Die Übersicht zum Download als PDF. Alle Angaben ohne Gewähr. Ergänzt mit den tollen Sendungen zur Neuen Musik von BR-KLASSIK und Ö1. Aktuell bekommen wir nutzbare Informationen nur vom SWR Kultur, Ö1 und in Sachen Neue Musik von BR-KLASSIK und ebenfalls Ö1.
30 Senderliste:
- ORF – Ö1
- Deutschlandfunk – „Fakten und mehr“
- Deutschlandfunk-Kultur – „Das Feuilleton im Radio“
- ndr Kultur – Hören und genießen
- ndr blue – Meet The Music
- radio bremen – Neugier lohnt sich.
- Radio 3 –
- mdr-kultur – Das Radio.
- WDR3 – Das Kulturradio
- hr2-kultur – Das Kulturradio für Hessen.
- SR2 Kulturradio – … gut zu hören.
- SWR kultur – Kultur neu entdecken
- BR-KLASSIK – Klassikstars geben auf BR-KLASSIK den Ton an. Attraktive Magazine bringen Interviews und Neuigkeiten aus dem Musikleben.
- Bayern 2 – Preisgekröntes Radio für Hörer, die mehr wissen wollen
Internet:
- Schweden: P2 sendet immer Dienstags von 21:00 bis 22:00 und Sonntags von 18:40 bis 20:00 ein Jazzkonzert
- Ungarn: Bartok Radio sendet täglich von 23:00 bis 23:55 eine Jazzsendung
mo – 31.08.2026
17:30:00 +++ Ö1
Musik aus allen Richtungen mit Astrid Schwarz und Rainer Elstner.
19:30 Uhr +++ Deutschlandfunk Kultur
Zeitfragen. Feature: Auf ewig das Andere? Ostdeutschland in den Medien
Von Ralph Gerstenberg. In den Medien erscheint Ostdeutschland meist als Problemfall – als Abweichung von der westdeutsch definierten Normalität. Einer Datenanalyse der Universität Leipzig zufolge werden dem Wort „ostdeutsch“ auffällig oft Begriffe wie „überfremdet“, „völkisch“ und „ausländerfeindlich“ zugeordnet. Auch Attribute wie „abgehängt“, „gespalten“ und „provinziell“ stehen hoch im Kurs. Dass sich viele Ostdeutsche darin nicht wiederfinden, ist kaum verwunderlich. Wie ist es dazu gekommen, dass Ostdeutschland in Medienberichten immer das „Andere“ geblieben ist? Warum wird auch in ostdeutschen Publikationen häufig kein differenziertes Bild vom Osten gezeichnet? Ein Blick auf die mediale Berichterstattung über Ostdeutschland im Vorfeld der Wahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern.
19:30:00 +++ Ö1
Pianistin Aki Takase und Saxofonist Daniel Erdmann mit dem Programm „Ellington“ bei den INNtönen 2026
Im April 2026 wurde die seit den 1980er Jahren in Berlin lebende japanische Pianistin Aki Takase mit dem Deutschen Jazzpreis für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. Die 78-jährige Grand Dame des europäischen Jazz pflegt sich gewitzt und plastisch-expressiv mit dem Oeuvre der Legenden der Jazzgeschichte auseinander zu setzen, von Thelonious Monk über W. C. Handy bis hin zu Fats Waller. Oft und gerne arbeitet sie dabei seit 2019 mit dem 25 Jahre jüngeren deutschen Saxofonisten Daniel Erdmann zusammen, der nach Jahren in Berlin heute im französischen Reims lebt und mit Bands wie Das Kapital und Velvet Revolution europaweit auf sich aufmerksam gemacht hat.
Am 16. August 2026 ließen Takase und Erdmann im Rahmen der INNtöne auf dem Buchmannhof in Diersbach im oberösterreichischen Innviertel das Programm „Ellington“ hören, das 2024 auf Tonträger erschienen ist – und in dessen Rahmen Klassiker aus dem Orchester-Repertoire des Duke, von „Perdido“ über „Prelude to a Kiss“ bis zu „Come Sunday“, ideenreichen und kurzweiligen Neuinterpretationen unterzogen werden.
