Radiowoche
Die Radiowoche Foto: Martin Hufner

Die Radiowoche vom 19.07.21–25.07.2021

Ein kleiner Blick in die Radiowoche 29. Die ARD-Radio-Suchmaschine steht komplett leer und still. Keiner antwortet auf Anfragen.


Die Übersicht zum Download als PDF. Alle Angaben ohne Gewähr.


mo – 19.07.2021


21:30 Uhr | Deutschlandfunk Kultur
Einstand: Gerald Resch – Streichquartett Nr. 3 „attacca“ (2019)

Aris Quartett. Das Aris Quartett gehört zu den herausragenden Ensembles seiner Generation. Auf „attacca“ stellt das Streichquartett ein Meisterwerk Beethovens (Opus 59 Nr. 1) neben eine sich darauf beziehende Neukomposition des Österreichers Gerald Resch. In Auftrag gegeben wurde das 3. Quartett von der Gesellschaft der Musikfreunde Wien. Der Komponist widmete sein Werk dem Aris Quartett.

23:03 – 24:00 | Ö1
Zeitgenössische und barocke Klangwelten im Werk von Hannes Dufek. Osterfestival Tirol (2)

Der österreichische Komponist Hannes Dufek bezieht für das Osterfestival Tirol die barocke und moderne Klangwelt aufeinander. In „diachronic sound sculptures“ zeigt sich aber auch, wie weit diese auseinanderliegen können. Die Vergangenheit des Barock sei uns, wie er meint, „lebensweltlich, produktiv nicht zugänglich“. Gemeinsam mit den vier Musikerinnen des außergewöhnlichen Quartetts Vierhalbiert – in dem sich Barock und Neue Musik vereinen – versucht Dufek den „zerbrochenen Spiegel aus verlorener Zeit mittels der Gegenwart“ zu sichern.

Vierhalbiert sind Irma Niskanen (Barockgeige), Anna Tausch (Barockcello), Sophia Goidinger-Koch (Violine) und Barbara Riccabona (Violoncello). Eine Aufnahme vom 17. Juni 2021 aus dem Salzlager Hall in Tirol. Gestaltung: Patrizia Jilg

23:30 – 24:00 Uhr | SWR2
ARD Radiofestival. Jazz: Max Clouth – west-östlicher Gitarrenguru aus Frankfurt

Von Daniella Baumeister. „Ich spiele nicht zwischen, sondern in zwei Musikkulturen“, sagt der Frankfurter Gitarrist Max Clouth. Dafür hat er sich eine Gitarre mit zwei Hälsen und unterschiedlichen Stimmungen bauen lassen. Als westliche Musik mit indischen Vibes bezeichnet er seine Musik. Auf seinem neuesten Album spielen auch Synthesizer und Barock-Cello eine Rolle. Der west-östliche Gitarren-Guru spielt mit elektronischen Effekten, indischen Ragas und einer grenzenlosen Kreativität, die durch philosophische Okkultismus-Gedanken, traditionellen Jazz und ganz viel Licht aus dem Osten immer wieder neu angefacht wird.


di – 20.07.2021


00:05 Uhr  | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Musik und Wirklichkeit – Der Komponist Peter Ablinger (*1959)

Von Thomas Groetz. (Wdh. v. 15.03.2016). Mittels Reduktion und Verdichtung erforscht Peter Ablinger unsere Wahrnehmungsfunktionen von Musik.

21:05 Uhr | Deutschlandfunk
Jazz Live: Jazzfest Berlin 2020 – Jim Black Trio

Am Mikrofon: Niklas Wandt. Beim Jazzfest Berlin 2020 spielte das Trio des amerikanischen Schlagzeugers Jim Black ein fesselndes Konzert mit zeitgenössischem Jazz, der zwischen vertrackt komponierten Formen und deren Auflösung ins Freie pendelte. Jim Black studierte am Berklee College in Boston und war anschließend über 30 Jahre ein vitaler Teil der New Yorker Jazzszene. Die Vertretung einer Professur führte ihn 2016 nach Berlin, wo er seitdem lebt. Sein Trio gründete er bereits fünf Jahre zuvor. Der hoch sensible Pianist Elias Stemeseder war von Anfang an mit dabei, 2020 stieß der junge Bassist Felix Henkelhausen dazu. Das Streaming-Konzert beim Jazzfest Berlin war der erste öffentliche Auftritt dieser Besetzung. Die drei Musiker manövrieren gekonnt durch die jähen Takt- und Geschwindigkeitswechsel von Jim Blacks Stücken, lassen sie frei improvisierend hinter sich – und landen dennoch wieder auf einen Schlag im nächsten Formteil. Eine Musik von großer Spannung, mal verschroben, dann wieder von songhafter Einfachheit.

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: Musik der Gegenwart – Das neue Album „I N“ von Lukas Lauermann

Wir präsentieren Ihnen heute das zweite Soloalbum des Cellisten und Komponisten Lukas Lauermann. Die CD ist im Herbst 2020 bei col legno erschienen und trägt den Titel „IN“: in sich gehen, Input bekommen – das sind die Hintergedanken, die der 1985 geborene Cellist bei der Titelwahl hatte. Und übrigens gibt es nicht nur Cellotöne auf dieser CD zu hören, sondern auch Stimmgabeln, Synthesizer, Klavier und elektronisch erzeugte Klänge. Lukas Lauermann spielt mit dem Cello, erweitert es und testet Spieltechniken aus – typisch für den gebürtigen Wiener, der gern Neues ausprobiert und unkonventionelle Wege geht. So arbeitet Lauermann, der in Wien und Linz Komposition studiert hat, auch mit Popkünstlerinnen und -künstlern zusammen. Die österreichische Zeitung „Der Standard“ nennt ihn den „wohl vielseitigsten und produktivsten Cellisten des Landes“.

