Jazz im Radio. Foto/Montage: Hufner
Jazz im Radio Foto: Hufner

Die reduzierte erweiterte Jazz-Radiowoche vom 10.10. bis 16.10.2022

Ein kleiner Blick in die Radiowoche 41. Die Übersicht zum Download als PDF. Alle Angaben ohne Gewähr. Ergänzt mit den tollen Sendungen zur Neuen Musik von BR-KLASSIK und Ö1.

Wichtig: Petition zum Erhalt des österreichischen Musiklebens – Einladung zum Dialog. Alle wichtigen Informationen zum Thema.


Inhalt

Senderliste: 1


Senderliste:


mo – 10.10.2022


19:30:00 | Ö1
radio.string.quartet und Sinfonia de Carnaval live aus dem Wiener RadioKulturhaus

Zum 25. Geburtstag des Wiener RadioKulturhauses überträgt Ö1 zwei der interessantesten Kammer­Jazz-Ensembles Österreichs im Rahmen einer XL-Ausgabe von On stage live: Das von Violinist Bernie Mallinger angeführte radio.string.quartet, 2004 gegründet und eine Zeit lang mit dem Namenszusatz „Vienna“ international präsent, gibt sein neues Projekt „B:A:C:H: -like waters“ zum Besten: Zentrales Thema ist dabei die berühmte g-moll-Violinsonate Johann Sebastian Bachs, die Mallinger und seine Kolleg:innen Igmar Jenner (Violine), Cynthia Liao (Bratsche, Gesang) und Sophie Abraham (Cello, Gesang) behutsam ins Hier und Heute übertragen. Anknüpfungspunkte zur klassischen Tradition sind auch der Musik des Duos Sinfonia de Carnaval inhärent, bestehend aus Alois Eberl (Posaune, Akkordeon) und Anna Lang (Cello). Sie denken die Tradition ihrer Instrumente nonchalant in Richtung plastischer, bildhafter Klangszenen weiter, die sich ebenso aus Jazz und Pop, lateinamerikanischen Rhythmen und Funk speisen. Zwei der originellsten Ensembles der heimischen Musikszene im Großen Sendesaal des RadioKulturhauses!  Gestaltung: Andreas Felber

23:03 – 24:00 | Ö1
Musik aus der Ukraine für Viola Solo – musikprotokoll 2022. „Constellation“ mit der Bratschistin Kateryna Suprun

2019 feierte ein ukrainisches Streichquartett seine Premiere beim musikprotokoll mit zeitgenössischer ukrainischer Musik. Und sie spielten so sensationell gut, dass das traditionsreiche Festival das Danapris String Quartet zwei Jahre später gleich noch einmal nach Graz eingeladen hat. Gründungsmitglied dieses grandiosen Ensembles ist die Bratschistin Kateryna Suprun. Die Musikerin floh zu Beginn des Krieges nach Berlin. Im März erschien ihr Soloalbum „Constellation“, das sie noch während der Corona-Pandemie in Kyjiw eingespielt hatte. Es ist eine fein schillernde, zart anmutende Zusammenstellung aktueller Musik aus der Ukraine, die es zu entdecken gilt. Eine Teil-Wiedergabe der ORF-musikprotokoll-Konzert vom 7. und 8. Oktober 2022 in der Helmut List Halle Graz. Gestaltung: Marie-Therese Rudolph


di – 11.10.2022


20:05 – 21:00 UHR | SWR2
SWR2 Jazz Session: Aus dem Archiv – Aufnahmen mit der Pianistin Marilyn Crispell

Von Julia Neupert. Als Joachim Ernst Berendt die US-amerikanische Pianistin Marilyn Crispell 1982 bei der Jazz Session der Donaueschinger Musiktage auf der Bühne begrüßt, tut er dies dem Publikum gegenüber als großer Frauenunterstützer – obwohl er mit ihr hier überhaupt erst zum zweiten Mal eine Bandleaderin engagiert hat. Der damals 35-Jährigen wird es egal gewesen sein – ein paar Jahre zuvor hatte sie ihr Leben als Hausfrau aufgegeben, um eine der international erfolgreichsten Jazzpianistinnen ihrer Generation zu werden. Zu hören heute in Konzertmitschnitten aus Donaueschingen, Karlsruhe und Weikersheim.

