Jazz im Radio. Foto/Montage: Hufner
Jazz im Radio Foto: Hufner

Die erweiterte Jazz-Radiowoche vom 12.12. bis 18.12.2022

Ein kleiner Blick in die Radiowoche 50. Die Übersicht zum Download als PDF. Alle Angaben ohne Gewähr. Ergänzt mit den tollen Sendungen zur Neuen Musik von BR-KLASSIK und Ö1.

Inhalt


Senderliste:


mo – 12.12.2022

20:03 bis 21:30 | Deutschlandfunk Kultur
In Concert: INNtöne Jazzfestival

Diersbach, Österreich. Aufzeichnung vom 03.06.2022. Fergus McCreadie Trio: Fergus McCreadie, Klavier; David Bowden, Bass; Stephen Henderson, Schlagzeug. Moderation: Matthias Wegner

22:04 bis 23:00 | WDR 3
WDR 3 Jazz: Giant Steps in Jazz Extended Version – Dizzy Gillespie

22:30 bis 23:00 | hr2-kultur
Jazz Now: Aus dem Dschungel der Neuveröffentlichungen

Am Mikrofon: Jürgen Schwab. Heute mit: Bill Frisell: Four | Free Swing: Tuuri | Alexander ‘Sandi’ Kuhn: Meandering

23:03 – 24:00 | Ö1
Quatuor Diotima spielt Furrer bei Wien modern (2/3) – Die Streichquartette Nr. 2 und 4 von Beat Furrer

Wien Modern 2021 widmete Beat Furrer, einem der bedeutendsten lebenden Komponisten, einen Schwerpunkt – mit drei Uraufführungen, zwei österreichischen Erstaufführungen, sämtlichen Streichquartetten und zwei Abenden als Dirigent. Pandemiebedingt konnten nicht alle geplanten Konzerte im Jahr 2021 umgesetzt werden, ein Teil wurde auf 2022 verschoben. „Zeit-Ton“ greift die Idee der Präsentation aller vier Streichquartette als individueller „Konzertsaal im Wohnzimmer“ auf und führt die beiden Wien Modern-Jahrgänge in drei Sendungen zusammen.

Als Interpret dieser herausfordernden Stücke war das Pariser Quatuor Diotima im Wiener Konzerthaus und im Musikverein zu Gast und setzte damit seine Reihe an Gesamtaufführungen – zuletzt Schönbergs Quartette vor fünf Jahren – fort. Das Ensemble, 1996 von Absolventen des Conservatoire National Supérieur de Musique de Paris gegründet, zählt zu den weltweit gefragtesten Formationen zeitgenössischer Musik und hat mit vielen Komponistinnen und Komponisten unserer Zeit zusammengearbeitet.

Die Entstehungszeit der Streichquartette Beat Furrers erstreckt sich von 1984 bis heute. Anhand dieser exemplarischen Stücke lässt sich seine kompositorische Entwicklung in der konzentrierten Dichte des Quartetts kursorisch ableiten: Im ersten Streichquartett setzt Furrer streckenweise die freie Mobileform ein, die die Musiker:innen zu Mitgestalter:innen im Ablauf und der Reihenfolge von bestimmten Passagen macht, eine Technik, die Furrers prägender Lehrer Roman Haubenstock-Ramati entwickelt hat. Im zweiten kommt dem Geräusch eine immer größer werdende Bedeutung zu. Im dritten, dem längsten mit knapp 50 Minuten, lässt er sich auf die Struktur der Klänge ein und lässt daraus die Komposition erwachsen. Und schließlich die knapp zwanzigminütige Uraufführung, in der Furrer nach neuen Formen der melodischen Gestaltung sucht.

Allen vier Streichquartetten ist gemeinsam, so Andreas Karl im Wien Modern-Katalog, „dass sie teils radikaler als in anderen Stücken, formale Prinzipien erproben und formulieren, die Furrer über mehrere Jahre hinweg beschäftigten. Gerade wegen der klanglichen Homogenität und Vertrautheit der Streichquartettformation und ihrer Klänge gelingt es Furrer dort, diese Prinzipien in ausgesprochener Klarheit zu formulieren“.

Als Bonus-Stück wird der Mitschnitt von „Akusmata. Sieben kurze Stücke für Vokalensemble und Instrumente nach Fragmenten von Pythagoras“ (2020) im ersten Teil der „Zeit-Ton“-Serie zu hören sein.

Beat Furrer, 1954 in der Schweiz geboren, lebt und wirkt seit seinem Studium in Österreich. Er ist Mitbegründer des Klangforum Wien, das er viele Jahre geleitet hat, und ist seit 1991 Professor für Komposition an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst Graz. Gemeinsam mit Ernst Kovacic gründete er in Graz die internationale Ensemble- und Komponistenakademie für zeitgenössische Musik impuls. Mehrfach ausgezeichnet, erhielt Beat Furrer 2014 den Großen Österreichischen Staatspreis für Musik und zuletzt 2018 den Ernst von Siemens Musikpreis. Gestaltung: Marie-Therese Rudolph

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
BR-KLASSIK – Jazztime: Jazztoday – Neues aus der Schweiz

Henning Sieverts präsentiert aktuelle Produktionen des Züricher Tenorsaxofonisten Christoph Grab, des Berner Pianisten Joe Haider und vom paneuropäischen Sextett „Fuzzyduck“


di – 13.12.2022


01:05 bis 05:00 | Deutschlandfunk Kultur
Tonart: Jazz – Moderation: Manuela Krause

20:05 – 21:00 UHR | SWR2
SWR2 Jazz Session: „El Tigre“ – Tierische Jazzthemen

Von Gerd Filtgen. Manche Jazz-Titel entstanden mehr oder weniger zufällig. Ein berühmtes Beispiel dafür ist John Coltranes „Moment’s Notice“, das von dem Saxofonisten im letzten Augenblick im Studio kreiert wurde. Im Gegensatz dazu haben sich Interpreten vom Traditional bis hin zum Modern Jazz, die Tiernamen für ihre Stücke wählten, sicher schon im Vorfeld darüber Gedanken gemacht, wie ihre Musik zu den jeweiligen Lebewesen passt. Schöne Beispiele dafür sind: Clarence Williams’ His Blue Five mit „Wild Cat Blues“, Duke Ellingtons „Purple Gazelle“ oder der Tenorsaxofonist Dexter Gordon mit „The Panther“.

21:05 bis 22:00 | Deutschlandfunk
Jazz Live: Songs voll Leichtigkeit und Seele

Das Olivia Trummer Trio & Gäste: Olivia Trummer, Piano, Gesang; Rosario Bonaccorso, Kontrabass; Nicola Angelucci, Schlagzeug; Fabrizio Bosso, Trompete; Kurt Rosenwinkel, Gitarre. Aufnahme vom 19.5.2022 beim Jazzfest Bonn

Am Mikrofon: Odilo Clausnitzer. Tänzerisch, melodisch, raffiniert: Die Pianistin und Sängerin Olivia Trummer hat ein Talent dafür, kleine Song-Kunstwerke zu schaffen. Auf der Platte „For You“, ihrer ersten größeren Produktion seit acht Jahren, beschäftigt sie sich textlich u.a. mit den Themen Trennung und Neuanfang. Musikalisch hält sie dabei spielend die Balance zwischen kompositorischem Anspruch und Eingängigkeit. Seit einiger Zeit pendelt die gebürtige Stuttgarterin zwischen Berlin und Mailand. Aus der lebendigen italienischen Szene kommen auch ihre Trio-Kollegen. Das Konzert im Rahmen des Jazzfest Bonn war das einzige ihrer CD-Release-Tour, bei dem die beiden Gastsolisten der Platte auch live dabei waren: der amerikanische Stargitarrist Kurt Rosenwinkel und der brillante Trompeter Fabrizio Bosso. Beide erhielten ausgiebig Gelegenheit, ihre Klasse improvisatorisch zu beweisen.

