Jazz im Radio. Foto/Montage: Hufner
Jazz im Radio Foto: Hufner

Die erweiterte Jazz-Radiowoche vom 05.12. bis 11.12.2022

Ein kleiner Blick in die Radiowoche 49. Die Übersicht zum Download als PDF. Alle Angaben ohne Gewähr. Ergänzt mit den tollen Sendungen zur Neuen Musik von BR-KLASSIK und Ö1.

Inhalt


Senderliste:



mo – 05.12.2022


19:30:00 | Ö1
Michael Mantlers „Songs“ im Oktober 2022 im Wiener Porgy & Bess

An sich hatte Michael Mantler nach Realisierung seines Projekts „Coda -Orchestra Suites“ (2021 bei ECM erschienen) entschieden, keine neue Musik mehr schreiben zu wollen -angesichts der bereits vorliegenden Werke, die zumeist nur einmal aufgeführt worden sind. Der Hartnäckigkeit des britischen Klarinettisten Gareth Davis ist es zu verdanken, dass Mantler, der mittlerweile 79-jährige, in St. Pölten aufgewachsene Trompeter und Komponist, der in den 1960er Jahren Teil der New Yorker Avantgarde­Jazz-Szene war und mit den Aufnahmen des Jazz Composers’ Orchestra Geschichte schrieb, doch noch umdachte. Mit der verlockenden Aussicht, seine Musik erstmals von einem siebenköpfigen Vokalensemble, begleitet von Marimba und einem fünfköpfigen Blechbläsersatz, aufgeführt zu sehen, adaptierte Mantler einige Partituren aus seinen Arbeiten „Many Have No Speech“ (1988 auf Tonträger erschienen), „Cerco un paese innocente“ (1995) und „Comment c’est“ (2017) für ein neues Programm namens „Songs“. Die Texte von Samuel Beckett, Ernst Meister, Giuseppe Ungaretti und Mantler selbst behandeln ­erschreckend aktuell -das Grauen des Kriegs im Besonderen und die Conditio humana im Allgemeinen. Am 17. Oktober 2022 waren die „Songs“ nach der Premiere beim Festival Jazz Goes to Town in Hradec Králové im Porgy & Bess in Wien zu erleben, mit Marko Ivanovic als Dirigent eines aus tschechischen Musiker:innen bestehenden Ensembles sowie Gareth Davis (Bassklarinette) und Michael Mantler (Trompete) als Solisten. Gestaltung: Christian Bakonyi

20:04 bis 22:00 | WDR 3
WDR 3 Konzert: Zum 100. Geburtstag von Dave Brubeck

Dave Brubeck zählt bis heute zu den bekanntesten Vertretern des Modern Jazz. Als Bandleader und Pianist versuchte er schon in den Sechzigern Jahren Jazz mit europäischer Konzertmusik zusammenzuführen.

Dave Brubeck zählte mit seiner Combo zu den erfolgreichsten Künstlern seiner Zeit, sein Album „Time Out“ von 1959 verkaufte sich millionenfach. Zusammen mit seinem Quartett, zu dem auch der herausragende Saxofonist und Komponist Paul Desmond gehörte, hat er der Nachwelt viele „Evergreens“ hinterlassen, darunter Titel wie „Take Five“ oder „Blue Rondo à la Turk“. Die reduzierten und lässigen Melodien waren Brubecks Markenzeichen, ebenso das raffinierte Spiel mit ungeraden Rhythmen. Am 5. Dezember jährt sich Brubecks Todestag zum zehnten Mal – am Tag vor seinem Geburtstag. Grund genug, den Cool Jazz à la Brubeck auch mal im selten gehörten Big Band-Kontext zu präsentieren, die Arrangements stammen von Stefan Pfeifer-Galilea.

WDR Big Band, Arrangement und Leitung: Stefan Pfeifer-Galilea. Aufnahme aus dem Kölner Funkhaus

22:04 bis 23:00 | WDR 3
WDR 3 Jazz: CHAINO – Night of the Spectre

22:30 bis 23:00 | hr2-kultur
Jazz Now:Aus dem Dschungel der Neuveröffentlichungen

Am Mikrofon: Jürgen Schwab. Heute mit: Dezron Douglas: Atalaya | Bangkok Lingo: Tomorrow’s Finally Here | Karl Berger & Kirk Knuffke: Heart is a Melody

23:03 – 24:00 | Ö1
Streichquartett als virtuoses Rieseninstrument – Neue Musik auf der Couch. Thomas Wally analysiert „Tetras“ von Iannis Xenakis (1983)

Bekannterweise vergleicht Goethe in einem Brief an Carl Friedrich Zelter das Streichquartettspiel mit einem Gespräch: „Man hört vier vernünftige Leute sich untereinander unterhalten, glaubt ihren Discursen etwas abzugewinnen und die Eigenthümlichkeiten der Instrumente kennen zu lernen.“ Es ist anzunehmen, dass Goethes Dictum nach Bekanntschaft mit „Tetras“, dem 2. Streichquartett von Iannis Xenakis, anders ausgefallen wäre.

