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 2001/02

 seite 15
 jubilee

 

Inhaltsverzeichnis Jazzzeitung 02/2001


Inhalt 02/2001

Standards
Editorial
News
Farewell
Fortbildung
Glossar: Progressive Jazz

titel / jubilee
Hans Koller zum achtzigsten Geburtstag

jazz heute
Johannes Faber und die Jazzreihe am Gärtnerplatz
Break (von Joe Viera)

berichte
Gil Evans Orchestra led by Miles Evans in der Unterfahrt
18. Internationale Jazzfestival Münster

interview
Johannes Herrlich & Trombone Fire

education
Der Wettbewerb „Jugend jazzt“ an der Musikakademie Marktoberdorf

portrait
Die talentierte Jane Monheit
Alfred Mangolds Label Jazz4Ever
Bandchef Andrej Hermlin-Leder

play back
Zwei CD-Editionen würdigen die Musik von Don Ellis
Zu den Extended Resolution Compact Discs von JVC

dossier
Schauspieler und Filmemacher Clint Eastwood und seine
heimliche Leidenschaft

medien/service
Link-Tipps
Charts
Rezensionen 2001/02
Service-Pack 2001/02 als pdf-Datei ( Kurz aber wichtig, Clubadressen, Kalender, Jazz in Radio & TV Jazz in Bayern und anderswo (520 kb) )

 

Jazz im Kollerland

Hans Koller zum achtzigsten Geburtstag


Er war der erste europäische Musiker, der im amerikanischen Fachblatt „Downbeat“ mit vier Sternen bewertet wurde, der höchsten Auszeichnung. Bereits 1953 drang der Klang des Saxophonisten Hans Koller bis in die Staaten. Und: in einer Zeit, als es noch nicht üblich war, arbeitete Koller mit US-Musikern zusammen. Zunächst mit Dizzy Gillespie, dann mit Bill Russo (1955), Lee Konitz (1958), dem Briten Stan Kenton (1956), später mit Warne Marsh (1984). Vom „Jazz im Kollerland“ war die Rede, wenn Amerikaner vom deutschen Jazz der fünfziger Jahre sprachen. So sehr prägte der Wiener, der 1950 über München nach Frankfurt kam, wo er nach kurzer Zeit zum führenden Musiker des modernen Jazz avancierte, die deutsche Szene.

Hans Koller (re.) mit Bernd Konrad. Foto: P. Brunner

Ohne Koller wäre die Geschichte des deutschen Nachkriegsjazz mit Sicherheit anders verlaufen; er hat sie entschieden mitgeschrieben. Einflüsse von Charlie Parker, Lester Young und Lee Konitz verband Koller zu einem einzigartigen Personalstil. Nach der bereits erwähnten Zusammenarbeit mit amerikanischen Stars in der ersten Hälfte der Fünfzigerjahre stieß der Wiener 1957 zur BigBand des Südwestfunks, die damals Eddie Sauter leitete. Ein Jahr später wurde das legendäre Quartett mit dem Gitarristen Attila Zoller, dem Bassisten Oscar Pettiford und dem Schlagzeuger Kenny Clarke aus der Taufe gehoben. 1960 wurde Koller, der bis 1965 noch die Workshops des NDR leitete, bester europäischer Solist beim Jazz-Festival Antibes. Die frühen Combos mit Jutta Hipp schrieben ebenso europäische Jazzgeschichte wie das Ensemble Free Sound, das anfangs der Siebzigerjahre den Free Jazz ästhetisch bündelte. Bevor er 1970 nach zwanzigjährigem Aufenthalt in Deutschland nach Wien ging, war Koller noch kurz musikalischer Leiter am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg. Ab Mitte der Achtzigerjahre zog sich Koller weitgehend aus dem Musikbetrieb zurück. Er widmet sich seit Jahren ganz der Malerei, zu der ihn bereits 1958 Kollege Zoot Sims angeregt hatte. Hans Koller feiert am 12. Februar in Wien seinen achtzigsten Geburtstag.

Reiner Kobe

 

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