Radiowoche
Die Radiowoche Foto: Martin Hufner

Die Radiowoche vom 06.09.21–12.09.2021

Ein kleiner Blick in die Radiowoche 36. Neu in der Übersicht, das Jazzprogramm von Ö1. Die ARD-Radio-Suchmaschine zuckt wieder noch ein bisschen. Die Übersicht zum Download als PDF. Alle Angaben ohne Gewähr.



mo – 06.09.2021


19:05 Uhr | Deutschlandfunk Kultur
Zeitfragen. Politik und Soziales.

19:30 Zeitfragen. Feature:  Wer schlägt wen in Wort und Bild? – Werbeschlacht um die Wählergunst

Von Ralph Gerstenberg. Der Bundestagswahlkampf hat Fahrt aufgenommen. Im Kampf um die Kanzlerschaft geht es darum, den jeweiligen Kandidaten im besten Licht erscheinen zu lassen. Doch ist Armin Laschet nicht eher ein Auslaufmodell, Annalena Baerbock zu unerfahren? Solche Zweifel auszuräumen, das ist die Aufgabe von Werbestrategen und Wahlkampfmanagern. Welche Slogans greifen, welcher Kandidat wird wie am besten inszeniert, wie lässt sich politische Programmatik in griffige Schlagworte gießen? Eine Sendung über die Werbeschlacht um die Wählergunst, die immer mehr auch in digitalen Medien ausgetragen wird.

19.30-21.00 | Ö1
Trompeter Thomas Gansch, back to the roots  – Thomas Gansch & Blasmusik-Supergroup 2021 im Wiener Konzerthaus

Es war ein Herzenswunsch, den sich Thomas Gansch am 21. Juni 2021 im Großen Saal des Wiener Konzerthauses erfüllen konnte: Der Trompeter und Musikantenfreigeist, der an diesem Ort von Mnozil Brass über Gansch & Roses bis zu „Schlagertherapie“ schon eine Vielzahl von Projekten und Programmen präsentiert hatte, und der hier auch als Gast von Wynton Marsalis und dessen Jazz at Lincoln Center Orchestra aufgetreten war, er ging an diesem Tag back to the roots und spielte: Blasmusik. Und zwar aus dem Repertoire des Tschechischen Zentralorchesters Prag, dessen Märsche, Tänze und Konzertpolkas Gansch zuhause im niederösterreichischen Melk mit der Muttermilch aufgesogen hat.

Um den Reiz dieser mitunter harmonisch kühnen und formal ambitionierten Kompositionen von Julius FuÄík, Václav Vackár u. a. einem Blasmusik gegenüber fremdelnden Publikum erlebbar zu machen und so als Türöffner in eine andere Richtung zu fungieren als üblich, dafür hatte Gansch Mitstreiter von Bands wie Blechhauf’n und LaBrassBanda sowie von den Egerländer Musikanten und den Wiener Philharmonikern engagiert. Ein zweifellos interessantes Experiment mit dem Ziel, Blasmusik vorurteilsfrei, losgelöst von sozialen und ideologischen Konnotationen zu hören – am 21. Juni im Wiener Konzerthaus, heute auf Ö1!

20:05 bis 21:00 | Bayern 2
Hörspiel: „Bei unserer Lebensweise …“ von Jane Bowles/Katharina Franck

Komposition: Ulrike Haage/Katharina Franck. Realisation: Ulrike Haage. BR 1999. Briefe und Lebenszeugnisse von Jane Auer Bowles bilden die Grundlage zu Katharina Francks eindrucksvollem Porträt der weltgewandten Schriftstellerin und Reisenden. Obwohl bewundert von Tennessee Williams und Truman Capote, von William S. Burroughs, Carson McCullers und von ihrem Mann Paul Bowles, hielt die 1917 in New York geborene Jane Bowles selbst nichts davon, wie sie lebte. Und sie hielt nichts von dem, was sie schrieb. So schrieb sie vor allem Briefe. Sie schrieb davon, was sie eigentlich unternehmen wollte und würde, wenn sie nicht dort wäre, wo sie gerade war. Die Musik von Ulrike Haage verweist mit Zitaten aus dem Jazz, der marokkanischen Musik und mit filmmusikartigen Kompositionen auf das zeitliche und ständig wechselnde lokale Umfeld.

Jane Bowles (1917-1973), amerikanische Autorin, lebte in New York, Mexiko, Paris, Marokko und Spanien. Werke u.a. Zwei sehr ernsthafte Damen (1984), Einfache Freuden (1985). Hörspieladaptionen u.a. Schneeziegenmanöver (BR 1999), Zwei sehr ernsthafte Damen (DKultur 2005).

Katharina Franck, geb. 1963 in Düsseldorf, Sängerin, Songwriterin, Hörspielautorin und Live-Performerin. Weitere BR-Hörspiele Das Signal wurde über Radio gegeben – Ein Cut-Up (2007), Nazaré – nicht die Stadt, die Frau (2007).

20:10 Uhr | Deutschlandfunk
Musikjournal: Das Klassik-Magazin

Quo vadis Programmheft? – über den Wandel einer musikalischen Serviceleistung

21:30 Uhr | Deutschlandfunk Kultur
Einstand: Die Musik soll Geschichten erzählen – Der Klarinettist Joë Christophe

Von Eva Blaskewitz. Joë Christophe fasziniert die klangliche Vielfalt an seinem Instrument. 2019 erhielt der junge Franzose den 1. Preis und sechs Sonderpreise beim ARD-Wettbewerb. Jetzt erscheint seine Debüt-CD „Idylle“.

Es ist die klangliche Vielfalt, die Joë Christophe an der Klarinette fasziniert. Dass sie in den unterschiedlichsten Stilrichtungen zu Hause ist. Und, dass durch den Atem eine intensive Verbindung zwischen dem Spieler und dem Instrument entstehen kann. Diese Verbindung scheint im Falle des jungen französischen Klarinettisten eine ganz besondere zu sein: Sein feinfühliges Spiel und die perfekte Beherrschung des Instruments haben ihm 2019 den 1. Preis und sechs Sonderpreise beim renommierten Internationalen Musikwettbewerb der ARD München eingebracht. Nun erscheint seine erste CD „Idylle“. Joë Christophe hat dafür ein breites Spektrum von Lieblingsstücken ausgewählt: träumerisch, verspielt, nostalgisch, übermütig – die Klarinette in all ihren Facetten!

23:03 – 24:00 | Ö1
40 Jahre Kammermusikfest Lockenhaus. Momentaufnahmen und Positionen Neuer Musik (1)

Als der Geiger Gidon Kremer in Lockenhaus gemeinsam mit Josef Herovich vor 40 Jahren das Kammermusikfest gründete, war von Anfang an ein klarer Fokus auf das zeitgenössische Musikschaffen gerichtet. War anfangs die Blickrichtung vor allem Richtung Osten ausgerichtet, hat sich das Blickfeld im Laufe der Jahrzehnte erweitert. Zum Jubiläum ist Gidon Kremer mit der Kremerata Baltica nach Lockenhaus zurückgekommen, um Neue Musik auch aus dem historischen Blickwinkel der Festivalgeschichte heraus zu interpretieren. Gestaltung: Gerhard Krammer

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
Jazztime: Jazztoday – Zum 75.Geburtstag von Dave Liebman

Henning Sieverts feiert den großen amerikanischen Saxophonisten, Flötisten und Jazzpädagogen mit Highlights aus seinen über 500 Einspielungen. Mit Richie Beirach, Joe Lovano und anderen

23:30 – 24:00 Uhr | SWR2
ARD Radiofestival. Jazz: Die WDR Big Band und das Kölner Jazzkollektiv KLAENG

Von Jörg Heyd. Sechs Musiker – sechs Instrumente – unzählige Möglichkeiten. Die Mitglieder des KLAENG-Kollektivs sind als Spielpartner auf höchstem Niveau international geschätzt und vielfach mit renommierten Preisen ausgezeichnet. In ihrer Arbeit verarbeiten die Musiker*innen Einflüsse aus höchst unterschiedlichen musikalischen Welten zwischen Improvisation und Komposition, klassisch akustischem und experimentellem und elektronischem Klang. Als das KLAENG-Kollektiv im Herbst 2020 auf die geballte Energie und die Finesse der WDR Big Band traf, öffneten sich noch einmal ganz neue Klang-Kosmen.


di – 07.09.2021


00:05 Uhr | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Verschlungene Pfade – Die spanische Komponistin Irene Galindo Quero

Von Egbert Hiller. Brüche, Schnitte, Risse finden sich in Queros Musik, abgeleitet von Phänomenen aus der Lyrik, die sie in bewegte und bewegende Klänge transformiert.

