Die Übersicht zum Download als PDF. Alle Angaben ohne Gewähr. Ergänzt mit den tollen Sendungen zur Neuen Musik von BR-KLASSIK und Ö1.
Aktuell bekommen wir Informationen von SWR Kultur, Ö1 und in Sachen Neue Musik von BR-KLASSIK und ebenfalls Ö1.
Senderliste:
- ORF – Ö1
- Deutschlandfunk – „Fakten und mehr“
- Deutschlandfunk-Kultur – „Das Feuilleton im Radio“
- ndr Kultur – Hören und genießen
- ndr blue – Meet The Music
- radio bremen – Neugier lohnt sich.
- Radio 3 –
- mdr-kultur – Das Radio.
- WDR3 – Das Kulturradio
- hr2-kultur – Das Kulturradio für Hessen.
- SR2 Kulturradio – … gut zu hören.
- SWR kultur – Kultur neu entdecken
- BR-KLASSIK – Klassikstars geben auf BR-KLASSIK den Ton an. Attraktive Magazine bringen Interviews und Neuigkeiten aus dem Musikleben.
- Bayern 2 – Preisgekröntes Radio für Hörer, die mehr wissen wollen
Internet:
- Schweden: P2 sendet immer Dienstags von 21:00 bis 22:00 und Sonntags von 18:40 bis 20:00 ein Jazzkonzert
- Ungarn: Bartok Radio sendet täglich von 23:00 bis 23:55 eine Jazzsendung
so – 01.02.2026
00:03 – 06:00 UHR +++ SWR KULTUR
ARD Jazz. Die Nacht
Von N.N. (WDR). In ARD Jazz. Die Nacht senden wir Konzert-Highlights: historische Schätze aus den ARD Rundfunk-Archiven und aktuelle Live-Mitschnitte von großen Festivals und aus kleinen Clubs, wo man in Metropolen und auf dem Lande Stars von heute und morgen trifft.
00:05:00 +++ Ö1
(Fortsetzung); Gitarrist Alex Goodman im Interview, Pianistin Jordina Millà und Cellist Clemens Sainitzer im ORF-RadioKulturhaus in Wien
Alex Goodman ist der „Neue“: Seit 2025 ist der Kanadier Professor für Gitarre am Jazzinstitut der Kunstuniversität Graz. Goodman, geboren 1987 in Toronto, studierte an der renommierten Manhattan School of Music in New York und arbeitete mit Jazzgrößen wie Charles Lloyd, John Patitucci, Ari Hoenig, John Ellis und Bob Mintzer. Er veröffentlichte sieben Alben als Leader bzw. Co-Leader. 2013 gewann er den ASCAP Herb Alpert Young Jazz Composer Awards, 2014 den International Guitar Competition beim Montreux Jazz Festival – samt Publikumspreis. Seine Musik zeichnet sich durch „fluid lyricism“ (Downbeat) und feinsinnige Klangarchitektur aus. Weshalb der studierte Politologe doch zur Musik wechselte und warum er auch Jazz-Lehrwerke verfasst, erzählt er Lukas Meißl im Ö1 Jazznacht-Interview.
Weiters sind in dieser Ö1 Jazznacht die in Salzburg lebende spanische Pianistin Jordina Millà und der Wiener Cellist Clemens Sainitzer zu hören. Im Rahmen der Reihe „SoloTogether“ konzertieren die beiden am 19. Jänner 2026 im Studio 3 des ORF-RadioKulturhauses in Wien – zuerst jeweils solo, am Ende im empathischen Dialog.
17:10:00 +++ Ö1
Vom IMS-Festival in Jerusalem & Tel Aviv (2)
Wie lebendig und vielfältig die Musikszene Israels derzeit ist, zeigte sich beim dicht programmierten Internationalen Music Showcase Festival in Jerusalem und Tel Aviv im November 2025. Von neuen Zugängen zu traditionellen Melodien, HipHop auf Hebräisch bis hin zu avantgardistischen und retro-nostalgischen Jazzmusikerinnen und -musikern decken die unzähligen Bands jede erdenkliche Stilrichtung ab. Eine musikalische Entdeckungsreise in das von Konflikten zerrüttete Land.
