Jazz im Radio. Foto/Montage: Hufner
Jazz im Radio Foto: Martin Hufner

Die erweiterte Jazz-Radiowoche vom 23.05. bis 29.05.2022

Ein kleiner Blick in die Radiowoche 21. Die Übersicht zum Download als PDF. Alle Angaben ohne Gewähr. Aktuell wieder ergänzt mit den tollen Sendungen zur Neuen Musik von BR-KLASSIK und Ö1.

Inhalt

Senderliste:


mo – 23.05.2022


17:50 bis 18:00 | SWR 2
SWR2 Jazz vor sechs

19:30: 00 | Ö1
Oliver Welter und Clara Frühstück mit Schubert im RadioKulturhaus

Da spitzten sowohl Indie-Rock-Freaks als auch Klassik-Gourmets die Ohren: Oliver Welter, raue, charismatische Lead-Stimme der Kärntner Band-Institution Naked Lunch, und Clara Frühstück, klassische Pianistin in Wien, interpretieren den berühmtesten Lieder-Zyklus der Musikgeschichte, komponiert vom genialen Songwriter Franz Schubert.

Nach der Premiere am 11. Juni letzten Jahres im Wiener Akademietheater war diese schaurig-schöne Fassung der „Winterreise“ am 14. Februar 2022 im Großen Sendesaal des Wiener RadioKulturhauses zu erleben -vor einem entrückten, beglückten, tief bewegten Auditorium. Wie schrieb doch Ö1 Kollege Rainer Elstner über das Programm: „Clara Frühstück und Oliver Welter erklommen den Gipfel des Great Austrian Songbook und spielten eine ‘Winterreise’, die den Atem stocken ließ. Keine aufgepeppte Version, keine Behübschung, sondern ein behutsames Nach-Denken der Lieder in Form existenziell markerschütternder Songs, denen Zeit zum Reifen gegeben worden ist. Jedes Lied ein Treffer. In Hans Zenders Sinne eine komponierte Song-Interpretation mit Klavier und E-Gitarre. Gänsehaut vom ersten Ton an.“ . Gestaltung: Andreas Felber

20:03 bis 21:30 | Deutschlandfunk Kultur
In Concert: jazzahead!

Laila Biali Trio: Laila Biali, Gesang und Klavier; George Koller, Bass; Ben Wittman, Schlagzeug. Moderation: Matthias Wegner

Bei der diesjährigen jazzahead! in Bremen stand die vitale kanadische Jazzszene im Fokus. Das Galakonzert des Festivals eröffnete die Sängerin und Pianistin Laila Biali mit ihrem Trio. Ähnlich wie bei ihren Landsleuten Diana Krall, Michael Bublé oder Joni Mitchell, begegnen sich auch in der Musik von Laila Biali Jazz und Popmusik mit offenen Armen. Ihre Spiel- und Gesangshaltung ist direkt, fokussiert und voll klanglicher Schönheit.

21:05 – 22:49, DLF Köln
Messe noire

Neue DLF-Produktion mit Musik von Lourié, Staude, Skrjabin, Wyshnegradsky. Am Mikrofon: Hanno Ehrler

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: Zum 100. Geburtstag des Komponisten Iannis Xenakis – Ein Porträt

Eine Sendung von Svenja Wieser

22:30 bis 23:00 | hr2-kultur
Jazz Now: Aus dem Dschungel der Neuveröffentlichungen

Am Mikrofon: Jürgen Schwab. Heute mit: Ingrid Laubrock & Andy Milne: Fragile | Or Bareket: Sahar | Jürgen Friedrich Large Ensemble: Semi Song

22:50 bis 23:00 | SWR 2
SWR2 Jazz vor elf

23:03 – 24:00 | Ö1
Junge Menschen kreieren Neue Musik (1) – Mach doch einfach was du willst! Junge Musik bei Wien Modern 2021

Das mittlerweile schon traditionelle Konzert der Jungen Musik bei Wien Modern ist eine Zusammenarbeit der Musikschulen Wien und der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik (IGNM). Cordula Boesze hat sich, zusammen mit zahlreichen Musiklehrerinnen und Musiklehrern, zum Ziel gesetzt, jungen Menschen zeitgenössische Musik zu vermitteln. Dass der Wunsch in Erfüllung geht, merkt man den begeistert und mit vollem Engagement spielenden Schüler/innen an. 2021 war es uns allen leider nicht möglich, ihr Konzert live im Konzertsaal zu erleben. Doch Kameras und Mikrophone waren als Publikum dabei und „Zeit-Ton“ dient seinerseits als Vermittler und bringt Ihnen das Konzerterlebnis nun zum Nachhören ins Wohnzimmer – oder an anderen Ort. Das Besondere an der Jungen Musik ist u.a., dass die Schüler/innen zum Teil selbst dazu angeregt werden, Konzepte zu entwickeln und regelmäßig mit Komponierenden zusammen arbeiten können.

„Das Motto von Wien Modern 2021, ‘Mach doch einfach, was du willst’, ist eine großartige Möglichkeit für die jungen Musikerinnen und Musiker, nach so langer Zeit des verordneten musikalischen Schweigen-Müssens so richtig zu zeigen, was in ihnen steckt“, schreibt Cordula Boesze im Pressetext. Dramaturgisch und organisatorisch stand ihr diesmal Holger Busch zur Seite.  Gestaltung: Nina Polaschegg

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
BR-KLASSIK – Jazztime: Jazztoday: Zum 75.Geburtstag von Richie Beirach

Das amerikanische Jazzklavier-Schwergewicht in ganz unterschiedlichen Formaten – Solo, im Duo, Trio und im Quartett. Mit Dave Liebman, George Mraz, Billy Hart, Gregor Hübner und anderen. Präsentiert von Henning Sieverts

di – 24.05.2022

01:05 bis 05:00 | Deutschlandfunk Kultur
Tonart: Jazz – Moderation: Oliver Schwesig

09:05 bis 10:00 | Bayern 2
radioWissen: Karl Wolfskehl und Schwabing – Erste Radiosendung mit Jazz in Deutschland. Von Frank Halbach

Karl Wolfskehl: Der Zeus von Schwabing muss ins Exil. Autor: Leo Hoffmann / Regie: Rainer Schaller. 1947 veröffentlicht der Zürcher Origo-Verlag ein schmales Din-A5-Heft mit dem Gedicht „An die Deutschen“ – vier Strophen, ein Abgesang. Sein Autor, Karl Wolfskehl, hatte als „Zeus von Schwabing“ Münchens Literaturszene beherrscht. Sowohl Jünger von Stefan George als auch im Kreis der „Kosmiker“ fördert er die Künstler des Blauen Reiter, netzwerkt mit Philosophen und Historikern, verreist mit Alfred Kubin, gründet die Münchner Rotarier. Zum Jour fix und den Maskenfesten von Karl und Hanna Wolfskehl erscheinen die Kunst, Literatur und Musik prägenden Größen der Stadt. Als die Inflation sein Vermögen verschlingt, muss der Büchersammler und Weinkenner als Autor, Übersetzer und Lektor Geld verdienen. 1933 zerstören die Nazis sein literarisch-künstlerisches Leben: Weil er Jude ist, flieht Wolfskehl über die Schweiz nach Italien und von dort 1938 nach Neuseeland. Als „Exul Poeta“ reißt er sich dichtend von seiner geistigen Heimat los. „An die Deutschen“ ist seine Abrechnung: „Euer Wandel war der meine“.

