Jazz im Radio. Foto/Montage: Hufner
Jazz im Radio Foto: Hufner

Die erweiterte Jazz-Radiowoche vom 28.11. bis 04.12.2022

Die erweiterte Jazz-Radiowoche vom 28.11. bis 04.12.2022

Ein kleiner Blick in die Radiowoche 48. Die Übersicht zum Download als PDF. Alle Angaben ohne Gewähr. Ergänzt mit den tollen Sendungen zur Neuen Musik von BR-KLASSIK und Ö1.

Inhalt


Senderliste:


mo – 28.11.2022


19:30:00 | Ö1
Céline Bonacina & Laurent Dehors beim Jazzfestival Leibnitz 2022

Ein Bläser-Duo, das für eine fast orchestrale Fülle an Sounds steht: Céline Bonacina (Tenor-und Baritonsaxofon, Perkussion) und Laurent Dehors (Klarinetten, Tenorsaxofon, Dudelsack) bezirzten am 29. September 2022 im Rahmen der Eröffnung des Jazzfestivals Leibnitz im Weinkeller von Schloss Seggau das Publikum. Bonacina, die aus Belfort stammende Saxofonistin mit viel Gefühl für relaxte Bariton-Grooves, die auch Einflüsse der Musik der Insel La Réunion in ihr Spiel integriert, sowie Dehors, der 58-jährige Routinier aus Nordfrankreich, der auch schon eine eigene Bigband geleitet hat -sie brachten in diesem gewitzten Zweier alle ihre musikalischen Erfahrungen kurzweilig und sinnlich auf den Punkt. Ein wunderbarer Konzertabend in der Südsteiermark!  Gestaltung: Marlene Schnedl

22:04 bis 23:00 | WDR 3
WDR 3 Jazz: Giant Steps in Jazz Extended Version: Nat „King“ Cole

22:30 bis 23:00 | hr2-kultur
Jazz Now: Aus dem Dschungel der Neuveröffentlichungen

Am Mikrofon: Jürgen Schwab. Heute mit: Martial Solal: Live in Ottobrunn | Christoph Grab: Blossom | Fischermanns Orchestra: Space Friction

23:03 – 24:00 | Ö1
Aufbegehren gegen die Generalpause der Kunst – Wien Modern. Uraufführung des Zyklus „coronAtion“ von Olga Neuwirth

Olga Neuwirths sechsteiliger Zyklus „coronAtion“ ist in Zeiten der Corona-Pandemie entstanden, in den vielen Wochen und Monaten der Lockdowns. Auftragswerke sind es, angeregt durch ganz unterschiedliche Musiker:innen bzw. Ensembles. Ein Aufbegehren gegen die in Summe 249 Tage dauernde Generalpause der Kunst. Fünf Stücke und eine Rauminstallation in 19 Loops von je 31 Minuten waren am 13. November 2022 in der Schalterhalle der ehemaligen Postsparkasse und der Säulenhalle der MAK zu erleben gewesen, interpretiert von den All-Star-Percussionist:innen Robyn Schulkowsky, Joey Baron, Lucas Niggli und Björn Wilker und dem Webern Ensemble Wien, einstudiert von Jean-Bernard Matter. Lillevan (Live-Video) sowie Oliver Brunbauer und Olga Neuwirth (Klangregie) vervollständigen das Team, das unter der Abendspielleiterin und Tonmeisterin Christina Bauer nicht nur einen langen Kunstnachmittag und Abend gestalteten, sondern zugleich auch ein Fest feierten.

Neuwirth wurde 2021 als Kompositionsprofessorin an die Universität für Musik und darstellende Kunst Wien berufen wurde und hat 2022 den renommierten Ernst von Siemens Preis erhalten. Im Wien Modern-Programmbuch schreibt sie zur Uraufführung dieses Zyklus’: „Während des Lockdowns 2020, im Haus meines Großvaters, am Land, im südlichen Österreich, an der Grenze zu Slowenien, widmete ich mich den Protokollen und dem Überdenken des eigenen Schreibens/Komponierens. In einer pandemischen Zeit, in der Menschen hinter (Fall-)Zahlen verschwanden und es auch in der Musik immer stiller wurde und wird, ‘therapierte’ ich mich durch diese Zeit hindurch quasi selbst, um nicht zu verzweifeln, indem ich mich dem ‘Labyrinthischen’ verpflichtete, wie das Schreiben von Robert Walser während seines monotonen Alltags. Abgeschieden von jeglichem Kontakt, war der Alltag geprägt von Spaziergängen mit meinem Hund durch Wald und Wiesen, dem Pflegen des Gartens, dem Skizzieren von Ideen und dem Lauschen und Aufnehmen von Naturgeräuschen um das Haus herum. Dies war eine mir selbst auferlegte Beschäftigungstherapie und bildete das formale Prinzip des coronAtion-Zyklus, in welchem das installative Stück whoever brought me here … mit seiner langsam pulsierenden Klangdramaturgie der Dreh- und Angelpunkt des gesamten Zyklus ist.“ Nina Polaschegg

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
BR-KLASSIK – Jazztime: Jazztoday

Bonnes Nouvelles de France: mit dem beiden Pianisten Martial Solal und Bruno Angelini und mit der Sängerin Camille Bertault. Auswahl und Moderation: Henning Sieverts


di – 29.11.2022


01:05 bis 05:00 | Deutschlandfunk Kultur
Tonart: Jazz. Moderation: DJ Swingin’ Swanee

