Jazz im Radio. Foto/Montage: Hufner
Jazz im Radio Foto: Hufner

Die erweiterte Jazz-Radiowoche vom 12.09. bis 18.09.2022

Ein kleiner Blick in die Radiowoche 37. Die Luft ist dünner geworden, denn es ist Festspielsommer bei der ARD. Das heißt, für manche Sender findet Jazz jetzt erst wirklich statt, für andere heißt es Reduktion auf eine halbe Stunde vor Mitternacht. Teilnehmende Sender beim ARD-Radiofestival: NDR Kultur, Bremen Zwei, WDR 3, hr2-kultur, SWR2, SR 2 Kulturradio, rbbKultur | MDR Kultur | BR-KLASSIK

Die Übersicht zum Download als PDF. Alle Angaben ohne Gewähr. Ergänzt mit den tollen Sendungen zur Neuen Musik von BR-KLASSIK und Ö1.

Inhalt


Senderliste:


mo – 12.09.2022


09:05 bis 10:00 | SWR 2
SWR2 Musikstunde: Blau – Klangreise durch eine Farbe (1/5)

17:50 bis 18:00 | SWR 2
SWR2 Jazz vor sechs

19:30:00 | Ö1
Fergus McCreadie Trio beim INNtöne-Tastenfestival 2022

Umgeben von der grün gewellten Landschaft des Innviertler Sauwalds, fand heuer zu Pfingsten auf Paul Zauners Buchmannhof erstmals das INNtöne-Tastenfestival statt. Im Fokus standen Pianist:innen und Akkordeonist:innen, besonders gespannt war man am 3. Juni 2022 auf das Österreich-Debüt des 25­jährigen schottischen Pianisten-Newcomers Fergus McCreadie, der sich in seinen Trio-Kompositionen von der Volksmusik und der Landschaft seiner Heimat inspirieren lässt. Hochvirtuos und hörbar von seinem klassischen Ausbildungsbackground geprägt, zelebrierte McCreadie die süffigen Kompositionen seines kürzlich erschienenen zweiten Trio-Albums „Forest Floor“ in epischer Länge, unterstützt von David Bowden (Kontrabass) und Stephen Henderson (Schlagzeug). Das enthusiasmierte Publikum ließ die drei jungen Schotten nicht ohne zwei ausführliche Zugaben von der Bühne. Gestaltung: Jörg Duit

19:35 bis 20:00 | MDR Kultur
MDR KULTUR Jazz Lounge

Die perfekte Mischung für Jazz-Fans und Hörer, die mit Jazz einfach nur entspannt in den Abend starten wollen.

23:03 – 24:00 | Ö1
Neue Kompositionen, druckfrisch: „Ink Still Wet“ – Uraufführungen beim „Composer Conductor Workshop“ in Grafenegg

Bereits zum 12. Mal lädt das Festival Grafenegg zum Workshop „Ink Still Wet“. Komponist:innen und Dirigent:innen der jüngeren Generation arbeiten gemeinsam mit Mentoren an ihren Werken und leiten dann die öffentliche Aufführung mit dem Orchestra in Residence, dem Tonkünstler Orchester Niederösterreich selbst. In diesem Jahr sind Composer in Residence Georg Friedrich Haas und der Dirigent und Komponist Baldur Brönnimann vor Ort und setzen sich mit den internationalen Teilnehmer:innen, ihren neuen Kompositionen und deren Interpretation auseinander. Zu diesem begehrten „Composer Conductor Workshop“ sind sechs Künstler:innen ausgewählt worden: Simone Cardini (geb. 1986, Italien), Shiqi Geng (geb. 1995, China), Tanja Elisa Glinsner (geb. 1995, Österreich), Keane Southard (geb. 1987, USA), Lisa Streich (geb. 1985, Schweden) und José Luis Valdivia Arias (geb. 1994, Spanien).

Mit „Ink Still Wet“ soll der kreative Austausch zwischen Publikum, Komponist:innen und Interpret:innen gefördert werden, indem Einblicke in alle Phasen eines spannenden Arbeits- und Probenprozesses ermöglicht werden.

Eine Teilwiedergabe des Abschlusskonzerts von „Ink Still Wet“ mit sechs Uraufführungen vom 4. September 2022 auf Schloss Grafenegg mit dem Tonkünstler-Orchester Niederösterreich. Gestaltung: Marie-Therese Rudolph

23:30 bis 00:00 | ARD Radiofestival 2022. Jazz
Der Alchemist – zum 15. Todestag von Joe Zawinul – Er sei ein Volksmusiker, sagte Joe Zawinul einmal

Mit seiner Komposition „Birdland“ schuf er einen der größten Hits aller Zeiten, benannt nach dem berühmten Klub in Manhattan

Moderation: Thomas Haak (NDR). Im Birdland lernte Joe Zawinul seine Frau kennen, traf Duke Ellington, von ihm verehrte Sportgrößen und seinen späteren Arbeitgeber Miles Davis: „Zawinul baut Ideen aus, die wir seit Jahren hatten.“ In den 60er und 70er Jahren prägte der innovative Tastenzauberer tatsächlich wie kaum ein anderer europäischer Musiker den Jazz. Sei es als Hitlieferant für Cannonball Adderley, als Elektrifizierer zusammen mit Miles Davis oder gemeinsam mit Wayne Shorter in der Formation Weather Report. Als Joe Zawinul am 11. September 2007 einem Krebsleiden erlag, kam dies dem Ableben einer globalen Musikikone gleich.


di – 13.09.2022


01:05 bis 05:00 | Deutschlandfunk Kultur
Tonart: Jazz – Moderation: Oliver Schwesig

17:50 bis 18:00 | SWR 2
SWR2 Jazz vor sechs

19:05 bis 20:00 | Bayern 2
Zündfunk: Gästemix Diplo – Der Top-Produzent legt auf

Mit Ralf Summer. Diese Sendung mit allen Beiträgen und Interviews hören Sie auch in der BR Radio App bei Bayern 2 und unter www.bayern2.de/zuendfunk.