20:05 bis 22:00 | BR-KLASSIK
Konzert der musica viva: Räsonanz-Stifterkonzert der Ernst von Siemens Musikstiftung

Ensemble intercontemporain; Orchestre de la Suisse Romande; Leitung: François-Xavier Roth. Solist: Léonard Frey-Maibach, Violoncello. Rebecca Saunders: „Wound“ (Uraufführung); Dieter Ammann: „Boost“; Pierre Boulez: „Messagesquisse“; Dieter Ammann: „Glut“. Aufnahme vom 29. September 2022 im Münchner Prinzregententheater

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: Musik der Gegenwart

Kristin Amme im Gespräch mit der Komponistin Lula Romero

23:03 – 24:00 | Ö1
Vokales IGNM-Geburtstagskonzert in Graz – musikprotokoll 2022. Cantando Admont singt Festkonzert für die IGNM

Das in Graz beheimatete Vokalensemble Cantando Admont hat sich zu einem wichtigen Advokaten zeitgenössischen Musikschaffens entwickelt. Am 8. Oktober 2022 gab es sein musikprotokoll-Debüt. Anlass war ein bedeutendes Jubiläum: Die in Salzburg gegründete Internationale Gesellschaft für Neue Musik (IGNM) feiert heuer ihr 100-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass präsentierte die IGNM gemeinsam mit dem ORF-Festival ein Festkonzert, das das Schaffen von Komponistinnen ins Zentrum stellte. Das international renommierte, 2016 von Cordula Bürgi gegründete und geleitete Ensemble interpretierte unter anderem eine Uraufführung der steirischen Komponistin Elisabeth Harnik, die ein Gedicht der ukrainischen Autorin Iryna Shuvalova vertont hat. Gestaltung: Philipp Weismann


mi – 12.10.2022


21:05 – 22:00 UHR | SWR2
SWR2 NOWJazz: Sonic Wilderness

Von Ulrich Kriest. Diese Reihe unternimmt Expeditionen in Randgebiete und Zwischenwelten des Jazz: Improv, Electronica, Klangkunst, Noise, Ambient oder Rock – hier kommen Neuveröffentlichungen und Entdeckungen zu Gehör, die sonst on air kaum zu haben sind. Abenteuerliche Klänge für abenteuerlustige Ohren.

23:03 – 24:00 | Ö1
Rückblick, Vorschau und aktuelle Veröffentlichungen – Zeit-Ton Magazin

Jeden Mittwoch präsentieren wir Ihnen ausgesuchte Veranstaltungstipps für die kommenden sieben Tage und die spannendsten Neuveröffentlichungen. Mit u.a. Beiträgen über die Projekte „Unity Switch“ von Alexander Schubert und „Echtzeitkunstwelt“ von Dominik Grünbühel, Norbert Unfug und Sebastian Pirch, die man vergangene Woche beim ORF musikprotokoll im steirischen herbst erleben konnte.  Gestaltung: Marlene Schnedl


do – 13.10.2022


20:05 bis 21:30 | BR-KLASSIK
Thema Musik Live aus Donaueschingen: Landschaft mit Ensembles

Gäste: Lena Krause (Geschäftsführerin FREO); Iris ter Schiphorst (Komponistin); Clemens Thomas (Künstlerischer Leiter des ensemble recherche); Dietmar Wiesner (Flötist und Mitbegründer des Ensemble Modern) | Musik: Ensemble Ascolta. Moderation: Stefan Fricke (hr). Über 150 Ensembles, spezialisiert auf Zeitgenössisches, kennt die deutsche Musiklandschaft. Und sie sorgen für weit mehr als 95% der Uraufführungen pro Jahr. In verschiedensten Formationen, meist international besetzt, übernehmen sie seit langem viele der Aufgaben, die im 19. Jahrhundert Sinfonieorchester wahrnahmen: ästhetische Statements heutiger Komponist*innen, hörbare Wirklichkeit  werden zu lassen. Das ist nur möglich durch die erstklassige Beherrschung des jeweiligen Klangwerkzeugs und die  unermüdliche Bereitschaft, sich Unbekanntes anzueignen. Interpret*innen der Gegenwartsmusik müssen auch sprechen, singen, tanzen, schauspielern können. All das und mehr leisten unsere Ensembles – fernab pekuniärer Sicherheiten. Über dieses Thema diskutieren zum Auftakt der Donaueschinger Musiktage die Musiktheaterwissenschaftlerin Lena Krause, die Komponistin Iris ter Schiphorst sowie die Musiker und Ensemblemanager Clemens Thomas und Dietmar Wiesner. Es moderiert Stefan Fricke.