20:05 – 21:00 UHR | SWR2
SWR2 Jazz Session: Tamara Lukasheva + INSO Lviv Orchestra bei der Jazzweek Cologne

Von Odilo Clausnitzer. Mit einem Sinfonieorchester zu spielen war ein lang angebahntes Herzensprojekt für die ukrainische, in Köln lebende Sängerin Tamara Lukasheva. Der russische Überfall auf ihr Heimatland hat es im Zeichen eines neuerwachten kulturellen Selbstbehauptungswillens Wirklichkeit werden lassen. Beim Abschlusskonzert der Cologne Jazzweek präsentierte die Vokalistin und WDR-Jazzpreisträgerin eigene Stücke und Bearbeitungen ukrainischer Lieder in schillerndem Klanggewand. Gastsolist war der Trompeter Matthias Schriefl, der an diesem Abend auch Alphorn und Tenorhorn spielte.

21:05 bis 22:00 | Deutschlandfunk
Jazz Live: Fusionjazz und Blockflöte

Das Jakob Manz Project; Jakob Manz, Altsaxofon, Blockflöte; Hannes Stollsteimer, Piano, Keyboards; Frieder Klein, Bass; Paul Albrecht, Schlagzeug; Aufnahme vom 24.6.2022 bei JazzBaltica, Timmendorfer Strand

Am Mikrofon: Jan Tengeler. Jakob Manz gehört zu den gefragtesten Nachwuchskünstlern der deutschen Jazzszene. 2022 bekam der Saxofonist und Komponist den Landesjazzpreis Baden-Württemberg; mit 20 Jahren war er der jüngste Musiker, der ihn je erhalten hat. Im Mittelpunkt seiner künstlerischen Tätigkeit steht sein Quartett, das sich vordergründig dem Fusionjazz verschrieben hat, stabile Grooves und knackige Bläserriffs eingeschlossen. Aber die Band macht mehr als tanzbare Musik: Mit feinen Melodien, mitunter kühn vertrackten Arrangements und dem souveränen, aber variablen Spiel des Bandleaders belebt sie das Genre Jazzrock mit frischem Selbstbewusstsein. Für einen besonderen klanglichen Akzent sorgt Frieder Klein mit seinem sechssaitigen E-Bass. Und es passt überraschend gut, wenn Manz dazu das Instrument zur Hand nimmt, durch das er einst als Kind zur Musik fand: seine Blockflöte.

22:00 bis 00:00 | Bremen Zwei
Jazz Grooves

Die ganze Welt des Jazz. Bekannte Namen, Newcomer und spannende Entdeckungen, Höhepunkte aus der Jazzgeschichte, besondere Jazzereignisse und Tipps zum Konzertgeschehen der Region.

22:30 bis 23:00 | hr2-kultur
Jazz and More: An den Rändern des Jazz

Am Mikrofon: Martin Kersten. Heute mit: Julie Campiche Quartet: You Matter | Ibrahim Maalouf: Capacity To Love | Blueblut: Garden Of Robotic Unkraut

23:03 – 24:00 | Ö1
Grazer Schallfeld Ensemble zu Gast in Vorarlberg – Bludenzer Tage zeitgemäßer Musik (1). Internationaler Uraufführungsreigen mit dem Ensemble Schallfeld

Die Bludenzer Tage zeitgemäßer Musik sind ein internationales Festival zeitgenössischer Musik, das seit 1988 in Bludenz, Österreich, stattfindet. Die künstlerischen Leiter waren Georg Friedrich Haas, Wolfram Schurig, Alexander Moosbrugger und (seit 2014) die italienische Komponistin Clara Iannotta. An vier Tagen waren heuer 12 Uraufführungen zu erleben. Drei davon spielte das Ensemble Schallfeld am 8. Oktober 2022 in der Remise Bludenz: neue Werke von Anqi Liu (Korea, lebt in San Francisco), Isaac Roth Blumefield (USA, lebt in Basel) und Claudio Panariello (Italien, lebt in Stockholm). Stefan Höfel

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
BR-KLASSIK – Jazztime: News & Roots – Quiet Now – klassische Jazzballaden

Mit Chet Baker, Bill Evans, Jimmy Guiffre, Art Tatum und anderen. Moderation und Auswahl: Henning Sieverts


mi – 30.11.2022


19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
BR-KLASSIK – Classic Sounds in Jazz: Hören wir Classics und reden darüber!

Album-Klassiker des Jazz vorgestellt und diskutiert von Beate Sampson, Ulrich Habersetzer und Roland Spiegel. Im September erhielt die BR-Klassik-Sendung „Hören wir Gutes und reden darüber“ den Deutschen Radiopreis 2022 in der Rubrik „Beste Sendung“. Das feste Moderator:innen-Team Beate Sampson, Ulrich Habersetzer und Roland Spiegel überrascht sich in dieser Sendung gegenseitig mit ausgewählten neuen Alben, über die dann locker und möglichst unterhaltsam diskutiert wird. Dieses Konzept weitet das Erfolgsteam nun aus und bringt viermal im Jahr auch eine Gesprächsrunde auf dem Sendeplatz „Classic Sounds in Jazz“, mittwochs um 19.05 Uhr. Diese Sendung ist berühmten Klassikern des Jazz, aber auch jazzigen Versionen von klassischen Werken vorbehalten – in einem Spektrum von Louis Armstrong und Mary Lou Williams bis hin zu Billie Holiday und John Coltrane, aber auch Jacques Loussier, Diana Krall und Wynton Marsalis. Welche Klassiker heute auf dem Programm stehen, ist noch geheim. Die drei aus dem Team bringen auch hier Aufnahmen mit, die sie den jeweils anderen und dem Hörer:innenpublikum vorher nicht verraten. Nur eines ist dabei gewiss: Es werden hochklassige Aufnahmen der Jazzgeschichte sein – und klanglich vermutlich aus höchst unterschiedlichen Domänen. Denn die Geschichte des Jazz ist bunt. Hören wir Classics und reden darüber!