Wesley Pentz aus Philadelphia aka Diplo ist einer der gefragtesten Produzenten und Remixer des Pop: Er entdeckte nicht nur wichtige neue Künstlerinnen wie M.I.A. oder Santogold, an deren Alben er auch mitwirkte. 2009 lieferte er mit dem ersten Major Lazer-Album auch eines der markantesten Statements seit langem ab: Es beschäftigt sich mit dem Dancehall-Sound Jamaikas. Als Remixer heuerte ihn auch schon das legendäre Verve-Jazzlabel an, um neue Versionen von Soul-Songs von Marlena Shaw oder dem berühmten „Popcorn“-Hit anfertigen lassen. Im Pop mischte er schon Hot Chip, Gwen Stefani, Britney Spears oder Peter Björn & John. Sein Mix aus Electro, HipHop und Funk ist ein inzwischen weltweit gültiges Rezept. Diplo spielt seine Lieblingslieder, von Ray Charles bis Slayer, von Reggae-Dancehall bis zu 80s-Disco. Wiederholung vom 27. August 2010

19:35 bis 20:00 | MDR Kultur
MDR KULTUR Jazz Lounge

ARD Radiofestival – Jazz: Der Alchimist – zum 15. Todestag Joe Zawinuls / Eine Sendung von Thomas Haak

21:05 bis 22:00 | Deutschlandfunk
Jazz Live: Jazzfest Berlin 2021 – Experiment und Anmut

Das Sylvie Courvoisier Trio. Aufnahme vom 7.11.2021 aus der Silent Green Kuppelhalle, Berlin

Am Mikrofon: Sophie Emilie Beha. Sylvie Courvoisier hat sich selbst mal als Nomadin bezeichnet, die von der rastlosen Suche nach Neuem getrieben ist. Bei aller kompromisslosen Experimentierfreude: Die 1968 in Lausanne geborene, in New York lebende Pianistin ließ bei ihrem Konzert beim Jazzfest Berlin 2021 zahlreiche Querbezüge und Andeutungen aufblitzen. Selten klang ihre Band so jazzlastig wie hier. So schwelgte sie in elastischem Swing und zitierte schmissigen Dixieland. Dann wieder ließ sie sich von den komplizierten Melodien der Vogelstimmen inspirieren oder unternahm wilde Ausreißer aus dem traditionellen Formgefüge; ihr Flügel klirrte, surrte und schepperte. Mit ihr im Trio waren ihr langjähriger Kontrabassist Drew Gress und der Schlagzeuger Devin Grey: ein verspieltes, fantasiereiches und spritziges Zusammenspiel.

22:00 bis 00:00 | Bremen Zwei
Jazz Grooves

Die ganze Welt des Jazz. Bekannte Namen, Newcomer und spannende Entdeckungen, Höhepunkte aus der Jazzgeschichte, besondere Jazzereignisse und Tipps zum Konzertgeschehen der Region.

22:30 bis 23:30 | BR-KLASSIK
Horizonte: Fluxus-Musik als Neueste Musik, als Anti-Musik

Frischer als Cage sollten ihre Sachen sein und als die von Stockhausen, den sie mithin wüst attackierten, sowieso. Die Fluxisten, die erstmals 1962 bei den „Internationalen Festspielen Neuester Musik“ in Wiesbaden ihre neo-dadaistischen Klangkonzepte präsentierten, begriffen das gesamte Leben als Musik. Gerade im „Golden Age of Fluxus“ – so der Fluxus-Initiator George Maciunas über die ersten Jahre der losen Musiker-Künstler-Kooperative – kämpften die Akteure mit musikalischen Mitteln gegen die Normen der bürgerlichen Kultur, gegen ihren ästhetischen Staub. Die Fluxus-Leute, etwa Nam June Paik, George Brecht oder Ben Patterson, dekonstruierten und demolierten, was bis dahin als unantastbar galt im Gral der „Ernsten Musik“. So sollte Platz für Neues, Neuestes und Anderes entstehen, was auch (später) entstand. Doch das hat die Musikgeschichte lange großflächig vergessen. Eine Sendung von Stefan Fricke aus dem Jahr 2019

23:03 – 24:00 | Ö1
Bewegte Bilder eröffnen die Klangspuren – Klangspuren 2022. Eröffnungskonzert mit Windkraft – Kapelle für Neue Musik

Am 8. September 2022 wurde die 29. Ausgabe der Klangspuren in Schwaz in Tirol eröffnet. Erstmals hat Windkraft – Kapelle für Neue Musik diese Eröffnung unter der Leitung von Kasper de Roo bestritten. Zu erleben war die österreichische Erstaufführung des Musik-Film-Kunst-Projekts „Reich/Richter“ des Minimal-Music-Großmeisters Steve Reich, bei dem der US-amerikanische Komponist zu Gerhard Richters und Corinna Belz’ Film „Moving Picture“ (946-3) Musik komponierte. Die Uraufführung fand im April 2019 in New York im Kulturzentrum The Shed mit dem Ensemble Signal statt.