19:05:00 +++ Ö1
Die Band Bad Ida um Sängerin Ines Dallaji im Studio 2 des ORF RadioKulturhauses in Wien
Garage-Soul aus Wien, genauer gesagt: aus dem Waldviertel! Die Musiker:innen von Bad Ida kennen einander teilweise schon seit frühen Jugendtagen, die Band bringt rohe Energie und emotionale Tiefe auf die Bühne – und in diesem Fall direkt ins Ö1 Studio. Sängerin Ines Dallaji sowie Lisa Simhofer (Backgroundstimme, Perkussion), Gernot Hochstöger (E-Gitarre), Alexander Lausch (E-Bass – im Übrigen auch versierter Gitarrist und Produzent), Stefan Haslinger (Orgel und Mandoline) und Multiinstrumentalist Marc Bruckner präsentieren Songs ihres neuen Albums „Ending Things“, das stilistisch zwischen Soul, R&B, Pop und Rock oszilliert. Im Zentrum stehen starke Texte über Verletzlichkeit, Selbstbehauptung und das Loslassen, getragen von einem Sound, der zugleich druckvoll und intim ist. Eine Ö1 Hausmusik mit Haltung, Groove und Gänsehautmomenten.
19:29 – 20:00 UHR +++ SWR KULTUR
Big time Jazz: Jazz-Orchester, Big Band, Oktett – hier kommt Musik mit Vielen!
Im Big Time Jazz stellen wir für Sie interessante und schöne Klänge zusammen – von großen Ensembles aus dem Jazz und der improvisierten Musik. Wir bergen Archivaufnahmen und durchforsten Neuveröffentlichungen für eine Zeit, die ganz den großen Klängen gehört.
22:03 – 23:00 UHR +++ SWR KULTUR
NOWJazz:Zwischen zwei Welten – Die südkoreanische Schlagzeugerin Sun-Mi Hong
Von Ssirus W. Pakzad. Erst als die aus dem südkoreanischen Incheon stammende Sun-Mi Hong zum Jazz-Studium in die Niederlande ging, hatte sie das Gefühl, sowohl persönlich als auch musikalisch bei sich selbst ange-kommen zu sein. Schnell etablierte sie sich in der Musikszene unseres Nachbarlands und gründete ein Quintett, das weit über die Landesgrenzen hinaus für Aufmerksamkeit sorgte und stilistisch zwischen zwei Welten vermittelte. Im Auftrag des Amsterdamer Bimhuis stellte die Schlagzeugerin mit dem BIDA Orchestra ein Improvisatoren-Ensemble zusammen, das auf diversen europäischen Festivals gefeiert wurde.
23:03:00 +++ Ö1
Highlights der Konfrontationen Nickelsdorf 2025 – Meditativ-expressive Improvisationen mit Trapist und Pat Thomas’ Ahmed.
Ende Juli 2025 fand die 45. Ausgabe der Konfrontationen statt. Zum Jubiläum bot das Festival im burgenländischen Nickelsdorf ein Programm mit einigen der aktuell spannendsten und prominentesten Ensembles in den Bereichen der freien und improvisierten Musik. Auch heuer war Ö1 vor Ort und hat ausgewählte Konzerte aufgenommen. In dieser Ausgabe von „Supernova“ gibt es zwei Auftritte vom Eröffnungsabend am Freitag, 25. Juli 2025 zu hören: eines der raren Konzerte des Trios Trapist und die Österreich-Premiere des Quartetts Ahmed.
Trapist sind Martin Brandlmayr (Schlagzeug), Martin Siewert (Gitarre, Elektronik) und Joe Williamson (Bass). Brandlmayr und Siewert sind Teil des Wiener Trios Radian und haben in diversen Konstellationen am Festival gespielt. Und Williamson war ebenfalls des Öfteren in Nickelsdorf. Aber nie zu dritt als Trapist.
Entstanden ist diese Formation 2002, als der aus Kanada stammende, nun in Stockholm lebende Williamson auf Europa-Tour war und sie auf Vermittlung der Kuratorin Silvia Fässler im Wiener rhiz spielte. Seitdem traten Trapist sporadisch, dafür in prestigeträchtigen Rahmen wie 2012 am ORF musikprotokoll im steirischen herbst auf.
Die Veröffentlichungen dieses Trios wurden stets hochgeschätzt, in einer BBC-Rezension war u.a. zu lesen, so würde es wohl klingen, wenn John Cage und Morton Feldman beschlossen hätten, eine Rock-Band zu gründen.
Der britische Pianist Pat Thomas war schon mit mehreren Formationen bei den Konfrontationen und wiederholt hatten Festival-Leiter Hans Falb und sein Team versucht, sein Quartett Ahmed nach Nickelsdorf zu bringen. 2025 dann haben sie das erste Mal in Österreich gespielt; zuerst bei den Konfrontationen und kurz danach beim Jazzfestival Saalfelden. Ahmed sind neben Thomas der Bassist Joel Grip, der Schlagzeuger Antonin Gerbal und der Saxofonist Seymour Wright.
Benannt ist es nach dem Bassisten und Oud-Spieler Ahmed Abdul-Malik, der als einer der Ersten ab den 1950er Jahren afroamerikanischen Jazz mit arabischer Musik verband.