21:05 – 22:00 UHR | SWR2
SWR2 NOWJazz: Bye Brexit! Britische Musiker_innen in Berlin

Von Franziska Buhre. Manche Musiker*innen aus Großbritannien leben schon länger in Berlin, andere erst seit Kurzem. Alle müssen sich mit den Folgen des Brexit für ihre Lebenssituation und Karriere auseinandersetzen. Zwischen Einbürgerung, Aufenthaltserlaubnis und Re-Integration als Europäer*innen durch einen neuen irischen Pass sind sie froh, in den Musikszenen Berlins aktiv und nicht so abgeschieden zu sein, wie auf „der Insel“. Franziska Buhre hat mit einigen von ihnen, wie dem Pianisten Kit Downes, der Bassistin Roz Macdonald, dem Posaunisten Alistair Duncan oder dem Bassisten James Banner, gesprochen.

22:30 bis 23:00 | hr2-kultur
Jazzfacts: What’s going on? – Features, Interviews und was die Szene (um-)treibt | Jazzkeller Frankfurt

Am Mikrofon: Daniella Baumeister. Der Frankfurter Jazzkeller feiert seinen 70. Geburtstag. 19 Stufen führen hinunter in die Ewigkeit. In eine andere Welt. In den „Keller“. 100te Musiker, 1000de Jazzfans und zufällige Besucher haben sie in 70 Jahren etwas ausgetreten. Manchmal fühlt sich der Weg zurück nach oben länger an. Wenn man nur lang genug bleibt. Am Anfang in den 1950er Jahren ist der Jazzkeller eine der wenigen Kneipen ohne Sperrstunde. Heute locken schicke Cocktails fast genauso wie hautnah handgemachte Musik. Daniella Baumeister mit einer Sendung über eine Jazzinstitution.

23:03 – 24:00 | Ö1
Rückblick, Vorschau und aktuelle Veröffentlichungen – Zeit-Ton Magazin

Jeden Mittwoch präsentieren wir Ihnen ausgesuchte Veranstaltungstipps für die kommenden sieben Tage und die spannendsten Neuveröffentlichungen. Astrid Schwarz

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
BR-KLASSIK – Jazztime: Jazz aus Nürnberg: Special

Aufnahmen vom 9. NUEJAZZ Festival in Nürnberg mit dem Julian Lage Trio. Julian Lage (Gitarre), Jorge Roeder (Bass) und Eric Doob (Schlagzeug). Eine Aufnahme vom 27. Oktober 2022 aus der Kulturwerkstatt auf AEG. Moderation und Auswahl: Beate Sampson


do – 01.12.2022


21:05 bis 22:00 | Deutschlandfunk
JazzFacts: Neues von der Improvisierten Musik
Am Mikrofon: Odilo Clausnitzer

22:05 bis 23:00 Uhr | BR-KLASSIK
Horizonte: Musik der Gegenwart

Katrin Klose: „Farbwolken“ (der gelbe klang); Georg Friedrich Haas: Streichquartett Nr. 7 (Arditti Quartet; SWR Experimentalstudio); Tristan Murail: „La chambre des cartes“ (Ensemble CAIRN: Guillaume Bourgogne)

22:30 bis 23:00 | hr2-kultur‘
Jazz Now: Aus dem Dschungel der Neuveröffentlichungen

Am Mikrofon: Daniella Baumeister. Heute mit: Visions of Phaedrus | PATA POLARIS: Heartland | Loom & Thread: Island Grammar

23:03 – 24:00 | Ö1
Asmus Tietchens. Musik absolut. – Asmus Tietchens zum 75. Geburtstag im Zeit-Ton Porträt.

Er ist einer der konsistentesten, komplexesten und vielschichtigsten deutschen Komponisten elektroakustischer Klangkunst: Asmus Tietchens hat in gut 50 Jahren ein Oeuvre geschaffen, das mal geometrisch geordnet und existentialistisch streng, dann wieder verspielt und süffisant daherkommt und von avantgardistischen Noise-Musik-Exzessen über Ambient-Pop bis zu Musique Concrète und Radiostücken reicht. Anlässlich seines 75. Geburtstags widmet der Zeit-Ton Asmus Tietchens ein Porträt.

Asmus Tietchens wurde 1947 in Hamburg geboren. In den späteren 1960er Jahren lernte er den späteren Komponisten Okko Bekker kennen, mit dem er erste Tapeloops herstellte und der bis heute sein Produzent ist. Tietchens’ 1980 herausgebrachtes Debüt-Album „Nachtstücke“ wurde von Peter Baumann von der Krautrock-Band Tangerine Dream produziert.

In den 1980ern arbeitete er mit Ästhetiken der Industrial-Musik und spielte u.a. mit Akita Masami aka Merzbow, dem Audiovisions-Kollektiv Selektion und dann mit dem Klangkünstler Thomas Köner. Wobei die meisten seiner mehr als 100 Veröffentlichungen Solo-Einspielungen sind. Viele Neu-Auflagen und aktuelle Alben sind auf den Labels Die Stadt sowie Auf Abwegen erschienen; so heuer die Jubiläums-Compilation „Vinyl“, die auf 18 CDs ebenso viele Alben der Zeit 1980 bis 1991 wieder zugänglich macht.