Mythos Schwabing – vom Vorstadtdorf zum Treffpunkt der Avantgarde. Autorin: Ulrike Beck / Regie: Eva Demmelhuber. Schwabing ist weit mehr als ein Stadtteil Münchens. Es ist ein Ort, der längst zum Mythos geworden ist. Dank seiner glanzvollen Zeit zwischen 1890 und 1914, als München zum Magneten für Künstler aus aller Welt wurde und das ursprüngliche Dorf Schwabing zum Viertel, in dem sich Maler, Schriftsteller, Musiker, Journalisten und Freigeister niederließen. Schwabing wird zum „Welt-Vorort des Geistes“, zum „bayerischen Montmartre“. Ein Ort, in dem die Bohemiens sich in Cafés, Wirtshäusern und literarischen Zirkeln treffen und trotz Zensurgesetz in einer nie da gewesenen Freiheit Grenzen überschreiten und ausdehnen. Egal, ob sie aus Husum, Lübeck oder Hannover kommen: Die Künstler sind die „Schwabinger Schlawiner“. Die große Zeit der Bohemiens endet jedoch jäh mit dem Beginn des Ersten Weltkrieges, und erst nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges beginnt der Geist Schwabings sich wieder zaghaft zu regen. Schwabing wird zunächst zum Amüsierviertel und dann 1962 zum Schauplatz der „Schwabinger Krawalle“. Tagelang liefern sich Polizei und Protestanten Straßenschlachten. Die Schwabinger Krawalle gelten als Vorläufer einer neuen Ära, der 68-Bewegung, die in der ganzen Bundesrepublik gegen das Establishment aufbegehrt. Eine Zeit, in der ein ganz anderer Zeitgeist wehte, als heute. Auch in Schwabing.

15:05 bis 16:00 | Bayern 2
radioWissen am Nachmittag: Vergnügen, Macht und Öffentlichkeit – Das Kalenderblatt: 24.5.1924 – Erste Radiosendung mit Jazz in Deutschland. Von Frank Halbach

Römische Thermen – Badekultur und Herrschaftsanspruch. Autorin: Julia Devlin / Regie: Martin Trauner. Die Thermen, die die römischen Kaiser bauen ließen, sind selbst als Ruinen noch beeindruckend. Staunend steht man in Rom vor den Überresten aus Ziegeln und Beton und versucht sich die Pracht vorzustellen, die zeitgenössische Schriftsteller beschrieben: kostbarer Marmor, polierter Granit, aufwendige Mosaiken. Die Badekultur war ein allgegenwärtiger Bestandteil römischen Lebens, in der Metropole Rom wie in abgelegenen Provinzstädten, und selbst die Legionslager an den unwirtlichen Außengrenzen des Imperium Romanum hatten ihre Militärbäder. Die Herrschenden förderten die Badekultur. Sie manifestierten und rechtfertigten dadurch ihren Machtanspruch und setzten sich durch die Opulenz der Badeanlagen, aber auch durch eine subtile Symbolik ein Denkmal. Denn wer Feuer und Wasser, die für die Badefreuden essentiellen Elemente beherrschte, dem konnte man getrost auch die Regierungsgeschäfte anvertrauen.

Der Berliner Sportpalast – Nazi-Aufmärsche, Ballfeste, Radrennen: Autorin: Renate Eichmeier / Regie: Eva Demmelhuber. Der Berliner Sportpalast war ein Palast der Superlative. 1910 als größte Veranstaltungshalle Berlins eröffnet, sollte er dem exponentiellen Bevölkerungswachstum gerecht werden: eine Halle für Massenveranstaltungen, mit der damals größten Kunsteisbahn in Europa und mit Eintrittspreisen, die für Menschen aller Schichten erschwinglich waren. Aber trotz der Superlative schrammten die wechselnden Betreiber immer wieder knapp an der Pleite vorbei – sogar in den massenbewegten Zwanziger Jahren, als der Sportpalast einen Boom erlebte. Während eine Sportschule umfangreiche Trainingsmöglichkeiten für männliche wie weibliche Sportwillige bot, sorgte ein breites Veranstaltungsangebot für ein volles Haus: Eishockey, Boxkämpfe, das jährliche Sechstagerennen, Konzerte, Tanzpartys … Auch politische Gruppen aller Couleur mieteten die Halle für ihre Zwecke. Nicht zuletzt die aufstrebenden Nationalsozialisten nutzten den Sportpalast für Massenkundgebungen – und blieben ihm auch nach der Machtübernahme treu. 1943 inszenierte Goebbels dort seine berüchtigte Rede „Wollt ihr den totalen Krieg“. 1973 wurde der Sportpalast abgerissen.

17:50 bis 18:00 | SWR 2
SWR2 Jazz vor sechs

20:05 bis 21:00 | SWR 2
SWR2 Jazz Session: Pedernal – Das Susan Alcorn Quintett beim Jazzfest Berlin 2021

Von Julia Neupert. Es war Susan Alcorns Debüt als Bandleaderin beim Jazzfest Berlin 2021 und einer der Höhepunkte des Festivals. Zu dessen Eröffnung trat die Pedal-Steel-Gitarristin mit ihrem Quintett in der stimmungsvollen Atmosphäre der Kuppelhalle des Silent Green auf. So ungewöhnlich ihr Instrument außerhalb der Country-Musik immer noch ist, so ungewöhnlich sind auch die Kompositionen von Alcorn, inspiriert von Iannis Xenakis, lateinamerikanischer Musik, Science Fiction, klassischer indischer Musik und der Wüsten-Landschaft um den Tafelberg Cerro Pedernal in New Mexiko.

20:10 bis 21:00 | Deutschlandfunk
Hörspiel: Tote haben alle dieselbe Haut – Von Boris Vian

Übersetzung aus dem Französischen: Asma Semler. Bearbeitung und Regie: Regine Ahrem. Mit Hans Peter Hallwachs, Bernhard Schütz, Antje von der Ahe, Jockel Zschirsch, Katja Teichmann, Hermann Treusch, Monika Hansen, Joachim Schönfeldt, Karl-Heinz Choinsky, Julia Mohn, Peter Groeger, Tilla Kratochwil, Wolfgang Bauernfeind. Ton und Technik: Peter Avar und Katrin Witt. Produktion: RBB 2003. Länge: 47’10

In den 1950er-Jahren gelten Schwarze in den USA als Menschen zweiter Klasse, selbst im Melting Pot New York. Da ist es kein Wunder, wenn jemand wie Dan seine Chance nutzt, der alltäglichen Diskriminierung zu entgehen – wenn nötig, mit allen Mitteln.

