Jazz im Radio. Foto/Montage: Hufner
Jazz im Radio und anderes Foto: Martin Hufner

Die erweiterte Jazz-Radiowoche vom 30.05. bis 05.06.2022

Ein kleiner Blick in die Radiowoche 22. Die Übersicht zum Download als PDF. Alle Angaben ohne Gewähr. Aktuell wieder ergänzt mit den tollen Sendungen zur Neuen Musik von BR-KLASSIK und Ö1.

Inhalt

Senderliste:


mo – 30.05.2022


17:50 bis 18:00 | SWR 2
SWR2 Jazz vor sechs

20:00-21:00 | Radio Z (http://www.radio-z.net/)
Diggin‘! – Deep into Jazz, Blues, Soul, Rock & African Music – am Mikrophon: Gerd Rudel

Die Sendung widmet sich anlässlich seines  100. Geburtstags ausschließlich dem Leben und Werk von Charles Mingus.

22:30 bis 23:00 | hr2-kultur
Jazz Now: Aus dem Dschungel der Neuveröffentlichungen

Am Mikrofon: Karmen Mikovic. Heute mit: Vitalii Kyianytsia Trio: Last Day Of Spring | Joe Haider Sextet: Maria Magdalena | Kind Folk: Head Towards The Center

22:50 bis 23:00 | SWR 2
SWR2 Jazz vor elf

23:03 – 24:00 | Ö1
Neues von Christoph Herndler – „Buche und Blatt“. Das Ensemble Phace spielt Christoph Herndler

Die Notation nimmt in den Werken von Christoph Herndler (geboren 1964 in Gaspolthofen) einen zentralen Stellenwert ein. Seine Partituren sind geometrisch präzise konstruierte Grafiken und stellen schon für sich alleine genommen Kunstwerke dar. Das visuelle Konstrukt der Notation dient dabei gleichzeitig als ordnendes Prinzip und als Mittel, musikalisch unvorhergesehene Situationen und akustisch erstaunliche Momente zu erzeugen. Die rigiden geometrischen Formen sorgen für einen geregelten Ablauf aus musikalischen Freiräumen. Als selbstorganisierendes System kann diese Form der Ordnung auf ein Dirigat verzichten, weil alle Beteiligten zu jedem Zeitpunkt die gesamte Form der Komposition vor Augen haben.

Die musikalische Form und das Hörerlebnis in „Buche und Blatt“ entstehen daher aus einem antihierarchischen und gleichberechtigten Zusammenspiel der MusikerInnen, geleitet durch eine gemeinsame visuelle Ebene. Die konkreten klanglichen Ereignisse sind dabei weniger Folge des persönlichen und improvisatorischen Ausdrucks der InstrumentalistInnen, vielmehr sind Variabilität und Vielfalt der Musik bereits in der Notation erfasst und entstehen direkt aus der Geometrie. (Ensemble Phace)

Ein ORF-Mitschnitt der Uraufführung mit dem Ensemble Phace aus dem Wiener Konzerthaus vom Dienstag, 10. Mai 2022. Gestaltung: Marie-Therese Rudolph

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
BR-KLASSIK – Jazztime: Jazztoday – Zum 45. Todestag von Paul Desmond

Erinnerungen an den großen amerikanischen Altsaxofonisten, in zeitlos guten Aufnahmen. Mit dem Dave Brubeck Quartett, im Duett mit Brubeck sowie in verschiedenen Formaten mit den Gitarristen Jim Hall und Ed Bickert. Präsentiert von Henning Sieverts


di – 31.05.2022


01:05 bis 05:00 | Deutschlandfunk Kultur
Tonart: Jazz – Moderation: DJ Swingin’ Swanee

17:50 bis 18:00 | SWR 2
SWR2 Jazz vor sechs

20:05 bis 21:00 | SWR 2
SWR2 Jazz Session: Japanic – Aki Takase beim Jazzfest Berlin 2021

Von Julia Neupert. Traditionell wird auf dem Jazzfest Berlin der renommierte Albert-Mangelsdorff-Preis vergeben – 2021 ging er an die Pianistin Aki Takase. Seit vielen Jahrzehnten ist die gebürtige Japanerin eine der wichtigsten und unverkennbaren Stimmen der international beachteten Berliner Jazzszene – immer wieder kommen von ihr neue Impulse. Eines ihrer jüngeren Projekte ist das Quintett „Japanic“ – inspiriert von den Kompositionen Conlon Nancarrows für Selbstspielklaviere. Mit einem furiosen Konzert feierten Aki Takase und ihre Japanic-Kollegen nach der Preisvergabe in der Betonhalle des Silent Green.

21:05 bis 22:00 | Deutschlandfunk
Jazz Live: Keine Angst vor Melodien – Jan Schreiner Large Ensemble Songs & Moods

Felix Meyer, Heidi Bayer, Trompete;Malte Dürrschnabel, Theresia Philipp, Jens Böckamp, Saxofon; Lukas Wyss, Posaune; Steven Schaughency, Horn; Jan Schreiner, Bassposaune, Tuba; Jürgen Friedrich, Piano; Reza Askari, Bass;Silvio Morger, Schlagzeug

Aufnahme vom 10.2.2022 aus dem Stadtgarten in Köln. Am Mikrofon: Odilo Clausnitzer. Posaunist Jan Schreiner hatte einen Grundsatz beim Schreiben seiner jüngsten Kompositionen: „Behalte nur, was Dir wirklich gefällt!“ Das Ergebnis durfte vertrackt sein oder einfach – nur nicht kopflastig. Anregen ließ Schreiner sich mal vom Signalmotiv eines elektrischen Haushaltsgerätes, mal vom „Einfach-aus-dem-Fenster-Schauen“. So entwickelte er ohne den Zwang vorgegebener Konzepte eine abwechslungsreiche Sammlung von Charakterstücken für sein Large Ensemble. Die 2014 gegründete Formation vereint den Farbreichtum einer Big Band mit der Wendigkeit und solistischen Kompetenz einer Small Group. Das Konzert im Stadtgarten war die Premiere des neuen Programms „Songs & Moods“ vor Publikum.

