Radiowoche
Die Radiowoche. Foto: Martin Hufner

Die Radiowoche vom 13.09.21–19.09.2021

Ein kleiner Blick in die Radiowoche 37. Neu in der Übersicht, das Hörspielprogramm von Ö1. Die ARD-Radio-Suchmaschine zuckt wieder noch ein bisschen.


Die Festspielzeit ist langsam vorbei. Am Wochenende übernehmen wieder die regionalen Radiostationen die Arbeit. Das schlägt sich sofort nieder. Neue Musik und Jazz kommen wieder deutlicher zu Wort. Hier abgebildet vor allem durch WDR 3 und hr2-kultur.

Die Übersicht zum Download als PDF. Alle Angaben ohne Gewähr.


mo – 13.09.2021


19.30-21.00 | Ö1
Hochkarätiges Brüderpaar: Lionel und Stéphane Belmondo  – Belmondo Brotherhood Quintet bei den INNtönen 2021

Sie zählen zur Crème de la Crème des französischen Jazz, und zwar einzeln, jeder für sich, wie auch im Doppelpack: Saxofonist Lionel Belmondo und Trompeter Stéphane Belmondo gelten seit vielen Jahren als Fixgrößen der europäischen Improvisationsmusikszene. Zusammen sind sie seit 1993 im gemeinsam geleiteten Brüder-Quintett unterwegs, haben so mit Legenden wie Stéphane Grappelli, Michel Legrand und Yusef Lateef konzertiert und aufgenommen.

Aktuell lassen der 58-jährige Lionel und der 54-jährige Stéphane Belmondo ihre Zusammenarbeit wiederaufleben, mit „Brotherhood“ ist das erste Album seit zehn Jahren erschienen. Dessen Programm – Hommagen an Wayne Shorter, Yusef Lateef und Gil Evans sowie an die eigene, reiche Karriere-Vergangenheit – brachten die beiden am 1. August 2021 beim INNtöne-Festival zu Gehör. Unterstützt wurden sie dabei von einer mit Eric Legnini (Klavier), Sylvain Romano (Kontrabass) und Tony Rabeson (Schlagzeug) bestückten, hochkarätigen Rhythmusgruppe. Marlene präsentiert diesen Höhepunkt der INNtöne 2021 auf Paul Zauners Buchmannhof im oberösterreichischen Innviertel.

21:30 Uhr | Deutschlandfunk Kultur
Einstand: „Divertissement!“ – Debüt des c/o chamber orchestra

mit Werken von Jacques Ibert, Émilie Bernard, Béla Bartók und Michael Ippolito. Ein junges Kammerorchester ohne Dirigenten und ohne große Marketingmaschine? Junge Musikerinnen und Musiker aus verschiedenen europäischen Ländern mit Wohnsitz Berlin haben sich auf dieses Experiment eingelassen. Mit „Divertissement!“ legen sie ein fulminantes Debüt vor.

23:03 – 24:00 | Ö1
„Zeit-Ton“ Porträt. Der Komponist, Posaunist und Musikwissenschaftler George E. Lewis und seine Anleitung zur Dekolonisation der Neuen Musik

Er komponiert, kuratiert und schrieb neben Büchern auch eine Anleitung zur „Dekolonisation der Neuen Musik“. Der US-Amerikaner George E. Lewis ist Posaunist, Performer und Kompositionsprofessor an der Columbia University in New York. Er ist im Bereich des Avantgarde Jazz und der experimentellen Musik bei den weltweit bedeutendsten Festivals vertreten.

Seit 1971 ist er Mitglied der renommierten Association for the Advancement of Creative Musicians (AACM). Er studierte bei Muhal Richard Abrahm an der AACM School of Music Komposition und bei Dean Hey Posaune. Lewis gilt als Pionier der interaktiven Computermusik und entwickelt Programme, die gemeinsam mit menschlichen Musiker/innen improvisieren.

Seine Werke wurden von Ensembles wie dem BBC Scottish Symphony Orchestra, dem London Philharmonia Orchestra, dem Radio-Sinfonieorchester Stuttgart, dem Ensemble Musikfabrik und dem Studio Dan aufgeführt. Das österreichische Ensemble brachte 2017 beim ORF musikprotokoll im steirischen herbst gemeinsam mit dem Posaunisten Matthias Muche „As we may feel“ von George E. Lewis zur Uraufführung. Die Aufnahme wurde in die Jahresbestenliste der „New York Times“ aufgenommen. 2020/21 ist Lewis Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin. Gestaltung: Astrid Schwarz

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
Jazztime: Jazztoday – Neues aus Köln

Mit Stefan Karl Schmids „Muse“, Elisabeth Coudouxs „Emiszatett“, Sebastian Gramss’ „States Of Play“ und „Slowfox“. Auswahl und Moderation: Henning Sieverts

23:30 – 24:00 Uhr | SWR2
ARD Radiofestival. Jazz: „Nur Singen ist mir zu wenig“: Barbara Barth im Portrait

Von Gabi Szarvas. Sie scattet, flüstert, haucht, gurrt und kreischt. Ihre Stimme ist ihr Instrument. Jazzsängerin als Berufsbezeichnung greift bei Barbara Barth definitiv zu kurz. Voice oder Vokalistin passt da schon besser. Die 38-jährige Saarländerin aus Braunshausen, die heute in Köln lebt, feilt schon lange an ihrem ganz eigenen Sound. „Einfach nur singen“ ist der studierten Diplom-Psychologin zu wenig. Deshalb lotet sie all ihre Facetten in verschiedenen Projekten aus – vom zeitgenössisch experimentierenden Duo InSpheres bis zum traditionell groovenden Ellington Trio.


di – 14.09.2021


00:05 Uhr | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Zeitweisende Musik – Das Berliner Vokalensemble PHØNIX16

Von Thomas Groetz. PHØNIX16 ist ein Sängerinnen- und Sänger-Kollektiv, das nicht nur zeitgenössische Musik interpretiert, sondern spezifische Klangforschungen betreibt.

Das 2012 in Berlin gegründete Solistenensemble PHØNIX16 ist ein junges Kollektiv von Sängerinnen und Sängern, das sich für Neue Musik insbesondere lebender Komponistinnen einsetzt. Ihre experimentelle Ausrichtung und ihre schlanke Vokalästhetik prädestinieren die Musiker für unterschiedlichste Projekte für/mit/ohne Stimme, denn PHØNIX16 kombiniert Stimmen auf ungewöhnliche Weise; die Aufteilung und Besetzung des Ensembles variiert vom Solo bis hin zu 16 Stimmen. Das Repertoire besteht aus Werken für Stimmen a cappella, sowie Stimmen plus Elektronik, Zuspiel, Instrumente, Video/Film, Manipulationen, Objekte und/oder Maschinen.

00:10 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Peter Michael Hamel: „morton feldman in my life“ (Alissa Rossius, Flöte; Rebekka Hartmann, Violine; Henri Bonamy, Klavier; Marcel Kentaro Morikawa, Marimba); Konstantia Gourzi: „Call of the Bees II“, op. 77 b (Nils Mönkemeyer, Viola; William Youn, Klavier); Tobias PM Schneid: „An iconoclastic reproduction of 19 rainbow players“ (Münchener Kammerorchester: Peter Gülke); Bernd Redmann: „Incontro“ (Natalie Schwaabe, Flöte); Minas Borboudakis: „Constellation“ (Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks: Johannes Kalitzke); Enjott Schneider: „Changes“ (Wu Wei, Sheng; Tonkünstler-Orchester: Xincao Li)

01:05 Uhr | Deutschlandfunk Kultur
Tonart: Jazz – Moderation: Sophia Fischer

18:30 Uhr | Deutschlandfunk Kultur
Weltzeit: Mexiko wehrt sich gegen die Aneignung indigener Kultur in der Mode

Von Wolf-Dieter Vogel. Die mexikanische Kultusministerin fordert eine Entschädigung für die Aneignung indigener Muster. Mehrere internationale Modeketten sollen sich kräftig an Elementen aus der Kultur der Mixteken- und Zapoteken-Völker bedient haben, ohne deren Urheberrechte zu benennen oder zu vergüten. Alles nur geklaut? Wie könnte eine Gleichbehandlung von indigenen Kreativen, Unternehmen und Designern aussehen?