New York, 1952. Dan arbeitet als Rausschmeißer in einer Bar. Er hat eine weiße Frau und ein weißes Kind und bei Gelegenheit lässt er sich mit einem der weißen Animiermädchen aus der Bar ein. Dan sieht auch aus wie sie: weiß. Niemand käme auf die Idee, dass sein Großvater, ein Hafenarbeiter aus St. Louis, ein Schwarzer war. Dan versucht, seine Familie zu vergessen. Jahrelang ist ihm das gelungen – bis eines unseligen Tages sein dunkelhäutiger Bruder Richard bei ihm auftaucht, um ihn zu erpressen. Richard weiß genau, dass Dan alles verlieren würde, wenn seine Herkunft bekannt würde. Die Weißen würden ihn nie unter sich dulden. Von nun an fühlt Dan sich in ständiger Bedrohung. Er muss Richard loswerden, irgendwie. Am besten für immer.

Boris Vian (1920-1959) war zunächst Ingenieur, dann Übersetzer, Redakteur einer Musikzeitschrift, Chansonnier, Schauspieler und Jazz-Musiker. Er bewegte sich in den Kreisen der Surrealisten und Existenzialisten um Raymond Queneau und Jean-Paul Sartre. Sein Roman „Tote haben alle dieselbe Haut“ von 1947 gehört zu den drastischen Imitationen amerikanischer Pulp-Krimis, die Vian unter dem Pseudonym Vernon Sullivan veröffentlichte.

21:05 bis 22:00 | Deutschlandfunk
Jazz Live: Tradition und Freiheit – Aki Takase & Tama

Aki Takase, Piano; Jan Roder, Bass; Oli Steidle, Schlagzeug. Aufnahme vom 1.10.2021 beim Jazzfestival Leibnitz

Am Mikrofon: Karsten Mützelfeldt. Seit Jahrzehnten gilt Aki Takase – Japanerin mit Wahlheimat Berlin – als eine der originellsten und dynamischsten Pianistinnen des europäischen Jazz. Ihre Idee bei der Gründung des Trio Tama 2009 war es, jüngere Musiker um sich zu scharen. Im Bassisten Jan Roder und dem Schlagzeuger Oli Steidle fand sie Kollegen, die das freie Spiel und die swingende Jazz-Tradition gleichermaßen beherrschen. Nach langer Beschäftigung mit ihren historischen Helden stellt Takase mit Tama eigene Kompositionen in den Mittelpunkt – gewohnt virtuos und humorvoll, mit wuchtigen Cluster-Akkorden, schrillen Dissonanzen und halsbrecherischen Läufen, aber auch mit plötzlichen, lustvollen Zeitsprüngen in die Ära des Stride-Pianos, des Blues und Swing. Eine besondere Überraschung hatte die 2021 mit dem Deutschen Jazzpreis ausgezeichnete Takase beim Konzert auf dem Jazzfestival Leibnitz parat: Sie bat die Opernsängerin Mayumi Nakamura auf die Bühne, mit der sie Georges Bizets „Carmen“ improvisatorisch anging.

22:00 bis 00:00 | Bremen Zwei
Jazz Grooves

22:30 bis 23:00 | hr2-kultur
Jazz and More: An den Rändern des Jazz

Am Mikrofon: Bianca Schwarz. Heute mit: Beady Belle: Nothing But The Truth | Claude Evence Janssens: Flashes Of Light In A Slow Tear | Barakah: Koyo

22:50 bis 23:00 | SWR 2
SWR2 Jazz vor elf

23:03 – 24:00 | Ö1
Junge Menschen kreieren Neue Musik (2) – Eine Tiroler Plattform für junge Komponistinnen und Komponisten. Neue Werke zum Thema „50 Jahre Musik im Studio“

Seit 50 Jahren gibt es im Landesstudio Tirol die Reihe „Musik im Studio“, die von der E-Musik-Abteilung des Studios betreut wird. Eine Konzertreihe, die sich vor allem der zeitgenössischen und experimentellen Musik widmet. „Musik im Studio“ versteht sich auch in besonderem Maße als Plattform für ganz junge Komponist/innen und Musiker/innen – und so veranstaltet das Landesstudio seit zwölf Jahren auch die Reihe „Junge Komponist/innen im Studio“. Es ist eine Zusammenarbeit mit dem Tiroler Landeskonservatorium und dessen Ensemble KonStellation, unter der Leitung von Ivana Pristasova. Für dieses Konzert haben wir die jungen Studierenden gebeten, sich mit dem Thema „50 Jahre Musik im Studio“ auseinanderzusetzen. Gestaltung: Patrizia Jilg

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
BR-KLASSIK – Jazztime: News & Roots – Good Vibes

Aktuelle Produktionen der Vibraphonisten Stefan Bauer, Karl Ivar Refseth und Wolfgang Lackerschmidt. Auswahl und Moderation: Henning Sieverts


mi – 25.05.2022


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Chormusik: Von Iannis Xenakis bis Eleni Karaindrou – Die Vielfalt griechischer Chormusik des 20. Jahrhunderts

Moderation: Olga Hochweis. Auch wenn große Vokalwerke nicht im Zentrum seines Schaffens standen: Wir nehmen den 100. Geburtstag von Iannis Xenakis am 29.5.2022 zum Anlass, die griechische Chormusik jenseits von Mikis Theodorakis zu beleuchten. Yannis Markopoulos etwa, geboren 1939, ließ sich von Xenakis’ innovativen Ideen für eigene Musikprojekte inspirieren.

Einer der bedeutendsten Komponisten Griechenlands war Manos Hadjidakis (1925 -1994). Wie er hat auch Eleni Karaindrou, die im November 80 Jahre alt geworden ist, Musik für Theaterstücke und antikes Theater geschrieben und nicht zuletzt herausragende Filmmusiken für Theo Angelopoulos. Ländliche Volksmusiktraditionen spielen bei ihr ebenso eine Rolle wie Jazz und Avantgarde. Stilistisches Grenzgängertum scheint eine griechische Tugend.

17:50 bis 18:00 | SWR 2
SWR2 Jazz vor sechs

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
BR-KLASSIK – Classic Sounds in Jazz: „Pepper and Air“

Cool-swingende und luftig-schwebende Jazzklänge von Saxofonist Art Pepper, Sängerin Lilly-Ann Hertzman und anderen. Moderation und Auswahl: Ulrich Habersetzer

21:05 bis 22:00 | SWR 2
SWR2 NOWJazz: Brilliantes Interplay – Das Duo Jason Moran / Christian McBride beim Jazzfestival Esslingen 2021

Von Günther Huesmann. Tiefe Dialoge zu zweit: Zum ersten Mal in ihrer Karriere trafen Jason Moran, einer der spannendsten zeitgenössischen Pianisten, und Christian McBride, der unbestrittene König des swingenden und groovenden Kontrabassspiels und 7-malige Grammy-Gewinner, in einem Duo aufeinander. Ihre Interaktionen machten klar: Um zu großen musikalischen Wirkungen zu kommen, braucht es manchmal einfach nur zwei. Der Auftritt von Jason Moran / Christian McBride in der Stadtkirche St. Dionys gehörte zu den Höhepunkten des Jazzfestivals Esslingen 2021.