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: Ein Porträt der New York School

„Wir waren die geborenen Komplizen.“ – Wenn der Komponist John Cage seiner Verschworenheit mit dem Maler Robert Rauschenberg Ausdruck verlieh, ging es um ein grundsätzliches ästhetisches Bekenntnis. Vertreten die beiden doch eine einzigartige Verbindung zwischen Malern und Komponisten, die im New York der 50er Jahre die amerikanische Moderne aus dem Schatten der europäischen Tradition befreien wollte. Bei den Komponisten gehörten dazu auch Earle Brown, Morton Feldman und Christian Wolff. Beide Gruppen sollten in wechselseitiger Befruchtung die Kunst ganz neu definieren. Jede von ihnen wurde später als New York School bezeichnet, auch, um dem Geist der Stadt zu huldigen. BR-KLASSIK zeichnet in dieser Sendung aus dem Jahr 2017 ein Porträt dieser Beziehung und geht dabei den darin angeregten musikalischen Neuerungen nach. Eine Sendung von Ferdinand Zehentreiter

22:30 bis 23:00 | hr2-kultur
Jazz and More: An den Rändern des Jazz

Am Mikrofon: Timo Kurth. Heute mit: Nikola Bankov: Dream Chaser | Penguin Cafe: A Matter of Live…2021“ | MehrAlsWir: Dunkelkammer

22:50 bis 23:00 | SWR 2
SWR2 Jazz vor elf

23:03 – 24:00 | Ö1
Internationaler Kompositionswettbewerb von impuls – impuls-Wettbewerb. Neue Ensemblestücke für das Klangforum Wien

Im Zweijahresrhythmus schreibt impuls, die von Ernst Kovacic und Beat Furrer gegründete Ensemble- und Komponistenakademie, einen internationalen Kompositionswettbewerb aus, vergibt Kompositionsaufträge und lädt die Tonkünstlerinnen und Tonkünstler zu einem Workshop mit dem Klangforum Wien ein.

Komponierende aus Asien, Amerika, Australien und Europa haben 2018 am impuls-Wettbewerb teilgenommen. Die aus Komponisten und Musikern zusammengesetzte Jury hat sich mit Sorgfalt und Interesse durch die eingelangten Einsendungen durchgekämpft und dann fünf Musikerinnen und Musiker für Kompositionsaufträge ausgewählt.

Ole Hübner, Alexander Kaiser, Emre Sihan Kaleli, Sonja Mutić und Yiqing Zhu hatten dann zwei Jahre Zeit Ensemblestücke zu entwickeln. Die entstandenen Kompositionen wurden schließlich im Rahmen des impuls-Festivals 2021, das aus bekannten Gründen erst im August stattfinden konnte, vom Klangforum Wien unter der Leitung von Bas Wiegers erstmals aufgeführt.

Inzwischen arbeiten schon die nächsten Komponistinnen und Komponisten an ihren Werken für das impuls-Festival 2023. (Aufgenommen am 16. August 2021 in der Helmut-List-Halle in Graz.) Gestaltung: Franz Josef Kerstinger

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
BR-KLASSIK – Jazztime: Zum 50. Geburtstag von Christian McBride

Der amerikanische Meisterbassist in ganz unterschiedlichen Aufnahmen aus den 90er Jahren bis heute. Mit Joe Henderson, Wynton Marsalis, Roy Hargrove und anderen. Präsentiert von Henning Sieverts


mi – 01.06.2022


17:50 bis 18:00 | SWR 2
SWR2 Jazz vor sechs

19:05 bis 19:30 | BR-KLASSIK
BR-KLASSIK – Classic Sounds in Jazz: „Vienna Chamber Diaries“

Jazz, inspiriert von Maurice Ravel und Béla Bartók. Moderation und Auswahl: Beate Sampson

21:05 – 22:00 | SWR2
SWR2 NOWJazz. SYSTEM DER MÖGLICHKEITEN: Anthony Braxtons Musik verstehen

Von Nina Polaschegg. Grafische Notation, Open form, Improvisation, Konzept – dies sind nur einige von Anthony Braxtons umfangreichen Ansätzen, seine musikalischen Ideen als Kompositionen zu vermitteln. Der US-Amerikaner hat dafür ein sehr eigenes Theorie- und Spielsystem entwickelt, in den vielen Jahrzehnten seines Schaffens ist es immer komplexer und beziehungsreicher geworden. In welchem Kontext kann man Braxtons Arbeit betrachten? Welche unterschiedlichen Ansätze der Analyse lassen sich auf seine Musik anwenden? Und welch besondere Interpretinnen und Interpreten erfordern die Stücke?

22:30 bis 23:00 | hr2-kultur
Jazzfacts: What’s going on? – Features, Interviews und was die Szene (um-)treibt

Am Mikrofon: Sarah Seidel. „Jeder von uns trägt den Funken der Schöpfung in sich und das ist es, worum es im Leben geht: Die innere Flamme am Brennen zu halten«, sagt Saxofonist Johannes Enders über sich und die Mitmusiker seines Quartetts. Er ist ein Global Player aus dem süddeutschen Weilheim, Erfinder des Elektro-Jazz-Projekts »Enders Room«, Professor für Jazz-Saxofon in Leipzig und ein gefragter Sideman. Ob im »Tied & Tickled Trio« oder im »European Quartet« von Schlagzeuger-Legende Billy Hart – er bringt eine stilistische Offenheit mit, die ihn in jedem Kontext zu einem Joker macht. Ein Musiker mit großem Sound, verwurzelt in der Jazztradition, aber völlig offen für alles Neue. Sein Vorsatz: „Die Jazztradition ins Jetzt zu bringen. Zu spüren, was jetzt vibriert, in dieser Zeit. Wir wollen alle Facetten der menschlichen Emotionen abbilden“.

