{"id":34686,"date":"2026-10-27T14:15:36","date_gmt":"2026-10-27T13:15:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.jazzzeitung.de\/cms\/?p=34686"},"modified":"2026-10-27T14:15:36","modified_gmt":"2026-10-27T13:15:36","slug":"fuer-die-ewigkeit-abschied-von-der-schweizer-jazz-diva-miriam-klein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.jazzzeitung.de\/cms\/2026\/10\/fuer-die-ewigkeit-abschied-von-der-schweizer-jazz-diva-miriam-klein\/","title":{"rendered":"F\u00fcr die Ewigkeit &#8211; Abschied von der Schweizer Jazz-Diva Miriam Klein"},"content":{"rendered":"<h3>Jazz f\u00fcr die Ewigkeit<\/h3>\n<p>Das Herz der Basler S\u00e4ngerin Miriam Klein, die mit Jazzgr\u00f6\u00dfen wie Dexter Gordon, Roy Eldridge, Mal Waldron, Slide Hampton, Kenny Clarke, Billy Cobham, George Mraz und Sir Roland Hanna zusammenarbeitete, hat am 02. Oktober 2026 im Alter von 89 Jahren in ihrer Heimatstadt Basel, im Kreise ihrer geliebten und liebenden Familie, aufgeh\u00f6rt zu schlagen.<\/p>\n<p>Miriam Klein ist in der Jazzgeschichte eine absolute Ausnahmeerscheinung. Keine andere europ\u00e4ische S\u00e4ngerin arbeitete in vergleichbarem Umfang mit den Gr\u00f6\u00dfen des amerikanischen Jazz zusammen und fand international eine \u00e4hnliche Anerkennung.\u00a0 In einer sowohl k\u00fcnstlerisch als auch gesch\u00e4ftlich von M\u00e4nnern dominierten Industrie behauptete sie sich ohne professionelle Vertretung als eigenst\u00e4ndige Musikerin und Unternehmerin in eigener Sache. Gleichzeitig zog sie vier Kinder gro\u00df, f\u00fcr die sie \u00fcber weite Strecken allein verantwortlich war. Ohne Management, ohne Konzertagentur &#8211; von Computer, Internet und iPhone ganz zu schweigen &#8211; gelang es ihr, eine internationale Karriere aufzubauen. Ihre Engagements organisierte sie am Esszimmertisch des Einfamilienhauses der Familie am Basler Sonnenweg. Sie verhandelte mit Veranstaltern, buchte ihre Konzerte und k\u00fcmmerte sich um s\u00e4mtliche organisatorischen Belange ihrer Karriere.<\/p>\n<p>Damit vollbrachte sie nicht nur k\u00fcnstlerisch, sondern auch gesellschaftlich eine au\u00dfergew\u00f6hnliche emanzipatorische Leistung \u2013 lange bevor die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu einem breit diskutierten gesellschaftlichen Thema wurde. Mit ihrem unverwechselbaren Timbre und feinf\u00fchlig-emotionalen Gesang feierte sie internationale Erfolge und erlangte weit \u00fcber die Schweiz hinaus Anerkennung als eine der hochkar\u00e4tigen Stimmen des Jazz. Miriam Kleins Gesangskunst kam ohne vordergr\u00fcndige Vokalakrobatik und inszenierte Showeinlagen aus; jede Form publikumswirksamer Effekthascherei war ihr fremd. Ihr intuitives, tiefes Verst\u00e4ndnis der Texte und ihr behutsamer Umgang mit den Geschichten, die sie in ihren Liedern erz\u00e4hlte, verliehen ihren Interpretationen eine universelle Glaubw\u00fcrdigkeit, die sprachliche und kulturelle Grenzen \u00fcberwand. Die amerikanische Fachzeitschrift JazzTimes bringt es auf den Punkt: \u00abMiriam Klein achieves an intimacy not quite like any other singer\u00bb.