Zu diesem multimedialen Kunstprojekt gesellt sich „Melodrama“ für Ensemble, das neue Werk der jungen, in Graz lebenden Komponistin Soyeon Park. Auch der Fokus der Arbeit der jungen Koreanerin liegt auf der Verbindung von akustischen und visuellen Materialien. Dabei übersetzt sie Materialien, die nicht aus der Musik kommen, in eine musikalische Sprache. Park hat dieses Jahr den Ö1 Talentebörse Kompositionspreis gewonnen. Gestaltung: Patrizia Jilg

23:30 bis 00:00 | ARD Radiofestival 2022. Jazz
Spielen, Komponieren, Agieren

Der Kölner Janning Trumann ist auf vielen Ebenen aktiv: Als Bandleader und Komponist, als Labelinhaber, als Veranstalter und als meinungsstarker Mensch in Sachen Kulturpolitik

Moderation: Anja Buchmann (WDR). So elegant und geschmeidig, wie sein Posaunenton klingt, so eloquent und klar ist er auch mit Worten: Janning Trumann kann man gut das beliebte Prädikat „Tausendsassa“ andienen. Der Wahlkölner leitet diverse Bands vom Quartett bis zum Oktett, ist aktiv im Subway Jazz Orchestra, betreibt mit Tangible Music sein eigenes Label und ist Geschäftsführer der politischen Interessenvertretung „Kölner Jazzkonferenz“. Diese wiederum hat die „Cologne Jazzweek“ initiiert, ein Festival, das 2021 unter großem Applaus zum ersten Mal stattfand – mit Janning Trumann als Teil des künstlerischen Leitungsteams.

mi – 14.09.2022

13:05 bis 14:58 | SWR 2
SWR2 Mittagskonzert: Musikfest Stuttgart 2022: Entering the woods

Emil Brandqvist Trio. (Konzert vom 21. Juni 2022 in der Kulturlounge Dürnitz im Landesmuseum). Mit „Entering the woods“ beweist das Emil Brandqvist Trio einmal mehr, dass es zu den besten europäischen Jazzformationen gehört. Ihr Sound ist wie ein gutes Gespräch unter Freunden – irgendwo weit draußen, irgendwann am Abend. Da sind die feinsinnigen Percussioneinlagen von Emil Brandqvist, denen Tuomas A. Turunen am Klavier mit mal sensibel dahingetupften, mal bewegten Klangkaskaden antwortet. Getragen wird das Ganze vom unumstößlichen, körperlichen Kontrabass-Spiel von Max Thornberg. „Entering the woods“ ist ein Gang in die schwedischen Wälder, eine Suche nach dem Klang der Stille.

17:50 bis 18:00 | SWR 2
SWR2 Jazz vor sechs

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
BR-KLASSIK – Classic Sounds in Jazz: Acoustic Joe

Joe Zawinul, Wiener, Jazz-Innovator und Klangmagier an den unterschiedlichsten Tasteninstrumenten

In dieser Ausgabe von „Classic Sounds in Jazz“ ganz akustisch, nur am Flügel, aber zusammen mit Saxofonist Ben Webster, Pianist Friedrich Gulda, Sängerin Nancy Wilson und anderen Moderation und Auswahl. Ulrich Habersetzer

19:35 bis 20:00 | MDR Kultur
MDR KULTUR Jazz Lounge

23:03 – 24:00 | Ö1
Rückblick, Vorschau und aktuelle Veröffentlichungen – Zeit-Ton Magazin

Jeden Mittwoch präsentieren wir Ihnen ausgesuchte Veranstaltungstipps für die kommenden sieben Tage und die spannendsten Neuveröffentlichungen. Gestaltung: Philipp Weismann

23:30 bis 00:00 | ARD Radiofestival 2022. Jazz
Myra Melford – For The Love Of Fire And Water

Ein ganz besonderes Quintett hat die amerikanische Pianistin Myra Melford für ihre neueste Veröffentlichung gefunden.

Auf „For The Love Of Fire And Water“ spielen Mary Halvorson, Ingrid Laubrock, Tomeka Reid und Susie Ibarra

Moderation: Wolf Kampmann (RBB). Die amerikanische Pianistin Myra Melford liebt es seit jeher, Prinzipien der Natur und des Schamanismus auf ihre Musik zu übertragen. Auf ihrer neuesten Platte „For The Love Of Fire And Water“ hat die Berkeley-Professorin dafür ein besonderes Quintett zusammengestellt, zu dem außer ihr selbst am Piano Gitarristin Mary Halvorson, Saxofonistin Ingrid Laubrock, Cellistin Tomeka Reid und Schlagzeugerin Susie Ibarra angehören. Bei dieser Allstar-Besetzung des zeitgenössischen amerikanischen Jazz geht es nicht um Verzicht auf männliche Kollegen, sondern schlicht um die Musikerpersönlichkeiten, mit denen Melford am liebsten zusammenspielen wollte. Das Ergebnis ist verblüffend.


do – 15.09.2022


17:50 bis 18:00 | SWR 2
SWR2 Jazz vor sechs

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
KlassikPlus: Tour de France – Eine Frankreichreise in Chansons