22:50 bis 23:00 | SWR 2
SWR2 Jazz vor elf

23:03 – 24:00 | Ö1
Rückblick, Vorschau und aktuelle Veröffentlichungen – Zeit-Ton Magazin

Jeden Mittwoch präsentieren wir Ihnen ausgesuchte Veranstaltungstipps für die kommenden sieben Tage und die spannendsten Neuveröffentlichungen. Mit u.a. einer Vorschau auf das Heart and Noise Festival in Innsbruck. Gestaltung: Heinrich Deisl

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
BR-KLASSIK – Jazztime: Jazz aus Nürnberg: Jazz & Beyond

„Playground“ – Eine Spielwiese der Klänge in Aufnahmen mit Camille Bertault und David Helbock, dem Trio „Slowfox“, dem Trio „Aurora“, Tigran Hamasyan und Veronika Harcsa. Moderation und Auswahl: Beate Sampson


do – 02.06.2022


17:50 bis 18:00 | SWR 2
SWR2 Jazz vor sechs

20:00 bis 21:30 | hr2-kultur
Hörbar in concert: Paradise – mit dem Bridges-Kammerorchester – Von der Hoffnung auf ein friedliches Zusammenleben

Nein, „paradiesisch“ ist so ziemlich gar nichts im Moment, wenn man auf die allgemeine Weltlage schaut. Trotzdem und gerade deshalb hat das im Rhein-Main-Gebiet ansässige Bridges-Kammerorchester sein großes Jahreskonzert mit dem Titel „Paradise“ überschrieben.

Bridges-Kammerorchester und Gäste. Dirigent: Harish Shankar. Moderation: Bianca Schwarz (hr2-kultur) (Aufnahme vom 21 April 2022 aus dem hr-Sendesaal in Frankfurt)

Das Bridges-Kammerorchester möchte mit dem Konzertmotto „Paradise“ ein Zeichen von Aufbruch und Lebensfreude setzen, nach zwei Jahren Pandemie. Und ein Zeichen der Hoffnung, im Angesicht eines verheerenden Angriffskrieges in Europa. Die beinahe schon trotzige Botschaft lautet: Doch, ein friedliches Zusammenleben ist möglich!

Das Orchester lebt dies im Kleinen seit Jahren vor. Hier spielen Musiker*innen aus verschiedensten Regionen des europäischen, asiatischen und amerikanischen Kontinents zusammen. Kenntnisse der europäischen Klassik, klassische arabische wie persische Musik, Jazz, osteuropäische Folklore und zeitgenössische Musik fließen ineinander und zeigen, wie unterschiedliche Kulturen in einem gemeinsamen Projekt zusammenwachsen können, ohne die jeweiligen Identitäten aufgegeben zu müssen.

Das Orchester präsentiert in diesem Jahr Werke aus West- und Osteuropa, Südamerika, Nord- und Westafrika, Aserbaidschan, Kurdistan und der Mongolei, die alle von verschiedenen Tanzformen inspiriert wurden.

21:05 bis 22:00 | Deutschlandfunk
JazzFacts: Neues von der Improvisierten Musik – Am Mikrofon: Thomas Loewner

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: Zum 75. Geburtstag von Laurie Anderson

Laurie Anderson: „O Superman“ (Laurie Anderson, Stimme, Elektronik; Perry Hoberman, Flöte, Saxofon; Roma Baran, Keyboard, Orgel); „CNN predicts a monster storm“; „Wind whistles through the dark city“; „The water rises“; „Our street is a black river“; „Galaxies“; „Darkness falls“; „Dreams“; „Dreams translated“; „The dark side“; „From the air“; „Another day in America“ (Laurie Anderson, Stimme, Violine; Keyboard, Percussion, Elektronik; Kronos Quartet)

22:30 bis 23:00 | hr2-kultur
Jazz Now: Aus dem Dschungel der Neuveröffentlichungen

Am Mikrofon: Daniella Baumeister. Heute mit: Camille Bertault & David Helbock: Playground | Stéphane Kerecki: Out of the Silence | Johannes Ludwig: Vagabond Souls

22:50 bis 23:00 | SWR 2
SWR2 Jazz vor elf

23:03 – 24:00 | Ö1
Das Net-Label ETAT von Stefan Juster – ETAT im Zeit-Ton Label-Portrait

2020 hat der Elektronikmusiker Jung an Tagen aka Stefan Juster sein eigenes Net-Label ETAT für „dissoziative, psychoakustische, Computer-Musik“ gegründet. Er würde sich für die Grauzone zwischen „analytischer, akademischer Komposition und verspieltem, wildem Underground“ interessieren, so Juster in einem Interview mit Shilla Strelka für das Musikmagazin des mica, für „psychoakustisch heftige Arbeiten, die trotzdem Klarheit und Witz besitzen“.  Gemeinsam mit Juster unternehmen wir einen Streifzug durch den noch jungen aber bereits sehr reichen Label-Katalog und hören gemeinsam Musik von Eric Frye, RM Francis, Marcin Pietruszewski, Florian Hecker, Tony Lugo, Robert Schwarz und vom Label-Betreiber selbst. Gestaltung: Susanna Niedermayr

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
BR-KLASSIK – Jazztime: All that Jazz – Die Gruppe Shake Stew bei der Internationalen Jazzwoche Burghausen 2022

Mit Lukas Kranzelbinder, Bass, Gimbri und Kompositionen; Astrid Wiesinger, Altsaxofon; Mario Rom, Trompete; Johannes Schleiermacher, Tenorsaxofon, Flöte; Oliver Potratz, Bass; Nikolaus Dolp, Schlagzeug, Percussion; und Herbert Pirker, Schlagzeug, Percussion

Aufnahme vom 27. März 2022 im Stadtsaal in Burghausen an der Salzach. Moderation und Auswahl: Roland Spiegel


fr – 03.06.2022


14:05:00 | Ö1
Magic Spirit Quartet & Yazz Ahmed beim Tampere Jazz Happening 2021

Mit ihren ersten beiden Alben „Finding My Way Home“ (2011) und „La Saboteuse“ (2017) hat sich die 1983 geborene Trompeterin und Flügelhornistin Yazz Ahmed als eine bedeutende Protagonistin der jungen und blühenden britischen Jazz-Szene einen Namen gemacht. Die in Bahrain aufgewachsene Musikerin hat stets auch Fragen der Identität und Multikulturalität in ihrer Musik thematisiert. Ihr drittes, der Muse der Hymnendichtung gewidmetes Album „Polyhymnia“ (2019) hat Ahmed mit einem riesigen Ensemble von teilweise über 25 Musiker/innen aufgenommen. Aber auch diese Stücke funktionieren und faszinieren in der Quartettbesetzung (mit Vibrafonist Ralph Wyld, Bassist Dave Mannington und Schlagzeuger Martin France), mit der Yazz Ahmed am 6. November 2021 beim Tampere Jazz Happening in Finnland zu Gast war.

