{"id":7442,"date":"2015-10-22T13:29:37","date_gmt":"2015-10-22T11:29:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.jazzzeitung.de\/cms\/?p=7442"},"modified":"2015-10-22T13:29:37","modified_gmt":"2015-10-22T11:29:37","slug":"shai-maestro-bei-jazz-im-goethe-museum-duesseldorf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.jazzzeitung.de\/cms\/2015\/10\/shai-maestro-bei-jazz-im-goethe-museum-duesseldorf\/","title":{"rendered":"Shai Maestro bei \u201eJazz im Goethe Museum D\u00fcsseldorf\u201c"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/shai_maestro05.jpg\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"7447\" data-permalink=\"https:\/\/www.jazzzeitung.de\/cms\/2015\/10\/shai-maestro-bei-jazz-im-goethe-museum-duesseldorf\/shai_maestro05\/\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/shai_maestro05.jpg?fit=3543%2C2358&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"3543,2358\" data-comments-opened=\"1\" data-image-title=\"shai_maestro05\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/shai_maestro05.jpg?fit=840%2C560&amp;ssl=1\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-7447\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/shai_maestro05-150x150.jpg?resize=150%2C150\" alt=\"shai_maestro05\" width=\"150\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/shai_maestro05.jpg?resize=150%2C150&amp;ssl=1 150w, https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/shai_maestro05.jpg?resize=144%2C144&amp;ssl=1 144w, https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/shai_maestro05.jpg?resize=96%2C96&amp;ssl=1 96w, https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/shai_maestro05.jpg?resize=24%2C24&amp;ssl=1 24w, https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/shai_maestro05.jpg?resize=36%2C36&amp;ssl=1 36w, https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/shai_maestro05.jpg?resize=48%2C48&amp;ssl=1 48w, https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/shai_maestro05.jpg?resize=64%2C64&amp;ssl=1 64w, https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/shai_maestro05.jpg?resize=32%2C32&amp;ssl=1 32w, https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/shai_maestro05.jpg?resize=128%2C128&amp;ssl=1 128w, https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/shai_maestro05.jpg?zoom=2&amp;resize=150%2C150&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/shai_maestro05.jpg?zoom=3&amp;resize=150%2C150&amp;ssl=1 450w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>Von Dietrich Schlegel &#8211; Wieder zierte der originelle Schattenriss des Saxophon spielenden Goethe die Einladungen zum f\u00fcnften Konzert der Reihe \u201eJazz im Goethe Museum D\u00fcsseldorf\u201c im barocken Jagdschloss J\u00e4gerhof. Und wieder war es der Initiatorin und k\u00fcnstlerischen Leiterin, der Kulturjournalistin Barbara Steingie\u00dfer, gelungen, mit dem Shai Maestro Trio zum dritten Mal eines der derzeit gefragtesten Klaviertrios zu verpflichten. Nicht dass das letzte Museumskonzert mit den \u201eEchoes of Swing\u201c beim Publikum keinen Anklang gefunden h\u00e4tte, im Gegenteil, Saxophon und Trompete boten eine willkommene Abwechslung. Doch dem intimen Ambiente des relativ kleinen Konzertsaals mit den Vitrinen voller erlesenen Porzellans an den W\u00e4nden entspricht die kammermusikalische Besetzung eines Klaviertrios am besten. Die Reihe hatte vor zwei Jahren mit dem Trio des israelischen Pianisten Omer Klein vielversprechend begonnen. Triosense und Tingvall Trio folgten.<\/p>\n<p>Nun war es mit Shai Maestro wieder ein israelischer Pianist, den Barbara Steingie\u00dfer zu einem Gastspiel verpflichten konnte. Maestro war bereits mit 19 Jahren von dem Bassisten Avishai Cohen entdeckt und in sein Trio geholt worden war. F\u00fcnf Jahre lang, von 2006 bis 2011, tourte er mit seinem ber\u00fchmtem Landsmann durch die Welt, lernte unz\u00e4hlige Musiker kennen und sog vielerlei Einfl\u00fcsse auf, auch aus ganz anderen Musikkulturen. Diese Jahre intensiver Praxis ersetzten ihm ein Studium in Berklee, auf das Maestro trotz eines angebotenen Stipendiums bewusst verzichtet hatte. 