22:05 Uhr | Deutschlandfunk
Musikszene: Funkelnde Facetten einer Universalmusikerin – Pauline Viardot-Garcia zum 200. Geburtstag

Von Dagmar Penzlin. Pauline Viardot-Garcia war eine der einflussreichsten, bestens vernetzten Musikerinnen des 19. Jahrhunderts. Als Tochter des bedeutenden Rossini-Tenors Manuel Garcia der Ältere wurde sie 1821 in eine hochmusikalische Familie hineingeboren. Nach dem frühen Tod ihrer Schwester, der Primadonna Maria Malibran, entwickelte sie sich zu einer international gefeierten Sängerin. Zahlreiche Komponisten kreierten für Pauline Viardot-Garcia virtuose Hauptrollen – so etwa Hector Berlioz, Charles Gounod und Giacomo Meyerbeer. Nach ihrem Rückzug von der Opernbühne widmete sich die Kosmopolitin verstärkt dem Komponieren. Darunter einige Operetten. In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat es verstärkt Grundlagenforschung zu Leben und Werk der Universalmusikerin gegeben. Trotz Corona-Pandemie würdigen dieses Jahr verschiedene Projekte und Veröffentlichungen Viardot-Garcias: sei es durch eine corona-konforme Aufführung der Salonoperette „Cendrillon“ vom Bredewegfestival in Amsterdam, durch den neu erschienenen Briefwechsel mit dem Dirigenten Julius Rietz oder durch neue Veröffentlichungen zum Liedschaffen der Spanierin.

23:03 – 24:00 | Ö1
Musikalische Gratulationen an den Komponisten Friedrich Cerha zum 95. Geburtstag

Coronabedingt verschoben, aber nun am 21. Juni 2021 nachgeholt: Musikalische Geburtstagsgrüße von befreundeten Musiker/innen und Wegbegleiter/innen an Friedrich Cerha – quer durch sein jahrzehntelanges kompositorisches Schaffen in all seinen vielfältigen Facetten. Am 17. Februar 2021 ist der Doyen der österreichischen Musik 95 Jahre alt geworden.

Die von Friedrich und Gertraud Cerha sorgfältig ausgewählten Stücke stehen allesamt in enger Verbindung mit den jeweiligen InterpretInnen: Sie haben sie gemeinsam erarbeitet und sie bedeuten ihnen besonders viel. Das Programm verbindet das Frühwerk „Altes Lied“ mit einem seriellen, den „Deux éclats“, und lässt in den „Hölderlin-Fragmenten“ Erfahrungen aus beiden Welten und jener seiner Klagkompositionen um 1960 anklingen, während in den „Bagatellen“ und den „Fünf Sätzen“ für Klaviertrio die Qualitäten seines Spätwerks zum Tragen kommen.

Für Cerha, Ehrenmitglied der Gesellschaft der Musikfreunde, spielen im Gläsernen Saal des Musikverein Wien der Geiger Ernst Kovacic, die Pianistinnen Mathilde Horsiangou und Janna Polyzoides, der Klarinettist Andreas Schablas sowie das Klangforum Wien und das Boulanger Trio. Gestaltung: Marie-Therese Rudolph

23:30 – 24:00 Uhr | SWR2
ARD Radiofestival. Jazz: Kurt Edelhagen – „The Unreleased WDR Jazz Recordings“ 1957-1974

Von Sebastian von Haugwitz. Es war keine leichte Aufgabe, aus den circa 3000 Archivaufnahmen von Kurt Edelhagen & His Orchestra, die in den Katakomben des Westdeutschen Rundfunks lagern, eine Auswahl zu treffen. Der ehemalige WDR-Jazzredakteur Dr. Bernd Hoffmann hat sich durch einen Wust von Bändern gearbeitet. Das Resultat ist eine sorgfältig recherchierte und gut dokumentierte chronologische Übersicht über Edelhagens Schaffen. Die musikalische Bandbreite – von Big-Band-Swing über Hardbop zum fein auskomponierten Unterbau für freie Improvisationen – ist ebenso faszinierend wie die Liste der hochkarätigen Gastmusiker.


mi – 21.07.2021


00:05 Uhr | Deutschlandfunk Kultur
Chormusik: Sag mir, wo du singst! – Chormusik als interkulturelle Gemeinschaft

Gast: André Thomas, Komponist und Chorleiter. Moderation: Haino Rindler. Chorsingen ist eine überwiegend weiße Angelegenheit. Oder etwa nicht?. In Europa findet man selten people of colour in Chören, in den USA dagegen kommen vor allem schwarze Sängerinnen und Sänger aus einem Gospelchor. Warum ist Chormusik regional so verschieden nach Hautfarben getrennt? Welche Formen von Rassismus lassen sich in der Chorszene ausmachen? André Thomas, Komponist und Chorleiter, hat Erfahrungen mit vielen Arten von Chören gesammelt. Außerdem ist er selbst Gospel bzw. Spiritual sozialisiert und kennt das Gefühl, als schwarzer Sänger dafür diskriminiert zu werden. Über seine Erfahrung im Schulchor schreibt er:

„I must admit, I was not fond of these settings, even through high school. As a young black man, I really didn’t identify. This was not the black music that I knew, and it certainly wasn’t the music that I experienced at my church! The text utilized dialect and it made me feel as if performing this music gave white people a chance to make fun of black people. I never really heard the message in the text; I only heard the way it sounded. We certainly weren’t allowed to speak like that in my home and it denoted ignorance in my mind …” Besucht wird zudem ein Gospelchor in Berlin.