Am selben Tag spielte dort auch das Magic Spirit Quartet rund um den 1957 geborenen Marokkaner Majid Bekkas, Sänger und Meister auf der Gimbri, der im Maghreb seit Jahrhunderten verbreiteten, dreisaitigen Laute mit schwarzafrikanischem Ursprung. Gemeinsam mit seinen skandinavischen Mitmusikern -Stefan Pasborg (Schlagzeug), Jesper Nordenström (Keyboards) und Goran Kajfeš (Trompete) -nahm auch er das Publikum mit auf eine spirituelle Jazzreise mit Orientbezug. Gestaltung: Michael Neuhauser

17:50 bis 18:00 | SWR 2
SWR2 Jazz vor sechs

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Kultur als Überlebensstrategie – Das Schicksal einer ukrainischen Musikerfamilie

Yelisaweta Zaitseva studiert Violine in Nürnberg, aber ihre Gedanken sind in der Ukraine, ihrer Heimat. Der Krieg hat ihre Familie zerrissen. Ihr Vater ist Geschäftsführer des Kyiv Symphony Orchestra, ihre Mutter ist stellvertretende Konzertmeisterin. Mit Bangen verfolgte Yelisaweta Zaitseva die Flucht ihrer Mutter zusammen mit dem 10-jährigen Bruder nach Deutschland. Ihr Vater blieb in Kyiv und versuchte, eine Tournee „seines“ Orchesters in den Westen zu organisieren – der Zerstörungswut der russischen Bomben sollte ein Zeichen entgegengesetzt werden: Die Kultur der Ukraine wird weiterleben! Und es gelang. Aus der belagerten Hauptstadt reiste das Orchester nach Polen, wo es sich auf eine Tournee durch mehrere deutsche Städte vorbereiten konnte – mit dem krönenden Abschlusskonzert in der Hamburger Elbphilharmonie am 1. Mai. Yelisawetas Schwester ist ebenfalls Geigerin und studiert in Würzburg. Sie leitet das Jugendsymphonieorchester der Ukraine, das nach Slowenien evakuiert werden konnte. Eine Familie musiziert gegen den Krieg an und zeigt Europa den Reichtum der ukrainischen Kultur. Eine Sendung von Wolfgang Schicker

23:03 – 24:00 | Ö1
PRO©ESSION-Zyklus des Klangforum Wien – „Hy Cotyl – Neo Contemporary“ im Wiener Konzerthaus

„Voranschreiten, nachdenklich und mitunter feierlich, in Gemeinschaft verbunden. Dies sind die unmittelbarsten Assoziationen zum Begriff einer Prozession.“ So schreibt das Klangforum Wien über seine Zyklusreihe „PRO©ESSION 21/22“. Und weiter: „Geben wir dem Buchstaben »z« seine lateinische Farbe »c« zurück, tritt die verarbeitende Kraft des Begriffes zu Tage. Vorangehen bedeutet damit auch Hervorbringung neuer Konstellationen und so umkreisen wir das »c« vor dem Hintergrund einer authentischen Urheberschaft, die sich dem Neuen furchtlos stellt.“

Am 16. März dieses Jahres stellte sich das Klangforum Wien, dirigiert von Bas Wiegers, furchtlos diesem Neuen mit dem Programm „Hy Cotyl – Neo Contemporary“ im Mozartsaal des Wiener Konzerthauses. Der Titel des Programms beinhaltete das Stück „Hy Cotyl für 20 Instrumente“ (2020) des österreichischen Klarinettisten und Komponisten Vincent Pongrácz. Ein Auftragswerk vom europäischen Forum Alpbach zu dessen 75-jährigen Bestehens. Pongrácz – er bewegt sich in seinen Kompositionen bravourös zwischen Jazz, Hip-Hop und Neuer Musik – blickt mit „Hy Cotyl“ auf die musikalische Geschichte des Europäischen Forum Alpbach zurück und integriert Verweise auf die Auftragswerke von u. a. Ernst Krenek, Paul Engel, Gottfried von Einem, Johannes Maria Staud, allesamt ehemalige „Alpbachiaden“, wie Pongrácz schreibt.

Des Weiteren spielte das NYKY Ensemble (eine zeitgenössische Musikgruppe an der Sibelius-Akademie der Universität der Künste Helsinki) gemeinsam mit dem Klangforum Wien das Werk „SIRIUS für die Mitglieder des Klangforum Wien und des NYKY Ensemble“ (2021), eine Uraufführung der in Finnland ansässigen Komponistin Aslıhan Keçebaşoğlu.

„SIRIUS“ ist eine Hommage an den hellsten Stern am weltlichen Nachthimmel. Sirius’ Funkeln und Glitzern überträgt Keçebaşoğlu in die harmonische Sprache, somit wird dieses „visuelle Spektakel“ eindrücklich hörbar. Gestaltung: Marlene Schnedl

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
BR-KLASSIK – Jazztime: Bühne frei im Studio 2 … … für das Rebecca Trescher Tentet

Mit Rebecca Trescher (Klarinette, Bassklarinette, Komposition, Arrangement), Julian Hesse (Trompete, Flügelhorn), Joachim Lenhardt (Tenorsaxophon, Bassklarinette, Flöte), Markus Harm (Altsaxophon, Sopransaxophon, Klarinette), Juri Kannheiser (Cello), Andreas Feith (Klavier), Roland Neffe (Vibraphon), Christian Diener (Kontrabass), Silvio Morger (Schlagzeug)

Aufnahme vom 25. Mai 2022 im Studio 2 des Münchner Funkhauses. Moderation und Auswahl: Beate Sampson


sa – 04.06.2022


01:05 bis 06:00 | Deutschlandfunk
Deutschlandfunk Radionacht: Lied & Chanson – Zu Gast: Die Pianistin, Sängerin und Songautorin Johanna Borchert

Liederbestenliste: die Platzierungen im Juni. Global Sound: neue internationale Singer-Songwriter-Alben. Original im Ohr: ungewöhnliche Coverversionen. Am Mikrofon: Anna-Bianca Krause

Johanna Borchert hat Jazz-Klavier studiert und bereits einige renommierte Preise wie den Jazz Echo erhalten – dennoch wäre es falsch, sie in eine Schublade zu stecken, denn die 39-Jährige bewegt sich zwischen Jazz, Pop, Avantgarde und Ballade. Ihrem Songwriting hört man an, dass sie einiges aus der Improvisation entwickelt und sich große Freiheiten nimmt – elektronische Effekte inklusive. Ihr drittes Soloalbum „Amniotic“ ist ein Konzeptwerk, für das sie Gedanken, Gefühle und Zustände vor, während und nach der Geburt ihres zweiten Kindes vertont hat.

