Anregung für alle Rezeptoren: Zur vierten Ausgabe des wunderbaren „Sparks & Visions“-Festivals in Regensburg

Die vierte Ausgabe des „Sparks & Visions“-Festivals im Theater Regensburg ist soeben äußerst erfolgreich zu Ende gegangen. Alles lief wie am Schnürchen, die Teams von Festival und Theater arbeiteten reibungslos zusammen, Pressevertreter aus nah und fern waren da, und einen Zuschauerrekord gab es auch. Man darf also mit Fug und Recht sagen, dass sich das von der Agenturchefin Anastasia Wolkenstein erfundene, programmierte und geleitete junge Festival etabliert hat. Was ja zunächst noch nichts über den künstlerischen Wert aussagt, nicht wenige Festivals verdanken ihren Zuspruch auch modischem Populismus. Doch „Sparks & Visions“ überzeugte auch inhaltlich wieder auf ganzer Linie. Natürlich ist es in letzter Konsequenz ein Jazz-Festival, doch wie der Titel schon andeutet, kümmert sich Wolkenstein nicht allzu sehr um Genre-Definitionen oder -abgrenzungen. Es geht schlicht um Musik, die berührt oder mitreißt. Bei drei Konzerten pro Abend beziehungsweise zwei am Sonntagvormittag will das auch dramaturgisch sorgsam aufgebaut sein – was ebenfalls mustergültig gelang. Werbung So eröffnete das Duo Fil der Stimmartistin Leila Martial und des Cello-Klangforschers Valentin Ceccaldi den Reigen mit schillernden, mal kontemplativen, mal dynamischen Experimenten. Musik, die den Kopf frei machte für Kommendes. In …

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Geliebte Vielfalt: Das internationale Festival Sparks & Visions zum dritten Mal im Theater Regensburg

Wenn in Regensburg die Nebel aus der Donau kriechen und man eigentlich seine vier Wände nicht verlassen will, und wenn die internationalen Gäste die winterlich-triste Kulturerbe-Stadt noch meiden, immer dann schlägt die Stunde von Anastasia Wolkenstein: „Sparks & Visions“, Funken und Visionen, hat sie ihr dreitägiges Festival getauft, entwickelt aus der zündenden Idee, internationale Solisten und Improvisatoren ins Rampenlicht des wunderschönen Regensburger Theaters mit seinem klassizistischen Dreirang-Saal zu stellen. Und plötzlich leuchtet Regensburg bereits im Januar. Die Gründerin und Veranstalterin Anastasia Wolkenstein ist hauptberuflich Bookerin und es ist der daraus gewonnenen Erfahrung und ihrem guten Geschmack zuzuschreiben, dass man nun zum dritten Mal seit 2023 an drei Tagen mitten im Januar acht inspirierte, unkonventionelle und exzellent dargebotene Konzerte improvisierter Musik genießen konnte. Werbung Mit drei Deutschlandpremieren begann es: Die griechischstämmige Perkussionistin und Vibraphonistin Evi Filippou stellte ihr Projekt „inEvitable“ vor. Die Drums waren mit Andi Haberl und ihr doppelt besetzt und dieser Doppel-Groove wurde durch die Sounds ihrer Bandmitglieder Keisuke Matsuno an der Gitarre und Julius Gawlik an Tenorsaxophon und Klarinette ausgeschmückt. Das Highlight des Jazz-Dramoletts, das Filippou hier inszenierte, waren die Darbietungen der polnischen …

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Ungeahnte emotionale Räume: Simin Tanders neues Album „Unfading“ betört

Sie ist so reich und voller archaischer Kraft, diese Welt jenseits der alltäglichen „emotionalen Normalität“. Es müssen nur die Tore aufgestoßen werden. Die aktuelle CD von Simin Tanders neuem Quartett wirkt wie ein kostbarer Schlüssel dafür. Sehnsuchtsvolle Musik Die Stimme der deutsch-afghanischen Sängerin transportiert pures, manchmal archaisches Gefühl – ungefiltert direkt, zugleich zerbrechlich. Großartig, wenn eine künstlerische Entwicklung und vor allem eine konsequent erarbeitete Stimm-Beherrschung auf dieses und kein anderes Resultat hinaus läuft. Auf ihrem neuen Album „Unfading“ steht Simin Tander eine neue Band zur Seite. Die 15 Stücke dieser Platte erklingen nicht einfach so, sie wandern vielmehr über imaginäre Firmamente, breiten sich aus und ergreifen Besitz. Dafür sorgt allein schon das in sich ruhende, atmende Timing im Schlagzeugspiel von Samuel Rohrer. Melancholie ist die Grundsubstanz. Traurigkeit? Sehnsucht? Die Zustände, die sich auf Anhieb so stark ausbreiten, verweigern sich der üblichen Beschreibung: „Es ist etwas, was war und wieder da ist, nach vorne geht, im neuen Glanz erstrahlt, eine Endlosigkeit besitzt. Ich verbinde damit eine sanfte, endlose, weibliche Bewegung“, formuliert Simin Tander ihr künstlerisches Anliegen. Werbung Vielseitiges multikulturelles Repertoire Sie vertont in den Eigenkompositionen des …

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