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Die JazzZeitung stellt in loser Folge Vereine, Clubs, Gemeinden und Einzelpersonen mit ihren Jazzinitiativen vor und zeigt, wer und was hinter den Programmen steckt und wo der Jazzfan auf Reisen fündig werden kann. Vielleicht hilft das, einen Ausflug in die Natur und zur Kultur zu planen, der mit einem Jazzkonzert ausklingt, eine Jazzlandpartie. Bernhard Sontheim. Foto: Lutz Ein ideales Ziel dafür sind die Konzerte des „Jazz am See e.V.“, die seit fast zehn Jahren im wesentlichen Besucher aus der Region anlocken. Denn am Starnberger See ergänzen sich Landschaft mit Alpenblick, Kultur und Gastronomie aufs Schönste zum Ausflugsziel mit Wander-, Spazier-, Radl- und Bademöglichkeiten. Wahrscheinlich gibt es in Feldafing auch die einzigen Jazzkonzerte, zu denen man schwimmend gelangen kann. Denn der sicher beeindruckendste Spielort liegt nicht nur am, sondern sogar im See, im märchenhaften Ambiente der Roseninsel – vor dem Casino, der königlichen Villa von Maximilian II. Hier wurde „Music on the Water“ mit Lars Danielsson, Christopher Dell und Nils Landgren zu einem Highlight des Jazz-Sommers 2012. Genau von hier aus nahm die Konzertreihe auch ihren Anfang. Denn Bernhard Sontheim, seit 2002 1. Bürgermeister von Feldafing mit knapp 5.000 Einwohnern, hatte beschlossen, dass das 150-jährige Jubiläum der Roseninsel mit Rosenrondell, Park und Villa und die Öffnung des Juwels für das Publikum würdig begangen werden sollte. Für den Jazzfan und Initiator des Vereins hieß das natürlich, dass ein Jazzkonzert auf der Insel stattfinden musste. Dafür wurde eigens das „Rose Island Jazz Ensemble“ mit Andy Lutter, Uli Wangenheim, Gerhard Gschlößl, Alex Haas und Stefan Noelle ins Leben gerufen. Und auch der eingetragene Verein „Jazz am See“ mit Gemeinnützigkeitsstatus wurde am 4. Juli 2003 dafür gegründet. Der veranstaltet seitdem Konzerte an verschiedenen Spielorten in Feldafing (Gemeindebücherei, Heilig-Kreuz-Kirche, Golfhotel Kaiserin Elisabeth, Bahnhof), Pöcking (Gemeindebücherei) und Bernried (Sommerkeller). Zwischen 100 und 600 Zuhörer haben dort Platz. Beginn ist meist um 20 Uhr: spät genug für ein volles Ausflugsprogramm samt Abendessen, früh genug, um auch mit der S-Bahn wieder nach Hause zu kommen. Zwischen 10 und 30 Euro liegen die Eintrittspreise, Kinder bis zum 10. Lebensjahr zahlen nichts, Ermäßigungen gibt es für Jugendliche und Vereinsmitglieder. Für letztere finden während der Wintermonate in unregelmäßigen Abständen auch noch Jazz-Stammtische statt. Das Programm besteht zumeist aus kammermusikalischen Jazzkonzerten, DVD- und/oder CD-Abenden – bei freiem Eintritt. Sonst lässt sich mit Abonnementkarten sparen (128 €, 105 € für Mitglieder und 50 € für Jugendliche): 20 Prozent bezogen auf den Vorverkaufspreis beziehungsweise 33 Prozent auf den Preis an der Abendkasse. Vor allem im Zeitraum Oktober bis April finden pro Monat etwa ein bis zwei Konzerte statt, sowie im Sommer eines auf der Roseninsel. Ansonsten bedient man das Publikum nach Angebot der Agenturen oder Musiker. Das Programm gestaltet der Bürgermeister (und Vereinsvorsitzende) persönlich. Damit nimmt er in Feldafing noch mehr Jazzeinfluss als sein Kollege in Burghausen. Zu den Highlights der letzten zehn Jahre zählt Sontheim neben „Music on the Water“ Klaus Doldinger, Helen Schneider, Robben Ford, Ernie Watts, Billy Cobham, Pee Wee Ellis, Stone Raiders mit J.-P. Bourelly, Darryl Jones und Will Calhoun. Für die Zukunft hat er ganz unbescheiden Jeff Beck, Herbie Hancock und Return To Forever auf seiner Wunschliste. Demnächst spielen unter anderem Roy Nathanson mit Sotto Voce, Christian Muthspiel mit Steve Swallow und XL-Target mit Joseph Bowie (Defunkt) und den Doran-Brüdern. Bei solchen Namen ist klar, dass die Finanzierung nicht allein durch die Eintrittsgelder erfolgen kann. „Landratsamt, Banken und Sparkassen sowie Stiftungen helfen mit Zuschüssen.“ Bei seinem Konzert im Januar wurde an Guido May verspätet der „Jazz am See Award 2010“ überreicht. Dieser Preis wird vom Verein jährlich „für besonders herausragende Leistungen im Bereich der Jazzmusik“ vergeben. Dotiert ist er mit einem Jazz-Bild der in Feldafing lebenden Künstlerin Ina Kohlschovsky-Lang. Der Schlagzeuger erhielt ihn, weil er „seit Jahren ein ständiger Wegbegleiter der Konzerte von Jazz am See ist“ und „stets durch seine Vielseitigkeit und präzise Spieltechnik überzeugte“, etwa mit den extra für das Alpen-Jazz-Festival 2010 gegründeten „Alp Funk Masters“. Denn zu den Konzerten kamen in der Vergangenheit drei Alpen-Jazz-Festivals. „Das wird es zwar in dieser Form nicht mehr geben, aber wir schauen immer, dass wir Konzerte aus der Richtung AlpenJazz in unser Programm mit aufnehmen.“ Eine Besonderheit bleibt außerdem die Roseninsel als Veranstaltungsort, zukünftig wird es auch Konzerte im denkmalgeschützten Bahnhof von 1865, dem zukünftigen Rathaus, geben. Godehard Lutz Die nächsten Veranstaltungen von „Jazz am See e.V.“ • 19.4.2013, voraussichtlich Bahnhof Feldafing, 20 Uhr: Max Grosch feat. Florian Trübsbach (Vincent Herring hat die Tour leider abgesagt), VK 18 €, AK 22 € Anreise an den Starnberger See
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