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Von einem der auszog, seinem Schlagzeug das Fahren und Schweben zu lehren – Kurzfassung der Doktorarbeit von Oliver Schwerdt, Leipzig zum Schaffen von Günter Sommer, EUPHORIUM Books Leipzig 2012 Ein scheinbar unendliches Werk, dessen Gedanken und Worte weit über die 5 Bände der Dissertation hinausgehen, hat Oliver Schwerdt der Öffentlichkeit vorgelegt. Der Untertitel der Kurzfassung konkretisiert/umreißt deren Thema sehr deutlich: „Was aus raumtheoretischer Sicht dafür spricht, Günter Baby Sommer als Helden des Free Jazz zu ehren.“ Und er erfüllt diese Ankündigung, erklärt die Kunst des großen Künstlers Sommer aus vielerlei Sicht Von einem der auszog, seinem Schlagzeug das Fahren und Schweben zu lehren Die „Vorbemerkung“ ist sehr wichtig, weil Schwerdt hier versucht, die Räumlichkeit der Musik, d.h. das Phänomen Musik selbst einzugrenzen oder besser zu beschreiben, sodann die Entwicklung in den letzten Jahrzehnten und die Philosophie des Free Jazz als besonderes selbständiges Kunstphänomen. Dabei zieht er zu Recht auch die Parallelen zur Bildenden Kunst, die sich ja einige Jahrzehnte vorher befreit hatte. Im Mittelpunkt steht das Schlagzeug, dessen Bestandteile seit der Revolution des Free Jazz „der Musik allgemein die Vorstellung einer Heterogenität des Räumlichen musikalisch konstituieren und repräsentieren“. Oder: „So gelang mir der Nachweis der Kopplung von Handlungs-Raum und Symbol-Raum, indem ich die Produktion von regelmäßigen Schlag-Folgen an die Produktion von regelmäßigen Schritt-Folgen gebunden fand.“ Weit über die bisherige Bedeutung des Schlagzeugs hinaus ist dieses für den Musiker sehr viel mehr, mit einem Fahrzeug/Automobil zu vergleichen. Als Beispiel beschreibt Schwerdt, dass gerade Günter Sommer die Bewegung des Fahrzeugs zu den Konzerten und dem Schlagzeug in diesem im Zusammenhang sieht bzw. miteinander verbindet. Das Schlagen, Schreiten, Fließen Schweben, mit alldem gelingt es Sommer, die Vorstellung des Räumlichen zu verändern oder verdichten, sei es durch die Vielfalt des verwendeten Instrumentariums oder die Unterbrechung, den Verzicht auf das Schlagen. Die Vielfalt des Instrumentariums spielt eine ganz besondere Rolle, gerade im Werk von Günter Baby Sommer. Schwerdt nutzt alle Möglichkeiten, das Instrumentarium mit seinen philosophischen Bildern nachhaltig zu beschreiben vom Holzstock über das Becken in seinen besonderen Ausmaßen bis zur Trommel und deren Entwicklung von „Schlagzeug“ zum „Schwebzeug“. Und die räumliche Veränderung führt zur Vervielfältigung der räumlichen Wirkung. Diese wird vor allem bei Solo-Aufführungen noch vervielfacht durch den Einsatz vieler auch unkonventioneller Instrumente/Klangkörper bis hin zu Blasinstrumenten. Der Einsatz einer Sirene bedeutet schließlich einen gewissen Höhepunkt. Mit einer Zusammenfassung der räumlichen Wirkung der Prozesse des Künstlers endet die Kurzfassung. Es folgt eine kurz gefasste Diskographie der 107 bisher veröffentlichten Werke von 1965 bis zur Gegenwart. Hans-Jürgen von Osterhausen |
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