Nach einigen Live-Alben wie der 5-CD-Box „Giant Beauty“ (2024) im renommierten Stockholmer Kunstraum Fylkingen ist Ende 2025 mit „Sama’a (Audition)“ wieder ein Studio-Album erschienen.
Eine transzendente Jazz-Erfahrung war das Konfrontationen-Konzert. Der besondere Reiz an diesen Interpretationen ist, wie Thomas im Interview erzählt, dass Abdul-Malik auf das Klavier verzichtet hatte und das Quartett dieses nun, angelehnt an afrikanische Pentatonik, wieder integriert. Gestaltung: Heinrich Diesl
mo – 02.02.2026
17:30:00 +++ Ö1
Musik aus allen Richtungen mit Astrid Schwarz und Rainer Elstner.
19:30:00 +++ Ö1
Pianist Alan Bartus mit seinem NY Trio plus Wolfgang Puschnig im Oktober 2025 im Wiener RadioKulturhaus
Der 25-jährige Alan Bartus zählt zu den großen Talenten der heimischen Jazzszene: Geboren in der Slowakei, aufgewachsen teilweise im Burgenland, ausgestattet mit dem Ö1 Jazzstipendium des Jahres 2022, hat der Pianist mittlerweile sein Studium an der Manhattan School of Music in New York City absolviert und ist tief in die Szene im „Big Apple“ eingetaucht.
Am 22. Oktober 2025 war er zurück in Wien und präsentierte sich mit seinem NY Trio im Großen Sendesaal des Wiener RadioKulturhauses – virtuos, kraftvoll und ideenreich. Alan Bartus zur Seite standen sein Vater Stefan „Pista“ Bartus (Kontrabass), der US-amerikanische Schlagzeuger Michael Ode (der wenige Wochen später in der Band von Saxofonist Kenny Garrett erneut in Wien konzertierte) sowie – als Gast – Altsaxofonist und Flötist Wolfgang Puschnig, mit ihm eines der internationalen Aushängeschilder des österreichischen Jazz.
Gerhard Graml präsentiert den gut besuchten und mit viel Applaus aufgenommenen Konzertabend.
22:03 – 23:00 UHR +++ SWR KULTUR
ARD Jazz. Spotlight: Spiritualität im Jazz – Welche Rolle spielt sie?
Von Thomas Mau. Spiritualität spielt im Jazz eine bedeutende Rolle. Sie ist eng mit der afro-amerikanischen Kultur verbunden und spiegelt die Erfahrungen der Versklavung und religiöser Sinnsuche, beispielsweise in christlichen Spirituals und Gospels. John Coltrane dagegen hat im Islam eine Orientierung gefunden. Musikalisch hat sich das in der LP „A Love Supreme“ niedergeschlagen: ein Glaubensbekenntnis, das den Spiritual Jazz begründete. Musiker wie Herbie Hancock oder Wayne Shorter fanden ihre spirituelle Orientierung im Buddhismus. Ihr Glaube klingt auch in ihren Improvisationen und Kompositionen an.
23:03:00 +++ Ö1
Dialektisches Komponieren – Zeitgenössische Musik verstehen
Dietmar Hellmich erhellt zentrale und dezentrale Werke der Musikgeschichte.
In den 1970-er Jahren begann die Postmoderne eine stark traditionsskeptische Nachkriegsmoderne abzulösen. Historische Stile wurden etwa von der russischen Komponistin Sofia Gubaidulina in einen organisch wirkenden Kosmos integriert. Einige Komponisten betrachteten diese Entwicklung zu einer gewissen postmodernen Beliebigkeit skeptisch. Als Variante der radikalen und provokativen Konzepte der frühen Avantgarden, durch die das Publikum aus seinen bürgerlichen Gewohnheiten gerissen und dazu gebracht werden sollte, sich selbst zu hinterfragen, entstand die Spielart des “kritischen” oder “dialektischen” Komponierens.
Nicolaus A. Huber reduziert in seinen “Rhythmuskompositionen” das musikalische Material auf extreme Weise, lässt zwar elementare Erfahrungen von prägnanter Rhythmik und zugespitzter Steigerung zu, zwingt aber durch seine Kompositionstechnik zur Distanz. Bei Mathias Spahlinger schlägt konsequente Zusammenhanglosigkeit dialektisch in ordnungsstiftende Kraft um. Helmut Lachenmann rückt die Klangerzeugung des Instrumentariums ins Zentrum. Elemente der Tradition sollen im Umfeld der neuartigen Geräusche als nicht mehr intaktes Zeichensystem der klassischen Musiksprache erkennbar werden. Seine Idee, dass Musik, die Folge kritischen Denkens ist, Hörerinnen und Hörer zu kritischem Denken anregt, wird inzwischen angezweifelt. So hat seine Ästhetik der “Verweigerung” auch weniger Nachhall gefunden als die neuen Klangwelten, die er den alten Instrumenten entlockte: Als prominente Beispiele dafür können die Komponistinnen Rebecca Saunders und Clara Iannotta gelten. Gestaltung: Dietmar Hellmich. Redaktion: Rainer Elstner
di – 03.02.2026
17:30:00 +++ Ö1
Musik aus allen Richtungen.