Das schöpferische Denken von Irene Galindo Quero kreist um Sprache in all ihren Facetten – um Literatur, aber auch um sprachwissenschaftliche Aspekte: Phonetik, Dichtkunst und mit Sprache verknüpfte Wahrnehmungstheorien. Wortvertonungen im traditionellen Sinne sind ihre Sache aber nicht. Für Quero ist Sprache gleichermaßen Material, in Instrumental- und Musiktheaterwerken. In der Auseinandersetzung mit diesem Material hört sie auf dessen „innere Stimmen“ – und auf ihre eigenen. Dabei strebt sie nach Abstraktion und Grenzüberschreitungen. Bizarre klangliche Spannungsfelder offenbaren verschlungene Pfade und Kreuzungen, Verwicklungen und Verzerrungen.

00:10 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Tom Sora: „Granitfluss“ (Giovanni de Angeli, Oboe; Stefan Schneider, Klarinette; Guido Segers, Trompete; Minas Borbudakis, Minas Koutsambasopoulos, Klavier); Ataç Sezer: „Toned Melisma Silver Print“ (Münchener Kammerorchester: Alexander Liebreich); Bernhard Weidner: „Flug“ (Michael Schäfer, Klavier); Norbert R. Stammberger: „re-recording no.29.3006.06“ (Stephan Stiens, Gitarre; Münchner Rundfunkorchester: Christian von Gehren); „re-recording no. 35.070731.1826“ (Norbert R. Stammberger, Saxofon; Münchner Rundfunkorchester: Christian von Gehren); Gloria Coates: „Lunar Loops“ (Ruth Fischer, Stephen Stiens, Gitarre); Christoph Reiserer: „Vier Quartette – eins“ (Xsemble München); Michael Emanuel Bauer: „Superflat“ (MGNM Festivalensemble: Peter Hirsch); Klaus Schedl: „Running Man“ (piano possibile: Christian Günther); Klaus-Peter Werani: „Small Difference“ (Véronique Bastian, Klaus-Peter Werani, Viola)

20.04 | WDR 3
ARD Radiofestival. Konzert – WDR Big Band und Bill Dobbins – Goldberg-Variationen

Johann Sebastian Bach: Goldberg-Variationen, Fassung für Big Band von Bill Dobbins. WDR Big Band, Leitung: Bill Dobbins. Aufnahme vom 28. August 2021 aus dem Kölner Funkhaus

Anschließend: Mokale Koapeng: Komeng | Arnold van Wyk: Five Elegies for String Quartet | Péter Louis van Dijk: iinyembezi | Priaulx Rainier: Quartet for Strings – Signum Quartett. (Kurzfristige Änderungen vorbehalten)

21:05 Uhr | Deutschlandfunk
Jazz Live: Eleganz und Spannung – Wolfgang Muthspiel Trio

Aufnahme vom 25.6.2021 bei JazzBaltica, Timmendorfer Strand. Am Mikrofon: Karsten Mützelfeldt. Nach Arbeiten mit größeren Ensembles und als Songwriter besinnt sich Wolfgang Muthspiel mit seinem internationalen Trio auf seine Kernkompetenz als improvisierender Gitarrist: mit kunstvollem Modern Jazz, voll spannender Dialoge, so geschmeidig wie komplex. Der Wiener Gitarrist ist ein Meister auf seinem Instrument und in vielen stilistischen Fahrwassern unterwegs – vom puren Modern Jazz über Fusion und Folk bis hin zur Klassik und zur Neuen Musik. Immer erweist er sich dabei als Melodiker mit Sinn für das Liedhafte. Eingängigkeit und Komplexität gehen bei ihm Hand in Hand. Mit dem amerikanischen Bassisten Scott Colley und dem spanischen Schlagzeuger Jorge Rossy kultiviert der Österreicher eine lyrische, fließende Musik, die den Raum auskostet und alles atmen lässt. Bei JazzBaltica 2021 geschah das nach langer Corona-Durststrecke endlich wieder vor Live-Publikum.

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: Musik der Gegenwart

Konstantia Gourzi: „Hommage à Mozart“ (Nils Mönkemeyer, Viola; William Youn, Klavier); „Ny-el. Two Angels in the White Garden“ (Lucerne Festival Orchestra: Konstantia Gourzi); „Anájikon. The Angel in the Blue Garden“ (Minguet Quartett)

22:05 Uhr | Deutschlandfunk
Musikszene: Kleine Hände, schnelles Ende? Anatomie und Instrumentenbau

Von Ida Hermes. Nicht jeder Körper passt zu jedem Musikinstrument. Menschen mit kleinen Händen etwa fällt das Musizieren häufig schwerer, gerade am Klavier. Und berühmte Pianistinnen und Pianisten haben Studien zufolge in der Regel große Hände. Entwicklungen wie der 7/8-Flügel sollen ermöglichen, dass auch Menschen mit kleineren Handmaßen ein technisch vergleichbares Niveau erreichen können. Diese Klaviere sind allerdings kaum verbreitet. Woran liegt das und nach welchen Mittelwerten richten sich eigentlich die Standardmaße unserer Instrumente? Kann man anatomische Nachteile durch Training ausgleichen? Und welche Folgen hätte es, wenn der Instrumentenbau die Standardmaße überdenken und stärker auf individuelle Bedürfnisse eingehen würde? Die „Musikszene” sammelt Perspektiven zu einem Thema, das gerade in der professionellen Szene noch tabuisiert zu sein scheint, und fragt, inwiefern Instrumentenbau und Gender Equality miteinander zu tun haben.

23:03 – 24:00 | Ö1
40 Jahre Kammermusikfest Lockenhaus. Momentaufnahmen und Positionen Neuer Musik (2)

Seit zehn Jahren zeichnet der Cellist Nicolas Altstaedt für das Programm des Kammermusikfestes Lockenhaus verantwortlich, das wiederum vor 40 Jahren von Gidon Kremer und Pfarrer Josef Herovich (1936-2014) gegründet worden ist. Die Tradition, neue und neueste Musik im Mittelburgenland beim Festival auch uraufzuführen, hat Altstaedt nahtlos von Kremer übernommen. So war heuer etwa Pianist und Komponist Olli Mustonen zu Gast, um gemeinsam mit der Kremerata Baltica eigene Werke zu spielen. Und auch Patricia Kopatchinskaja widmete sich in ihren Performances neuen Klängen. Gestaltung: Gerhard Krammer

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
Jazztime: News & Roots: 3 x 3 aus den USA

Mit den Trios des Tenorsaxophonisten und Multiinstrumentalisten Chris Potter, der Sängerin Lilly und des Bassisten Dave Holland. Auswahl und Moderation: Henning Sieverts

23:30 – 24:00 Uhr | SWR2
ARD Radiofestival. Jazz: Glück und Erfolg in der Fremde: Brasiliens Musik im Jazz-Exil

