Jazz im Radio. Foto/Montage: Hufner
Jazz im Radio Foto: Hufner

Die erweiterte Jazz-Radiowoche vom 01.08. bis 07.08.2022

Ein kleiner Blick in die Radiowoche 31. Die Luft ist dünner geworden, denn es ist Festspielsommer bei der ARD. Das heißt, für manche Sender findet Jazz jetzt erst wirklich statt, für andere heißt es Reduktion auf eine halbe Stunde vor Mitternacht. Teilnehmende Sender beim ARD-Radiofestival: NDR Kultur, Bremen Zwei, WDR 3, hr2-kultur, SWR2, SR 2 Kulturradio, rbbKultur | MDR Kultur | BR-KLASSIK

Die Übersicht zum Download als PDF. Alle Angaben ohne Gewähr. Ergänzt mit den tollen Sendungen zur Neuen Musik von BR-KLASSIK und Ö1.

Inhalt


Senderliste:


mo – 01.08.2022


17:50 bis 18:00 | SWR 2
SWR2 Jazz vor sechs

19:30:00 | Ö1
Minnozzi/Ricci, Bruno Heinen Trio, Franz Hackls Outreach Orchestra

Aus der Corona-Not geboren, findet manches Konzept auch weiterhin Anwendung: Aufgrund behördlicher Auflagen durfte beim Outreach-Festival in Schwaz 2020 nur eine Formation pro Abend auf der Bühne stehen. Also vereinte der erfindungsreiche Trompeter und Kurator Franz Hackl drei Bands zu einem Meta-Orchester, dessen Teil-Ensembles abwechselnd in rund 15-minütigen Sets in Erscheinung traten und ihre unterschiedlichen musikalischen Ästhetiken so auf überraschende Weise interagieren ließen.

Ein Jahr später, am 6. August 2021, fand dieses Konzept eine -freiwillige -Neuauflage im Schwazer SZentrum: Auf der Bühne standen nun die in Brasilien lebende italienische Sängerin Mafalda Minnozzi und ihr langjähriger Duopartner, der New Yorker Gitarrist Paul Ricci, das formidable Trio des jungen britischen Pianisten Bruno Heinen und das von Franz Hackl geleitete Outreach Orchestra, in das sich wie immer zahlreiche Festival-Musiker:innen eingemeindet fanden, darunter das Duo Minnozzi/Ricci. ­Christian Bakonyi präsentiert die Höhepunkte dieses langen, kontrastreichen Konzertabends in Schwaz. Gestaltung: Christian Bakonyi

19:35 bis 20:00 | MDR Kultur
MDR KULTUR Jazz Lounge

Die perfekte Mischung für Jazz-Fans und Hörer, die mit Jazz einfach nur entspannt in den Abend starten wollen.

23:03 – 24:00 | Ö1
Uraufführungen aus Lockenhaus – Kammermusikfest Lockenhaus 2022 – Dialog im Heute (Teil 1)

Das Kammermusikfest Lockenhaus feierte in der Saison 2022 sein 40-jähriges Jubiläum. Das vom Geiger Gidon Kremer in der burgenländischen Gemeinde Lockenhaus gegründete Festival hat von Beginn an der aktuellen Musik breiten Raum gegeben. Sein Nachfolger Nicolas Altstaedt hat diesen Ansatz auch für seine Programmierung übernommen. Anlässlich des Jubiläums kam Gidon Kremer mit seinem Ensemble, der Kremerata Baltica, wieder zurück nach Lockenhaus. In jenes Ambiente, wo vor Jahrzehnten etwa erstmals Musik von Arvo Pärt und Alfred Schnittke erklang.

Anlässlich vieler Jubiläen – Geburtstage wie Gründungsfeiern – präsentierte die Kremerata unter anderem Uraufführungen, die dem Gründer von Lockenhaus gewidmet wurden, etwa von Raminta Šerkšnyte und Alexander Raskatov. Dazu ergänzte Nicolas Altstaedt Klassiker der Moderne – von Iannis Xenakis bis Erwin Schulhoff. Gestaltung: Gerhard Krammer

23:30 – 0:00 UHR | ARD Radiofestival. Jazz
Saxofonist und Harfenist Anton Mangold

Von Ssirus Pakzad. Der mehrfach prämierte Anton Mangold, der unter anderem als Solist beim „Jungen Münchner Jazzpreis 2020“ ausgezeichnet wurde, ist eine Mehrfach-Begabung. Gleichmaßen virtuos spielt er Harfe (sein Erst-Instrument) und Saxofon (Alt und Sopran). Zudem zeigt er sich als talentierter Komponist, der etwa für sein eigenes Quartett schreibt. Der gebürtige Schweinfurter, der in Würzburg und Köln studierte, fiel schon im Tentett von Rebecca Trescher, im Quintett von Volker Heuken oder als Gast des „Lou-Duos“ auf.