20.04 | WDR 3
ARD Radiofestival. Konzert: Maria Baptist Trio plus One

Maria Baptist, Klavier; Jan von Klewitz, Saxofon; Fabian Timm, Bass; Heinz Lichius, Schlagzeug. Aufnahme vom 3. September 2021 aus dem A-Trane, Berlin

Anschließend: Jazz in E. Christopher Dell, Vibrafon; Christian Lillinger, Schlagzeug; Jonas Westergaard, Bass; Nils Wogram, Posaune; Luise Volkmann, Altsaxofon; Aki Takase, Klavier; Alexander von Schlippenbach, Klavier; Julian Sartorius, Schlagzeug; Manuel Troller, Gitarre; Richard Koch, Trompete. Aufnahmen vom 2. und 3. Juli 2021 aus verschiedenen Spielstätten in Eberswalde

21:05 Uhr | Deutschlandfunk
Jazz Live: Daniel Garcia Trio – Jazz con emoción

Daniel Garcia, Piano, Elektronik; Reinier „El Negrón“ Elizarde, Kontrabass; Michael Olivera, Schlagzeug. Aufnahme vom 9.5.2019 aus dem Loft, Köln. Am Mikrofon: Harald Rehmann

„Flamenco und Jazz sind Geschwister”, sagt der spanische Pianist Daniel García. Mit seiner hinreißenden Triomusik beweist er das energiegeladen, ideenreich und voll rhythmischer Hakenschläge. In seiner Heimatstadt Salamaca studierte Daniel García (*1983) klassisches Klavier, bevor er am renommierten Berklee College of Music in Boston Schüler des Latin Jazz-Meisters Danilo Perez wurde. Mit seinem 2015 gegründeten Trio macht er einen überschäumend vitalen Modern Jazz, der sich auf die Tonsprache des Flamenco und spanischer Kammermusik des 20. Jahrhunderts bezieht. Dabei sorgt auch Garcías dezenter Einsatz von Elektronik und Stimme für überraschende Klangfarben.

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: Musik der Gegenwart

Mark Barden: „Veil“ (Matteo Cesari, Helen Bledsoe, Piccoloflöte); „cleft“ (Ashot Sarkissjan, Violine; Séverine Ballon, Violoncello); „anatomy“ (Brian Archinal, Schlagzeug; Deutsches Symphonie-Orchester Berlin: Peter Rundel); „lamentoso“ (Helen Bledsoe, Piccoloflöte; Lorelei Dowling, Fagott)

22:05 Uhr | Deutschlandfunk
Musikszene: musica reanimata – Das Musikerpaar Irma und Stefan Wolpe

Aufnahme vom 10.5.2021 aus dem Berliner Ballhaus Walzerlinksgestrickt. Am Mikrofon: Georg Beck. Gemeinsame Freunde aus dem Umkreis der „Novembergruppe” brachten sie 1927 zusammen: den Berliner Komponisten Stefan Wolpe und die rumänische Pianistin Irma Schoenberg, beide Jahrgang 1902. Anders als Wolpe hatte sich die Alfred-Cartot-Schülerin zu dieser Zeit bereits einen Namen gemacht, war polyglott, erlangte Diplome, konzertierte in Genf, Bukarest und Paris. Begeistert stürzte sich Wolpe in die neue Beziehung, schrieb technisch anspruchsvolle Klavierwerke, wodurch auch sein Name in Europa und darüber hinaus Klang bekam. Das durch die nationalsozialistische Machtübernahme erzwungene Exil des Künstlerpaares machte die Existenz schwierig. Andererseits verwandelten sich die Stationen ihrer Odyssee – Wien, Zürich, Bukarest, Jerusalem, New York – zu Leuchtfeuern der Kunst: Wolpes dodekaphonisch-avantgardistische Musik, insbesondere seine Klaviermusik etablierte sich. Das Leben aber hinkte im Krebsgang hinterher. Im Rahmen des musica-reanimata-Gesprächskonzerts vom 10. Mai im Berliner Ballhaus Walzerlinksgestrickt sprach Bettina Brand mit der Musikwissenschaftlerin Nora Born.

23:03 – 24:00 | Ö1
Sprache als Klangstruktur – „Zeit-Ton“-Porträt: Die philippinische Komponistin Feliz Anne Reyes Macahis

Aufgewachsen in Manila, hat Feliz Anne Reyes Macahis Komposition im US-amerikanischen Memphis, in Kanada und Hannover studiert. Nun lebt sie bereits das dritte Jahr in Graz. Dort hat sie Unterricht bei Beat Furrer genommen und arbeitet an ihrem Doktoratsstudiums an der Kunstuniversität. Zudem hatte sie die Möglichkeit, im Frühsommer dieses Jahres ein Werk am Pariser IRCAM umzusetzen.

Für ihre künstlerische Forschungsarbeit hat Feliz Anne Reyes Macahis aus der Vielzahl der stilistisch ganz unterschiedlichen Liedtraditionen der Philippinen zwei ausgewählt. Diese epischen Lieder werden in hunderten Sprachen, die in der Bevölkerung verbreitet sind, gesungen und nur mündlich weitergegeben. Heute droht diese Tradition des Story Tellings verloren zu gehen. Ausgangsmaterial, auch für ihre Kompositionen, sind immer die Aufnahmen der Lieder, von denen es keine schriftlichen Aufzeichnungen gibt. Diese sind in den 1990er und 2000er Jahren gemacht worden, um die Musik der ethnomusikologischen Forschung und anderen Interessierten zugänglich zu machen. Mit ihrer aktuellen Arbeit möchte Feliz Anne Reyes Macahis die nachfolgenden Wissenschafter und Wissenschafterinnen unterstützen und der philippinischen Musikkultur etwas zurückgeben.

Für ihre Kompositionen hat sich Feliz Anne Reyes Macahis intensiv mit dem Sprachklang auseinandergesetzt, intensiv gehört, transkribiert und in neugeschaffene Musik transferiert. Sie ist überzeugt, dass ihr kompositorischer Stil davon stark beeinflusst ist. Im „Zeit-Ton“-Porträt erzählt sie von ihrer Arbeitsweise, die sehr viel Zeit und Konzentration in Anspruch nimmt, ihrem Einsatz für das Musikleben auf den Philippinen und ihren Plänen für die kommenden Jahre. Gestaltung: Marie-Therese Rudolph

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
Jazztime: News & Roots – Zum 90. Geburtstag des schwedischen Pianisten Jan Johansson

Henning Sieverts erinnert an den „Bill Evans des Nordens“. Henning Sieverts erinnert an den „Bill Evans des Nordens“, ein Klavierpoet, der gerne skandinavische und russische Volkslieder verjazzte. Unsterblich wurde Jan Johansson auch durch die Titelmelodie der „Pippi Langstrumpf“-Filme.

23:30 – 24:00 Uhr | SWR2
ARD Radiofestival. Jazz. Aktivist und Versöhner: Der afroamerikanische Pianist Jon Batiste

Von Harald Mönkedieck. Jon Batiste entstammt einer Musiker-Dynastie aus New Orleans und kam als Student nach New York. Als Bandleader für die „Late Show“ von Stephen Colbert ist er in den USA bekannt. Doch Batiste will mehr als nur unterhalten. Er will die Welt zu einem besseren Ort machen. Im Pandemie-Jahr fand man ihn auf den Straßen New Yorks bei Pop-Up-Konzerten und Demonstrationen. Quincy Jones lobt ihn als Mann der Zukunft – mit einem tiefen Verständnis seiner afroamerikanischen Wurzeln. Genres spielen für ihn keine Rolle. Es geht um den lebenspraktischen Wert von Musik. Jon Batiste nennt es „social music“.


mi – 15.09.2021


00:05 Uhr | Deutschlandfunk Kultur
Chormusik: Chor und Gesellschaft

Aktuelle Gespräche, Hintergründe und Berichte. Moderation: Ruth Jarre

00:10 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponisten

Wolfram Graf: „Vision“, op. 64 (Florian Meierott, Violine; Albrecht Volz, Schlagzeug; Sindelfinger Kammerorchester: Markus Nau); Jeff Beer/Jürgen Schmitt: „Gedörrt in Frostlicht, scheu wächst die Dämmerblume alten Verschlägen davon“ (Jürgen Schmitt, Klavier; Jeff Beer, Schlagzeug); Rainer Pezolt: Fünf Bagatellen (Antje Gerlof, Flöte; Antje Dampel, Violine; Nikolas Sahler, Viola); Tobias Giesen: „… denkt er an Schumann …“ (Hába Quartett Frankfurt); Klaus Hinrich Stahmer: „Ariadnes Faden“ (Carin Levine, Flöte; Stefan Eblenkamp, Percussion; Manfred Billinger, Gefäßklänge)

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
Classic Sounds in Jazz: „September Serenade“

Mit Aufnahmen von Paul Desmond, Jan Johansson, Norma Winstone und anderen. Moderation und Auswahl: Beatrix Gillmann

20:03 Uhr | Deutschlandfunk Kultur
Konzert: Musikfest Berlin – Philharmonie Berlin. Aufzeichnung vom 09.09.2021