Von Michael Laages. So reich an Musik das Land ist, so schwer hat es der Jazz in Brasilien. Wer sich also ausgerechnet dieser Musik verschrieb, tat schon immer gut daran, nach Europa zu wechseln, sozusagen ins Exil. Die Pianistin und Sängerin Tania Maria wurde heimisch in Paris, ihr jüngerer Kollege Floriano Inacio Jr. lebt seit zwanzig Jahren in der Schweiz, die Schlagzeugerin Mariá Portugal ließ sich 2020 in Moers am Niederrhein nieder. Während vor der aktuellen brasilianischen Regierung keine Kulturform sicher sein kann, vieles behindert und zerstört wird, stehen sie ein für das andere Brasilien.


mi – 08.09.2021


00:10 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponisten

Roland Schmidt: „Der Gaukler“ (Wilfried Krüger, Horn; Hiro Sato, Trompete; Anton Laubenbacher, Posaune); Cornelius Hummel: 8 Musiken für 9 Streicher (il capriccio: Friedemann Wezel); Vivienne Olive: „The Dream Gardens“ (Annie Gicquel, Klavier); Tobias PM Schneid: „sacred landscapes“ (Hanno Simons, Violoncello; ensemble trioLog münchen); Zsolt Gárdonyi: Divertimento über Tanzweisen aus Siebenbürgen (Elisabeth Fuchs, Flöte; Angelika Ruhland, Oboe; Iwan Linnenbank, Klarinette; Sabine Müller, Fagott; Stefan Würger, Horn); Horst Lohse: „La morte d’Orfeo“ (Julius Berger, Violoncello; Roland Schmidt, Martin Homann, Schlagzeug; Nürnberger Symphoniker: Klauspeter Seibel); Dieter Buwen: „Nachtgedanken“ (Akademie Quartett)

19:05 Uhr | Deutschlandfunk Kultur
Zeitfragen. Kultur und Geschichte

Magazin – 19:30 Zeitfragen. Feature – Rechtsextremismus in Ostdeutschland. Vom verordneten Antifaschismus zur AfD

Von Nadja Mitzkat. Rechte Einstellungen sind in Ostdeutschland präsent. Und die Gefahr, Opfer einer rechtsextremen Gewalttat zu werden, ist dort besonders groß. Woran liegt das? Die Suche nach Antworten führt tief in die DDR-Vergangenheit. Dort wuchs trotz antifaschistischer Staatsdoktrin über die Jahre eine rechte Skinheadszene heran. Das dokumentieren ein geheimes Forschungsprojekt des DDR-Innenministeriums und zahlreiche Akten der Staatssicherheit. Nach dem Zusammenbruch des DDR-Staates konnten sich die Skinheads endlich offen auf der Straße zeigen und westdeutsche Neonazikader trommelten im Osten für die braune Revolution. Sie wollten nicht nur die DDR stürzen sehen, sondern auch die BRD. Daraus wurde zwar nichts, doch das Erstarken der Neonazis wirkt bis heute nach – und reicht bis weit in die Mitte der Gesellschaft.

20.04 | WDR 3
ARD Radiofestival. Konzert live – Das NDR Vokalensemble feiert Geburtstag

Eric Whitacre: Leonardo Dreams of His Flying Machine | Claudio Monteverdi: Gloria aus „Selva morale e spirituale“ | Jaakko Mäntyjärvi: Spiro | Claudio Monteverdi: Laudate Dominum primo | Dieter Schnebel: Contrapunctus 1 |  | David Fennessy: Ne reminiscaris | Johann Sebastian Bach: Singet dem Herren – NDR Vokalensemble, Leitung: Klaas Stok. Übertragung aus der Elbphilharmonie, Hamburg

Anschließend: Schleswig-Holstein Musik Festival: Hans Zender: Schuberts Winterreise – eine komponierte Interpretation – Julian Prégardien, Tenor; Schleswig-Holstein Festival Orchester, Leitung: Lin Liao. Aufnahme vom 17. Juli 2021 aus der NordArt, Rendsburg-Büdelsdorf. (Kurzfristige Änderungen vorbehalten)

21:30 Uhr | Deutschlandfunk Kultur
Alte Musik: „So hübsch wie das hübscheste Mädchen“ – Porporino, der Kastrat des preußischen Königs

Von Richard Schroetter. Antonio Uberti war einer der Lieblingsschüler des berühmten Gesangslehrers Nicola Porpora und nannte sich deshalb werbewirksam Porporino. „Er hatte eine schöne volle Stimme, sang sehr richtig“, so heißt es. „Seine Hauptstärke bestand in dem edlen Vortrage des Adagio, wozu auch noch ein damals ungewöhnliches Talent der Darstellung kam.“ 1742 wurde er von Friedrich dem Großen nach Berlin geholt, wo er – trotz einiger Querelen – bis zu seinem Tod 1783 lebte.

23:03 – 24:00 | Ö1
Rückblick, Vorschau und aktuelle Veröffentlichungen – Zeit-Ton Magazin

Jeden Mittwoch präsentieren wir Ihnen ausgesuchte Veranstaltungstipps für die kommenden sieben Tage und die spannendsten Neuveröffentlichungen. Mit u.a. einer Vorschau auf das Musikprogramm beim Ars Electronica Festival in Linz (8. bis 12. September 2021) und die Konzerte der Klangspuren Schwaz (10. bis 26. September 2021). Gestaltung: Marie-Therese Rudolph

23:05 bis 00:00: BR-KLASSIK
Jazztime: Jazz aus Nürnberg: Live-Mitschnitte

Das Workshop Ensemble mit Nino Wenger, Christopher Kunz, Lukas Diller und Kira Linn (Saxofone), Lukas Großmann (Piano), Florian Müller (Gitarre), Isabel Rößler (Bass) und Johannes Koch (Schlagzeug) unter der Leitung von Adrian Mears und Adrian Mear´s New Orleans Hardbop mit Adrian Mears (Posaune & Kompositionen), Domenic Landolf (Tenorsaxofon), Christoph Stiefel (Piano), Stephan Kurmann (Bass) und Kevin Chesham (Schlagzeug)  beim 6. „Young Lions on Stage“ Festival in Nürnberg. Aufnahme vom 9. Mai 2016 in der Tafelhalle. Moderation und Auswahl: Beate Sampson

23:30 – 24:00 Uhr | SWR2
ARD Radiofestival. Jazz: Junger Soul, Jazz und Hip-Hop aus eigener Herstellung             

Von Jean-Mark Heukemes. Das Independent-Plattenlabel Dezi-Belle Records und sein Betreiber Cmy Flow aus Berlin gehen neue Wege. In den letzten Jahren wuchs aus einer rein digitalen Veröffentlichungsplattform für Produzenten und Beatmaker ein Liebhaber-Label mit mehreren Mitarbeitern und einer internationalen Stammhörerschaft. Mit einer eigenen Vinyl-Schneidemaschine stellen die Macher ihre Vinylpressungen selber her und auch bei den Covern und der Verpackung der Platten setzen sie eigene Vorstellungen um. Spezialisiert hat sich Dezi-Belle Records auf instrumentale Musik aus Soul, Jazz und Hip-Hop.


do – 09.09.2021


00:05 Uhr | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Vor 50 Jahren – Woche für geistliche Musik der Gegenwart, Kassel

Hans-Joachim Hespos: „En-kin das fern-nahe“ (1970) – Karl Heinz Wiberny, Klarinette; Peter von de Locht, Saxofon; Roy Raaijmakers, Flügelhorn; Werner Schröder, Kontrabass; Leitung: Klaus Martin Ziegler | Tomás Marco: „Floreal (Música celestial n° 2)“ (1969) – Siegfried Fink, Schlagzeug | Giuseppe G. Englert: „Vagans animula“ (1969) – Gerd Zacher, Orgel; Giuseppe G. Englert, Klangregie (Tonband) | Dieter Schnebel: „Choralvorspiele I“ (1966) – Gerd Zacher, Orgel