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: Zum 70. Geburtstag von Kaija Saariaho

Kaija Saariaho: „Nuits, adieux“ (Sonja Philippin, Sopran; Ruth Voplert, Alt; Q-Won Han, Tenor; Matthias Ettmayr, Bass; Chor des Bayerischen Rundfunks: Yuval Weinberg); „Petals“ (Anssi Karttunen, Violoncello); „Orion“ (Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks: Jukka-Pekka Saraste); „Lumière et Pesanteur“ (Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks: Esa-Pekka Salonen)

23:03 – 24:00 | Ö1
Grotto Trails Memory. Eine musikalische Fahrt mit der Grazer Märchenbahn. – musikprotokoll 2022. Musik für die Grazer Märchenbahn.

Beim heurigen musikprotokoll luden Seppo Gründler, Robert Lepenik und Eva Ursprung das Publikum zu einer Fahrt mit der Märchenbahn in das 350 Millionen Jahre alte Dolomitgestein des Grazer Schlossberges ein. In ihren Kompositionen untersuchten sie in einem subtilen Spiel mit der Wahrnehmung „akustische Charakteristika wechselnder Geschwindigkeiten und Stillstände“. Die Performance „Grotto Trails Memory“ war eine Produktion des Kollektivs Follow the Rabbit, das seit 2004 an einer Erweiterung des Theaterbegriffs hin zu einem interdisziplinären Kunstbegriff arbeitet und fand im Rahmen der Reihe „Kunst im Stollen“ statt.    Gestaltung: Susanna Niedermayr


fr – 14.10.2022


14:05:00 | Ö1
Red Hot Chili Peppers 2004 im Hyde Park, London

Am 16. Oktober 2022 feiert Michael Peter Balzary alias Flea, Bassist der legendären kalifornischen Rockband Red Hot Chili Peppers, seinen 60. Geburtstag. Bandkollege und Sänger Anthony Kiedis ist am 1. November mit dem 60er an der Reihe. Neben diesen beiden Gründungsmitgliedern waren am 19. und am 20. Juni 2004 im Londoner Hyde Park Gitarrist John Frusciante und Schlagzeuger Chad Smith mit dabei, um -so die Meinung vieler -in ultimativer Red Hot Chili Peppers-Besetzung zwei ausgezeichnete Konzerte zu geben. Drei Virtuosen (Flea, Frusciante, Smith) und ein Fan (Kiedis): Auf diese Formel wird das energetische Quartett in jener Konstellation bisweilen gebracht. Sie umschreibt indirekt auch den Umstand, dass Anthony Kiedis live bisweilen mit Stimmproblemen zu kämpfen hatte und hat. Beim Open-Air-Gastspiel im Hyde Park war er allerdings in guter Verfassung, und neben weniger bekannten Songs bekam das enthusiastische Publikum auch Überhits wie „Give It Away“ und „Under the Bridge“ zu hören.  Gestaltung: Klaus Wienerroither

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Der Vielfältige – Ralph Vaughan Williams zum 150. Geburtstag