<\/p>\n<p>Miriam Klein wurde am 27. M\u00e4rz 1937 in Basel in eine j\u00fcdische Familie geboren und wuchs in bescheidenen Verh\u00e4ltnissen im Basler Gundeldingerquartier auf. W\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs halfen ihre Eltern, Lilly und Isidor Brin, gemeinsam mit Freunden j\u00fcdischen Fl\u00fcchtlingen, die sich unter Eisenbahnwagen versteckt, \u00fcber die deutsch-schweizerische Grenze gerettet hatten. Wie Miriam Klein sp\u00e4ter erz\u00e4hlte, holten sie die Fl\u00fcchtlinge unter den Z\u00fcgen hervor und nahmen sie bei sich zu Hause auf. Die kleine Miriam musste ihre Kleider an die Schutzsuchenden abgeben. \u00abSie<br \/>\nbrauchen sie dringender wie Du\u00bb, pflegte ihre Mutter zu sagen. Diese Erlebnisse pr\u00e4gten Miriam Klein nachhaltig. Schon fr\u00fch entwickelte sie jene Eigenst\u00e4ndigkeit und Durchsetzungskraft, die sp\u00e4ter auch ihre musikalische Laufbahn bestimmen sollten.<\/p>\n<p>Ihre Karriere begann bereits in den 1950er-Jahren in Paris, wo sie mit knapp zwanzig Jahren unter anderem mit dem amerikanischen Tenorsaxophonisten Don Byas, dem franz\u00f6sischen Bassisten Pierre Michelot und dem Pianisten Art Simmons auftrat. Nach einer musikalischen Ausbildung in Wien, wo sie auch mit Joe Zawinul arbeitete, der sp\u00e4ter bei Cannonball Adderley spielte und die legend\u00e4re<br \/>\nJazzrock-Formation Weather Report mitgr\u00fcndete, kehrte sie in die Schweiz zur\u00fcck. Seit den fr\u00fchen 1960er-Jahren konzertierte sie regelm\u00e4\u00dfig mit ihrem damaligen Ehemann, dem Trompeter und Gitarristen Oscar Klein. W\u00e4hrend dieser h\u00e4ufig mit den Tremble Kids und der Dutch Swing College Band tourte, war Miriam Klein als Mutter von vier Kindern weitgehend auf sich allein gestellt.<\/p>\n<p>Bei allen beruflichen Ambitionen: Die Familie und ihre Kinder waren ihr heilig. Nach Konzerten fuhr sie nach Hause, um am n\u00e4chsten Morgen das \u00abz\u2019Morge\u00bb zu machen und daf\u00fcr zu sorgen, dass die Kinder rechtzeitig zur Schule kamen. Engagements, die eine l\u00e4ngere Abwesenheit erfordert h\u00e4tten, lehnte sie konsequent ab. Selbst auf einen Auftritt mit der Jazzlegende Oscar Peterson verzichtete sie, weil am selben Tag eine ihrer T\u00f6chter Geburtstag hatte.<\/p>\n<h4>Von Basel nach New York<\/h4>\n<p>Den internationalen Durchbruch brachte 1973 das beim legend\u00e4ren deutschen Jazzlabel MPS des Produzenten Hans Georg Brunner-Schwer erschienene Album \u00abLady Like \u2013 Miriam Klein Sings Billie Holiday\u00bb. Begleitet wurde Miriam Klein von Roy Eldridge an der Trompete, Dexter Gordon am Tenorsaxophon und Slide Hampton an der Posaune sowie Oscar Klein, Vince Benedetti, Isla Eckinger und Billy Brooks. Billie Holiday war eine ihrer wichtigsten musikalischen Bezugspersonen. Miriam Klein imitierte Holiday jedoch nicht, sondern entwickelte einen eigenen Zugang zur Musik von \u00abLady Day\u00bb \u2013 mit einer Stimme und Phrasierung, die gerade amerikanische Jazzkenner:innen aufhorchen lie\u00dfen.