00:10 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Siegfried Fink: Konzert (Dmitrij Nedelev, Percussion; Thüringer Symphoniker Saalfeld-Rudolstadt: Oliver Weder); Hans-Georg Burghardt: Konzert (Juliane Lerche, Ingeborg Herkomer, Klavier; Rundfunk-Sinfonieorchester Leipzig: Heinz Fricke); Dieter Acker: Violinkonzert Nr. 1 (Ferenc Kiss, Violine; Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz: Christoph Eschenbach); Hans Melchior Brugk: Streichtrio, op. 11 (Erich Keller, Violine; Walter Stangl, Viola; Ulrich Bode; Violoncello)

19:05 bis 20:00 | Bayern 2
Zündfunk: Gästemix Renate Knaup – Die Amon-Düül-II-Sängerin legt auf

Mit Roderich Fabian. Ausgewählte Beiträge und Interviews als Podcast und in der neuen Bayern 2 App verfügbar

Anfang der 1970er Jahre war die Münchner Band „Amon Düül II“ eine der führenden Krautrock-Bands und auch international erfolgreich. Leadsängerin der Band war und ist Renate „Krötenschwanz“ Knaup, die für diesen Gästemix Musik ausgesucht hat, die sie geprägt hat. Das geht von Rock and Roll à la Everly Brothers & Shangri-Las über Jazz von John Coltrane und Ramsey Lewis bis zu Soulsängerinnen wie Gladys Knight & Nina Simone bis zu englischen Rockbands wie Cream und Art. Dazu erzählt die Sängerin im Gespräch mit Roderich Fabian Geschichten und eröffnet sogar Geheimnisse eines Musikerlebens.

20.04 | WDR 3
ARD Radiofestival. Konzert live – Saisoneröffnung des hr-Sinfonieorchesters live in Frankfurt

Alban Berg: Violinkonzert „Dem Andenken eines Engels“ | Hector Berlioz: Symphonie fantastique, op. 14 – Frank Peter Zimmermann, Violine; hr-Sinfonieorchester, Leitung: Alain Altinoglu. Übertragung aus der Alten Oper Frankfurt

Anschließend: Rheingau Musik Festival: Sergej Rachmaninow: Vocalise | Sergej Prokofjew: Romeo und Julia, in der Bearbeitung von Sergei Drabkin | Modest Mussorgskij: Bilder einer Ausstellung, in der Bearbeitung von Jacques Cohen – Asya Fateyeva, Saxofon; Stuttgarter Kammerorchester, Leitung: Johannes Klumpp. Aufnahme vom 23. Juli 2021 aus dem Kloster Eberbach, Eltville am Rhein. (Kurzfristige Änderungen vorbehalten)

21:05 Uhr | Deutschlandfunk
JazzFacts: Klar und klischeefrei – Die Trompeterin und Komponistin Heidi Bayer

Von Anja Buchmann. Die Kölnerin Heidi Bayer ist eine der wenigen namhaften Trompeterinnen des deutschen Jazz. Als Bandleaderin und Sidewoman prägt sie die rheinische Szene mit zahlreichen spannenden Projekten. Ihr wichtigstes Anliegen: ein persönlicher Sound. Heidi Bayer, geboren 1987 in Franken, gehört zum zweiten Jahrgang der nordrhein-westfälischen Jazz-Exzellenzförderung „NICA artist development“, hat einen Bachelor in Kulturmanagement, studierte Jazz in Mainz, Miami und Essen und ist in Köln vielbeschäftigt. Zu ihren eigenen Bands gehört das Quartett Virtual Leak und ihr Duo mit dem Pianisten Sebastian Scobel. Durch Bigbands fand die Trompeterin in der Schulzeit zum Jazz, heute ist sie Mitglied in zwei wichtigen freien Kölner Großformationen, dem Subway Jazz Orchestra und dem Fuchsthone Orchestra. Daneben spielt sie u.a. in Sven Deckers Juli Quartett, Shannon Barnetts Wolves & Mirrors oder Stefan Karl Schmids Pyjama-Oktett. Die Musikerin zieht sich immer wieder zum Komponieren und Üben in die Eifel zurück – zu Lockdown-Zeiten etwas häufiger – und prägt die Szene mit ihrem warmen, beweglichen, obertonreichen Sound, fern von abgedroschenen Phrasen.

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: Zum Start des ARD-Musikwettbewerbs: Ehemalige Auftragswerke (II)

Lera Auerbach: „Milking Darkness“ (Yuya Tsuda, Klavier); Chaya Szernowin: „Adiantum Capillum-Veneris“ (Marion Lebègue, Mezzosopran); Katia Tchemberdji: „Ma’or“ (Björn Nyman, Klarinette); Wolfgang Rihm: „Quartettstudie“ (Quatuor Ébène); Younghi Pagh-Paan: „Klangsäulen“ (Aurélien Gignoux, Schlagzeug). Teil III: Donnerstag, 16. September 2021, 22.05 Uhr

22:05 Uhr | Deutschlandfunk
Historische Aufnahmen: Von Monteverdi bis Martinů – Der Cembalist und Dirigent Christopher Hogwood (1941 – 2014)

Am Mikrofon: Helga Heyder-Späth. Die 1960er-Jahre waren eine Zeit des Aufbruchs, in der Christopher Hogwood der Einstieg in die Londoner Musikszene gelang. Schon als Student gründete er mit Studienfreuden das „Early Music Consort of London“ und machte sich bald auch als Cembalist einen Namen. Seit 1973 leitete er dann seine „Academy of Ancient Music“, mit der er als einer der Ersten Orchesterwerke von Mozart, Haydn und Beethoven auf historischen Instrumenten einspielte. Er gab so der Alte-Musik-Bewegung neue Impulse. Später arbeitete er als Dirigent auch mit anderen renommierten Orchestern zusammen. Aus Anlass seines 80. Geburtstages gibt die Sendung Einblicke in das breitgefächerte Repertoire, mit dem sich Hogwood in über 200 Schallplatten- und CD-Aufnahmen beschäftigte.

23:03 – 24:00 | Ö1
Orgel und live-Elektronik mit dem kollektiv whale in der Stiftskirche Ossiach

Die aus Kärnten stammende Organistin Eva Darracq-Antesberger lebt und arbeitet in Bordeaux. Am dortigen Conservatoire ist auch in der von ihr geleiteten Orgelklasse das kollektiv whale entstanden. Der Dialog mit der Orgel ist der Ausgangspunkt für neue Wege, die junge Komponist/innen und Absolvent/innen der Klasse für Elektroakustische Komposition auf ihrer „Reise ins Unbekannte“ beschreiten. Mitschnitt eines Konzerts bei Carinthischen Sommer vom 28.7.2021 in der Stiftskirche Ossiach. Gestaltung: Josef Nadrag – Kärnten

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
Jazztime: All that Jazz – Pepper Adams – zum 35. Todestag des Baritonsaxofonisten

Moderation und Auswahl: Marcus A. Woelfle. Seit Jahren nimmt Marcus Woelfle runde Gedenktage zum Anlass, sich chronologisch durch die Diskographie von Pepper Adams, des größten Baritonsaxophonisten des Hardbop durchzuarbeiten. In dieser Folge erleben wir ihn in Aufnahmen, die zwischen April und Dezember 1958 entstanden: Donald Byrd, Benny Goodman, Chet Baker, Bobby Timmons, André Previn – unterschiedlicher könnten seine damaligen Mitmusiker kaum sein. Manuskript und Auswahl: Marcus A. Woelfle

23:30 – 24:00 Uhr | SWR2
ARD Radiofestival. Jazz: Spielen mit der Tradition: Mediterranean Jazz

Von Peter Rixen. Handel und Wanderungsbewegungen prägen den Mittelmeerraum seit dem Altertum. Die mediterranen Migrationsprozesse halten bis heute an und vermitteln einen Eindruck davon, wie sich musikalische Ideen und Praktiken verbreiten. Nicht wenige Jazzmusiker aus Spanien, Frankreich, Italien und Griechenland fühlen sich der weit zurückreichenden Tradition ihrer Volkslieder verbunden und finden darin eine Alternative etwa zu den Standards des American Songbook. Sie spielen mit der Tradition und sorgen so gleichzeitig für ihre Erneuerung.


fr – 10.09.2021


00:05 Uhr | Deutschlandfunk Kultur
Klangkunst: Ventrilogues (2/2) – Produktion: CTM Festival / Deutschlandfunk Kultur 2021

Länge: 54’30. (Ursendung). LOVOTIC: Von Soundwalk Collective / in Zusammenarbeit mit Charlotte Gainsbourg und Atom™ / Mit: Lyra Pamuk, Paul B. Preciado und Willem Dafoe / Länge: 25’ | Obsolescence: Von Jessica Ekomane und Rully Shabara – Länge: 25’

Sprechende Maschinen sind fast alltäglich. Aber wer spricht hier für wen: Wir durch Maschinen oder Maschinen durch uns? Künstlerische Positionen von Soundwalk Collective mit Charlotte Gainsbourg und Atom™ sowie Jessica Ekomane und Rully Shabara.