23:03:00 +++ Ö1
20+ Jahre Institut für Medienarchäologie – Im interdimensionalen Raumzeitstrudel
Am 21. und 22. August feierte das Institut für Medienarchäologie mit „IMA 20+“ sein „über zwanzigjähriges“ Bestehen im AKW Zwentendorf. Seit seiner Gründung im Jahr 2005 durch die Komponistin und Medienkünstlerin Elisabeth Schimana leistet das IMA einen wichtigen Beitrag zur Aufarbeitung und Reflexion „der Geschichte, Gegenwart und Zukunft elektronischer Kunst, akustischer Medien und digitaler Technologien“, in Ausstellungen, Konzertveranstaltungen, Symposien und Buch- und DVD-Veröffentlichungen. Die Sichtbarmachung weiblicher Pionierinnen elektronischer Kunst ist dem IMA, das oftmals einen dezidiert feministischen Blickwinkel einnimmt, ein zentrales Anliegen.
Wie auch Siegfried Zielinski in seinem Buch „Archäologie der Medien. Zur Tiefenzeit des technischen Hörens und Sehens“ möchte das IMA den linearen Pfad der Geschichtsschreibung verlassen, um den Zeitpfeil aus dem Jetzt heraus durch zurückliegende Ereignisse und Personen auf eine mögliche Zukunft zu richten, wie in der Selbstbeschreibung zu lesen steht. Die Geschichte der Medien wird als ein „rekursiver Prozess aus Vergessen, Wiederentdecken und Neubewertung“ verstanden.
Das retrofuturistische Ambiente des nie in Betrieb genommenen Atomkraftwerkes Zwentendorf, ein Ort, „der wie kaum ein anderer für technologische Zukunftsutopien, gesellschaftliche Konflikte und historische Wendepunkte steht“, bot dafür einen höchst inspirierenden Rahmen. Auf einer Fahrt mit einem fiktiven Forschungsschiff quer durch das AKW geriet das Publikum in einen interdimensionalen Raumzeitstrudel. Im Kühlraum konnte es „Jetsun Mila“ von der im vergangenen Februar verstorbenen Komponistin Éliane Radigue als Konzertinstallation erleben. Für die beiden Konzertabende baute das Wiener Akusmonium in der Alten Werkstätte sein Lautsprecherorchester auf.
Mit dem so außergewöhnlichen Veranstaltungsort wollte das IMA auch auf die Katastrophe von Tschernobyl aufmerksam machen, die sich 2026 zum 40. Mal jährt. „Das Jubiläumsprojekt verbindet damit historische Erinnerung mit gegenwärtigen Debatten über Technologie, Energiepolitik, Verantwortung und Zukunftsentwürfe.“ Gestaltung: Susanna Niedermayr
23:03 – 24:00 Uhr +++ SWR KULTUR
ARD Radiofestival. Jazz: Florian Willeitner – Maximale Freiheit und Lebendigkeit
Von Beatrix Gillmann. Andere Musikkulturen lernt Florian Willeitner kennen, indem er mit Geige und Rucksack in verschiedene Länder reist. Zuhause baut er die musikalischen Souvenirs. Seit 2021 ist Willeitner Geiger im vision string quartet, schreibt aber auch für unterschiedliche Besetzungen: etwa eine „Silent Opera“ für die Salzburger Mozartwoche, „Violin Road Stories“ als Solist mit dem Stuttgarter Kammerorchester und songbetonten Jazz, der bisweilen von irischen Sounds oder westafrikanischen Grooves inspiriert ist. Eine Stunde mit (Geigen-)Tönen von enormer Bandbreite.
di – 01.09.2026
17:30:00 +++ Ö1
Musik aus allen Richtungen mit Xavier Plus.