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: Zum 100. Geburtstag des Komponisten Iannis Xenakis

Iannis Xenakis: „Achorripsis“ (Orchestre Philharmonique de Luxembourg: Arturo Tamayo)

22:30 bis 23:00 | hr2-kultur
Jazzfacts: What’s going on? – Features, Interviews und was die Szene (um-)treibt

Am Mikrofon: Karsten Mützelfeldt. Es gibt so einige Exoten im Instrumentarium des Jazz. Auch wenn das manchmal für ein gewisses Aufhorchen sorgt – nicht immer geht das mit musikalischer Qualität einher. Heute stellt Karsten Mützelfeldt einige instrumentale Paarungen vor, die vielleicht nicht den allerhöchste Seltenheitswert haben, aber dennoch das Prädikat „besonders“ verdienen. Mit Musik u.a. von Steve Gadd, Michel Petrucciani, Sheila Jordan, Steve Swallow u.a.

22:50 bis 23:00 | SWR 2
SWR2 Jazz vor elf

23:03 – 24:00 | Ö1
Rückblick, Vorschau und aktuelle Veröffentlichungen – Zeit-Ton Magazin

Jeden Mittwoch präsentieren wir Ihnen ausgesuchte Veranstaltungstipps für die kommenden sieben Tage und die spannendsten Neuveröffentlichungen. Gestaltung: Marlene Schnedl

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
BR-KLASSIK – Jazztime: Jazz aus Nürnberg: Studio-Aufnahmen

Der Saxophonist Julian Bossert mit seiner Band „Tristano Unchained“ und im Duo mit dem Pianisten Johannes Billich auf der CD „Outsight“. Moderation und Auswahl: Beate Sampson


do – 26.05.2022


14.05 Uhr | Ö1
Literatur am Feiertag: „Vom Knödel wollen wir singen“. Kulinarische Gedichte und Geschichten. Mit Markus Meyer.

Zu allen Zeiten ist über das Essen phantasiert, räsoniert und philosophiert worden: Essen ist genussvolle, intelligente und hintersinnige Kunst. Es ist ein vitaler und sinnlicher Vorgang, der ebenso kultiviert wie heikel, ebenso vergnüglich wie ekelerregend sein kann. In literarischen Kostproben wird der physische, emotionale und kommunikative Vorgang des Essens beschrieben, gefeiert oder karikiert. Unter den ausgewählten Texten finden sich u.a. Satiren, Gedanken, Gedichte und Passagen aus der Erzählliteratur unterschiedlicher Epochen.

17:05 bis 17:50 | SWR 2
SWR2 Zeitgenossen: Joo Kraus, Jazztrompeter, Sänger und Komponist

Im Gespräch mit Marie-Christine Werner: „Ich bin halt wirklich so ein bunter Hund und glaube tatsächlich, dass mir Musik deswegen immer noch so viel Spaß macht“, hat Joo Kraus mal in SWR2 gesagt. Der Trompeter, Sänger und Komponist, der seit 30 Jahren Musik macht, solo und in unterschiedlichen Ensembles, gehört zur internationalen Jazz-Elite und hat viele Preise bekommen. Seine Musik lässt sich in keine Schublade stecken, wie das aktuelle Album „We are doing well“ beweist. Joo Kraus hat mit vielen bekannten Musiker*innen auf der Bühne gestanden. Wer ihn am meisten beeindruckt hat und wie er dazu kam, einen Song für Tina Turner zu schreiben, erzählt er in SWR2 Zeitgenossen.

17:10: 00 | Ö1
Al Jackson Jr.: Das rhythmische Herz des Labels Stax

Nicht einmal 40 Jahre alt wurde der aus Memphis, Tennessee stammende Schlagzeuger, Produzent und Songwriter Al Jackson Junior.

Als Mitglied der Studiomusikercrew der Soullabels Stax Records als auch Hi Records war er an legendären Aufnahmen von „Booker T and the MG´s“, Al Green, Otis Redding, Aretha Franklin, Bill Withers und vielen anderen mehr beteiligt. Und als Mitautor von Al Greens Hit „Let´s stay together“ hat Jackson Soulgeschichte mitgeschrieben. Am 1.Oktober 1975 wurde Al Jackson Jr., nachdem er wenige Monate vorher von seiner Ehefrau angeschossen worden war, bei einem Einbruch in sein Haus erschossen. „The human timekeeper“, so nannten ihn seine Musikerkollegen, ist trotz seines tragisch kurzen Wirkens in die Annalen der (afro-)amerikanischen Musik eingegangen. . Gestaltung: Klaus Wienerroither

17:50 bis 18:00 | SWR 2
SWR2 Jazz vor sechs

19:00 bis 20:00 | hr2-kultur
Jazz am Feiertag: Camille Bertault & David Helbock | INNtöne Jazz Festival, August 2021

Am Mikrofon: Daniella Baumeister. Camille Bertault & David Helbock | Camille Bertrault, voc | David Helbock, p, electronics | INNtöne Jazz Festival, Diersbach, Österreich, August 2021

21:05 bis 22:00 | Deutschlandfunk
JazzFacts: JazzFacts: Kopfhörer – Gast: Saxofonistin Nicole Johänntgen

Am Mikrofon: Florian Ross und Odilo Clausnitzer. Muss Jazz immer anstrengend sein? Ist Keith Jarrett überschätzt? Wie bitte – Du magst auch Phil Collins? In „Kopfhörer“ treffen Pianist Florian Ross und Redakteur Odilo Clausnitzer auf wechselnde Gäste und hören, untersuchen und streiten über Musik. Die Auswahl bestimmt der Gast – die Gastgeber hören ohne vorherige Informationen. Diesmal dabei: Saxofonistin Nicole Johänntgen. Johänntgen, aufgewachsen im Saarland und heute in der Schweiz zuhause, begann ihre Karriere mit der Funk-Jazz-Band Nicole Jo, die 2018 ihr 20-jähriges Jubiläum feierte. Sie ist Mitglied der All Star Group Sisters in Jazz. Mit ihrem 2017 in New Orleans gegründeten Quartett Henry, einer modernen Brassband, hat sie bislang drei Platten veröffentlicht. Daneben leitet sie auch ein akustisch instrumentiertes Quartett und gibt Solokonzerte in Kirchen. Sie betreibt ein eigenes Plattenlabel und rief die Initiative SOFIA ins Leben, die improvisierende Musikerinnen aus Europa fördert.