Tietchens versteht sich als ein konsequenter Autodidakt. Gleichwohl lehrte er gut 25 Jahre Klangforschung und Sounddesign an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften und der Hochschule für bildende Künste, beide in Hamburg, und wurde zweimal mit dem renommierten Karl-Sczuka-Preis für seine Radio-Arbeiten ausgezeichnet.

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
BR-KLASSIK – Jazztime: All that Jazz

Stéphane Grappelli und seine Zunftgenossen – zum 25. Todestag. Moderation und Auswahl: Marcus A. Woelfle


fr – 02.12.2022


14:05:00 | Ö1
Malachi Thompson’s Africa Brass bei den INNtönen 2004

Am 30. Mai 2004 gastierte der US-amerikanische Trompeter Malachi Thompson mit einer „austrofizierten“ Version seines Africa Brass-Ensembles beim INNtöne-Festival in Diersbach im Innviertel. Alle Blechbläser kamen aus Oberösterreich und hatten erst am Tag des Konzerts mit der Band geprobt. Am Bass ist Wolfram Derschmidt zu hören. Der 2006 verstorbene Thompson, der in den 1980er Jahren auch eine Zeit lang in Wien gelebt hatte und als Mitglied von Lester Bowie’s Brass Fantasy bekannt geworden war, präsentierte Arrangements aus dem damals aktuellen Africa Brass-Album (beispielsweise die von ihm komponierte Eröffnungsnummer „Black Metropolis“) und huldigte auch seinen Trompeterkollegen Miles Davis und Woody Shaw. Gestaltung: Klaus Wienerroither

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Leopold Mozart – Porträt eines Widersprüchlichen

Er war ein Mann der Aufklärung, Geiger und Komponist, Verfasser einer berühmten Violinschule, die als wichtige Quelle für die Musikpraxis seiner Zeit gilt. Unsterblich geworden ist er jedoch in einer anderen Funktion: als Vater des genialen „Superstars“ Wolfgang Amadeus Mozart. Und in dieser Rolle ist Leopold Mozart bis heute eine kontroverse Gestalt. Einerseits machte er mit seinem pädagogischen Know-how das „Wunderkind Wolfgang“ möglich, andererseits trat er als rigider Übervater und sauertöpfischer Moralapostel in Erscheinung, der die künstlerischen Emanzipationsbestrebungen seines erwachsen werdenden Filius genauso zu verhindern versuchte, wie dessen Ehe mit der flatterhaften Konstanze. So, wie wir die Überlieferung gerne deuten, muss Leopold ein Mann gewesen sein, dem Prinzipien wichtiger waren, als die Liebe zu seinem Sohn. Sympathieträger sehen jedenfalls anders aus. Wer war Leopold Mozart? Was ist die historische Wahrheit und was üble Nachrede? Ist es überhaupt möglich, jenseits des Vater-Sohn-Konfliktes einen vorurteilsfreien Blick auf Mozart senior zu werfen? „Auf ewig Dein redlicher Vater …“ lautet der Titel des Musikfeatures von BR-KLASSIK. Eine Sendung von Markus Vanhoefer

23:03 – 24:00 | Ö1
Sara Zlanabitnigs Klanggalaxien – Die Forscherin an der Flöte: Sara Zlanabitnig im Zeit-Ton Portrait

Die österreichische Flötistin Sara Zlanabitnig begeistert sich für experimentelle Räume, nicht erst, seit sie gemeinsam mit Alisa Beck die Leitung des Veranstaltungs- und Produktionsortes echoraum im 15. Wiener Gemeindebezirk mit Fokus auf zeitgenössische und experimentelle Musikformen im Januar dieses Jahres übernommen hat. Die Homepage Zlanabitnigs eröffnet mit den Worten: „Sounds & Textures: As a flutist I consider myself an improviser and researcher for new possibilities of sounds and textures.“ So lässt Sara Zlanabitnig mit Forschungen nach neuen Klängen und Strukturen/Mustern ihre Flöte in den unterschiedlichsten musikalischen Galaxien kreisen.

Bleiben wir aktuell: 2022 ist ein produktives Jahr für die Improvisatorin. Im Frühjahr legt sie ihre Solo-Debütarbeit „Anthrazit“ bei der Wiener experimentellen Plattform smallforms vor. Es ist eine magisch-mystische Arbeit, die den Klang der Flöte – dem Titel des Albums entsprechend – in Zustände, Räume, Farben und Gesteine trägt.

Des Weiteren bringt sie mit ihrem Trio Hertzinger – angelegt an Hertz, die SI-Einheit der Frequenz –das Album „patsch“ heraus. Hertzinger produziert mit rhythmisch komplexen Ideen originelle und tanzbare Live-Elektrosounds. Zlanabitnig erzeugt mit ihrer Querflöte, die sie mit zahlreichen Effekten entfremdet, unerwartete harmonische und rhythmische Klanggewitter; unglaublich elektrisierend!