23:03 – 24:00 Uhr +++ SWR KULTUR
ARD Radiofestival. Jazz: Corazon con grande Drama – Der andalusische Saxofonist Antonio Lizana
Von Karsten Neuschwender. Sie kommen aus dem Süden Spaniens, von dort wo man großes Drama liebt. Erzählt Antonio Lizana mit einem schelmischen Lächeln auf der Bühne. Da ist er schon ein wenig schweißnass – genauso wie der Flamencotänzer neben ihm und der ein oder die andere im Publikum. Diese Musik treibt eben den Puls hoch – mit dem Geklapper der Tanzrhythmen, den heißen Saxofonlinien und diesem Gesang, der buchstäblich die Seele auf die Zunge bringt. Authentische Leidenschaft aus dem Süden Europas beim Jazzfestival fill in in Saarbrücken.
mi – 02.09.2026
14:05:00 +++ Ö1
Sängerin Caterina Lee und Band intonieren die Songs der EP „Gilding the Lily“
Im vergangenen Jahr hat die junge Wiener Sängerin und Songwriterin Caterina Lee ihre Debüt-EP „Gilding the Lily“ veröffentlicht. Die Songs setzen sich intensiv mit dem Thema „Romantisieren“ auseinander – sie beleuchten die schönen Momente, die schwierigen Seiten und die Balance zwischen Ideal und Realität. Caterina Lees Stimme hat einen klaren Jazzbackground und evoziert in ihrer atmosphärischen Tiefe den Begriff „alte Seele“. Sie verbindet Neo-Soul, Alternative-Soul und subtile Hip-Hop-Elemente zu einem vielseitigen Klangbild. Im Studio 2 des Wiener RadioKulturhauses wird sie mit ihrer Liveband, bestehend aus Pianist Paulo Correa, Bassist Federico Perinelli, Schlagzeuger Sherif Abdalla sowie der neu hinzugekommenen Saxofonistin Jasmine Zhang sowohl das Programm von „Gilding the Lily“ als auch neu entstandene Songs präsentieren.
Im ersten Teil dieser Ö1 Radiosession spricht Caterina Lee anhand eigens ausgewählter und mitgebrachter Musik über ihre musikalischen Einflüsse und Inspirationen.
17:30:00 +++ Ö1
Musik aus allen Richtungen mit Mirjam Jessa
23:03 – 24:00 Uhr +++ SWR KULTUR
ARD Radiofestival. Jazz: Das Magazin
Von Mauretta Heinzelmann. Das wöchentliches Jazz-Update, präsentiert von Eurer ARD: In den Sommerwochen gibt es hier bei uns vor allem aktuelle Musik – außergewöhnliche und wichtige Neu-Veröffentlichungen aller Spielarten des Jazz. Von internationalen Stars und weniger bekannten regionalen Acts, von Funk bis Free, von traditionell bis experimentell – Nicht verpassen.
do – 03.09.2026
17:30:00 +++ Ö1
Musik aus allen Richtungen mit Andreas Felber.
23:03 – 24:00 Uhr +++ SWR KULTUR
ARD Radiofestival. Jazz: WDR Big Band – The Cuba Project
Von Jörg Heyd. Gemeinsam mit der Sängerin Lucrecia verbindet die WDR Big Band kubanische Stücke mit neuen, farbenreichen Arrangements. Dabei bleibt der charakteristische Groove erhalten, während die orchestrale Vielfalt eines modernen Jazzensembles neue Perspektiven eröffnet. Unter der Leitung von Vince Mendoza blitzen karibische Klangperlen in neuen, raffiniert geschichteten Arrangements auf. Virtuose Gäste tragen die rhythmische Glut direkt aus der Karibik in den orchestralen Raum, wo Präzision, Emotion und Ekstase einander befeuern. Ein Abend, der die unstillbare Lust am Klang feiert.
fr – 04.09.2026
14:05:00 +++ Ö1
Totó la Momposina, die musikalische Botschafterin Kolumbiens beim WOMAD-Festival 2015
Als der kolumbianische Autor Gabriel García Márquez 1982 den Literaturnobelpreis erhielt, gehörte Sonia Bazanta Vides zu den kolumbianischen Musikerinnen und Musikern, die in Stockholm bei der Zeremonie auftraten. Zuvor war die Sängerin schon als kleines Kind zu einer lokalen, als Jugendliche zu einer regionalen und als Erwachsene schließlich zu einer nationalen Größe der kolumbianischen Musik geworden und hatte 1969 ihre vor allem aus Familienmitgliedern zusammengestellte Band begründet, deren Besetzung im Laufe der Jahrzehnte zwar wechselte, die aber immer ihren Namen beibehielt: Totó la Momposina y sus Tambores.