21:00 – 22:00 UHR +++ SWR KULTUR
JetztMusik: Lina Allemano Four beim Jazzfest Berlin 2025
Von Julia Neupert. Seit zehn Jahren pendelt die Trompeterin Lina Allemano zwischen ihrer Heimat Toronto und ihrer Wahlheimat Berlin. Ursprünglich war sie mit einem Stipendium hierhergekommen, um Unterricht bei Axel Dörner zu nehmen, inzwischen ist sie fest in der hiesigen Szene verankert – und freute sich umso mehr, beim letztjährigen Jazzfest Berlin ihr kanadisches Quartett „Lina Allemano Four“ präsentieren zu können: 20 Jahre spielt sie schon mit Saxofonist Brodie West, Kontrabassist Andrew Downing und Schlagzeuger Nick Fraser zusammen; im A-Trane stellten sie ihr neues Programm „The Dyptichs“ vor.
23:03:00 +++ Ö1
Neuerscheinungen und andere Entdeckungen – Aktuelle Aufnahmen zeitgenössischer Musik
Auch an diesem Dienstag präsentieren wir Ihnen wieder Neuerscheinungen und andere Entdeckungen aus dem Feld der neuen und experimentellen Musik. Gestaltung: Marlene Schnedl
mi – 04.02.2026
17:30:00 +++ Ö1
Musik aus allen Richtungen mit Ulla Pilz und Michael Neuhauser.
22:03 – 23:00 UHR +++ SWR KULTUR
ARD Jazz – Das Magazin
Von Anja Buchmann. Das wöchentliche Jazz-Update, präsentiert von Eurer ARD: außergewöhnliche Veröffentlichungen, relevante Ereignisse und aktuelle Debatten. Wir diskutieren Jazz in allen seinen Facetten und suchen auch deutschlandweit die Orte auf, an denen er zu Hause ist. Nicht verpassen!

do – 05.02.2026
17:30:00 +++ Ö1
Musik aus allen Richtungen mit Andreas Felber.
22:03 – 23:00 UHR +++ SWR KULTUR
Jazz and more
Von Jürgen Schwab. Ja was haben wir denn da?! Neue Alben aus dem Jazz und seinen Randgebieten. Ob Blues, Neo-Klassik, Global-Pop oder freie Improvisation – hier darf alles mitmischen. (Übernahme von hr2-kultur).
23:03 bis 00:00 Uhr +++ BR-KLASSIK
Horizonte: Zum 25. Todestag von Iannis Xenakis – Die Romane von Françoise Xenakis über ihren Mann
Sie waren ein ungleiches Künstlerpaar: der strenge Avantgardist aus Griechenland und die humorvolle Journalistin aus der französischen Provinz, Iannis und Françoise Xenakis. Fast fünf Jahrzehnte lang war die quirlige Schriftstellerin verheiratet mit einem der größten und eigenwilligsten Komponisten des 20. Jahrhunderts. Rund 30 Bücher hat sie veröffentlicht, Gedichte, Erzählungen, Romane – fünf davon drehen sich um ihren Mann. Damit ist Iannis Xenakis einer der wenigen zeitgenössischen Komponisten, der zur Romanfigur geworden ist. Doch Françoise Xenakis porträtierte nicht den großen Künstler auf dem Sockel, sondern den Privatmenschen: den Geliebten, der sie in der sengenden Sonne küsst, damit sie nicht so sehr Durst hat. Den Egomanen, der die Familie jeden Sommer ins Kanu zwingt, um wochenlang übers offene Meer zu rudern. Den Traumatisierten, der die Bilder aus dem Bürgerkrieg nicht vergessen kann. Besonders berührend: ihr Protokoll über den langsamen Verfall des an Alzheimer Erkrankten, der zuerst im korsischen Gestrüpp scheinbar zufällig die Orientierung verliert und am Ende die eigene Tochter nicht mehr erkennt. Vor genau 25 Jahren, am 4. Februar 2001, ist Iannis Xenakis seiner Krankheit erlegen, Françoise Xenakis folgte ihrem Mann 2018 nach. „KlassikPlus“ erinnert an das Künstlerpaar – mit O-Tönen, Musik und Auszügen aus fünf Büchern voller Liebe, Respekt und Augenzwinkern noch unter Tränen Eine Sendung von Thorsten Preuß (Wdh. vom 12.03.2013)
fr – 06.02.2026
14:05:00 +++ Ö1