So manche „Eigenthümlichkeiten der Instrumente“ hätte Goethe zwar kennengelernt, der Vergleich mit einem Gespräch von vier Leuten erscheint jedoch ausgesprochen unpassend. Viel besser greift Goethes Aussage über Paganini: Von einer „Flammen- und Wolkensäule“ ist die Rede, womit eine der wesentliches Eigenschaften von „Tetras“ benannt ist – über weite Strecken erscheinen die vier Instrumente wie eine Einheit, beziehungsweise wie ein Rieseninstrument, oder besser: wie ein Schwarm, der sich einer verborgenen Eigengesetzlichkeit folgend höchst virtuos selbstorganisiert.

Thomas Wally, neben seiner Tätigkeit als freischaffender Komponist und Violinist auch an der Wiener Musikuniversität als Senior Lecturer in musiktheoretischen Fächern aktiv, betrachtet „Tetras“ aus (hör)analytischer Perspektive: Was hören wir, wenn wir dieses Werk hören? Worauf können wir achten? Was sind Besonderheiten, denen wir Aufmerksamkeit schenken sollten? Den Hörer/innen werden analytische Tools bereitgestellt, mit deren Hilfe diese Musik mit einem geschärften Fokus wahrgenommen werden kann. Gestaltung: Thomas Wally, Redaktion: Rainer Elstner

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
BR-KLASSIK – Jazztime: Jazztoday

Neuer deutscher Klavierjazz: Mit den Pianisten Michael Wollny, Benjamin Lackner, Lorenz Kellhuber und Thilo Seevers. Auswahl und Moderation: Henning Sieverts


di – 06.12.2022


01:05 bis 05:00 | Deutschlandfunk Kultur
Tonart: Jazz

20:05 – 21:00 UHR | SWR2
SWR2 Jazz Session: Aus dem Archiv: Cheek to Cheek – Ella Fitzgerald & Count Basie Orchestra in Stuttgart 1970

Von Nina Polaschegg. Immer wieder finden sich unsagbare Klangschätze in den Archiven des SWR. Heute: Nikolaus mit Ella – die Redaktion hat für diese Sendung ein Konzert mit Ella Fitzgerald und dem Count-Basie Orchestra ausgegraben. Im Rahmen ihrer Europatournee 1970 traten sie in der Stuttgarter Liederhalle auf. Wie alle Konzerte versetzten sie auch das dortige Publikum in wahre Begeisterung. Mit ihren mitreißenden Interpretationen von Klassikern wie „Lady be good“, „St. Louis Blues“, „I ain’t got nothing but the Blues“, „Cheek to Cheek“ und zahlreichen anderen.

21:05 bis 22:00 | Deutschlandfunk
Jazz Live: Druckvoll und flexibel

Gard Nilssen Acoustic Unity: André Roligheten, Saxofone; Petter Eldh, Kontrabass; Gard Nilssen, Schlagzeug. Aufnahme vom 17.8.2022 bei der Cologne Jazzweek im Stadtgarten, Köln. Am Mikrofon: Thomas Loewner

„Elastic Wave“ heißt das aktuelle Album des Trios Acoustic Unity um den norwegischen Schlagzeuger Gard Nilssen. Ein treffender Titel: Die dynamischen Klänge der seit acht Jahren bestehenden Band rollen wie tosende Wellen über ihre Zuhörer hinweg. Doch mittendrin lassen sie Platz für Inseln der Ruhe. Das Kraftzentrum von Acoustic Unity bilden das straffe Schlagzeugspiel Nilssens und die kantigen, aber flexiblen Bassläufe des Schweden Petter Eldh. Beides bereitet dem Saxofonisten André Roligheten eine Bühne für sein glühend intensives Spiel, manchmal auf Tenor- und Sopransaxofon gleichzeitig. Das weckt Erinnerungen an Rahsaan Roland Kirk, und auch sonst steckt die Musik des Gard Nilssen Trios voller Querverweise: Amerikanische Vorbilder wie die Schlagzeuger Tony Williams und Jack DeJohnette oder Saxofonisten wie Ornette Coleman und Albert Ayler sind deutlich herauszuhören. Aber auch die europäischen Wurzeln der Gruppe bleiben immer spürbar, Fixpunkte sind hier etwa die frühen, noch roh-energetischen Quartettaufnahmen von Jan Garbarek.

22:00 bis 00:00 | Bremen Zwei
Jazz Grooves

Die ganze Welt des Jazz. Bekannte Namen, Newcomer und spannende Entdeckungen, Höhepunkte aus der Jazzgeschichte, besondere Jazzereignisse und Tipps zum Konzertgeschehen der Region.