1983 nahm sie in Frankreich ihr erstes Soloalbum auf. Das begründete ihre Karriere als internationale Botschafterin der kolumbianischen Musik, speziell der Musikstile und Rhythmen ihrer karibischen Heimatregion im Norden des Landes. Dort liegt im riesigen, lang gestreckten Delta des Río Magdalena eine der größten Flussinseln der Welt, wo sie am 1. August 1940 geboren wurde, die Isla de Mompós (bzw. Mompox). Die hat ihr den Künstlernamen Totó la Momposina eingebracht.
Wie keine andere verstand es Totó la Momposina, die europäischen, afrikanischen und indigenen Grundpfeiler kolumbianischer Musikstile wie Cumbia, Bullerengue, Porro oder Mapalé zu vermitteln, dabei zeitgenössisch zu klingen und gleichzeitig zu verdeutlichen, dass sie das Ergebnis eines musikalischen Prozesses sind, der bereits ein halbes Jahrtausend zuvor begonnen hatte.
Am 17. Mai 2026 ist Totó la Momposina gestorben. In Concert erinnert an die große Sängerin mit einem Mitschnitt ihres Konzerts beim WOMAD-Festival 2015 in Charlton Park im südwestenglischen Wiltshire.
17:30:00 +++ Ö1
Musik aus allen Richtungen mit Johann Kneihs.
23:03 – 24:00 Uhr +++ SWR KULTUR
ARD Radiofestival. Jazz: „Secrets – The Funky Herbie Hancock” mit der SWR Big Band
Von Fanny Opitz. 75 Jahre SWR Big Band – wir gratulieren herzlich und schauen auf ein besonderes Konzert in diesem Jubiläumsjahr. Die Big Band widmet sich Herbie Hancocks Album „Secrets“ von 1976 und bringt es in großer Besetzung zum Klingen. Mit dabei ist Lionel Loueke, Gitarrist, Sänger und langjähriger Weggefährte Hancocks, dessen westafrikanisch geprägter Sound dieser Produktion eine ganz eigene Farbe gibt. Fanny Opitz hat mit Lionel Loueke und Arrangeur John Beasley gesprochen – zu hören sind außerdem Ausschnitte aus dem Live-Mitschnitt.
23:03:00 +++ Ö1
A Tribute to Hans Falb (2) – Highlights des Festivals in memoriam des Konfrontationen-Gründers
Seit 1980 hat es 45 Ausgaben der Konfrontationen gegeben. Gegründet und geleitet wurde dieses europaweit rezipierte Festival von Hans Falb, der Musikschaffende aus der ganzen Welt in sein Gasthaus, die Jazzgalerie, im kleinen burgenländischen Ort Nickelsdorf gebracht hat. Ende Dezember 2025 ist Hans Falb verstorben. So entschied der Festival-Verein, heuer ein „A Tribute to Hans Falb“ abzuhalten. Wie wichtig Falb für die Jazz- und Improvisationsmusik war, lässt sich allein schon am eindrucksvollen Line-Up erkennen: Mehr als 30 Musikerinnen und Musiker waren gekommen, ein Who’s Who der Festivalgeschichte. Ö1 „Zeit-Ton“ präsentiert in mehreren Sendungen Highlights davon.
Seit vielen Jahren berichtet Ö1 Zeit-Ton über die Konfrontationen und sendet Konzert-Aufnahmen; so auch dieses Jahr. Das Festival „A Tribute to Hans Falb“ fand in Anlehnung an die Konfrontationen Ende Juli statt. Das Programm bot an drei Tagen eine ausgewogene Mischung aus Neuem und Bekanntem und war eine Reminiszenz-Veranstaltung, die in die bewegte Geschichte hören ließ und gleichzeitig den Blick ins Heute richtete.
Als Rahmenprogramm wurden zwei Filmdokumentationen und eine Ausstellung des langjährigen Konfrontationen-Fotografen Karl Wendelin gezeigt. Zusätzlich zu den Spielstätten Jazzgalerie und Evangelische Kirche gab es ein Konzert im Gasthof Risa, der ehemaligen Heurigen-Schenke.