1947 – vor 75 Jahren – fiel der Startschuss für die erste Tour de France nach dem Krieg. KlassikPlus erinnert an dieses Ereignis mit der Sendung „Eine Frankreichreise in Chansons – zur Jubiläumsrundfahrt der Tour de France“. Autor Marco Vörös nimmt uns darin zunächst mit in das Frankreich der Nachkriegsjahre und lädt uns dann auf den Spuren der Radprofis ein zu einem musikalischen Streifzug durch die französischen Regionen – von den sprinterfreundlichen Flachetappen im Norden und Osten über die legendäre Route Nationale 7 in den Süden, hinauf auf die kräftezehrenden Hochgebirgspässe und schließlich bis zum Ziel auf den Pariser Champs-Élysées. Außerdem stehen Chansons über das Radfahren aus den 1920er bis 2000er-Jahren auf der Playlist, die mit großen Interpretinnen und Interpreten wie Charles Aznavour, Maurice Chevalier, Patricia Kaas, Bourvil und vielen anderen aufwartet. Eine Sendung von Marco Vörös

19:35 bis 20:00 | MDR Kultur
MDR KULTUR Jazz Lounge

21:05 bis 22:00 | Deutschlandfunk
JazzFacts: „Sei ein musikalischer Schwamm!“ – Ein Porträt des Pianisten Gerald Clayton

Von Karsten Mützelfeldt. Für wenige andere gilt, was den Pianisten Gerald Clayton auszeichnet: Er ist gleichermaßen überzeugend auf dem Gebiet der Jazz-Tradition wie in aktuelleren Ausdrucksformen. Schon sein Elternhaus sorgte für musikalische Offenheit. Seine niederländische Mutter ist Klassik-Pianistin, sein US-amerikanischer Vater John Clayton einer der bekanntesten Jazz-Bassisten und Big-Band-Arrangeure. Gerald, der u. a. mit Charles Lloyd, Dianne Reeves, Ambrose Akinmusire, Ben Wendel und Gilad Hekselman arbeitete, ist auch offen für Popmusikalisches, Hip-Hop und Elektronisches. „Zu meinen Studenten sage ich immer wieder: Wir müssen musikalische Schwämme sein. Wenn du Musik hörst, höre sie mit der Intention, alles aufzusaugen.“ Im Porträt spricht er darüber, wie es ist, sich für alles zu interessieren, aber keiner bestimmten Kultur vollständig anzugehören.

23:03 – 24:00 | Ö1
Gong-Studien – Die Zusammenstellung „Exploring Gong Culture in Southeast Asia“.

Gongs haben in der asiatischen Kultur zentrale Funktionen: Sie werden bei religiösen oder gesellschaftlichen Anlässen gespielt, bezeichnen geografische Unterschiede und ethnische Zugehörigkeiten. Der Klangkünstler und Wissenschaftler Yasuhiro Morinaga hat Feldaufnahmen von rund 50 Ethnien auf dem Festland und den Inseln Südost-Asiens gemacht und war für „Exploring Gong Culture“ im Hochland von Vietnam, in Indonesien und auf Borneo. Vor kurzem hat das Label Sub Rosa diese Aufnahmen als Doppel-CD veröffentlicht.

Der in Tokio lebende Yasuhiro Morinaga beschäftigt sich seit den 1990er Jahren mit Feldaufnahmen, also mit klanglichen Darstellungen sozialer Strukturen. Seine Aufnahmen verwendet er für Installationen und (Dokumentar-)Filme, zudem leitet er das auf ethnomusikalische Aufnahmen spezialisierte Label Concrete und hat zahlreiche Stücke für Tanztheater geschrieben.

„Exploring Gong Culture“ gliedert sich in zwei Regionen mit jeweils gut 20 Aufnahmen: „Massif – Mainland“ und „Archipelago – Maritime Southeast Asia“. Wie Yasuhiro Moringa im gut 50-seitigen Booklet schreibt, ging es bei der zweijährigen Feldarbeit darum, die große, aber im Westen kaum bekannte kulturelle Vielfalt dieser Regionen zu dokumentieren: So unterschiedlich die Gegenden oder gesellschaftlichen Gruppen, so unterschiedlich ihre Gongs. Gleichzeitig sind sie sozial integrativ, wenn etwa bei Anlässen wie Hochzeiten, Begräbnissen oder Feiern spezielle Gongs gespielt werden.

„Exlporing Gong Culture“ ist die bisher wahrscheinlich konsistenteste Umsetzung einer klanglich interpretierten Geo- und Soziografie Südost-Asiens. Die Linernotes für dieses ebenso faszinierende wie ambitionierte Projekt stammen vom britischen Musikautor David Toop.

Im Zeit-Ton begeben wir uns auf eine Klangreise in einige ausgewählten Regionen von „Exploring Gong Culture in Southeast Asia“ wie der Provinz Ratanakiri in Nordost-Kambodscha oder hören ein Ernte-Fest auf der philippinischen Insel Luzon.

Erschienen ist diese Doppel-CD auf dem Brüsseler, auf historische Elektroakustik und auf Feldaufnahmen spezialisierten Label Sub Rosa. Gestaltung: Heinrich Deisl

23:30 bis 00:00 | ARD Radiofestival 2022. Jazz
Die Cellistin und Komponistin Tomeka Reid

Tomeka Reid arbeitet als amtierende „Improviser in Residence“ der Stadt Moers mit Basis am Niederrhein gerade an verschiedenen neuen Projekten – an Ideen mangelt es der US-amerikanischen Musikerin nicht.