Er war ein Großneffe Charles Darwins, wenn man seinen Vornamen anders aussprach als „Rejf“, dann war er not amused, und wer glaubt, das weiträumige Oeuvre von Ralph Vaughan Williams sei mit einem Schlagwort wie „English Folk Songs“ hinreichend umrissen, der wird, wenn er diese Sendung hört, feststellen, dass er sich getäuscht hat. Zwar gibt es natürlich Vaughan Williams, den Wiederbeleber der großen englischen Musiktradition seit der Renaissance, der mit Werken wie der „Fantasie über ein Thema von Thomas Tallis“ oder dem Violinkonzert „The Lark Ascending“ tönende Bilder Großbritanniens, seiner stolzen Kathedralen, sanften Hügel und träge dahinströmenden Flüsse gemalt zu haben scheint. Aber da ist auch der Komponist des Zwanzigsten Jahrhunderts, der große Symphoniker, dessen Vierte und Sechste mit ihren Gewaltausbrüchen und ihrem Pessimismus noch heute verstören, und dessen letzte, verrätselte Neunte Symphonie von 1958 der Ausdruckswelt Schostakowitschs viel näher zu stehen scheint als der Edward Elgars. In einem Radio-Essay stellt BR-KLASSIK den Vielfältigen vor. Eine Sendung von Andreas Grabner

23:03 – 24:00 | Ö1
Kaija Saariahos Klangwelt  – Zeit-Ton Porträt. Zum 70. Geburtstag der finnischen Komponistin Kaija Saariaho

Kaija Saariaho, 1952 in Helsinki geboren, gehört zu den festen Größen des internationalen Musikgeschehens. Ihre Kammermusikwerke, Orchesterstücke und Opern stehen regelmäßig auf den Spielplänen von bedeutenden Konzert- und Opernhäusern, sowie bei Festivals weltweit. So wurde beispielsweise ihre Oper „L’amour de loin“ im Jahr 2000 bei den Salzburger Festspielen mit großem Erfolg uraufgeführt.

Saariahos Musiksprache ist zwar von der Avantgarde beeinflusst, bleibt aber auch für ein größeres Publikum greifbar. Das Bildhafte und Erzählerische spielt in ihrem Werk eine wichtige Rolle. Die Musik ist oft filigran und zart, von sphärischer Anmutung und hohem Klangsinn geprägt. Zu ihren bekanntesten Kompositionen zählen das Orchesterwerk „Verblendungen“, und „Graal théâtre“ für Violine und Orchester.

Ihre ersten Kompositionsversuche startete Saariaho mit elf Jahren. Damals glaubte sie noch nicht so recht an ihr Talent. Mit Anfang zwanzig entschied sie sich für ein Kompositionsstudium an der Sibelius-Akademie in Helsinki, beim finnischen Avantgardisten Paavo Heininen, der zu einem ihrer wichtigsten Lehrer wurde. Weitere Stationen waren die Freiburger Musikhochschule, wo sie unter anderem bei Brian Ferneyhough und Klaus Huber studierte, sowie das IRCAM in Paris. Dort vertiefte sie ihre Arbeit mit Tonband und Live-Elektronik. Saariaho wurde mit renommierten Preisen ausgezeichnet, darunter mit einem Grammy Award, dem Polar Music Prize, und, 2021, mit dem goldenen Löwen der Musikbiennale Venedig für ihr Lebenswerk. Am 14. Oktober 2022 feiert die Komponistin ihren 70. Geburtstag.  Gestaltung: Philipp Weismann


sa – 15.10.2022


14:05 bis 15:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Der Vielfältige – Ralph Vaughan Williams zum 150. Geburtstag

Er war ein Großneffe Charles Darwins, wenn man seinen Vornamen anders aussprach als „Rejf“, dann war er not amused, und wer glaubt, das weiträumige Oeuvre von Ralph Vaughan Williams sei mit einem Schlagwort wie „English Folk Songs“ hinreichend umrissen, der wird, wenn er diese Sendung hört, feststellen, dass er sich getäuscht hat. Zwar gibt es natürlich Vaughan Williams, den Wiederbeleber der großen englischen Musiktradition seit der Renaissance, der mit Werken wie der „Fantasie über ein Thema von Thomas Tallis“ oder dem Violinkonzert „The Lark Ascending“ tönende Bilder Großbritanniens, seiner stolzen Kathedralen, sanften Hügel und träge dahinströmenden Flüsse gemalt zu haben scheint. Aber da ist auch der Komponist des Zwanzigsten Jahrhunderts, der große Symphoniker, dessen Vierte und Sechste mit ihren Gewaltausbrüchen und ihrem Pessimismus noch heute verstören, und dessen letzte, verrätselte Neunte Symphonie von 1958 der Ausdruckswelt Schostakowitschs viel näher zu stehen scheint als der Edward Elgars. In einem Radio-Essay stellt BR-KLASSIK den Vielfältigen vor. Eine Sendung von Andreas Grabner