Bassist Nils Kugelmann und sein Trio bei den Leverkusener Jazztagen 2024
Ein kraftvoller Sound, mitreißender Groove und sensibles Zusammenspiel zeichnen das Nils Kugelmann Trio aus. Das gefeierte Debütalbum „Stormy Beauty“ wurde nicht ohne Grund für den Preis der deutschen Schallplattenkritik nominiert. Gemeinsam mit zwei weiteren herausragenden Talenten des deutschen Jazz, Pianist Luca Zambito und Schlagzeuger Sebastian Wolfgruber, zelebriert der Münchner Bassist, Komponist und Multiinstrumentalist Nils Kugelmann mit dieser Band Musik voller Energie, Leidenschaft und melodischer Eleganz. Diese Konzertaufnahme, entstanden am 7. November 2024 bei den Leverkusener Jazztagen, zeigt das Trio rund um seinen charakteristisch treibenden Basssound in Höchstform. Kugelmann, ausgezeichnet u.a. mit dem BMW Young Artist Jazz Award, verbindet Virtuosität mit musikalischem Einfallsreichtum. Ein Konzert, das zeigt, wie aufregend junger Jazz heute klingen kann.
17:30:00 +++ Ö1
Musik aus allen Richtungen mit Johann Kneihs.
20:03 bis 22:00 Uhr +++ BR-KLASSIK
Live: Konzertabend der musica viva
Chor und Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Tölzer Knabenchor, WDR-Rundfunkchor, Leitung: Simon Rattle. Solisten: John Tomlinson, Sprecher; Anna Prohaska, Sopran; Georg Nigl, Bariton
Olga Neuwirth: „Zones of Blue“, Rhapsodie (Uraufführung); Hans Werner Henze: „Das Floß der Medusa“.
Hans Werner Henze war das Gegenteil eines Elfenbeinturm-Künstlers. Immer wieder trat er als unbequemer und politischer Zeitgenosse in Erscheinung, weil Komponieren für ihn keine „Frage von Stil, sondern von Bewusstseinsforschung“ war. Die gescheiterte Hamburger Premiere seines Oratoriums „Das Floß der Medusa“, das Henze und sein Librettist Ernst Schnabel dem kurz zuvor ermordeten kubanischen Revolutionsführer Che Guevara gewidmet hatten, geriet inmitten der politisch aufgeheizten Stimmung um Vietnamkrieg, Notstandsgesetzgebung und das Attentat auf Rudi Dutschke zu einem handfesten Skandal, der durch entsprechende Artikel der Springer- Presse massiv befeuert wurde. Das Sujet erzählt von der 1816 gesunkenen Fregatte Méduse, deren von den Offizieren zurückgelassene Passagiere vier Wochen lang auf einem Floß im Atlantik trieben – unter den tragischsten Umständen. Die Geschichte wurde frühzeitig als Allegorie auf Machtmissbrauch der Herrschenden gedeutet, unter anderem vom französischen Maler Théodore Géricault in seinem Ölgemälde „Le radeau de la Méduse“, das Henze beim Komponieren erklärtermaßen immer vor Augen hatte. Sir Simon Rattle widmet sich in diesem Konzert dem einstigen Skandalstück: Musik, deren düsterer Wucht und auffahrender Verzweiflung man sich nur schwer entziehen kann. Vor der Pause ist Jörg Widmann als Solist in der Uraufführung von Olga Neuwirths „Zones of Blue“ zu erleben. Die Komponistin wurde 2022 mit dem Musikpreis der Ernst von Siemens Musikstiftung ausgezeichnet.
23:03:00 +++ Ö1
Zwischen Nordkette und Patscherkofel – “Resonance IBK” von Hannes Strobl und Christof Dienz bei den Klangspuren Schwaz 2025
Seit über 20 belauscht der Innsbrucker Musiker und Komponist Hannes Strobl, der in Berlin lebt, die Klangkulissen verschiedener Städte, um diese dann in seine Projekte einzubauen. Mit “Resonance Innsbruck” widmete er sich im letzten Konzert der Klangspuren Schwaz am 27. September seiner Heimatstadt, die im Kessel zwischen zwei Bergketten liegt, zwischen Nordkette und Patscherkofel.
