Jazz im Radio

Die Jazz-Radiowoche vom 02.04. bis 08.04.2018

Ein subjektiver Blick in die Jazzwoche 14 im Radio.


Alle Angaben ohne Gewähr.


Jazz im Radio (Fernsehen)


02.04.2018


01:05 bis 06:00 | Deutschlandfunk
Deutschlandfunk Radionacht

Themen u.a.: Der Popstar des Jazz. Zum 75. Geburtstag des Gitarristen George Benson; A House is not a Home. Jazz und Heimat; Mit Django Bates, Miguel Zenon, Nguyen Le, Erika Stucky, Misha Alperin, Wolfgang Puschnig. Am Mikrofon: Karsten Mützelfeldt

19:04 bis 20:00 | hr2-kultur
Kleine Farbenlehre des Jazz: „That Old Black Magic“ – oder doch alles blau? – Kleine Farbenlehre des Jazz | Teil 3

Der Jazz kennt „blue notes“. Trotz des „Blau“ im Namen markieren diese „blue notes“ aber eigentlich eher etwas von seiner „schwarzen“ Färbung. Blau, das Schwarz markiert? – Nicht die einzige „Farb-Verwirrung“, die es aufzulösen gilt.

Im Unterschied zu schwarzem Jazz spricht man gelegentlich auch von weißem Jazz – und damit ist dann nicht unbedingt die Hautfarbe des Akteurs gemeint. Jede Menge unsinnig erscheinende, dennoch höchst (hinter-)sinnige Farbzuordnungen sind also anzutreffen. Und wenn es um einschlägige Song-Titel im Jazz geht, dann wird die Farbpalette richtig bunt. Oder was bedeutet „Blue In Green“? – Ein schillerndes Genre also.

„Black, Brown And Beige“ hieß 1943 eine großangelegte Suite von Duke Ellington, die seiner Ansicht nach eine „klangliche Parallele zur Geschichte des amerikanischen Negers“ darstellen sollte (Ellington benutzt da tatsächlich das Wort „negro“). Die Geschichte der Farbigen verlief real allerdings ziemlich schwarz – im Sinne von finster, stellenweise sogar blutrot. Auch eine nur kursorisch operierende  „kleine Farbenlehre des Jazz“ kommt nicht daran vorbei, den Rassismus gegen schwarze Musiker zu thematisieren und das einstige Black Movement im Jazz zu spiegeln. Bis Wynton Marsalis sein „Multicolored Blue“ aufnehmen konnte und der Jazz insgesamt zu einer nicht nur musikalisch einträchtigen Vielfarbigkeit gelangen konnte, sollte es noch lange dauern. Im Grunde ein ganzes Jahrhundert. Was nicht heißt, dass sich der Streit um (Haut-)Farben im Jazz gänzlich erledigt hätte.

Die ganze Angelegenheit schimmert farblich indifferent: „Kind Of Blue“ eben! – Wenn blau plötzlich doch eher schwarz ist, und schwarz plötzlich weiß oder pink oder rosa. Welche Farben hat der Jazz noch? Guenter Hottmann streift durchs Dickicht und versucht, Antworten zu geben. Am Mikrofon Guenter Hottmann

20:05 bis 22:00 | MDR Kultur
MDR KULTUR – Populäres Konzert

„Pop ist weiblich“ – Neue Stimmen von Jade Bird bis Fenne Lily, präsentiert von Hendryk Proske

22:04 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Jazz & World: Das Stéphane Grappelli Quartet in Montreux

Aufnahme vom 4. Juli 1973. Violinen-Inspirationen

22:20 bis 23:00 | NDR Info
Play Jazz! Das Jazzmagazin – Mit Mauretta Heinzelmann

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
Jazztime: Jazztoday – Der polnische Saxophonist Adam Pieronczyk

Porträt eines der interessantesten und kreativsten Jazzmusiker Europas mit Highlights von sechs Pieronczyk-CDs aus den Jahren 2010 bis 2017. Moderation und Auswahl: Henning Sieverts