Rebecca Saunders: „void“ für zwei Schlagzeuger und Orchester | Anton Webern: Symphonie op. 21 / Variationen für Orchester op. 30 | Rebecca Saunders: „to an utterance“ für Klavier und Orchester (Deutsche Erstaufführung). Nicolas Hodges, Klavier; Christian Dierstein und Dirk Rothbrust, Schlagzeug. Lucerne Festival Contemporary Orchestra. Leitung: Enno Poppe

20:30 Uhr | Deutschlandfunk
Lesezeit: Bov Bjerg spricht über und liest aus „Deadline“ (1/2) – (Teil 2 am 22.9.2021)

Nur 224 Mal hat sich „Deadline“ verkauft, als es 2008 im Mitteldeutschen Verlag erschien, der Debütroman des späteren Bestsellerautors Bov Bjerg. Ein paar Jahre später brannte das Außenlager der Verlagsauslieferung ab und vernichtete die restliche Auflage. Doch diese Geschichte um Paula, eine übergewichtige Übersetzerin von Gebrauchsanweisungen, die von den USA in ihr deutsches Heimatdorf zurückkehrt, ist wieder da, im gerade gegründeten Kanon-Verlag des einstigen Ullstein-Verlegers Gunnar Cynybulk – eine Geschichte über moderne Hast, ausrangierte Grabsteine und die vielen Deadlines unseres Lebens.

Bov Bjerg, Jahrgang 1965, ist Schriftsteller und Vorleser. Sein erster Roman hieß „Deadline“ und ist 2021 in einer Wiederauflage erschienen, sein zweiter, „Auerhaus“, wurde verfilmt und von vielen Theatern inszeniert. Eine Geschichtensammlung erschien unter dem Titel „Die Modernisierung meiner Mutter“. Mit der Depressionsgeschichte „Serpentinen“ war Bov Bjerg auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises 2020.

21:30 Uhr | Deutschlandfunk Kultur
Alte Musik: Engelsgleicher Gesang – Vor 600 Jahren endete das Konstanzer Konzil

Von Helga Heyder-Spät. (Wdh. v. 10.04.2018). Päpste, Kardinäle, Bischöfe, Könige und Fürsten kamen zwischen 1414 und 1418 nach Konstanz zum Konzil, um nach Jahrzehnten der Kirchenspaltung endlich wieder gemeinsam einen neuen Papst zu wählen. So wurde die Stadt am Bodensee für einige Zeit zum Nabel der abendländischen Welt. Die geistlichen und weltlichen Würdenträger brachten einen ganzen Tross an Gefolge mit. Konstanz platzte aus allen Nähten, und so wurde hier nicht nur Weltpolitik gemacht: Wucher, Völlerei, Diebstahl und andere unsittliche Gebaren waren an der Tagesordnung. Augenzeuge Oswald von Wolkenstein, selbst kein Kind von Traurigkeit, wusste mehr als ein Lied davon zu singen. Aber die Jahre des Konzils waren auch geprägt von einem erstaunlichen kulturellen Austausch, nicht zuletzt dank Hunderter Musiker, die aus ganz Europa anreisten. Der Konstanzer Chronist Ulrich Richental beschreibt eindrucksvoll, dass Musik in Umzügen, Prozessionen und Festen mit schallenden Bläsern und engelsgleichem Gesang allgegenwärtig war.

22:05 Uhr | Deutschlandfunk
Spielweisen: Heimspiel – Die DeutschlanDeutschlandfunk Kultur-Orchester und -Chöre – Mit „Quattro pezzi sacri“ im Studio

Am Mikrofon: Julia Kaiser. Giuseppe Verdi hat nicht nur fulminante Opernchöre geschrieben und auch sein geistliches Vokalwerk ist keineswegs auf die „Missa di Requiem“ beschränkt. Genau dort, wo der Rundfunkchor Berlin gern agiert – im Grenzbereich zwischen Chorsinfonik und a-cappella-Musik – finden sich beispielsweise Verdis „Quattro pezzi sacri“. Gemeinsam mit dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin hat der Chor den Zyklus in diesem Sommer auf CD eingespielt. Anders als bei früheren Aufnahmen stand nicht der Orchesterdirigent am Pult, sondern mit Gijs Leenaars der Chefdirigent des Chores. Leenaars ergänzte die vier geistlichen Stücke um eine kleine Revue italienischer a-cappella-Tonkunst. Dieses Repertoire ist in der romantischen Zeit relativ klein, doch es steckt voller Entdeckungen, wie „Due canti“ aus Ermanno Wolf-Ferraris Jugendwerk „8 Cori, op. 2“ und Marco Enrico Bossis „Inno a Rafaello divino” belegen. Autorin Julia Kaiser hat die CD-Aufnahmen hinter den Kulissen begleitet und vergleicht sie mit früheren Aufnahmen des Chores.

23:03 – 24:00 | Ö1
Rückblick, Vorschau und aktuelle Veröffentlichungen – Zeit-Ton Magazin

Jeden Mittwoch präsentieren wir Ihnen ausgesuchte Veranstaltungstipps für die kommenden sieben Tage und die spannendsten Neuveröffentlichungen. Gestaltung: Rainer Elstner

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
Jazztime: Jazz aus Nürnberg: Total Vocal – Ein singender Mann des Wortes: Der Vocalese-Mitbegründer Jon Hendricks

Eine Feierstunde am Vorabend seines 100. Geburtstags. Moderation und Auswahl: Beate Sampson

23:30 – 24:00 Uhr | SWR2
ARD Radiofestival. Jazz. Leuchtender Saxofon-Ton: Hessischer Jazzpreis 2020 für Tony Lakatos

Von Claus Gnichwitz. Viele kennen den Tenorsaxofonisten Tony Lakatos als langjährigen und prägenden Solisten der hr-Bigband. Der gebürtige Ungar spielt aber seit Jahrzehnten auch in unzähligen anderen Projekten und Bands weltweit. Lakatos ist ein Musiker mit einer geradezu schlafwandlerischen Eloquenz, der bei seinen geschmeidigen und virtuosen Improvisationen stets die Form wahrt. Es ist mehr als verwunderlich, dass der Musiker mit dem leuchtenden Ton erst jetzt den Hessischen Jazzpreis erhalten hat. Zu hören sind er und sein Quintett in Ausschnitten aus dem Preisträgerkonzert vom September 2020 in Frankfurt.


do – 16.09.2021


00:05 Uhr | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Darmstädter Ferienkurse 2021 – Das US-amerikanische Performerkollektiv Pamplemousse

Kompositionen von Natacha Diels, Weston Olencki, Bryan Jacobs, Andrew Greenwald und David Broome. Von Carolin Naujocks

00:10 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Dorothea Hofmann: „Magnificat“ (Alice Oskera-Burghardt, Mezzosopran; Münchner Rundfunkorchester: Sian Edwards); Paul Engel: „Cassiopeia“ (Edgar Krapp, Orgel; Bamberger Symphoniker: Sebastian Tewinkel); Max Beckschäfer: „Sobre los Angeles“ (Gabriele Unterholzner, Sopran; Martin Schönweitz, Bariton; viva-nova-Chor; Ein Instrumentalensemble: Kurt Suttner); Richard Dünser: „ … fresque de rêve …“ (Christoffer Sundqvist, Klarinette; Bram van Sambeek, Fagott; Hervé Joulain, Horn; Corinne Chapelle, Violine; Lilli Maijala, Viola; Valentin Radutiu, Violoncello; Zoran Markovic, Kontrabass); Gerhard Dorda: Lateinische Messe (Karl Norbert Schmid, Orgel; Chor St. Anton Regensburg: Christoph Böhm)

21:05 Uhr | Deutschlandfunk
JazzFacts: Alles wie früher? – Die Jazzklubs nach der Pandemie

Von Thomas Mau. Allmählich fahren die Jazzklubs ihr Programm wieder rauf, in der Hoffnung, dass eine mögliche vierte Welle die Pläne nicht zunichtemacht. Aber wird es nach dem Neustart wieder so werden, wie es vorher war? Oder sorgt die lange Pause für neue Entwicklungen in der Klubszene? Während manche Betreiber zu Beginn der zweiten Welle ihren Jazzklub ganz schlossen, nutzten andere die Gelegenheit und investierten die Mittel des Förderprogramms „Neustart Kultur“ in digitale Infrastruktur. Sie hielten ihren Betrieb mit Online-Konzerten aufrecht, gelegentlich ergänzt durch Diskussionen im Stream oder eine Kombination aus Gesprächen und Konzerten. Andere, wie der Stadtgarten Köln, setzten in der Sommersaison auf Freiluftformate. Waren diese Experimente mehr als eine Notlösung? Und bleibt von ihnen nach der Pandemie etwas übrig? Eine Momentaufnahme aus deutschen Jazzklubs.