Dieser “Zeit-Ton extended” steht ganz im Zeichen des Festivals A Tribute to Hans Falb“. Gestaltung: Heinrich Deisl
sa – 05.09.2026
09:04 – 10:00 Uhr +++ SWR KULTUR
Musikstunde. Jazz global: In Time – Der Jazz und die Zeit
Von Konrad Bott. Gestern war heute ja bekanntlich noch morgen – so verwirrend und allumspannend kann sich Zeit anfühlen und anhören. Und es gibt wohl kaum eine Musikrichtung, in der die Zeit so variabel gehandhabt und gleichzeitig so fetischisiert wird wie im Jazz. Begriffe wie „In Time“ oder die berühmte „Pocket“ laufen uns da über den Weg. Was das alles ist, welche Stücke von Zeit handeln und wie unterschiedlich die Wahrnehmung von der Zeit im Jazz verschiedenen Ursprunges ist, das erfahren Sie hier. Kommen Sie mit in ein Uhrwerk, in dem nicht nur ein Getriebe am Rad dreht.
14:05 bis 15:00 Uhr +++ BR-KLASSIK
Das Starke Stück – extra
Die Geigerin Julia Fischer erklärt die Fuge aus Johann Sebastian Bachs Sonate Nr. 3 C-Dur, BWV 1005
18:20 – 19:00 Uhr +++ SWR KULTUR
Jazz: Saxophone Colossus – Sonny Rollins‘ Meisterwerke aus den 1950ern
Von Odilo Clausnitzer. Mit dem Tenorsaxofonisten Sonny Rollins ist im Mai der letzte Gigant der Bebop-Generation gestorben. Am 7. September wäre er 96 geworden. Vor seinem zweijährigen Rückzug von der Bühne Anfang der 60er-Jahre hat er eine überwältigende Serie exzellenter Alben gemacht – allein ein Dutzend in den Jahren 56/57. Mit ihnen hat er seinen Rang als unerschöpflich kreativer Improvisator zementiert. Einige davon gehören zum ewigen Kanon des Jazz. Etwa das ikonische „Saxophone Colossus“, dessen Titel später synonym für ihn selbst stehen sollte. In der Sendung gibt es eine kleine Auswahl von Highlights.
22:20:00 +++ Ö1
Neuigkeiten aus der Welt des Jazz
Konzertempfehlungen für die kommende Woche, Buchbesprechungen, Kurznachrufe und aktuelle Meldungen.
23:03:30 +++ Ö1
Martin Fuss und Söhne im Interview über das neue Album „Going Places“, Kalle Kalima’s Detour beim Jazzfestival Saalfelden 2025
Im Ö1 Jazznacht-Studio sind drei Musiker zu Gast, die einander nicht nur durch die Musik verbunden sind: Martin, Dominik und Florian Fuss. Gemeinsam mit Pianist Max Tschida, Bassist Johannes Strasser und Schlagzeuger Mario Gonzi sind sie seit 2015 als Affäre Dreyfuss unterwegs zwischen Hardbop, Latin-Jazz, Soul und Hip-Hop. Nun feiert die Band ein Jahrzehnt musikalischer Leidenschaft mit dem neuen Album „Going Places“. Im Jazznacht-Gespräch ist die CD natürlich auch Thema. Außerdem sprechen Saxofonist Martin Fuss und seine Söhne, Trompeter Dominik und Saxofonist Florian Fuss, über die Vor- und Nachteile, die es mit sich bringt, wenn man die Bühne mit der Familie teilt. Und sie verraten, womit sie sich abseits der Affäre Dreyfuss musikalisch beschäftigen.
Danach steht ebenfalls ein Saitenzauberer im Rampenlicht: der in Berlin lebende finnische Gitarrist Kalle Kalima. Er traf beim letztjährigen Jazzfestival Saalfelden im Rahmen einer Carte Blanche auf den argentinischen Keyboarder Leo Genovese und den deutschen Schlagzeuger Christian Lillinger. Unter dem Projektnamen „Detour“ feierten die drei hochkarätigen Musiker am 24. August 2025 auf kreative Weise die Unberechenbarkeit. Der Titel ist dabei Programm, suchen die drei doch auf innovative, kuriose und manchmal verquere Weise ihre ganz eigenen Umwege zwischen Komposition und Improvisation und machen so einen Bogen um Gewohntes und Althergebrachtes.