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 Jazz Session: Sacrum Facere – Maria Faust beim Jazzfest Berlin 2021

Von Franziska Buhre. Die Musik von Maria Fausts Sacrum Facere kann man getrost als „spirituell“ bezeichnen – auch wenn die estnische Saxofonistin und Komponistin hier sicher kein Glaubensbekenntnis vertont. Das Verhältnis ihrer Heimat in den Jahren als Sowjetrepublik zu Religion und Kirche war Ausgangpunkt für ihr aktuelles Sacrum Facere Projekt. Für dieses hat sich Maria Faust mit der Geschichte der Kirchenorgeln in Estland beschäftigt. Beim Jazzfest Berlin brachte sie „Organ“ nun mit ihrem Ensemble in der Kaiser-Willhelm-Gedächtniskirche zur Aufführung.

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
BR-KLASSIK – Jazztime: All that Jazz

Im vergangenen Herbst war Camille Bertault in München zu Gast. Und man ahnte bei ihrem Konzert, dass das nicht hat alles gewesen sein wird. Denn die französische Sängerin ist ein Energiezentrum der Ausdruckskraft, und sie hat sich jetzt mit dem Pianisten David Helbock zusammengetan, der seinerseits bei Bedarf sein Instrument erbeben lässt. Ihr Duo ist eines der schillernden Alben dieser Frühlingstage, zu denen sich auch stilistisch weit gefächerte Programme etwa von Cecile McLorin Salvant, Somi oder Ark Noir gesellen.. Moderation und Auswahl: Ralf Dombrowski


fr – 27.05.2022


14:05: 00 | Ö1
4 Wheel Drive beim Festival JazzBaltica 2021

Das Quartett 4 Wheel Drive besteht aus zwei Schweden und zwei Deutschen: Posaunist und Sänger Nils Landgren, Bassist (und Cellist) Lars Danielsson sowie Pianist und Keyboarder Michael Wollny und Schlagzeuger Wolfgang Haffner. Am 25. Juni des Vorjahres gastiert der Vierer im Rahmen des Festivals JazzBaltica im norddeutschen Badeort Timmendorfer Strand. Zu hören sind in dieser Aufnahme des Norddeutschen Rundfunks (NDR) neben Eigenkompositionen auch einige Popsongs, unter anderem „Lady Madonna“ von den Beatles im ungewohnten und aufgekratzten 7/4-Takt. „Gute-Laune-Jazz“ könnte man/frau das Dargebotene nennen, und das ist keineswegs abwertend gemeint. Vier Könner an ihren Instrumenten unterhalten das Publikum und auch sich selbst mit kurzweiliger Musik an einem lauschigen Juni-Abend. . Gestaltung: Klaus Wienerroither

17:50 bis 18:00 | SWR 2
SWR2 Jazz vor sechs

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Zum 125. Geburtstag von Erich Wolfgang Korngold – Korngold und die Operette

„Treu sein, das liegt mir nicht!“, singt der Herzog von Urbino in der Johann Strauß-Operette „Eine Nacht in Venedig“ – freilich nicht im Original, sondern in der Bearbeitung von Erich Wolfgang Korngold, dem späteren Hollywood-Filmkomponisten. Dass sich das einstige Wunderkind und gefeierter Schöpfer der „Toten Stadt“ auch intensiv mit dem Genre Operette beschäftigt hat, ist weitgehend vergessen. Während sein seriöses Schaffen in den letzten Jahren eine Renaissance erlebt hat und seine Filmmusiken inzwischen als Klassiker gelten, passen seine acht Operettenbearbeitungen und eine Operette nicht ins Bild. Dass seine Beschäftigung mit diesem Genre den hochfahrenden Ambitionen seines übermächtigen Vaters, des Großkritikers Julius Korngold widerstrebte, liegt auf der Hand. Denn die Operette bot Korngold die ersehnte Möglichkeit, sich von ihm zu emanzipieren – sowohl musikalisch als auch finanziell und privat. Denn der Vater regelte nicht nur die Finanzen seins Sohns, sondern auch sein Privatleben. Vor allem war er gegen dessen Heiratspläne – unter dem Vorwand, die Einnahmen seines Sohns würden für einen standesgemäßen Hausstand nicht ausreichen. Doch der belehrte seinen Vater eines Besseren und ging zur Operette. Seine Bearbeitung der „Nacht in Venedig“ brachte ihm die ersehnte finanzielle Unabhängigkeit und damit die Hand seiner großen Liebe Luise von Sonnenthal. Von wegen: „Treu sein, das liegt mir nicht!“ Eine Sendung von Stefan Frey

23:03 – 24:00 | Ö1
Vielfältige Klangwelten beim Ulrichsberger Kaleidophon. – Kaleidophon 2022. Musik von Craig Taborn, dem Emißatett und Judith Insells neuem Quartett.

36 Jahre Kaleidophon Ulrichsberg – 31 Musikerinnen und Musiker, diesmal wieder aus verschiedenen Teilen der Welt, treffen sich im oberösterreichischen Mühlviertel. Und wie immer ist das Programm ebenso vielfältig zusammengesetzt – langjährig aufeinander eingespielte Ensembles stehen neben neuen Improvisationsprojekten, Komponiertes neben frei Improvisiertem, Akustisches neben Elektronischem. Der ORF war einen Abend lang vor Ort und präsentiert die Highlights im heutigen Zeit-Ton. Mit Musik von Craig Taborn, dem Emißatett und Judith Insells neuem Harlemer Quartett mit Eli Asher, Virg Dzurinko und Leonid Galaganov.  Gestaltung: Nina Polaschegg

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
BR-KLASSIK – Jazztime: Das Jazzkonzert – Neuer Sound aus England bei der Internationalen Jazzwoche Burghausen

Das Quartett der Saxophonistin Chelsea Carmichael im Stadtsaal Burghausen. Mit Nikos Ziarkas, Gitarre, Mutale Chashi, Bass, Olly Sarkar, Schlagzeug, und Chelsea Carmichael, Tenorsaxophon. Moderation und Auswahl: Roland Spiegel


sa – 28.05.2022


14.00 Uhr | Ö1
Das Ö1 Hörspiel“Hyperbolische Körper“. Von Andrea Geißler.

Mit Jasmin Tabatabai und Valery Tscheplanowa. Ton: Martin Offik. Komposition und Regie: Ulrike Haage (hr 2020)

Sofia Kowalewskaya und Maryam Mirzakhani waren die größten Mathematikerinnen ihrer Zeiten: Sofia (geb. 1850 in Moskau) wurde 1884 die weltweit erste Professorin für Mathematik in Stockholm; Maryam (geb. 1977 in Teheran) war Professorin in Stanford und wurde als erste Frau mit der Fields-Medaille ausgezeichnet.