Das CTM Festival und Deutschlandfunk Kultur versammeln künstlerische Positionen zu Stimmen im Zeitalter ihrer technischen Synthetisierbarkeit: In „Lovotic“ fragt das Soundwalk Collective gemeinsam mit Charlotte Gainsbourg und Atom™: Welche „Auswirkungen haben verschwindende Normierungen auf Intimität und sexuelles Begehren? Über die Jahrhunderte hinweg hat der Mensch starre Codes und enge Kategorien für Sexualität und Geschlecht konstruiert. Dem setzt das Hörstück datengetriebene Erotik, sich auflösende Identitäten und sexuelle Entgrenzung entgegen. Wenn der Vokalkünstler Rully Shabara den Mund öffnet, ertönen Laute aus der Maschinenwelt: vom kaputten, elektronischen Fiepen bis hin zu Sounds, die an einen trashigen Horrorfilm erinnern. In „Obsolescence“ arbeitet die Elektronikmusikerin Jessica Ekomane mit Aufnahmen seiner Stimme. Für ein optimales Hörerlebnis bitte Kopfhörer benutzen!

Das Soundwalk Collective, gegründet 2000, ist ein experimentelles Duo, bestehend aus Stephan Crasneanscki und Simone Merli. Ausgangspunkt ihrer aufwendigen Klangarbeiten ist zumeist eine bestimmte Topografie – mal ist das ein realer, mal ein artifizieller Ort. Zusammenarbeit mit zahlreichen renommierten Künstlerinnen und Künstlern, darunter Patti
Smith, Mulatu Astatke, Nan Goldin, Jean-Luc Godard und Sasha Waltz. Zuletzt für Deutschlandfunk Kultur: „The Peyote Dance“ (2020).

Jessica Ekomane bewegt sich zwischen Klangkunst, experimenteller Musik und bildender Kunst. 2019 war sie eine von sechs Kunstschaffenden, die auf der Biennale in Venedig die Installation von Natascha Süder Happelmann im Deutschen Pavillon bespielten.

Rully Shabara ist Vokalkünstler und für seine raffinierten erweiterten Stimmtechniken bekannt. Er ist Teil des Duos Senyawa, das verschiedene alte javanesische Musiktraditionen in zeitgenössische und experimentelle Kontexte überführt.

00:10 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Robert Delanoff: Konzert (Hense Quartett); Minas Borboudakis: „Gebet um Frieden“ (Jörg Widmann, Klarinette; Minas Borboudakis, Klavier; Münchner Percussionsensemble); Klaus K. Hübler: „Hommage à Alban Berg“ (Arditti Quartett); Friedemann Graef: Rondo (Berliner Saxophon Quartett); Paul Graener: Klavierkonzert a-Moll, op. 72 (Oliver Triendl, Klavier; Münchner Rundfunkorchester: Alun Francis); Wolfgang Lackerschmidt: „Hercules Drumcall“ (Florian Reß, Steinharfe; Susan Aboul-Hana, Gramorimba; Tobias Niederreiner, Steingong)

14.06-15.30 | Ö1
Zwei Dekaden Root 70 rund um Nils Wogram  – Nils Wogram, Hayden Chisholm, Matt Penman, Jochen Rückert live in Köln

Mit Posaune, Altsaxofon, Kontrabass und Schlagzeug haben Nils Wogram, Hayden Chisholm, Matt Penman und Jochen Rückert ein Quartettformat gewählt, das bewusst auf Harmonieinstrumente wie Gitarre oder Klavier verzichtet. Umso luzider ist der Klang der eng verwobenen Melodielinien dieses neuseeländisch-deutschen Ensembles, das sich Root 70 nennt – aufgrund der Geburtsdaten der vier Musiker in den frühen 1970er Jahren. Neun Alben hat Roots 70 seit seiner Gründung um die Jahrtausendwende veröffentlicht, teils streng konzeptuell, teils eher frei gehalten. Mit einer bunten Auswahl an Stücken feierten die vier Musiker am 20. September 2020 in einem langen Konzert im Kölner Loft 20 Jahre Bandgeschichte.

19:15 Uhr | Deutschlandfunk
Mikrokosmos – Die Kulturreportage – Die neue Online-Kultur. Mein virtuelles Ich geht tanzen

Von Manuel Waltz. Deutschlandfunk 2021. Plötzlich war normal, was bis vor Kurzem noch außergewöhnlich war: Der virtuelle Museumsbesuch, die Theateraufführung in einer 3D-Welt, Online-Festivals und Kongresse mit Séparées für Treffen unter Avataren. Die Kulturszene in Deutschland ist quasi über Nacht digitalisiert worden – Schuld daran ist die Pandemie. Und auch wenn es nicht immer so klappt wie gewünscht: Eine kleine Firma in Jena ist davon überzeugt, dass digitale Kulturangebote auch in Zukunft nachgefragt werden, und tüftelt mit Hochdruck an der kreativen Umsetzung. Eine Sendung darüber, wie diese virtuellen Welten entstehen, wo ihre Schwachstellen liegen und was uns künftig noch so alles erwartet.

20:03 Uhr | Deutschlandfunk Kultur
Konzert: BBC Proms – Royal Albert Hall, London. Aufzeichnung vom 07.09.2021

Unsuk Chin: „Subito con Forza“ für Orchester | Ludwig van Beethoven: Konzert für Klavier und Orchester Nr. 4 G-Dur op. 58 (Kadenzen: Camille Saint-Saëns) | Camille Saint-Saëns: Sinfonie Nr. 3 c-Moll op. 78 „Orgelsinfonie“. Benjamin Grosvenor, Klavier; Anna Lapwood, Orgel; Hallé Orchestra; Leitung: Sir Mark Elder

20.04 | WDR 3
ARD Radiofestival. Konzert live – Max Mutzke und Marialy Pacheco im Duett live von der HomBuch

„Duet“. Max Mutzke, Gesang; Marialy Pacheco, Klavier. Übertragung aus dem Schlosshotel Homburg

Anschließend: Resonanzen Festival: „Obsession“ – Céline Rudolph & Lionel Loueke. Aufnahme vom 18. Oktober 2020 aus dem Pingusson-Gebäude, Saarbrücken. (Kurzfristige Änderungen vorbehalten)

20:05 Uhr | Deutschlandfunk
Das Feature: I FEEL STUPID AND CONTAGIOUS – Akustische Tagebücher einer Pubertät im Lockdown

Von Eva Baumeister und Nina Rühmeier. Regie: Eva Baumeister. Produktion: Deutschlandfunk 2021. „Der ganze Tag ist eine einzige Lücke“, beschreibt Ruben seinen Alltag im Lockdown. Benni vermisst nichts so sehr, wie das Feiern. Stattdessen ist das Highlight des Tages, dass er sich Hosen im Internet bestellt. Nike kann sich plötzlich nicht mehr zum Sport motivieren – dabei hat sie früher zehn Stunden die Woche trainiert. Und Yanick hatte gespart, um endlich wieder in die Schweiz zu reisen: Der Blick in die Berge ist sein Traum! Wie sich Freiräume erobern, die eigene Welt vergrößern, sich verlieben im Lockdown?