Moderation: Niklas Wandt (SWR). Das Cello ist im Jazz immer noch eher selten. Entsprechend näherte sich auch die US-Amerikanerin Tomeka Reid dem Instrument über die klassische Ausbildung an. In ihrer Wahlheimat Chicago kam sie dann über die Musikerkooperative AACM, die Association for the Advancement of Creative Musicians, zunehmend in Kontakt mit improvisierter Musik und entwickelte sich zu einer der originellsten und virtuosesten Stimmen der US-Szene, eine „New Jazz Power Source“, wie die New York Times über sie schrieb.


fr – 16.09.2022


14:05:00 | Ö1
John Scofield und Dave Holland 2021 in Tampere

Gitarrist John Scofield und Kontrabassist Dave Holland gastierten am 7. November 2021 beim Tampere Jazz Happening in Finnland. Die beiden Jazzstars hatten schon des Öfteren miteinander musiziert, sowohl auf der Bühne als auch im Studio -unter anderem in Ensembles von Herbie Hancock und Joe Henderson oder auch im gemeinsamen Quartett mit Joe Lovano und Al Foster. Im intimen Duoformat spielten sie nun ausschließlich Eigenkompositionen. Und dabei waren keineswegs nur lyrische Zwiegespräche zu hören, Scofield und Holland drückten bisweilen auch durchaus auf das Gaspedal, wie bei Scofields „See Mine Are Blues“. Gestaltung: Klaus Wienerroither

17:50 bis 18:00 | SWR 2
SWR2 Jazz vor sechs

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Der Internationale Musikwettbewerb der ARD 2022

Die BR-KLASSIK-Reporterinnen und -Reporter Svenja Wieser, Rita Argauer, Ulrich Möller-Arnsberg und Gino Thanner zeigen ihren Blick auf einen der weltweit bekanntesten und renommiertesten Musikwettbewerbe. Zwei Wochen lang begleiten sie die jungen Musikerinnen und Musiker auf und hinter der Bühne – in den Fächern Flöte, Posaune, Streichquartett und Klavier.

19:35 bis 20:00 | MDR Kultur
MDR KULTUR Jazz Lounge

22:05 bis 22:50 | Deutschlandfunk
Milestones – Jazzklassiker: Le violon électrique – Dem französischen Geiger Jean-Luc Ponty zum Achtzigsten

Am Mikrofon: Karsten Mützelfeldt. Von der Klassik wechselte er zum Jazz und wurde ein Star der Fusion-Musik. Innerhalb weniger Jahre avancierte der Franzose Jean-Luc Ponty dort zum wichtigsten Vertreter eines einstigen Außenseiter-Instrumentes: der Violine. Ende der 50er-Jahre gibt er unter dem Einfluss des Hardbop seine Konzertgeiger-Ambitionen auf. Gewillt, die Phrasierung von Saxofonisten wie John Coltrane auf sein Instrument zu übertragen, arbeitet Ponty mit führenden Musikern des Modern- und Free-Jazz in Europa, darunter Pianist Wolfgang Dauner. In den frühen 70er-Jahren siedelt er in die USA über, spielt mit Frank Zappa und in John McLaughlins Mahavishnu Orchestra. Unter dem Einfluss des Jazz-Rock experimentiert Ponty mit diversen Effektgeräten und wird zum Pionier der elektrischen Geige. Am 29. September 2022 wird Ponty 80. In der Sendung sind wichtige Aufnahmen der 60er- und 70er-Jahre zu hören, die seinen Weg vom modernen Jazz zur Fusion-Musik dokumentieren.

23:03 – 24:00 | Ö1
Kai Fagaschinski’s Klangforschungen an der Klarinette – Der Klarinettist Kai Fagaschinski im Zeit-Ton Portrait

Bei seinen Klangforschungen an der Klarinette ist Kai Fagaschinski der Sound ebenso wichtig wie die Melodie. Der 1974 im deutschen Dannenberg an der Elbe geborene Musiker setzt dabei auf langfristige Kollaborationen mit gleichgesinnten Kolleg:innen. Während gerade in der improvisierten Musik Ensembles oftmals nur für kurze Zeit bestehen, hat er synergetische Kooperationen mit dem Gitarristen Burkhart Stangl, mit dem Klarinettisten Michael Thieke und vielen mehr entwickelt. Michael Thieke ist Fagaschinski’s Duopartner bei The International Nothing, ein seit 22 Jahren bestehendes psycho-akustisches Klarinetten-Duo. Michael Thieke ist mit Fagaschinski auch Teil des Projekts The Magic I.D., das das Spannungsfeld zwischen Song-Strukturen und abstrakten Musikformen erkundet. Zeit-Ton bat Kai Fagaschinski, der durch diverse Projekte und Residencies auch eine starke Verbindung zu Wien hat, zum Gespräch über seine vielen Kooperationen, seinen Zugang zur Klarinette und vieles mehr.  Gestaltung: Xavier Plus

23:30 bis 00:00 | ARD Radiofestival 2022. Jazz
„All the Things You Are“ – Alles, was damit möglich ist

„All the Things You Are“ – eine immergrüne Melodie, die bis heute ständig neue Blüten treibt. In Interpretationen der drei Meister-Pianisten Keith Jarrett, Brad Mehldau und Tigran Hamasyan

Moderation: Henning Sieverts (BR). „All the Things You Are“ – ein Song aus dem 1939 durchgefallenen Musical „Very Warm For May“, wurde erstmals 1946 von den jungen Wilden des Bebop für den Jazz entdeckt. Seitdem und bis heute gehört das Stück zum Standard-Repertoire des Jazz – in immer neuen und aufregend frischen Interpretationen, vor allem von Meister-Pianisten wie Keith Jarrett, Brad Mehldau und Tigran Hamasyan.


sa – 17.09.2022


01:05 bis 06:00 | Deutschlandfunk
Deutschlandfunk Radionacht: Jazz – Ein Stück des Weges: Eloge auf die Begegnung