03.04.2018


01:05 bis 05:00 | Deutschlandfunk Kultur
Tonart: Jazz – Moderation: Vincent Neumann

17:50 bis 18:00 | SWR 2
SWR2 Jazz vor Sechs – Melody Garrity: Les etoiles

19:35 bis 20:00 | MDR Kultur
MDR KULTUR – Jazz Lounge: Mix

21:03 bis 22:00 | SWR 2
SWR2 Jazz Session: 150 Jahre Jazz – Aki Takase und Alexander von Schlippenbach im ZKM Karlsruhe

Am Mikrofon: Julia Neupert. Sie: die stilistisch vielseitige Avantgardistin, die eigensinnig mit Traditionen spielende Virtuosin. Er: der Free Jazzer mit Faible für sinnliche Abstraktion. Kennengelernt haben sich Aki Takase und Alexander von Schlippenbach Mitte der 1980er Jahre in Berlin und teilten sich bald einen gemeinsamen Piano-Haushalt. Ab und an gehen sie sogar als Klavierduo auf Tour; so geschehen auch Anfang dieses Jahres. Ende Januar machten sie in Karlsruhe Station – einen Tag vor Aki Takases 70. Geburtstag. Addiert mit dem bald anstehenden 80. Jubiläum von Alexander von Schlippenbach macht das „150 Jahre Jazz“: So war das Programm ironisch übertitelt, in dem die beiden sowohl solistisch als auch vierhändig zu hören waren.

21:05 bis 22:00 | Deutschlandfunk
Jazz Live: Joachim Kühn – Majid Bekkas – Ramon López

Aufnahme vom 16.11.2013 beim Festival Jazzpassagen in Offenburg. Am Mikrofon: Harald Rehmann. Joachim Kühn lebt seine Überzeugung aus, dass es gerade die gegenseitigen Befruchtungen zwischen dem Jazz und anderen, exotischen Klangkulturen sind, die der heutigen Improvisationsmusik eine vielversprechende Zukunft bieten. Im Trio mit dem Marokkaner Majid Bekkas und dem Spanier Ramon López schafft der Pianovirtuose tönende Landschaften voll Spielkunst und Ekstase. Im komplexen rhythmisch-harmonischen Geflecht von Kühns Tasten und López‘ Perkussionsgerätschaften sorgen die ostinaten Linien von Bekkas‘ Guembri, einer archaischen marokkanischen Bassgitarre, für den gleichsam hypnotischen Puls einer vertraut-fremden Klangwelt.

22:00 bis 00:00 | Bremen Zwei
Jazz Grooves: Die ganze Welt des Jazz

Blue Note, Big Band, Neuerscheinungen und bekannte Stars – und Tipps zum Konzertgeschehen in Bremen und der Region.

22:04 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Jazz & World: Sonny Rollins – Night at the Village Vanguard

Aufnahme vom 3. November 1957 aus dem Village Vanguard, New York. Colossus in Jazz

22:05 bis 23:00 | NDR Info
Play Jazz! Das Jazzmagazin – Mit Mauretta Heinzelmann

22:30 bis 23:00 | hr2-kultur
Jazzgroove: An den Rändern des Jazz Am Mikrofon: Guenter Hottmann

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
Jazztime: News & Roots – Moderation und Auswahl: Henning Sieverts


04.04.2018


17:50 bis 18:00 | SWR 2
SWR2 Jazz vor Sechs – Oliver Edward Nelson: Butch and Butch

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
Classic Sounds in Jazz: Aprilschauer und Wechselbäder der Gefühle

Aufnahmen mit Louis Armstrong, Gerald Clayton, Ella Fitzgerald, Renaud Garcia-Fons, John Hicks Trio, Don Menza & Vincent Bourgeyx, Yehudi Menuhin & Stephane Grappelli, Coco Schumann und Mel Tormé. Auswahl und Moderation: Beate Sampson

19:35 bis 20:00 | MDR Kultur
MDR KULTUR – Jazz Lounge: Randy Crawford, Vocal

22:04 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Jazz & World: Die argentinischen Liedermacher Luna Monti und Juan Quintero

Aufnahme vom 11. November 2015 aus der Rudolf-Oetker-Halle, Bielefeld.