22:00 bis 00:00 | Bremen Zwei
Jazz Grooves

Die ganze Welt des Jazz. Bekannte Namen, Newcomer und spannende Entdeckungen, Höhepunkte aus der Jazzgeschichte, besondere Jazzereignisse und Tipps zum Konzertgeschehen der Region.

22:04 bis 23:00 | WDR 3
WDR 3 Jazz

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: „Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit“ – Im Gespräch mit der Komponistin Sara Glojnarić

Drei Uraufführungen innerhalb von drei Wochen, das ist allerhand. Da muss man Nerven behalten, Zeitmanagement und Schaffenskraft im Blick haben. All das ist der Komponistin Sara Glojnarić im November 2022 gelungen. Ihre Auftragswerke zuletzt für das Münchner Kammerorchester, das Klangforum Wien und das Radiosinfonieorchester Wien wurden rechtzeitig fertig und mit großem Erfolg uraufgeführt. In diesem Jahr bekam die 31-Jährige obendrein den Erste-Bank-Kompositionspreis verliehen – für „eine akzentuierte und tabufreie Betrachtung soziopolitischer Feinmechanik unserer gegenwärtigen Gesellschaft“, wie es in der Laudatio heißt. Glojnarić spanne in ihrer Arbeit einen weit gezogenen Bogen, der Popkultur und Kunstmusik gleichermaßen miteinschließe. Genau diese vitale Erweiterung, ja Entgrenzung hat der aus Zagreb stammenden Künstlerin in den letzten sechs Jahren einen starken Karriereschub verschafft. In den Hotspots der Neue-Musik-Szene, ob Wittener Tage für Neue Kammermusik, das Eclat Festival Stuttgart, das Ultraschall Berlin oder Wien Modern, hat sich schnell herumgesprochen, dass Glojnarić’ oftmals intermediale Werke trashig und wild, raffiniert und poetisch, handwerklich virtuos und künstlerisch visionär sind. Elektronisch generierte Sounds treffen auf traditionelle Musikinstrumente, Videosequenzen steuern Opernhandlungen, bekannte Klangsprachen werden gegen die Konvention der zeitgemäßen Neuen Musik durch ihren Kreativfilter entlarvt und kaleidoskopartig gedreht, gewendet, beleuchtet. Tabuthemen kennt die Komponistin keine. Im Gespräch mit BR-KLASSIK erzählt die Hobbytriathletin von ihrem bisherigen Werdegang, der Notwendigkeit, sich neuen Herausforderungen zu stellen, um daran zu wachsen und wie enorm wichtig es ist, trotz des willkommenen Aufwinds in keine Schublade zu passen. Eine Sendung von Julia Schölzel

22:30 bis 23:00 | hr2-kultur
Jazz and More: An den Rändern des Jazz

Am Mikrofon: Martin Kersten. Heute mit: Stephanie Lottermoser: In-Dependence | Lukas DeRungs: Kosmos Suite | Svaneborg Kardyb: Over Tage

23:03 – 24:00 | Ö1
Quatuor Diotima spielt Furrer bei Wien modern (3/3) – Das Streichquartett Nr. 3 von Beat Furrer

Wien Modern 2021 widmete Beat Furrer, einem der bedeutendsten lebenden Komponisten, einen Schwerpunkt – mit drei Uraufführungen, zwei österreichischen Erstaufführungen, sämtlichen Streichquartetten und zwei Abenden als Dirigent. Pandemiebedingt konnten nicht alle geplanten Konzerte im Jahr 2021 umgesetzt werden, ein Teil wurde auf 2022 verschoben. „Zeit-Ton“ greift die Idee der Präsentation aller vier Streichquartette als individueller „Konzertsaal im Wohnzimmer“ auf und führt die beiden Wien Modern-Jahrgänge in drei Sendungen zusammen.

Als Interpret dieser herausfordernden Stücke war das Pariser Quatuor Diotima im Wiener Konzerthaus und im Musikverein zu Gast und setzte damit seine Reihe an Gesamtaufführungen – zuletzt Schönbergs Quartette vor fünf Jahren – fort. Das Ensemble, 1996 von Absolventen des Conservatoire National Supérieur de Musique de Paris gegründet, zählt zu den weltweit gefragtesten Formationen zeitgenössischer Musik und hat mit vielen Komponistinnen und Komponisten unserer Zeit zusammengearbeitet.

Die Entstehungszeit der Streichquartette Beat Furrers erstreckt sich von 1984 bis heute. Anhand dieser exemplarischen Stücke lässt sich seine kompositorische Entwicklung in der konzentrierten Dichte des Quartetts kursorisch ableiten: Im ersten Streichquartett setzt Furrer streckenweise die freie Mobileform ein, die die Musiker:innen zu Mitgestalter:innen im Ablauf und der Reihenfolge von bestimmten Passagen macht, eine Technik, die Furrers prägender Lehrer Roman Haubenstock-Ramati entwickelt hat. Im zweiten kommt dem Geräusch eine immer größer werdende Bedeutung zu. Im dritten, dem längsten mit knapp 50 Minuten, lässt er sich auf die Struktur der Klänge ein und lässt daraus die Komposition erwachsen. Und schließlich die knapp zwanzigminütige Uraufführung, in der Furrer nach neuen Formen der melodischen Gestaltung sucht.

Allen vier Streichquartetten ist gemeinsam, so Andreas Karl im Wien Modern-Katalog, „dass sie teils radikaler als in anderen Stücken, formale Prinzipien erproben und formulieren, die Furrer über mehrere Jahre hinweg beschäftigten. Gerade wegen der klanglichen Homogenität und Vertrautheit der Streichquartettformation und ihrer Klänge gelingt es Furrer dort, diese Prinzipien in ausgesprochener Klarheit zu formulieren“.

Als Bonus-Stück wird der Mitschnitt von „Akusmata. Sieben kurze Stücke für Vokalensemble und Instrumente nach Fragmenten von Pythagoras“ (2020) im ersten Teil der „Zeit-Ton“-Serie zu hören sein.

Beat Furrer, 1954 in der Schweiz geboren, lebt und wirkt seit seinem Studium in Österreich. Er ist Mitbegründer des Klangforum Wien, das er viele Jahre geleitet hat, und ist seit 1991 Professor für Komposition an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst Graz. Gemeinsam mit Ernst Kovacic gründete er in Graz die internationale Ensemble- und Komponistenakademie für zeitgenössische Musik impuls. Mehrfach ausgezeichnet, erhielt Beat Furrer 2014 den Großen Österreichischen Staatspreis für Musik und zuletzt 2018 den Ernst von Siemens Musikpreis. Gestaltung: Marie-Therese Rudolph

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
BR-KLASSIK – Jazztime: News & Roots – Hören wir Gutes und reden darüber!