Kinder und Jugendliche sollten an erster Stelle stehen. So hatten es Ministerinnen und Minister sowie Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten im Sommer 2020 versprochen. Doch kaum rollte die zweite Infektionswelle durch das Land, waren alle Bekenntnisse vergessen. Im Schuljahr 2020/2021 haben viele Kinder und Jugendliche ihre Schule kaum von innen gesehen. Sie haben Monate mit ihren Eltern und Geschwistern auf engstem Raum verbracht oder waren zu Hause die meiste Zeit auf sich gestellt. Wie erlebten Jugendliche die Einschränkungen? Was bedeutet es, in einer Pandemie erwachsen zu werden? Das Feature „I FEEL STUPID AND CONTAGIOUS” begleitet neun junge Menschen durch das Frühjahr 2021. Sie leben in München oder Meißen, auf dem Land, in der Stadt oder auf einer Insel, sind Einzelkinder oder wachsen mit Geschwistern auf, mit beiden Eltern oder bei der Großmutter. Sie müssen ihre Tage strukturieren und verlieren dabei manchmal jedes Zeitgefühl. Der Sound einer Pubertät hinter verschlossenen Türen.

21:05 Uhr | Deutschlandfunk
On Stage: Zu Hause aufgenommen – Cynthia Nickschas & Band

Am Mikrofon: Tim Schauen. Energie! Wer Cynthia Nikschas sieht und hört, was und wie die junge Frau mit Hut singt und Gitarre spielt, der denkt: Was für eine Energie! Nickschas wurde 1987 in Tuttlingen geboren, die Eltern Musiker/Musiklehrer, lernte Klavierspiel, später Gitarre, aus der Stelle in einem Restaurant wurde nichts, also machte Cynthia Nickschas Straßenmusik – und wie: mit voller Energie! Inzwischen hat sie Preise abgeräumt, mit Konstantin Wecker gespielt, ist auf großen und kleinen Festivals aufgetreten und hat dabei immer ihren Stil beibehalten: geradeheraus das besungen, was in ihren Augen und unserer Gesellschaft schlecht läuft. Im Frühjahr hat sie eine neue Band zusammengestellt und per Crowdfunding in kürzester Zeit das Geld für ihr Album „Blatt Papier” gesammelt, das Album soll im Oktober erscheinen. Einige der neuen Songs hat sie für den Deutschlandfunk „Zu Hause aufgenommen”. Und wie? Natürlich!

22:03 Uhr | Deutschlandfunk Kultur
Musikfeuilleton: Das letzte Konzert des Jüdischen Kulturbundes – Zur Erinnerung an den Dirigenten Rudolf Schwarz

Von Albrecht Dümling. (Wdh. v. 26.07.2015). Er gehörte zu den vielversprechenden jungen Dirigenten der frühen 30er-Jahre: der in Wien geborene Rudolf Schwarz. Als er 1933 aus seiner Stellung am Landestheater Karlsruhe gedrängt wurde, blieb ihm nur die Leitung des Orchesters des „Jüdischen Kulturbunds“ in Berlin – bis zu dessen Auflösung im Jahr 1941. Rudolf Schwarz überlebte die Lagerhaft in Auschwitz und Bergen-Belsen. Als ihm nach Kriegsende die musikalische Leitung der Berliner Staatsoper angeboten wurde, verzichtete er, aus Sorge vor antisemitischen Anfeindungen. Er ging nach England und machte dort eine beachtliche Karriere, u.a. als Chefdirigent des City of Birmingham Orchestra und des BBC Symphony Orchestra. Etliche englische Komponisten verdanken Rudolf Schwarz die Uraufführung ihrer Werke. Auch der junge Simon Rattle wurde von dem älteren Kollegen maßgeblich gefördert.

22:05 Uhr | Deutschlandfunk
Spielraum: Unter dem Radar: Neue Bands, neue Sounds

23:03 – 24:00 | Ö1
… bis zur Klangfülle eines Improvisationsorchester – V:NM-Festival 2021 (Teil 3)

Die Bandbreite dieser Kreativitätsexplosion, die der Verein zur Förderung und Verbreitung Neuer Musik (V:NM) im Rahmen der dreizehnten Ausgabe seines Festivals in Graz aufgeboten hat, reichte von Realtime Sampling und Granularsynthese über radikale Improvisation, Elektronik pur, analoger, kammermusikalischer Klangforschung und Jazzästhetik bis hin zur Klangfülle eines Improvisationsorchesters.

An drei Tagen haben wir die Projekte, die im Volkshaus Graz zu erleben waren, mitverfolgt. Die einen sind das Resultat einer dreitägigen intensiven Arbeitsphase. Die anderen sind aus neu kreierten Konstellationen entstanden, im Rahmen derer spontane improvisatorische Kreativität für spannende Konzerterlebnisse gesorgt hat. Wieder andere schöpften ihr künstlerisches Potential aus der Begegnung von aus Slowenien und Österreich stammenden Musikerinnen und Musikern, samt ihren jeweils unterschiedlichen Szene-Hintergründen. Gestaltung: Kerstinger – Steiermark – Steiermark

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
Jazztime: BR Jazzclub – Der starke Zarte

Piano-Star Fred Hersch und sein Weltklassetrio, mit Bassist Drew Gress und Schlagzeuger Joey Baron. Aufnahme vom 1. Juli 2021 im Münchner Jazzclub Unterfahrt. Moderation und Auswahl: Ulrich Habersetzer

23:30 – 24:00 Uhr | SWR2
ARD Radiofestival. Jazz: Review: Jazz-Neuerscheinungen

Von Mauretta Heinzelmann. „File Under Jazz“ – mit diesem Hinweis versehen manche Plattenfirmen ihre Neuveröffentlichungen, damit es nicht zu Missverständnissen kommt in den Verkaufs-Regalen der CD-Geschäfte und in den Sparten der Streaming- und Download-Portale. Was dann dort tatsächlich alles unter „Jazz“ einsortiert wird, ist immer noch extrem breit gefächert: nicht nur stilistisch, sondern auch qualitativ. Selbst für Fans kann es da schwer sein, sich zu orientieren. Einmal in der Woche präsentierten deshalb die Autor*innen des ARD-Radiofestivals bemerkenswerte Neuerscheinungen aus der vielfältigen Welt des Jazz.


sa – 11.09.2021


01:05 Uhr | Deutschlandfunk
Deutschlandfunk Radionacht: Rock – Neues aus Pop, Rock, Indie

Schwerpunkt: Ende September 1991 erschien das Album „Nevermind“ der US-amerikanischen Band Nirvana. Am Mikrofon: Thomas Elbern

17:05 bis 17:55 | Bayern 2
Jazz & Politik: Politisches Feuilleton

Moderation: Lukas Hammerstein. Musikauswahl: Roland Spiegel

19:05 Uhr | Deutschlandfunk Kultur
Die besondere Aufnahme: Studioproduktion aus dem November 2001

Kurt Weill: „The eternal road“ (Auszüge aus dem Biblischen Drama „Der Weg der Verheißung“) – Originaltext von Franz Werfel auf der Grundlage der Heiligen Schriften und eines theatralischen Konzepts von Max Reinhardt in englischer. Übersetzung von Ludwig Lewisohn. Die englische Fassung des „Biblischen Dramas“ von Kurt Weill wurde 1937 in einer spektakulären Mammutproduktion am New Yorker Broadway uraufgeführt.