Neue CDs von Kirk Knuffke Trio, Michael Leonhart Orchestra, Louis Sclavis Quartet u.a. Raritäten der 50er- bis 70er-Jahre. Am Mikrofon: Karl Lippegaus

Begegnungen sind das A und O im Jazz. Viele Formen können sie annehmen: überraschende, stürmische, unwahrscheinliche, lustvolle, unvergessliche, beiläufige, sonderbare, magische. Wie in keiner anderen Musik sind Begegnungen im Jazz auch Rendezvous mit dem Zufall; einige zeigen die Schönheit des Scheiterns. Und nicht nur Spielerinnen und Spieler können sich begegnen: Es gibt die Begegnungen unterschiedlicher Welten, ja sogar die mit Verstorbenen. Und auch die mit sich selbst – im unbegleiteten Solospiel. Eine Sendung über erinnerungswürdige Zusammentreffen.

14:05 bis 15:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Der Internationale Musikwettbewerb der ARD 2022

Die BR-KLASSIK-Reporterinnen und -Reporter Svenja Wieser, Rita Argauer, Ulrich Möller-Arnsberg und Gino Thanner zeigen ihren Blick auf einen der weltweit bekanntesten und renommiertesten Musikwettbewerbe. Zwei Wochen lang begleiten sie die jungen Musikerinnen und Musiker auf und hinter der Bühne – in den Fächern Flöte, Posaune, Streichquartett und Klavier.

17:05 bis 17:55 | Bayern 2
Jazz & Politik: Politisches Feuilleton

Moderation: Lukas Hammerstein. Musikauswahl: Ulrich Habersetzer. Diese Sendung hören Sie auch in der BR Radio App bei Bayern 2 und ist als Podcast verfügbar.

17:50 bis 18:00 | SWR 2
SWR2 Jazz vor sechs

18:05 bis 19:00 | BR-KLASSIK
BR-KLASSIK – Jazz und mehr: Die Schwungvollen

Mit Musik von Camille Bertault, Fergus McCreadie, Concerto Köln, Marco Mezquida und anderen. Moderation und Auswahl: Roland Spiegel

19:00 bis 20:00 | hr2-kultur
Live Jazz: Von Latrinophonikern und Telefonbuchmusik

Wie klingt ein Telefonbuch? Können zwölf Traktoren Musik machen? Was ist „brötzen“? Was ist ein Latrinophon? Und kann man mit einer Pistole dirigieren? Antworten darauf geben der schwedische Schlagzeuger und Experimental-Künstler Sven-Åke Johansson, der deutsche Saxophonist, Maler und Objektkünstler Peter Brötzmann – und der US-amerikanische Bandleader und Musikkomiker Spike Jones. Peter Brötzmann und Sven-Åke Johansson haben ihre Musiken auch aus dem Geist von Fluxus entwickelt. Und zu den Fluxus-Ahnen zählte Fluxus-Chef George Maciunas neben John Cage und Marcel Duchamp auch Spike Jones. Am Mikrofon: Ursula Böhmer

19:30 bis 20:00 | MDR Kultur
MDR KULTUR Jazz Lounge

20:04 bis 23:00 | WDR 3
WDR 3 Konzert: WDR Big Band – The Three Cohens

Wenn die drei Geschwister Anat, Avishai und Yuval Cohen die Bühne betreten, ist das immer ein besonders Erlebnis.

Neben der Energie sind es vor allem jene innere Vertrautheit und ein intuitives Gespür füreinander, die auch das gemeinsame Konzert mit der WDR Big Band befeuert haben. Im Falle von Anat, Avishai und Yuval Cohen wird der alte Begriff der Hausmusik auf eine komplett neue Ebene gehievt. Denn die Schwester und ihre beiden Brüder sind mit reichlich Talent ausgestattet, die drei Cohens haben alle in Israel und Amerika studiert und sind international gefragte Jazzmusiker:innen. Mit ihrer Familienband „3 Cohens“ haben die Klarinettistin, der Trompeter und der Saxofonist mehrere CDs aufgenommen. Im Juni 2022 kam das Geschwister-Trio zum ersten Mal zur WDR Big Band. Als „viertes Familienmitglied“ konnte für dieses Projekt der Arrangeur und Bandleader Oded Lev-Ari gewonnen werden, ein langjähriger und enger Freund der Familie Cohen.

Anat Cohen, Klarinette; Avishai Cohen, Trompete; Yuval Cohen, Saxofon; WDR Big Band, Leitung: Oded Lev-Ari. Aufnahme aus der Kölner Philharmonie

22:03 bis 23:00 | SWR 2
SWR2 Jazztime: Auf Weltreise mit dem Orchester – Duke Ellingtons späte Suiten (1966 – 1972)

Von Hans-Jürgen Schaal. In seinen späten Jahren tourte Duke Ellington mit seinem Orchester auch im Ausland – in Europa, Südamerika, Nordafrika, im Nahen und Fernen Osten. Davon inspiriert entstanden mehrere mehrsätzige Big-Band-Werke, etwa die „Far East Suite“ (1966), die „Latin American Suite“ (1968), „Afro-Eurasian Eclipse“ (1971) oder die „Goutelas Suite“ (1971). Immer wieder findet man darin Elemente der Musik der bereisten Länder – auch Ellington öffnete sich dem Trend zum World Jazz. Wir hören noch einmal große Ellington-Solisten wie Paul Gonsalves, Jimmy Hamilton und Johnny Hodges.