22:04 bis 23:00 | WDR 3
WDR 3 Jazz

22:30 bis 23:00 | hr2-kultur
Jazz and More: An den Rändern des Jazz

Am Mikrofon: Timo Kurth. Heute mit: Matt Carmichael: Marram | Arifa: Danubian Voyage | The Bottomline: Forgotten Stars

23:03 – 24:00 | Ö1
Neue Musik und Literatur aus Vorarlberg (2) – Texte und Töne. Zeitgenössische Musik im Funkhaus Dornbirn (2)

Jedes Jahr Anfang November steht im Funkhaus in Dornbirn die zeitgenössische Musik und Literatur im Mittelpunkt. Beim Festival Texte und Töne präsentieren heuer das Symphonieorchester Vorarlberg und das ensemble plus Werke unter anderem von Gerald Futscher, Rudi Spring, Kaija Saariaho, Benny Omerzell und Klaus Lang. Insgesamt sind sechs Uraufführung zu hören. Bei Texte und Töne sollen sich zeitgenössische Literatur und Musik gegenseitig beeinflussen und inspirieren und dadurch etwas neues entstehen. Wir senden diese Aufnahme vom 5. November 2022 heute in „Das Ö1 Konzert und „Zeit-Ton“. Gestaltung: Stefan Höfel

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
BR-KLASSIK – Jazztime: News & Roots

Neues aus Bayern: Mit dem Augsburger Vibraphonisten Wolfgang Lackerschmidt und den beiden Münchnern Stefan Weiser (Klavier) und Jörg Widmoser (Geige). Auswahl und Moderation: Henning Sieverts


mi – 07.12.2022


19:05 bis 19:30 | BR-KLASSIK
BR-KLASSIK – Classic Sounds in Jazz: Die ruhige Stärke des Jazz

Aufnahmen mit Jane Ira Bloom, Regina Carter, John Ellis, Yuri Honing, Samara Joy und anderen. Moderation und Auswahl: Beate Sampson

21:05 – 22:00 UHR | SWR2
SWR2 NOWJazz: Gold Box – Die besten Jazzalben 2022

Von Günther Huesmann. Zeit für eine kleine Auslese. Was waren die gelungensten und spannendsten Jazz-Aufnahmen des Jahres 2022? Welche Produktionen ragen aus der Flut der Neuerscheinungen heraus? Wie heißen die lohnenden aktuellen Jazz-Alben, die die Szene besonders beschäftigt und geprägt haben? Und: Welche historischen Reissue-Projekte haben im vergangenen Jahr begeistert? Ein Jahres-Rundblick über alle stilistische Felder hinweg – ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

22:30 bis 23:00 | hr2-kultur
Jazzfacts: What’s going on? – Features, Interviews und was die Szene (um-)treibt

Am Mikrofon: Sarah Seidel. Marialy Pacheco ist eine Geschichtenerzählerin und die einzige kubanische Jazzpianistin von Weltrang. Jetzt präsentiert die inzwischen in Deutschland lebende Musikerin ihr zwöftes, ihr berührnstes und reiftes Werk, auf dem bis auf zwei kubanische „Standards“ nur Eigenkompositionen enthalten sind.

22:30 bis 23:00 | WDR 3
WDR 3 Jazz

23:03 – 24:00 | Ö1
Rückblick, Vorschau und aktuelle Veröffentlichungen – Zeit-Ton Magazin

Jeden Mittwoch präsentieren wir Ihnen ausgesuchte Veranstaltungstipps für die kommenden sieben Tage und die spannendsten Neuveröffentlichungen. Gestaltung: Heinrich Deisl

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
BR-KLASSIK – Jazztime: Jazz aus Nürnberg: Jazz & Beyond – „In a winter’s night“

Mit Aufnahmen von Keith Jarrett, Diana Krall, dem Tarkovsky Quartets, von Sarah Vaughan und anderen. Moderation und Auswahl: Beatrix Gillmann

Am Abend, wenn das Licht schwindet, legt die Nacht ihren schwarzen Mantel an. Der Autolärm in der Stadt nimmt ab, Stille kehrt ein. Kreativ Arbeitende schätzen diese ruhige Atmosphäre. Auch andere Nachtaktive sind nun unterwegs: Musikerinnen und Musiker etwa, die nach dem Konzert noch mit dem Auto zurückfahren und erst in den frühen Morgenstunden ins Bett kommen. Nachtschwärmer, Traumdeuter und Schlafwandler – sie möchten schlafen, doch wachen auf – war da ein Geräusch? In der Nacht kommen sie einem unheimlicher vor. Viele Seiten hat die Nacht. Ihre ständigen Begleiter sind neben der Dunkelheit, die Träume und – der volle Mond, der weit oben am Himmel leuchtet.