Hannes Strobl schöpft aus Klangaufnahmen, die zeitgleich auf beiden Seiten des Inntals bei Innsbruck entstanden sind. Der Titel verweist auf das Phänomen der Resonanz, das in der Komposition sowohl klanglich als auch konzeptionell erforscht wird. Der Tiroler hat damit auch eine Erkundungsreise in seine eigene Vergangenheit gemacht, denn seit seiner Kindheit in den 1970er Jahren hat sich Innsbruck akustisch stark verändert. Das Rauschen der Autobahn etwa ist sogar auf den Bergen, auf 2000 Metern, zu hören. Entstanden ist eine mehrteilige Komposition für E-Bass und E-Kontrabass und Fieldrecordings, zu der Christoph Dienz, der scheidende Leiter der Klangspuren Schwaz, eine Komposition für vier Posaunen beigesteuert hat. Das Konzert fand in der ehemaligen Fabrikhalle St. Bartlmä statt, in der Musik, Umgebungsgeräusche und architektonische Gegebenheiten – wie der Klang seiner Eisenstiege – zu einer gemeinsamen Komposition verschmolzen sind. Gestaltung: Patrizia Jilg
sa – 07.02.2026
09:04 – 10:00 UHR +++ SWR KULTUR
Musikstunde Jazz global: Baltic Groove in Estland, Lettland, Litauen
Mit Babette Michel. Jazz aus Estland, Lettland und Litauen klingt frisch, frei, anders, findet Babette Michel und gibt Einblicke in die lebendigen Jazzszenen dieser drei baltischen Länder. Lokale Wurzeln werden mit freien Improvisationen, verrückten Kompositionen und komplexen Phrasen verknüpft. Die wilde Kaunas Big Band überrascht mit ihrer starken Fraktion aus Trompeten, Saxofonen, Posaunen. Das litauische CinAmono Duo zelebriert eine beinahe zeremonielle Atmosphäre. Modern, schön und kreativ ist der Gesang der Lettin Lîva Dumpe, und auch die Estonian Voices öffnen mit ihren Stimmen neue Klangräume.
14.00 Uhr +++ Das Ö1 Hörspiel
„Insektarium“. Von Gert Jonke (80. Geburtstag am 8.2.).
Mit Peter Simonischek, Maria Happel, Michael König, Johannes Terne und Roland Knie, Ton: Herta Werner-Tschaschl, Regie: Götz Fritsch (ORF/DLF 2004)
Elfriede Jelinek sagte über den 2008 verstorbenen österreichischen Schriftsteller Gert Jonke, er hätte „mit Sprache gespielt, wie ein Kind mit Seifenblasen“, er sei „ein großer Sprachkünstler, einer der größten.“ Jonkes schriftstellerisches Schaffen ist geprägt von sprachlicher Artistik und einer steten Ambivalenz.
Seine Textsammlung „Insektarium“ besteht aus teils humorvollen, teils absurd-verstörenden Fragmenten und scheint wie dafür gemacht, als Hörstück inszeniert zu werden. Unter der Regie von Götz Fritsch entstand aus Jonkes Texten ein geräusch- und sprachgewaltiges Gesamtwerk.
14:05 bis 15:00 Uhr +++ BR-KLASSIK
KlassikPlus: Mozart hätte den „Faust“ komponieren müssen – Der Faust-Mythos auf der Opernbühne
„Keine dramatische Dichtung der Weltliteratur ist so sehr von unhörbarer Musik erfüllt und trotzdem so unkomponierbar wie ‚Faust’“ – so lautet das Fazit des großen Germanisten Dieter Borchmeyer. Was Komponisten freilich nicht daran hinderte, in den letzten 200 Jahren immer wieder Goethes Opus summum auf die Opernbühne zu bringen. Der Dichterfürst selbst hat sich offenbar eine Vertonung gewünscht, nur mangelte es ihm an dem geeigneten Kandidaten: Mozart wäre sein Favorit gewesen, während er von den zeitgenössischen Komponisten allenfalls Meyerbeer in Betracht zog, der jedoch „zu sehr mit italienischen Theatern verflochten“ sei. So hat Goethe keines der über 60 musikdramatischen Werke gehört, die sich auf unterschiedlichste Weise mit der Geschichte von Faust, Gretchen und Mephisto auseinandersetzen. Die Spanne von Gounods romantischer Erfolgsoper über Schumanns mystische Faust-Szenen bis zu Boitos zynisch pfeifendem Mefistofele ist breit und der Goethe-Anteil am Libretto schwankend. „Verweile doch! du bist so schön!“ wird man aber sicher zu vielen musikalischen Augenblicken sagen können in der „KlassikPlus“-Sendung mit dem prominenten Gast Dieter Borchmeyer. Eine Sendung von Alexandra Maria Dielitz (Wdh. vom 14.06.2018)
18:20 – 19:00 UHR +++ SWR KULTUR
Jazz: Me and My Music – Tuulikki Bartosik
Von Fanny Opitz. In unserer Sendereihe „Me and My Music“ stellen sich Musiker*innen in einer Wort-Musik-Collage selbst vor. Heute im klingenden Selbstporträt: die schwedisch-estnische Akkordeonistin und Komponistin Tuulikki Bartosik. Sie verbindet traditionelle Klänge mit Jazz, Neuer Musik, Elektronik und Field Recordings. Als Absolventin der königlichen Musikhochschule Stockholm und der Sibelius-Akademie Helsinki vereint sie sowohl skandinavische als auch baltische Musiktraditionen in ihren internationalen Projekten.