HINWEIS: Diese Sendung ist wegen Überlänge der vorherigen Konzertübertragung nicht im linearen Programm zu hören, aber in der ARD Audiothek verfügbar.


di – 02.08.2022


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Initiierte Freiheit – Der Tubist Carl Ludwig Hübsch

Von Hubert Steins. Produktion: Deutschlandradio Kultur 2017. Als Initiator diverser Ensembles setzt sich der Tubist Carl Ludwig Hübsch mit Strategien gelenkter Improvisation und offener Komposition auseinander.

„Komposition – Kommunikation – gefährliche Manöver” – so lautet das Motto für die künstlerische Arbeit von Carl Ludwig Hübsch. Als Initiator diverser Ensembles setzt sich der Tubist mit Strategien gelenkter Improvisation und offener Komposition auseinander. Dabei zeigt sich, wie sehr die musikalischen Fragen des Jazzmusikers jenen ähneln, die sich in der Neuen Musik stellen.

01:05 bis 05:00 | Deutschlandfunk Kultur
Tonart: Jazz – Moderation: Vincent Neumann

17:50 bis 18:00 | SWR 2
SWR2 Jazz vor sechs

19:35 bis 20:00 | MDR Kultur
MDR KULTUR Jazz Lounge

21:05 bis 22:00 | Deutschlandfunk
Jazz Live: Zurück auf Anfang (2/2) – Tigran Hamasyans „StandArt“

Tigran Hamasyan, Piano; Matt Brewer, Bass; Justin Brown, Schlagzeug. Aufnahme vom 9.5.2022 beim Jazzfest Bonn

Am Mikrofon: Thomas Loewner. Wenn Tigran Hamasyan „All The Things You Are“ spielt, stellt sich kein schneller Aha-Effekt ein: Der vielfach preisgekrönte Armenier, einer der herausragenden Jazzpianisten der Gegenwart, gewinnt in seinem neuen Programm altbekannten Standards ungewohnte Facetten ab. Für Hamasyan ist es eine Reise zurück in seine Jugend: Damals beschäftigte er sich intensiv mit den Werken der großen Bebop-Pianisten. Erst nach seiner Entdeckung durch Chick Corea und der Übersiedlung in die USA entdeckte er die traditionelle Musik seiner Heimat für sich. Für Hamasyan war diese Auseinandersetzung mit seinen Wurzeln der Schlüssel zu einem ganz persönlichen Ausdruck auf dem Piano. Auch in seinem mitreißenden Standard-Spiel ist der nun unüberhörbar. In der Sendung läuft der zweite Teil der packenden und umjubelten Live-Premiere des „StandArt“-Programms.

22:30 bis 22:30 | BR-KLASSIK
Horizonte: Musik der Gegenwart

„Music as a Mirror“ – Kammermusik von Sophia Jani. Dandelion Quintett, Kontai Ensemble

23:03 – 24:00 | Ö1
Wolfgang Rihm in Lockenhaus – Kammermusikfest Lockenhaus 2022. Wolfang Rihm als Composer in Residence. Dialog im Heute (Teil 2)

Seit vier Jahrzehnten wird in der burgenländischen Gemeinde Lockenhaus, an den Ausläufern des Geschriebensteines gelegen, Anfang Juli Kammermusik gemacht. Die Initiative geht auf den Geiger Gidon Kremer zurück. Neben Uraufführungen gab und gibt es im Rahmen des Festivals auch immer wieder thematische Schwerpunkte, die eine intensive Auseinandersetzung mit dem Werk von Komponist:innen ermöglichen.