anschließend: 51. Berliner Festwochen 2001: Kammermusiksaal der Philharmonie Berlin – Aufzeichnung vom 11.09.2001. Arnold Schönberg: Drei Klavierstücke op. 11 / Sechs kleine Klavierstücke op. 19 / Fünf Klavierstücke op. 23 / Klavierstück op. 33a / Klavierstück op. 33b | Joseph Haydn: Andante con variazioni für Klavier f-Moll Hob. XVII/6 | Arnold Schönberg: Suite für Klavier op. 25 | Johann Sebastian Bach: Ricercar à 3 aus dem „Musikalischen Opfer“ BWV 1079. Peter Serkin, Klavier. Der aus New York City stammende Pianist Peter Serkin (1947-2020) spielte am Abend des 11. September 2001 ein lang geplantes Solorezital im Kammermusiksaal der Philharmonie Berlin. Das Publikum verzichtete auf Beifall, das Programm blieb unverändert.

anschließend: Philharmonie Berlin: Aufzeichnung vom 22.05.2007. John Adams: „On the Transmigration of Souls“ – Staats- und Domchor Berlin; Rundfunkchor Berlin; Deutsches Symphonie-Orchester Berlin; Leitung: Yutaka Sado. Der US-amerikanische Komponist John Adams versah dieses großbesetzte Werk mit folgender Widmung: „Zu Ehren der Helden und im Gedenken an die Opfer der Anschläge vom 11. September 2001“

22:05 Uhr | Deutschlandfunk
Atelier neuer Musik: Gewaltige Bilder! Überwältigende Töne? Gewalt in Kunst, Musik und Medien heute

Von Georg Beck. Die Reporterkamera haben heute alle im eigenen Smartphone stets griffbereit. Ereignet sich etwas Spektakuläres, Schreckliches, gar eine Gewalttat, erreichen Handyfotos bemerkenswerte Klickzahlen. Die amerikanische Publizistin Susan Sontag hat dem Phänomen eine Nähe von Augenzeugen- und Täterschaft attestiert. Die Audiospur wird mitgeliefert, als Schmerzschrei: I can’t breathe! Die visuelle Information aber lenkt das Verständnis der Nachricht. Die Frage ist, welche Konsequenzen auditive Künste und Genres daraus ziehen. Akzeptieren sie ihren Part, das Bild bestenfalls zu bedienen? Gibt es deshalb zum Beispiel keine bedeutenden Kompositionen zu den Anschlägen von 9/11, heute vor genau 20 Jahren? Und warum existiert so viel Musik zu jenem anderen 11. September, 28 Jahre zuvor, 1973 in Chile? Die Frage lautet: Wie reflektiert zeitgenössische Kunstmusik heute Gewalt, ohne dabei zum Komplizen der Gewalttat zu werden? – Autor Georg Beck sammelt Stimmen von Komponisten, Theaterleuten, Kulturwissenschaftlern.

23:05 Uhr | Deutschlandfunk
Lange Nacht: Vom Inferno zum Paradies – Eine Lange Nacht über Dante und die „Göttliche Komödie“

Von Astrid Nettling. Regie: Burkhard Reinartz. Die meisten kennen Dantes „Göttliche Komödie” dem Namen nach. Wer aber hat sie tatsächlich gelesen? Und doch fasziniert das Werk des in Florenz geborenen Dichters seit 700 Jahren die Menschen weltweit durch seine dichterische Kraft und Schönheit. Entstanden ist die „Divina Commedia” zwischen 1306 und 1321 in den langen Jahren seines Exils. Vollendet hat Dante sein Werk kurz vor seinem Tod. Er stirbt am 14. September 1321 in Ravenna. Die „Lange Nacht” nimmt den Hörer mit auf den so sprach- wie bildermächtigen Weg durch seine „Divina Commedia” und begleitet den Dichter durch die düsteren Schrecknisse des „Inferno”, die Läuterungen des „Purgatorio” und die lichterfüllte Schönheit des „Paradiso”. Unterwegs begegnet der Hörer so bekannten Gestalten wie den unglückselig Liebenden Francesca da Rimini und Paolo, wird Zeuge seines Wiedersehens mit Beatrice, der Frühverstorbenen und unsterblichen Liebe Dantes. Zugleich erlebt er den Dichter als eine wegweisende Gestalt im Übergang vom Mittelalter zur Frühen Neuzeit und als scharfen Kritiker seiner Zeit, der sein Werk mit dem erklärten Ziel geschrieben hat, „die Lebenden aus dem Zustand des Elends herauszuholen und sie zum Zustand des Glücks hinzuführen”.

23.30-06.00  | Ö1
Sängerin Anna Anderluh, im Gespräch und konzertant – Anna Anderluh im Jazznacht-Studio und im Mai 2021 im Wiener RadioKulturhaus

Die in Klagenfurt geborene Sängerin und Multiinstrumentalistin Anna Anderluh ist seit vielen Jahren mit ihrer Stimme und der Autoharp (Kastenzither) in diversen Formationen zu hören. Unter anderem musizierte sie bereits als Teil der Bands Luzid Chaos und Little Rosies Kindergarten, aber auch mit Alex Miksch und Stefan Sterzinger. Am 21. Mai dieses Jahres spielte Anna Anderluh im Trio mit Philipp Kienberger (Bass) und Judith Schwarz (Schlagzeug) eines der ersten Konzerte nach Ende des Lockdowns im Wiener Radiokulturhaus. Es war dies die Präsentation ihres ersten Solo-Albums „Leave Me Something Stupid“, das Themen wie die Selbstvermarktung als junge Musikerin, ein Loblied an die Lobau wie auch eine „Öde an den freien Willen“ zusammenführt. In der Ö1 Jazznacht wird dieses Konzert in voller Länge ausgestrahlt, zuvor ist Anna Anderluh im Studio zu Gast und spricht über das Album, seine Entstehungsgeschichte und vieles mehr.

Außerdem: Musik des legendären Sängers und Vocalese-Pioniers Jon Hendricks, der am 16. September 2021 seinen 100. Geburtstag gefeiert hätte.


so – 12.09.2021


03:05 | Deutschlandfunk
Heimwerk: Klarenz Barlow –

Stücke für Selbstspielklavier: „…or a cherish’d bard…“ / Estudio Siete / Pandora / „Cogluotobüsisletmesi“. Fassung für 4 Klaviere – Klarenz Barlow, Klavier; Irmela Roelcke, Klavier; Hermann Kretzschmar, Klavier; Jürgen Kruse, Klavier; Benjamin Kobler, Klavier. Leitung: James Avery

07:30 Uhr | Deutschlandfunk Kultur
Kakadu für Frühaufsteher: Warum leuchtet das Glühwürmchen?

Von Gabriela Grunwald und Patricia Pantel. Moderation: Ulrike Jährling. Vielleicht habt ihr sie gesehen, in den langen Sommerferien-Nächten: Viele kleine Lichtpunkte, die durch das Dunkel tanzen. Gestatten: Glühwürmchen. Oder auch: Leuchtkäfer. Die mit dem Hintern blinken können. Aber wie nur? Das finden wir in dieser Folge heraus – und stoßen dabei auf noch viele andere ganz und gar unglaubliche Geschichten aus der riesigen, uralten und krabbeligen Welt der Käfer.

15.04 | WDR 3
WDR 3 Kulturfeature: Wir gehen nicht in Rente – Das Künstlerpaar Christo und Jeanne-Claude

15:05 Uhr | Deutschlandfunk
Rock et cetera: Tintenfische – Die britische Band Squid

Von Anja Buchmann. Rhythmisch, bunt, basslastig, das ist die junge Band Squid: fünf Musiker mit Gitarre, Bass, Keyboards, Schlagzeug und Gesang aus dem englischen Küstenort Brighton, inzwischen leben sie in Bristol und London. 2016 hat das Quintett seine erste, noch sehr von Joy Division geprägte, eher düster-atmosphärisch gehaltene EP herausgebracht, 2021 dann das Debütalbum „Bright green field“. Wie einige der letzten Singles klingt das sehr druckvoll, sehr originell, sehr abwechslungsreich: Mal nach griffigem Post-Punk, mal mit geradezu jazzigen Anstrich, mal nach Krautrock, mal nach experimentellem Pop. Wie das nächste Werk sich anhört? Man weiß es noch nicht, nicht mal die Band selbst. Eine spannende Formation, die beim legendären Warp-Label unter Vertrag ist: Squid.