Ihre Forschungsgebiete sind höchst unterschiedlich: Sofia beschäftigte sich u.a. mit Partiellen Differentialgleichungen, der Gestalt der Saturnringe, und sie berechnete die Bewegungsgleichungen eines besonderen Kreisels, der nach ihr „Kowalewskaya-Kreisel“ benannt wurde, Maryam leistete herausragende Beiträge in der hyperbolischen Geometrie, etwa zur Dynamik Riemannscher Flächen und ihrer Modulräume.

In den Biografien der Frauen finden sich jedoch erstaunlich viele Parallelen – beide überwanden große Hindernisse, um in die Männerwelt der Mathematik Eingang zu finden, beide heirateten erfolgreiche Forscherpersönlichkeiten und bekamen eine Tochter – und beide starben mit knapp 40 Jahren.

Was würden sie einander erzählen, wenn sie aus ihren Zeiten heraus und miteinander ins Gespräch treten könnten? Und zu welchen mathematischen Utopien wären sie gemeinsam in der Lage? Könnten sie nicht Grenzen überwinden, die ihnen zu Lebzeiten gesetzt waren? In „Hyperbolische Körper“ nehmen sich Sofia Kowalewskaya und Maryam Mirzakhani die Freiheit, an Naturgesetzen zu drehen und damit Wissenschaft und Gesellschaft gleichermaßen herauszufordern.

14:05 bis 15:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Zum 125. Geburtstag von Erich Wolfgang Korngold – Korngold und die Operette

„Treu sein, das liegt mir nicht!“, singt der Herzog von Urbino in der Johann Strauß-Operette „Eine Nacht in Venedig“ – freilich nicht im Original, sondern in der Bearbeitung von Erich Wolfgang Korngold, dem späteren Hollywood-Filmkomponisten. Dass sich das einstige Wunderkind und gefeierter Schöpfer der „Toten Stadt“ auch intensiv mit dem Genre Operette beschäftigt hat, ist weitgehend vergessen. Während sein seriöses Schaffen in den letzten Jahren eine Renaissance erlebt hat und seine Filmmusiken inzwischen als Klassiker gelten, passen seine acht Operettenbearbeitungen und eine Operette nicht ins Bild. Dass seine Beschäftigung mit diesem Genre den hochfahrenden Ambitionen seines übermächtigen Vaters, des Großkritikers Julius Korngold widerstrebte, liegt auf der Hand. Denn die Operette bot Korngold die ersehnte Möglichkeit, sich von ihm zu emanzipieren – sowohl musikalisch als auch finanziell und privat. Denn der Vater regelte nicht nur die Finanzen seins Sohns, sondern auch sein Privatleben. Vor allem war er gegen dessen Heiratspläne – unter dem Vorwand, die Einnahmen seines Sohns würden für einen standesgemäßen Hausstand nicht ausreichen. Doch der belehrte seinen Vater eines Besseren und ging zur Operette. Seine Bearbeitung der „Nacht in Venedig“ brachte ihm die ersehnte finanzielle Unabhängigkeit und damit die Hand seiner großen Liebe Luise von Sonnenthal. Von wegen: „Treu sein, das liegt mir nicht!“ Eine Sendung von Stefan Frey

17:05 bis 17:55 | Bayern 2
Jazz & Politik: Politisches Feuilleton

17:50 bis 18:00 | SWR 2
SWR2 Jazz vor sechs

18:05 bis 19:00 | BR-KLASSIK
BR-KLASSIK – Jazz und mehr: „Alles in Balance“

Zwei Tenorsaxofone im freundschaftlichen Austausch, zwei Streichquartette friedlich vereint, eine Geige und eine Oboe im Zwiegespräch

Mit Musik von Coleman Hawkins und Ben Webster, Louis Spohr, Johann Sebastian Bach und anderen. Moderation und Auswahl: Ulrich Habersetzer

19:00 bis 20:00 | hr2-kultur
Live Jazz: Wolfgang Muthspiel Trio | JazzBaltica, Juni 2021

Am Mikrofon: Jürgen Schwab. Wolfgang Muthspiel Trio perform on the new MainStage of the Strandpark | Wolfgang Muthspiel, g | Scott Colley, b | Jorge Rossy, dr | JazzBaltica, Strandbad, Timmendorfer Strand, Juni 2021

22:03 bis 23:00 | SWR 2
SWR2 Jazztime: Pioniere des World Jazz – Die Band Oregon

Von Hans-Jürgen Schaal. Schon beim Woodstock-Festival 1969 spielten Ralph Towner und Glen Moore zusammen – in der Begleitband des Folksängers Tim Hardin. 1971 entstand ihr Quartett Oregon – eine Jazzband mit fließenden Übergängen zur World Music und zur Klangwelt der Klassik. Die instrumentale Bandbreite der Formation ging weit über Jazzkonventionen hinaus, umfasste auch Instrumente wie Oboe, Sitar und klassische Gitarre. Bis zum Tod von Collin Walcott (1984) spielte Oregon in der ursprünglichen Besetzung. „Wenn Oregon zusammenkommt, ist das jedes Mal wie eine Wiedergeburt“, sagt Oregons Gitarrist Ralph Towner.

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
BR-KLASSIK – Musik der Welt: Virtuosität und Seele – Der Blasebalg, der in die Welt hinauszog

Mit Aufnahmen von Stian Carstensen, Stefan Hussong, Vincent Peirani und anderen. Von Beatrix Gillmann

Schifferklavier, Quetschkommode, Wunderkasten: Viele Namen trägt das Akkordeon. Es lässt die Menschen tanzen in Argentinien, Brasilien, Finnland, Frankreich, Louisiana, sowie in verschiedenen Ländern Afrikas. „Liebe auf den ersten Blick“ sei es für Vincent Peirani nicht gewesen, zunächst hing sein Herz am Schlagzeug. Neugierig bewegt sich der 1980 in Nizza geborene Franzose in einem großen musikalischen Radius – spielt klassische Werke, swingende Jazz-Standards und sogar leidenschaftlich gern Rockmusik. Der faltige Wunderkasten ist ein „global player“. Stefan Hussong entdeckte die Vielseitigkeit dieses Instruments schon vor langer Zeit für sich. Er besitzt ein großes Gespür für Phrasierung und Melodiebögen; dies vermittelt sich sofort, wenn er Musik der europäischen Frühklassik interpretiert, etwa die des Spaniers Antonio Soler (1729-1783). Seit über 30 Jahren bildet der Professor an der Musikhochschule in Würzburg junge Musikerinnen und Musiker auf diesem Instrument aus. Als Interpret zeitgenössischer Werke ist Stefan Hussong sehr gefragt, für ihn entstanden zahlreiche Stücke, die er zum ersten Mal aufführte.

„Virtuosität und Seele. Der Blasebalg, der in die Welt hinauszog.“ Längst hat sich das Akkordeon aus den Hinterzimmern verrauchter Kneipen in die internationalen Konzertsäle gespielt. In der Stunde vor Mitternacht stellt Beatrix Gillmann dessen Vielseitigkeit in den Mittelpunkt.

