ECHO Jazz ist tot. Foto: Hufner

Schwer getrübte Freude der ECHO-Jazz-Gewinnerinnen in diesem Jahr

Neulich noch markte ich an, dass bei all dem Trubel um die letzte Echo-Verleihung aus dem Jazz-Bereich kaum Reaktionen zu vermelden waren. Weder in positiver noch in negativer Hinsicht. Es war einfach ruhig. Kaum jemand pflegte sich in Position zu spielen. Schon gar nicht aus dem Kreis derjenigen, die diesen „Preis“ erhalten haben. Das hat sich jetzt geändert. Markus Stockhausen (und andere aktuelle 2018-Preisträger) lancierte über der Facebook-Seite eine Pressemitteilung. „Uns eint die Freude über den Erhalt des ECHO Jazz-Preises, der aufgrund einer differenzierten Juryentscheidung allein für künstlerische Inhalte vergeben wurde. Wir alle bedauern, dass der ECHO Jazz-Preis durch die Erschütterungen des ECHO Pop in Mitleidenschaft gezogen und nun zum letzten Mal vergeben wurde.“ Schön wäre es, wäre es so. Klar, man kann schon hoffen, dass der Preis für künstlerische Inhalte vergeben wird und nicht für, ja, für was denn …

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Im Mondenschein. Foto: Hufner

Sunny Murray mit 81 Jahren gestorben – „Energie“

* 21. September 1936 in Idabel, Oklahoma als James Marcellus Arthur Murray; † 7. Dezember 2017. Martin Kunzler zitiert in seinem Jazzlexikon dem Schriftsteller und Schlagzeuger Stanley Crouch: „Sunny ist wie Monk oder Miles, er kann einen Klang so voller Musik spielen, weil er am genau richtigen Platz mit genau dem richtigen Touch gespielt wird.“ (Murray, James Marcellus Arthur (»Sunny«). DB Sonderband: Jazz-Lexikon, S. 3896 (vgl. JL Bd. 2, S. 914)). Einen ausführlichen Nachruf brachte bereits die New York Times. Hier soll nur auf eine Besonderheit des Spiels Murrays hingewiesen werden. Zum ersten Mal habe ich ihn gehört im schulischen Musikunterricht als Schlagzeuger bei Albert Ayler: Spirits Rejoice. Diese An- und Abschwellen auf den Becken, dann die Phrasenenden begleitenden Schläge neben dem Metrum. Das klang frei und gleichzeitig anschmiegsam. Oder umgekehrt. Die Musik hat auch von der Schallplatte nichts von …

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Manfred Schoof 2007. Foto: Martin Hufner

Früher war alles besser!? Und das nächste große Ding?

Kommt immer auf das Thema und die Perspektive an. Und den Zeitpunkt der Frage: Besser als vor 100 Jahren, aber schlechter als vor 10 und in etwa gleich gut wie heute? Also: Vor 50 Jahren hat die nmz über den Stand der Jazzausbildung in Deutschland berichtet. Das Wort führte der damals 35-jährige Joe Viera: „Jazz könne man nicht lehren – das ist die Ansicht vieler hierzulande. Damit entzieht sich diese Musik jeder Objektivierung, was ihren geringen Wert hinlänglich beweist. Joe Viera entgegnet dieser aktuellen Frage: Was lernbar ist, ist auch lehrbar; man muss nur die richtigen Methoden suchen und finden. Diese simple Erkenntnis setzt sich im Jazz immer mehr durch. Als Vorbild wird vielfach die ganzjährig arbeitende „Berklee School of Music“ in Boston angesehen, die auch Fernkurse durchführt und einiges Unterrichtsmaterial veröffentlicht hat. Unter den kurzzeitigen Kursen dürfte heute der …

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