22:30 bis 23:00 | hr2-kultur
Jazzfacts: What’s going on? – Features, Interviews und was die Szene bewegt

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
Jazztime: Jazz aus Nürnberg: Jazz & Beyond – „Inspired by nature“

Aufnahmen mit Scott DuBois, Frederick Köster, Rudresh Mahanthappa´s Indo-Pak Coalition, Wanja Slavin Lotus Eaters, Rain Sultanov, Norma Winstone & John Taylor. Moderation und Auswahl: Beate Sampson


05.04.2018


17:50 bis 18:00 | SWR 2
SWR2 Jazz vor Sechs – Joachim Neuffer: Pennsylvania 6-500/CD: Augmented Reality

19:35 bis 20:00 | MDR Kultur
MDR KULTUR – Jazz Lounge: Mix

21:00 bis 22:00 | MDR Kultur
MDR KULTUR – Jazz: What’s New?

21:05 bis 22:00 | Deutschlandfunk
JazzFacts: Hektische Umgebung in ständigem Fluss – Ein Porträt des Schlagzeugers Ches Smith

Von Karl Lippegaus. Auf seine Trommelkunst jenseits von Stilen und Genres will die Avantgarde des Kammerjazz nicht mehr verzichten. Tim Berne, Mary Halverson oder Marc Ribot schätzen an Ches Smith, dass er ihren subtilsten Vorstellungen immer etwas Eigenes hinzufügt, die fragilen, spontan erzeugten Strukturen gekonnt vernetzt. Der Schlagzeuger versteht es glänzend, kontrapunktisch auf die Impulse seiner Mitspieler zu antworten, um so das gesamte Gruppenspiel ständig neu zu stimulieren. Die Ensembles, mit denen Ches Smith seit über zehn Jahren Platten macht, tragen Namen wie Secret Chiefs 3, Good For Cows, Beat Circus, Theory of Ruin, Xiu Xiu oder 7 Year Rabbit Cycle. Ihre Alben erscheinen auf obskuren Labels wie Asian Man, Web of Mimicry oder ForTune. Diese aufrüttelnde Musik jenseits des Mainstreams an den Rändern des Jazz wächst und gedeiht. Das Instrumentarium von Ches Smith, der vor seiner Musikerlaufbahn Philosophie studierte, besteht hauptsächlich aus einem konventionellen Drum-Set, erweitert durch Congas, Gongs und mehr; gelegentlich spielt er auch Vibrafon. Sein Album ,The Bell‘ (2016) zeigte, dass dieser amerikanische Perkussionist, der gern auch Solokonzerte gibt, über ein außergewöhnliches Können verfügt, gepaart mit blitzschneller Auffassungsgabe und großer künstlerischer Fantasie.

22:04 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Jazz & World: Szene NRW – Aktuelles aus der Region – 60 Jahre Jazzkeller Krefeld

Preview Jazz: Karsten Mützelfeld / Preview World: Babette Michel

22:05 bis 23:00 | NDR Info
Play Jazz! Das Jazzmagazin – Mit Mauretta Heinzelmann

22:30 bis 23:00 | hr2-kultur
Jazz Now: Aus dem Dschungel der Neuveröffentlichungen – Am Mikrofon: Guenter Hottmann

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 NOWJazz: Herr der Wimmelbilder – Der britische Pianist Elliot Galvin