Heuer stellte Intendant Nicolas Altstaedt einen erfolgreichsten Vertreter der Gegenwart in Mittelpunkt des Festivals: Wolfgang Rihm war Composer in Residence und ist anlässlich seines 70. Geburtstags nach Lockenhaus gekommen. Kontrastierend dazu hatte das Publikum die Möglichkeit, Stücke von Sándor Veress (1907 – 1992) und Constantin Regamay (1907-1982) zu entdecken, interpretiert vom Chaos String Quartett, Reto Bieri und Alexander Lonquich. Gestaltung: Gerhard Krammer

23:30 – 0:00 UHR | ARD Radiofestival. Jazz
Hessischer Jazzpreis 2022 für Christopher Dell

Von Jürgen Schwab. Weil sein intellektueller Hunger mit Musik allein nicht zu stillen war, hat der Vibrafonist Christopher Dell im Städtebau ein zweites Betätigungsfeld gefunden. Musik und Raum, Kopf und Körper, Improvisation und Interaktion: Diese Begriffspaare lotet der virtuose Instrumentalist und habilitierte Architekt spielend und denkend aus und füllt sie mit Leben. Im Dezember wird der gebürtige Darmstädter, der schon lange in Berlin lebt, mit dem Hessischen Jazzpreis 2022 ausgezeichnet. Im Gespräch mit ihm lassen wir einige ältere Aufnahmen Revue passieren und werfen Schlaglichter auf aktuelle Projekte.


mi – 03.08.2022


17:50 bis 18:00 | SWR 2
SWR2 Jazz vor sechs

19:35 bis 20:00 | MDR Kultur
MDR KULTUR Jazz Lounge

23:03 – 24:00 | Ö1
Rückblick, Vorschau und aktuelle Veröffentlichungen – Zeit-Ton Magazin

Jeden Mittwoch präsentieren wir Ihnen ausgesuchte Veranstaltungstipps für die kommenden sieben Tage und die spannendsten Neuveröffentlichungen. Gestaltung: Marlene Schnedl

23:30 – 0:00 UHR | ARD Radiofestival. Jazz
BYE BREXIT! Britische Musiker*innen in Berlin

Von Franziska Buhre. Manche Musiker*innen aus Großbritannien leben schon länger in Berlin, andere sind erst kürzlich in die deutsche Hauptstadt gezogen. Alle mussten sich mit den Folgen des Brexit für ihre Lebenssituation und Karriere auseinandersetzen. Zwischen Einbürgerung, Aufenthaltserlaubnis und Re-Integration als Europäer*innen durch einen neuen irischen Pass sind britische Musiker*innen froh, in den Musikszenen Berlins aktiv und nicht so abgeschieden zu sein, wie auf „der Insel“. Franziska Buhre hat mit einigen von ihnen gesprochen und stellt sie und ihre Musik vor.

HINWEIS: Diese Sendung ist wegen Überlänge der vorherigen Konzertübertragung nicht im linearen Programm zu hören, aber in der ARD Audiothek verfügbar.


do – 04.08.2022


17:50 bis 18:00 | SWR 2
SWR2 Jazz vor sechs

19:35 bis 20:00 | MDR Kultur
MDR KULTUR Jazz Lounge

20:03 bis 22:00 | Deutschlandfunk Kultur
Konzert: Gezeitenkonzerte

Theater an der Blinke Leer. Aufzeichnung vom 01.08.2022

Igor Strawinsky: Concerto in D | Nikolai Kapustin: Variationen für Jazztrio op. 41 / Konzert für Klavier und Orchester Nr. 4 | Modest Mussorgsky: „Bilder einer Ausstellung“ (bearbeitet für Jazztrio und Kammerensemble von Yaron Gottfried)

Frank Dupree, Klavier; Jakob Krupp, Kontrabass; Meinhard „Obi“ Jenne, Perkussion. Württembergisches Kammerorchester Heilbronn. Leitung: Case Scaglione

21:05 bis 22:00 | Deutschlandfunk
JazzFacts: Neues von der improvisierten Musik
Am Mikrofon: Michael Engelbrecht

22:30 bis 23:30 | BR-KLASSIK‘
Horizonte: Die Komponistin Liza Lim und ihr „Annunciation Triptych“

Liza Lim: „Annunciation Triptych“ (Uraufführung) (Emily Hindrichs, Sopran; WDR Sinfonieorchester: Cristian Macelaru). Kompositionsauftrag von WDR, BR, SWR und BBC. Aufnahme vom 29. April 2022 in der Kölner Philharmonie. In ihrem „Verkündigungs-Triptychon“ beschäftigt sich die australische Komponistin Liza Lim mit drei großen Frauenfiguren der Weltgeschichte: der antiken Lyrikerin Sappho, Maria Muttergottes sowie Fatima al-Zahra, Tochter des Propheten Mohammed. Beim Festival „Acht Brücken“ in Köln wurde das Werk Ende April uraufgeführt. BR-KLASSIK bringt den Mitschnitt mitsamt Erläuterungen der Komponistin.