Ausgezeichnet mit dem Deutschen Radiopreis 2022 als beste Sendung. Beate Sampson, Ulrich Habersetzer und Roland Spiegel diskutieren über aktuelle Jazzalben


mi – 14.12.2022


19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
BR-KLASSIK – Classic Sounds in Jazz: Blue hour

Mit Musik von Billie Holiday, Eva Cassidy, Keith Jarrett, Coleman Hawkins, Lester Young und anderen. Moderation und Auswahl: Roland Spiegel

21:05 – 22:00 UHR | SWR2
SWR2 NOWJazz: Ausgeprägtes Gespür für das Hybride – Der Musiker Carl Oesterhelt

Von Ulrich Kriest. Carl Oesterhelt, 1968 in München geboren, ersetzte vor gut drei Jahrzehnten die Drummachine bei der Band F.S.K., veröffentlichte unter dem Moniker Carlo Fashion, war Teil des Tied & Tickled Trios. Als Musiker und Komponist arbeitet er an Theatern und für Hörspiele und changiert dabei zwischen Electronica und Neuer Musik, voller Reverenzen an Anton Bruckner, Theo Parrish, Moondog, Bernhard Herrman oder Les Baxter. Wiederholt arbeitete er dabei mit Johannes Enders, Hans Joachim Irmler, Michaela Melián und Andreas Gerth zusammen.

22:04 bis 23:00 | WDR 3
WDR 3 Jazz

22:30 bis 23:00 | hr2-kultur
Jazzfacts: What’s going on? – Features, Interviews und was die Szene (um-)treibt | Gerald Clayton

Am Mikrofon: Karsten Mützelfeldt. Sechs Alben hat der Pianist Gerald Clayton bislang unter eigenem Namen veröffentlicht, zu seiner Diskographie gehören auch Aufnahmen u.a. mit Diana Krall und Roberta Gambarini, Roy Hargrove und Dianne Reeves, John Scofield und Gilad Hekselman, Dayna Stephens und Terri Lyne Carrington, Trompeter Avishai Cohen und Charles Lloyd, Ben Wendel und Ambrose Akinmusire.

23:03 – 24:00 | Ö1
Rückblick, Vorschau und aktuelle Veröffentlichungen – Zeit-Ton Magazin

Jeden Mittwoch präsentieren wir Ihnen ausgesuchte Veranstaltungstipps für die kommenden sieben Tage und die spannendsten Neuveröffentlichungen. Gestaltung: Marie-Theres Himmler

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
BR-KLASSIK – Jazztime: Jazz aus Nürnberg: Live-Mitschnitte

Aufnahmen vom 9. NUEJAZZ Festival in Nürnberg mit dem Christian Sands Trio. Mit Christian Sands (Piano), Yasushi Nakamura (Bass) und Ryan Sands (Schlagzeug). Eine Aufnahme vom 26. Oktober 2022 aus der Kulturwerkstatt auf AEG. Moderation und Auswahl: Beate Sampson


do – 15.12.2022


19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
KlassikPlus: Taking Sides – Der Fall Guila Bustabo

Als Zweijährige bekommt sie ihre erste Geige, mit neun debütiert sie mit dem Chicago Symphony Orchestra. Sie studiert mit Isaac Stern und Yehudi Menuhin an der New Yorker Juilliard School, arbeitet mit Furtwängler und rührt Sibelius zu Tränen. Die Amerikanerin Guila Bustabo wird als eines der größten Geigentalente des 20. Jahrhunderts gehandelt, doch was geschieht dann? 1938 unternimmt die 22-Jährige mit ihrer dominanten Mutter eine Europatournee und erobert die Konzertsäle Nazideutschlands. Der gesinnungstreue Komponist Hans Pfitzner führt sie in höchste Parteikreise ein, Bustabo spielt bis 1944 in allen Städten des Dritten Reichs. Kein Wunder, dass sie nach dem Krieg auf der „Schwarzen Liste“ der politisch Korrumpierten landet – obwohl sie behauptete, sich immer nur um die Musik gekümmert zu haben. Man fühlt sich an den „Fall Furtwängler“ erinnert – doch für Guila Bustabo sind die Folgen weit schlimmer. Ihre Karriere ist beendet, sie spielt einige Jahre als Tuttigeigerin im Symphonieorchester Innsbruck (!) und stirbt 2001 verarmt in Birmingham/Alabama. BR-KLASSIK stellt diese Biographie vor, die nicht zuletzt die Frage nach dem Verhältnis von Kunst und Politik stellt. Eine Sendung von Alexandra Maria Dielitz

21:05 bis 22:00 | Deutschlandfunk
JazzFacts: Zwischen den Welten – Der französische Gitarrist Romain Pilon

Von Karl Lippegaus. Was der Franzose Romain Pilon seinem Instrument entlockt, lässt vermuten, dass er in Kürze zur internationalen Spitzengruppe der Jazzgitarristen zählen wird. Mit zehn Jahren begann er, Gitarre zu spielen und schwärmte für Led Zeppelin. Als der Musiker aus Grenoble ein Stipendium für die Berklee School in Boston bekam, lernte er den Bassisten Jeff Denson kennen, für dessen Ridgeway-Label zwei fulminante gemeinsame Trio-Alben mit dem Topdrummer Brian Blade entstanden sind, „Between Two Worlds“ und „Finding Light“. Darüber hinaus hat Pilon bislang fünf Platten unter eigenem Namen veröffentlicht, häufig mit amerikanischen Top-Musikern an seiner Seite. Die Kontakte zur dortigen Szene pflegt er intensiv von seiner Wahlheimat Paris aus. Neben seiner mehrfach ausgezeichneten Tätigkeit als Musiker ist er heute ein international gefragter Jazzpädagoge.

22:04 bis 23:00 | WDR 3
WDR 3 Jazz

22:30 bis 23:00 | hr2-kultur
Jazz Now: Aus dem Dschungel der Neuveröffentlichungen

Am Mikrofon: Daniella Baumeister. Heute mit: Matthias Rüegg: Das blaue Klavier / The Advantage Of Writing Music | Oliver Lutz: RE: CALAMARI 2 | Plume: Holding On

23:03 – 24:00 | Ö1
Reynolds. Hauptsache, spielen. – 30 Jahre Reynolds im Zeit-Ton Porträt. Gestaltung: Heinrich Deisl

Das aus Buenos Aires stammende Trio Reynolds feiert sein 30-jähriges Band-Jubiläum. Sie wurden zu einer lateinamerikanischen Super Group und produzierten höchst konzeptorientierten Noise-Rock ebenso wie Klang-Installationen mit Pauline Oliveros. Allein 2022 haben sie fünf Tonträger herausgebracht. Ein Zeit-Ton-Porträt über eine Gruppe, die seit 30 Jahren vorexerziert, was Kunst und Inklusion zustande bringen können.

Reynolds waren ursprünglich die Experimentalmusiker Roberto Conlazo und Alan Courtis. Beide arbeiteten als Musikpädagogen für die Escuela de Formación Integral para Músicos in ihrer Heimatstadt Buenos Aires. 1992 kam Miguel Tomasín als Schlagzeuger und Sänger dazu. Tomasín wurde der erste Musiker mit Down-Syndrom, der regelmäßig im argentinischen TV zu sehen war. 2022 wurde er mit dem renommierten Henry Viscardi Achievement Award für sein Engagement für Menschen mit Behinderung ausgezeichnet. Zu den erklärten Fans der Band zählte u.a. die Gruppe Sonic Youth.

Reynolds haben mehr als 100 Improvisations- und Experimentalmusik-Veröffentlichungen herausgebracht. Ihr Sound ist dem Credo verpflichtet, direkt, spontan und unvermittelt Musik zu machen. Und das oftmals mit charmanter Schelmenhaftigkeit und dadaistisch anmutenden Absurditäten. Courtis umreißt sie mit dem gleichermaßen künstlerisch wie pädagogisch gemeinten Satz: „Stell dich hin und spiele. Egal was. Hauptsache, du spielst.“ Wenn Reynolds Konzerte gaben, verbanden Courtis und Conlazo dies meist damit, vor Ort Kreativ-Workshops zu halten.