22:15:00 +++ Ö1
Neuigkeiten aus der Welt des Jazz
Konzertempfehlungen für die kommende Woche, Buchbesprechungen, Kurznachrufe und aktuelle Meldungen. Sowie die neue Vorab-Single „Speaking“ aus dem im April 2026 in der Edition Ö1 erscheinenden Album „Life“ des Emiliano Sampaio Jazz Orchestra.
23:03:30 +++ Ö1
Raphael Wressnig im Gespräch; Francesca Tandoi and Eleonora Strino im Dezember 2024 im Grazer Tube’s
Die Hammond B3 ist ein ungewöhnliches Instrument mit einem Gewicht von rund 200 Kilogramm und einer eigenen Geschichte in Jazz, Blues, Soul, R&B und Latin-Boogaloo. Das 2025 veröffentlichte Album „Committed“ des steirischen Organisten Raphael Wressnig vereint all diese Essenzen, würdigt die Meister der Hammondorgel – Dr. Lonnie Smith, Jimmy McGriff und Jack McDuff – und bietet so Liebhaber:innen des einzigartigen Sounds ein wahres Vergnügen! Neben Raphael Wressnig sind auf dem Album der österreichische Schlagzeuger Hans-Jürgen Bart und der italienische Gitarrist Enrico Crivellaro zu hören. Das Trio harmoniert in außergewöhnlicher Weise. Raphael Wressnig schreibt dazu im September 2025 in seinem Facebook-Account: „Als ich das Album ‚Committed‘ betitelte, dachte ich an die Leidenschaft und Hingabe, die nötig sind, um Musik zu machen, die wirklich berührt. Für mich wird dieses Engagement an der Hammond-B3-Orgel lebendig.“
Im Ö1 Jazznacht-Studio spricht Wressnig über seine Leidenschaft für den Sound der Hammond, die er immer wieder neu entfacht und den er auch im Rahmen des von ihm veranstalteten Festivals „Soul and Blues Groove Summit“ zelebriert, das dieses Jahr bereits zum 13. Mal in Bad Radkersburg in der Südoststeiermark über die Bühne geht – dort ist Raphael Wressnig auch aufgewachsen.
In der Konzertschiene der Ö1 Jazznacht steht eine Aufnahme des ORF-Landesstudios Steiermark aus dem Grazer Jazzclub Tube’s auf dem Programm. Am 20. Dezember 2024 gastierte dort ein einzigartiges italienisches Duo: Pianistin Francesca Tandoi und Gitarristin Eleonora Strino, die auch ihre Stimmen einsetzten, boten ein musikalisches Ideen-Feuerwerk der besonderen Sorte. Die beiden Virtuosinnen intonierten in ungewohnter Besetzung ein buntes Repertoire von Eigenkompositionen über Jazzstandards wie „Lush Life“ und „How Deep Is the Ocean“ bis hin zu „Alfonsina y el mar“, einem der bekanntesten Lieder Südamerikas, basierend auf einem Gedicht der Feministin Alfonsina Storni, die als Lyrikerin im frühen 20. Jahrhundert in Argentinien verehrt wurde. Was Francesca Tandoi und Eleonora Strino verbindet, ist die Passion für ihre Musik und das Bestreben, die Zuhörer:innen so tief wie möglich zu berühren. Bei ihrem Duokonzert im Grazer Tube’s war das zweifelsfrei der Fall!
so – 08.02.2026
00:05:00 +++ Ö1
(Fortsetzung); Raphael Wressnig im Gespräch; Francesca Tandoi and Eleonora Strino im Dezember 2024 im Grazer Tube’s
17:10:00 +++ Ö1
Songs über Züge, die es nicht gibt und nie gab
Manchmal schreibt sich eine Sendung wie von selbst, etwa weil sich eines aus dem anderen ergibt. Manchmal wird einem aber auch ganz unverhofft eine Sendung durch andere zugetragen, wie in diesem Fall. Ingeborg Lechner und Robert Vucsina aus dem steirischen Trofaiach haben sich mit der Reihe „Mystery Train“ (gesendet zwischen 2013 und 2018 in Apropos Musik und Spielräume Spezial) intensiv beschäftigt und nun selbst eine zehnte Folge vorgeschlagen, gewissermaßen als Nachzügler im doppelten Wortsinn, diesmal mit Songs über Züge, die es nicht gibt und die es nie gab.