23:03 – 24:00 | Ö1
Schnittpunkte der Musik – Limmitationes. Musikalische Höhepunkte aus dem Konzertjahr 2021/2022. (Teil 1)

Bereits zum 44. Mal fand heuer das Festival Schnittpunkte der Musik im südburgenländischen Heiligenkreuz statt, veranstaltet von Limmitationes. Udo Preis lud einmal mehr zu einem wohl kuratierten Programm aus verschiedenen musikalischen Richtungen ins dortige Gasthaus Pummer. Von punkig laut bis introvertiert und leise können die musikalischen Stimmungen hier reichen, Singer/Songwriter:innen waren bereits ebenso zu Gast wie Jazz-affine Impro-Gruppen. Wir lassen in zwei Zeit-Ton Sendungen die diesjährige Festival-Ausgabe noch einmal Revue passieren und präsentieren gemeinsam mit Udo Preis noch weitere musikalische Höhepunkte aus dem vergangenen Limmitationes-Konzertjahr. Gestaltung: Xavier Plus

23:30 – 0:00 UHR | ARD Radiofestival. Jazz
AMERICANDALUSIA: Der Flamenco-Jazz-Pionier Chano Domínguez

Von Thomas Haak. „Es ist, als hielte ich zwei Kartenspiele in meinen Händen“ – beschreibt der andalusische Kosmopolit seine Mixturen, die er mittlerweile in New York kreiert, wo auch seine 2012 für einen Grammy nominierte Miles Davis-Hommage „Flamenco Sketches“ entstand. Für sein neues Album „Chabem“ hat Chano Domínguez die Blätter des Jazz und Flamenco neu gemischt und zusammen mit dem Mandolinisten Hamilton de Holanda mit einigen Karten der brasilianischen Musik versehen. Gemäß der alten Domínguez-Maxime: „Musik ist wie die gute Küche. Man nimmt von diesem und jenem bis man die richtige Mischung zusammen hat.“


fr – 05.08.2022


14:05:00 | Ö1
Das Antonio Farao Trio beim Klavier-Festival Ruhr 2021

Der 1965 in Rom geborene Pianist Antonio Farao hatte und hat sehr prominente US-amerikanische Bewunderer: Sowohl der viel zu früh verstorbene Tastenkollege Kenny Kirkland als auch Herbie Hancock haben sich enthusiastisch über das Spiel von Farao geäußert. Und beide haben dort auch ihre Spuren hinterlassen.

Neben Faraos makelloser Technik ist besonders sein Swing-Gefühl hervorzuheben, das durch und durch amerikanisch ist. Am 6. September 2021 gastierte Antonio Farao im klassischen Klaviertrioformat zusammen mit dem afroamerikanischen Kontrabassisten Ameen Saleem und dem deutschen Schlagzeuger Guido May im deutschen Oberhausen beim Klavier-Festival Ruhr. Neben Eigenkompositionen gab es auch zwei Jazzstandards zu hören: „Seven Steps to Heaven“ und John Coltranes „Giant Steps“ -beide Versionen in halsbrecherischen Tempi. Gestaltung: Klaus Wienerroither

17:50 bis 18:00 | SWR 2
SWR2 Jazz vor sechs

19:05 bis 19:54 | SWR 2
SWR2 Tandem: Songs der Woche – Moderation. Redaktion: Tristan Reiling

Die besten Tracks aus Pop, Jazz und Global Pop. Gehen in den Kopf, in die Beine, manchmal ins Herz.