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: Auftragswerke beim ARD-Musikwettbewerb (III)

Aktuelle Auftragswerke von Vassos Nicolaou, Lisa Streich, Britta Byström und Isabel Mundry

22:05 Uhr | Deutschlandfunk
Historische Aufnahmen: Alte Schule aber neusachlich: Der Dirigent Carl Schuricht (1880 – 1967)

Von Herbert Haffner. Carl Schuricht gehörte zur Generation von Bruno Walter und Wilhelm Furtwängler. Seine Interpretationen waren noch einem dirigentischem Subjektivismus verpflichtet, allerdings auch musikantischer Sachlichkeit, die sich für die Modernen seiner Zeit einsetzte. Im Gegensatz zu den genannten Kollegen wurde er erst im hohen Alter berühmt – sicherlich auch, weil er keinen Starrummel mochte. Der Schüler von Humperdinck und Reger, der auch komponierte, landete nach kleineren Stellen in Wiesbaden, wo er für 30 Jahre blieb, ab 1922 dann als Generalmusikdirektor. Seit der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten entzog er sich durch zahlreiche Auslandsgastspiele immer mehr dem deutschen Kulturbetrieb. 1944 verließ er Deutschland und zog in die Schweiz, nach dem Krieg übernahm er keinen Chefposten mehr. Allerdings arbeitete er u.a. eng mit den Wiener Philharmonikern und mit Rundfunkorchestern zusammen.

23:03 – 24:00 | Ö1
Prix Ars Electronica 2021. Digital Musics and Sound Art.

Alle zwei Jahre wird der Prix Ars Electronica in der Kategorie „Digital Musics and Sound Art“ ausgeschrieben und auch heuer wieder präsentieren wir Ihnen in Zeit-Ton die Gewinner/innen. Die Goldene Nica geht dieses Mal an Alexander Schubert, der mit seiner multimedialen Performance „Convergence“ unsere Wahrnehmung der Wirklichkeit in Zeiten zunehmender künstlicher Intelligenz hinterfragt. Die beiden Auszeichnungen verlieh die international besetzte Jury an Rashin Fahandej („A Father’s Lullaby“) und Douglas McCausland („Convergence“). Gestaltung: Susanna Niedermayr

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
Jazztime: All that Jazz

Moderation und Auswahl: Ralf Dombrowski

23:30 – 24:00 Uhr | SWR2
ARD Radiofestival. Jazz. Jon in Germany: Zum 100. Geburtstag des Sängers Jon Hendricks

Von Ulrich Habersetzer. Völlig neue Klänge: Drei Gesangsstimmen, die mit herausragender Virtuosität und punktgenauer Perfektion Bebop-Solos singen. „Lambert, Hendricks & Ross“ hieß dieses Gesangstrio, das Jazzgeschichte geschrieben hat. Sänger Jon Hendricks war aber auch als Bandleader unter eigenem Namen aktiv, und so finden sich einige großartige Aufnahmen im ARD-Archiv: von 1962 aus der Stuttgarter Liederhalle, von den Berliner Jazztagen aus dem Jahr 1968 oder von der Internationalen Jazzwoche Burghausen 1996. Ein Portrait von Jon Hendricks mit Live-Aufnahmen aus Deutschland.


fr – 17.09.2021


00:05 Uhr | Deutschlandfunk Kultur
Klangkunst: Ivry-sur-Seine – Von Iain Chambers

Produktion: WDR 2021. Länge: 40’05. Der Brutalismus ist die wohl radikalste und umstrittenste Architekturströmung des letzten Jahrhunderts. Der Klangkünstler Ian Chambers übersetzt die Betonstrukturen eines berühmt-berüchtigten Pariser Vororts in Klang.

Anschließend: Sun-drenched – Von Staš Vrenko. Produktion: Autorenproduktion für Radiotelevizija Slovenija 2018. Länge: 10’38

Der kommunistisch geprägte Pariser Vorort Ivry-sur-Seine wurde Anfang der 1960er-Jahre zum städtebaulichen Labor: Das Architektenpaar Renée Gailhoustet und Jean Renaudie schuf Wohnraum und orientierte sich an den damals modernen Ideen des „Brutalismus“: massive Betonbauten, ungeschönt, funktional, modular. Aber auch voller sozialer und gesellschaftspolitischer Visionen.

Der Klangkünstler Iain Chambers hat die radikale Architektur mit seinen Mikrofonen erkundet. Für sein Hörstück lässt er Türen erklingen, Treppengeländer vibrieren, und er nutzt die Resonanzschwingung von Sichtbeton. Entstanden ist eine synästhethische Komposition, die über die Ohren taktile, visuelle und, physische Körpererfahrungen vermittelt.

„Ivry-sur-Seine“ wurde mit dem Palma Ars Acustica 2021 der European Broadcasting Union ausgezeichnet.

Iain Chambers ist Komponist und Musikproduzent. Oft basieren seine künstlerischen Arbeiten auf Fieldrecordings und/oder architektonischen Sounds. Gesendet wurden sie unter anderem von BBC Radio 3, WDR und ABC Australia. 2019 gründete Iain Chambers das Label „Persistence of Sound“, das auf Entwicklungen im Bereich der Musique Concrète spezialisiert ist.

00:10 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponisten

Christoph Wünsch: „Zwischen Tag und Traum“ (Novalis Quartett); Rainer Pezolt: „Elegia metallica“ (Antje Gerlof, Flöte; Anne-Kathrein Jordan, Klavier); Elke Tober-Vogt: Suite Nr. 2 (Thüringer Symphoniker Saalfeld-Rudolstadt: Oliver Weder); Rolf Rudin: „Der Spinnerin Nachtlied“ (musica-viva-chor bamberg: Fritz Braun); Wilfried Jentzsch: „Paysages FLV“ (Karl Schicker, Bassflöte; Wilfried Jentzsch, Tonband); Heinrich Hartl: „Ein weites Feld“, op. 150 (Nürnberger Symphoniker: Bernhard Gueller); Herbert Hechtel: „A New Morning“, op. 48 (Peter Sauermann, Klavier)

14.06-15.30  | Ö1
Zum 100. Geburtstag von Chico Hamilton – Fundstück aus dem ORF-Archiv: Chico Hamilton Quartett in der Wiener Jazzspelunke

Am 19. Oktober 1987 gastiert Schlagzeuger Chico Hamilton zusammen mit Saxofonist Eric Person, Gitarrist Cary DeNigris und Bassist Reggie Washington im leider schon lange nicht mehr existierenden Club Jazzspelunke in Wien. Bandleader Hamilton gibt sich einerseits traditionsbewusst mit Jazzstandards wie „Topsy“, „On Green Dolphin Street“ oder „Caravan“ und betätigt sich bei der Billy-Strayhorn-Ballade „Something To Live For“ sogar als Crooner. Seine jungen Mitstreiter bringen auch Eigenkompositionen ein und zeigen jede Menge Spielfreude. Dieser historische ORF-Mitschnitt dokumentiert einen energetischen, gelungenen Konzertabend des legendären Chico Hamilton, in dessen Band in den 1950er Jahren auch ein Altsaxofonist und Bassklarinettist namens Eric Dolphy heranreifte, und der am 21. September 2021 100 Jahre alt geworden wäre.

17.04 | WDR 3
Vesper I: Jeu expressif – Der besondere Klang des Harmoniums

Alexandre Guilmant: Fughetta, op. 29; Joris Verdin, Harmonium | Gioacchino Rossini: Kyrie, aus „Petite messe solennelle“; Simon Bucher, Klavier; Andreas Gräsle, Harmonium; Kirchheimer Vokal-Consort, Leitung: Tönu Kaljuste | César Franck: Prélude, Fugue et Variation h-Moll, op. 18; Joris Verdin, Harmonium; Jos van Immerseel, Klavier | Charles-Marie Widor: Ave Maria für Singstimme, Harfe und Harmonium; Ensemble Alexandre | Max Reger: Romanze a-Moll für Harmonium, in der Ausführung mit Orgel; Christoph Bossert an der Dalstein-Haerpfer-Orgel des Palais des Fêtes, Straßburg | Gioacchino Rossini: Agnus Dei, aus „Petite messe solennelle“ für Soli, Chor, 2 Klaviere und Harmonium; Helene Schneidermann, Alt; Roberto Szidon und Richard Metzler, Klavier; Detlef Dörner, Harmonium; SWR Vokalensemble, Leitung: Rupert Huber

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Der Internationale Musikwettbewerb der ARD 2021

Die BR-KLASSIK-Reporterinnen und -Reporter Svenja Wieser, Ulrich Möller-Arnsberg, Denise Maurer und Manuela Promberger zeigen ihren Blick auf einen der weltweit bekanntesten und renommiertesten Musikwettbewerbe. Zwei Wochen lang begleiten sie die jungen Musikerinnen und Musiker auf und hinter der Bühne – in den Fächern Gesang, Violine, Klavierduo und Horn.