23:03 – 24:00 Uhr +++ SWR KULTUR
ARD Radiofestival. Jazz: On the Edge – Jazz im Ausnahmezustand
Von Ralf Dorschel. Joe Pass stellte mal düster fest, dass der Jazz die Musik des Unerwarteten ist. Vielleicht stimmen die Berichte und Charlie Parker lag an diesem 29. Juli 1946 wirklich auf dem Boden des Studios. Fest steht, dass der Saxofonist bei den Aufnahmen zu „Lover Man“ kaum Herr seiner Sinne war, dass er mittendrin schließlich kollabierte: betrunken, auf Drogenentzug, fertig. Später versuchte Parker, die Veröffentlichung dieser Bänder zu verhindern – vergeblich. Heute gilt die Aufnahme als Klassiker – obwohl oder gerade wegen der Patzer und Aussetzer, aus denen Parker erschütternde Kunst machte.
so – 06.09.2026
00:03 – 06:00 Uhr +++ SWR KULTUR
ARD Jazz. Die Nacht: Highlights der JazzBaltica 2026
Von Thomas Haak. „JazzBaltica prägt inzwischen die Jazzkultur in ganz Deutschland“, sagte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Juni bei seinem Besuch in Timmendorfer Strand. Für die diesjährige Ausgabe stellte der künstlerische Leiter Nils Landgren ein farbenreiches Kaleidoskop an internationalen Größen und jungen Talenten zusammen. In dieser Sendung werden Aufnahmen der NDR-Jazzredaktion präsentiert: sechs Glanzlichter der JazzBaltica 2026, u.a. mit 4 Wheel Drive, Britta Virves und der Norrbotten Big Band.
00:05:00 +++ Ö1
(Fortsetzung); Martin Fuss und Söhne im Interview über das neue Album „Going Places“, Kalle Kalima’s Detour beim Jazzfestival Saalfelden 2025
01:03:00 +++ Ö1
Klassiker und Fundstücke aus 100 Jahren Jazzgeschichte (Wiederholung)
17:10:00 +++ Ö1
Die Geschichte der B-Seite einer Single der Band The Winstons
Im Mai 1969 veröffentlichte die US-amerikanische Soul-Funk-Band The Winstons den Song „Color Him Father“. Die Single wurde ein großer (aber auch ihr einziger) Hit, erreichte Platz 7 der „Billboard Hot 100“ und Richard Lewis Spencer, Sänger, Saxofonist und Komponist des Stücks, wurde sogar mit einen Grammy Award als „R&B Songwriter of the Year“ ausgezeichnet.
Rückblickend betrachtet ist es allerdings Schlagzeuger Gregory C. Coleman, der noch viel mehr einen Grammy verdient hätte, nämlich für sein Solo auf der B-Seite der Single. Die füllten The Wintons damals mit einer rasch aus dem Ärmel geschüttelten Instrumentalnummer, die sie „Amen, Brother“ nannten.
Auch sie stammte aus der Feder von Spencer, doch es war Gregory Coleman, der damit – nichts ahnend und zeitlebens unbedankt – Musikgeschichte geschrieben hat. Seine vier Takte Schlagzeugsolo in „Amen, Brother“ haben sich verselbstständigt und ein Eigenleben entwickelt, nachdem sie von DJs geklaut worden waren. Zunächst als Breakbeat im Hip-Hop verwendet, wurden sie später auch zu einer der Grundzutaten der Musikstile Drum ’n‘ Bass und Jungle und haben so jahrzehntelang in Form von Samples weitergewirkt.
23:03:00 +++ Ö1
Zeit-Ton Magazin – Rückblick, Vorschau und aktuelle Veröffentlichungen
Jeden Sonntag präsentieren wir Ihnen in der ersten Zeit-Ton-Stunde ausgesuchte Veranstaltungstipps für die kommenden sieben Tage und spannende Neuveröffentlichungen. Gestaltung: Marlene Schnedl