19:35 bis 20:00 | MDR Kultur
MDR KULTUR Jazz Lounge

23:03 – 24:00 | Ö1
Schnittpunkte der Musik – Limmitationes. Musikalische Höhepunkte aus dem Konzertjahr 2021/2022. (Teil 2)

Bereits zum 44. Mal fand heuer das Festival „Schnittpunkte der Musik“ im südburgenländischen Heiligenkreuz statt, veranstaltet von Limmitationes. Udo Preis lud einmal mehr zu einem wohl kuratierten Programm aus verschiedenen musikalischen Richtungen ins dortige Gasthaus Pummer. Von punkig laut bis introvertiert und leise können die musikalischen Stimmungen hier reichen, Singer/Songwriter:innen waren bereits ebenso zu Gast wie Jazz-affine Impro-Gruppen. Wir lassen in zwei Zeit-Ton Sendungen die diesjährige Festival-Ausgabe noch einmal Revue passieren und präsentieren gemeinsam mit Udo Preis noch weitere musikalische Höhepunkte aus dem vergangenen Limmitationes-Konzertjahr. Gestaltung: Xavier Plus

23:30 – 0:00 UHR | ARD Radiofestival. Jazz
Aktuelle Aufnahmen und Alben

Von Heidi Eichenberg. „File Under Jazz“ – mit diesem Hinweis versehen manche Plattenfirmen ihre Neuveröffentlichungen, damit es nicht zu Missverständnissen kommt in den Verkaufs-Regalen der CD-Geschäfte und in den Sparten der Streaming- und Download-Portale. Was dann dort tatsächlich alles unter „Jazz“ einsortiert wird, ist immer noch extrem breit gefächert: nicht nur stilistisch, sondern auch qualitativ. Selbst für Fans kann es da schwer sein, sich zu orientieren. Einmal in der Woche präsentierten deshalb die Autor*innen des ARD Radiofestivals bemerkenswerte Neuerscheinungen aus der vielfältigen Welt des Jazz.

HINWEIS: Diese Sendung ist wegen Überlänge der vorherigen Konzertübertragung nicht im linearen Programm zu hören, aber in der ARD Audiothek verfügbar.

sa – 06.08.2022

09:05 bis 10:00 | SWR 2
SWR2 Musikstunde: Jazz across the border

Mit Günther Huesmann. Der wohl auffallendste Trend im aktuellen Jazz ist seine fortschreitende Globalisierung. Entstanden um 1900 in den USA als hybride Musik, ist der Jazz durch die Idee groß geworden, dass es sich immer lohnt, wenn man sich auch mit etwas Anderem beschäftigt als nur mit sich selbst. Die in der Improvisation angelegte Idee des Dialogs erleichtert es Jazzmusikern, sich anderen Stilen und Musikkulturen zu öffnen. So ist Jazz zu einer „global language“ geworden. „Jazz across the border“ hört auf unterhaltsam-informative Weise hin.

14.00 Uhr | Das Ö1 Hörspiel
„Dramolette“. Von Antonio Fian. Mit Cornelius Obonya

Ton: Martin Leitner. Schnitt: Manuel Radinger. Regie: Harald Krewer (ORF 2022). Antonio Fian, 1956 in Klagenfurt geboren und seit mehr als vier Jahrzehnten in Wien wohnhaft, ist vor allem für seine Dramolette bekannt – satirische Minidramen oder Kürzest-theaterstücke, die das österreichische Kultur- und Geistesleben kommentieren und des Öfteren Bezug auf aktuelle Ereignisse nehmen. Alle vierzehn Tage erscheint in der Tageszeitung „Der Standard“ ein als Dialogstück, Versepos oder in Gedichtform verfasstes Dramolett. Fians gesammelte „Dramolette“ sind im Verlag Droschl erschienen.

Im ständigen Spannungsverhältnis zwischen Literatur und Wirklichkeit werden konkrete Ereignisse zu Versatzstücken von Antonio Fians literarisch-satirischen Absichten. Stoff bieten Gespräche aus Wiener Cafés oder Waldviertler Gasthäusern genauso wie aktuelle Geschehnisse aus Politik und Kultur. So vielfältig wie die Schauplätze sind auch Antonio Fians Figuren. Bekannte Persönlichkeiten wie André Heller, Michael Köhlmeier oder Hermann Nitsch treten auf, aber vor allem ganz ‚gewöhnliche’ Menschen, deren Leben, Lieben und Leiden der Autor mit Humor und fallweise großer Tragik beleuchtet.