22:05 Uhr | Deutschlandfunk
Spielweisen: Heimspiel – Die DeutschlanDeutschlandfunk Kultur-Orchester und -Chöre – 75 Jahre Deutsches Symphonie-Orchester Berlin

Am Mikrofon: Uwe Friedrich. Als das Deutsche Symphonie-Orchester im Jahr 1946 gegründet wurde, brauchte der Rundfunk im amerikanischen Sektor dringend ein Radioorchester. Denn das bereits traditionsreiche Rundfunk-Sinfonieorchester gehörte zum sowjetisch kontrollierten Berliner Rundfunk und der Kampf der Systeme nahm in der geteilten Stadt gerade an Fahrt auf. Das RIAS-Symphonie-Orchester, wie es bei seiner Gründung hieß, wurde schon vom Gründungsdirigenten Ferenc Fricsay zu einem Spitzenorchester geformt – seine Nachfolger, darunter Lorin Maazel, Riccardo Chailly und Kent Nagano, fühlten sich diesem Anspruch verpflichtet und sorgten für gleichbleibend hohe Qualität. In direkter Konkurrenz zu den Berliner Philharmonikern setzten die Musiker des inzwischen in DSO umbenannten Orchesters immer auf die unternehmungslustigeren Programme sowie auch auf die Pflege des Zeitgenössischen. Unter Corona-Bedingungen stellt sich das Orchester im laufenden Jahr mit Radioaufnahmen, Livestreams und Freiluftkonzerten den Herausforderungen der Gegenwart und plant für eine hoffentlich leichtere Zukunft.

22:05 Uhr | Deutschlandfunk
Historische Aufnahmen: Ausnahmemusiker unter sich – Das Klaviertrio Arthur Rubinstein, Jascha Heifetz und Gregor Piatigorsky

Am Mikrofon: Christoph Vratz. Bereits Anfang der 40er-Jahre arbeiteten der berühmte Geiger Jascha Heifetz und sein ebenso populärer Kollege, der Pianist Arthur Rubinstein, erstmals zusammen. Doch erst 1949 kam es zu Konzerten mit dem Cellisten Gregor Piatigorsky. Sofort erhielt das Trio von der Presse seinen Namen: Million Dollar Trio, drei Einkommensmillionäre bildeten ein Kammermusikensemble. Rubinstein mochte den Namen überhaupt nicht und blieb nur dabei, weil das Label RCA Aufnahmen des gesamten Konzertrepertoires des Trios in Aussicht stellte. Aber auch die Empfindlichkeiten seiner Kollegen erschwerten das Miteinander, und sie stritten tatsächlich ausgiebig darüber, wer bei der Konzertwerbung an erster Stelle stehen durfte. Rubinstein, Heifetz, Piatigorsky, so einfach wurde das Trio plakatiert, doch Jascha Heifetz reklamierte die Erstnennung für sich. Es war offensichtlich kein einfaches Unternehmen, die drei Herren im Zaum zu halten, der Musik tat das glücklicherweise keinen Abbruch, dazu waren sie Profis genug.

23:03 – 24:00 | Ö1
Rückblick, Vorschau und aktuelle Veröffentlichungen – Zeit-Ton Magazin

Jeden Mittwoch präsentieren wir Ihnen ausgesuchte Veranstaltungstipps für die kommenden sieben Tage und die spannendsten Neuveröffentlichungen. Gestaltung: Astrid Schwarz

23:30 – 24:00 Uhr | SWR2
ARD Radiofestival. Jazz: Drama pretty ugly – Der italienische Trompeter Pino Minafra

Von Henry Altmann. Traditionelle süditalienische Banda-Musik kombiniert mit Free Jazz, Dixieland und Oper, die Untermittelklasse-Persiflage-Figur „Fantozzi“ im galant ziselierten Fünfviertelschritt, die schönsten Melodien und die köstlichste Kakophonie: Pino Minafra ist nicht nur einer der besten Trompeter Europas und Mitbegründer des „Italian Instabile Orchestra“ – der ehemalige Schüler Nino Rotas ist einer der ganz Großen des modernen italienischen Jazz. Mit dem Ohr beim Kleinen, mit dem Auge das Große im Blick und mit dem Herzen als Mittler.


do – 22.07.2021


00:05 Uhr | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Aufnahmen der Gruppe Neue Musik „Hanns Eisler“, Leipzig (1/3) – Herkunft und Kern-Repertoire

Hanns Eisler: Präludium und Fuge über B-A-C-H, op. 46 (1934) für Streichtrio (Studie über eine Zwölftonreihe) | Ruth Zechlin: „Katharsis“ (1981) für Oboe, Violoncello und Schlagwerk | Friedrich Schenker: „Die Friedensfeier“ (1982) Aria di bravoura für Tenor und Instrumente | Paul-Heinz Dittrich: Kammermusik VI (1980) Klangtexte nach Carlfriedrich Claus. Gruppe Neue Musik „Hanns Eisler“. (Teil 2 am 29.07.2021)