Zudem ist Sara Zlanabitnig Gründungsmitglied der Plattform Fraufeld, die sich dem Sichtbarmachen der großen Zahl und Vielfalt an Musikerinnen im Bereich progressiver Formen von Komposition und Improvisation widmet; mit dem hauseigenen Label arooo.records wurden bereits mehrere Alben und Compilations veröffentlicht. Gründe genug, um Sara Zlanabitnig ein Zeit-Ton Portrait zu widmen! Gestaltung: Marlene Schnedl

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
BR-KLASSIK – Jazztime: Bühne frei im Studio 2 …

… für das Steffen Schorn Tentett mit seinem Programm „Camille Caudel – an inner opera“. Eine Aufnahme vom 16. November 2022 im Studio 2 des Münchner Funkhauses

Moderation und Auswahl: Beate Sampson. Die 1864 geborene, französische Bildhauerin Camille Claudel war eine herausragende Künstlerin, deren Leben tragisch verlief. Unterstützt von ihrem Vater konnte sie zwar schon mit siebzehn an die Akademie in Paris, wo ihr außerordentliches Talent sofort erkannt wurde. Doch eine komplizierte, fünfzehn Jahre währende und letztlich unglückliche Liebesbeziehung mit dem wesentlich älteren Star-Bildhauer Auguste Rodin, und das erfolglose Ringen um die Anerkennung ihres eigenen Werkes führten zu einer Lebenskrise, die ihre Mutter zum Anlass nahm, sie in eine geschlossene Anstalt einweisen zu lassen. Dort eingesperrt lebte Camille Claudel dreißig Jahre bis zu ihrem Tod 1943. 1987 kam eine Verfilmung ihrer Lebensgeschichte in die Kinos. Als Steffen Schorn diese sah, war er noch Student an der Musikhochschule in Köln – und so berührt davon, dass er sofort zu komponieren begann. Es wurde nur eine kleine Sequenz, aber er wusste, dass er eines Tages daran weiter arbeiten würde.

Nun ist es soweit und vollbracht: ausgerüstet mit 30 Jahren musikalischer Erfahrung als weltweit konzertierender Multi-Instrumentalist, Komponist, Arrangeur und Leiter von großen Ensembles wie etwa dem Zurich Jazz Orchestra, dem „Norwegian Wind Ensemble“, der hr Bigband und seinem eigenen Ensemble „Universe of Possibilities“ hat sich Steffen Schorn nun an seine erste Oper gewagt – die natürlich alles andere als eine handelsübliche Oper ist, sondern ein musikalisches Porträt von Camille Claudel, erschaffen aus wandelbaren Klangskulpturen des zehnköpfigen Ensembles. Es gestaltet sie zwischen Stille und Klang, abstrakten Texturen und treibenden Rhythmen, ekstatischer Wonne und pochendem Wahn, extremer Dichte und quälend schöner Verlangsamung. Musik von lyrischer Kraft und hemmungsloser Sinnlichkeit. Sie zu formen übernimmt ein Ensemble von großartigen Solisten und Improvisatoren, die den Klangraum ihrer Instrumente in ungeahnter Fülle auskosten. Im atmenden Zentrum des Geschehens steht die norwegische Vokalistin Ruth Wilhelmine Meyer, die mit den schier grenzenlosen Ausdrucksebenen ihrer Stimme in die Tiefen ungeahnter Seelen- und Bewusstseinsebenen vordringt. Wir freuen uns außerordentlich darüber, die Premiere des Programms „Camille Claudel – An inner opera“ bei „Bühne frei im Studio 2“ feiern zu können.


sa – 03.12.2022


05:05 bis 06:00 | Deutschlandfunk Kultur
Aus den Archiven: Sammy Davis Jr: Der unmögliche Traum (2/5)

Broadway, New York und Studios, Studios. Von Siegfried Schmidt-Joos. RIAS Berlin 1984. Teil 3 am 07.01.2023, 05:05 Uhr

In der zweiten Folge über einen der ersten Superstars im US-amerikanischen Showbusiness, widmet sich Siegfried Schmidt-Joos – Musik- und Kulturjournalist sowie Autor von Büchern aus der Jazz-, Pop- und Rockmusikkultur – der Musik, die Sammy Davis Junior liebte, und seiner Beziehung zu Schallplattenproduktionen, die sehr spät begannen: Erst 1949 mit 23 Jahren betrat Sammy Davis zum ersten Mal ein Plattenstudio, da war er auf Tourneen und im Broadway bereits ein Veteran. Denn er hatte schon mit drei Jahren seine erste Gage von zehn Dollar für einen Bühnenauftritt bekommen, als er an einer Amateurtanz-Ausscheidung in Philadelphia teilnahm. Dort gewann er mit Abstand den ersten Platz und erhielt außer den zehn Dollar auch noch einen Silberbecher. Das war im Jahr 1929. Seitdem lief die Karriere. Hat man diesen frühen Start in Erinnerung, kann man sich nur wundern, dass es von diesem Bühnendynamo erst so spät Schallplatten gab. Warum das so war, auch davon erzählt Siegfried Schmidt-Joos.

09:05 – 10:00 UHR | SWR2
SWR2 Musikstunde: Jazz across the border

Von Günther Huesmann. Der wohl auffallendste Trend im aktuellen Jazz ist seine fortschreitende Globalisierung. Entstanden um 1900 in den USA als hybride Musik, ist der Jazz durch die Idee groß geworden, dass es sich immer lohnt, wenn man sich auch mit etwas Anderem beschäftigt als nur mit sich selbst. Die in der Improvisation angelegte Idee des Dialogs erleichtert es Jazzmusikern, sich anderen Stilen und Musikkulturen zu öffnen. So ist Jazz zu einer „global language“ geworden. „Jazz across the border“ hört auf unterhaltsam-informative Weise hin.