17:05 bis 17:55 | Bayern 2
Jazz & Politik: Politisches Feuilleton

17:50 bis 18:00 | SWR 2
SWR2 Jazz vor sechs

19:00 bis 20:00 | hr2-kultur
Live Jazz: Deutscher Jazzpreis 2022 | Bremen, April 2022

Am Mikrofon: Daniella Baumeister. Deutscher Jazzpreis 2022 – Preisverleihung mit Konzertabend, unter anderem mit: Das Kondensat || Gebhard Ullmann, ts, elt | Oliver Potratz, elb, elt | Eric Schaefer, dr, perc, synth |

Reza Askari, b | Moritz Baumgärtner, dr || Sylvie Courvoisier – Solo || Sylvie Courvoisier, p | Metropol Theater, Bremen, April 2022

19:30 bis 20:00 | MDR Kultur
MDR KULTUR Jazz Lounge

23:35:00 | Ö1
Berndt Luef im Gespräch, Robert Sölkner bei Outreach 2021

Er ist ein Meister der lyrischen Zwischentöne und der einfühlsamen Jazzballaden: Der steirische Vibrafonist Berndt Luef prägt schon seit Jahrzehnten die Grazer Jazzszene, u. a. mit dem Musikerkollektiv Jazztett Forum Graz und seinem seit nunmehr 40 Jahren bestehenden Trio, das erst unlängst ein neues Album mit dem Titel „BeViTho“ präsentierte.

Aus Anlass seines 70. Geburtstages am 9. August 2022 wird Berndt Luef über seine künstlerischen und organisatorischen Aktivitäten sprechen (beispielsweise das von ihm verantwortete Festival „Herbstzeitlose“), über die Verknüpfung von musikalischen und politischen Themen in seinen Eigenkompositionen wie auch über die gegenwärtigen Herausforderungen für freischaffende Künstler:innen.

Die Ö1 Konzertaufnahme dieser Jazznacht kommt vom Outreach-Festival in Schwaz in Tirol: Der Innsbrucker Pianist Robert Sölkner trat dort am 4. August 2021 mit seinem Quartett auf, bestehend aus Martin Ohrwalder (Trompete), Dragan Trajkovski (Kontrabass) und Tobias Steinberger (Perkussion). Damit und einem hervorragenden Streicherensemble ließ Sölkner einige seiner von Reisen inspirierten Eigenkompositionen erklingen.

Außerdem gibt es wie immer ein Jazznacht-Magazin mit aktuellen Terminen und eine Würdigung des Schlagzeugers Jack DeJohnette zu dessen 80. Geburtstag am 9. August. Gestaltung: Gerhard Graml


so – 07.08.2022


00:05:00 | Ö1
(Fortsetzung) Berndt Luef im Gespräch, Robert Sölkner bei Outreach 2021

Er ist ein Meister der lyrischen Zwischentöne und der einfühlsamen Jazzballaden: Der steirische Vibrafonist Berndt Luef prägt schon seit Jahrzehnten die Grazer Jazzszene, u. a. mit dem Musikerkollektiv Jazztett Forum Graz und seinem seit nunmehr 40 Jahren bestehenden Trio, das erst unlängst ein neues Album mit dem Titel „BeViTho“ präsentierte.

Aus Anlass seines 70. Geburtstages am 9. August 2022 wird Berndt Luef über seine künstlerischen und organisatorischen Aktivitäten sprechen (beispielsweise das von ihm verantwortete Festival „Herbstzeitlose“), über die Verknüpfung von musikalischen und politischen Themen in seinen Eigenkompositionen wie auch über die gegenwärtigen Herausforderungen für freischaffende Künstler:innen.

Die Ö1 Konzertaufnahme dieser Jazznacht kommt vom Outreach-Festival in Schwaz in Tirol: Der Innsbrucker Pianist Robert Sölkner trat dort am 4. August 2021 mit seinem Quartett auf, bestehend aus Martin Ohrwalder (Trompete), Dragan Trajkovski (Kontrabass) und Tobias Steinberger (Perkussion). Damit und einem hervorragenden Streicherensemble ließ Sölkner einige seiner von Reisen inspirierten Eigenkompositionen erklingen.

Außerdem gibt es wie immer ein Jazznacht-Magazin mit aktuellen Terminen und eine Würdigung des Schlagzeugers Jack DeJohnette zu dessen 80. Geburtstag am 9. August. Gestaltung: Gerhard Graml

14:00 bis 16:00 | hr2-kultur
Menschen und ihre Musik – Alter Schwede! – Mr Redhorn Nils Landgren macht Programm.