Von Michael Rüsenberg. Kein Porträt über ihn, das ohne das Zitat aus der britischen Tageszeitung „The Guardian“ auskommt, Elliot Galvin erinnere „an den jungen Django Bates“. Der Vergleich kommt nicht von ungefähr, zeigt der 27-Jährige doch eine ähnliche Verspieltheit, eine obsessive Arbeit am Detail, eine große Lust, Erwartungen zu unterlaufen. Den Einfluss von Django Bates bestätigt er selbst, noch mehr aber habe ihn sein Lehrer Liam Noble geprägt, sagt der Pianist. Nach dem Jazz-Studium am Trinity College in London hängte Garvin noch den Master in Komposition an. Im vergangenen Jahr hat er, wie Django Bates vor zehn Jahren, für die London Sinfonietta komponiert: ein Stück für den Solotrompeter des renommierten Kammerorchesters – unter Beteiligung von Fahrradhupen. „Ich will herausfinden, was passiert, wenn man disparate Elemente zusammenfügt. Etwas Neues schaffen, heißt für mich häufig, alte Dinge auf neue Weise zu kombinieren“.

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
Jazztime: All that Jazz – mit Ralf Dombrowski


06.04.2018


17:50 bis 18:00 | SWR 2
SWR2 Jazz vor Sechs – Mathias Eick: Family/CD: Ravensburg

19:35 bis 20:00 | MDR Kultur
MDR KULTUR – Jazz Lounge: Best Of Gipsy Swing

22:04 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Jazz & World: Nils Frahm Solo

Aufnahme vom 22. Juni 2013 aus dem Kleinen Sendesaal des Kölner Funkhauses

22:05 bis 23:00 | NDR Info
Jazz Special: Free Jazz, Twelve Tone Tales and Globe Unity

Zum 80. Geburtstag des Pianisten und Bandleaders Alexander von Schlippenbach. Mit Bert Noglik. Als einer der großen Persönlichkeiten des europäischen Jazz gelang es ihm, mit seiner Musik prägnante Zeichen zu setzen und sein Spiel im Prozess der Improvisation auf unverwechselbare Weise zu profilieren. Alexander von Schlippenbach, geboren am 7. April 1938 in Berlin, zeigte sich bereits während seines Studiums an der Kölner Musikhochschule sowohl von der Intensität des modernen Jazz als auch von der Stringenz der neuen Musik fasziniert. 1966, mit 28 Jahren, gelang ihm ein Geniestreich. Für die Berliner Jazztage stellte er eine Großformation zusammen, mit der er ein eigenes Werk im Schnittbereich von Komposition und Improvisation, von Neuer Musik und Jazz zur Aufführung brachte. Der europäische Free Jazz hatte damit einen orchestralen Klang gefunden: den Klang des „Globe Unity Orchestra“. Das Schaffen Alexander von Schlippenbachs entfaltet sich seither zwischen rigorosem Individualismus und uneingeschränktem Kollektivgeist, zwischen intellektueller Architektonik und bedingungsloser Hingabe an den spontanen Spielprozess.

22:30 bis 23:00 | hr2-kultur
Swingtime mit Bill Ramsey: As time goes by | Ein Jahrhundert in Schwingungen

Bill Ramsey – Sänger, Entertainer und selbst Teil der Jazzgeschichte in Deutschland nach dem Krieg – präsentiert ein Jahrhundert in Schwingungen. Es geht dabei natürlich um musikalische Vibrationen,  um Erschütterungen des Weltgefüges – es sei denn diese sind musikalischer Natur.  Und wenn der „pulse“ so richtig pocht und treibt, dann stellt sich nicht selten ein vertrautes Gefühl ein: Wie doch die Zeit vergeht!

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 NOWJazz: Wilde Noblesse – Zum 80. Geburtstag des Pianisten Alexander von Schlippenbach

Von Julia Neupert. Er gehört inzwischen zu den Legenden des europäischen Free Jazz, als einer der ersten, die sich konsequent dem freien Spiel widmeten – und einer der wenigen, die dies konsequent bis heute tun. Geboren am 7. April 1938 in Berlin, fand der Pianist schon früh eine eigene musikalische Stimme – auch in Auseinandersetzung mit den Formen, Strukturen und Klängen zeitgenössisch komponierter Musik. Wichtige Wegmarken seiner jahrzehntelangen Karriere waren unter anderem die Gründung des Globe Unity Orchesters, die Winterreisen seines Trios mit Evan Parker und Paul Lovens oder die Einspielung des Gesamtwerkes von Thelonious Monk mit der Berliner Band „Die Enttäuschung“. Nostalgische Rückschauen aber hat er immer anderen überlassen – deshalb spricht der Musiker in „seiner“ Jubiläumssendung auch über Gegenwart und Zukunftspläne. Herzlichen Glückwunsch, Alexander von Schlippenbach!

