Jazz im Radio
Jazz im Radio Montage: Hufner

Die erweiterte Jazz-Radiowoche vom 01.04.2024 bis 07.04.2024

Ein kleiner Blick in die Radiowoche 14. Die Übersicht zum Download als PDF. Alle Angaben ohne Gewähr. Ergänzt mit den tollen Sendungen zur Neuen Musik von BR-KLASSIK und Ö1.

Inhalt


Senderliste:


mo – 01.04.2024


17:10:00 Uhr +++ Ö1
Über den Segen von Import und Export in der hawaiianischen Musik

Gemessen an ihrer Größe und Einwohnerzahl kommt den Inseln von Hawaii musikhistorisch eine überproportionale Bedeutung zu. Die Evolution der hawaiianischen Musik lief zwar in ähnlichen Mustern ab wie in vielen anderen von Kolonisation geprägten Weltgegenden, nur eben besonders intensiv und auch besonders folgenschwer.

Mexikaner brachten Gitarren nach Hawaii, Portugiesen mit der viersaitigen Braguinha die Vorläuferin der Ukulele. Und wenn Musikinstrumente ohne gefestigte Spieltraditionen bzw. ohne Gebrauchsanweisungen reisen, dann entsteht Neues oft wie von selbst. Die Hawaiianer entwickelten auf den importierten Instrumenten neue Stimmungen, die ihnen brauchbarer erschienen als die ursprünglichen europäischen, und sie entwarfen neue Spieltechniken, etwa das typische glissandoreiche Hawaiigitarrenspiel am Schoß mittels Steelbar, das wiederum zum Bau neuer Gitarrenvarianten führte.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts begann die musikalische Wunderwelt Hawaii nun ihrerseits weit auszustrahlen. Tourende Hawaii-Musikgruppen wurden mit ihren folkloristischen Shows und ihren virtuosen Instrumentalisten zunächst in den USA, bald auch in Europa und Asien zur großen Sensation. Viele blieben lange im Ausland und hatten regen Austausch mit Jazz, Popmusik, Country und Western Swing aber auch anderen weltmusikalischen Stilistiken, etwa in Indien.

In zwei Teilen erkunden diese Spielräume Spezial am Ostersonntag und Ostermontag die wundersame Entwicklung hawaiianischer Musikstile und ihren enormen Einfluss auf die Popularmusik der USA und darüber hinaus.

19:00 bis 20:00 +++ hr2-kultur
Jazz am Feiertag: Christian McBride and the Bohuslän Big Band | Vara, Schweden, April 2023

22:04 bis 23:00 +++ WDR 3
WDR 3 Jazz – Moderation: Karsten Mützelfeldt

22:05 – 24:00 UHR +++ Ö1
Der Fotograf Michael Appelt und seine demenzkranke Mutter Christl sprechen über Musik und das Leben

„Die guten Jahre“ heißt ein Dokumentarfilm von Reiner Riedler über die außergewöhnliche Beziehung eines Mannes zu seiner Mutter, bei der beginnende Demenz diagnostiziert worden ist. Gezeigt wird das Leben des Fotografen Michael Appelt. Der Anfang 50-Jährige zieht wieder in sein Kinderzimmer ein, um seine allein lebende Mutter im Alltag zu unterstützen. Ein Film der zärtlichen, verständnisvollen Annäherung zwischen Mutter und Sohn. Zwischen den beiden entwickle sich „eine Beziehung, die zu einer Lebensgemeinschaft wird und eine neue, starke Kraft in sich birgt“, so Reiner Riedler über seinen ersten Dokumentarfilm. Ein Fotograf filmt einen Fotografen: Appelt lässt die Kamera des erfolgreichen Dokumentarfotografen Riedler, dessen Fotos 2023 in der Saatchi Gallery in London gezeigt worden sind, tief in die eigenen Abgründe blicken. Selbst traumatisiert von einem langen Krankenhausaufenthalt, spricht Appelt schonungslos offen über Ängste. Seine eigenen, eindrucksvollen Fotoarbeiten öffnen in diesem Film weitere Assoziationsräume.

In einer zentralen Stelle des Filmes sieht man Appelt, wie er in einer „Jet Lag All Stars Radio Show“ von diesen Erlebnissen und seiner schweren Depression spricht. Nun haben wir Appelt aus Anlass der unmittelbar bevorstehenden Premiere von „Die guten Jahre“ im Rahmen der Diagonale abermals ins Studio eingeladen – diesmal gemeinsam mit seiner Mutter Christl. Ein Radioexperiment: Ohne Moderation sitzen sich die beiden im Studio der „Jet Lag All Stars Radio Show“ gegenüber.

22:30 bis 23:30 +++ NDR Kultur
Play Jazz! Konzert :JazzBaltica 2005: Brian Blade & The Fellowship Band

23:03 – 24:00 UHR +++ SWR2 Jazz Session
Different Sounds – Der Schlagzeuger Tony Oxley

Von Julia Neupert. Tony Oxley war eine Ikone der improvisierten Musik. Zusammen mit Derek Bailey und Gavin Bryars löste er sich im Joseph Holbrooke Trio Mitte der 1960er-Jahre von vielen Konventionen des Jazz radikal. Sein Hauptinteresse galt bald der „vertikalen Musik“, dem Übereinanderschichten von Klangereignissen. Dafür erweiterte er sein Schlagzeug auch durch zusätzliche Trommeln, Glocken, Bleche oder elektronische Geräte. Am 26. Dezember 2023 ist Tony Oxley in seiner deutschen Wahlheimat Viersen gestorben – wir erinnern heute mit Aufnahmen aus unserem Archiv an diesen bemerkenswerten Künstler.