Er ist einer der weltbesten Posaunisten und einer der prominentesten Jazzmusiker weltweit. Und er ist ein richtig sympathischer Typ. In seiner Weltkarriere ist Nils Landgren ganz normal geblieben: „Alter Schwede“ halt. Und so war er auch gleich bereit und begeistert von der Idee, „seine eigene“ Sendung zu gestalten. In „Menschen und ihre Musik“ erzählt Nils Landgren über seine Leidenschaften, seine Einflüsse und natürlich auch viel über sich.

17:10:00 | Ö1
Historische Aufnahmen aus China

Im China der 1930er werden erstmals ganz unterschiedliche Dialekte standardisiert. Grammophone, Radios und Lichtspielkinos tragen diese vereinheitlichte Aussprache massenhaft hinaus ins Land -wie auch sieben Sängerinnen in Shanghai. Sie geben der jungen chinesischen Republik ein Gesicht -bzw. sieben Gesichter -und einen kosmopolitschen Klang. Einige geraten in die Wirren des Zweiten Weltkriegs, andere in die Wirren der kommunistischen Kulturrevolution, in der ihre Lieder als vulgär und burgeois gelten.

Stefan Niederwieser stellt Ihnen in einem „Spielräume Spezial“ Zhou Xuán, Yáo Lì, Bái Guang, Bái Hóng, Wú Ying Yin, Gong Qiuxiá und Li Xiang Lán vor. Gestaltung: Stefan Niederwieser

19:00 bis 20:00 | hr2-kultur
hr-Bigband: Konzerte und Produktionen u.a. mit: Roberto Fonseca – Cuba 2.0

Am Mikrofon: Jürgen Schwab. Auf der musikalischen Landkarte ist das kleine Kuba vor allem eines: die Heimat des großen Buena Vista Social Club. Einen Pianisten wie Roberto Fonseca darauf zu reduzieren, wäre fatal. Aber es ist richtig: Er hat sich als Nachfolger des legendären Rubén Gonzáles mit über 400 Konzerten weltweit seine Sporen als Pianist des „Clubs“ verdient. Seitdem hat Fonseca für viele Stars der kubanischen Musik wie Omara Portuondo oder Ibrahim Ferrer als Arrangeur, Produzent und Musiker gearbeitet. Als Jazzpianist ist Fonseca unterdessen zu einer eigenen Marke der kubanischen Musikszene aufgestiegen. Er verkörpert Kuba auf einer nächsten musikalischen Stufe, indem er nach neuen Klängen und Verbindungen zu anderen Musikstilen sucht. Und wer könnte da besser fündig werden als Fonseca, der den „Son Cubano“ von den ganz Großen gelernt hat und ihn nun weltoffen, technisch präzise und mit sicherem Gespür für Melodien und Rhythmus weiterführt? Hören Sie heute den zweiten Teil des Konzertes von Roberto Fonseca mit der hr-Bigband.

19:34:00 | Ö1
Max Nagl Quintett spielt „Pdorvk“

Max Nagls Wortschöpfung „Pdorvk“ ist weniger lautmalerisch als der cartoonesken Onomatopoesie verpflichtet -und der Name eines facettenreichen Programms des aus Oberösterreich stammenden und in Wien lebenden Altsaxofonisten, das 2020 auf CD vorgelegt wurde. Das dafür zusammengerufene Quintett ging aus dem Max-Nagl-Konzert beim Jazzwerkstatt-Wien -Festival 2017 hervor: Drei Bläser -Nagl, Trompeter Martin Eberle und Posaunist Phil Yaeger -agieren auf Basis des von Pianist Georg Vogel und Kontrabassist Gregor Aufmesser geschaffenen rhythmisch-harmonischen Fundaments. Stilistisch entgrenzte Ausgelassenheit mit einigen traditionalistischen Anklängen wechselt sich hier mit komplexen Harmonien ab. Anthony Braxtons Quartett-Arbeiten der 1970er-Jahre -seine Komposition „23B“ steht auf dem Programm -sind in „Pdorvk“ eine der Inspirationsquellen des in Gmunden geborenen und in Ohlsdorf aufgewachsenen Max Nagl.Diese Ö1 Radiosession wird gefördert durch die Verwertungsgesellschaft Rundfunk GmbH (VGR). Gestaltung: Helmut Jasbar

20:00 bis 23:00 | hr2-kultur
LIVE aus Nürnberg: Stars im Luitpoldhain – Wolfgang Haffner & Friends

Soul, Pop, Swing und Funk – alles, was groovt, relaxt und Stimmung macht, das präsentiert „Deutschlands coolster Musiker“, der Schlagzeuger Wolfgang Haffner mit Freunden und Weggefährten beim Nürnberger Jazz Open Air.

