth e. V.

Den Auftakt des Programms mit zwei Jazz-Formationen und zwei Rock-Bands machte Ausnahme-Gitarrist Marius Peters mit seinem Trio aus Stefan Rey (Kontrabass) und Fabian Künzer (Schlagzeug). In seine alte Heimatstadt hatte Peters den renommierten Saxophonisten Heiner Wiberny mitgebracht und überzeugte mit rasanten und virtuosen Eigenkompositionen wie „Hills of Scotland“, „Here comes Julien“ oder „Wolkentanz“, in denen die Musiker Einflüsse aus Funk, Latin und Rock zu einer knackigen Mischung anrührten.

Nach seinem Aufritt verriet Peters, dass er bei der Anfrage des Jazzclubs keine Sekunde gezögert hatte: „Ich war sofort begeistert, denn wann tritt man schon in einem Zirkuszelt auf? Und wenn man dann auch noch für einen guten Zweck Musik machen kann, stehen wir vollkommen dahinter“, unterstrich Peters bei einem Kölsch, während auf der Bühne bereits „Merlin’s Way“ spielte. Die Band rund um den jungen Sänger und Gitarristen Fritz Kasper heizte dem Publikum mit Songs und Balladen von Pink Floyd, Simply Red oder Queen ein. Das Ensemble aus Rosi Tillmanns (Keyboard/Saxophon), Chris Frank (Schlagzeug), Markus Woebbeking (Bass) und Andreas Kesenheimer (Backing Vocals/Gitarre) zeigte sich als professionelle Coverband mit eigener Note, während der Sänger Fritz Kasper mit seiner kraftvollen Rockröhre begeisterte.

„Keinepanik“ aus Hürth beim Konzert im Zirkuszelt. Foto: Jazzclub Hürth e. V.

Weiter ging es mit deutschsprachigem Rock und der Hürther Band „Keinepanik“. Das Ensemble aus Michel Okunneck (Gesang), Lukas Diehl (Keytar), Robert Geisler (Schlagzeug), Max Schrebb (Bass) und Thomas Strauch (Gitarre) schraubte noch einmal die Lautstärke hoch und servierte poppige Nummern mit Ohrwurm-Potenzial und Texten mit Tiefgang. Wer gedacht hatte, dass eine Jazz-Formation nach diesem fulminanten Auftritt nur schwer die Spannung halten könnte, wurde glänzend widerlegt, als Joscho Stephan mit seinem Quartett aus Sebastian Reimann (Geige) Sven Jungbeck (Rhythmusgitarre) und Stefan Berger (Kontrabass) die Bühne betrat. Der international gefeierte, humorvolle Gitarren-Meister schaffte es zusammen mit seinem Ensemble sofort, das Publikum in seinen Bann zu ziehen und lieferte Klassiker des Genres, die er unbekümmert und brillant mit Einflüssen aus Latin, Klassik und Pop würzte. Bei Passagen in atemberaubender Geschwindigkeit, rasant aufsteigenden Glissando-Raketen und Nummern wie „Minor Blues“ oder einer Gypsy-Version von „Hey Joe“ brach im Publikum immer wieder lauter Jubel aus.

Gypsyjazz mit dem Joscho Stephan Quartett. Foto: Jazzclub Hürth e. V.

Nach dem mitreißenden Abschluss, den das Joscho Stephan Quartett geliefert hatte, zeigte sich Günter Reiners, Vorsitzender des Jazzclubs Hürth, restlos begeistert vom Ambiente im Zelt: „Die Auftritte der Formationen um Marius Peters und Joscho Stephan, die wir beide seit ihrer Jugend unterstützt haben, sind richtig gut angekommen. Das war hervorragende Werbung für den Jazz und unseren Jazzkeller. Und dann haben wir auch noch das soziale Engagement der Lions unterstützt. Wir könnten zufriedener kaum sein!“ Michael Schumacher, Leiter der Musikschule Auftakt und Mitglied des Organisations-Teams des Lions-Circusfestivals, pflichtete Reiners bei: „Wir sind glücklich, dass unsere Zusammenarbeit mit den beiden Vereinen, die sich um die Hürther Musikszene verdient machen, beim Publikum so hervorragend angekommen ist. Die Stimmung im Zelt, das uns die Familie Casselly zur Verfügung stellt, spricht für sich und unterstreicht, dass die Menschen unserem guten Namen vertrauen und gerne mit uns zusammen Gutes tun.“ In diesem Jahr unterstützen die Lions mit dem Erlös des Events die Jugendarbeit verschiedener Organisationen in Hürth und Umgebung, die musikalische Früherziehung in Hürther Kindergärten, Wasser- und Schulprojekte in Hürths kenianischer Partnerstadt Kabarnet, dazu Projekte zur Integration von Migranten und Flüchtlingen, das Projekt „Lions grünt Hürth“ sowie weitere soziale und kulturelle Initiativen.

Beitragsbild: Enrico Rava. Foto: Roberto Manzi

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