23:05 bis 23:57 +++ Deutschlandfunk
Jazz Live: Blick zurück nach vorn – Das Caspar van Meel Sextett spielt Erik Satie

Ryan Carniaux, Trompete; Denis Gäbel, Saxofon; Raphael Klemm, Posaune; Franz von Chossy, Klavier; Caspar van Meel, Bass; Niklas Walter, Schlagzeug. Aufnahme vom 10.3.2024 aus dem Loft, Köln

Am Mikrofon: Thomas Loewner. Der Jazz-Bassist Caspar van Meel ist fasziniert von dem Werk des französischen Komponisten Erik Satie und widmete ihm 2023 das Album „Satie – A Time Remembered“. Auf einer Clubtour präsentierte er das Programm mit seinem Sextett nun erstmals live. Besonders die melancholische und geheimnisvolle Art von Saties Klaviermusik hat es Caspar van Meel angetan: täuschend einfache Melodien und Harmonien, die scheinbar fest in der klassischen Tradition verankert sind, bei genauerem Hinhören aber bereits über sie hinausweisen. Aus diesem Grund hat van Meel vor allem Bearbeitungen der Gnossiennes und Gymnopédies für sein Sextett geschrieben. Die Grundlagen seiner Arrangements bilden die reizvollen Spannungen, die Satie durch die Verwendung von Skalen erzeugt hat, die zu seiner Zeit noch ungewöhnlich waren. Mit seinem Sextett ist es Caspar van Meel gelungen, Saties Errungenschaften überaus kreativ und mitreißend fortzuspinnen und ihnen damit eine ganz individuelle und zeitgemäße Seite abzugewinnen.

23:30 bis 00:00 +++ NDR Kultur
Round Midnight: Gast bei 1000 Sessions – Michael Breckers Improvisationen auf Pop-Alben


di – 02.04.2024


01:05 bis 05:00 +++ Deutschlandfunk Kultur
Tonart: Jazz – Moderation: Vincent Neumann

19:00 bis 20:00 +++ hr2-kultur
Hörbar – Marry Waterson und Adrian Crowley: Folkballaden, Kreativtechniken & mehr Musik grenzenlos

20:05 – 21:00 UHR +++ SWR2 Jazz Session
Enjoy Jazz 2023 – Moment’s Notice

Von Konrad Bott. Improvisation pur – das ist der Kern der britischen Veranstaltungsreihe Moment’s Notice. Bei dem Event, das nach einem Lied von John Coltrane benannt wurde, werden Musikerinnen zusammengewürfelt, spielen drei Sets in wechselnden Formationen, ohne sich vorher beschnuppert haben zu können. Im Rahmen des Enjoy Jazz-Festivals haben sich fünf Auserwählte in Mannheim getroffen: die Saxofonistin Tamar Osborn, der Saxofonist Soweto Kinch, Kit Downes an den Tasten, Perkussionslegende Dudù Kouate und die junge Schlagzeugerin Momoko Gill. Hier hören Sie einen kuratierten Querschnitt des Abends.

21:05 bis 22:00 +++ Deutschlandfunk
Jazz Live: Ein filigranes Mobile – Dejan Terzić & Axiom

Chris Speed, Saxofon, Klarinette; Bojan Zulfikarpašić, Klavier; Matt Penman, Bass; Dejan Terzić, Schlagzeug. Aufnahme vom 21.11.2023 aus dem Loft, Köln. Am Mikrofon: Karsten Mützelfeldt

Wer bei Schlagzeuger-Bands einen Egotrip des Leiters fürchtet, dem sei Dejan Terziæs Axiom dringend empfohlen: vier Musiker, die in einem feingewebten kompositorischen Geflecht einen unverwechselbaren Sound entwickeln. Der in Bosnien-Herzegowina geborene Terzić zog dreijährig mit seiner Familie nach Nürnberg, heute lebt er in Berlin und unterrichtet an zwei Tagen in der Woche als Professor an der Hochschule in Bern. 2017 gründete der Schlagzeuger Axiom, eine Gruppe mit Altbekannten und ihm bestens Vertrauten. Beim Auftritt im Kölner Loft präsentierte das Quartett neben Stücken seines letzten Albums „Silent Dancer“ vor allem neues Material. Hier lebt der Bandleader, der sich solistisch zurückhält, seine Lust an von Minimalismus inspirierter kompositorischer Arbeit aus, verzahnt geschickt einzelne Fragmente und Rhythmen, die zum Teil auf mathematischen Formeln basieren. Eine spannende, intelligente Musik, komplex und melodiös zugleich, mit ungeraden Metren, die leichtfüßig tänzeln.

22:04 bis 23:00 +++ WDR 3
WDR 3 Jazz – Moderation: Antje Hollunder

22:05 bis 23:00 Uhr +++ BR-KLASSIK
Horizonte: Musik als Zustand – Die „Wintermusic“ von John Cage, gespielt und erklärt von Sabine Liebner

Sabine Liebner ist eine der renommiertesten Pianistinnen für Zeitgenössische Musik. Ihre Einspielungen sind vielfach ausgezeichnet worden, darunter die Klavierstücke von Karlheinz Stockhausen oder die Suiten von Giacinto Scelsi. Einer der treuesten Begleiter ihrer Karriere ist John Cage, dessen „Wintermusic“ sie gerade aufgenommen hat – für das Label „Wergo“ als Koproduktion mit BR-KLASSIK. Ein eigentümliches Werk, das in Gänze noch nie eingespielt wurde. Was es so eigentümlich und reizvoll macht, was man beachten muss, wie man Ohren und Geist schulen kann, darüber hat sich BR-KLASSIK mit Sabine Liebner unterhalten. Eine Sendung von Johann Jahn