19:26 – 20:00 Uhr | SWR2
SWR2 Jazz. Wie ein türkischer Jazz-Crooner Schweden eroberte – dem Sänger Hayati Kafé zum 80. Geburtstag

Von Henry Altmann. Er ist Sohn sephardischer Juden, 1941 geboren in Istanbul, ein türkisches Teenageridol. In Schweden stürmt er die Hitparaden, er eröffnet einen Nachtclub, arbeitet als Manager, macht Karriere als Showmaster. Hayati Kafé singt auf englisch, türkisch, schwedisch, aber in der Fremde findet er zurück zum Idiom seiner Ahnen, dem romanischen Ladino der im 15. Jahrhundert aus Spanien vertriebenen Juden. Kafés eigentliche Sprache aber ist der Jazz, der ihn swingend über alle Grenzen und Zeiten führt. Am 25. September wird der „türkische Frank Sinatra“ 80 Jahre alt.

19.34-20.16 | Ö1
„Post-Jazz“ aus Kärnten – Delta Concept im Studio 2 des Wiener Funkhauses

Die drei Kärntner Yannic Steuerer (Gitarre, Komposition), Lukas Lackner (Piano, Keyboards, Komposition) und Lan Sticker (Schlagzeug) kennen einander seit ihrer Schulzeit. Damals war es nicht möglich, einen Bassisten oder eine Bassistin mit den gleichen musikalischen Ambitionen und Neigungen zu finden. Aus dem ursprünglichen Mangel wurde ein Charakteristikum des Trios, das den Namen Delta Concept erhielt. Steuerer, Lackner und Sticker bezeichnen ihre Musik als „Post-Jazz“: Verschiedene Elemente und Klänge aus zahlreichen Genres wie Modern Jazz, Progressive Rock, Neo-Soul und Fusion werden kombiniert. Der Stil von Delta Concept ist sowohl von der New Yorker Musikszene als auch von europäischen Musikern wie dem früh verstorbenen schwedischen Pianisten Esbjörn Svensson und dessen Trio geprägt.

20.55-21.40 | Ö1
Zum 70. Geburtstag von Joëlle Léandre – Maggie Nicols, Irène Schweizer & Joëlle Léandre: „Les Diaboliques“ (1994)

Mit einer Stimme spricht das Trio Les Diaboliques auf seiner ersten CD mit dem gleichnamigen Titel, erschienen 1994 beim Zürcher Label Intakt Records. Les Diaboliques, das sind die aus Schaffhausen stammende Pianistin Irène Schweizer, die schottische Stimmkünstlerin Maggie Nicols und die französische Kontrabassistin Joëlle Léandre. Diese drei ausgezeichneten Musikerinnen verstehen es zu performen, im wahrsten Sinne des Wortes. So hört man die frei improvisierten Stücke der CD nicht nur, sondern malt sie sich aus, durchlebt sie mit den Musikerinnen. Alle drei sind Pionierinnen ihres Fachs, gingen immer schon eigenständige Wege, befreiten sich früh aus dem Korsett des Eingeübten und schlossen sich augenzwinkernd in einer diabolischen Dreifaltigkeit zusammen; der Humor steht dabei an oberster Stelle.

Maggie Nicols glänzt mit ihrer von grandiosem Witz entfesselten Stimmführung: Von politischen Kampfansagen bis hin zu sinnlichen Offenbarungen ist alles zu hören. Das spornt wiederum Irène Schweizer an, die sonst sehr ernst und souverän an ihrem Instrument agiert, mit Les Diaboliques allerdings luftige Klanggebilde zaubert. Und Joëlle Léandre – klassisch ausgebildet, danach in der zeitgenössischen Musik aktiv und in den USA von John Cage beeinflusst – lässt ihren Bass als eigenwilligen Charakter erklingen, biegt und streicht ihn hin und her.

Das Trio arbeitet im Rahmen der CD mit musikalisch-gestischen Richtungswechseln, herbeigeführt durch harte Schnitte, Überzeichnungen, Stimmungskontraste: Die Stücke verdichten, überlagern und verknüpfen sich. Der Moment zählt – und dieser ist so stark, dass die Zuhörer/innen mittendrin sind in diesem Theaterstück von Les Diaboliques!

Eine Milestones-Sendung zu Joëlle Léandres 70. Geburtstag am 12. September 2021.

22:08 – 23:00 | Ö1
George E. Lewis empfiehlt: Komponist George E. Lewis präsentiert Musik im Zeichen der Diversität

„Wir wissen wie Kolonialismus klingt“, sagt der US-amerikanische Komponist, Posaunist und Musikwissenschafter George E. Lewis. Er schrieb neben Büchern auch eine Anleitung zur Dekolonisation der Neuen Musik und präsentiert in diesem „Zeit-Ton Extended“ eine Auswahl an Musik, die diesen Ideen entspricht. Lewis hat bereits für zahlreiche Institutionen kuratorisch gewirkt – zuletzt etwa für das Ensemble Modern unter dem Titel „Afro-Modernism in Contemporary Music“.

Lewis ist Kompositionsprofessor an der Columbia University in New York und im Bereich des Avantgarde Jazz und der experimentellen Musik bei den weltweit bedeutendsten Festivals vertreten. Seit 1971 ist er Mitglied der renommierten Association for the Advancement of Creative Musicians (AACM). Er studierte bei Muhal Richard Abrahm an der AACM School of Music Komposition und bei Dean Hey Posaune. Lewis gilt als Pionier der interaktiven Computermusik und entwickelt Programme, die gemeinsam mit menschlichen Musiker/innen improvisieren. 2020/21 ist er Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin. Am Montag, 13. September 2021 gibt es in „Zeit-Ton“ ein Porträt des Komponisten zu hören. Gestaltung: Astrid Schwarz

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
Musik der Welt: Musik aus Belgrad – Eine Stadt im Umbruch

Nach Belgrad? Drei Münchner Buchläden hatten keinen Stadtführer. Serbien? Kroatien können wir ihnen anbieten. Nein, ich möchte nach Serbien, das ist nicht in der EU. Früher war das alles mal Jugoslawien: Das Land mit den genialen Musikern, die alles spielen und fast überall mitspielen können, die diese fantastischen Rhythmen haben, ungerade und gerade, und diese mitreißenden und bewegenden Melodien, die oft orientalisch und immer nach Balkan klingen. Balkan, was ist das? Existiert der Balkan als musikalische Einheit noch, mit seinen rumänischen, moldawischen, albanischen, kroatischen, serbischen Melodien und Rhythmen, die transportiert und durcheinandergerüttelt wurden von genialen Roma- und Sinti-Musikern? Oder gibt es in Belgrad jetzt ausschließlich serbische Lieder und Melodien? Alles getrennt – oder wie immer gemischt? Gibt es in Serbien eine Wiedergeburt serbischer Volksmusik – Traditionen, zur Identitätsabsicherung, und in Kroatien kroatische? Belgrad ist ein Kosmos! Serbisch-orthodoxe Kirchen strahlen wie neu in Weiß und Gold. Im Inneren wird die Liturgie auswendig und mit vielen Verzierungen gesungen. Draußen gibt es arm und reich, verrottend, alt und neu und jeder sagt: „Ja, bald soll es besser werden.“. Es liegt ein trotziger serbischer Nationalismus in der Luft und irgendwo ein nostalgisches Lied, das an Jugoslawien erinnert … Aber da, wo gefeiert wird, da birst die Luft von immer schneller rasenden Geigen, vom rhythmischen Zucken des Akkordeons, vom Quintfall am Kontrabass und schluchzenden Klarinetten. Die Komponistin Dijana BoškoviÄ erinnert sich an die Hochzeiten in ihrer Jugend. Eine Sendung von Friederike Haupt

 

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