20:05 – 22:00 UHR | SWR2
SWR2 NOWJazz: Donaueschinger Musiktage – LIVE Mit Tomeka Reid, Melanie Dyer und Joe Morris

Von Niklas Wandt und Julia Neupert. Die Cellistin Tomeka Reid ist eine der auffallendsten Musikerinnen der US-amerikanischen Avantgardeszene. Ihre Arbeit ist sowohl von kompositorischen Traditionen als auch von der Improvisationspraxis informiert. Momentan lebt sie als Improviser in Residence in Moers – bei den Donaueschinger Musiktagen tritt sie in der Christuskirche mit der Bratschistin Melanie Dyer und dem Gitarristen Joe Morris auf. Bevor das Trio ab 21.00 UHR | SWR2 in einer Live-Übertragung vom Festival zu hören ist, stellen wir die vielen Facetten der Tomeka Reid in einem Porträt vor.

22:03 – 23:00 UHR | SWR2
SWR2 Jazztime: J.C. On the Set – Der amerikanische Saxofonist James Carter

Von Bert Noglik. Mit seinem Spiel bringt er kleine Clubs genauso zum Kochen wie große Säle. James Carter zelebriert Jazz mit titanischer Kraft, schöpft aus der Tradition der afroamerikanischen Musik und schlägt einen Bogen zur Avantgarde. Bereits mit seinem 1993 aufgenommenen Album „JC on the Set“ wusste der damals 24-Jährige die Jazzwelt aufzurütteln, indem er sich genial über die Grabenkämpfe zwischen Neo-Traditionalisten und Innovatoren hinwegsetzte. Diesen Weg ist er weitergegangen – mit rasanten Orgel-Trios, aber auch mit tief empfundenen Widmungen an Jazzikonen wie Django Reinhardt oder Billie Holiday.

23:03:00 | Ö1
Sängerin Paula Barembuem im Studio, Gard Nilssens Supersonic Orchestra beim Jazzfestival Saalfelden 2022

Die Studiogästin dieser Jazznacht ist in Buenos Aires zur Welt gekommen und aufgewachsen. Seit 2001 lebt und arbeitet sie in Wien: Paula Barembuem ist ausgebildete Musikpädagogin und Sängerin, zudem pflegt sie eine tiefe Verbindung zu ihrem ersten Instrument, dem Klavier. Barembuems Weg führte vom Operngesang über den Jazz zu einem heute stark lateinamerikanisch orientierten Repertoire. Eines ihrer derzeitigen Hauptprojekte ist die Zusammenarbeit mit dem Trio Infernal von Akkordeonist Christian Bakanic, aus der im Sommer 2022 das Album „Suenera“ hervorgegangen ist. Im Jazznacht-Studio spricht Paula Barembuem außerdem über ihr Duo mit dem kolumbianischen Pianisten Pablo Rojas, das Vienna Tango Quartett und vieles mehr.

Die Ö1-Konzertaufnahme dieser Jazznacht kommt vom diesjährigen Jazzfestival in Saalfelden. Einer der beiden Artists in Residence war dort 2022 der norwegische Schlagzeuger Gard Nilssen, der am 21. August d. J. im Congress Saalfelden sein 16-köpfiges Supersonic Orchestra präsentierte. Eine Großformation, in deren Reihen sich Namen wie Maciej Obara, Mette Rasmussen und Petter Eldh finden. In voller Pracht nachzuhören im Rahmen dieser wie gewohnt bis 6 Uhr Früh live aus dem Wiener Funkhaus kommenden Ö1 Jazznacht.  Gestaltung: Xavier Plus


so – 16.10.2022


00:05:00 | Ö1
(Fortsetzung) Sängerin Paula Barembuem im Studio, Gard Nilssens Supersonic Orchestra beim Jazzfestival Saalfelden 2022