21:05 Uhr | Deutschlandfunk
JazzFacts: Neuer Wein in alten Flaschen – Vom kreativen Umgang mit der Jazztradition

Von Karsten Mützelfeldt. Neues schaffen und dabei aus dem Alten schöpfen – das ist im Jazz ein selbstverständliches Vorgehen. Doch es gibt auch Improvisatoren, die sich besonders neugierig auf eine Zeitreise begeben und mit verblüffenden Ergebnissen zurückkehren. Ihnen geht es nicht um Traditionspflege im engeren Sinne, sondern um das Übertragen von Ausdrucksformen aus früherer und frühester Jazzgeschichte in einen modernen Kontext, um das Übersetzen in zeitgenössische Musiksprachen. Ein einfaches Aufpolieren alter Schätze reicht da nicht. Was tun, wenn man die Historie vergegenwärtigen will – originell und kreativ verpackt und mit aktuellen Bezügen? Antworten darauf liefern u.a. Sebastian Gramss’ Underkarl, Steven Bernstein, Jason Moran, Aki Takase, Django Bates und Jaimeo Brown.

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: Brass Modern 2021 – Ein Konzert mit Studierenden der HMTM

ensemble oktopus für musik der moderne; Leitung: Konstantia Gourzi. Solist: Mikael Rudolfsson, Posaune. Moderation: Konstantia Gourzi und Mikael Rudolfsson. Michael Nyman: „For John Cage“; George Aperghis: „Ruinen“; Sofia Gubaidulina: „Quattro“; Magnus Lindberg: „Ottoni“; Peter Ablinger: „Weiß/Weißlich 3“; Roman Haubenstock-Ramati: „Konstellationen“. Aufnahme vom 18. Mai 2021

23:03 – 24:00 | Ö1
Senyawa: „Decentralization should be the future“ – „Alkisah“, die neue Platte von Senyawa

Nachdem das in Yogyakarta beheimatete Duo Senyawa von Rully Shabra Herman und Wukir Suryadi einen ersten musikalischen Höhepunkt erreicht hat, schlägt es mit „Alkisah“ einen neuen überraschenden Weg ein. „Decentralization should be the future“ fordern die beiden Musiker und setzen auch gleich den ersten Schritt. Jedem interessierten Label wurden die acht Stücke zur Verfügung gestellt. Über 40 Labels auf vier Kontinenten sind dieser Einladung zur Veröffentlichung gefolgt, von Bristol bis nach Beirut, von Makassar bis nach Melbourne. So entstanden gleich eine ganze Reihe aufwendig gestalteter Sammlerstücke und jede Menge Remixes. In Berlin etwa hat sich das Team von L_KW mit den Künstler/innen und Aktivist/innen von Soydivision zusammengetan, um nun mit jeder Vinylscheibe selbstgemachtes Sambal und Jamu anbieten zu können und beim Label Kiamat aus Amman gibt es für zehn Käufer/innen der 30 in Lederhüllen verpackten Kassetten mit „beschützendem Talisman“ und einem Sticker gegen den „bösen Blick“ auch noch einen Dolch, auf dem der Name des Albums in arabischen Buchstaben eingraviert ist. Die Musik selbst erzählt die Geschichte einer Gesellschaft, die sich nach dem Zusammenbruch neu organisiert, um in eine bessere Zukunft zu gehen. Ob es diese überhaupt geben kann ist allerdings ungewiss, denn es droht der Untergang. „Was danach kommt“, so Senyawa in einem begleitenden Text, „ist alles, was zählt.“ Gestaltung: Susanna Niedermayr

23:30 – 24:00 Uhr | SWR2
ARD Radiofestival. Jazz: Freie Töne – Das „Jazz+“-Festival in München

Von Ulrich Habersetzer. Die Münchner Konzertreihe „Jazz+“ steht seit 1994 für aktuellen Jazz auf höchstem Niveau. Seit 2014 gibt es alle zwei Jahre ein Festival. In der Streaming-Ausgabe 2021 stellten sich vier herausragende Musikerinnen vor: Die Kölner Cellistin Elisabeth Coudoux trat solo auf, die französische Band „En Corps“ um Pianistin Eve Risser kommunizierte in frei-fließender Form. „Speak Low“, das Trio der Schweizer Sängerin Lucia Cadotsch, brachte Jazzklassiker in ein neues Klanggewand und die „Grande Dame“ des Avantgarde-Pianos Aki Takase präsentierte ihr neues Trio „Auge“.


fr – 23.07.2021


00:05 Uhr | Deutschlandfunk Kultur
Klangkunst. Otaku Nation – Von Udo Moll

Altsaxophon und Bassklarinette: Frank Gratkowski. Tsugaru-Shamisen: Josh Chuang. Gitarre: Julien Desprez. Modular-Synthesizer: Udo Moll. Produktion: Deutschlandfunk Kultur / SWR 2020. Länge: 50’04

Automatengedüddel, ratternde Stahlkugeln, Geräusche von Tasten, Joysticks und Controllern: Hörstück über das Pachinko-Spiel mit Abstechern zum Nô-Theater, zur Shinto-Mythologie, Yakuza-Kultur und zu KI-gestützter Sprachsynthese.