23:00 bis 00:00 | MDR Kultur
MDR KULTUR Nachtmusik

23:00 bis 00:00 | rbbKultur
Late Night Jazz: „Trouble in the East“ – ein Berliner Label für Entdeckungen

Moderation: Konrad Bott. „Herzlichkeit und Abenteuerlust“ – das hat sich der Berliner Posaunist Gerhard Gschlößl auf die Fahnen geschrieben und betreibt seit 2015 mit Musiker-Freunden ein kleines, aber feines Plattenlabel. „Trouble in the East“ heißt es und Wolf Kampmann stellt es vor.

23:45:00 | Ö1
Christian Muthspiel im Studio, Michael Mantlers „Concertos“ in Graz

Am 20. September 2022 feiert Christian Muthspiel seinen 60. Geburtstag. Die Einladung in die Ö1­Jazznacht ist Ehrensache, schließlich ist der aus Judenburg stammende Posaunist, Pianist, Komponist und Dirigent dem ORF-Kulturradio durch die Neuschaffung sämtlicher Sendungssignations anno 2017 in besonderer Weise verbunden. Zum runden Anniversarium erscheinen zwei Doppel-CDs, die im Mittelpunkt des Gesprächs stehen werden: Mit „Diary -Selected Recordings 1989-2022“ wird Rückschau gehalten, „Homecoming Live“ hingegen steht für die hochaktive Gegenwart des künstlerischen Schaffens Christian Muthspiels: Handelt es sich hier doch um das Tonträger-Debüt seines seit 2019 aktiven Orjazztra Vienna, das einige der besten jungen Jazzinstrumentalist:innen des Landes vereint, und mit dem Muthspiel im Oktober wieder auf Tournee gehen wird. Originelle orchestrale Klänge sind auch im Anschluss zu hören: Zu erleben sind die 2007 komponierten „Concertos“ von Michael Mantler in der Interpretation des Janus-Ensembles unter der Leitung von Christoph Cech, aufgenommen am 3. Mai 2022 im Rahmen des Festivals „Big Band Bang“ im Grazer MUMUTH. Als Solisten treten Alois Eberl (Posaune), David Dornig (Gitarre), Maximilian Kanzler (Marimba, Vibrafon), David Helbock (Klavier) sowie Cech (Schlagzeug) und Mantler (Trompete) selbst in Erscheinung. Gestaltung: Andreas Felber


so – 18.09.2022


00:05:00 | Ö1
(Fortsetzung) Christian Muthspiel im Studio, Michael Mantlers „Concertos“ in Graz

17:10:00 | Ö1
Zum 70. Geburtstag von Dave Stewart

Am 9. September 2022 feierte der britische Musiker und Produzent Dave Stewart seinen 70. Geburtstag. Als Hälfte des Popduos Eurythmics schrieb er zusammen mit der Sängerin Annie Lennox im Jahr 1981 mit „Sweet Dreams“ einen genialen Popsong für die Ewigkeit. Jahrzehnte danach äußerte sich Stewart dazu lapidar in seiner Autobiografie: „Heute, bald 40 Jahre später, ist ‚Sweet Dreams’ immer noch allgegenwärtig. Praktisch jeder Radiosender auf der Welt spielt den Song noch immer. Er läuft jede Sekunde jeder Minute jedes einzelnen Tages. Er begleitet mich, egal, wohin ich gehe.“

Die Eurythmics waren ohne Zweifel eine der spannendsten und „musikalischten“ Bands der 1980er Jahre. Doch auch nach dem Ende dieses Projekts war der umtriebige Dave Stewart als Produzent und Songschreiber sehr erfolgreich und immer wieder auf neuen musikalischen Pfaden unterwegs. Gestaltung: Klaus Wienerroither

19:00 bis 20:00 | hr2-kultur
hr-Bigband: Konzerte und Produktionen u.a. mit: Nils Petter Molvaer

Am Mikrofon: Jürgen Schwab. Im April 2016 war der Trompeter Nils Petter Molvaer zu Gast bei der hr-Bigband. Der Norweger gilt ja seit seinem enthusiastisch gefeierten Album „Khmer“ aus dem Jahre 1997 als Gallionsfigur einer gelungenen Synthese aus Jazz, Electronic und Weltmusik. In den hr-Sendesaal in Frankfurt hatte Molvaer damals zwei Landsmänner als Gäste mitgebracht: den Gitarristen und Klangtüftler Eivind Aarset, der auch schon bei „Khmer“ mit dabei war, und den Arrangeur Helge Sunde.

19:34:00 | Ö1
Das Rupert Kirchmair Quartett im Studio 2 des Wiener Funkhauses

Den Sound des Quartetts des Tiroler Pianisten Rupert Kirchmair prägen einerseits die Kompositionen des Bandleaders, andererseits jene des in der österreichischen Jazzszene einschlägig amtsbekannten Saxofonisten Florian Bramböck. Diesen kennen wir als Komponisten zeitgenössischer Musik wie auch durch sein Wirken in verschiedenen Formationen vom Vienna Art Orchestra bis zu Saxofour.

Pianist Rupert Kirchmair hingegen spielte mit Musikern wie dem kubanischen Perkussionisten Ricardo Moreno und Gitarrist Loomis Green, auch er ist ein vielschichtiger und stilistisch vielseitiger Musiker. Komplettiert wird die Besetzung durch Walter Singer am Bass und Florian Baumgartner am Schlagzeug. Das Quartett spielt zudem Bearbeitungen von Kompositionen Gustav Mahlers und Joseph Haydns. Stilistische Spagate prägen also das abwechslungsreiche Programm.