17:10:00 | Ö1
Porträt des italienischen Cantautore Vinicio Capossela

Öffnet man die Homepage des italienischen Liedermachers Vinicio Capossela gelangt man zu seiner „Wunderkammer“. Darin finden sich -auf einer Timeline -die musikalischen Projekte des 1965 geborenen Liedermachers und Multiinstrumentalisten Vinicio Capossela. Dort entdeckt man aber auch seine drei literarischen Veröffentlichungen, denn der in der Provinz Regio Emilia aufgewachsene Cantautore ist auch Schriftsteller. Musikalisch scheint Capossela keine stilistischen Einschränkungen zu kennen und scheut sich auch nicht davor, seine Texte in Mambo-, Walzer-und Sambarhythmen klingen zu lassen.  Gestaltung: Nadja Kayali

21:10:00 | Ö1
David Holland Quartet: „Conference of the Birds“ (1972)

„While living in London I had an apartment with a small garden. During the summer around 4 or 5 o’clock in the morning, just as the day began, birds would gather here one by one and sing together, each declaring its freedom in song. It is my wish to share this same spirit with other musicians and communicate it to the people“, so schrieb der 27 Jahre junge Dave Holland -er nannte sich damals noch David -im Text zu seiner 1973 bei ECM veröffentlichten LP „Conference of the Birds“.

Aufgenommen wurde das Leader-Debüt des britischen Bassisten-Meisters, der zuvor durch sein Engagement in der Band von Miles Davis und durch Aufnahmen im berühmten Quartett Circle ins Rampenlicht der internationalen Jazzszene getreten war, im November 1972 in New York City, also fast genau vor 50 Jahren. Mit Saxofonist Anthony Braxton und Schlagzeuger Barry Altschul waren bei „Conference of the Birds“ denn auch zwei ehemalige Circle-Kollegen mit an Bord, vierter im Bunde war Veteran Sam Rivers (Tenorsaxofon, Flöte).

Holland gelingt im Rahmen des Albums in meisterhafter Weise eine schlüssige Strukturierung der Energie der freien Improvisation, indem er diese kompositorisch einfasst: Ein ausnotiertes Thema gibt in Stücken wir „Four Winds“, „Interception“, „See-Saw“ sowie in der Titelnummer Stimmung und Tempo vor und dient als Startrampe für die Improvisation, in der den Musikern erlaubt ist, harmonisch und melodisch spontan jedwede Richtung einzuschlagen. Das durchgehend -im weiteren Sinne -“swingende“ rhythmisch-metrische Fundament sorgt für Zugänglichkeit und Verständlichkeit.

„Conference of the Birds“ gilt als Klassiker des Avantgarde-Jazz und als Beginn von Dave Hollands großer Karriere als Bandleader. Das Album wurde von ECM 2022 als CD und LP neu aufgelegt.  Gestaltung: Andreas Felber

22:08 – 23:00 | Ö1
No Pasaran! – Der Ukraine-Benefiz-Sampler von Trost Records

Mit dem Ausbruch des Ukraine-Kriegs war es dem Labelbetreiber von Trost Records ein Anliegen mit den Möglichkeiten der Musik zu helfen. Also bat Konstantin Drobil mit seinem Label assoziierte Musiker:innen ihre Archive zu durchforsten und ihm für diesen Sampler jeweils eine Live-Aufnahme zur Verfügung zu stellen. So ist eine Doppel-CD mit dem Titel „No Pasaran“ – übersetzt in etwa „Sie werden nicht durchkommen“ – entstanden. Enthalten sind darauf Beiträge von Gitarrist Jim O’Rourke, Bassistin Joelle Leandre, Saxofonist Ken Vandermark und vielen mehr. Sämtliche Einnahmen von den Verkäufen gehen an eine von Künstler:innen betriebene Initiative in der Ukraine zur Unterstützung von vom Krieg betroffenen Menschen. Der Zeit-Ton extended stellt „No Pasaran“ mit einer kleinen Auswahl aus dieser musikalisch sehr abwechslungsreichen Doppel-CD vor.  Gestaltung: Xavier Plus

 

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