Das Klischee des stillen, sich in Zen-Ästhetik disziplinierenden Japaners zeigt höchstens die halbe Wahrheit. Es gibt im japanischen Alltag mannigfaltige Zonen des Lärms, eine kindliche Freude an lauten Lebensäußerungen. Dazu gehören die Emissionen einer besonderen nationalen Leidenschaft: des Spielens. Betritt man eine Pachinko-Halle, versinkt man sogleich in infernalischem Lärm. Aus allen Richtungen schallen Ansagen, Explosionen, Gefiepe, 8-Bit-Gedudel und penetrante Game-Musik. Kleine Stahlkugeln rattern durch Automaten. Dazu die Geräusche derer, die konzentriert auf Tasten einhacken und an Joysticks reißen. Das Hörstück „Otaku Nation“ führt durch die Klangwelten von Pachinko und Arcade-Gamingkultur mit Abstechern zum Nô-Theater, zur Shinto-Mythologie, Yakuza und zu KI-gestützter Sprachsynthese.

Udo Moll, geboren 1966 in Kirchheim unter Teck, ist Trompeter und Komponist. Seit 2016 arbeitet er verstärkt mit analogen Modularsynthesizern. 2014 Nominierung für den Deutschen Musikautorenpreis, 2016 Kompositionsstipendium der Villa Aurora (Pacific Palisades/USA). Sein Hörstück „ENIAC Girls“ (Deutschlandfunk Kultur 2018) wurde 2019 mit dem Special Achievement Award des Prix Maruliæ ausgezeichnet.

20:05 – 22:00 Uhr | SWR2
ARD Radiofestival. Konzert (Live-Übertragung) – Die Nils Petter Molvær Group beim Festival Palatia Jazz

Von Julia Neupert. Weite Klanglandschaften kreiert der norwegische Trompeter Nils Petter Molvær in seiner Musik – für sein Projekt „Buoyancy“ ist er im wahrsten Sinne abgetaucht und hat sich von Unterwasserexkursionen inspirieren lassen. Ein Konzert mit ihm und seiner Band kann in schwerelose Glückseligkeit versetzen, aber auch in wildere Gewässer führen – bei Palatia Jazz wird ihr Auftritt in der Klosterruine Limburg sicher ein stimmungsvoller Höhepunkt des Festivals. Bevor sie dort die Bühne betreten, senden wir den Auftritt der Pianistin Johanna Sommer bei den Ludwigsburger Schlossfestspielen vom 11. Juni.

20:03 Uhr | Deutschlandfunk Kultur
Konzert: Kursaal Bad Honnef. Aufzeichnung vom 26.06.2021

Clara Schumann: Drei Romanzen für Violine und Klavier op. 22. Tatiana Samouil, Violine; Elena Bashkirova, Klavier | Fanny Hensel: Streichquartett Es-Dur. Yamen Saadi, Jamila Asgarzade, Violine; Katrin Spiegel, Viola; Assif Binness, Violoncello | Galina Ustwolskaja: Klaviersonate Nr. 5; Elena Bashkirova, Klavier | Louise Farrenc: Klavierquintett Nr.1 a-Moll op. 30. Ragnhild Hemsing, Violine; Razvan Popovici, Viola; Pablo Ferrandez, Violoncello; Robert Grondzel, Kontrabass; Shaghajegh Nosrati, Klavier

20:05 Uhr| Deutschlandfunk
Das Feature: Dancing with images – Der Videopionier Ira Schneider

Von Beate Becker. Regie: die Autorin. Produktion: Deutschlandfunk Kultur 2021. Ira Schneider, 1939 in New York geboren, filmt alles, was ihn interessiert. Er gehört zu der Generation, der die Einführung der Technik Video ab 1968 eine neue Unmittelbarkeit ermöglichte. Er fängt mit der Kamera direkt, verwackelt und unmittelbar das Leben ein, wie es bisher weder im Kino noch im Fernsehen zu sehen war. Eine seiner bedeutendsten Werke ist die Videoinstallation „Wipe Cycle”, die 1969 in der Howard Wise Gallery in New York im Rahmen der Ausstellung „TV as a creative medium” zu sehen war. Er war Teil der Raindance Foundation, einer wegweisenden Gruppe amerikanischer Künstler und Wissenschaftler, die in den 70er-Jahren begann, das Monopol des kommerziellen Fernsehens infrage zu stellen. Ein Teil seines Archivs liegt im ZKM (Zentrum für Kunst und Medien) in Karlsruhe. Ira Schneiders Videos zeigen nicht das, was auf der Bühne passiert. Er blickt humorvoll neben oder hinter die große Bühne. Die Autorin hat den Künstler zufällig kennengelernt und viele Stunden mit ihm vor dem Bildschirm verbracht.