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
Jazztime: Bühne frei im Studio 2 … … für das Myriad Duo

Mit Chris Gall (Klavier) und Bernhard Schimpelsberger (Schlagzeug, Perkussion, Konnakol-Gesang). Aufnahme vom 28. März 2018 im Münchner Funkhaus. Moderation und Auswahl: Beate Sampson

Eine Myriade musikalischer Dimensionen, unzählige Varianten einer hochdynamischen Musik, die sich einer stilistischen Festlegung entzieht – das erlebt man in den Duo-Konzerten des Münchner Pianisten Chris Gall mit dem aus Österreich stammenden und in London lebenden Schlagzeuger, Perkussionisten und Konnakol Sänger Bernhard Schimpelsberger. Die Kunst des indischen Silbengesangs hat er bei dem Tabla-Meister Pandit Suresh Talwalkar gelernt und flicht sie in sein von Jazz und Klassik geprägtes, virtuoses Spiel. Mit seiner Band Circle of Sound, als Sideman von Anoushka Shankar und mit einer ganzen Reihe von klassischen, indischen Musikern ist er weltweit auf Tour gewesen. Vom Glockenspiel bis zum Gong, von der Cajon bis zum Jazz Drum-Set reicht das Instrumentarium des soundversessenen Schlagwerkers. Mit Chris Gall stößt er auf einen Pianisten, für dessen Stil packende rhythmische Konzepte charakteristisch sind. Auf seinen CDs kombiniert er rasante Grooves mit starken Melodien, und Aspekte der minimal music mit impressionistischer Klangschönheit. Das hat die Zugkraft von Popmusik und die improvisatorische Finesse des Jazz. Seit 2014 komponiert und arrangiert der in Klassik und Jazz versierte Musiker übrigens auch für die Erfolgsband Quadro Nuevo, mit der er mehrfach auf Tournee war.

Ein musikalisches Spiel ohne Grenzen ist garantiert, wenn Chris Gall und Bernhard Schimpelsberger aufeinandertreffen – zwei ausgeprägte, spielerische Persönlichkeiten, die mit einem Funkenflug der Ideen und Impulse mitreißende Spannungsbögen in einer Musik voller Überraschungen erschaffen.


07.04.2018


18:05 bis 18:59 | BR-KLASSIK
Jazz und mehr: Die Uneigennützigen

Mit Musik von Enrico Rava, Hank Jones, Gerald Moore und anderen. Moderation und Auswahl: Roland Spiegel

19:30 bis 20:00 | MDR Kultur
MDR KULTUR – Jazz Lounge: Freddy Hubbard, Trompete

20:15 bis 21:00 | NDR Info
Jazz Klassiker: „Up Jumped Hub“ – Der Trompeter Freddie Hubbard