Kreativität ohne Grenzen

Während Reynolds sich lange mit diversen Spielarten von Noise-Rock auseinandersetzten, haben sie sich in den letzten Jahren besonders mit Space- und Krautrock beschäftigt und spielten mit der japanischen Experimentalrock-Band Acid Mothers Temple. Weitere Inspirationen sind die Musiken der indigenen Völker Lateinamerikas.

Eine besondere Beziehung haben Reynolds zu der 2016 verstorbenen Klang-Pionierin Pauline Oliveros. Sie war es, die sie zu ihrer ersten USA-Tour nach New York holte und bereits 1999 ein Internet-Konzert mit ihnen veranstaltete. An die zehn weiteren Alben folgten.

Im Zeit-Ton Porträt erzählen Reynolds über die Band-Geschichte, ihr sozialpolitisches Engagement und wie sie einmal den Eiffel-Turm für ein Klangstück verwendeten.  Gestaltung: Heinrich Deisl

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: Musik der Gegenwart

Herbert Eimert: „Epitaph für Aikichi Kuboyama“ (Richard Münch, Sprechstimme; Leopold von Knobelsdorff, Realisation); Wolfgang Jacobi: Suite im alten Stil, op. 10 (Tatjana Blome, Klavier); Herbert Eimert: Sechs Studien für elektronische Musik

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
BR-KLASSIK – Jazztime: All that Jazz – Musikalische Botschafterin

Die Sängerin und Bandleaderin Ganna Gryniva, geboren in der Ukraine, als Studiogast in der Jazztime. Mit Musik von Ganna Gryniva und anderen. Moderation und Auswahl: Roland Spiegel


fr – 16.12.2022


14:05:00 | Ö1
Markus Stockhausens Quadrivium 2018 in Hamburg

Der aus Köln stammende Markus Stockhausen ist einer der interessantesten Jazztrompeter in Europa, stets an der Schnittstelle zwischen Jazz, Klassik, zeitgenössischer Musik und elektronischen Experimenten unterwegs. Seit 2004 tritt er im Trio Lichtblick mit Pianist Angelo Comisso und Schlagzeuger Christian Thomé auf. Markus Stockhausens Quadrivium wiederum baut auf diesen Erfahrungen auf und erweitert das Trio um den Cellovirtuosen Jörg Brinkmann. Dessen Beiträge fügen sich harmonisch in den Ensembleklang ein, wie am 14. September 2018 zu hören war, als die vier Musiker ein konzentriertes und kontemplatives Konzert im Rolf-Liebermann-Studio des Norddeutschen Rundfunks in Hamburg gaben. Die Kompositionen an diesem Abend stammten von Stockhausen, Comisso und Brinkmann. In ihnen gelang eine erstaunliche Synthese von zeitgenössischem Jazz und europäischer Kunstmusik. Gestaltung: Helmut Jasbar

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
BR-KLASSIK – Das Musik-Feature: Das Trapez aus dem Morgenland – Das Hackbrett als Welt-Klassikinstrument

Von Ulrike Zöller. Wiederholung am Samstag, 14.05 Uhr. Es dient nicht dem Zerkleinern von Kalbs- oder Kohlköpfen. Das etwas brutale deutsche Wort „Hackbrett“ für dieses einfühlsame Instrument ist durchaus irreführend. „Dulce Melos“ – süßer Klang wurde eines der vielen trapezförmigen Instrumente im Mittelalter passender genannt. Hackbrettinstrumente sind im europäischen Raum bereits seit dem 14. Jahrhundert bekannt und wegen ihres silbrigen Klangs bis ins 18. Jahrhundert beliebte Kammermusikinstrumente. Eigentlich aber stammt es wohl aus Persien und wird in der klassischen Musik Chinas oder Weißrusslands in ungebrochener Tradition kammermusikalisch oder orchestral eingesetzt. Dass heute in Europa, nach einer jahrhundertelangen Zeit der Vernachlässigung neben zeitgenössischen Werken Folk, Rock, Jazz, Blues oder Techno mit dem Hackbrett gespielt wird: Das trapezförmige Instrument nimmts mit Fassung und dankt für die neue Aufmerksamkeit mit Csárdás-Seele und Country-Mood, im Konzert- oder Clubstil. Oder auch ganz entspannt im Hier und Jetzt, wenn indische Ragameister ihm meditative Klänge entlocken.

19:30:00 | Ö1
Das Trio Ilse Riedler/Ingrid Oberkanins/Lorenz Raab

Live aus dem KlangTheater. Drei Musikpersönlichkeiten, deren Wege sich schon in der Vergangenheit immer wieder gekreuzt haben, vereinen ihre Kräfte: Die Saxofonistin Ilse Riedler, der Trompeter Lorenz Raab und die Perkussionistin

Ingrid Oberkanins haben schon eine Reihe von Ensembles mitgeprägt. Präzises Zusammenspiel, ein spielerischer Umgang mit der Formensprache des Jazz und darüber hinaus das Erkunden der Klangmöglichkeiten ihrer Instrumente kennzeichnen ihr eben erst entstandenes Trio. Eine Radiopremiere auf der Bühne des KlangTheaters, begleitet im Gespräch von Johann Kneihs. Gestaltung: Johann Kneihs

22:01:00 [???] | Ö1
Die Geschichte des Techno

Was ist Techno? Das hängt davon ab, wem die Frage gestellt wird. Für Menschen, die in den 1990er Jahren Teenager waren, ist Techno jene globale elektronische Tanzmusik, deren repetitive Arrangements mit minimalistischen, von der Basstrommel dominierten Grundrhythmen auf einem elektronischen Instrumentarium erzeugt wurden. Der Begriff „Techno“ etablierte sich aber bereits im Jahr 1982, also vor 40 Jahren. Angeblich wurde er zu dieser Zeit von Mitgliedern der britischen Electro-Pop-Szene geprägt. Verbürgt ist, dass im selben Jahr mehrere Aufnahmen mit „Techno“ im Titel veröffentlicht wurden, zum Beispiel „Techno Trax“ des legendären New Yorker Produzenten Man Parrish. Plattengeschäfte in Deutschland begannen zu dieser Zeit, eine Kategorie namens „Techno“ für elektronisch produzierte Musik anzulegen. Technomusik hat sich im Verlauf der Jahrzehnte in unterschiedliche Richtungen entwickelt, die Idee der vom Menschen programmierten Maschinenmusik, wie sie die deutsche Band Kraftwerk bereits im Jahr 1978 mit dem Album „Die Mensch-Maschine“ postuliert hatte, blieb aber im Wesentlichen erhalten. Die Spielräume-Nachtausgabe beleuchtet die Geschichte des Techno. Gestaltung: Klaus Wienerroither

22:05 bis 22:50 | Deutschlandfunk
Milestones – Jazzklassiker: Zwischen Tradition und Freiheit – Der Altsaxofonist Jackie McLean in Aufnahmen der 1960er-Jahre

Am Mikrofon: Niklas Wandt. Jackie McLean, Jahrgang 1931, kam schon als Teenager zum Jazz, auf dem Höhepunkt des Bebop. Für das Altsaxofon entschied er sich unter dem überragenden Einfluss Charlie Parkers. Nicht nur dessen Musik war anziehend, auch der unbürgerliche Lebenswandel. So kam McLean ebenfalls noch als Teenager bereits mit den Schattenseiten des Musikerdaseins in Berührung – die Heroinsucht sollte ihn bis in die 60er-Jahre verfolgen. Viele seiner früheren Aufnahmen lassen bereits sein Talent erkennen, leiden aber hörbar unter mangelnder Übung und Vorbereitung – sein Saxofon war in dieser Zeit laut eigener Aussage permanent beim Pfandleiher. Das änderte sich ab 1959, als er begann, auf Blue Note Records zu veröffentlichen. „Jackie’s Bag” von 1960 zeigt McLean als begabten Komponisten und agilen Improvisator im Hardbop-Idiom, mit eigenartig schroffem, bluesigem und stets ein bisschen zu hoch eingestimmtem Ton. Wenig später beginnt sich seine Musik erneut spürbar zu wandeln, hin zu einer behutsamen Freiheit. Alben wie „One step beyond” (1963) oder „Action” (1964) mit ihren kryptischen Themen und ausgedehnten modalen Improvisationen sind eindrucksvolle Beispiele.