21:05 Uhr | Deutschlandfunk
On Stage: Zu Hause aufgenommen – Der Bielefelder Musiker Bad Temper Joe

Am Mikrofon: Tim Schauen. „Das war ein Stück in F-Dur, dazu kann man gut tanzen”: Ja, der Bielefelder Musiker Bad Temper Joe ist ein mit allen (trüben) Wassern gewaschener Entertainer. Trüb ist natürlich bloß auf das ostwestfälische Wetter bezogen, das den Blues befördert. Mit seinem Stil zwischen Blues, Country und Bluegrass und der ansteckenden Understatement-Gute-Laune hat es Bad Temper Joe, ein großgewachsener Endzwanziger mit Hut und Lapsteel-Gitarre, als einziger Europäer 2020 ins Finale der Internationalen Blueschallenge in Memphis geschafft. Doch abseits aller ironisierten Allgemeinplätze hat Bad Temper Joe authentische Musik im Angebot, in hoher Qualität gespielt und tief in den Texten, sein Sound dürfte einmalig in Deutschland sein. Für den Deutschlandfunk hat er mit seiner Band in einem Bielefelder Studio aufgenommen.

22:03 Uhr | Deutschlandfunk Kultur
Musikfeuilleton: Maestro ohne Kompromisse – Der Dirigent Riccardo Muti

Von Kirsten Liese. Er gilt als der beste Verdi-Dirigent und leitete nahezu alle Spitzenorchester der Welt. Die Wiener Philharmoniker, denen sich Riccardo Muti besonders verbunden fühlt, dirigierte er auf Einladung Herbert von Karajans erstmals vor 50 Jahren bei den Salzburger Festspielen. Die Karriere des gebürtigen Neapolitaners begann, als er 1967 den Guido-Cantelli-Dirigentenwettbewerb gewann. Im selben Jahr wurde er Musikdirektor des Maggio Musicale Fiorentino. 1973 übernahm er als Nachfolger von Otto Klemperer das New Philharmonia Orchestra London, 1980 wurde Muti Chefdirigent des Philadelphia Orchestra. Im selben Jahr debütierte der kompromisslose Künstler, der auch keine offenen Konflikte mit Regisseuren scheute und einige Premieren platzen ließ, an der Mailänder Scala, die er von 1986 an auch als Musikdirektor 19 Jahre lang leitete. 2005 gründete der „King of Verdi“ das Orchestra Giovanile Luigi Cherubini für junge Nachwuchsmusiker, seit 2010 leitet er als Chefdirigent das Chicago Symphony. Am 28. Juli wird Riccardo Muti 80 Jahre alt.

23:03 – 24:00 | Ö1
Lange Nacht der neuen österreichischen Musik – Mitschnitte Neuer Musik aus dem Corona-Jahr

In der Phase der Corona-Lockdowns wurden sowohl im Wiener Funkhaus als auch in den Landesstudios des ORF Produktionen zeitgenössischer Musik aufgenommen. Zudem wurden Konzerte ohne Publikum in Österreichs Konzertsälen von Ö1 dokumentiert. Daniela Fietzek und Marie-Theres Himmler stellen daraus Höhepunkte vor – und blicken voraus auf ausgewählte Veranstaltungen der kommenden Wochen aus dem Bereich der experimentellen Musik. Gestaltung: Daniela Fietzek und Marie-Theres Himmler

23:30 – 24:00 Uhr | SWR2
ARD Radiofestival. Jazz: Review –Jazz-Neuerscheinungen

Von Johannes Kloth. „File Under Jazz“ – mit diesem Hinweis versehen manche Plattenfirmen ihre Neuveröffentlichungen, damit es nicht zu Missverständnissen kommt in den Verkaufs-Regalen der CD-Geschäfte und in den Sparten der Streaming- und Download-Portale. Was dann dort tatsächlich alles unter „Jazz“ einsortiert wird, ist immer noch extrem breit gefächert: nicht nur stilistisch, sondern auch qualitativ. Selbst für Fans kann es da schwer sein, sich zu orientieren. Einmal in der Woche präsentierten deshalb die Autor*innen des ARD-Radiofestivals bemerkenswerte Neuerscheinungen aus der vielfältigen Welt des Jazz.


sa – 24.07.2021


01:05 Uhr | Deutschlandfunk
Deutschlandfunk Radionacht: Rock – Neues und Klassiker aus Rock, Pop und Soul

Schwerpunkt: Vor 50 Jahren veröffentlichte Isaac Hayes sein (später Oscar-prämiertes) Soundtrack-Album zum Blaxploitation-Film „Shaft“ (1971). Am Mikrofon: Günther Janssen

20:05 Uhr | Deutschlandfunk
Hörspiel: Frauenstimmen – Nada. Nichts. Von Friederike Mayröcker

Regie: Norbert Schaeffer. Mit Elfriede Irrall, Walter Pfeil, Ulrich Matthes, Ernst Konarek, Markus Gertken, Nikola Weisse. Ton und Technik: Walter Jost, Renate Tiffert. Produktion: SDR 1991. Länge: 57’ 56

Eine nächtliche Zugfahrt wird zur inneren Reise einer Schriftstellerin. Die unsichtbar vorbeirauschende Landschaft löst diffuse Ängste aus und stößt die Protagonistin in einen Abgrund der Erinnerungen.