Eine Bandbreite an Songs und Musikstücken zum Thema „Nacht“ gibt es. Beatrix Gillmann traf für ihren nächtlichen Spaziergang eine Auswahl, die sie unter das Motto „In a winter’s night“ stellte: Von „Nocturno“, geschrieben von der Klarinettistin Anat Cohen, über „Nuit blanche“, eine Komposition des französischen Pianisten François Couturier, bis hin zum Jazz-Evergreen „Night and Day“.


do – 08.12.2022


17:10:00 | Ö1
Ein Posterboy kommt in die Jahre: Brian Molko

Am 10. Dezember 2022 feiert der britische Musiker Brian Molko seinen 50. Geburtstag. Als Sänger und Gitarrist des Rocktrios Placebo hat er Weltruhm erlangt und prominente Fans wie David Bowie gewonnen. Mit Bowie hat Molko zudem Aufnahmen gemacht. Der aus einer sehr religiösen Familie stammende Musiker hat sich früh von gesellschaftlichen Konventionen befreit und war mit seinem androgynen Aussehen so etwas wie ein Nachfolger des David Bowie der 1970er Jahre und ein Pin-up für unzählige männliche und weibliche Teenager. Sein markant-nasaler Gesang und die hymnischen Songs von Placebo waren und sind bei all ihrer Massentauglichkeit immer auch sophisticated. Brian Molko hat sich dank seiner fließenden Französischkenntnisse auch sehr überzeugend als Chansonsänger präsentiert. Eine Würdigung aus Anlass seines Eintretens in den Reigen der Fiftysomethings. Gestaltung: Klaus Wienerroither

21:05 bis 22:00 | Deutschlandfunk
JazzFacts: Klar, wild, beweglich – Die koreanische Schlagzeugerin Sun-Mi Hong

Von Anja Buchmann. Mit 17, nach fünfjähriger Überzeugungsarbeit bei ihren Eltern, durfte sie endlich Schlagzeugunterricht erhalten. Vorher übte Sun-Mi Hong mit Essstäbchen. Die Koreanerin hat zunächst in Seoul, dann in Amsterdam Musik studiert und gehört zu den spannendsten Talenten der jungen niederländischen Jazzszene. Dort ist sie u.a. im Quintett des Gitarristen Teis Semey präsent, in der Großformation der Sängerin und Bassistin Fuensanta, im Duo mit Trompeter Alistair Payne und natürlich mit ihrem eigenen Quintett. Drei Alben hat die junge Schlagzeugerin in der Besetzung Trompete, Saxofon, Klavier, Bass, Schlagzeug aufgenommen, das letzte erschien im November 2022. Ihr Spiel und ihre Kompositionen sind zugleich fließend und kraftvoll. Neben dem Drumset nutzt sie Perkussionsinstrumente oder Glöckchen, mal improvisiert sie frei, mal swingt ihre Musik dezent und lässt asiatische Bezüge aufblitzen.

22:04 bis 23:00 | WDR 3
WDR 3 Jazz

22:05 bis 23:00 Uhr | BR-KLASSIK
Horizonte: Musik der Gegenwart

Lera Auerbach: „Postlude“, op. 47 b (La Pietà, Violine und Leitung: Angèle Dubeau); „I walk unseen“ (Lola Descours, Fagott; Paloma Kouider, Klavier); „Icarus“ (Bamberger Symphoniker: Stefan Solyom); „Ten Dreams“, op. 45 (Lera Auerbach, Klavier); „Speak, memory“ (Hilary Hahn, Violine; Cory Smythe, Klavier)

22:30 bis 23:00 | hr2-kultur
Jazz Now: Aus dem Dschungel der Neuveröffentlichungen

Am Mikrofon: Daniella Baumeister. Heute mit: Johannes Haage: Drift | Gregor Hübner, Richie Beirach, Veit Hübner: Testaments | Was nun: Voyage

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
BR-KLASSIK – Jazztime: All that Jazz

Man merkt es nicht nur an den Lebkuchen im Verkaufsregal: Das Jahr eilt in großen Schritten voran und bereits im September wurden die ersten Weihnachtsalben rausgeschickt. Allerdings ist kaum etwas wirklich pfiffig Neues im Angebot und daher sei in dieser Runde nur ein charmantes Programm der Jazzrausch Bigband ausführlicher erwähnt. Außerdem geht es noch mehr zu feiern, den 70.Geburtstag von Mathias Rüegg zum Beispiel, einst Master Mind des Vienna Art Orchestra, inzwischen Mentor des kreativen Nachwuchses. Moderation und Auswahl: Ralf Dombrowski


fr – 09.12.2022


19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Französische Klangsinnlichkeit und deutsche Formstrenge – Zum 200. Geburtstag des Komponisten César Franck

Eine Sendung von Klaus Meyer

21:05 bis 22:00 | Deutschlandfunk
On Stage: Neue Visionen für ghanaische Highlife-Musik – Die Band Santrofi aus Accra