23:10:00 | Ö1
Christoph Huber im Studio, The Monterey Quartet 2007 live

Das Wiener Porgy & Bess gilt als Jazzclub, der die Corona-Pandemie vorbildlich gemeistert hat: Schon im ersten Lockdown, Anfang April 2020, stellte der Club auf Live-Video-Stream-Konzerte um, bei voller Gagenauszahlung an die Musiker/innen. Dieses Modell hielt der Club über alle weiteren Lockdowns hindurch bei; er erwies sich so als große Stütze für die darbende nationale wie internationale Jazzszene.

Frank Hoffmann plaudert mit Christoph Huber, seit 1994 alleiniger künstlerischer Leiter von Österreichisch international renommiertem Vorzeige-Jazzclub in der Wiener Innenstadt, über die Herausforderungen der Club-Leitung in Ausnahmezeiten. Und er präsentiert eine hochkarätige Konzertaufnahme vom kalifornischen Monterey Festival: Am 22. September 2007 spielte dort eine als The Monterey Quartet angekündigte, aus Anlass den 50. Festival-Geburtstags eigens zusammengestellte All-Star-Formation auf: Saxofonist Chris Potter, Pianist Gonzalo Rubalcaba, Bassist Dave Holland und Schlagzeuger Eric Harland bescherten dem Publikum einen denkwürdigen Konzertabend. . Gestaltung: Frank Hoffmann


so – 29.05.2022


00:05: 00 | Ö1
(Fortsetzung) Christoph Huber im Studio, The Monterey Quartet 2007 live

15:05 bis 16:00 | Deutschlandfunk
Rock et cetera: Der Rhythmus-Psychologe – Progrock-Schlagzeuger Gavin Harrison

Von Fabian Elsäßer. Der Schlagzeuger Gavin Harrison, Jahrgang 1963, kann beides: als Session-Musiker für Künstler unterschiedlichster Stile von Italopop über Post-Punk bis Acid Jazz einen feingeknüpften Rhythmusteppich weben, aber auch fester Teil einer Band sein. Viele Jahre war das Steven Wilsons Porcupine Tree, die Progressive Rock in den Nuller-Jahren als Form der intelligenten musikalischen Erzählung neu belebte und soeben nach elf Jahren Pause reaktiviert wurde. Inzwischen trommelt der Brite u.a. bei King Crimson und The Pineapple Thief, die ebenfalls als uneitle Vertreter dieses nicht immer uneitlen Genres gelten. Dabei gilt Harrison als einer der Fähigsten am Drumset. Sein Sound, sein freier Umgang mit Metren und seine mühelos fließenden Rolls haben ihm den Spitznamen „Rhythmus-Psychologe“ eingebracht – und viel Anerkennung.

17:10: 00 | Ö1
Der schwedische Polar Music Prize feiert sein 30. Jubiläum

Der Polar Music Prize ist ein schwedischer Musikpreis, der seit 1992 verliehen wird und heuer am 24. Mai sein 30. Jubiläum feiert. Er gilt als inoffizieller Nobelpreis für Musik und ist einer der renommiertesten Auszeichnungen im Musikbusiness.

Der „Polar Music Prize“ zeichnet jährlich ein:en Popmusiker:in und eine:n klassische:n Musiker:in aus und ist mit jeweils einer Million Kronen, also rund 100.000 Euro, dotiert. Der erste Preisträger 1992 in der Kategorie „Pop“ war Paul McCartney und in der Kategorie „Klassik“ war es 1993 Witold Lutoslawski. Joni Mitchell bekam als erste Frau 1996 den Polar Music Prize verliehen und die britische Rockband Led Zeppelin war 2006 die erste Musikgruppe, die mit dem Preis ausgezeichnet wurde. Die Preisträger des „Polar Music Prize“ 2022 sind das von Pierre Boulez gegründete „Ensemble intercontemporain“ und der als „Godfather of Punk“ bezeichnete Iggy Pop. Die Spielräume Spezial mit einem Streifzug durch die 30-jährige Geschichte des „Polar Music Prize“. . Gestaltung: Lukas Handle

19:34: 00 | Ö1
Mocatheca und Ruzitschka/Schimpelsberger im Studio 3 des Wiener RadioKulturhauses

Musikalische Momente, die überraschen, interessieren, berühren: Ihnen spüren die Klarinettistinnen des Quartetts Mocatheca aus Niederösterreich nach in ihrem Schaffen der letzten anderthalb Jahrzehnte.

Seit 2006 verbinden Monika Kampichler-Moser, Carmen Gschwandtner, Theresa Hajny und Kerstin Höller höchste spielerische Ansprüche mit Lust am Entdecken der Qualitäten unterschiedlichster Kompositionen. Jazz und zeitgenössische Musik, Eigen-und Auftragskompositionen, immer wieder aber auch der Bezug auf traditionelle Volksmusik oder Klezmer kennzeichnen das Repertoire des Quartetts.

Neugier und Offenheit bestimmen auch die musikalischen Erkundungen von Bernhard Schimpelsberger und Michael Ruzitschka. Auf dem indischen Subkontinent, aber auch in Lateinamerika ist der Perkussionist Schimpelsberger Musiker/innen begegnet, hat sich mit Tradition und ihrer Weiterentwicklung auseinandergesetzt. Der Gitarrist Michael Ruzitschka war 17 Jahre lang in der Musikszene Brasiliens aktiv, hat die Stile des riesigen Landes erforscht (und die Vielfalt brasilianischer Rhythmen auch in einer App zugänglich gemacht). Lange Zeit in London sesshaft, ist Bernhard Schimpelsberger vor Kurzem nach Österreich zurückgekehrt, ebenso wie Michael Ruzitschka aus São Paulo.

Gemeinsam haben Mocatheca und die beiden musikalischen Globetrotter, dass sie in der letzten Juliwoche beim von Ö1 aufgenommenen Festival Glatt & Verkehrt in Krems auftreten werden, Bernhard Schimpelsberger und Michael Ruzitschka in einem Konzert mit dem französischen Cellisten Vincent Ségal. Live spielend und im Gespräch mit Johann Kneihs geben die beiden Musiker und die vier Musikerinnen Einblicke in ihre Arbeit.

Diese Ö1 „Radiosession“ wird gefördert durch die Verwertungsgesellschaft Rundfunk GmbH („VGR“). Gestaltung: Johann Kneihs

20:55: 00 | Ö1
John Coltrane: „Ascension“ (1965)

Am 28. Juni 1965 wurde das Rudy-Van-Gelder-Studio in Englewood Cliffs, New Jersey, von einer klanglichen Energie sondergleichen erfüllt. Allein schon die Liste der elf beteiligten Musiker liest sich aus heutiger Sicht wie eine All-Star-Besetzung. Pianist McCoy Tyner, Kontrabassist Jimmy Garrison und Schlagzeuger Elvin Jones stellten die Rhythmusgruppe, zu der Art Davis als zweiter Bassist stieß. Dewey Johnson und Freddie Hubbard spielten Trompete, und Archie Shepp, Pharoah Sanders, Marion Brown und John Tchicai brachten ihre Saxofone mit, um einem 38-jährigen Kollegen zur Seite zu stehen, der zu einer durchaus auch religiös konnotierten „Himmelfahrt“ aufzubrechen gedachte: John Coltrane hatte zur „Ascension“ geladen.

