Vismala / Neander – Digital Shaman
Vismala / Neander – Digital Shaman In der HorBar

Hysterisches, Bilderstürmerisches, Schwebendes – Jazz-CDs in der HörBar August 2022

Ensemblemusizieren in verschiedenen Formationen und Ansätzen: Freies, Unfreies, Gebundenes, Ungebändigtes. Die Jazz-Rezensionen in der HörBar der neuen musikzeitung.

Phraim – Hysteria

Phraim – Hysteria
Phraim – Hysteria

„… Viele der Tracks entwickeln einen ausgesprochen intensiven Sog, weil die Grundideen der Kompositionen und ihr grundsätzlicher Aufbau architektonisch gelungen sind. Die Stücke werden in die richtigen Schuhe gestellt. Und in fast allen Tracks gelingt es, das Gerüst wunderbar innenarchitektonisch auszukleiden. Man schaut dabei gerne zu wie Basslinien in den „Colourblind Birds“ – um im Bild zu bleiben – wie Stromleitungen im Haus durchaus sichtbar auf Putz verlegt werden. Doch dann ist es bald mit der Ökonomie vorbei und die Piecen neigen ausgesprochen dazu, zu verfransen und zu verspielt leerzulaufen wie extrem im zweiten Track „Maleficent“.…“

Frank Fusion Trio – My Place

Frank Fusion Trio – My Place
Frank Fusion Trio – My Place

„… Eine durchweg reichhaltige Mischung aus Noise in der Tex- und Gradlinigkeit in der Struktur, die nicht selten die „Grenzen“ zur Rockmusik mehr als deutlich überschreitet. Und gleichwohl klingen Powerwerke wie „Crazy Witch“ nicht nach alter aufgewärmter Wurst. Meisterhaft! Ein Track, der wie eine 22-Minuten-Orgie wirkt, aber tatsächlich in unter fünf Minuten die Flimmerhärchen im Ohr flachlegt.…“

Vismala / Neander – Digital Shaman

Vismala / Neander – Digital Shaman
Vismala / Neander – Digital Shaman

„… Man fragt sich, wo da das besonders „digitale“ diese Schamanen-Musik auszeichne. Elektrifizierend ist die Musik gleichwohl, die laut Infoblatt „Calypso, Monk, Funkiness, Jazzrock und Gypsyjazz“ nicht auf ihrem Weg in die akustische Realität auf dem Weg liegen lässt, sondern mitnimmt und dabei „karibisches Augenzwinkern oder zappaesker Wahnsinn“ streift. Und ein bisschen Rodgau Monotones sind auch dabei. Flatsch! …“

Iconoclast – Demolition Of Wisdom

Iconoclast – Demolition Of Wisdom
Iconoclast – Demolition Of Wisdom

Nun, ich hätte da noch eine Frage: Warum dauert das erste Stück mit dem Titel „Four Forgotten Minutes“ exakt sechs Minuten? Okay. Die Bilderstürmer sind unterwegs und versuchen den Abriss der Weisheit. So?

Satie – Celloland

Satie – Celloland
Satie – Celloland

Das alles läuft und läuft und schnurrt und schnurrt. Mal eher ungewagt, dann aber doch mutig im zackigen Marsch (Track 7). Man weiß wirklich nicht wohin mit der Scheibe. So richtig müde macht sie nicht. So richtig einen Klangsog entfaltet sie auch nicht.

DAY & TAXI: Run, The Darkness Will Come!

DAY & TAXI: Run, The Darkness Will Come!
DAY & TAXI: Run, The Darkness Will Come!

«Stilistische Heterogenität, Zufall, Minimalismen, Alltäglichkeit, Poesie, Humor und auch Künstlichkeit in Form von Sentimentalitäten werden zugelassen. Der gelassene Umgang damit prägt den einzigartigen DAY & TAXI-Sound, der die individuellen Qualitäten der Mitspieler vereint und aufleben lässt.» Das lockt mich wirklich nicht hinterm Ofen vor. Ist aber sicher alles gut gemeint und gemacht. Einen gelassenen Umgang mit dem „damit“ stelle ich mir aber ganz sicher doch anders vor. Je nun, ja. Dabei könnte man hie und da schon in Liebe zu dieser Musik verfallen. Funktioniert sicher im Jazzclub live deutlich besser.

SteDaJoDa: Schwebend

SteDaJoDa: Schwebend
SteDaJoDa: Schwebend

„Eine Musikmaschine wird da in Gang gehalten im guten alten Horchhin-Stil. Dabei kommt in der Tat etwas sehr Eigenes, Einzigartiges heraus. Gold machen sie damit zwar nicht und selbst das stattdessen erzeugte musikalische Porzellan wirkt eher wie nach einem Polterabend – aber doch erkennt man die teils feine Bemalung im Haufen improvisierter Scherben.“

 

 

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