19:15 Uhr | Deutschlandfunk
Mikrokosmos – Die Kulturreportage: Warum der Erfolg des Streamings die Musik-Kultur gefährdet

We’re lost in music. Von Florian Fricke. Produktion: BR 2021. Vor rund 20 Jahren begann mit dem Erfolg des Filesharingdienstes Napster der endgültige Niedergang der alten Musikindustrie. Musik wurde zur Ramschware, immer erhältlich, immer kostenlos. Streamingdienste wie Spotify versprachen eine Revolution. Das ernüchternde Resultat: Musikmachende, die weniger verdienen als je zuvor; dazu die Diktatur der Playlists, der Soundtapete für alle Bereiche des Lebens. Musik wird zunehmend zu einem Gefühlsbegleiter degradiert. Wer sie komponiert, wer sie produziert und eingespielt hat, wird mehr und mehr zur Nebensache. Das hat auch Konsequenzen auf Seiten der Musikschaffenden: Der Mut zum Risiko nimmt ab, die Gefallsucht wird zur ökonomischen Notwendigkeit – eine musikalische Dystopie, die durch die Pandemie zusätzlichen Aufwind erhält.

20.04 | WDR 3
Konzert live. Mit Susanne Herzog. WDR Sinfonieorchester – MÄcelaru dirigiert Britten und Mahler

Nach der Sommerpause eröffnet das WDR Sinfonieorchester die neue Saison mit Werken von Benjamin Britten und Gustav Mahler. Zum Start der Konzertsaison spielt das WDR Sinfonieorchester mit Mahlers Liederzyklus ein Werk, das sich zwischen tieftraurigem Abschied und herzerwärmender Schönheit bewegt. „Alles in allem darf man das ‘Lied von der Erde’ jedenfalls zum besten rechnen, was Mahler je geschaffen hat“, schrieb die Allgemeine Musikalische Zeitung nach der posthumen Uraufführung vor 110 Jahren. Aufbruch und Neuanfang prägen Brittens Violinkonzert. Es entsteht 1939 nach der Emigration des überzeugten Pazifisten in die USA und steht ganz unter dem Eindruck des Kriegsausbruchs in Europa. Ebenfalls aus den USA kommt die Miniatur der Zeit. Der amerikanische Komponist und Pianist Nico Muhly macht die Vereinzelung des Individuums in der Gesellschaft zum Thema seiner Orchesterminiatur. Ausgehend von einer langen „einsamen“ Linie eines Soloinstruments stellt er die Außenwelt als sich allmählich beruhigende Turbulenz dar.

Nico Muhly: Lining Up, Uraufführung, Kompositionsauftrag des WDR – Miniaturen der Zeit – | Benjamin Britten: Violinkonzert d-Moll, op. 15 | Gustav Mahler: Das Lied von der Erde, nach Hans Bethges „Die chinesische Flöte“ für Alt, Tenor und Orchester. Karen Cargill, Mezzosopran; Klaus Florian Vogt, Tenor; Augustin Hadelich, Violine; WDR Sinfonieorchester, Leitung: Cristian MÄcelaru. Übertragung aus der Kölner Philharmonie

22:03 Uhr | Deutschlandfunk Kultur
Musikfeuilleton: „Gegen das ‚Paradies’ habe ich aber Bedenken“ – Dante Alighieri und die Musik

Von Richard Schroetter. (Wdh. v. 31.05.2015). Eine musikalische Reise durch Dantes Welt. In Italien lernt jedes Schulkind zumindest ein paar Verse aus der „Göttlichen Komödie“ auswendig. In seinem riesigen Vers-Epos schickt Dante Alighieri seinen Erzähler auf eine Reise durch Hölle, Fegefeuer und Paradies. Anschaulich wird dem Leser des frühen 14. Jahrhunderts geschildert, wie es in den drei Welten des Jenseits aussieht, und mit welchen Qualen die Sünder ihre Vergehen büßen müssen. Die „Commedia“ ist ein Spiegel des mittelalterlichen Weltbildes und natürlich eine Fundgrube für Geschichten, die zur Vertonung einladen. Eine Sendung zum 700. Todestag des Verfassers der „Göttlichen Komödie”.

22:05 Uhr | Deutschlandfunk
Milestones – Jazzklassiker: Im Namen der Ahnen – Erinnerungen an Lester Bowie (1931-1999)

„The Great Pretender“ (1981), „All The Magic“ (1983), „I Only Have Eyes For You“ (1985). Am Mikrofon: Karl Lippegaus. Lester Bowie konnte durch seine Trompete die Geschichte des Jazz erzählen – wobei er den Namen „Great Black Music“ dafür bevorzugte. Es brodelte und zischte, blubberte und fauchte aus seinem Horn. In St. Louis war er aufgewachsen und mit Anfang 20 nach Chicago gezogen, wo er dem Musikerkollektiv AACM beitrat. Deren bekannteste Gruppe, das Art Ensemble of Chicago, wurde Bowies Band fürs Leben. Doch besonders in den 1980er-Jahren machte er auch aufsehenerregende Platten unter eigenem Namen. Als Trompeter hatte Bowie von den Meistern des New Orleans-Stils über Rex Stewart und Cootie Williams bis zu Miles Davis Ideen absorbiert. In seiner Vision von Jazz spielten Einflüsse aus Gospel, Blues, Spirituals, Latin, R’n’B, Soul und Funk eine zentrale Rolle, aber auch Showman-Qualitäten aus der Vaudeville-Ära. Auf der Bühne trug er gerne einen weißen Arztkittel. Er öffnete sein Repertoire auch für eigenwillige Covers schwarzer Popmusik, besonders mit seiner neunköpfigen Brass Fantasy, zu der u.a. vier Trompeter gehörten. Ihr Debüt „I Only Have Eyes For You“ erschien 1985. Die Brass Fantasy war das letzte große Projekt seiner an Pionierleistungen reichen Karriere. Im Oktober 2021 wäre er 80 Jahre alt geworden.

23:03 – 24:00 | Ö1
So far – so near. Die 41 Konfrontationen in Nickelsdorf

Unter dem Motto „So far – so near“ fand heuer in Nickelsdorf die 41. Ausgabe der Konfrontationen statt. Es war nach dem Zwischenspiel vom letzten Jahr, den Kontraktionen, wieder ein dreitägiges Festival mit österreichischen und internationalen Musiker/innen. In zwei Sendungen präsentiert der Zeit-Ton einige Highlights von einem der langjährigsten und renommiertesten europäischen Festivals für freie und improvisierte Musik.

An sich wäre es das 42. Jahr der Konfrontationen im burgenländischen Nickelsdorf. Letztes Jahr organisierten Festival-Leiter Hans Falb und sein Team ein eintägiges Festival, die Kontraktionen, die trotz der Umstände starke Zeichen setzten. 2021 wurde an 2019 angeknüpft und so gab es in der Jazzgalerie wieder das reguläre Festival. Coronabedingt wurde es auf Mitte August verlegt.

Wie schon seit vielen Jahren, hat Ö1 auch heuer einige Konzerte aufgenommen, die im Zeit-Ton in zwei Sendungen zu hören sind. Der heutige erste Teil umfasst drei Formationen: das Double Trio der österreichischen Pianistin und Komponistin Elisabeth Harnik mit Mats Gustafsson (Saxofon) und Martin Brandlmayr (Schlagzeug), der Cellist Fred Lonberg-Holm spielte mit dem Gitarristen Luis Lopes sowie ein Trio des Saxofonisten Tobias Delius, dem Bassisten Antonio Borghini und dem Schlagzeuger Hamid Drake, der seit 1979 regelmäßig bei den Konfrontationen auftritt.

Der zweite Teil wird am Freitag, dem 24. September, ausgestrahlt mit dem Magda Mayas Projekt, einem Trio um Steve Beresford und Georg Graewes Ensemble Inawhirl. Gestaltung: Heinrich Deisl

23.03 | WDR 3
Open Sounds: Studio Elektronische Musik –  Mit Björn Gottstein: Stromlinie reloaded [12]: Thomas Lehn

Viele Protagonisten der freien Improvisation konzentrieren sich auf musikalische Zustände und Prozesse, die sie mit einer gewissen Gelassenheit zur Entfaltung bringen. Thomas Lehn, Pianist und Synthesizerspieler, verfolgt da einen anderen Ansatz. Seine Improvisationen leben von Brüchen und Kontrasten, von Spannungsbögen und strukturellen Zusammenhängen. Der studierte Jazz- und Konzertpianist pflegt einen durchaus wüsten, bisweilen sprunghaften Duktus, ohne dabei die Konsequenz einer durchgehörten „Werk“-Logik preiszugeben. Die haptische Unmittelbarkeit, mit der er am analogen Synthesizer der Sechzigerjahre auf den Klang zugreift, trägt außerdem zum gestischen Eindruck seiner Improvisationen bei.