2010 f\u00fchlte er sich reif genug, sein eigenes Trio zu gr\u00fcnden, mit zwei wie er in Brooklyn\/ NY lebenden Kollegen, dem peruanischen Bassisten Jorge Roeder und dem ebenfalls in Israel geb\u00fcrtigen Schlagzeuger Ziv Ravitz. Diese bis heute bestehende Besetzung pr\u00e4sentierte sich auch im Goethe-Museum, und das in blendender, die Zuh\u00f6rer im vollbesetzten Saal begeisternder Form.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/1419-Kopie-Kopie-Kopie.jpg\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"7444\" data-permalink=\"https:\/\/www.jazzzeitung.de\/cms\/2015\/10\/shai-maestro-bei-jazz-im-goethe-museum-duesseldorf\/1419-kopie-kopie-kopie\/\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/1419-Kopie-Kopie-Kopie.jpg?fit=3264%2C2448&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"3264,2448\" data-comments-opened=\"1\" data-image-title=\"1419 &amp;#8211; Kopie &amp;#8211; Kopie &amp;#8211; Kopie\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/1419-Kopie-Kopie-Kopie.jpg?fit=800%2C600&amp;ssl=1\" class=\"aligncenter size-full wp-image-7444\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/1419-Kopie-Kopie-Kopie.jpg?resize=840%2C630\" alt=\"1419 - Kopie - Kopie - Kopie\" width=\"840\" height=\"630\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/1419-Kopie-Kopie-Kopie.jpg?w=3264&amp;ssl=1 3264w, https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/1419-Kopie-Kopie-Kopie.jpg?resize=300%2C225&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/1419-Kopie-Kopie-Kopie.jpg?resize=800%2C600&amp;ssl=1 800w, https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/1419-Kopie-Kopie-Kopie.jpg?resize=900%2C675&amp;ssl=1 900w, https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/1419-Kopie-Kopie-Kopie.jpg?w=1680&amp;ssl=1 1680w, https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/1419-Kopie-Kopie-Kopie.jpg?w=2520&amp;ssl=1 2520w\" sizes=\"auto, (max-width: 840px) 100vw, 840px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Gespielt wurden &#8211; au\u00dfer einigen neuen St\u00fccken &#8211; Kompositionen von Maestro, wie sie auf dem aktuellen und dem zweiten von insgesamt drei Alben zu h\u00f6ren sind, aber ganz sicher ziemlich anders, denn Maestro legt viel Wert auf Improvisation. Sein Jazzvirus, der ihn im Alter von acht Jahren angesteckt hatte, war Oscar Petersons \u201eGershwin Songbook\u201c, auf dem sich zwei v\u00f6llig unterschiedliche Tracks von \u201eSummertime\u201c fanden. Das faszinierte ihn derart, dass er parallel zum klassischen Klavierunterricht auch Stunden f\u00fcr Jazzpiano nahm. Seine und seiner Mitmusiker Hingabe an die Kunst der Improvisation ging so weit, dass sie \u2013 wie Maestro augenzwinkernd versicherte \u2013 nie vorher w\u00fcssten, was sie als n\u00e4chstes spielen w\u00fcrden, sich erst kurz davor dar\u00fcber verst\u00e4ndigten, durch leise Zurufe, Gesten und Blicke: \u201eWe let you know afterwards.\u201c<\/p>\n<p>Was sie dann spielten war von gro\u00dfer Vielfalt, melodisch, harmonisch, rhythmisch. Maestro verf\u00fcgt sowohl \u00fcber einen hauchzarten als auch, wenn dramaturgisch erforderlich, kr\u00e4ftigen, aber nie hammerm\u00e4\u00dfigen Anschlag. Das Steinway Boston Piano dankte ihm diese meisterliche Technik mit all seinem Wohlklang. In langsamen und leisen Passagen wirkte Maestro kontemplativ, manchmal fast vertr\u00e4umt, verspielt, etwa bei den Introduktionen, aber auch \u00fcber weite Strecken solcher St\u00fccke wie \u201ePainting, \u201eEndless Winter\u201c oder \u201eLooking Back (Quiet Reflections\u201c). Seltsamer- oder bezeichnenderweise gemahnten Titel wie \u201eInvisible Thread\u201c, \u201eTreelogy\u201c oder \u201eElusive\u201c, die stellenweise mit hoher Energie und in rasenden L\u00e4ufen vorgetragen wurden, nur selten an die im modernen Jazz gebr\u00e4uchlichen Kategorien des H\u00f6her, Weiter, Schneller. Nichts wirkt aufgesetzt, vordergr\u00fcndig virtuos. Die Philosophie der Band, widergespiegelt im dramaturgischen Aufbau und Ablauf der St\u00fccke selbst als auch des Konzerts und der CDs, lautet: \u201eMusic can contain everything: the beauty of our beeing but also our \u201augly\u2018 side.