Eine Reise wird zum Anlass tastender Erinnerungen und zögerlicher Zukunftsentwürfe. Die Schriftstellerin schiebt die beiden Männer, Julian und Lerch, denen sie sich gleich nahe fühlt, beinahe fugenlos ineinander, um dann doch wieder auf der Trennung zu beharren. Die äußere Reise gerät in den Hintergrund, das Nicht-vergessen-Können überschattet jeden Gegenwartsmoment, „bis wir alle endlich unser Ziel erreicht haben werden, nämlich Meister des Vergessens geworden sind und allesamt Meister der Erinnerungslosigkeit geworden sind und jenen endgültigsten aller endgültigen Zustände erreicht haben werden, also den endgültigsten Grad unseres endgültigsten Zerfalls”. (Friederike Mayröcker)

Friederike Mayröcker, geboren 1924 in Wien. Seit 1946 publizierte sie zahlreiche Prosabände und Gedichtsammlungen. Zu ihrem Werk gehören auch über 20 Hörspiele, zum Teil gemeinsam mit ihrem Lebenspartner Ernst Jandl verfasst. Für das Hörspiel „Fünf Mann Menschen“ erhielt sie zusammen mit Ernst Jandl 1969 den Hörspielpreis der Kriegsblinden. 2001 wurde sie mit dem Büchner-Preis ausgezeichnet.

22:05 Uhr | Deutschlandfunk
Atelier neuer Musik: Neue Produktionen aus dem Deutschlandfunk Kammermusiksaal – DARK LUX. Ein komisch-düsteres Hörtheater, eingespielt vom Ensemble LUX:NM

Aufnahmen vom Mai 2019. Am Mikrofon: Leonie Reineke. „DARK LUX“ ist eine Gemeinschaftsarbeit. Zusammen mit dem 2010 gegründeten Ensemble LUX:NM haben Komponist Gordon Kampe, Hörspielautorin Sarah Trilsch und Sounddesigner Jan Brauer ein Stück entwickelt. Besser gesagt, ein vielschichtiges Klangsammelsurium, das sich irgendwo zwischen Nummern-Oper und Hörspiel bewegt. Das Thema: die Abgründe der menschlichen Seele. Das berühmte Dunkle und Böse in angeblich jedem von uns zieht sich in allen möglichen Facetten durch das Projekt. Es begegnet als kryptisch-düstere Klangcollage, als musikalisch untermalte Kurzgeschichte, als verrückte Tanznummer, die auf einem spukenden Jahrmarkt laufen könnte, oder als verzerrtes Arrangement von Musik aus Renaissance und Barock. Eingespielt hat das Ensemble LUX:NM die von Gordon Kampe komponierten Teile des knapp einstündigen Hörtheaterstücks im Kammermusiksaal des Deutschlandfunk in Köln.

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
Musik der Welt: Saiten auf der Seidenstraße (1)

Instrumente auf der Wanderung zwischen Orient und Okzident – Von Venedig bis Samarkand. Vom Okzident in den Orient und umgekehrt, die antiken Seidenstraßen waren bis ins 14. Jahrhundert ein Netz von Karawanen-Wanderwegen, die von Westen nach Osten zogen. Nicht einseitig, sondern hin und her ging der Handelsstrom, es war ein Geben und Nehmen zwischen Asien und Europa, auch Kulturgüter wurden ausgetauscht in den Karawansereien, Kleidung, Geschichte und Geschichten. Die Händler brachten Gewürze und Seidenstoffe aus dem Orient, aber auch Instrumente und Spielweisen wanderten mit. Geigen, Lauten, Zithern? Wir folgen den Ahnen unserer europäischen Instrumente … Geografisch bewegen wir uns auf der Seidenstraße entlang heutiger politischer Brennpunkte. Wir glauben, die Zustände in Syrien, Irak, Iran, Afghanistan schon ganz gut zu kennen. Aber kennen wir sie wirklich? Ihren Instrumenten zu lauschen ist einer der besten Wege, um tiefer und direkt ins Herz einer anderen Kultur vorzustoßen. Von Venedig geht es mit dem Schiff in den Libanon und weiter nach Damaskus, nach Bagdad und in den Iran, über Isfahan oder Mashhad zu den Perlen der persischen Kultur. Vom Iran dann weiter mit einem Abstecher ins schöne Afghanistan der siebziger Jahre, um das einzigartige Rubab von Herat noch einmal zu erleben. Rubab, das ist die gehörnte Laute, die man in verschiedensten Formen in ganz Zentralasien findet. Aus Iran soll ursprünglich die arabische klassische Laute Oud stammen, auch die Langhalslauten Tar und Setar, und das Hackbrett Santur. Tambur kam aus der indischen Musik dazu und Dotar, die zweisaitige Laute ist ein uns völlig unbekanntes Instrument der Kunstmusik. Wir werden die brillante usbekische Dotar in Samarkand erleben, faszinierend, was man auf zwei Saiten alles machen kann! Buchara und Samarkand, diese berühmten Städte der Seidenstraße im usbekischen Zentralasien sind Schnittpunkte von Kulturen. Mazedonische, mongolische und später islamische Herrscher bildeten eine wechselvolle Geschichte in dieser nomadischen Region, deren architektonische Zeugnisse heute Tourismusattraktionen sind. Schamanismus, Islam, Buddhismus verschmolzen hier oft miteinander. Der post-sowjetische Transformationsprozess verbindet russische musikalische Prägung mit alten Traditionen. Schon vor unserer Zeitrechnung aber wurde hier gehandelt, die Karawanen zogen durch. Größere jüdische Kolonien entstanden, tausend Jahre alte jüdische Gemeinden prägten die musikalische Kultur in Samarkand mit.. Eine Sendung von Friederike Haupt


so – 25.07.2021


02:07 | Deutschlandfunk
Klassik live: Essener NOW!-Festival 2020

Alvin Singleton: Again | Jessie Cox: Existence lies In-Between | Daniel Kidane: Foreign Tongues | Hannah Kendall: Verdala. Ensemble Modern. Leitung: Vimbayi Kaziboni. Mitschnitt vom 7.11.2020 im Alfried Krupp Saal, Essen