14.00 Uhr | Das Ö1 Hörspiel
„Gehen im Herzland“. Von Peter Handke (80. GT am 6.12.). Mit Ulrich Noethen. Musik: Gerd Bessler. Regie: Leonhard Koppelmann (DLF 2009)

Peter Handkes episches Werk ist Erzählung und gleichzeitig Erforschung der Erzählung, ihrer Entstehung und Bedeutung. Im dritten Kapitel seiner 1986 geschriebenen Erzählung „Die Wiederholung“ lässt Peter Handke sein Alter ego vom Kärntner Heimatdorf aus den Karst erforschen, jene Hochfläche hoch über dem Adriatischen Meer. Hier findet der Erzähler seinen Märchen- und Erlösungsort, die „Mitte der Welt“ – eine Doline, einen fruchtbaren Krater im kahlen Gestein. Eine Insel, aber keine draußen im Meer, sondern eine, die geborgen ist in der Erde …

„Wahrscheinlich müsste man mit diesem Buch so umgehen wie Filip Kobal, der Erzähler, mit dem slowenischen Wörterbuch seines Bruders: es andächtig entziffern, Wort für Wort. Oder man müsste dem Erzähler nachreisen an die Schauplätze seiner Erzählung – die ‚Wiederholung’ wiederholen und das Buch vielleicht unterwegs verlieren. In einem normalen Rezensentenleben (zwischen Redaktionsstube und McDonalds, Theaterpremiere und Sportschau) findet ein Buch wie dieses keinen Platz. Alle zeitgenössischen Unterhaltungs- und Spannungsbedürfnisse werden geradezu gnadenlos nicht befriedigt.“ (Benjamin Henrichs in „Die Zeit“).

14:05 bis 15:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Leopold Mozart – Porträt eines Widersprüchlichen

Er war ein Mann der Aufklärung, Geiger und Komponist, Verfasser einer berühmten Violinschule, die als wichtige Quelle für die Musikpraxis seiner Zeit gilt. Unsterblich geworden ist er jedoch in einer anderen Funktion: als Vater des genialen „Superstars“ Wolfgang Amadeus Mozart. Und in dieser Rolle ist Leopold Mozart bis heute eine kontroverse Gestalt. Einerseits machte er mit seinem pädagogischen Know-how das „Wunderkind Wolfgang“ möglich, andererseits trat er als rigider Übervater und sauertöpfischer Moralapostel in Erscheinung, der die künstlerischen Emanzipationsbestrebungen seines erwachsen werdenden Filius genauso zu verhindern versuchte, wie dessen Ehe mit der flatterhaften Konstanze. So, wie wir die Überlieferung gerne deuten, muss Leopold ein Mann gewesen sein, dem Prinzipien wichtiger waren, als die Liebe zu seinem Sohn. Sympathieträger sehen jedenfalls anders aus. Wer war Leopold Mozart? Was ist die historische Wahrheit und was üble Nachrede? Ist es überhaupt möglich, jenseits des Vater-Sohn-Konfliktes einen vorurteilsfreien Blick auf Mozart senior zu werfen? „Auf ewig Dein redlicher Vater …“ lautet der Titel des Musikfeatures von BR-KLASSIK. Eine Sendung von Markus Vanhoefer

17:05 bis 17:55 | Bayern 2
Jazz & Politik: Politisches Feuilleton

19:00 bis 20:00 | hr2-kultur
Live Jazz: Julia Kadel Quintett | Jazzdor Strasbourg-Berlin, Juni 2022

Am Mikrofon: Daniella Baumeister. Julia Kadel Quintett || Julia Kadel, p | Luise Volkmann, sax | Maria Reich, v | Ivan Gélugne, db | Emmanuel Scarpa, dr | Jazzdor Strasbourg-Berlin, Kulturbrauerei, Berlin, Juni 2022.

20:04 bis 23:00 | WDR 3
WDR 3 Konzert: KLAENG Festival 2022

Das dreitägige KLAENG Festival in Köln gilt als Diamant der deutschen Jazzfestival-Landschaft. Seit Jahren bringt es lokale und internationale Größen aus dem Jazz und Musikkulturen aus aller Welt auf die Bühne.

Das Kölner Jazzkollektiv KLAENG präsentiert 2022 die 13. Ausgabe seines alljährlichen Festivals mit einer solch großen stilistischen Bandbreite, dass sich ein vielgestaltiges Klangkunstwerk ergibt. An allen Festivaltagen lädt das Jazzkollektiv zu einer inspirierenden Entdeckungsreise ein, die in jeweils drei verschiedene Musikwelten führt. Für multidisziplinäre Klänge und vielfältige Stilmerkmale, Fremdes und nur scheinbar Vertrautes sorgen hochkarätige Acts und Solisten aus den USA, Zypern, Belgien und den Niederlanden, aus Norwegen, Australien, Frankreich und nicht zuletzt aus dem Kölner Raum.

Soundtrips NRW feat. Joe McPhee und Andria Nicodemou / Thomas Morgan Solo / Octurn und Special Guest Joris Roelofs / Enso – Strings & Percussion / Thomas Morgan – Bill Frisell Duo. Aufnahmen aus dem Kölner Stadtgarten

22:03 – 23:00 UHR | SWR2
SWR2 Jazztime: Noblesse und Innovation – Erinnerungen an den Klarinettisten Rolf Kühn

Von Bert Noglik. Sein Ton auf der Klarinette bleibt unerreicht – warm, rund und vollendet. Rolf Kühn zählte zu den herausragenden deutschen Jazzmusikern, mehr noch, zu den wenigen von Weltformat. In seinem Spiel spiegelten sich die Erfahrungen eines langen und reichen Musikerlebens. Souveränität und Meisterschaft zeichneten ihn ebenso aus wie Wagemut und Risikofreude. Rolf Kühn wurde von einer unbändigen Neugierde vorangetrieben, die ihn immer wieder beglückende Entdeckungen machen ließ und auch mit jüngeren Generationen zusammenführte.