Aufnahme vom 10.7.2022 beim Rudolstadt-Festival. Am Mikrofon: Babette Michel. Highlife, die Popmusik Ghanas, entstand vor etwa 100 Jahren, als einheimische Musiker für die Kolonialherren spielen mussten – so traf traditionelle ghanaische Musik auf westlichen Jazz. Viele ghanaische Jugendliche halten diese Musik heute jedoch für überholt. Das will der Bassist Emmanuel Kwadwo Ofori ändern und hat mit Highlife-Legenden wie dem Gitarristen Ebo Taylor und dem Sänger Pat Thomas gespielt. „Highlife ist Nischenmusik, ja“, sagt er. „Aber wir machen sie wieder aufregend.“ Dafür hat er die Band Santrofi gegründet, mit starker Rhythmussektion aus Perkussion und Schlagzeug und den Foot Cowbells als Herzstück. Dazu Gitarren, Gesang, Keyboards, Trompete und Posaune. Santrofis Ziel: Ermutigung, positive Stimmung und gute Energie.

22:04 bis 23:00 | WDR 3
WDR 3 Jazz

23:03 – 24:00 | Ö1
Dorian Concept – vom Bedroom Producer zum Komponisten – Der Produzent, Komponist und Musiker Dorian Concept im Zeit-Ton Portrait

Der 1984 in Wien als Oliver Thomas Johnson geborene Dorian Concept gehört zur ersten Generation von Musikschaffenden, die sich selbst als Bedroom Producers bezeichnen. Dieser Begriff beschreibt das Schreiben, Aufnehmen in und auch Veröffentlichen von Musik aus dem eigenen Schlafzimmer. Möglich geworden ist dies durch das Aufkommen von Musikaufnahmeprogrammen die auf jedem PC zuhause einsetzbar sind, in Kombination mit kleinen Keyboards und Synthesizern. Beim Ausprobieren von solchen Synthesizern hat sich Dorian Concept gefilmt und diese Kurzvideos anschließend auf Youtube gestellt – und damit große Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Seit dieser Zeit in den Nullerjahren ist Dorian Concept zum gefeierten Musiker und Produzenten avanciert. Er war als Keyboarder auf Tour in der Liveband des DJ und Produzenten Flying Lotus, auf dessen Label Brainfeeder Johnson heute seine Musik veröffentlicht, zuletzt das Album „What We Do For Others“ im Oktober 2022. Zwischenzeitlich komponierte er unter anderem das 40-minütige Stück „Hyperopia“ für das Klangforum Wien und spielte im Rahmen des Elevate Festivals auf dem berühmten Max Brand-Synthesizer. Dorian Concept hat mit Zeit-Ton über sein neues Album gesprochen und lässt im Rahmen dieses Portraits auch einige Highlights seiner Karriere Revue passieren.   Gestaltung: Xavier Plus

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
BR-KLASSIK – Jazztime: BR Jazzclub – „Hundert Prozent Spaß!“

Groovende, sperrige, komplexe und sinnliche Musik komponiert und herausragend gespielt vom Olga Reznichenko Trio. Mit Olga Reznichenko (Klavier), Lorenz Heigenhuber (Kontrabass) und Max Stadtfeld (Schlagzeug). Aufnahme vom 28. Juli 2022 im Münchner Jazzclub Unterfahrt. Moderation und Auswahl: Ulrich Habersetzer


sa – 10.12.2022


14:05 bis 15:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Französische Klangsinnlichkeit und deutsche Formstrenge – Zum 200. Geburtstag des Komponisten César Franck

Eine Sendung von Klaus Meyer

17:05 bis 17:55 | Bayern 2
Jazz & Politik: Politisches Feuilleton

18:05 bis 19:00 | BR-KLASSIK
BR-KLASSIK – Jazz und mehr: Die Spanischen

Aufnahmen vom Festival „grenzenlos“ 2022 in Murnau. Aufnahmen vom 14. bis 16. Oktober 2022 aus dem Kultur- und Tagungszentrum Murnau – mit Musik von und mit Jan Depreter, dem Daniel Garcia Trio und dem Antonio Lizana Trio.. Moderation und Auswahl: Roland Spiegel

19:00 bis 20:00 | hr2-kultur
Live Jazz: Holger Marjamaa Trio feat. Hadrien Feraud | Jazzkaar Festival, Estland, Mai 2021

Am Mikrofon: Jürgen Schwab. Holger Marjamaa Trio feat. Hadrien Feraud || Holger Marjamaa, p | Hadrien Feraud, b | Jussi Lehtonen, dr | Jazzkaar Festival, Auditorium, Kumu, Estonian Art Museum, Tallinn, Estland, Mai 2021

20:04 bis 23:00 | WDR 3
WDR 3 Konzert live: Las Cosas de la Vida

In seinen Songs zieht Raul Midón gerne unterschiedliche Register von Pop, Soul, Folk und Latin. Mit diesem Projekt kommt eine weitere Facette hinzu, wenn der Singer-Songwriter mit der WDR Big Band diesmal ein ganzes Jazzorchester hinter sich hat.