22:30 bis 23:00 +++ hr2-kultur
Jazz and More: An den Rändern des Jazz | heute mit: Cassie Kinoshi | Orbit Kid | Mark Lockheart

22:33 bis 23:30 +++ NDR Kultur
Play Jazz! Live-Aufnahmen aus dem Rolf-Liebermann-Studio, aus Clubs und von Festivals aus dem Norden

23:03 bis 24:00 Uhr +++ Ö1
Neuerscheinungen und andere Entdeckungen – Aktuelle Aufnahmen zeitgenössischer Musik

Zweimal im Monat präsentieren wir in „Soundart: Zeit-Ton“ Neuerscheinungen aus dem Feld der neuen und experimentellen Musik. Gestaltung: Rainer Elstner

23:30 bis 00:00 +++ NDR Kultur
Round Midnight: Portraits, Talks, Hintergründe und Ausflüge in die Jazzgeschichte


mi – 03.04.2024


19:00 bis 20:00 +++ hr2-kultur
Hörbar – Entspannt im Eden Beach Club & mehr Musik grenzenlos

19:05 bis 20:00 +++ BR-KLASSIK
Classic Sounds in Jazz: „Beyond Pink Panther“ – Kompositionen von Henry Mancini

In Aufnahmen mit Art Blakey, Lucia Cadotsch, Harry Connick jr, Melody Gardot, Roy Hargrove, Diana Krall, Brad Mehldau, James Moody und Oscar Peterson. Moderation und Auswahl: Beate Samspon

21:05 – 22:00 UHR +++ SWR2 NOWJazz
Die Topografie der Lunge – Dem Saxofonisten Evan Parker zum 80. Geburtstag

Von Niklas Wandt. Ende der 1960er-Jahre macht Evan Parker erstmals in der Londoner Szene von sich hören. Mit Musikern wie Derek Bailey und Tony Oxley schafft er eine fragmentierte, mikroskopische Form der Improvisation, die so sperrig ist, dass die Musiker dafür ihre eigenen Vertriebsstrukturen schaffen mussten. An Tenor- und Sopransaxofon erreichte Parker eine große Vollendung, ausgehend vom Postbop-Erbe, ergänzt mit einer Fülle eigener Techniken. Seine Hauptbands sind immer noch aktiv: das Schlippenbach Trio und das Trio Parker/Guy/Lytton. Zudem kollaborierte er mit Popkünstlern wie Scott Walker und Robert Wyatt.

22:04 bis 23:00 +++ WDR 3
WDR 3 Jazz – Moderation: Manuela Krause

22:33 bis 23:30 +++ NDR Kultur
Play Jazz! Magazin am Mittwoch mit Sarah Seidel

23:05 bis 00:00 +++ BR-KLASSIK
Jazztime – Jazz aus Nürnberg: Jazz & Beyond

„Memories of Melodies“ – mit Aufnahmen von Louise Jallu, Shai Maestro, Lucia Cadotsch, Dusko Goykovich und anderen. Moderation und Auswahl: Beatrix Gillmann

Nur ein paar Töne aus einem Song von damals – schon werden alte Erinnerungen wach. Selbst nach Jahren erinnern wir uns an die Situation, in der wir ein Lied hörten: An eine Reise, an eine Feier, an ein Konzerterlebnis. Oft verbunden mit einer gern gehörten Stimme: etwa der von Elvis Costello. Drei Jahrzehnte lang arbeitete der Sänger mit dem US-amerikanischen Komponisten und Songschreiber Burt Bacharach zusammen. Wie zartgrüne Frühlingsknospen, die sich zum Licht drehen, entstand Musik im Moment, wenn die Musiker des Thomas Faist Trios gemeinsam auftraten. Minimalistisch und farbenreich zugleich interpretiert die aus der Schweiz stammende Lucia Cadotsch mit Bassist Petter Eldh und Saxofonist Otis Sandsjö den Evergreen „Some other spring“. Bandoneon-Spielerin Louise Jallu aus Frankreich wirft einen aktuellen Blick auf ein altbekanntes Werk von Johann Sebastian Bach und Trompeter und Flügelhorn-Spieler Dusko Goykovich groovt entspannt mit einer international besetzten Band. Dieser leise Welt-Star des Jazz starb im April 2023.

Songs, die sachte Erinnerungen transportieren und vergangene Zeiten wachrufen, in der heutigen Stunde vor Mitternacht: „Memories of Melodies“.

23:30 bis 00:00 +++ NDR Kultur
Round Midnight: Hugh Masekela


do – 04.04.2024


19:00 bis 20:00 +++ hr2-kultur
Hörbar – Erika Spencer: SingerSongwriterin mit Glamour & mehr Musik grenzenlos

22:04 bis 23:00 +++ WDR 3
WDR 3 Jazz – Moderation: Odilo Clausnitzer

22:05 bis 23:00 Uhr +++ BR-KLASSIK
Horizonte: Zum 95. Geburtstag von Edison Denisov

Edison Denisov: Sonate (Markus Maier, Saxofon; Margarita Oganesjan, Klavier); „Die Sonne der Inkas“, op. 20 (Nelly Lee, Sopran; Solistenensemble des Bolschoi-Theaters: Alexander Lasarew); Bläseroktett (Ensemble Kontraste)

22:30 bis 23:00 +++ hr2-kultur
Jazz Now: Aus dem Dschungel der Neuveröffentlichungen

23:00 bis 00:00 +++ NDR Kultur
Play Jazz! NDR Bigband – Magazin | April

Welche Konzerte stehen im Kalender? Wer ist zu Gast bei der NDR Bigband und realisiert ein neues musikalisches Konzept? Henry Altmann blickt immer donnerstags auf aktuelle und kommende Projekte, Konzerte und CD-Produktionen der NDR Bigband. Dazu spricht er mit Musikerinnen und Musikern, präsentiert frische Aufnahmen und berichtet über Hintergründe.