Thomas Lehn: Tableaux IV, Elektronische Musik / Nachtmodul, Elektronische Musik; Thomas Lehn, Analogsynthesizer

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
Jazztime: Jazz auf Reisen

Highlight vom Bayerischen Jazzweekend Regensburg 2021: Musik des Yaroslav Likhachev Quartet

Mit Yaroslav Likhachev, Tenorsaxofon, Conrad Noll, Kontrabass, Jonathan Hofmeister, Klavier, und Moritz Baranczyk, Schlagzeug. Moderation und Auswahl: Roland Spiegel

23:30 – 24:00 Uhr | SWR2
ARD Radiofestival. Jazz. Review – Jazz-Neuerscheinungen

Von Niklas Wandt. „File Under Jazz“ – mit diesem Hinweis versehen manche Plattenfirmen ihre Neuveröffentlichungen, damit es nicht zu Missverständnissen kommt in den Verkaufs-Regalen der CD-Geschäfte und in den Sparten der Streaming- und Download-Portale. Was dann dort tatsächlich alles unter „Jazz“ einsortiert wird, ist immer noch extrem breit gefächert: nicht nur stilistisch, sondern auch qualitativ. Selbst für Fans kann es da schwer sein, sich zu orientieren. Einmal in der Woche präsentierten deshalb die Autor*innen des ARD-Radiofestivals bemerkenswerte Neuerscheinungen aus der vielfältigen Welt des Jazz.


sa – 18.09.2021


01:05 Uhr | Deutschlandfunk
Deutschlandfunk Radionacht: Jazz – Amerikas Albtraum

Jazzmusiker und der 11. September 2001. Am Mikrofon: Karsten Mützelfeldt. Am 11. September 2001 erschütterte der Terroranschlag auf das New Yorker World Trade Center die Welt. Vier Tage nach dem Angriff gastiert der Saxofonist Sonny Rollins in Boston, ein Auftritt, der unter dem Titel „Without A Song (The 9/11 Concert)“ veröffentlicht wird. In jenen Septembertagen versuchen viele Musiker wie er, die Schockstarre und Sprachlosigkeit zu überwinden, indem sie auf die Bühne gehen, um mit ihren Mitteln Trost zu spenden. Immer wieder fällt der Begriff von Musik als einer „heilenden Kraft“. Später entstehen Arbeiten, die sich dezidiert mit diesem Trauma Amerikas auseinandersetzen, darunter „September Suite“ der Pianistin Amina Figarova.

10:05 Uhr | Deutschlandfunk
Klassik-Pop-et cetera: Am Mikrofon: Die Sopranistin Edda Moser

Edda Moser kochte vor Wut, als ihre Rolle der „Königin der Nacht“ in Mozarts „Zauberflöte“ unter Wolfgang Sawallisch neu besetzt werden sollte. Heute segelt ihre legendäre Interpretation der berühmten Rachearie an Bord der Raumkapsel „Voyager 2“ durchs Weltall. Geboren wurde Edda Moser 1938 in Berlin. Dort gab sie ihr Operndebüt als Kate Linkerton in Puccinis „Madame Butterfly“. Später sang die Mozart-Interpretin an der Seite großer Tenöre wie Nicolai Gedda und Peter Schreier. Unter Herbert von Karajan debütierte Edda Moser an der MET in New York. Glanzvolle Auftritte folgten an allen großen Opernhäusern von Mailand bis Dresden. Die Musiktradition im Hause Moser reicht bis ins 19. Jahrhundert. Edda Mosers Vater saß als Kind noch auf dem Schoß von Johannes Brahms, Pate war der Geiger Joseph Joachim. In „Klassik-Pop-et cetera” spricht die heute 83-Jährige über Glück, Disziplin und Einsamkeit eines Lebens als Primadonna.

14.00 Uhr | Ö1
Das Ö1 Hörspiel : „Madonnenterror“. Von Andreas Jungwirth.

Mit Erwin Steinhauer, Rupert Henning und Peter Huemer. Ton: Günther Reihs. Musik: Sepp Mitterbauer. Regie: Nikolaus Scholz (ORF 1997)

In mehr als 50 Hörspielen hat er mitgewirkt und 2007 wurde er zum „Hörspiel-Schauspieler des Jahres“ gewählt: Erwin Steinhauer, der am 19. September 70 wird. Zu seinen Lieblingshörspielen zählt Erwin Steinhauer eine Produktion, die sich mit unterschiedlichen Wahrnehmungen, Verehrungskulten und religiösem Fanatismus beschäftigt: „Madonnenterror“ von Andreas Jungwirth. Erwin Steinhauer und Rupert Henning, mit dem Steinhauer zehn Jahre später im Film „Freundschaft“ als sozialdemokratischer Vater und dessen politikferner Sohn vor der Kamera stehen wird, sind in diesem Hörspiel von Marienerscheinungen überzeugte Männer. Sie pilgern zu Wallfahrtsorten und stellen in ihrer Stadt auf öffentlichen Plätzen Gipsmadonnen auf. Ein Journalist (im Hörspiel: Peter Huemer) trifft sich regelmäßig mit dem so frommen Männerpaar, das in seinen Äußerungen über Wunder, Erscheinungen und Marienverehrung faszinierend schrullig ist. Im Verlauf der Gespräche werden allerdings andere Seiten deutlich …

14:05 bis 15:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Der Internationale Musikwettbewerb der ARD 2021

Die BR-KLASSIK-Reporterinnen und -Reporter Svenja Wieser, Ulrich Möller-Arnsberg, Denise Maurer und Manuela Promberger zeigen ihren Blick auf einen der weltweit bekanntesten und renommiertesten Musikwettbewerbe. Zwei Wochen lang begleiten sie die jungen Musikerinnen und Musiker auf und hinter der Bühne – in den Fächern Gesang, Violine, Klavierduo und Horn.

17:05 bis 17:55 | Bayern 2
Jazz & Politik: Politisches Feuilleton

Moderation: Lukas Hammerstein. Musikauswahl: Roland Spiegel

18:05 bis 19:00 | BR-KLASSIK
Jazz und mehr: Die Werthaltigen

Mit Musik von Abdullah Ibrahim, Eva Klesse, Kristjan Järvi, Daniel Schnyder, Chet Baker und anderen. Moderation und Auswahl: Roland Spiegel

19:04 | hr2-kultur
Live Jazz Woody Black 4 & Schmid Hofmeir HochTief GmbH | Outreach Festival 2020, Österreich, August 2020

Woody Black 4 | Daniel Moser, bcl | Leonhard Skorupa, bcl | Stephan Dickbauer, bcl | Òscar Antolí, bcl | Schmid Hofmeir HochTief GmbH | Benjamin Schmid, v | Andreas Martin Hofmeir, tb | Outreach Festival 2020, Schwaz, Tirol, Österreich, August 2020

19:05 Uhr | Deutschlandfunk Kultur
Oper: Luigi Nono – „Intolleranza 1960“

Libretto vom Komponisten auf Texte von Henri Alleg, Bertolt Brecht, Paul Éluard, Julius FuÄík, Wladimir Majakowski, Angelo Maria Ripellino und Jean-Paul Sartre. Salzburger Festspiele. Felsenreitschule. Aufzeichnung vom 07.08.2021. Friedrich Cerha: Spiegel I-VII – kompletter Zyklus für großes Orchester und Tonband. ORF Radio-Symphonieorchester Wien. Leitung: Ingo Metzmacher

22:00 Uhr | Deutschlandfunk Kultur
Die besondere Aufnahme: Berliner Festwochen. Philharmonie Berlin. Aufzeichnung vom 21.09.1985

Luigi Nono: „Variazioni canoniche sulla serie dell’ op. 41 di Arnold Schönberg“ für Kammerorchester / „Varianti“, Musik für Violine solo, Holzbläser und Streicher / „Per Bastiana-Tai-Yang Cheng“ für Tonband und drei Orchestergruppen. Georg Mönch, Violine; Sinfonieorchester des Südwestfunks Baden-Baden; Leitung: Michael Gielen

22:03 – 23:00 Uhr | SWR2
SWR2 Jazztime: Farben und Räume – Eberhard Webers Band Colours (1975-1981)

Von Hans-Jürgen Schaal. Colours war „eine der populärsten Bands ihrer Zeit“, schreibt der amerikanische Jazzkritiker Michael Tucker. Anders als viele Jazz-Rock- und Fusion-Formationen, in denen Lautstärke und Tempo eine große Rolle spielten, betonte die Musik von Colours die Klangfarbe, den atmenden Raum, den hypnotischen Flow. Auch klassische und minimalistische Anklänge spielen hinein – diese besondere Mischung aus akustischen und elektrischen Elementen übt noch heute einen ganz eigenen Zauber aus. Die Band des aus Esslingen stammenden Bassisten Eberhard Weber wurde ein Schlüsselensemble für die europäische Jazz-Ästhetik.