Mit Karl Lippegaus. Als Miles Davis leibhaftig miterlebte, wie der junge Nobody aus Indianapolis ein komplettes Solo von ihm nachspielte, empfahl er ihn gleich weiter an Alfred Lion vom Plattenlabel Blue Note. 1960 markierte sein Debütalbum „Open Sesame“ den Beginn einer großen Jazztrompeter-Karriere zwischen Mainstream und Avantgarde. Als Teenager hatte Freddie Hubbard zuhause bei den ‚Jazz Contempories‘ bereits echtes Talent bewiesen. Dann brach er das College ab und ging mit 20 Jahren nach New York, wo er zum ‚first call‘ unter den Sidemen aufstieg; jemand, der zuerst den Job angeboten bekommt und keine Herausforderung scheut. Drei Jahre bei Art Blakey’s Jazz Messengers. Große Alben mit Eric Dolphy, Andrew Hill und Wayne Shorter. An epochalen Werken wie „Free Jazz“ von Ornette Coleman und „Africa/Brass“ von John Coltrane wirkte er früh mit. In den 1960er und 70er-Jahren hatte er seine große Zeit 1977 ersetzte Freddie Hubbard seinen einst größten Einfluss, Miles Davis, in dessen (von Herbie Hancock geleiteter) Tribute-Band ‚V.S.O.P.‘. Vor 80 Jahren, wurde Frederick Dewayne Hubbard geboren, am 7. April 1938, mit 70 Jahren starb er am 29. Dezember 2008.

22:03 bis 23:00 | SWR 2
SWR2 Jazztime: Jazzin‘ the Black Forrest – Vor 50 Jahren wurde das Label MPS gegründet

Von Odilo Clausnitzer. 1968 schlug im kleinen Schwarzwaldort Villingen eine historische Stunde des deutschen Jazz: Der Tonmeister und SABA-Erbe Hans-Georg Brunner-Schwer gründete das Plattenlabel „MPS Records“. Es sollte ausschließlich seiner bevorzugten Musik, dem Jazz vorbehalten sein. Die Abkürzung „MPS“ stand für „Musikproduktion Schwarzwald“. HiFi-Liebhaber aber machten daraus schnell „Most Perfect Sound“, denn die Klangqualität der Platten genügte höchsten Ansprüchen. Wichtiger Grundstock des Labelkataloges wurden Aufnahmen, die Brunner-Schwer mit dem Starpianisten Oscar Peterson bei Hauskonzerten in seinem eigenen Wohnzimmer gemacht hatte. Andere international namhafte MPS-Künstler wurden die „Singers Unlimited“, Monty Alexander, die Kenny Clarke-Francy Boland Big Band oder George Duke. Aber auch deutsche Musiker wie Albert Mangelsdorff, Volker Kriegel und Joachim Kühn veröffentlichten hier. 1983 verkaufte Brunner-Schwer das Label; bis dahin waren gut 500 Produktionen erschienen. Die Sendung unternimmt einen Streifzug durch den historischen Labelkatalog.

22:04 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Open Sounds: Studio Elektronische Musik – techné [75]: Fehler im System

22:05 bis 23:00 | NDR Info
Jazz Konzert: Star Jazz Festival 2017

Atom String Quartet feat. Vladyslav Sendecki und Ken Norris. NDR-Aufnahme aus der Jugendmusikschule Hamburg vom Oktober 2017. Mit Felix Tenbaum. Als Künstlerischer Leiter hat es sich Vladyslav Sendecki bei der ersten Ausgabe des Star Jazz Festivals im Oktober 2017 im Hamburger Mirallesaal zur Aufgabe gemacht, ein deutsch-polnisches Gipfel-Treffen in Sachen Jazz zu initiieren. Er selbst trat dabei auch als Pianist auf, unter anderem mit den Musikern des „Atom String Quartets“. Gemeinsam mit Sendecki und dem in Hamburg ansässigen Vokalisten Ken Norris brachten sie unter anderem die Jazzsuite „Ken in Wonderland“ zur Uraufführung.


08.04.2018


00:05 bis 02:00 | Bayern 2
radioJazznacht – mit Marcus Woelfle

Biografinnen: Ilona Haberkamp und Elizabeth Ok im Gespräch über Jutta Hipp und Carlo Bohländer