23:05 bis 00:00 +++ BR-KLASSIK
Jazztime – All that Jazz: „The Sound of Rebellion“

Buch-Autor Peter Kemper zu Gast: Gespräch zur politischen Ästhetik des Jazz. Mit Musik von Billie Holiday, Mahalia Jackson, John Coltrane, Archie Shepp und anderen, ausgewählt vom Gesprächsgast. Moderation: Roland Spiegel


fr – 05.04.2024


14:05:00 Uhr +++ Ö1
Paquito D’Rivera Group mit Michel Camilo beim Jazzfestival Saalfelden 1984

Der Pianist Michel Camilo feiert am 4. April 2024 seinen 70. Geburtstag. Sowohl im Jazz- als auch im Klassikgenre tätig, ist der Tastenkünstler aus der Dominikanischen Republik für seinen kraftvollen Anschlag und seine perlenden Läufe bekannt.

Im Jahr 1984 gastiert Camilo – damals 30 Jahre jung – als Teil der Band des kubanischen Altsaxofonisten und Klarinettisten Paquito D’Rivera beim Jazzfestival Saalfelden. Im hochkarätig besetzen Ensemble befinden sich weiters der brasilianische Trompeter Claudio Roditi, der sich auch als Vokalist präsentiert, und der US-amerikanische Bassist Lincoln Goines.

Zu hören sind unverwüstliche Klassiker wie die Dizzy-Gillespie-Komposition „Manteca“ oder der Bossa Nova „Corcovado“ aus der Feder von Antonio Carlos Jobim. Paquito D’Rivera gibt den gewohnt gutgelaunten, stets zu Scherzen aufgelegten „Master of Ceremony“ und erzeugt – gemeinsam mit der exzellenten Band – entsprechende Begeisterung beim Publikum.

18:00 bis 19:00 +++ NDR Kultur
Musica: Schleswig-Holstein Musik Festival 2023: Rebekka Bakken

19:00 bis 20:00 +++ hr2-kultur
Hörbar – Jazzflow mit YOUPHORIC & mehr Musik grenzenlos

22:04 bis 23:00 +++ WDR 3
WDR 3 Jazz – Moderation: Thomas Mau

23:00 bis 00:00 +++ NDR Kultur
Play Jazz! Magazin am Freitag mit Sarah Seidel

23:03 bis 24:00 Uhr +++ Ö1
Ein Leben für den Jazz – Eine Zeit-Ton Zeitreise mit Hans Falb, dem Gründer des Festivals Konfrontationen, zum 70. Geburtstag

„Europe begins in Nickelsdorf“, soll Marshall Allen gesagt haben. Der Saxofonist des Sun Ra Akrestra meinte die Konfrontationen, die Hans Falb seit 1980 in der Jazzgalerie in Nickelsdorf organisiert und sie zu einem europaweit stilprägenden Festival für abenteuerfreudige Formen zwischen freier und improvisierter Musik gemacht hat. Anlässlich seines 70. Geburtstags würdigt der Zeit-Ton Hans Falb als Kurator, Vermittler und Jazz-Experten.

Er bezeichnet sich als Jazz-„Besessener“. Als Hans Falb mit 22 Jahren das elterliche Gasthaus übernehmen sollte, stellte er zur Bedingung: Nur, wenn er auch Jazz-Konzerte veranstalten dürfe. So gab es 1978 die ersten Musik-Abende, und 1980 gründete er die Konfrontationen, die seitdem jeden Sommer auf der Open-Air-Bühne der Jazzgalerie stattfinden. Im ersten Jahr war Peter Brötzmann zu Gast; 1998 initiierte Falb das Music In Movement Electronic Orchestra MIMEO und 2023 erschien eine Box des Improvisations-Pianisten Georg Graewe mit Konfrontationen-Aufnahmen des WahlNickelsdorfers.

Von der Grenze in die Welt – Für Hans Falb kann Musik nicht „schräg“ genug sein, denn sie sei ein Garant für sozialgesellschaftliche Offenheit. Sozialisiert mit afroamerikanischem Consciousness Jazz der 1970er Jahre, ist dieser für Falb die quasi ursprüngliche künstlerische Bedingung und politische Haltung: Anthony Braxton, Cecil Taylor, Hamid Drake und zahlreiche andere Musiker von Weltrang teilten und teilen sich im burgenländisch-ungarischen Grenzort die Bühne.

Auch ist Hans Falb ein wandelndes Lexikon zum Freien Jazz, der genau weiß, in welcher der 44 Festivalausgaben welcher Musiker in welcher Formation spielte. Ab und an ist er auch als Turntablist und DJ zu erleben.