09:05 bis 10:00 | SWR 2
SWR2 Musikstunde: Jazz across the border

Mit Günther Huesmann. Der wohl auffallendste Trend im aktuellen Jazz ist seine fortschreitende Globalisierung. Entstanden um 1900 in den USA als hybride Musik, ist der Jazz durch die Idee groß geworden, dass es sich immer lohnt, wenn man sich auch mit etwas Anderem beschäftigt als nur mit sich selbst. Die in der Improvisation angelegte Idee des Dialogs erleichtert es Jazzmusikern, sich anderen Stilen und Musikkulturen zu öffnen. So ist Jazz zu einer „global language“ geworden. „Jazz across the border“ hört auf unterhaltsam-informative Weise hin.

14.00 Uhr | Das Ö1 Hörspiel
„Schachnovelle“. Von Stefan Zweig. Mit Michael Heltau und Gustl Weishappel. Bearbeitung und Regie: Klaus Gmeiner (ORF Salzburg 1978)

Die „Schachnovelle“ ist das bekannteste Werk Stefan Zweigs. Die Novelle entstand im brasilianischen Exil zwischen 1938 und 1941. Zweig floh infolge der nationalsozialistischen Machtergreifung über London nach Südamerika. Dieses Trauma hat sich in seinem Werk und in seinem Leben niedergeschlagen. Stefan Zweig: „Wenn ich zusammenrechne, wie viele Formulare ich ausgefüllt habe in diesen Jahren, Erklärungen bei jeder Reise, wie viele Stunden ich gestanden in Vorzimmern von Konsulaten und Behörden, vor wie vielen Beamten ich gesessen habe, wie viele Durchsuchungen an Grenzen und Befragungen ich mitgemacht, dann empfinde ich erst, wieviel von der Menschenwürde verlorengegangen ist in diesem Jahrhundert“. Im Zentrum der Erzählung steht die Konfrontation der Erfahrungen und des Leidens, die ein Gefangener der Gestapo erlebt hat, mit der oberflächlichen Lebenswelt wohlhabender Menschen …  Ein Jahr nach Veröffentlichung der „Schachnovelle“ begeht Stefan Zweig am 22. Februar 1942 in Petrópolis bei Rio de Janeiro Selbstmord.

14:05 bis 15:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Kultur als Überlebensstrategie – Das Schicksal einer ukrainischen Musikerfamilie

Yelisaweta Zaitseva studiert Violine in Nürnberg, aber ihre Gedanken sind in der Ukraine, ihrer Heimat. Der Krieg hat ihre Familie zerrissen. Ihr Vater ist Geschäftsführer des Kyiv Symphony Orchestra, ihre Mutter ist stellvertretende Konzertmeisterin. Mit Bangen verfolgte Yelisaweta Zaitseva die Flucht ihrer Mutter zusammen mit dem 10-jährigen Bruder nach Deutschland. Ihr Vater blieb in Kyiv und versuchte, eine Tournee „seines“ Orchesters in den Westen zu organisieren – der Zerstörungswut der russischen Bomben sollte ein Zeichen entgegengesetzt werden: Die Kultur der Ukraine wird weiterleben! Und es gelang. Aus der belagerten Hauptstadt reiste das Orchester nach Polen, wo es sich auf eine Tournee durch mehrere deutsche Städte vorbereiten konnte – mit dem krönenden Abschlusskonzert in der Hamburger Elbphilharmonie am 1. Mai. Yelisawetas Schwester ist ebenfalls Geigerin und studiert in Würzburg. Sie leitet das Jugendsymphonieorchester der Ukraine, das nach Slowenien evakuiert werden konnte. Eine Familie musiziert gegen den Krieg an und zeigt Europa den Reichtum der ukrainischen Kultur. Eine Sendung von Wolfgang Schicker

17:05 bis 17:55 | Bayern 2
Jazz & Politik: Politisches Feuilleton

17:50 bis 18:00 | SWR 2
SWR2 Jazz vor sechs

18:30 bis 19:00 | BR-KLASSIK
BR-KLASSIK – Jazz und mehr: Die kurz Angebundenen

Mit Musik von Chet Baker, François Couperin, Marco Mezquida, Andrea Motis und anderen. Moderation und Auswahl: Roland Spiegel

19:00 bis 20:00 | hr2-kultur
Live Jazz: Maria Faust’s Sacrum Facere: „Organ” | Jazzfest Berlin 2021

Am Mikrofon: Daniella Baumeister. Maria Faust’s Sacrum Facere: „Organ” | Maria Faust, as | Emanuele Maniscalco, org | Ned Ferm, sax | Francesco Bigoni, kl | Tobias Wiklund, tp | Mads Hyhne, pos |Jonatan Ahlborn, tb | Jazzfest Berlin, Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, November 2021

19:05 bis 20:00 | Bayern 2
Zündfunk: J Dilla, der Rhythmus-Erneuerer des Hip-Hop

Der Typ, der den Beat verschleppt hat. J Dilla, der Rhythmus-Erneuerer des Hip-Hop