\u201c<\/p>\n<p>In dieses Konzept passen sich Maestros Kollegen haarfein ein. Auch f\u00fcr sie trifft zu, was von modernen Klaviertrios im Jazz verlangt wird: sie sind mehr als nur Sidemen, wie das einst f\u00fcr Schlagzeuger und Bassist weitgehend zutraf. Vielmehr sind sie integraler Bestandteil eines bis auf jede Achtel- oder Sechzehntelnote abgestimmten Zusammenspiels, das vom Trio nun schon seit f\u00fcnf Jahren tagt\u00e4glich ausge\u00fcbt wird. Und doch bewahren Jorge Roeder und Ziv Ravitz ihre Eigenst\u00e4ndigkeit, die nicht nur der Rolle ihres Instruments entspricht, sondern ebenso ihrer Musikerpers\u00f6nlichkeit. Roeder begann seine Ausbildung auf dem Cello, studierte dann Kontrabass in St. Petersburg und Boston und wirkte einige Zeit beim Philharmonic and Opera Orchestra seiner Heimatstadt Lima mit. Nach seinem Wechsel zum Jazz spielte u. a. mit Roy Haynes, Alex Acuna, Maria Schneider. Er erf\u00fcllt seine Aufgabe als Mittler zwischen Piano und Schlagzeug derart einf\u00fchlsam und pr\u00e4zise, dass er vom Pianisten nicht nur Blicke zur Verst\u00e4ndigung, sondern \u2013 so glaubt man zu ahnen \u2013 auch des Dankes empf\u00e4ngt. Dar\u00fcber hinaus spielt er atemberaubende Soli, so z. B. gleich im ersten St\u00fcck \u201eMaya\u2019s Song\u201c der neuen CD \u201eUntold Stories\u201c.<\/p>\n<p>Ziv Ravitz, in Deutschland bekannt auch als Mitglied von Florian Webers Trio \u201eMinsarah\u201c, graduierte an der ber\u00fchmten Berklee School of Music bemerkenswerter Weise mit einem Degree in Jazz Composition. So ist er auch mit einer Komposition auf der zweiten CD \u201eThe Road To Ithaca\u201c vertreten und beteiligt an \u201eMaya\u2019s Song\u201c. Mit seinem kompositorischen Know how und Feeling erg\u00e4nzt er Maestros Improvisationen als dynamisch treibender, aber zuweilen auch melodischer Gegenpol.<\/p>\n<p>Das Shai Maestro Trio wird am 15. November bei den Leverkusener Jazztagen zu h\u00f6ren sein, dort, wo er acht Jahre zuvor als Neunzehnj\u00e4hriger in Avishai Cohens Trio so gro\u00dfes Aufsehen erregt hatte (sein Entdecker und F\u00f6rderer tritt zwei Tage vor ihm auf). In dem 2000 Zuh\u00f6rer fassenden Terrassensaal des Leverkusener Forums werden Maestro, Roeder und Ravitz eine v\u00f6llig andere Atmosph\u00e4re vorfinden als in der Intimit\u00e4t des D\u00fcsseldorfer Goethe Museums, die sie sichtlich genossen haben.<\/p>\n<p>Auch 2016 wird Barbara Steingie\u00dfer die Jazzreihe im D\u00fcsseldorfer Schloss J\u00e4gerhof fortsetzen. Bereits f\u00fcr den 12. Januar hat sie den in Wales geborenen, in London lebenden Pianisten, Hornisten und Komponisten Gwylin Simcock f\u00fcr ein Solokonzert verpflichtet. Er wurde durch seine Jazz und Klassik \u00fcberschreitenden Kompositionen und Interpretationen bekannt. Seinen Durchbruch hatte er 2011 mit seiner Soloeinspielung \u201eGood Days auf Schloss Elmau\u201c (ACT) erzielt.<\/p>\n<p>CD-Tipps: Shai Maestro Trio \u201eThe Road To Ithaca\u201c, 2013; Untold Stories, 2015<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Dietrich Schlegel &#8211; Wieder zierte der originelle Schattenriss des Saxophon spielenden Goethe die Einladungen zum f\u00fcnften Konzert der Reihe \u201eJazz im Goethe Museum D\u00fcsseldorf\u201c im barocken Jagdschloss J\u00e4gerhof. Und wieder war es der Initiatorin und k\u00fcnstlerischen Leiterin, der Kulturjournalistin Barbara Steingie\u00dfer, gelungen, mit dem Shai Maestro Trio zum dritten Mal eines der derzeit gefragtesten Klaviertrios zu verpflichten. 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