Für die österreichische Szene waren die Konfrontationen ein prägender Nährboden. Von Christof Kurzmann bis Franz Hautzinger: Stammgäste und -musiker über Jahrzehnte. In dieser, einen Tag nach Hans Falbs 70. Geburtstag ausgestrahlten Zeit-Ton Zeitreise hören wir in die Geschichte der Jazzgalerie, traversieren persönliche Lebensstationen und er erzählt über musikalische Entwicklungen damals und heute. Gestaltung: Heinrich Deisl

23:05 bis 00:00 +++ BR-KLASSIK
Jazztime: Bühne frei im Studio 2 für das Moritz Stahl Quintet

Mit Moritz Stahl (Tenorsaxofon), Philipp Schiepek (Gitarre), Julius Windisch (Klavier), Lorenz Heigenhuber (Bass), Fabian Rösch (Schlagzeug). Eine Aufnahme aus dem Studio 2 des Münchner Funkhauses vom 20. März 2024. Moderation und Auswahl: Beate Sampson

Moritz Stahl, 1991 in Augsburg geboren und am Jazzinstitut der Hochschule für Musik und Tanz ausgebildet, ist als gefragter Sideman und Co-Leader fest in der Münchener Szene verankert und hat sich auch darüber hinaus in der deutschen Jazzszene etabliert. Die große Bandbreite seiner musikalischen Einflüsse – von traditionell geprägtem Jazz bis zu progressiver, experimenteller und elektronischer Musik – spiegelt sich in der Vielfalt der Ensembles wider, in denen er mitwirkt. Das sind unter anderem die Jazzrausch Bigband, sowie die Bands von Pianist Luca Zambito und Sängerin Fiona Grond und das von ihm mitbegründete Bandkollektiv Ark Noir. Seine Strahlkraft als Solist mit wohlgerundetem Ton und immer neu überraschendem Improvisations-Duktus, und seine kompositorischen Fähigkeiten haben ihm in den letzten Jahren in rascher Abfolge unter anderem den Bayerischen Kunstförderpreis, den Kurt-Maas-Jazz-Award und den Sonderpreis des Kunstförderpreises der Stadt Augsburg eingebracht.

In seinem neuen Projekt vereint er junge, renommierte Musiker aus der ganzen Republik: Am Schlagzeug Fabian Rösch, den Berliner Julius Windisch am Klavier sowie den Bassisten Lorenz Heigenhuber aus Leipzig. Abgerundet wird das Ensemble mit einem langjährigen Freund und Begleiter Stahls, dem bayerischen Gitarristen Philipp Schiepek. Sie alle sind starke spielerische Persönlichkeiten, die in den Kompositionen von Moritz Stahl Raum zur improvisatorischen Entfaltung bekommen. Mit ihnen erforscht der Saxophonist die Möglichkeiten und Grenzbereiche von Harmonie und Polyrhythmik, und den Umgang mit Raum und Zeit in der Musik unter der Prämisse, ein Publikum, das Lust hat, sich darauf einzulassen, auf diesen besonderen Trip mitzunehmen mit dem brandneuen Programm, das die Band im Studio 2 vorstellt.


sa – 06.04.2024


00:05 bis 06:00 +++ Deutschlandfunk
Deutschlandfunk Radionacht

  • 01:05-02:00 Jazz Live: Luft, Poesie und Rhythmus. Das Duo Andrew Cyrille & Bill McHenry beim Jazzfest Berlin 2023. Aufnahme vom 5.11.2023 aus dem Haus der Berliner Festspiele. Am Mikrofon: Odilo Clausnitzer
  • 02:07-03:00 JazzFacts: JazzFacts Klanghorizonte – Jazz, Electronica und Pop abseits des Mainstreams. Am Mikrofon: Niklas Wandt
  • 03:05-03:55 Rock et cetera: Italo-Disco trifft Fernost – Die niederländische Band Yin Yin und ihre „Thaichedelia“. Von Fabian Elsäßer
  • 04:05-05:00 On Stage – History – „Banned from Utopia“ (1/2). Frank Zappas Nachlass authentisch aufgeführt. Aufnahme vom 10.11.15 aus Worms. Am Mikrofon: Tim Schauen
  • 05:05-05:30 Milestones – Bluesklassiker: Big Mama Thornton „I smell a rat“ (1954). Am Mikrofon: Tim Schauen
  • 05:40-06:00 Milestones – Bluesklassiker: Big Mama Thornton „I smell a rat“ (1954). Am Mikrofon: Tim Schauen

09:05 – 10:00 UHR +++ SWR2 Musikstunde
Jazz global – Die Orientlaute Oud auf Jazzpfaden

Von Babette Michel . Die halbbirnenförmige Laute Oud mit ihrem Knickhals liebt das Rendezvous, auch jenseits orientalischer Musikkulturen. Dafür sorgen Oudspieler wie Mehmet Polat. Der türkische Musiker hat in seiner neuen Band erlesene Jazzmusiker eingeladen. Mit dem Jazz liebäugeln auch der ägyptisch-australische Oudmusiker Joseph Tawadros sowie der Tunesier Dhafer Youssef, der sich für sein neues Album Herbie Hancock und Ambrose Akinmusire eingeladen hat. Vom Jazz geprägt ist auch das palästinensische Brüder-Trio „Le Trio Joubran“, gegründet nach dem Vorbild des Gitarrentrios John McLaughlin / Al Di Meola / Paco de Lucia.

10:05 bis 11:00 +++ Deutschlandfunk
Klassik-Pop-et cetera – Am Mikrofon: Der Jazzgitarrist und Komponist Wolfgang Muthspiel

Er bewegt sich dynamisch und vielseitig durch die Welt der Musik. Zuerst lernte Wolfgang Muthspiel klassische Geige. Weshalb ihm Bachsche Klänge auch heute noch sehr nahe sind. Mit 15 Jahren wuchs das Interesse an eigener Musik und an Improvisation. Damit war die Gitarre interessanter als die Geige. Die Welt des Jazz eröffnete für den gebürtigen Steirer ganz neue Horizonte. Wolfgang Muthspiel studierte in Österreich und den USA. Dort tourte er unter anderem als Mitglied des Gary Burton Quintetts und erspielte sich einen exzellenten Ruf als Gitarrist. Er brillierte als Duo Due mit Bruder Christian und bringt mit dem Large Ensemble virtuose Kammermusiker und Jazzgrößen zusammen. 2000 gründete Wolfgang Muthspiel sein eigenes Label „Material Records“, das zahlreichen internationalen Künstlern eine musikalische Heimat bietet. Der Wahlwiener ist Bandleader, Sänger, Komponist und Musiker in verschiedenen Konstellationen. In allen musikalischen Projekten sucht er eine Art von liedhaftem Zustand – als Quell der Lebensfreude.