Jutta Hipp (*4. Februar 1925/+7. April 2003) spielte in den 1950er-Jahren die europäische Version des amerikanischen Cool Jazz auf seltenem Höchstniveau. Sie war die erste bedeutende Jazzpianistin Deutschlands und wagte die Übersiedelung in die USA. „The Life and Art of Jutta Hipp“ bietet auf sechs CDs fast alle ihre Aufnahmen; hinzu kommen in einem zweisprachigen Buch (Deutsch/Englisch) in LP-Format eine ausführliche Biographie sowie Gedichte, Gemälde und Zeichnungen auf Kunstdruckpapier. Wir verdanken das Werk der Saxophonistin Ilona Haberkamp, die Hipp in New York besuchte und dem Jazzhistoriker Gerhard Evertz. Nun ist ein Dokumentarfilm über Hipp im Entstehen. Regisseurin ist Elizabeth Ok, die bereits mit dem Film „Carlo, Keep Swingin’„ über Carlo Bohländer hervorgetreten ist. Der legendäre Trompeter der Frankfurter Szene, gründete den Jazzkeller und schrieb vielbeachtete Bücher wie „Die Anatomie des Swing“ und die erste Ausgabe des Reclam-Jazzführers.

19:04 bis 20:00 | hr2-kultur
hr-Bigband: Konzerte und Produktionen

Konzerte und Produktionen u.a. mit: „Gateways For A Cannonball“: Ed Motta & hr-Bigband, cond. & arr. by Magnus Lindgren, hr-Sendesaal Frankfurt, Februar 2017, Teil 2. Am Mikrofon: Jürgen Schwab

19:31 bis 20:00 | SWR 2
SWR2 Jazz: Here Comes the Sun – Frühe Aufnahmen des Pianisten Monty Alexander

Von Gerd Filtgen. Wenn es darum geht, mit swingenden Melodien gute Stimmung zu verbreiten, zählt Monty Alexander zu den verlässlichen Protagonisten. Der aus Jamaika stammende Pianist sorgt seit mehr als einem halben Jahrhundert mit sonnigem Mainstream Jazz für illustre Unterhaltung. Für das Kultlabel MPS spielte er von 1971 – 1976 Platten in diversen Combo-Besetzungen ein – unter anderem mit den Bassisten Eugene Wright und John Clayton und den Schlagzeugern Bob Durham und Jeff Hamilton – die mit zu seinen besten Aufnahmen zählen. Bei der damals in Villingen im Schwarzwald ansässigen Firma konnte er sein Faible für Evergreens aus dem Great American Songbook, Pop-Songs und Originals voll ausleben, aber auch mit Stücken wie „Carnival In Jamaica“ an die musikalischen Quellen seiner Heimat erinnern.

20:04 bis 22:30 | SR2 KulturRadio
JazzNow: Jazzfest Berlin 2017 – Steve Lehman & Sélébeyone

Mit Thomas Kreutzer. Aufnahme vom 1. November 2017 aus dem Lido in Berlin

22:05 bis 23:00 | NDR Info
Jazz NDR Bigband: „Tales from the Jacquard“ – die NDR Bigband feat. Julian Siegel

Mit Henry Altmann. „Meine Familie war auch lange mit dem Stoffhandel in den englischen Midlands verbunden. Ich erinnere mich an Fabrik-Besuche mit meinem Vater, wie wir zwischen den Webstühlen standen. Diese wuchtigen Maschinen, jede in ihrem eigenen Metrum, zusammen in einem gewaltigen Kontrapunkt. Und er sagte, er würde dieses Zusammenspiel gerne einmal wie ein Orchester dirigieren“. Diesen Wunsch hat jetzt Julian Siegel verwirklicht. „Ich konnte noch einmal so eine alte Fabrik besuchen“, erzählt er. „Es ist faszinierend: jungfräuliche Stoffbahnen kommen aus diesen groben, öligen Maschinen mit ihren stampfenden Grooves. Oft geht es ‚2 gegen 3‘ – aber wenn Du im Raum herumgehst, verändern sich die Rhythmus-Konstellationen. Dann bekam ich eine Lochkarte in die Hand, die die Muster bei einem Jacquard-Webstuhl steuert. Sie sah aus wie eine Art grafische Notation. Ich konnte geradezu hören, wie sich in meinem Kopf musikalische Ideen formten“.

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