Diese Ö1 Radiosession wird gefördert durch die Verwertungsgesellschaft Rundfunk GmbH (VGR). Gestaltung: Helmut Jasbar

20:55:00 | Ö1
Maria Schneider: „Concert in The Garden“ (2004)

Die US-amerikanische Komponistin Maria Schneider, einst als Assistentin von Gil Evans tätig, konnte sich in den letzten 30 Jahren mit Aufnahmen ihres 18-köpfiges Orchesters einen Namen als eine der bedeutendsten und originellsten Komponist:innen des Gegenwartsjazz machen.

Ihr viertes Studioalbum „Concert in The Garden“ war 2005 die erste Veröffentlichung der Crowdfunding-Plattform ArtistShare, die mit einem Grammy ausgezeichnet wurde -obwohl sie nur über das Internet käuflich zu erwerben war. Auch musikalisch zählt „Concert in The Garden“ zu den herausragenden Arbeiten Schneiders, die bereits mit ihrem Debüt „Evanescence“ (1994) die Konturen ihres persönlichen Stils schärfte.

Schwebende Rhythmen und tänzerische Grooves durchziehen die drei langen Stücke des Albums „Concert in The Garden“. Komposition und Improvisation laufen organisch, mühelos ineinander, als Basis fungieren mitunter brasilianische und spanische Rhythmen, auch Flamenco-Anklänge sind zu hören. Die Leichtigkeit, mit der das Orchester der Bandleaderin und ihren delikaten Kompositionen folgt, lässt die Musik kurzweilig und einnehmend erscheinen. Maria Schneiders Ensemble ist zudem wieder mit einigen der besten Musiker:innen der New Yorker Jazzszene besetzt, darunter Saxofonist Donny McCaslin, Trompeterin Ingrid Jensen, Gitarrist Ben Monder und der im Dezember 2020 verstorbene Pianist Frank Kimbrough. „Concert in The Garden“ ist ein ausgenommen mitreißendes Album, das Maria Schneiders Qualitäten als Bandleaderin und Komponistin anno 2004 auf ein neues Level hob. Gestaltung; Astrid Schwarz

22:08 – 23:00 | Ö1
Jet Lag All Stars Radio Show – Radio aus den Parklücken der Aufmerksamkeit. Gedankensprünge aus dem Musterbuch des Jetlags

Dort, wo Heiliges und Alltag, Ekstase und To-do-Liste zusammentreffen, präsentieren die Jet Lag All Stars Musik, Gespräche, Reportagen und Essays vom äußersten Rand der Woche. Die Jet Lag All Star Radio Show ist die Bügelfalte des Kunstsonntags.

Gestaltung: Robert Czepel, Rainer Elstner, Alexander Ach Schuh, Thomas Tesar, Elke Tschaikner, Christian Scheib und Klaus Wienerroither

22:30 bis 00:00 | MDR Kultur
MDR KULTUR Nachtmusik

23:00 bis 00:00 | rbbKultur
Late Night Jazz: Auf der Spur der Titanen: Aktuelle Tribute-Alben

Moderation: Carsten Beyer. Der Jazz nimmt, mehr als manch andere Musikrichtung, seine Tradition ernst. Sehr ernst. Junge Musiker und Musikerinnen orientieren sich an den Legenden der Jazzgeschichte. Und manchmal reicht die Faszination so weit, dass Künstler oder Künstlerinnen ihrem Idol ein ganzes Album widmen. Ein paar dieser Tribute Alben, die in den letzten Monaten erschienen sind in der Late Night Jazz zu hören.

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
BR-KLASSIK – Musik der Welt: Akkordeon-Techno, Natur-Jodel und Alphorn-Jazz

Das Klangstimmenfestival 2022 im Schweizer Toggenburg. Von Uta Sailer. Urwüchsige Jodler, vogelwildes Akkordeonspiel im Technostyle, Alphorn-Jazz oder experimenteller Obertonchor. Alle zwei Jahre treffen sich Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt beim Klangfestival im Schweizer Toggenburg inmitten majestätisch thronender Berggipfel und saftig grüner Almwiesen. Um Pfingsten herum ist der kleine Ort Alt St. Johann rund ums ehemalige Benediktinerkloster Propstei ein Ort der Begegnung zwischen unterschiedlichen Musikkulturen, aber auch eine Plattform für Workshops jeder Art – vom Schellen schmieden über den Bau von Tierhörnern bis hin zu Maultrommelkursen. Wenn sich abends die Künstlerinnen und Künstler in der zum Konzertsaal umfunktionierten Propstei-Kirche treffen, sind hoch emotionale Konzerterlebnisse garantiert: Durch die zu Herzen gehenden Lieder der finnischen Fiddlerin und Sängerin Päivi Hirvonen, durch den abgefahrenen Akkordeon-Techno von Antti Paalanen oder weil der russische Alphornist Arkady Shilkloper ordentlich losgroovt. Mystisch geht es zu, wenn der Maultrommelvirtuose Wolf Janscha sich und das Publikum fast in Trance spielt. Für die nötige Erdung sorgen dann wieder die vielseitigen Jodelensembles aus der Umgebung oder der samische Joiksänger Áilloš. Das Publikum ist immer mit Feuereifer dabei und fängt auch mal zu tanzen an, wenn es richtig rund geht. Uta Sailer hat die Highlights des Klangfestivals 2022 zusammengetragen und mit einigen Künstlerinnen und Künstlern gesprochen.

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