{"id":8658,"date":"2016-03-09T09:28:23","date_gmt":"2016-03-09T08:28:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.jazzzeitung.de\/cms\/?p=8658"},"modified":"2016-03-09T09:30:25","modified_gmt":"2016-03-09T08:30:25","slug":"intensiv-melancholisch-genreuebergreifend-das-neue-album-des-vokalquartetts-niniwe-time-stands","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.jazzzeitung.de\/cms\/2016\/03\/intensiv-melancholisch-genreuebergreifend-das-neue-album-des-vokalquartetts-niniwe-time-stands\/","title":{"rendered":"Intensiv, melancholisch, genre\u00fcbergreifend: Das neue Album des Vokalquartetts Niniwe \u2013 Time Stands Still"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Niniwe-Time.jpg\" rel=\"attachment wp-att-8659\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"8659\" data-permalink=\"https:\/\/www.jazzzeitung.de\/cms\/2016\/03\/intensiv-melancholisch-genreuebergreifend-das-neue-album-des-vokalquartetts-niniwe-time-stands\/niniwe-time\/\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Niniwe-Time.jpg?fit=1417%2C1204&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"1417,1204\" data-comments-opened=\"1\" data-image-title=\"Niniwe-Time\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Niniwe-Time.jpg?fit=706%2C600&amp;ssl=1\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-8659\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Niniwe-Time-150x150.jpg?resize=150%2C150\" alt=\"Niniwe-Time\" width=\"150\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Niniwe-Time.jpg?resize=150%2C150&amp;ssl=1 150w, https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Niniwe-Time.jpg?resize=144%2C144&amp;ssl=1 144w, https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Niniwe-Time.jpg?resize=96%2C96&amp;ssl=1 96w, https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Niniwe-Time.jpg?resize=24%2C24&amp;ssl=1 24w, https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Niniwe-Time.jpg?resize=36%2C36&amp;ssl=1 36w, https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Niniwe-Time.jpg?resize=48%2C48&amp;ssl=1 48w, https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Niniwe-Time.jpg?resize=64%2C64&amp;ssl=1 64w, https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Niniwe-Time.jpg?resize=32%2C32&amp;ssl=1 32w, https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Niniwe-Time.jpg?resize=128%2C128&amp;ssl=1 128w, https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Niniwe-Time.jpg?zoom=2&amp;resize=150%2C150&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Niniwe-Time.jpg?zoom=3&amp;resize=150%2C150&amp;ssl=1 450w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>Von Michael Scheiner<\/strong> &#8211; \u201eClassics reloaded\u201c werden Konzerte des Berliner Vokalquartetts Niniwe marktgerecht angek\u00fcndigt. Mit ihrer aktuellen Cd \u201eTime stands still\u201c definiert es aber eher Klassik auf eigene Weise und reiht sich damit in den schmalen, aber langen Seitenarm vom Third Stream der 50er Jahre \u00fcber Jacques Loussiers \u201ePlay Bach\u201c bis zu vielf\u00e4ltigen heutigen Varianten von \u201eJazz meets classic\u201c ein. Der k\u00fcnstlerisch-musikalische Kern ist deshalb auch weit besser mit \u201eredefined\u201c beschreiben als mit \u201ereloaded\u201c, auch wenn dieses Verb heute fester Bestandteil der Pop-Ikonografie ist. Winnie Br\u00fcckner, die nach Studium und Jazznachwuchs-Stipendium das Ensemble 2002 gegr\u00fcndet hat, streift mit den delikaten Arrangements von Liedern mehrerer Jahrhunderte immer wieder die Genres Pop und Jazz. Mit der poporientierten, h\u00e4ufig groove-betonten Vokalmusik von Jungsbands wie Viva Voce und den Wise Guys aber haben Niniwe so gar nichts am Hut. Die vier S\u00e4ngerinnen holen die alten Werke mit kunstvoll verschlungenen Arrangements und unverwechselbarem Sound in die heutige Zeit. Dabei bleibt Br\u00fcckner, von der auch zwei eigene St\u00fccke enthalten sind, manchmal eng an der Vorlage, wie bei Edvard Griegs \u201eSolveigs sang\u201c. Bei anderen Arien, wie Henry Purcells \u201eIf love\u00b4s a sweet passion\u201c aus dessen Oper \u201eThe Fairy Queen\u201c, l\u00e4sst sie das Original weit hinter sich. Nach einer sanft-s\u00fc\u00dfen Einleitung wechselt sie die Taktart und pl\u00f6tzlich klingt die Barockmelodie fast wie ein zeitgem\u00e4\u00dfer Popsong \u2013 nur a capella. Verz\u00fcckte Begl\u00fcckung, dramatische Gef\u00fchlsaufwallung mit modernen Harmonien und ein Wiedereintauchen in seliges Schaukeln. Die Auswahl von Monteverdi bis Skrjabin, von der Renaissance-Komponistin Barbara Strozzi bis Schumann und Kapsberger enth\u00e4lt popul\u00e4re Hits, wie H\u00e4ndels \u201eLascia ch\u00b4io pianga\u201c und \u00dcberraschendes, wie die als textlose Vokalise gesungene \u201eDvor\u00e1k-Fantasie\u201c. Ein Klavier-Pr\u00e4ludium von Skrjabin erklingt mit zeitgen\u00f6ssischem Text in vierstimmig-polyphonem Gesang.<\/p>\n<p>\u201eTime stands still\u201c ist \u2013 wie es der Titel von John Dowlands innig-sch\u00f6nem Liebeslied verspricht \u2013 ein eher ruhiges Album, obwohl auch bewegtere und sogar explosive Momente enthalten sind. Und es ist ein Album voller Intensit\u00e4t, Schmerz und Melancholie. Musik, die einen gleicherma\u00dfen versinken, wie vergessen l\u00e4sst. In der man aufgehen, sich in wechselvollen Eindr\u00fccken verlieren kann. In der sich aber auch au\u00dferordentlich viel an Farben, Nuancen, an fein herausgearbeiteter Modernit\u00e4t jenseits von Genregrenzen und ein Ensemble entdecken l\u00e4sst, das stimmlich pr\u00e4zise und mit Hingabe auf sehr hohem Niveau agiert. Was noch fehlt, ist \u00f6ffentliche Anerkennung, wie sie sich bei Jungsbands fast selbstverst\u00e4ndlich einstellt. Stimmlich und musikalisch h\u00e4lt das weibliche Gl\u00fccks-Kleeblatt jederzeit mit.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Niniwe \u2013 vocal art: Time Stands Still<\/strong><\/p>\n<p>Helbling Verlag Hl-C7728CD<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Infos \/ Bestellungen: <a href=\"http:\/\/www.helblingchor.com\/\">www.helblingchor.com<\/a> und auf den bekannten Plattformen, sowie in einschl\u00e4gigen Fachgesch\u00e4ften<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Michael Scheiner &#8211; \u201eClassics reloaded\u201c werden Konzerte des Berliner Vokalquartetts Niniwe marktgerecht angek\u00fcndigt. 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