22:30 bis 23:00 | WDR 3
WDR 3 Jazz

23:03 – 24:00 | Ö1
Maschinenmusik, vom Menschen programmiert – Die Geschichte des Techno

Was ist Techno? Das hängt davon ab, wem die Frage gestellt wird. Für Menschen, die in den 1990er Jahren Teenager waren, ist Techno jene globale elektronische Tanzmusik, deren repetitive Arrangements mit minimalistischen, von der Basstrommel dominierten Grundrhythmen auf einem elektronischen Instrumentarium erzeugt wurden. Der Begriff „Techno“ etablierte sich aber bereits im Jahr 1982, also vor 40 Jahren. Angeblich wurde er zu dieser Zeit von Mitgliedern der britischen Electro-Pop-Szene geprägt.

Verbürgt ist, dass im selben Jahr mehrere Aufnahmen mit „Techno“ im Titel veröffentlicht wurden, zum Beispiel „Techno Trax“ des legendären New Yorker Produzenten Man Parrish. Plattengeschäfte in Deutschland begannen zu dieser Zeit, eine Kategorie namens „Techno“ für elektronisch produzierte Musik anzulegen. Technomusik hat sich im Verlauf der Jahrzehnte in unterschiedliche Richtungen entwickelt, die Idee der vom Menschen programmierten Maschinenmusik, wie sie die deutsche Band Kraftwerk bereits im Jahr 1978 mit dem Album „Die Mensch-Maschine“ postuliert hatte, blieb aber im Wesentlichen erhalten. Die Spielräume-Nachtausgabe beleuchtet die Geschichte des Techno. Gestaltung: Klaus Wienerroither

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
BR-KLASSIK – Jazztime: Jazz auf Reisen

„Gypsy Today“: Aktuelle Hommage an die Musik Django Reinhardts. Mit Jermaine Landsberger, Klvier, Stochelo Rosenberg, Gitarre, André Ceccarelli, Schlagzeugd, und Darryl Hall, Kontrabass. Aufnahme vom 13. Oktober 2022 aus dem Audi-Forum Ingolstadt. Auftakt-Konzert aus dem 12. Birdland Radio Jazz Festival. Moderation und Auswahl: Roland Spiegel


sa – 17.12.2022


00:05:00 | Ö1
(Fortsetzung) Die Geschichte des Techno

12:05 bis 13:00 | Bayern 2
Zeit für Bayern: Gehackt und geschlagen. Himmlische Töne aus Bayern!

Manche sind mehrere Tonnen schwer, andere hingegen nur wenige Millimeter klein. Sie künden vom Anfang und Ende, sie sagen die Zeit an, sie machen Musik, sie warnen, nerven und verzaubern. Kirchenglocken, Narrenrollen, Froschmaulschellen, Kuhglocken – um nur wenige zu nennen.

Seit vielen Jahrhunderten fertigen Glockengießer in einem aufwendigen Verfahren unterschiedliche Glockenarten an. Aus Bronze, Metall, Eisen und sogar Holz. So unterschiedlich die Beschaffenheit und Formen, so vielfältig die Bedeutungen ihres Klangs.

Ob wirklich jede Glocke anders klingt? Was sind Ausschellglocken und wofür braucht man automatische Christkindglöckchen? Und was wohl ein Handglockenchor für Werke aufführt? Ein Feature mit glockenreinem Klang.

Gehackt, nicht gestrichen – Mit dem Hackbrett zwischen allen Stühlen. Von Andreas Pehl Es gibt kaum ein Instrument, das einen unmusikalischeren Namen trägt als das Hack-Brett – meint Birgit Stolzenburg und betont, dass ihr Instrument nichts mit einem Küchengerät zu tun hat. Stolzenburg ist Professorin für eben dieses Hackbrett an der Musikhochschule in München und beweist, dass man auf diesem Instrument trotz seines groben Namens mit Grobmotorik nicht weit kommt. Doch die Unsicherheiten hören beim Namen nicht auf: Ist das Hackbrett ein klassisches Instrument, „nur“ ein alpenländisches Volksmusikinstrument oder ein Instrument für Cross-over?

Hackbrett bedeutet nicht nur „Soatnmusi“, Auftritte in der „staaden Zeit“ im Hintergrund unzähliger Weihnachtsfeiern oder Heimatsound. Das beweist das Hackbrett-Jugendorchester Bayern, das unter der Leitung von Lisa Schöttl das Instrument ins Rampenlicht holen möchte. Bis zu 20 Jugendliche zeigen hier, was am Hackbrett so alles möglich ist. Viele hundert Jahre ist es alt, Komponisten wie Antonio Vivaldi haben dafür geschrieben. In den 1930er Jahren hat Tobi Reiser eine Standardform entwickelt, die in Bayern meist gespielt wird. Doch anders als im Geigenbau, der mit Stradivari schon lang seinen Höhepunkt erreicht hat, wird beim Hackbrett immer noch viel experimentiert.

Zusammen mit dem Hackbrettbauer Klemens Kleitsch, den Hackbrettvirtuosinnen Lisa Schöttl und Birgit Stolzenburg und dem Schweizer Jazzhackbrettspieler Töbi Tobler beschäftigt sich Andreas Pehl mit einem oft unterschätzten und höchst virtuosen Instrument mit vielen Möglichkeiten, das nicht nur an Weihnachten im Schatten seines eigenen Namens steht.

14:05 bis 15:00 | BR-KLASSIK
Zeit für Bayern: Gehackt und geschlagen. Himmlische Töne aus Bayern!

Von Ulrike Zöller. Es dient nicht dem Zerkleinern von Kalbs- oder Kohlköpfen. Das etwas brutale deutsche Wort „Hackbrett“ für dieses einfühlsame Instrument ist durchaus irreführend. „Dulce Melos“ – süßer Klang wurde eines der vielen trapezförmigen Instrumente im Mittelalter passender genannt. Hackbrettinstrumente sind im europäischen Raum bereits seit dem 14. Jahrhundert bekannt und wegen ihres silbrigen Klangs bis ins 18. Jahrhundert beliebte Kammermusikinstrumente. Eigentlich aber stammt es wohl aus Persien und wird in der klassischen Musik Chinas oder Weißrusslands in ungebrochener Tradition kammermusikalisch oder orchestral eingesetzt. Dass heute in Europa, nach einer jahrhundertelangen Zeit der Vernachlässigung neben zeitgenössischen Werken Folk, Rock, Jazz, Blues oder Techno mit dem Hackbrett gespielt wird: Das trapezförmige Instrument nimmts mit Fassung und dankt für die neue Aufmerksamkeit mit Csárdás-Seele und Country-Mood, im Konzert- oder Clubstil. Oder auch ganz entspannt im Hier und Jetzt, wenn indische Ragameister ihm meditative Klänge entlocken.