Und mit diesem Thema schließt sich auch der Kreis. Wurde in der ersten Sendung erwähnt, dass das titelgebende „Mystery Train“ im Song „Mystery Train“ selbst gar nicht vorkommt, so geht es diesmal um wirkliche „Mystery Trains“, Züge also, die gänzlich dichterischer Freiheit entsprungen sind und als Moritaten, Bilder oder Allegorien dahin rattern.
19:05:00 +++ Ö1
Thomas Marek, Patrick Bebelaar und Gina Schwarz im Studio 2 des ORF RadioKulturhauses in Wien
Stepptanz ist für einen Teil der Ö1 Hörerschaft wahrscheinlich verbunden mit dem ORF-Fernsehprogramm am Sonntagnachmittag in länger zurückliegenden Zeiten. Da konnten in alten Hollywoodfilmen Könner wie Fred Astaire oder Gene Kelly bewundert werden, wie sie nicht nur als Tänzer agierten, sondern auch mit speziellen Schuhen perkussive Klänge erzeugten. „Tap Dance“ war aber schon vorher fest im Jazz verankert. Im New Yorker Cotton Club traten in den 1920er und 30er Jahren Pioniere wie Bill Robinson alias „Mr. Bojangles“ mit den Orchestern von Duke Ellington oder Cab Calloway auf.
Der Stepptänzer und Schlagzeuger Thomas Marek überträgt mit dem Pianisten Patrick Babelaar und der Bassistin Gina Schwarz den Stepptanz in einen zeitgenössischen und freieren Kontext. Das deutsche Magazin Jazzpodium vermerkte dazu nach einem Auftritt des Trios: „Thomas Marek tanzte nicht nur zur Musik, sondern war vollwertiger Solist einer Band, die eben an Stelle eines Saxophonisten einen Stepper in der ersten Reihe hat.“
22:03 – 23:00 UHR +++ SWR KULTUR
NOWJazz: Song Unconditional – Der Pianist Alexander Hawkins
Von Niklas Wandt. Der Londoner Pianist, Organist und Komponist Alexander Hawkins zählt zu den spannendsten Gestaltern der europäischen Avantgardeszene. In den letzten Jahren hat er Werke für Solopiano, Orchester und verschiedene Duos realisiert, in denen er das Spannungsfeld zwischen straffer Form und energetischer Improvisation auslotet. Ebenso vielgestaltig ist Hawkins‘ Klavierspiel, das mit brillanter Technik die gesamte Tradition des Jazzpianos von Art Tatum über Thelonious Monk bis hin zu Cecil Taylor in sich vereint.
23:03:00 +++ Ö1
Ein „Rising Star“ aus Tirol im Wiener Musikverein – Die Cellistin Valerie Fritz mit vielseitigem Programm
Die in Tirol geborene Cellistin Valerie Fritz gehört zu den vielseitigsten Solistinnen der jungen Virtuosinnen-Generation. Das spiegelt sich in der Breite ihres Repertoires genauso wie in ihrer musikalischen Flexibilität. Das erlaubt ihr präzise Zugänge zu unterschiedlichsten Musikstilen. Zu erleben war dies am Dienstag, 27. Jänner 2026 im Wiener Musikverein bei ihrem Solo-Recital. Im Rahmen des Zyklus „Rising Stars“ spielte sie Werke von Georges Aperghis, Johann Sebastian Bach, Jennifer Walshe, Benjamin Britten, George Crumb, Peter Eötvös, Birgitta von Schweden, Arturo Fuentes und Georg Friedrich Haas.
Ihre musikalische Ausbildung erhielt Valerie Fritz an der Universität Mozarteum Salzburg bei Clemens Hagen und Giovanni Gnocchi. Valerie Fritz spielt auf einem Instrument von Giovanni Battista Guadagnini aus dem Jahr 1744, das ihr privat zur Verfügung gestellt wird.
Valerie Fritz ist eine der Musiker:innen, die in dieser Saison als „Rising Stars“ auf Tournee gehen. Für diesen Gemeinschaftszyklus nominieren folgende Institutionen: Elbphilharmonie Hamburg, Bozar Brüssel, Casa da Música Porto, Kölner Philharmonie, Konzerthaus Dortmund, Musikverein Wien und European Concert Hall Organisation (ECHO). Gestaltung: NN