Ein Zündfunk Playback von Ralf Summer. „Dilla Time (The Life and Afterlife of J Dilla, the Hip-Hop Producer Who Reinvented Rhythm)“ heißt das eben erschienene, erste Buch über den wohl versiertesten Beatbastler des Rap. Es handelt vom Leben und Werk des aus Detroit stammenden und schon mit 32 Jahren (2006) verstorbenen James Dewitt Yancey. Er nannte sich zunächst Jay Dee, später J Dilla oder nur Dilla. Seine Beats holten sich A Tribe Called Quest, Busta Rhymes, Common, D´Angelo, Erykah Badu, The Pharcyde, The Roots. Für Roots-Drummer Questlove ist Dilla gar „the greatest beatmaker of all time“. Er war nicht der erste Hip-Hop-Produzent, der den Reiz des „Swing“ entdeckte: wenn Beats leicht hängen, ungenau produziert sind. Aber keiner trieb es so weit wie er – er nahm sich die maximale Freiheit und gab dem Groove das gewisse elastische Federn. Wodurch viele seiner Instrumentals zeitlos und jazzy wirken. Im Zündfunk Playback beschäftigen wir uns mit seiner viel zu kurzen Karriere, die in den 90er Jahren mit seiner eigenen Band Slum Village begann, ihn in New York in große Studios und zu Ruhm führte, schließlich landete er in Los Angeles. Wo er mit Madlib das Projekt Jaylib startete und in einem Wettlauf mit der Zeit – plötzlich wurde eine seltene Blutkrankheit diagnostiziert – noch Instrumentals für Solo-Platten aufnahm.

Heute wird sein Sampler als nationales Kulturerbe im Museum of African-American Heritage & Culture in Washington D.C. ausgestellt. Pharrell Williams verbeugte sich vor ihm und für seinen ehemaligen Mitbewohner Common ist er der „John Coltrane seiner Generation“. Dilla hat das Timing im Hip-Hop verändert: neben „straight time“ und „swing time“ gibt es nun auch „Dilla time“. Ralf Summer stellt in diesem Zündfunk Playback Jay Dilla und seine fantastische Musik vor. Wiederholung vom 07.05.2022

22:03 bis 23:00 | SWR 2
SWR2 Jazztime: First Lady of Piano – Aufnahmen von Mary Lou Williams

Von Hans-Jürgen Schaal. Schon als Teenager spielte sie das Piano bei Duke Ellingtons Washingtonians. Danach komponierte und arrangierte Mary Lou Williams (1910 – 1981) für einige von Amerikas führenden Big-Band-Leitern wie Andy Kirk, Benny Goodman und Tommy Dorsey. Sie spielte Stride-Piano in Harlem und Swing in Kansas City und galt später auch als die „Mutter des Bebop“. In einer Jazzwelt, in der weibliche Instrumentalisten nicht wirklich vorgesehen waren, behauptete sie sich über Jahrzehnte hinweg. „Sie spielte die Männer an die Wand“, sagte der Saxofonist Buddy Tate.

22:05 bis 22:50 | Deutschlandfunk
Atelier neuer Musik: Zwischen Klassik und Popkultur – Reihe Ensemblekulturen (4): Die Amsterdamer Formation Fuse

Von Yvonne Petitpierre. Mit ungewöhnlicher Bühnenpräsenz und mutiger Programmgestaltung gehört das Amsterdamer Fuse Ensemble heute zur Avantgarde des niederländischen Musiklebens. Anfangs experimentierten die Musiker in allmonatlichen Clubnächten, später wurde Fuse als festes Ensemble in der wöchentlichen TV-Sendung „Podium Wittemann“ einem breiteren Publikum vertraut. Die um Kontrabass und Schlagwerk ergänzte Streichquartett-Formation bewegt sich seit zehn Jahren zwischen klassischer Musik, Jazz, Folk und Minimal Music. Ihr Ansatz zielt auf ein virtuoses und außergewöhnlich aufeinander abgestimmtes Crossover-Erlebnis. Alle Titel werden grundsätzlich auswendig gespielt, um unmittelbar jeweils auf Konzertort und Zuhörerschaft reagieren zu können.

23:03:00 | Ö1
Mira und Sara Gregoric im Studio und im Wiener KlangTheater

Aus Kärnten stammt das ebenso formidable wie unorthodoxe Duo Sonoma, das 2021 mit seinem CD-Debüt „I“ („Eins“) überraschte. Der Inhalt: Stilistisch entgrenzte, expressiv-phantasievolle Klanggedanken von Violine und Gitarre, kompositorisch klar und bewusst gesetzt, jede Note mit Bedeutung aufgeladen, dabei reich an originellen Ideen. Dahinter stehen Gitarristin Sara Gregoric und Violinistin Mira Gregoric, 29 bzw. 27 Jahre jung. Die Schwestern haben schon im Volksschulalter begonnen, gemeinsam Musik zu machen, oft auch zu dritt mit ihrem Vater Janez Gregoric, seinerseits ein vielbeschäftigter klassischer Gitarrist und Pädagoge.

Später studierten Sara und Mira Gregoric an der Musikuniversität Wien, Mira zudem Jazzvioline bei Andreas Schreiber an der Anton-Bruckner-Privatuniversität Linz. Die Musik des Duo Sonoma speist sich neben den genannten Quellen auch aus Einflüssen aus der Kärntner Volksmusik. Dank dieser Offenheit und dem Mut, kompositorisch individuelle Wege einzuschlagen, überzeugen Sara und Mira Gregoric schon jetzt mit einer sympathisch eigenwilligen kammermusikalischen Handschrift. Katharina Osztovics plaudert mit den Schwestern und präsentiert das Konzert ihres Duo Sonoma, aufgenommen am 13. Mai 2022 im KlangTheater des Wiener RadioKulturhauses in der Reihe „5 Millionen Pesos“. Gestaltung: Katharina Osztovics

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
BR-KLASSIK – Musik der Welt: Basar – Aktuelles aus der Szene

Von und mit Susanne Schmerda. Heute geht’s zum Pferdestehlen in die Altai-Republik nach Sibirien mit der Gruppe „New Asia“, mit Kehlkopfgesang und traditionellen Musikinstrumenten wie der Topshuur-Laute. Wir tauchen ein in die „Whispered Gardens“ des Japaners Jun Miyake, folgen dem senegalesischen Bassisten Alune Wade und seiner inspirierenden Begegnung mit tunesischer Musik und bewundern den israelischen Saxophonisten Oded Tzur für seine behutsame Verschmelzung von Raga und Jazz. Außerdem würdigen wir den am 10. Mai in Mumbai verstorbenen großen Santur-Virtuosen Shiv Kumar Sharma, eine Legende der indischen Musik. Er sorgte dafür, dass das indische Hackbrett Santur zu einem der wichtigsten Saiteninstrumente der traditionellen indischen Musik wurde. Und dann gibt es auch noch einige Konzert-Tipps für Sie.