13:00 bis 14:00 +++ hr2-kultur
Hörbar – Der Songcocktail fürs Wochenende & mehr Musik grenzenlos

13:04 bis 15:00 +++ WDR 3
WDR 3 Persönlich mit Götz Alsmann

Götz Alsmann präsentiert in WDR 3 seine ganz spezielle Auffassung von Jazzmusik: Swingend, stilbergreifend, manches puristisch, einiges eher Jazz-ähnlich, durchaus sentimental und immer gerne unterhaltend. Wenn der Sound und das musikalische Gefühl stimmen, wird der Kreis dessen, was „Jazz“ ist, auch gerne erweitert.

14:05 bis 15:00 Uhr +++ BR-KLASSIK
Das Musikfeature: „Für die Ewigkeit, immer so wie heut!“ – 150 Jahre „Fledermaus“

Als „Die Fledermaus“ am 5. April 1874 uraufgeführt wurde, war Wien noch immer vom großen Gründerkrach traumatisiert. Erst ein Jahr zuvor war die Börse zusammengebrochen, Spekulanten und reiche „Rentiers“ hatten ihr Vermögen verloren. Und ein solcher ist auch Gabriel von Eisenstein, die männliche Hauptfigur der Johann Strauß-Operette. Allerdings weiß er noch nichts von solchen Verlusten und frönt noch ungeniert dem Genuss. Das Publikum im Theater an der Wien wusste es bei der Uraufführung freilich besser – und jubelte trotzdem, „spielte gewissermaßen mit“, wie ein Zeitgenosse schildert, „und ließ es sich nicht nehmen seinen Enthusiasmus für die Musik kundzutun.“ Denn „Die Fledermaus“ ist nicht nur die Operette des Gründerkrachs, sondern der bürgerlichen Gesellschaft überhaupt – mitsamt ihrer Verlogenheit, ihrem Hedonismus, ihrem Kostümzwangs, ihren Maskeraden vorgetäuschter Identitäten und Gefühle – ein Fest der Falschheit. Das gilt auch für ihren Schöpfer, der ohne die musikalische Mitarbeit seines Librettisten Richard Genée das Werk wohl nie vollendet hätte. Der wurde mit einem einmaligen Honorar abgefunden, Strauß hingegen wurde gefeiert und mit ihm „Die Fledermaus“- als kapitalistische Utopie des ungehemmten Konsums: „Glücklich ist, wer vergisst, was doch nicht zu ändern ist.“ Eine Sendung von Stefan Frey

18:05 bis 19:00 +++ BR-KLASSIK
Jazz und mehr: Die Verfemten

Mit Musik von Benny Goodman, Ursula Mamlok, Pavel Haas, Erwin Schulhoff, Coco Schumann, Friedrich Hollaender und anderen. Moderation und Auswahl: Roland Spiegel

19:00 bis 20:00 +++ hr2-kultur
Live Jazz: Konzerte, die es (noch) nicht oder nie auf Platte gibt.

20:00 bis 22:00 +++ NDR Blue
NDR Kultur Jazz

20:04 bis 22:00 +++ WDR 3
WDR 3 Konzert: Leverkusener Jazztage – Aufnahmen vom Festival mit Soul, Funk und Jazz

22:00 bis 00:00 +++ NDR Kultur
NDR Kultur Neo: Im Rausch der Klänge

22:03 – 23:00 UHR +++ SWR2 Jazztime
Jazzin’ the Black Forrest – Das legendäre Label MPS

Von Odilo Clausnitzer. 1968 schlug im kleinen Schwarzwaldort Villingen eine historische Stunde des deutschen Jazz: Der Tonmeister und SABA-Erbe Hans-Georg Brunner-Schwer gründete das Plattenlabel“ „MPS Records“: Musikproduktion Schwarzwald. Wichtiger Grundstock des Labelkataloges wurden Aufnahmen, die Brunner-Schwer mit dem Starpianisten Oscar Peterson bei Hauskonzerten in seinem eigenen Wohnzimmer gemacht hatte. Andere international namhafte MPS-Künstler*innen wurden die Singers Unlimited, Monty Alexander, George Duke, Mangelsdorff oder Joachim Kühn. Mit dieser Sendung hören wir zurück in die Geschichte von MPS.

23:00 bis 00:00 +++ rbbKultur
Late Night Jazz: The Rebirth of Cool – Die Los Angeles Jazz Renaissance

Wann hat die Musikszene von Los Angeles zuletzt weltweite Aufmerksamkeit erregt? Richtig: 2015. Das war das Jahr, in dem der Saxofonist Kamasi Washington und der Rapper Kendrick Lamar ihren Doppelschlag vorgelegt haben. Washingtons widerspenstiges Doppelalbum „The Epic“ und Lamars epochales „To Pimp a Butterfly“ sorgten dafür, dass zumindest einen Moment lang alle Augen auf Los Angeles gerichtet waren. Während die Musikpresse den Blick einstweilen wieder abgewendet hat, gedeiht und floriert die Jazzszene der kalifornischen Küstenmetropole, dass es eine wahre Freude ist. Doch die Gründe dafür lassen sich nicht allein an ein paar Individuen festmachen. Vor allem die Pandemie hat das Leben so vieler Musiker auf den Kopf gestellt, dass es mittlerweile alltäglich ist, zu erfahren, dass Musiker und Musikerinnen, die lange in New York gelebt haben, in ihre Heimatstädte in den USA oder nach Berlin, Madrid oder Tel Aviv zurückkehren. Unter anderem aus diesem Grund zeigt sich die Jazzszene von Los Angeles heute gesünder denn je. Moderation: Eva Garthe