„Ascension“ besteht aus einer einzigen, pausenlosen, knapp 40-minütigen Improvisation. Der Wechsel von Ensemble-und Solo-Passagen prägt die formale Struktur, insgesamt aber erklingt hier eine kompromisslos freie Musik -die zugleich tief im Blues und in alten Formen des Jazz verwurzelt ist. Archie Shepp meinte, was Coltrane hier gemacht habe, gehe bis zum New-Orleans-Jazz zurück, in dem auch schon kollektiv improvisiert wurde, aber die Idee des kompakten Gruppenklangs essenziell war. Weiters ist diese Aufnahme von einer spirituellen Kraft getragen, die die klangliche Radikalität mit großer Wärme erfüllt. Marion Brown im LP-Text: „You could use this record to heat up the apartment on those cold winter days.“ „Ascension“, schreibt Colin Fleming im Jahr 2021 im Magazin „Jazztimes“, sei gnadenlos und doch, paradoxerweise, mit genau dieser Qualität, der Gnade, aufgeladen.

Der Jazz war in den frühen 1960er Jahren bereits „frei“ geworden. Pionierhafte Aufnahmen wie die 1961 veröffentlichte Platte „Free Jazz -A Collective Improvisation“ von Ornette Coleman hatten den Boden bereitet. „Ascension“ gilt als ein Höhepunkt des orchestralen Free Jazz. Und ganz gewiss als eine der aufregendsten Platten, die jemals produziert wurden. Ein musikalisches Himmelfahrtskommando, das drei Tage nach Christi Himmelfahrt wieder einmal in voller Pracht erklingen soll. . Gestaltung: Albert Hosp

22:08 – 23:00 | Ö1
100. Geburtstag v. Xenakis: Überwältigungsmusik von Iannis Xenakis – Zum 100. Geburtstag von Iannis Xenakis – Mit Reinhold Friedl.

Auf den Tag, am 29. Mai 1922, wurde Iannis Xenakis geboren. Die Wiener Festwochen widmen ihm, einem der maßgeblichsten Komponisten des 20. Jahrhunderts, einige spezielle Programme und mit „Electroacoustic Works“ sind seine gesamten elektroakustischen Arbeiten als 5-fach-Album erschienen. Kuratiert wurde beides vom Xenakis-Spezialisten Reinhold Friedl, dem Leiter des Ensembles zeitkratzer. Im Zeit-Ton extended präsentiert Friedl Xenakis’ Schaffen aus wirkungsgeschichtlichen und aktuellen Perspektiven.

Bei den Wiener Festwochen sind mehrere Aufführungen von Werken des griechisch-französischen Komponisten (1922 bis 2001) zu erleben, darunter das Ballettstück „Kraanerg“ mit dem Klangforum Wien, und an der Wiener Universität für Musik und darstellende Kunst gab es ein Symposium, bei dem neben wissenschaftlichen Aufarbeitungen Interpretationen von Xenakis’ elektroakustischen Werken durch Studierende des ELAK in speziellen raumakustischen Konzerten aufgeführt wurden.

Krachen, Zischen und hochkomplexe Geräuschgestalten

Das vom Pianisten Reinhold Friedl 1997 in Berlin gegründete Ensemble zeitkratzer zählt zu den führenden Klangkörpern an den Schnittstellen von Neuer und Geräusch-Musik. Es spielte u.a. Lou Reeds „Metal Machine Music“ ein, arbeitete mit dem Elektronik-Musiker Terre Thaemlitz und dem Avantgarde-Komponisten Zbigniew Karkowski. zeitkratzer bzw. Friedl haben immer wieder Werke von Xenakis aufgeführt, selbst der Name des Ensembles hat mit ihm zu tun.

2020 promovierte Reinhold Friedl an der Londoner Goldsmith University mit einer Doktorarbeit über Iannis Xenakis. Ende 2021 ist mit „Electroacoustic Works“ das ganze elektroakustische Schaffen des Komponisten erschienen, verteilt auf fünf Alben. Die 14 von den Tonmeistern Rashad Becker und Martin Wurmnest bearbeiteten Stücke reichen von frühen Experimenten wie „Diamorphoses“ (1957) über Meilensteine wie „Persepolis“ bis zu Werken aus den frühen 1990er Jahren.

Im Zeit-Ton extended erzählt Reinhold Friedl über Xenakis’ Klangwelten, die Produktion von „Electroacoustic Works“ und die Festwochen-Konzerte. Gestaltung: Heinrich Deisl

23.00 Uhr | Ö1
Radiokunst-Kunstradio: „aufsicht“ von Kollektiv Weiter (Roman Blumenschein, Florian Kmet und Alexandra Pâzgu)

Eine Aufseherin und ein Kunstwerk. Was passiert wenn zwei fremde Körper nebeneinander atmen, miteinander leben? Was kann Kunst heute noch? Das Kollektiv Weiter möchte mit seinem neuen Hörspiel stillstehen, einatmen und nachdenken. Eine posthumanistische Reflexion der heutigen Welt.

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
BR-KLASSIK – Musik der Welt: 18. Internationales Klezmer Festival Fürth – Jewish Music Today

Yael Badash & Baladino. Aufnahme vom 10. März 2022. Ladino ist die Sprache der sephardischen Juden. Sie hat sich im Mittelalter aus dem Kastilischen gebildet. 1492 wurden alle Juden aus Spanien vertrieben, die nicht bereit waren zu konvertieren. Der osmanische Sultan nahm die gut ausgebildeten und fleißigen Flüchtlinge auf und siedelte sie in seinem Reich an. Viele ihrer Nachfahren leben heute in Israel und halten die Sprache ihrer längst verlorenen Heimat weiter lebendig.

Wenn Yael Badash aus Israel die sephardischen Lieder ihrer Vorfahren singt, klingt in ihnen die ganze Geschichte ihrer jahrhundertelangen Flucht mit. Wie ein Schwamm haben die Lieder Musikstile aus Nordafrika, dem arabischen Raum und der Türkei aufgesaugt. Und dieser Prozess ist noch nicht beendet: denn Yael Badash und ihre elektro-akustische Folk Band Baladino integrieren immer weiter alle möglichen Stile in die traditionellen Lieder – vom Jazz bis zum Electro-Pop.

Im März waren Yael Badash und Baladino zu Gast beim Internationalen Klezmer Festival Fürth, das sich seit einigen Jahren unter dem Motto „Jewish Music Today“ hin zu einem breiteren Blick auf die Vielfalt der jüdischen Musikkulturen geöffnet hat. BR-KLASSIK Franken sendet den Mitschnitt in „Musik der Welt“.

 

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