22:05 Uhr | Deutschlandfunk
Atelier neuer Musik: Neue Produktionen aus dem Deutschlandfunk Kammermusiksaal – Rohrblätter, Metallzungen

Nikolaus Brass: „Songs and Melodies“ | Georg Katzer: „drängend, zögernd, entschwindend“ | Younghi Pagh-Paan: „Ta-Ryong V”. Beate Zelinsky, Klarinetten; David Smeyers, Klarinetten; Krisztián Palágyi, Akkordeon

Am Mikrofon: Ingo Dorfmüller. Seit 1980 treten Beate Zelinsky und David Smeyers zusammen als Das Klarinettenduo auf. Ihr Repertoire enthält zwar auch einschlägige ältere Werke, etwa von Mozart und Mendelssohn Bartholdy, der Schwerpunkt liegt aber zweifellos bei der Neuen Musik. Zahlreiche Werke wurden eigens für sie geschrieben. Das verlangte neue Spieltechniken, virtuose Effekte, ungewöhnliche Besetzungen – es gab kaum eine Herausforderung, der sie sich nicht gestellt hätten. Das Programm für seine neue CD zum 40-jährigen Duo-Bestehen hat das Klarinettenduo mit dem jungen Akkordeonisten Krisztián Palágyi erarbeitet. Das ist eine Kombination von besonderem Reiz. Denn der Klang des Akkordeons lässt sich – ähnlich wie bei der Orgel – durch Registrierung verändern. So kann es mit den Klarinetten zu fast vollkommener Einheit verschmelzen, aber aus diesem Klangverbund auch wieder deutlich wahrnehmbar heraustreten. Neben Stücken, die für diese Produktion im Deutschlandfunk Kammermusiksaal komponiert oder bearbeitet wurden, finden sich auch Inventionen von Johann Sebastian Bach in dreistimmigen Fassungen von Max Reger und Helmut Lachenmann.

23:00 | hr2-kultur
The Artist’s Corner | Symphonie Magnétophonique Die elektroakustische Musik von Else Marie Pade (1924-2016)

Die dänische Komponistin Else Marie Pade hat ab Mitte der 1950er Jahre eine Vielzahl signifikanter elektroakustischer Werke im dänischen Rundfunk, dem „Danmarks Radio“, realisiert.

23.03-06.00 | Ö1
Kennerinnen und Komplizen: Christoph Prisching und Ognjen „Ogi“ MomiÄ – Das Wiener Jazzlokal Miles Smiles im Fokus. Martin Philadelphy im Wiener RadioCafe.

In der Jazznacht-Serie „Kennerinnen und Komplizen – Jazzmenschen im Porträt“ sind heute Christoph Prisching und Ognjen „Ogi“ MomiÄ im Studio zu Gast und sprechen mit Christian Bakonyi über das Wiener Jazzlokal Miles Smiles, das heuer sein 40-jähriges Bestehensjubiläum feiert. Nach einem Kunstgeschichtestudium war der 1961 in Graz geborene Christoph Prisching als Ausstellungskurator, Grafiker und Bühnenbildner tätig. Ab 1991 betreute er als Wirt, Veranstalter und Produzent das traditionsreiche Miles Smiles in der Langen Gasse in Wien-Josefstadt, wo sich nationale und internationale Jazzgrößen wie Hans Koller, Harry Pepl, Werner Pirchner, Jim Pepper, Kate und Mike Westbrook und viele, viele andere ein Stelldichein gaben. Vor kurzem hat Prisching die Verantwortung für das Lokal an seinen Nachfolger Ognjen „Ogi“ MomiÄ übergeben, dessen Weg von Banja Luka über ein Grazer Kunstgymnasium zum Architekturstudium an die Technische Universität Wien und schließlich Ende 2018 ins Miles Smiles führte. Christoph Prisching wird Aufnahmen aus dem Archiv des Clubs mitbringen und über musikalische Höhepunkte in dessen Geschichte erzählen, während Ogi MomiÄ über die zukünftige Ausrichtung des Miles Smiles spricht.

Der Konzertmitschnitt stammt aus dem Wiener RadioCafe. Dort fand sich am 19. September 2016 der zwischen New York und Wien pendelnde Gitarrist Martin Philadelphy ein. Gemeinsam mit dem Bassisten Stefan Thaler und dem Schlagzeuger Niki Dolp bot der aus Tirol stammende Workaholic Martin Philadelphy Songs aus seinem „Retrograde“-Album, das dem Motto der den Blues fokussierenden Konzertserie „Stormy Monday“ mehr als gerecht wurde.

Ein weiterer Programmpunkt ist dem 2013 verstorbenen US-Schlagzeuger Chico Hamilton gewidmet, dessen Geburtstag sich am 21. September 2021 zum 100. Mal jährt.

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
Musik der Welt: Gesänge der Ebene und des Meeres – Venezuela und seine Musik zwischen Folklore und Klassik

Mit dem Komponisten Reynaldo Hahn und der Pianistin und Komponistin Teresa Carreño hat Venezuela bereits im 19. Jahrhundert einige bedeutende Künstler der klassischen Musik hervorgebracht. Anfang des 20. Jahrhunderts bildete sich dann, wie in vielen lateinamerikanischen Ländern, eine nationale Schule heraus. Komponisten wie Vicente Emilio Sojo, Antonio Estévez oder Modesta Bor griffen in ihren Werken Melodien, Rhythmen und Themen aus Volksmusik und Folklore auf. Insbesondere die Figur des „Llanero“, des Mannes aus den weiten Ebenen Venezuelas, des einfachen Viehhirten und Arbeiters vom Land, wurde zu einer nationalen Symbolfigur. Die „cultura llanera“ mit ihren Gesängen, ihren Tänzen und ihrem Brauchtum gilt immer noch als Inbegriff des ländlichen Venezuela. BR-KLASSIK hat sich mit dem Dirigenten Gustavo Dudamel unterhalten und geht den Spuren der venezolanischen Volksmusik in der Klassik nach. Eine Sendung von Florian Heurich


so – 19.09.2021


07:30 Uhr | Deutschlandfunk Kultur
Kakadu für Frühaufsteher: Wie wird man Politiker?

Von und mit Patricia Pantel. Moderation: Fabian Schmitz. Angenommen dein bester Freund oder deine beste Freundin würde sagen: „Wenn ich groß bin, dann werde ich Bundeskanzlerin oder Umweltminister und sorge dann dafür, dass alle Menschen glücklich sind, der Klimawandel gestoppt wird und alle Schulen mit Lüftern ausgerüstet werden.” Glaubst du, das wäre möglich? Kann jeder einfach so in die Politik gehen? Ist das ein Beruf, für den es eine besondere Ausbildung oder ein Studium braucht? Muss man als Politikerin in einer Partei sein? Kakadu hat die Antworten.

13:04 | hr2-kultur
Kaisers Klänge – Musikalische Entdeckungsreisen Auf der Suche nach dem Sinn vom Sein – Philosophierende Musik

Moderation: Niels Kaiser. Unentwegt sind sie auf der Suche nach dem letzten Sinn: die Meister der philosophischen Zunft. Damit haben sie auch viele Werke der musikalischen Kunst inspiriert.

14:04 | hr2-kultur
Zwei bis Vier – Menschen und ihre Musik Zu Gast: Emil Mangelsdorff, Jazz-Musiker

Moderation: Daniella Baumeister. Er ist einer der wichtigsten Musiker im deutschen Jazz. Und er ist ein wichtiger Zeitzeuge und Gesprächspartner, wenn es um das Leben und den Jazz im Dritten Reich geht.