17:05 bis 17:55 | Bayern 2
Jazz & Politik: Politisches Feuilleton

Moderation: Lukas Hammerstein. Musikauswahl: Roland Spiegel

18:05 bis 19:00 | BR-KLASSIK
BR-KLASSIK – Jazz und mehr: „Sterne, Wiegenlieder und ein Walzer“

Mit Aufnahmen von Martin Tingvall, Matt Carmichael, Richard Galliano und anderen. Moderation und Auswahl: Beatrix Gillmann

19:00 bis 20:00 | hr2-kultur
Live Jazz: Archie Shepp – There is Love | Glatt & Verkehrt Festival, Österreich, Juli 2022

Am Mikrofon: Daniella Baumeister. Archie Shepp – There is Love | Archie Shepp, sax, voc | Marion Rampal, voc | Michel Benita, db | Pierre-François Blanchard, p | Glatt & Verkehrt Festival, Winzer Krems, Sandgrube 13, Krems an der Donau, Österreich, Juli 2022

20:04 bis 23:00 | WDR 3
WDR 3 Konzert: Hildener Jazztage 2022

Der Pianist Daniel García ist ein Eklektiker. Ein Musiker, der weiß, dass spanische Musik von Vielem geprägt ist. Vom Dreiklang jüdischer, maurischer und christlicher Einflüsse aus der Zeit von Al-Andalus.

Den Nahen Osten und Kuba, das Mittelalter und das Zeitalter der Elektronik – all das vereint Daniel García in seiner Musik. Er hat sein Handwerk als klassischer Pianist erlernt. Bei Danilo Pérez am Berklee College of Music in Boston tauchte er in den Jazz ein. Von seinem Lehrer ermutigt, seine eigene Musik zu schaffen, wird Danilo Pérez jetzt selbst zum Schmelztiegel der verschiedenen Kulturen. Durch Improvisation und Jazz setzt der 29-Jährige spanische Musik in neue Kontexte. Stilistische Trennlinien verschwinden. Dabei wird er von kubanischen Jazzmusikern mit Bass und Schlagzeug begleitet. Klavier, Bass und Schlagzeug: Genau diese Instrumente werden auch in der Band von Roberta Gambarini gespielt. Die italienische Sängerin gehörte ebenfalls zu den internationalen Stars der Hildener Jazztage 2022.

Daniel García Trio / Roberta Gambarini & Band. Aufnahmen aus der Stadthalle Hilden

21:05 bis 22:00 | Bayern 2
Zeit für Bayern: Gehackt und geschlagen. Himmlische Töne aus Bayern!

23:00 bis 00:00 | rbbKultur
Late Night Jazz: Eva Klesse – Shooting Star der europäischen Jazzszene

Moderation: Carsten Beyer. Eva Klesse hat in den letzten Jahren eine erstaunliche Karriere hingelegt – und das am Schlagzeug, einem Instrument, an dem sonst oft die Männer dominieren. Den Echo Jazz hat sie gewonnen und den SWR Jazz Award – und der DAAD schickte sie für zwei Jahre an die Uni nach New York, wo sie ihre Technik noch verfeinern konnte. Heute ist Eva Klesse selbst Professorin und feiert mit ihrem Quartett Erfolge in ganz Europa. In Late Night Jazz stellt Eva Klesse ihr neues Album „Songs against Loneliness“ vor und sie erzählt, warum sie mittlerweile mehr als nur einen Koffer in Berlin hat.

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
BR-KLASSIK – Musik der Welt: Der Freigeist vom Albaicin – Der Flamencosänger Enrique Morente

Ein Porträt zu seinem 80. Geburtstag. Von Florian Heurich. Zuerst galt er als Rebell, der sich gerade unter den Puristen der Flamencokunst keineswegs nur Freunde machte. Mittlerweile ist er eine Legende und wird als einer der großen Neuerer des Flamenco verehrt. Enrique Morente kannte die Tradition dieser Musik genau, wusste um den Gesangsstil und die verschiedenen Formen des Flamenco. Er konnte den ganz ursprünglichen „cante jondo“ singen und war dennoch am Puls der Zeit. Er fusionierte den Flamenco mit Jazz, Rock oder Folklore aus anderen Ländern und literarisierte diese aus dem Volk hervorgegangene Musik, indem er Texte von Federico García Lorca, Antonio Machado oder Miguel Hernández vertonte.

Anlässlich des 80. Geburtstags von Enrique Morente am 25. Dezember zeichnet Florian Heurich das Porträt eines Flamencosängers, der auf die nachfolgende Generation wirkt wie wohl kein zweiter. Dabei kommen Weggefährten und aktuelle Musiker zu Wort.

23:15:00 | Ö1
Lisa Hofmaninger und Judith Schwarz im Gespräch, das Ralph Mothwurf Orchestra in Graz 2022

Die Schlagzeugerin Judith Schwarz und die Saxofonistin und Klarinettistin Lisa Hofmaninger sind nach vielen Jahren gemeinsamer Arbeit bestens aufeinander eingespielt: Sie bilden das Duo Sound Collector und die Rhythm-Section des Quintetts chuffDrone, weiters sind sie Teil von Christian Muthspiels Orjazztra Vienna. Für die im Dezember erscheinende Debüt-CD von Sound Collector (Edition Ö1 -Jazz Contemporary) haben sich die beiden Musikerinnen auf die Suche nach internationalen Kollaborateur:innen begeben und sind unter anderem in Rumänien, der Türkei und in Brasilien fündig geworden. Im Jazznacht-Studio erzählen Lisa Hofmaninger und Judith Schwarz von der Arbeit mit diesen unterschiedlichen Musikschaffenden. Aber auch die neue chuffDrone-CD „Mosaik“ wird thematisiert und vorgestellt.

Im Anschluss hören Sie ein Konzert des Ralph Mothwurf Orchestra, aufgezeichnet im Rahmen des Big Band Bang in Graz am 2. Mai 2022. Der gebürtige Linzer Ralph Mothwurf gilt als einer der talentiertesten jungen Orchester-Komponisten des Landes, sein Ensemble weiß auch live mit dem Programm der vielgelobten CD „Zelt“ zu überzeugen, wie im Rahmen dieser Jazznacht zu hören ist. Gestaltung: Xavier Plus


so – 18.12.2022


00:03 bis 02:00 | Bayern 2
radioJazznacht: Mit Peter Veit – Neues aus den Jazz-Charts

00:05:00 | Ö1
(Fortsetzung) Lisa Hofmaninger und Judith Schwarz im Gespräch, das Ralph Mothwurf Orchestra in Graz 2022

10:00 bis 11:00 | hr2-kultur
Alte und neue Weihnachtsmusik: 13 Konzerte der Union Europäischer Rundfunkanstalten

Es ist seit vielen Jahren Tradition: Im Advent stimmen wir Sie wieder mit internationaler Musik auf das bevorstehende Weihnachtsfest ein. Mit 13 Konzerten aus 11 Ländern erwarten Sie die unterschiedlichsten Stilrichtungen: von Alter Musik über Barock, Klassik und Romantik bis zu Jazz und Folklore.