so – 05.06.2022


00:05:00 | Ö1
(Fortsetzung) Mira und Sara Gregoric im Studio und im Wiener KlangTheater

17:10:00 | Ö1
Erinnerung an den kapverdischen Musiker Orlando Pantera

Als Orlando Monteiro Barreto, genannt Orlando Pantera, im Jahr 2001 mit nur 33 Jahren überraschend an akuter Pankreatitis starb, war das ein großer Schock für die Musikwelt der Kapverdischen Inseln. Er war kurz davor gewesen, sein Debutalbum aufzunehmen und hatte zuvor schon in diversen Bands und in seiner Zusammenarbeit mit der portugiesischen Tänzerin und Choreografin Clara Andermatt oder der kapverdischen Tanzgruppe Raiz di Polon gezeigt, welch enormes Talent und kreatives Potential in ihm steckte.

Aber auch ohne eigene Veröffentlichungen wurde Orlando Pantera zu einem wichtigen Protagonisten und Erneuerer der kapverdischen Musik, indem er in seinen Kompositionen traditionelle Stile wie Batuque, Son Jon oder Funaná in eleganter und kluger Manier in mitreißende, weltmusikalische Popmusik verwandelte. Nach seinem Tod blieb es gerade aufstrebenden Sängerinnen wie Mayra Andrade und Lura, die hinterlassenen Songs von Orlando Pantera zu interpretieren und aufzunehmen und so gewissermaßen als „Generation Orlando Pantera“ in den 2000er Jahren die Musik des westafrikanischen Inselstaats zu prägen. Gestaltung: Michael Neuhauser

19:05 bis 21:00 | Bayern 2
Zündfunk extra: Popkultur am Feiertag

19.05 25 Years After „Baduizm“ von Erykah Badu – Mit Angie Portmann | 20.00 Nachrichten, Wetter, Verkehr | 20.05 50 Years After: „Superfly“ von Curtis Mayfield – Mit Roderich Fabian

25 Years After: „Baduizm“ von Erykah Badu: „Uuh on and on/ and on and on/ my heart keeps beating like a rolling stone…“ … mit ihrem famosen, sehr zurückgelehnten Debütalbum „Baduizm“ wurde Erykah Badu 1997 aus dem Stand zur First Lady des Neo Soul. Inspiriert von Jazz, Soul, R’n’B und Hip Hop gilt „Baduizm“ bis heute als Blaupause für den nachfolgenden Conscious Soul. Immer wieder wurde Badus Stimme mit der Stimme der Jazz-Ikone Billie Holiday verglichen. Aber nicht nur ihre Stimme, auch ihre exzentrischen Kopfbedeckungen sorgten damals für Aufsehen. „Baduizm“ war aber nicht nur ein Kritiker-Liebling, es verkaufte sich auch ausgesprochen gut und wurde mit Awards überschüttet (unter anderem setzte sich Badu bei den Grammys gegen Mary J. Blige, Babyface und sogar Whitney Houston durch!). Angie Portmann eine Stunde über ein Album, das Geschichte schrieb. Wiederholung vom 15. April 2022

50 Years After: „Superfly“ von Curtis Mayfield: „Blaxploitation“ hieß in den frühen 70ern ein beliebtes Sub-Genre, in dem Afro-Amerikaner die Hauptrolle als Helden oder Heldinnen spielten. Oft besorgen Stars der Soul-Musik den Soundtrack dazu. Curtis Mayfield wurde 1972 für „Superfy“ engagiert, die Story eines Drogenhändler, der nach einem großen Coup aussteigen will. Mayfield schuf mit seinen Songs aber einen eigenen Kommentar zum geschehen des Films, nutzte sie als Anklage gegen die Zustände der Inner Cities und der Situation der Schwarzen in den USA. Da Mayfield auch musikalisch auf der Höhe war, entstand eine Reihe von Funk-Pop-Klassikern wie „Pusherman“ und „Freddie’s dead“. Letztlich spielte der Soundtrack mehr Geld ein als der Film. Und der war immerhin das finanziell erfolgreichste Blaxploitation Movie.

19:34:00 | Ö1
Nenad Vasilic Trio mit Marko Zivadinovic und Romed Hopfgartner

Der serbische Bassist und Komponist Nenad Vasilic ist seit vielen Jahren fixer Bestandteil der Wiener Jazzszene, als Musiker wie auch als Betreiber eines Tonstudios im 7. Gemeindebezirk. Sein neuestes Projekt ist eine Trioformation: Zusammen mit dem Akkordeonisten Marko Zivadinovic, einem Landsmann, sowie dem Tiroler Saxofonisten Romed Hopfgartner werden Auszüge aus Vasilics mittlerweile umfangreichem Kompositionsfundus präsentiert.

Nenad Vasilic, der aus Niš stammt und in Graz studiert hat, fusioniert die reiche Folklore-Tradition des Balkans mit Elementen des Jazz, und er zählt definitiv zu den überzeugendsten Vertretern dieses Genres! 2022 wurde übrigens ein im Wiener Radiokulturhaus mitgeschnittenes Konzert des Trios auf Tonträger veröffentlicht.

Diese Ö1 Radiosession wird gefördert durch die Verwertungsgesellschaft Rundfunk GmbH („VGR“). Gestaltung: Klaus Wienerroither

19:37 bis 20:00 | SWR 2
SWR2 Jazz: Changing the Blues – Der texanische Tenorsaxofonist Budd Johnson

Von Gerd Filtgen. In der Blütezeit des Swing war Budd Johnson ein gefragter Solist in namhaften Orchestern. Was mit seiner eloquenten Spielweise zu tun hatte, in der sich die Einflüsse angesagter Tenorsaxofonisten wie Lester Young und Coleman Hawkins zu einer individuellen musikalischen Sprache verbanden. Aber Budd Johnson verfügte noch über weitere Talente: Als Komponist glänzte er mit atmosphärischen Themen wie „Foggy Nights“. Zudem war er ein hervorragender Arrangeur. Der Übergang vom Swing zum Bop war für ihn kein Problem. Relaxt pendelte er in seiner sich über fünf Dekaden erstreckenden Karriere zwischen den beiden Jazzstilen.