23:03:00 Uhr +++ Ö1
Saxofonist Nikolaus Holler über das Debütalbum von Niklouds 4tet

Der 30-jährige Nikolaus Holler ist zuletzt u. a. als Mitglied von Christian Muthspiels Orjazztra Vienna und des 13-köpfigen Kollektivs Little Rosies Kindergarten hervorgetreten. Nachdem er sich während der Pandemie mit experimentellem Lo-Fi-HipHop beschäftigt hatte, stand dem in Wien lebenden steirischen Saxofonisten wieder der Sinn nach einer „analogen“ Band mit handgemachtem, akustischem, süffigem Modern Jazz. Das Resultat ist das im Sommer 2022 gegründete Ensemble Niklouds 4tet, besetzt mit Pianist Simon Raab, Bassist Tobias Vedovelli und Schlagzeuger Matheus Jardim, also durchaus namhaften Protagonisten der jungen österreichischen Jazzszene.

Wobei im Zentrum der Musik Nikolaus Hollers facettenreiche, expressive, warme Altsaxofonstimme steht, mit der er – etwa in der Komposition „Mahsa Amini“ – auch aktuelle außermusikalische Themen reflektiert. Am 8. April 2024 präsentiert Niklouds 4tet das Debüt im Rahmen des „5 Millionen Pesos Spezial“- Abends im Wiener RadioKulturhaus – heute bittet Katharina Osztovics den Bandleader Nikolaus Holler zum Gespräch.

Im Anschluss sind Auszüge des langen Konzertabends vom 3. August 2023 beim Outreach-Festival in Schwaz zu hören. Sänger-Pianistin Anja Obermayer und ihr Ensemble Anja Om Plus, das Quartett von Posaunist Paul Zauner (mit Schlagzeuger Victor Jones) und die Band von Trompeterin Laura Jurd, einem der wichtigsten neuen Jazz-Talente Großbritanniens, gastierten an diesem Abend im Tiroler Unterinntal.

23:05 bis 00:00 Uhr +++ BR-KLASSIK
Musik der Welt: Basar und aktuelle Projekte des Goethe-Instituts

Durch Musik die Kluft zwischen Globalem und Traditionellem, Gemeinschaft und Individualität, West und Ost überbrücken: Das Projekt „Present Past“ des Goethe-Instituts Sofia steht im Fokus der kommenden Ausgabe der Reihe „Dialog der Kulturen – Aktuelle Projekte des Goethe-Instituts“, die BR-KLASSIK in der Radiosendung „Basar“ am 6. April um 23:05 Uhr sowie online zum Nachhören präsentiert. Den Rahmen bilden zwei Neukompositionen und ihre jeweils eigene Perspektive auf Multikulturalität und die Ursprünge bulgarischer Folklore. BR-KLASSIK-Moderatorin Uta Sailer spricht mit den Komponisten Chico Mello (Brasilien/Deutschland) und Peter Kerkelov (Bulgarien) sowie mit den Sängerinnen Viktoriia Vitrenko (Ukraine) und Gergana Dimitrova (Bulgarien) über den intensiven künstlerischen und wissenschaftlichen Austausch und zeichnet dabei ein Bild der reichen musikalischen Vielfalt Bulgariens. Eine Sendung von Susanne Schmerda


so – 07.04.2024


00:05:00 Uhr +++ Ö1
(Fortsetzung); Saxofonist Nikolaus Holler über das Debütalbum von Niklouds 4tet

02:05 bis 03:00 +++ Deutschlandfunk Kultur
Klassik-Pop-et cetera: Der Jazzgitarrist und Komponist Wolfgang Muthspiel

17:10:00 Uhr +++ Ö1
Musician’s musician: Stanley Turrentine

Er erlangte nie die Prominenz eines Stan Getz, stand aber dem Saxofonisten der Originalversion von „The Girl from Ipanema“ in der Melodiösität und Geschmeidigkeit des Spiels um nichts nach: Stanley William Turrentine wurde in Pittsburgh, Pennsylvania geboren und begann mit 13 Jahren Tenorsaxofon zu spielen. Am Beginn seiner Karriere spielte er vor allem in Blues- und Rhythm-&-Blues-Bands, und diese Lehrjahre hinterließen tiefe musikalische Spuren in seinen späteren Jazzaufnahmen. Stanley Turrentine stand in der Tradition des großen Tenoristen Ben Webster und hatte eine dementsprechende große Sanglichkeit in seinen improvisierten Linien. Besonders schön ist das in seinen Interpretationen von Balladen aus dem „Great American Songbook“ zu hören. Am 5. April jährt sich der Geburtstag des im Jahr 2000 verstorbenen Stanley Turrentine zum 90. Mal.

19:05:00 Uhr +++ Ö1
Luis Bonilla, Fabio Schurischuster, Albrecht Klinger und Bernhard Wimmer alias Exploding Pig

Bei zahlreichen Künstlern und Künstlerinnen war die Zeit der Covid-Lockdowns in Ermangelung von Auftrittsmöglichkeiten eine Phase der Entwicklung neuer, kreativer Kunststreiche. Auch die in Graz ansässige, international besetzte Band Exploding Pig ist dergestalt ein Produkt der Pandemie.