Wie vielfältig die Musik zu Weihnachten klingt, können Sie im Stundentakt hören, dabei reisen wir von Helsinki und Göteborg über Prag und Paris bis nach Reykjavík und machen dabei dreimal Station in Deutschland: Konzerte aus München, Saarbrücken und Frankfurt sind auch dabei.

Aus München: BR-Chor; Max Hanft, Orgel; Béla Szerényi jr., Drehleier; Hansjörg Profanter, Lukas Gassner und Csaba Wagner, Posaunen; Marije Grevink, Violine; Christiane Hörr, Viola; Leitung: Howard Arman

Howard Arman: Weihnachtsgeschichte nach der apokryphen Offenbarung des Jakobus mit Musik von J.H. Schein, N. Zangius, H. Praetorius, H.L. Hassler und M. Vulpius (Aufnahme vom 11. Dezember aus dem Studio 1 des BR)

Die Weihnachtsgeschichte wird hier vollständig von Solisten in verschiedenen Rollen nach den Apokryphen erzählt, also nach Evangelien, die nicht von der Kirche authorisiert sind. Offiziell, nach der Bibel, kennen wir nur das Lukasevangelium, doch die apokryphen Texte sind genauer und alles basiert auf ihnen. Zum Beispiel findet die Heilige Familie Schutz in einer Höhle und nicht in einem Stall. Diese Erzählung wurde von Howard Arman geschrieben, der auch das Konzert dirigiert. Die Solisten kommen alle aus dem Chor.

17:10:00 | Ö1
Alessandro Alessandroni, der Kunstpfeifer von Ennio Morricone

Wer kennt sie nicht, die berühmten gepfiffenen Kantilenen in den Sergio-Leone-Western „Für eine Handvoll Dollar“ oder „Für ein paar Dollar mehr“? Für das Einspielen der Melodien haben Sergio Leone und Ennio Morricone ihren Jugendfreund Alessandro Alessandroni ins Studio geholt, der viel mehr als ein Kunstpfeifer war. Alessandroni (1925-2017) spielte mehr als 50 Instrumente und prägte den Sound der berühmten Italo-Western wesentlich mit. Seine Experimentierfreude war eine der Inspirationen für die Entwicklung von Ennio Morricones einzigartiger musikalischer Handschrift, die auch vom Einsatz außergewöhnlicher Instrumente und Geräusche (Peitschenschlag, Sitar, Okarina usw.) lebte. Mit seinem Chor „I Cantori Moderni di Alessandroni“ wurde Alessandro Alessandroni in den 1960er und 70er Jahren vielfach ins Studio geholt, beispielsweise von Piero Umiliani für das bekannte Stück „Mah Nà Mah Nà“. Alessandronis musikalische Bandbreite umfasste Ausflüge in viele Genres, von Kunstpfeifer-Parts in Strawinsky-Kompositionen über Barock-Jazz-Fusionen und Hirtenlieder aus dem Latium bis hin zu Musik für Western, Horrorfilme, Exploitation-Movies und „Giallo Criminale“-Soundtracks für Thriller. Er komponierte und spielte Experimental-und Ambient-Music-Alben ein, die inzwischen bei Plattensammlern Höchstpreise erzielen. Alessandro Alessandronis Musik wird heute auch mit Psychedelic Jazz, Crime-&-Mystery-Sounds, Dolce-Vita-Feeling, Afro-Funk und frühem Industrial-Sound assoziiert. Wir stellen also vor: Alessandro, „un fischio da Leone“ -“das Pfeiferl“ von Sergio Leone und Ennio Morricone. Gestaltung: Katja Schröckenstein; Redaktion: Rainer Elstner

18:30 bis 20:00 | Deutschlandfunk Kultur
Hörspiel: Überweben – Von Etel Adnan

Bearbeitung: Klaudia Ruschkowski und Ulrike Haage; Mit: Ilse Ritter, Valery Tscheplanowa und August Diehl; Komposition und Regie: Ulrike Haage; Ton und Technik: Thomas Monnerjahn und Gunda Herke; Produktion: Deutschlandfunk Kultur 2020. Länge: 56’17

Die Schriftstellerin und Malerin Etel Adnan schreibt über die Kunst des Webens. Ein poetisches Hörspiel nach ihren 1968 verfassten Briefen an ihre Freundin in Beirut − zur Bedeutsamkeit der ältesten Kulturtechnik der Menschheit.

Dem Hörspiel liegen Briefe Etel Adnans zugrunde. 1968 verfasst sie als Dozentin für Philosophy of the Arts am San Rafael College in Kalifornien zehn „Montagsbriefe“ an ihre Freundin Claire Paget in Beirut. Darin geht es um das sogenannte primitive Weben, die Kunst und das Forschungsgebiet der Weberin Ida Grae. Adnan berichtet von ihren Erfahrungen in einem zehnwöchigen Kurs, in dem sie Kunststudentinnen das Weben als ursprünglichen Akt im Umgang mit der Natur vermittelt und ihnen die Herstellung von Farben aus natürlichen Substanzen und von Webrahmen aus Fundstücken beibringt.

„Heute und im Zuge der Pandemie, die unmittelbar mit unserem Umgang mit der Natur und der maßlosen Ausbeutung des Blauen Planeten zu tun hat, haben Etel Adnans Briefe die Qualität einer Rückblende, eines Innehaltens, einer Reflexion, die wie Balsam für beschädigte oder verloren gegangene Seelen wirkt. Dazu zählen auch ihre vielen Assoziationen, die poetischen Einschübe, die Beschreibungen der Kulturrevolution der 60er-Jahre in Kalifornien. Zugleich zeugen die Briefe vom Zeitgeist eines widersprüchlichen Amerikas, damals wie heute gekennzeichnet von Rassismus, von der Unterdrückung der indigenen Völker.

Die zugrunde liegende Publikation „Life is a Weaving“ enthält Abbildungen einiger abstrakter Teppichentwürfe von Etel Adnan. Einem imaginären Bildbetrachter kommt die Aufgabe zu, sie für die Hörer ebenso sichtbar werden zu lassen wie die fantasievollen Teppiche der jungen Weberinnen und Weber in der vom Architekten Wissa Wassef begründeten Webschule im ägyptischen Harrania.“ (Ulrike Haage)

Etel Adnan (1925−2021) gehörte zu den wichtigsten Stimmen der arabischen Welt und galt als Grande Dame der arabischen Literatur. Sie war Schriftstellerin, Essayistin, Philosophin und Malerin. Ihre Bilder, Zeichnungen und Künstlerbücher waren 2012 in eigenen Räumen auf der documenta13 zu sehen. Hörspiele bei Deutschlandfunk Kultur u.a. „Schiff im Sturm Berg Mond Meer ganz und gar schwerelos. Etel Adnans Reise durch Leben und Länder“ (2008), „Nacht“ (2017, Hörspiel des Monats) und „A Funeral March for the first Kosmonaut“ (2019).

Ulrike Haage, geboren in Kassel, arbeitet an der Schnittstelle von Jazz, Avantgarde, klassischer Musik und Literatur. Neben ihrer Arbeit als Komponistin, Autorin und Regisseurin von Hörspielen schreibt sie Filmmusik und ist als Solopianistin und Scriptautorin tätig. Auszeichnung u.a. Günter-Eich-Preis für ihr Lebenswerk 2022. Sie lebt in Berlin.

19:30 bis 20:00 | Bayern 2
Musik für Bayern

Klassik, Pop und Jazz – Selbst gemacht! Mit Tobias Föhrenbach.

