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Harry Connick jr. in Concert on Broadway SONY/COLUMBIA 88697849019 Ein 42–jähriger weißer Pianist und Sänger aus New Orleans im Jahr 2010 – wird es da Anklänge an die große Musiktradition seiner Heimatstadt geben? Es gibt sie, und wie! Connick ist ein sehr guter Pianist, sparsam und immer präsent (kein Träumer oder technikverliebter Fummler), Schüler von James Booker, und ein ebensolcher Sänger, stimmlich gut ausgestattet, mit viel swing und einem ausgeprägten Bluesfeeling. Seine Small Band mit nur sechs Bläsern begleitet ihn exzellent mit der ungestümen Kraft einer Big Band; dazu kommt dann noch Lucien Barbarin (tb) als heutiger Vertreter der New-Orleans-Bläsertradition. Streicher sind auch da, stören aber kaum. Eine Reihe von Stücken hat Connick selbst geschrieben, auch die Texte, und auch alle Arrangements. Erstaunlich. Das Konzert wird am Ende zu einer großen Hommage an New Orleans mit Titeln wie „Oh, didn’t he ramble” und „Bourbon Street Parade”. Connick lebt diese Musik und reißt sein Publikum mit – sehr überzeugend. Als Bonus Track gibt es ein langes Interview mit ihm. Norman Granz’ Jazz in Montreux presents: Basie Jam 75 Wer swingende Musik spielen will, egal in welcher Stilistik, muss swingende Musiker nicht nur hören, sondern auch sehen, am besten live oder zumindest in Videoaufnahmen. Vielen Schul-Big-Bands und zumeist auch ihren Leitern fehlt eine solche Erfahrung, deshalb sei ihnen diese DVD sehr ans Herz gelegt. Hier schaffen Niels-Henning Oersted Pedersen (b) und Louie Bellson (dm) einen derart swingenden beat, dass Count Basie (p), Roy Eldridge (tp), Johnny Griffin (ts) und Milt Jackson (vib) gar nicht anders können, als mit ganzem Einsatz mitzuspielen und dagegenzuhalten (kein Widerspruch!). Dabei ist den Musikern ihre gelöste Konzentration (auch kein Widerspruch!), die solche Musik erfordert, deutlich anzusehen (die meisten jungen Musiker sind anfangs entweder gelöst oder konzentriert). Sehr schön ist auch zu spüren, dass das swingende Spiel keine statische Konstante ist, sondern in langgezogenen Wellen verläuft: vor allem beim Beginn jedes Solos nimmt das Swinggefühl wieder zu. Niels Pedersen gebührt hier im übrigen das größte Lob – wie er die Band vorwärts schiebt, muss man gehört haben. Wann gibt es endlich eine Biografie dieses großen europäischen Künstlers? Hollywood Rhythm Hier sind einige der frühesten Kurzfilme mit Jazz beisammen, die sich sonst immer nur einzeln auf Samplern finden: „St. Louis Blues“ (1929) mit Bessie Smith, „Black and Tan Fantasy“ (1929) mit Duke Ellington, „A Rhapsody in Black and Blue“ (1932) mit Louis Armstrong, „A Bundle of Blues“ (1933) mit Duke Ellington, und „Symphony in Black“ (1935) mit Duke Ellington und Billie Holiday(!). Dazu einige weitere Filme, darunter „Ain‘t misbehavin“ (1941) mit Fats Waller, zwei mit Cab Calloway und einer mit Hoagy Carmichael und der Jack Teagarden Big Band. Alles mit viel Show – aber nur so war Hollywood bereit, Jazzgruppen aufzunehmen. Joe Viera |
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