15:05 Uhr | Deutschlandfunk
Rock et cetera: Hinter dem Schmelz lauert die Düsternis – Der US-amerikanische Musiker John Grant

Von Fabian Elsäßer. John Grant blickt mit Anfang 50 auf einen wilden Werdegang zurück, an dem er auch hätte zerbrechen können: Seit seiner Jugend haderte der Sohn erzfrommer Eltern aus Colorado, der später im Bundesstaat Michigan aufwuchs, mit seiner Homosexualität, später wurde er von diversen Substanzen abhängig. Er studierte in Deutschland Übersetzung und spricht gut ein Dutzend Sprachen, lebte an verschiedenen Orten und ist inzwischen in Island ansässig. Als Musiker fand er nach erfolglosen Bandprojekten erst spät Anerkennung, mit seinen Soloarbeiten ab Anfang 40. Früher waren sie eher vom Klavier geprägt, inzwischen prallt sein einschmeichelnder Bariton häufiger auf kühlen Elektropop. Seine Texte enthalten Abgründe, Verzweiflung und Sarkasmus: „I wanted to change the world, but I couldn’t even change my underwear.“ Eine Begegnung mit einem polyglotten Pop-Philosophen.

16:30 Uhr | Deutschlandfunk
Forschung aktuell: Wissenschaft im Brennpunkt – Deep Science – Der Wissenschaftspodcast

Extreme Experimente (1/5). Mit Schimpansen sprechen. Von Sophie Stigler und Lennart Pyritz. (Folge 2 am 26.9.2021)

Was denkt ein naher Verwandter, mit dem wir nicht sprechen können, wirklich? In den 1960er-Jahren begann der Psychologe Roger Fouts ein Experiment: Er zog die Schimpansin Washoe im Garten seines Doktorvaters auf wie ein menschliches Kind und brachte ihr Gebärdensprache bei. Die Erkenntnisse über das Denken und Fühlen von Menschenaffen waren bahnbrechend – und verwischten die Grenze zwischen Mensch und Tier. Später bereute Roger Fouts sein Experiment zutiefst. Bis ins hohe Alter setzte er sich für den Schutz und die Rechte von Menschenaffen ein und plädierte für ihre Erforschung im Freiland.

„Mit Schimpansen sprechen“ ist die erste Folge unseres Wissenschaftspodcasts Deep Science mit Sophie Stigler. Die ganze Staffel „Extreme Experimente“ finden Sie ungekürzt ab dem 9. September unter Deutschlandfunk.de/deepscience

19:04 | hr2-kultur
hr-Bigband Konzerte und Produktionen u.a. mit: A Night at the Village Vanguard, Teil 2

Konzerte und Produktionen u.a. mit: A Night at the Village Vanguard | hr-Bigband cond. by Jim McNeely, Livestream aus dem hr-Sendesaal, Frankfurt, April 2021, Teil 2

20:03 Uhr | Deutschlandfunk Kultur
Konzert: Musikfest Berlin – Live aus der Philharmonie Berlin

Klaus Lang: „Ionisches Licht“ für Orchester | Arvo Pärt: „Pro et Contra“, Konzert für Violoncello und Orchester | Igor Strawinsky: „Requiem Canticles“ für Soli, Chor und Orchester | Gustav Mahler: Adagio aus der Sinfonie Nr. 10. Catriona Morison, Alt; Matthias Winckhler, Bass; Valentin Radutiu, Violoncello; Rundfunkchor Berlin; Deutsches Symphonie-Orchester Berlin; Leitung: Robin Ticciati

20.04 | WDR 3
Oper: Lear – Oper von Aribert Reimann

König Lear: Christian Gerhaher, Bariton; König von Frankreich: Christian Rieger, Bassbariton; Herzog von Albany: Ivan Ludlow, Bariton; Herzog von Cornwall: Jamez McCorkle, Tenor; Graf von Kent: Brenden Gunnell, Tenor; Graf von Gloster: Georg Nigl, Bassbariton; Edgar: Andrew Watts, Countertenor; Edmund: Matthias Klink, Tenor; Goneril, Tochter von König Lear: Angela Denoke, Sopran; Regan, Tochter von König Lear: Ausrine Stundyte, Sopran; Cordelia, Tochter von König Lear: Hanna-Elisabeth Müller, Sopran; Diener: Dean Power, Tenor; Narr: Graham Valentine, Sprecher. Ritter: Marc Bodnar, Sprecher. Chor und Orchester der Bayerischen Staatsoper, Leitung: Jukka-Pekka Saraste

22:00 | hr2-kultur
Hörspiel | türken, feuer von Özlem Özgül Dündar Der Brandanschlag von Solingen 1993 – eine literarische Auseinandersetzung

Am 29. Mai 1993 kommen in Solingen fünf Menschen türkischer Abstammung bei einem Brandanschlag ums Leben. Eine von ihnen ist Gürsün Inçe, die sich für ihre dreijährige Tochter opfert, als sie mit ihr aus dem Fenster springt. Das Hörspiel gibt ihr eine Stimme.

22:08 – 23:00 | Ö1
Jet Lag All Stars Radio Show – Radio aus den Parklücken der Aufmerksamkeit

Gedankensprünge aus dem Musterbuch des Jetlags. Dort, wo Heiliges und Alltag, Ekstase und To-do-Liste zusammentreffen, präsentieren die Jet Lag All Stars Musik, Gespräche, Reportagen und Essays vom äußersten Rand der Woche. Die Jet Lag All Star Radio Show ist die Bügelfalte des Kunstsonntags. Gestaltung: Robert Czepel, Rainer Elstner, Alexander Ach Schuh, Thomas Tesar, Elke Tschaikner, Christian Scheib und Klaus Wienerroither

23.00 Uhr | Ö1
Radiokunst-Kunstradio: „ARGOT Revisited“ von Concha Jerez und Jose Iges

„ARGOT“ basiert auf einem Text, der sich mit der Beziehung des Künstlers mit der Welt, seinem Produkt, der Idee, sowie dem „Konsumenten“ seiner Produkte auseinandersetzt. Der Text über diese INTERFERENZEN, um die es hier geht, wird in vier Sprachen vorgetragen: englisch, spanisch, deutsch und französisch.

Der spanische Komponist Jose Iges und die Bildende Künstlerin Concha Jerez verwendeten für „ARGOT“ den Klang der Sprache, Konsonanten und Vokale nur als akustische Elemente: sie bezogen auch die Akustik des Aufführungsortes mit ein, in dem „ARGOT“ 1991 erstmals präsentiert wurde, nämlich im Palais Liechtenstein in Wien.

„ARGOT“ fordert das Publikum auf, den akustischen Raum zwischen den vier verschiedenen Sprachen auszuloten, ihre Beziehungen untereinander wahrzunehmen. Er wird damit – so die Künstler/innen – zum „Inter-Linguisten“. INTERFERENZEN auf zwei Ebenen: KUNST und SPRACHE.

23.03 | WDR 3
Studio Neue Musik. Mit Barbara Eckle – Nine Eleven

9. September 2001. Zwei Flugzeuge rauschen ins New Yorker World Trade Center, das vor den Augen der Welt einstürzt. Tausende Menschen verlieren ihr Leben. Echos dieses traumatischen Tages hallen seither auch durch die Musikwelt.

Für Steve Reich war „9/11“ kein mediales Ereignis. Stundenlang bangte er um das Leben seiner Familie, die sich in der Nähe des Unglücksortes aufhielt. Jahre später verarbeitet er diese Stunden in WTC 9/11. Aufnahmen von Flugüberwachungspersonal, Feuerwehrleuten und verzweifelten Nachbarn erinnern daran, wie real diese unbegreifliche Tragödie war.

Angesichts der Tragödie erschien es John Adams fast zynisch, Musik zu schreiben. Dafür baute er mit den Namen und Stimmen der Opfer in On the Transmigration of Souls zum ersten Jahrestag eine Art klingenden Gedenkort. John Corigliano sah sich zu einer Verarbeitung erst zehn Jahre später in der Lage. Die zeitliche Distanz öffnete ihm die ernüchternde Perspektive, dass das Ereignis doch nur Teil einer von Gewaltexzessen geprägten Menschheitsgeschichte ist. In Peter Eötvös’ Oratorium Halleluja wiederum steht 9/11 für eine Katastrophe biblischer Dimension – die mit der TV-Fernbedienung aus dem Bewusstsein geknipst wird.

Steve Reich: WTC 9/11 für Streichquartett und Tonband; Kronos Quartet | Michael Gordon: The Sad Park für Streichquartett, Audio Playback und Tonband; Kronos Quartet | John Adams: On the Transmigration of Souls für Orchester, Chor, Kinderchor und Tonband; New York Philharmonic and Chorus, Leitung: Lorin Maazel | John Corigliano: One Sweet Morning für Orchester; New York Philharmonic, Leitung: Alan Gilbert | Peter Eötvös: Halleluja für Mezzosopran, Tenor, Sprecher, Chor und Orchester; WDR Rundfunkchor; WDR Sinfonieorchester, Leitung: Peter Eötvös

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