Viele kennen Raul Midón in Kleinstbesetzung: Als Singer-Songwriter und Gitarrist hat er rund ein Dutzend Solo-Alben veröffentlicht. Seine musikalische Karriere begann er zunächst als Backgroundsänger bei Latino-Stars wie Shakira, bevor er vor rund 20 Jahren eine Solo-Karriere startete und fortan auch mit Jazz-Größen wie Paquito D’Rivera oder Herbie Hancock zusammenarbeitete. Wenn Raul Midón mit seiner Gitarre nun zum ersten Mal zur WDR Big Band kommt, dreht sich vieles um lateinamerikanische Klänge. Mit Einflüssen aus Kuba, Puerto Rico, Mexiko und Argentinien wird der begnadete Musiker die vielen Facetten der Liebe besingen.

Raul Midón, Gitarre und Gesang; Marcio Doctor, Percussion; WDR Big Band, Arrangement und Leitung: Vince Mendoza. Übertragung aus dem Kölner Funkhaus

22:03 – 23:00 UHR | SWR2
SWR2 Jazztime: Dizzy Gillespie – Die Erfindung des modernen Jazz

Von Hans-Jürgen Schaal. „Der Erbauer der Trompete wusste, dass man manche Dinge auf diesem Instrument nicht spielen kann. Aber er hat vergessen, es Dizzy zu sagen – und der spielte sie einfach.“ So formulierte es der Bandleader Benny Carter. Dizzy Gillespie (1917 – 1993) war nicht nur einer der wichtigsten Trompeter des Jazz. Er war der Vater des Bebop, gab diesem Stil einen Namen, einen Slang, eine Mode und ein fröhliches Gesicht. Als er Bebop auch mit großer Besetzung spielte, revolutionierte Gillespie außerdem die Bigband. „Er hat 75 Prozent des modernen Jazz geschaffen“, sagte Count Basie einmal über ihn.

23:00 bis 00:00 | rbbKultur
Late Night Jazz: Unsung Heroes / Musicians’ Musicans – Auf der Spur verlorener Spuren

Unsung Heroes – Man kennt sie, beziehungsweise man kennt sie nicht, MusikerInnen, die nie so bekannt wurden wie sie bedeutend waren. Ein früher Tod, Drogen und Alkohol, zu wenig Standing und zu schüchtern, zur falschen Zeit am falschen Ort – die Gründe sind mannigfaltig, warum erst Jahre später (oder auch gar nicht) deren Leistung erkannt wurde.

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
Musik der Welt: Weihnachtswahn und Wirklichkeit – Vorweihnachtlichte Impressionen aus Norditalien

Wenn der Trentiner Bergsteiger-Chor im Wohnzimmer singt und der Baum schon am 8. Dezember steht, wenn der Weihnachtsmann sich bei Jingle Bells in der Spielzeugabteilung verlaufen hat, dann ist es wieder soweit. Was ist Weihnachtswahn und was ist Wirklichkeit? Hilfe, Weihnachten steht vor der Tür … Zum ersten Mal schriftlich erwähnt wird Weihnachten im Jahr 336. Gefeiert wird es in vielen Ländern am 24. Dezember. Zwölf Tage dauert das Fest, bis Epiphanias, am 6. Januar. Was hat es südlich der Alpen mit Weihnachten auf sich? Gibt es hier auch das innige, das echte, das wirkliche Weihnachten. Das von damals, als die Hirten mit ihren Dudelsäcken von den Bergen kamen, um für zwei Gläser Grappa aufzuspielen? Jenseits von Kitsch ist es wieder einmal die Kunst der Cantautori, womit Italien sich hören lassen kann. Eine ganze Reihe Liedermacher haben sich auseinandergesetzt mit dem Thema Weihnachten. An Weihnachten ist einfach viel mehr möglich als sonst. Eine Sendung von Friederike Haupt

23:20:00 | Ö1
Mathias Rüegg im Interview, Gordon/Cole beim INNtöne-Tastenfestival 2022

Mit Mathias Rüegg feiert eine der prägendsten Figuren der österreichischen Jazzszene seit den 1970er Jahren am 8. Dezember ihren 70. Geburtstag. Der gebürtige Schweizer setzte als Gründer und Leiter des Vienna Art Orchestra (1977-2010), als Initiator des Wiener Jazzclubs Porgy & Bess (1993) sowie der Hans-Koller-Preise (1996-2010) nachhaltige, international beachtete Akzente. In den vergangenen Jahren ist Rüegg vor allem durch seine Arbeit mit der oberösterreichischen Sängerin Lia Pale hervorgetreten -wie auch mit dem in der Pandemie entstandenen Klavierzyklus „Solitude Diaries“. Im Interview mit Andreas Felber wirft Mathias Rüegg Schlaglichter auf die Vergangenheit und spricht über sein aktuelles und -wie er sagt -“finales Projekt“ namens „Das blaue Klavier“.