Eine eigenwillige Mischung aus Jazz und HipHop sowie psychedelischen Lounge-Elementen erwartet die Hörer:innen. Für den unverwechselbaren Exploding-Pig-Sound sorgen neben dem US-amerikanischen Posaunisten Luis Bonilla die österreichischen Bandprotagonisten: Bassist Albrecht Klinger, Gitarrist Fabio Schurischuster und Bernhard Wimmer am Schlagzeug. Die Musiker erhalten zudem Unterstützung von Band-Maskottchen Eber.

19:09 – 20:00 UHR +++ SWR2 Jazz
Sarah Chaksad’s Large Ensemble

Von Ssirus W. Pakzad. Sarah Chaksad gehört zu den kreativsten Köpfen des Schweizer Jazz. Als Komponistin, Saxofonistin, Kulturmanagerin, Kuratorin und Pädagogin sorgt sie immer wieder für Aufsehen. Mit „Together“, dem neuen Album ihres Large Ensembles verarbeitet Chaksad den Tod ihres iranischen Vaters. Als er starb, brachen ihre Kontakte in sein Heimatland ab. Ein Grund mehr, sich intensiver mit ihren persischen Wurzeln und der persischen Musik zu befassen. So wird das Album zum atmosphärischen Treffen von Orient und Okzident.

20:00 bis 22:00 +++ NDR Blue
NDR Kultur Jazz

22:00 bis 00:00 +++ NDR Kultur
NDR Kultur Neo: Im Rausch der Klänge

23:00 bis 00:00 +++ rbbKultur
Late Night Jazz Das Gee Hye Lee Trio im NDR

Das Gee Hye Lee Trio spielte beim sechsten NDR Jazz Konzert melodisch, rhythmisch und bluesige Eigenkompositionen. Die fünf Musikerinnen und Musiker von „Extradiversion II“ spielten das zweite Set im Rolf-Liebermann-Studio. Moderation: Claudia Hartmann

23:03 bis 24:00 Uhr +++ Ö1
Patricia Kopatchinskaja mit neuem Violinkonzert – RSO Wien unter Marin Also mit neuen Werken von Aureliano Cattaneo und Hannah Eisendle

Zwei Komponistinnen, zwei Komponisten; eine Solistin, eine Chefdirigentin – und das RSO Wien: Ja, die klassische Musik wird langsam, aber sicher weiblicher. Das bedeutet alles andere als einen Weltuntergang, auch wenn James MacMillan durch die fünf Teile seines einsätzigen Orchesterwerks „Woman of the Apocalypse“ eine Frauenfigur durch Endzeitvisionen der Bildenden Kunst verfolgt, u. a. von Dürer und Rubens, Gustave Doré und William Blake, und diese in Klang verwandelt. In „Two Composers, Four Hands“ hat dagegen Roxanna Panufnik zwei großen Vorgängern ein kreatives Denkmal gesetzt, die unter widrigsten Umständen ein Klavierduo gebildet hatten, nämlich in Warschau während der Besetzung durch die Nazis: Witold Lutosławski und Andrzej Panufnik, ihr Vater, schlugen sich damals u. a. mit Auftritten im Kaffeehaus durch. Zwei Streichorchester charakterisieren zunächst die beiden Künstler nacheinander, bevor sie im Finale als „LutoPanufski“ zusammenkommen.

Patricia Kopatchinskaja ist mit ihrer geradezu akrobatisch-virtuosen Lust an einer enormen Bandbreite musikalischen Ausdrucks die perfekte Solistin und Widmungsträgerin in Aureliano Cattaneos Violinkonzert „Not alone we fly“, in dem sich, so die Londoner „Times“, „Zartheit und heftige Ausbrüche abwechseln“. Dieses Werk war als österreichische Erstaufführung zu hören, dazu erklang noch die Uraufführung einer neuen Tondichtung der 1993 in Wien geborenen Komponistin, Dirigentin und Pianistin Hannah Eisendle: ein Stück in fünf Bildern mit dem Titel „no na“.

Mit dem ORF-Radiosymphonieorchester Wien, Patricia Kopatchinskaja (Violine) und Marin Alsop (Dirigentin), aufgenommen am 7. April 2024 im Wiener Konzerthaus. Gestaltung: Marie-Therese Rudolph

23:05 bis 00:00 Uhr +++ BR-KLASSIK
Musik der Welt: Ein Kleid aus Gesang – Das Trio Samaïa aus Frankreich

Das aktuelle Album „Traversées“ beginnt mit uralten okzitanischen Volksliedern, die aber nie mehrstimmig waren. Doch das Trio Samaïa arrangiert Lieder für drei Stimmen, die einander umtanzen, sich berühren und wieder verlassen, begleitet von Drehleier, Saz und Perkussion. Dazu kommen Gäste an Trompete, Bass und weiteren Instrumenten. Die Musik entwickelt einen sanften Sog, der erahnen lässt, wie intensiv die Musikerinnen an ihrer Liedauswahl, den Arrangements und ihrer Aussprache feilen, am Ende klingt alles organisch, oft tanzbar. Eleonore Fourniau, Luna Silva und Noémie Nael lieben mehrstimmigen Gesang, ihr Repertoire blickt auf ein multikulturelles Frankreich und ehrt mündlich überlieferte Kulturen zwischen Irland, Spanien, Iran und der Türkei. Von dort brachte Eleonore Fourniau kurdische, türkische und lasische Lieder mit. Von der Georgierin Nana Mzhavanadze haben die Musikerinnen viel über polyphonen Gesang gelernt. Jetzt „polyphonisieren“ sie selbst. Eine Sendung von Grit Friedrich

23:30 bis 00:00 +++ hr2-kultur
Hörbar

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