23:10:00 | Ö1
Blues-und Boogie-Schwerpunkt in memoriam Hans Maitner

Von 1972 bis 1981 moderierte Hans Maitner einmal im Monat die Ö3-Sendung „Living Blues“. Es war eine Arbeit mit Leidenschaft -und mit Folgen: Die Sendung stieß auf großes Hörer:innen-Interesse und löste in Österreich ein Blues-und Boogie-Revival aus, gipfelnd u. a. im ersten Boogie-Woogie -Festival im Mai 1976 im Wiener Konzerthaus. Viele Protagonist:innen der österreichischen Szene -und darüber hinaus -berufen sich bis heute auf Hans Maitner, der am 3. Dezember 2020 verstarb, drei Tage nach seinem 78. Geburtstag. Zwei Jahre danach, am 1. Dezember 2022, versammeln sich im Großen Sendesaal des ORF RadioKulturhauses einige der Musiker und Musikerinnen, für die er Impulsgeber, Wegbereiter, Freund, Motivator, Inspiration gewesen ist, von Axel Zwingenberger über Al Cook, Martin und Sabine Pyrker und Joachim Palden bis hin zu Michael Pewny, Gini Heiger u. v. a.Die heutige Ö1 Jazznacht sendet die Aufnahmen dieses Konzerts und beleuchtet in Interviews mit den beteiligten Musiker:innen wie auch mit Hans Maitners Weggefährten Friedrich Mühlöcker die österreichische Blues-und Boogie-Woogie -Szene. Gestaltung: Christian Bakonyi und Andreas Felber


so – 04.12.2022


00:05:00 | Ö1
(Fortsetzung) Blues-und Boogie-Schwerpunkt in memoriam Hans Maitner

17:10:00 | Ö1
Der Brasilien-Hype im US-amerikanischen Jazz des Jahres 1962

Vor 60 Jahren fegte ein musikalischer Tropensturm durch die USA. Hatten sich in den Dekaden zuvor immer wieder brasilianische Musiker für den US-amerikanischen Jazz interessiert, so drehte sich das Interesse jetzt schlagartig um. Die Bossa Nova war jung und ihr größter Hit „Garota de Ipanema“ noch gar nicht geschrieben, da avancierte sie vom Geheimtipp unter einigen Jazzmusikern in Windeseile zu einem gewaltigen Brasilien-Hype in den USA, der sich im Jahr 1962 in einer Fülle von Alben niederschlug. Saxofonist Stan Getz und Gitarrist Charlie Byrd zählten zu den ersten devoten US-Fans von João Gilberto und dem eng mit ihm verbundenen Songwriter-Duo Antônio Carlos Jobim und Vinícius de Moraes. Getz war auch maßgeblich für die US-Karriere der drei verantwortlich, zunächst aber nahmen er und Byrd selbst am 13. Februar 1962 das Album „Jazz Samba“ auf. Ab da ging es Schlag auf Schlag. Ebenfalls 1962 veröffentlichten Saxofonist Zoot Sims und Vibrafonist Dave Pike jeweils gleich zwei Bossa-Nova-Alben. Charlie Byrd und Stan Getz legten sofort nach, diesmal getrennt voneinander, mit den Alben „Bossa Nova Pelos Passaros“ (April 1962) bzw. „Big Band Bossa Nova“ (August 1962). Und genauso wie letzteres waren 1962 noch drei weitere Alben betitelt, eines von Enoch Light, eines von Quincy Jones, sowie eines von Oscar Castro-Neves. Dieser brasilianische Bandleader nahm seine LP „Big Band Bossa Nova“ bereits im März 1962 in Rio de Janeiro auf, aber auch die wurde von einem US-Label produziert. Gestaltung: Michael Neuhauser

19:16 – 20:00 UHR | SWR2
SWR2 Jazz: Terri Lyne Carrington – Heldin des Schlagzeugs

Von Sophie Emilie Beha. Als Wunderkind spielte Terri Lyne Carrington schon mit Jazz-Legenden wie Dizzy Gillespie und Oscar Peterson zusammen. Ihren ersten großen Auftritt hatte sie mit 10 beim Wichita Jazz Festival. International berühmt wurde sie 1998 durch Herbie Hancocks Album „Gershwin’ s World“. Für ihre eigenen Projekte hat sie drei Grammys gewonnen. Dabei lässt sie sich nicht nur vom Jazz, sondern von der gesamten Vielfalt an afroamerikanischen Musiktraditionen inspirieren. In ihren Botschaften beschränkt sich Carrington nicht allein aufs Musikalische, sie setzt sich auch aktiv gegen Rassismus und für Gendergerechtigkeit ein.

19:30 bis 20:00 | Bayern 2
Musik für Bayern: Klassik, Pop und Jazz – Selbst gemacht! FRÄNKISCHE SAGEN FÜR KINDER … SUBBA!

Von listigen Bäckern, Holzfruln und Teufelslöchern. mit Werner Aumüller. Auf markanten Burgruinen herrschen wilde Riesen. Am Main spuken verlorene Winzerseelen. Feurige Männer, kluge Frauen und einsame Hirtenburschen huschen durch verborgene Wälder. Steine und Seen beginnen zu sprechen. Franken ist eine einzigartige Kulturlandschaft, voller alter Sagen und Geschichten.