Es ist das Pendant zu den beiden Nürnberger Klassik Open Airs: Die Stars im Luitpoldhain, das dritte Umsonst-und-im-Freien-Mega-Event in der weiträumigen Parkanlage der Frankenmetropole. 2022 findet es zum fünften Mal statt, und für das kleine Jubiläum sind so viele tolle Musikerinnen und Musiker zu Gast wie niemals zuvor. Unter dem internationalen Star-Aufgebot: die legendäre Funk-Fusion-Band „Mezzoforte“ aus Island, die Downbeat-Magier „Nightmares on Wax“ aus England, die US-amerikanische Pop- und R&B-Sängerin Cassandra Steen und „Mr. Red Horn“ Nils Landgren, der Super-Posaunist aus Schweden. Den satten Sound lieferte die German All Star Big Band und Jörg Achim Keller. „Who could ask for anything more?“

20:36:00 | Ö1
Jack DeJohnette: „Parallel Realities“ (1990)

Im Jahr 1990 bildet Schlagzeuger Jack DeJohnette mit Gitarrist Pat Metheny sowie Pianist und Keyboarder Herbie Hancock eine echte Jazz-“Supergroup“. „Parallel Realities“ heißt das in diesem Jahr aufgenommene Album des Trios, welches elegant zwischen Jazz und Pop-bzw. Rockeinflüssen changiert. DeJohnette, der auch ein veritabler Pianist ist, spielt hier neben Schlagzeug auch Keyboardbass. Die Hälfte der Kompositionen stammt von ihm, die anderen großteils von Pat Metheny, darunter das titelgebende Stück „Parallel Realities“. Herbie Hancock glänzt auf diesem Tonträger vor allem mit seinen pianistischen Beiträgen. Aus Anlass des 80. Geburtstag von Jack DeJohnette am 9. August 2022 sei dieses bemerkenswerte Album aus dem Regal geholt. Gestaltung: Klaus Wienerroither

22:08 – 23:00 | Ö1
Neue Musik aus dem Landesstudio Vorarlberg – 50 Jahre Landesstudio Vorarlberg. Neue Töne aus dem Ländle

Vom Bregenzer Wald bis ins Südburgenland, von der Mozartstadt bis nach Bozen. Die ORF-Landesstudios sind Außenstellen des ORF in den einzelnen Bundesländern. Dort wird aber nicht nur volles (trimediales) Programm für die Radio-, Fernseh- und Online-Angebote des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Österreich produziert, sondern auch eine Menge Aufnahmen Neuer Musik, welche im ORF-Gesetz unter der „Berücksichtigung und Förderung der österreichischen künstlerischen und kreativen Produktion“ auch festgeschrieben ist.

Was sich dort in vergangenen fünf Jahrzehnten in puncto zeitgenössischer Musik getan hat, darüber hat Andreas Maurer mit Kolleg:innen aus den Landesstudios gesprochen, die dazu auch einige spannende ORF-Mitschnitte aus den Archiven ausgegraben. Eine Sendung anlässlich der „Zeit-Ton-Extended“-Reihe zu den 50. Geburtstagen der Landesstudios. Gestaltung: Stefan Höfel, Andreas Maurer

23:00 bis 00:00 | ARD Radiofestival
ARD Radiofestival 2022 – Hörbar – Musik grenzenlos – Handverlesene Musik aus aller Welt

Musik ohne Grenzen serviert die Hörbar sonntags zu später Stunde. Ob Globale Musik, Chanson, Folk, Jazz, Singer/Songwriter, Klassik oder Filmmusik – hier ist alles möglich, was gefällt und sich gut kombinieren lässt. Ein Menü mit handverlesenen Zutaten aus aller Welt, das Genregrenzen überwindet, Klänge ganz unterschiedlicher Herkunft zu einem gemeinsamen Flow verbindet und zum entspannten Zuhören einlädt.

Am Hörbar-Tresen: Bianca Schwarz (Moderation). Barkeeper: Martin Kersten (Musikauswahl). Eine Produktion von hr2-kultur

 

 

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