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Als 2011 Kurt Maas, der langjährige Leiter der Jazzabteilung des Münchner Richard-Strauss-Konservatoriums (RSK), verstarb, war das RSK mitsamt seiner Jazzabteilung bereits Teil der Münchner Hochschule für Musik und Theater geworden. Die Fusion, auf die nicht nur Kurt Maas lange hatte warten müssen, brachte für die Jazzer neue Impulse und Möglichkeiten, so dass das Jazzinstitut der Hochschule heute, fünf Jahre nach seiner Eingliederung, bereits recht lebhafte Zeichen im Hochschulbetrieb setzen kann. Ein weiteres kommt nun hinzu: Mit dem hochschulinternen Kurt Maas Jazz Award wird für ambitionierte Jazzstudenten eine neue Fördermöglichkeit auf den Weg gebracht und gleichzeitig an den Mann erinnert, der den akademischen Jazz einst in München etablierte. Der Erste Preisträger Matthias Lindermayr. Foto: Mike Gangkofner In Bayern sollen demnächst nach längerem Ringen zwischen Regierungsparteien und Opposition sowie Bürger- und Studenteninitiativen die Studiengebühren abgeschafft werden. Schlechte Zeiten also für zusätzliche Ausgaben, wie sie für Stipendien und Förderpreise nötig sind. Die Hochschulen sind im Falle solcher Vorhaben ohnehin überwiegend auf externe Sponsoren angewiesen. Da ist es ein Glücksfall für die Münchner Hochschul-Jazzer, dass der Unternehmer Camilo Dornier, selbst ein ehemaliger Schüler des verstorbenen Kurt Maas, bei dessen Gedenkkonzert im Jahr 2011 mit dem Leiter des Jazzinstituts Claus Reichstaller die Idee für diesen Jazzpreis entwickelte. Bei der Hochschulleitung stieß man damit gleich auf positive Resonanz und so wurde nach einigen intensiven Monaten der Planung Anfang Februar 2013 die erste Ausscheidung durchgeführt. In der Jury saßen dabei neben dem Stifter Camilo Dornier und den Münchner Professoren Claus Reichstaller und Bernd Redmann auch die BR-Jazzredakteurin Beate Sampson, die Hotelchefin und Veranstalterin Innegrit Volkhardt sowie ACT-Labelchef Siggi Loch. Nach einer Vorausscheidung prüfte die Jury fünf Finalisten in einem öffentlichen Konzert im Münchner Gasteig, wo das Jazzinstitut der Hochschule untergebracht ist. Im Gegensatz zu anderen Wettbewerben spielten die Finalisten beim Kurt Maas Jazz Award nicht um ein Preisgeld, sondern um die Teilnahme an einem der berühmten Sommerkurse des Berklee College of Music immer noch ein magischer Ort für Musikstudenten, die seit Jahren aus aller Welt dorthin strömen. Auch Kurt Maas hat Teile seiner Studienzeit in Boston verbracht und am Berklee College Arrangement und Komposition studiert. Später hat er seinen Studenten gerne von dieser Zeit berichtet und die dort gelehrten Inhalte als Maßstäbe vorgegeben. In diesem Geist soll nun auch der nach ihm benannte Award die Studenten auf seinen Spuren zu neuen Inspirationsquellen führen. Kompakte Jazzkurse mit Renommee gibt es nicht nur in Übersee, auch in der bayerischen Provinz hat sich mit dem alljährlich stattfindenden Jazzkurs ein solcher entwickelt. In Kooperation mit der HfMT München findet seit 2011 dort auch unter dem Namen Internationale Jazzakademie Burghausen ein spezielles Programm auf professionellem Niveau statt, bei dem internationale Jazzstars ein Workshop-Programm anbieten. Der Drittplatzierte beim Kurt Maas Jazz Award bekommt Zugang zum Jazz Masters Workshop dieser Internationalen Jazzakademie. Als zweiten Preis vergab die Jury in diesem Jahr ein Konzert im Night Club des Bayerischen Hofs, den Jurymitglied Innegrit Volkhardt betreibt. Die Preisverleihung am 7. Februar wurde als großes Schaulaufen des Jazzinstituts inszeniert, so gab es neben den Auftritten der Preisträger auch mehrere Performances der Hochschul-Bigband (U.M.P.A. Jazz Orchestra), Beiträge der Dozenten-Allstar-Band sowie Gastauftritte von Trompeten-Altmeister Dusko Goykovich und des mexikanischen Bassisten Abraham Laboriel – beide wohl vor allem für den nötigen „Berklee-Touch“ zuständig. Der erste Preisträger, der nach der Start-runde des Kurt Maas Jazz Awards in den Genuss einer Summer-School-Teilnahme in Boston kommen wird, ist der Trompeter und gebürtige Münchner Matthias Lindermayr (Jg. 1987). Er überzeugte die Jury vor dem zweitplatzierten Martin Seitz (Saxophon, Jg. 1990), der einen Auftritt im Night Club des Bayerischen Hofs planen kann. Den Jazz Masters Workshop 2013 in Burghausen sicherte sich der Trompeter Andreas Unterreiner (Jg. 1985) aus Kaufbeuren. Unter den Dozenten dort sind in diesem Jahr Benny Golson und Abraham Laboriel. Bei der Preisübergabe an Andreas Unterreiner bat man den Initiator der Jazzkurse, Joe Viera, mehr über die Burghauser Jazzkurse zu sagen. Vieras Statement fiel knapp aus: „Es geht auch ohne Burghausen, aber mit Burghausen geht’s schneller!“ Stifter Camilo Dornier zeigte sich bei der Preisverleihung extrem glücklich über das Erreichte und wird der Hochschule sicherlich eine Fortführung ermöglichen. Nach dem gelungenen Auftakt soll der Kurt Maas Jazz Award künftig alle zwei Jahre stattfinden. Jörg Lichtinger |
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