Von Autorin Julia Schölzel in treffenden Worten gefasst, witzig und farbenfroh werden zwölf ausgewählte Sagen aus Ober-, Unter- und Mittelfranken für Kinder neu erzählt und musikalisch vom Boxgalopp stimmungsvoll umrahmt. Gelesen werden die Sagen von den drei fränkischen SchauspielerInnen Eli Wasserscheid, Volker Heißmann und Martin Maria Eschenbach. Alle Orte der fränkischen Sagen sind lohnende Ausflugsziele für die ganze Familie. So wird fränkische Kultur begehbar, begreifbar, sicht- und hörbar – kurz gesagt: ein wunderbares Rundum-Erlebnis…subba!

Moderator Werner Aumüller hat sich für diese Sendung drei ganz besondere Gäste eingeladen. Emilia und Luisa Weidinger und Vincent Seufert haben die Geschichten auf der CD angesagt und tolle Bilder gemalt, die das Booklet auf wunderbare Weise schmücken.

19:34:00 | Ö1
Das Duo Milleflör im Studio 2 des ORF Funkhauses

Die beiden Schwestern Camilla (Cello, Ukulele, Gambe, Stimme) und Flora Geißelbrecht (Viola, Harfe und Stimme) sind geborene musikalische Erzählerinnen -eine Begabung, die sie gerne auf Deutsch, Englisch oder Wienerisch demonstrieren, mit einem gesunden Hang zum Absurden.

Die beiden singen und musizieren seit mehr als 20 Jahren. 2019 haben sie beschlossen, das Duo Milleflör zu gründen. „Blumig-blutig, kosmisch-komisch“ tönt die Musik laut launiger Selbstbeschreibung. Und: Dissonanzen beeindrucken die Schwestern ebenso wenig wie mörderische Gurkensalate! Diese Ö1 Radiosession wird gefördert durch die Verwertungsgesellschaft Rundfunk GmbH (VGR). Gestaltung: Helmut Jasbar

20:55:00 | Ö1
Vienna Art Orchestra: „The Minimalism of Erik Satie“ (1984)

Am 8. Dezember 2022 feiert der Schweizer Komponist und Arrangeur Matthias Rüegg, langjähriger Leiter des von 1977 bis 2010 existierenden Vienna Art Orchestra (VAO), seinen 70. Geburtstag. Das 1984 erschienene VAO-Album „The Minimalism of Erik Satie“ ist eines der raren Beispiele für eine wirklich geglückte Verbindung von klassischer Musik und Jazz. Das Vienna Art Orchestra war mit 10 Musikern damals eher eine Combo als ein Jazzorchester, aber gerade diese schlanke Besetzung erwies sich als Glücksfall für die Musik des französischen Komponisten. Bis auf eine Eigenkomposition Rüeggs sind ausschließlich Arrangements von Erik Saties Klavierstücken zu hören, wobei „Vexations“ in verschiedenen Inkarnationen das Herzstück von „The Minimalism of Erik Satie“ darstellt. Gestaltung: Klaus Wienerroither

22:08 – 23:00 | Ö1
Neue Klänge aus Südtirol – Südtirol aktuell. Manuela Kerer präsentiert neue Aufnahmen zeitgenössischer Musik

Ein Blick über den Brenner auf die Szene der Neuen Musik mit Aufnahmen neuer Werke von Südtiroler Komponist:innen. Gestaltung: Rainer Elstner

23.00 Uhr | Ö1
Radiokunst-Kunstradio: „vom Umarmen des Komponisten auf dem offenen Soffa“ von Friederike Mayröcker und Bodo Hell

Ton: Martin Leitner in 5.1 Surround Sound, produziert von Ö1 Kunstradio in Koproduktion mit der TONSPUR Kunstverein Wien 2011.

Die Dichterin Friederike Mayröcker (1924-2021) bezieht sich in ihrem Text auf das Leben des Komponisten Robert Schumann, der mit der Pianistin Clara Schumann verheiratet war und seine letzten Lebensjahre an Wahnvorstellungen leidend in einer Nervenheilanstalt bei Bonn verbrachte. Die ärztlichen Aufzeichnungen aus dieser Zeit, die detailliert Tagesabläufe, den gesundheitlichen Zustand Robert Schumanns bis hin zu seiner Verdauung und therapeutische Methoden enthalten, sowie Briefe und Tagebücher Clara Schumanns hat Mayröcker für die Recherche verwendet.

Dennoch löst sich ihr Text von der Biographie Schumanns los, etwa in dem sie seinen Charakter mit anderen Persönlichkeiten, auch ihrer eigenen, überlagert, oder indem sie die Personen in die Gegenwart holt, wenn sie etwa telefonieren oder ins Café Drechsler gehen.

In Reaktion auf Mayröckers Neologismen und Traumwörter hat der Autor Bodo Hell den Text mit zwischenrufartigen Anmerkungen versehen und seine Gedanken dazwischengeschaltet – für beide eine sehr anregende Form des literarischen Austauschs.

Eingelesen haben die beiden ihre jeweiligen Texte selbst und separat, um nicht auch noch auf die akustisch direkt aufeinander einzugehen, denn im Grunde handelt es sich um eine Lektüre mit zwei Stimmen. Arrangiert wurde das Material in 5.1 Surround Sound von Tonmeister Martin Leitner, wobei die Stimmen jeweils unterschiedliche Spuren belegen.

 

 

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