19:30 – 20:00 UHR | SWR2
SWR2 Jazz: Geschichte eines Jazzstandards (44): Fascinatin’ Rhythm

Von Hans-Jürgen Schaal. Tatsächlich war es am Anfang nur ein Rhythmus, der George Gershwin immer wieder verfolgte, wenn er am Klavier saß. Als er schließlich ein Musikstück daraus machte (1924), verfolgte dieser Rhythmus bald Millionen von Menschen. Die unregelmäßigen Scheintakte dieses Motivs erschwerten Ira Gershwin, dem Bruder des Komponisten, die Betextung und Fred Astaire, dem Meistertänzer, die Choreografie. Weil man über den „faszinierenden Rhythmus“ so richtig stolpern kann, hört man ihn selten bei lockeren Jamsessions. Dafür haben Arrangeure aller Art ihre Freude am Spiel mit der Unregelmäßigkeit.

19:34:00 | Ö1
Das Martin Listabarth Trio im Studio 2 des ORF Funkhauses

Martin Listabarth hat den Ruf eines Grenzgängers: Der Wiener, Jahrgang 1991, hat an der hiesigen Musikuniversität sowohl Jazz-als auch klassisches Klavier studiert. Neben seinen Soloklaviereinspielungen existiert auch ein Trioprojekt mit dem Bassisten Christian „Gidi“ Kalchhauser und dem Schlagzeuger Alex Riepl. Das doppelte Studium Listabarths schlägt sich in der Musik des Trios durchaus nieder. Neben Jazzeinflüssen etwa von Seiten der Tastenkünstler Esbjörn Svensson und Brad Mehldau tun sich auch Bezüge zur abendländischen Tradition auf: Die Kompositionen von Martin Listabarth erinnern in ihrem Fluss an Klavierwerke der Romantik. Und sie stellen sich demselben Anspruch wie ein Charakterstück jener Zeit, nämlich Stimmungsbilder zu malen. Diese Ö1 Radiosession wird gefördert durch die Verwertungsgesellschaft Rundfunk GmbH (VGR). Gestaltung: Klaus Wienerroither

20:55:00 | Ö1
Ramsey Lewis: „Them Changes“ (1970)

Der am 12. September d. J. verstorbene Ramsey Lewis war ein Jazzpianist, der es nie darauf angelegt hat, zu experimentieren oder sich einen intellektuellen Anstrich zu geben. Eingefleischte Jazzfans rümpfen deshalb auch gern ein bisschen die Nase: zu „smooth“, zu harmlos, zu kommerziell sei die Musik des 1935 in Chicago geborenen Afroamerikaners, der immer wieder auch gern die Pop-Hits der Zeit in leichten Showbiz-Jazz verwandelte. Doch wie fast immer lohnt es sich, zu differenzieren und genauer hinzuhören. In der großen Diskografie von Ramsey Lewis finden sich nicht nur einige Perlen aus der frühen Karrierephase, sondern auch aus genau jener Zeit, in welcher der kommerzielle Erfolg mit „Wohlfühlmusik“ sein Schaffen dominierte: allen voran der Mitschnitt eines Liveauftritts in Minneapolis vom Mai 1970, wo einfach alles zusammenpasste. Vor einem hörbar begeisterten Publikum spielen sich Ramsey Lewis an Klavier und Fender Rhodes, Gitarrist Phil Upchurch, Bassist Cleveland Eaton und Schlagzeuger Morris Jennings wie in Trance durch bekannte Gospel-Hits wie auch durch soulig-funkige Eigenkompositionen. Am Beginn steht eine cool­reduzierte, atemberaubende Interpretation des damals gerade brandaktuellen Hits „Them Changes“ von Buddy Miles, nach dem dann auch die beim Label Cadet erschienene Platte betitelt wurde. Perfekt aufeinander abgestimmt und mit viel Feingefühl grooven die vier, was das Zeug hält, und beweisen, dass auch „Happy-Jazz“ absolut mitreißend sein kann -vor allem live! Gestaltung: Michael Neuhauser

22:08 – 23:00 | Ö1
Kurt Schwertsik empfiehlt: Die Lieblingskompositionen von Kurt Schwertsik

Am 25. Juni feiert Kurt Schwertsik seinen 85. Geburtstag. Aus diesem Anlass haben wir ihn gebeten, für uns Musik zusammenzustellen, die ihn geprägt und inspiriert hat.

Schwertsik, am 25. Juni 1935 in Wien geboren, studierte in den 1950er-Jahren an der Wiener Hochschule für Musik und darstellende Kunst Komposition und Horn. Ab 1960 nahm er wiederholt an den Internationalen Ferienkursen für Neue Musik in Darmstadt teil, wo er unter anderen durch Karlheinz Stockhausen, Mauricio Kagel und John Cage wichtige Anregungen für seine kompositorische Arbeit erhielt. 1958 gründete er mit Friedrich Cerha das Ensemble „die reihe“, 1965 veranstaltete Schwertsik gemeinsam mit Otto M. Zykan in Wien die ersten „Salonkonzerte“, 1968 kreierte er für ein gemeinsam mit HK Gruber und Zykan gegründetes Ensemble den Namen „MOB art & tone ART“. Von 1989 bis zu seiner Emeritierung 2003 lehrte Schwertsik als ordentlicher Professor für Komposition an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst Wien. Gestaltung: Marie-Therese Rudolph

23.00 Uhr | Ö1
Kunstsonntag: Radiokunst – Kunstradio: „Social Music II“ – Folge 4:  On radio life, zusammenstellt von Brandon LaBelle

Die vierteilige Ö1 Kunstradio-Serie „Social Music II“ markiert das 20-jährige Jubiläum der ersten Ausgabe von „Social Music“, die von Brandon LaBelle kuratiert wurde, produziert vom Ö1 Kunstradio.

„Social Music II“ beschäftigt sich mit Klang als sozialem Material sowie mit der Art und Weise, wie das Hören dynamische Formen der Relationalität ermöglichen kann. Von Stimme und Sprache bis hin zu den konsonanten und dissonanten Klängen, die das Zusammensein prägen, erforscht die Reihe, wie Klang auf unterschiedliche Weise zur Gestaltung von Gemeinschaft beiträgt.

Sound wird oft als eine Kraft angesehen, die Verbindungen schafft. Von der resonanten bis zur rhythmischen Synchronisation, von der Schwingungsverbindung bis zur klanglichen Einstimmung – Klang führt zu einer Reihe von Beziehungsintensitäten. In Zusammenarbeit mit einer Gruppe von Soundkünstlern und -forschern wird der Klang als Beziehungskraft untersucht. Indem die Erfahrung klanglicher Intimität sowie die Art und Weise, wie der Sound uns in Kontakt bringt in den Mittelpunkt gerückt und untersucht werden.

Intimität und die einfühlsame Betreuung werden zu Bezugspunkten, die zu einem klanglichen Erkenntnisprozess führen. Denn Intimität bedeutet nicht nur, den Dingen nahe zu kommen, sondern auch, andere auf eine Art und Weise kennenzulernen, die das eigene körperliche, affektive Empfinden tiefgreifend prägt. In diesem Sinne geht es in der Arbeit um eine Radikalisierung der Sympathie, indem eine Ästhetik des Kontakts zum Ausdruck gebracht wird, indem Gesten der Fürsorge und des Schutzes ausgeübt sowie Situationen der Annäherung geschaffen werden. Sie suggerieren eine Art mehr-als-soziale Bewegung, die ein mehr-als-soziales Zuhören erfordert.

 

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