Nicht ohne Tanz und Essen – Jazz in Kapstadt

Von Antje Rößler – Das südafrikanische Kapstadt ist ein Eldorado für den Jazz. Nicht umsonst wurden der Stadt zu Füßen des Tafelbergs etliche Musikstücke und sogar ganze Alben gewidmet. Schon ein kurzes Name-dropping offenbart das hiesige Niveau des Musizierens: der Pianist Abdullah Ibrahim, der Saxophonist Winston Mankunku oder der Gitarrist Mac McKenzie – sie alle sind mit Kapstadt verbunden. Außerdem findet hier alljährlich das wohl größte Jazz-Event von ganz Afrika statt. Jeden März lockt das „Cape Town International Jazz Festival“ zehntausende Besucher an und bespielt fünf Bühnen im Kongresszentrum. Das Programm gestalten in- und ausländische Künstler zu gleichen Teilen. Der Jazz gelangte bereits in den Vierziger Jahren nach Kapstadt. Dafür sorgten die Matrosen amerikanischer Frachtschiffe, die Schallplatten und Filme an Bord hatten. In den Hafenkneipen am Kap vermischten sich die amerikanischen Rhythmen dann mit afrikanischer Folklore, den Melodien der europäischen und asiatischen Einwanderer sowie der ortsansässigen Karnevalsmusik. Es entstand der so genannte Cape Jazz, der später auch Einflüsse aus Soul, Folk oder Reggae aufnehmen sollte. Ab den Sechzigern allerdings trieb die immer strengere Gesetzgebung der Apartheid zahlreiche dunkelhäutige Jazzer ins Ausland und ihre Musik in …

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Südafrika, olé!

Die Preise lassen uns in diesem Blog nicht los. Jetzt erhält der südafrikanische Pianist Abdullah Ibrahim den Aachener Innovationspreis Kunst für 2009 der Peter und Irene Ludwig Stiftung. Schön, jetzt wo die Fußball-WM losgeht, einem südafrikanischen Künstler so einen Preis zu geben. Hat man auch gar nicht das Gefühl, dass Zeit und Umstände wichtigere Faktoren einer Preisvergabe wären, als die künstlerische Leistung an sich. Obwohl Ibrahim über derartige Zweifel erhaben ist, schließlich wurde er ja weiland vom „Duke“ selbst entdeckt. Seine Solo-Scheibe „Senzo“, für die er auch den „South African Music Award“ bekommen hat, ist zwar nicht besonders aufregend und enthält ungefähr soviel Afrika wie mein Stammbaum – na gut, den Preis der deutschen Schallplattenkritik 2008 hat sie Ibrahim auch eingebracht, vielleicht liege ich also falsch –, aber man wird das Gefühl nicht los, dass wieder einmal ein „Brückenbauer zwischen den Kulturen“ nach vorne geschoben worden ist, jetzt wo es gilt, wenigstens für kurze Zeit ein einig Weltvölkchen zu sein. Olé!!!

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