Im Anschluss präsentiert Gerhard Graml das Duokonzert zweier vielversprechender Newcomer des britischen Jazz beim INNtöne-Tastenfestival in Oberösterreich: Am 4. Juni 2022 stellten sich dort der aus Birmingham stammende Saxofonist Xhosa Cole und der Londoner Pianist Deschanel Gordon vor, letzterer aktuell auch im Quartett von Saxofonistin Nubya Garcia tätig. Die beiden servierten ausgewählte Standards von Gershwin bis Ellington, Eigenkompositionen und Thelonious-Monk-Tunes in überraschungsreicher Lesart.

Außerdem: Musik des New Yorker Baritonsaxofonisten Cecil Payne, der u. a. durch Aufnahmen in den Bands von Dizzy Gillespie, John Coltrane und Randy Weston bekannt geworden ist, und der am 14. Dezember 2022 seinen 100. Geburtstag gefeiert hätte. Gestaltung: Gerhard Graml


so – 11.12.2022


00:05:00 | Ö1
(Fortsetzung) Mathias Rüegg im Interview, Gordon/Cole beim INNtöne-Tastenfestival 2022

14:00 bis 16:00 | hr2-kultur
Menschen und ihre Musik: Cellofee mit Entdeckerfreude: Raphaela Gromes

Die Cello-Botschafterin vom Starnberger See – so wird Raphaela Gromes auch schon mal genannt. Tatsache ist: ihr Cellobogen verwandelt sich regelmäßig in einen Zauberstab. Dann nämlich holt sie die erstaunlichsten Werke aus dem Dornröschenschlaf und bringt sie zum Funkeln.

Menschen und ihr Musik mit einer Cellofee! Dafür hat Raphaela Gromes ihre Top 10 mitgebracht, und es geht querbeet von Cello über Oper, Salsa, Jazz und Pop.

19:19 – 20:00 UHR | SWR2
SWR2 Jazz: Der Feinpolierer – Erinnerungen an den Produzenten Creed Taylor

Von Henry Altmann. Er war Erfinder, Feinschleifer, Erfolgsmensch. Creed Taylor schrieb, nein, er produzierte Jazzgeschichte. Ohne ihn hätte es weder die Bossa Nova-Welle noch das Label Impulse! gegeben, nicht die Blockbuster von Verve in den 1960er-Jahren und den Erfolgssound des Labels CTI danach. Taylor brachte Jazz in den Mainstream und Mainstream in den Jazz. Er half Musikern wie Stan Getz, John Coltrane oder Wes Montgomery, sich neu zu erfinden und setzte Standards bezüglich Design und Packaging von LPs. Am 22. August starb einer der einflussreichsten Produzenten der Jazzgeschichte im Alter von 93 Jahren.

20:04 bis 21:30 | SR2 KulturRadio
JazzNow: Jazz im Schloss – Omer Klein Trio

Mitschnitt vom 19.10.2022 im Saarbrücker Schloss

22:08 – 23:00 | Ö1
Quatuor Diotima spielt Furrer bei Wien modern (1/3) – Das Streichquartett Nr. 1 von Beat Furrer

Wien Modern 2021 widmete Beat Furrer, einem der bedeutendsten lebenden Komponisten, einen Schwerpunkt – mit drei Uraufführungen, zwei österreichischen Erstaufführungen, sämtlichen Streichquartetten und zwei Abenden als Dirigent. Pandemiebedingt konnten nicht alle geplanten Konzerte im Jahr 2021 umgesetzt werden, ein Teil wurde auf 2022 verschoben. „Zeit-Ton“ greift die Idee der Präsentation aller vier Streichquartette als individueller „Konzertsaal im Wohnzimmer“ auf und führt die beiden Wien Modern-Jahrgänge in drei Sendungen zusammen.

Als Interpret dieser herausfordernden Stücke war das Pariser Quatuor Diotima im Wiener Konzerthaus und im Musikverein zu Gast und setzte damit seine Reihe an Gesamtaufführungen – zuletzt Schönbergs Quartette vor fünf Jahren – fort. Das Ensemble, 1996 von Absolventen des Conservatoire National Supérieur de Musique de Paris gegründet, zählt zu den weltweit gefragtesten Formationen zeitgenössischer Musik und hat mit vielen Komponistinnen und Komponisten unserer Zeit zusammengearbeitet.

Die Entstehungszeit der Streichquartette Beat Furrers erstreckt sich von 1984 bis heute. Anhand dieser exemplarischen Stücke lässt sich seine kompositorische Entwicklung in der konzentrierten Dichte des Quartetts kursorisch ableiten: Im ersten Streichquartett setzt Furrer streckenweise die freie Mobileform ein, die die Musiker:innen zu Mitgestalter:innen im Ablauf und der Reihenfolge von bestimmten Passagen macht, eine Technik, die Furrers prägender Lehrer Roman Haubenstock-Ramati entwickelt hat. Im zweiten kommt dem Geräusch eine immer größer werdende Bedeutung zu. Im dritten, dem längsten mit knapp 50 Minuten, lässt er sich auf die Struktur der Klänge ein und lässt daraus die Komposition erwachsen. Und schließlich die knapp zwanzigminütige Uraufführung, in der Furrer nach neuen Formen der melodischen Gestaltung sucht.