17:50 bis 18:00 | SWR 2
SWR2 Jazz vor sechs

20:55:00 | Ö1
Shirley Scott: „Queen of the Organ“ (1965)

Ihren Ruf als Königin der elektrischen Hammond-B3-Orgel hatte sie sich bereits in den 1950er Jahren erspielt, die als goldene Ära des Instruments gelten. Shirley Scott, geboren 1934 in Philadelphia, war bekannt für ihren bluesigen Stil, der starke Anleihen an afroamerikanischer Kirchenmusik nahm, vor allem an Gospels und Spirituals. Wie kein anderes Instrument war die Hammond-B3 dazu geeignet, eine Brücke zwischen dem Sakralen und dem Profanen zu schlagen, und erstaunlicherweise gelang es Shirley Scott meist, stilsicher durch die gefährlichen Untiefen zwischen Kommerz und künstlerischem Anspruch zu manövrieren. Sie veröffentlichte als Bandleaderin mehr als 50 Alben in unterschiedlichen Besetzungen, vom intimen Trio zur Bigband, stilistisch breit gestreut von Bebop und Latin bis zu poppigem Soul-Jazz.

Von der männerdominierten Szene hochrespektiert, spielte Shirley Scott am Anfang ihrer Karriere Mitte der 1950er Jahre Klavier in den Clubs ihrer Geburtsstadt Philadelphia, unter anderem zusammen mit dem jungen John Coltrane. Vom Fleck weg wurde sie dann von Count Basies Tenorist Eddie „Lockjaw“ Davis für dessen Band engagiert, in der sie den Orgelpart übernahm.

Nach dem Ende dieser Partnerschaft heiratete sie 1961 den Tenorsaxofonisten Stanley Turrentine, mit dem sie eine Vielzahl von einflussreichen und stilprägenden Aufnahmen einspielte -unter anderem für die Labels Blue Note, Prestige, Atlantic und Impulse.

Auf letzterem erschien 1965 „Queen of the Organ“, ein Live-Album, das im Zentrum dieser Sendung mit Gerhard Graml steht. Aufgenommen wurde es im Jazzclub The Front Room in Newark, New Jersey, mit Gemahl Turrentine am Saxofon, Bob Cranshaw am Bass und Otis Finch am Schlagzeug. Shirley Scott zieht darauf -auch im eigentlichen Wortsinn -alle Register ihres Könnens, begeistert sowohl mit inspirierter Melodieführung als auch expressiven Akkordimprovisationen und stellt dabei ihre erstaunliche Musikalität unter Beweis -gewissermaßen als Königin auf der Königin der Instrumente.  Gestaltung: Gerhard Graml

22:08 – 23:00 | Ö1
Olga Neuwirth bei Kovacics Entdeckungen – Gesprächskonzert mit Olga Neuwirth

In der Konzertreihe „Kovacics Entdeckungen“ lädt der Geiger und Dirigent Ernst Kovacic das Publikum dazu ein, sich auf ausgewählte Musik und Gespräche einzulassen. Am 5. April 2022 war die österreichische Komponistin Olga Neuwirth bei ihm zu Gast, die mit Beginn des laufenden Studienjahrs eine Professur für Komposition am Institut für Komposition, Elektroakustik und Tonmeister/innen-Ausbildung an der Universität für Musik und Darstellende Kunst Wien angetreten hat. Sie zählt international zu den erfolgreichsten Komponierenden und hat als erste Komponistin eine Auftragskomposition der Wiener Staatsoper erhalten. Die Produktion ihres „Orlando“ wurde vom Magazin Opernwelt zur „Uraufführung des Jahres“ gekürt. Zudem wurde sie für ihr abendfüllendes multimediales Musiktheaterstück mit dem Grawemeyer Award for Music Composition 2022 ausgezeichnet. Ebenfalls heuer hat sie den hochdotierten, internationalen Musikpreis 2022 der Ernst von Siemens Stiftung erhalten.

Olga Neuwirth, 1968 in Graz geboren, bezieht in ihren Kompositionen zumeist Aspekte anderer Kunstgenres ein, wie Literatur, Comic, Film und Bildenden Kunst oder auch aus den Naturwissenschaften. Der Einsatz digitaler Medien im Visuellen und von Elektronik im Akustischen ist in ihren Werken unterschiedlichster Gattungen selbstverständliches Stilelement, sei es in Form von live-generierten Klängen oder mit Zuspielungen. Ihre musikalische Sprache hat oft ironische, witzige Facetten und verzerrt so manches ins Groteske, manchmal mit ganz einfachen Mitteln wie der Verwendung von Low-Tech-Instrumenten.

Im Gesprächskonzert mit Ernst Kovacic kamen Werke von Olga Neuwirth aus den letzten 25 Jahren zur Aufführung, wie das Streichquartett „Settori“ (1999), „Quasare/Pulsare II“ für Violine, Violoncello und Klavier (2016), incidendo/fluido für Klavier solo (2000) und „ONDATE“ für Saxophonquartett (1998) sowie „Rays through a dirty window“ für Flöte, Violine, Violoncello und Klavier ihres Studenten Marius Malanetchi. Es spielten Musiker/innen aus dem Umfeld der mdw sowie das spanischen Saxophonquartett Ensemble Sinoidal.

Eine Teilwiedergabe des Gesprächskonzert „Kovacics Entdeckungen“ vom 5. April im ORF RadioKulturhaus Wien. Mit Barbara Stawiarz, Sigurd Eide, Subin Kim und Sofia Liu (Violine), Miki Wada (Viola), Rahel Rupprechter und Irini Liu (Violoncello), Dalma Sarnyai (Flöte), Eriko Muramoto und Jan Sattler (Klavier) sowie dem Ensemble Sinoidal. Gestaltung: Marie-Therese Rudolph

 

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