15:05 Uhr | Deutschlandfunk
Rock et cetera: Miss Universe of Music? – Die britische Musikerin Nilüfer Yanya

Von Anja Buchmann. Irland, Türkei und Barbados – drei Länder, in denen die Wurzeln der Britin Nilüfer Yanya liegen. Mit äußerst eigenwilliger und eigenständiger musikalischer Stimme bohrt sich die Musik der Sängerin und Gitarristin zwischen britischem Indie-Rock, Pop und Soul immer mehr in die Gehörgänge einer ansteigenden Zuhörerschaft. Im März 2019 veröffentlichte sie ihr Debüt „Miss Universe”, produziert unter anderem von Dave Okumu, der mit der Band The Invisible bekannt wurde – und zudem Yanyas Gitarrenlehrer war.

20:05 Uhr | Deutschlandfunk
Freistil: Das Lied von Manuel – Ein Schlagerreiseprogramm

Von Manuel Gogos. Regie: Walter Filz. Produktion: SWR 2020. Es war die große Zeit des deutschen Schlagers, als Dieter Thomas Heck allmonatlich die ZDF-Hitparade lautstark verkündete. Auch Autor Manuel Gogos, Jahrgang 1970, guckte als Kind eifrig zu. Und wunderte sich, wenn über Griechenland gesungen wurde. „Der Stern von Mykonos”, „Akropolis Adieu”, „Griechischer Wein” – Manuel Gogos, Sohn eines griechischen Gastarbeiters der ersten Generation, lernte Griechenland durch den deutschen Schlager kennen. Aber was für ein Land war das? Und: Wieso besang man in Deutschland Länder, mit deren Menschen man hier nichts zu tun haben wollte? Was war das für ein „Lied von Manuel” über ein Gastarbeiterkind, das niemand leiden kann? Hatte das was mit ihm zu tun?

22:08 – 23:00 | Ö1
Jet Lag All Stars Radio Show: Radio aus den Parklücken der Aufmerksamkeit

Dort, wo Heiliges und Alltag, Ekstase und To-do-Liste zusammentreffen, präsentieren die Jet Lag All Stars Musik, Gespräche, Reportagen und Essays vom äußersten Rand der Woche. Die Jet Lag All Star Radio Show ist die Bügelfalte des Kunstsonntags. Gestaltung: Robert Czepel, Rainer Elstner, Alexander Ach Schuh, Thomas Tesar, Elke Tschaikner, Christian Scheib und Klaus Wienerroither

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
Musik der Welt: Saiten auf der Seidenstraße (2) – Instrumente auf der Wanderung zwischen Orient und Okzident. Von Samarkand bis Peking

Kennen Sie die Morin-Khuur? Sogar der weltbekannte Cellist Yo-Yo Ma hat sich an der spannenden mongolischen Pferdekopfgeige versucht. Die Reisenden auf der antiken Seidenstraße trafen dieses merkwürdige Streichquartett mit seinen eckigen Instrumenten erst dann an, wenn sie die zentralasiatischen Nachfolgestaaten der UdSSR, dann die uigurische Metropole Kashgar und die endlos scheinende Wüste Taklamakan hinter sich gelassen hatten und auch die Oase der Dünenklöster von Dunhuang. Wir sind bereits mitten in China! Erst jenseits der Wüste treffen wir auf diese mongolische Pferdekopfgeige, sie kündigt einen völlig anderen, einmaligen Kulturraum an! Türkische, arabische, persische, indische und chinesische Musikkulturen trafen aufeinander in Buchara und Samarkand, in der Welt des Tamerlan und darüber hinaus. Die zentralasiatischen Regionen, die wir durchreisten waren immer schon Treffpunkte von Kulturen. Faszinierende Musik entstand, unendliche Melodik in tonalen Systemen der „Maqam“ der arabischen Kunstmusik, die die gesamte islamische Welt durchziehen. Diese „Maqam“ sind monophon, in der Grundlage einstimmig, gespielt von den Lauten Dotar, Rubab, Oud, Tar und Setar, den Geigen Kamantsche und Ghaichak und von Zithern, wie Kanun und Santur, eine Art Hackbrett. Die vielen mikrotonalen Strukturen sind das, was die „Maqam“ so interessant, so spannend für uns macht. Tonräume, die bei uns im Westen gar nicht vorkommen! Tiefe Gefühle, Spiritualität und amouröse Emotionen aber auch die Epen-Erzählungen der Wüstensänger, alles lässt sich mit den vielfältigen Saiteninstrumenten Zentralasiens ausdrücken und begleiten, ein Schillern zwischen arabischem Melos, chinesischer Anmutung und türkischem Epos. Die wunderschöne große Laute Pipa dagegen gehört zur klassischen Kunstmusik Chinas, genauso die pentatonisch gestimmten Wölbbrettzithern Ostasiens. In der chinesischen Klang-Welt kann man übrigens auch eines der ältesten Saiteninstrumente der Menschheit erleben: Es ist die möglicherweise schon 5000 Jahre alte chinesische Zither Qin. Schon Konfuzius soll sie gespielt haben. Eine Sendung von Friederike Haupt

 

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