Allen vier Streichquartetten ist gemeinsam, so Andreas Karl im Wien Modern-Katalog, „dass sie teils radikaler als in anderen Stücken, formale Prinzipien erproben und formulieren, die Furrer über mehrere Jahre hinweg beschäftigten. Gerade wegen der klanglichen Homogenität und Vertrautheit der Streichquartettformation und ihrer Klänge gelingt es Furrer dort, diese Prinzipien in ausgesprochener Klarheit zu formulieren“.

Als Bonus-Stück wird der Mitschnitt von „Akusmata. Sieben kurze Stücke für Vokalensemble und Instrumente nach Fragmenten von Pythagoras“ (2020) im ersten Teil der „Zeit-Ton“-Serie zu hören sein.

Beat Furrer, 1954 in der Schweiz geboren, lebt und wirkt seit seinem Studium in Österreich. Er ist Mitbegründer des Klangforum Wien, das er viele Jahre geleitet hat, und ist seit 1991 Professor für Komposition an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst Graz. Gemeinsam mit Ernst Kovacic gründete er in Graz die internationale Ensemble- und Komponistenakademie für zeitgenössische Musik impuls. Mehrfach ausgezeichnet, erhielt Beat Furrer 2014 den Großen Österreichischen Staatspreis für Musik und zuletzt 2018 den Ernst von Siemens Musikpreis.

23:00 bis 00:00 | rbbKultur
Late Night Jazz: Advent Advent, das Schlagzeug brennt (II)

Late Night Jazz präsentiert heute wenig besinnliche, aber dafür brandheiße Alben von Jazzschlagzeugern und Jazzschlagzeugerinnen. Dafür haben wir mit so unterschiedlichen Vertretern der Zunft wie Ramon Oliveras aus Zürich, Jo Beyer aus Köln und Antonio Sanchez aus New York gesprochen.

23.00 Uhr | Ö1
Kunstsonntag: Radiokunst – Kunstradio: Entschwindende Landschaften von Adina Camhy und Katrin Euller

Für das Ö1 Kunstradio entwickeln Adina Camhy und Katrin Euller gemeinsam ein 10-minütiges Stück: In „Entschwindende Landschaften“ nehmen sie Bezug auf das Audio-Essay „On Vanishing Land“ der Theoretiker und Soundkünstler Mark Fisher und Justin Barton (Hyperdub, 2019), die darin an eine Wanderung entlang der Küste von Suffollk erinnern.

Die beiden Soundkünstlerinnen durchwegen dafür gemeinsam Landschaften der südlichen Peripherie Wiens – ein scheinbares Niemandsland zwischen Lobau, Donau, Ölhafen, Logistikzentrum, Friedhof und Raffinerie.

Wie klingt die Landschaft am Rand der Großstadt? Welche Geschichte trifft hier auf welche möglichen Zukünfte? Gibt es einen Ausweg aus der kapitalistischen Realität?

Aus Fieldrecordings, Synthesizerklängen und Spoken Word entsteht ein Mikroportrait einer Landschaft am Rand.

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
Musik der Welt: Hypnotische Klangräume – Die indischen Dhrupad-Gesänge

Fast die gesamte klassische Musik Indiens beruft sich heute auf den einflussreichen Musiker und Sänger Tansen im 16. Jahrhundert. Allerdings gehen nicht alle Genres und Stile tatsächlich auf diesen Urvater der indischen Kunstmusik zurück. Ziemlich sicher lässt sich das nur vom Dhrupad-Gesang sagen, dem ältesten erhaltenen klassischen Musikstil Indiens. Aus der Vishnu-Verehrung hervorgegangen, trägt das Genre bis heute die feierlich ernsten Züge seines spirituellen Ursprungs – wobei der religiöse Hintergrund heute meist von den mystischen Strömungen des Islam geprägt ist. Dass die ausschließlich mündlich tradierte Kunstform über Jahrhunderte hinweg überleben konnte, geht auf wenige Musiker-Familien zurück, die sie als Teil ihrer spirituellen Praxis von Generation zu Generation weitergaben und dabei ihren jeweils eigenen Vortragsstil kultivierten. Gemeinsam ist allen Schulen des Dhrupad die Gliederung in einen einleitenden improvisierten und einen festen komponierten Teil, sowie die Begleitung durch die Tanpura-Laute. Sie öffnet einen hypnotischen Klangraum für den kontemplativen Vortrag des Sängers. BR-KLASSIK stellt die altehrwürdige Tradition vor und geht dabei auch auf jüngere Entwicklungen ein, in denen sich das alte Genre neuen Einflüssen öffnet. Eine Sendung von Michaela Fridrich

 

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