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Jazzzeitung

2008/01  ::: seite 3

berichte

 

Inhalt 2008/01

Inhaltsverzeichnis

STANDARDS

Editorial / break / Nachrichten aus der Jazzszene / kurz, aber wichtig


TITEL - Musikerschicksal
Die Geschichte des Jazztrompeters Werner Steinmälzl – Teil 1


DOSSIER
- Musikbücher
Die wilden Zwanziger
Robert Nippoldt und Hans-Jürgen Schaal und ihr opulentes Buch über New York

Jazz-Visionen aus 40 Jahren
Ein Bildband von Siggi Loch

Drei Wünsche frei
Pannonica de Koenigswinter und ihre Labour of Love

Ein kleines Meisterwerk
Der Fotograf Jimmy Katz und seine Musikerporträts


Portraits

Stéphane Grappelli, Sabine Kühlich, Gilad Atzmon, Hyperactive Kid, Soulsängerin Ledisi, Daniel Glatzel

… und mehr im Inhaltsverzeichnis

Jung & Frisch

Das Jazzfest München wurde volljährig

Das Jazzfest der Jazzmusiker-Iniative München wurde 2007 volljährig. Die 18. Ausgabe präsentierte sich im November im gemütlichen Theaterzelt „Das Schloss“ frisch und lebendig.

Wieder erwies sich der „Label Day“, an dem sich Enja Records mit drei Unterlabels und drei Bands präsentierten, als Publikumsmagnet und willkommene Ausweitung des ansonsten lokalen Rahmens. Das deutsch-amerikanisch-israelische Trio Minsarah (CD: enja 9492-2) sorgte gleich für einen intensiven Auftakt voller Spannung und Dynamik. Sängerin und Pianistin Susi Hyldgaard (CD „Magic Words“ enja 9181) verarbeitete im Trio mit lockerer Souveränität und Selbstironie sehr persönliche Erlebnisse und lieferte ebenso persönliche Interpretationen von Standards und Popsongs. Zwiespältig war der Eindruck, den ein Musiker hinterließ, der nur den Sound seiner Band mixte: Umberto Echo. Was sich da live abspielte, war brachial eintöniger (Reggae-) Groove, über dem allerdings Posaunist Josh Roseman zu solistischen Höhenflügen ansetzte. In anderer Besetzung hört sich die Konserve „Dubtrain“ (enja 19 NIN 1905-2) wesentlich lebendiger an.

Das Rosebud Trio Till Martin (ts), Johannes Herrlich (tb), Geoff Goodman (g, Banjo) verbeugte sich mit Einfühlungsvermögen und zugleich großer Eigenständigkeit vor der oft archaischen Folk Music des New Port Festival von 1965 und ließ daraus beindruckende Jazzstücke entstehen. Sängerin Beate Sampson als Gast ergänzte mit ihrer gefühlvollen Interpretation wunderbar die bestens harmonisierenden Instrumentalisten. Sebastian Gamperts Contrast 7ett stellte die CD „Soup en Jazz“ (bibliophile Eigenproduktion mit Rezeptbüchlein) vor: ein phantasievolles, originelles und abwechslungsreiches Menü aus vertonten Suppen, das wohl bekam und Appetit machte auf die angekündigte vertonte Weinkarte. Das Chris Gall Trio bereitete mit der faszinierend gesungenen Lyrik von Enik und der ebenso originellen Musik des Pianisten eine kräftige Mischung aus Jazz und Popgesang zu. Auf die CD, die im Februar bei ACT Young Music erscheinen wird, sollte man achten. Eine besondere Rarität bot die eigens zusammengestellte, hervorragend besetzte Mal Waldron Memorial Bigband Norbert R. Stammbergers mit der Darbietung von Waldrons Shingen Takeda Suite.

„Jung & frisch“ hieß wieder das Motto, unter dem sich allabendlich der Nachwuchs vom Richard-Strauss-Konservatorium vor stellen konnte: Die Bigband des RSK spielte auf beachtlichem Niveau mit Präzision und solistischem Können, Geschlossenheit und stimmigem Sound ein vielseitiges Abschiedskonzert für Kurt Maas, den langjährigen Leiter von Band und Jazzabteilung. Sicher wird man einigen dieser jungen Spieler wieder begegnen. Thomas Zoller, ein anderer engagierter Jazzlehrer, holte sich zwei seiner jungen Studenten in seine neue Zollsound Vier. Vor allem der Saxophonist Ferdinand Settele bestand und bestach neben dem Altmeister am Baritonsax. Und schließlich feierte ein anderer alter Hase, Mitbegründer des Jazzfestes, mit einem wunderbar entspannten, von Spielfreude überschäumenden Auftritt in seinen Geburtstag: Wolfgang Schmid gab sich, seinen Mitspielern und dem Publikum den entscheidenden groovenden „Kick“, wie man ihn selbst von ihm selten bekommt: So jung und frisch war vieles andere nicht auf dem Fest.

Godehard Lutz

Der Bayerische Rundfunk wird auf BR 2 am 12. September und 10. Oktober 2008 ausführlich über das 18. Jazzfest berichten und 11. April Ausschnitte aus dem Auftritt des Contrast Septetts und von Zollsound 4 senden.

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