<\/p>\n<p>Nach der MPS-Aufnahmesession bemerkte Roy Eldridge, der als US-amerikanischer Jazztrompeter selbst ein langj\u00e4hriger musikalischer Weggef\u00e4hrte Billie Holidays gewesen war, Miriam Kleins Stimme w\u00e4re f\u00fcr den im Jahr zuvor erschienenen Billie-Holiday-Film \u00abLady Sings the Blues\u00bb wesentlich besser geeignet gewesen als jene der farbigen amerikanischen S\u00e4ngerin Diana Ross, die Holiday im Film verk\u00f6rperte. Miriam Klein bewies nicht nur musikalische Kreativit\u00e4t, sondern auch bemerkenswerten Einfallsreichtum und unternehmerische Initiative, wenn es darum ging, ihrer Karriere zum Durchbruch zu verhelfen. So lie\u00df sie 1973 w\u00e4hrend des Montreux Jazz Festivals \u00fcber die Lautsprecheranlage den legend\u00e4ren amerikanischen Jazzkritiker Leonard Feather ausrufen. Sie hatte soeben ihr Billie-Holiday-Album aufgenommen und wollte Feather als Verfasser des Plattentextes gewinnen. Feather hatte von der Schweizer S\u00e4ngerin noch nie geh\u00f6rt. Vorsichtshalber erkundigte er sich zun\u00e4chst bei Dexter Gordon, der an den Aufnahmen mitgewirkt hatte. Nach Gordons begeistertem Feedback entschied er sich, die \u00abLiner Notes\u00bb zu verfassen. Eine Woche sp\u00e4ter erhielt Feather in Kalifornien die Aufnahmen: \u00abIch konnte es ganz einfach kaum glauben: Da war der Geist, das Timbre, die Phrasierung, der wahre Kern ihrer Eminenz, der Lady.\u00bb<\/p>\n<p>Nun war es in den 1970er-Jahren nicht selbstverst\u00e4ndlich, dass eine Schweizer S\u00e4ngerin mit der Cr\u00e8me de la Cr\u00e8me des amerikanischen Jazz auftrat und Platten aufnahm. Viele der Jazzikonen, mit denen Miriam Klein zusammenarbeitete, genossen Weltruhm und konnten sich ihre musikalischen Partner:innen aussuchen. Kooperationen mit inad\u00e4quaten Interpreten w\u00e4ren rufsch\u00e4digend gewesen. Das Kriterium f\u00fcr die Zusammenarbeit mit einer weitgehend unbekannten Schweizerin fasste Dexter Gordon, einer der bedeutendsten Tenorsaxophonisten des modernen Jazz, in drei Worten zusammen: \u00abShe can sing!\u00bb<\/p>\n<p>1974 trat Miriam Klein am Montreux Jazz Festival auf. Auch George Wein, der Gr\u00fcnder des Newport Jazz Festivals, war von den \u00abLadylike\u00bb-Aufnahmen begeistert und lud sie ein, am Newport Jazz Festival 1974 in New York teilzunehmen. Ein weiterer H\u00f6hepunkt ihrer Diskographie entstand 1978 in New York. F\u00fcr das Album \u00abBy Myself\u00bb wurde Miriam Klein vom amerikanischen Pianisten Sir Roland Hanna und dem Bassisten George Mraz, einem langj\u00e4hrigen musikalischen Partner von Stan Getz, begleitet. Anl\u00e4sslich der sp\u00e4teren CD-Ver\u00f6ffentlichung von \u00abBy Myself\u00bb schrieb der renommierte Jazzkritiker Marcus A. Woelfle: \u00abZwei Exemplare dieser LP h\u00fctete ich schon immer als gro\u00dfen Schatz, weil man von unersetzbaren Platten zwei braucht, eine zum H\u00f6ren, die andere f\u00fcr alle F\u00e4lle. Die Ausdruckskraft von Kleins Stimme und der Nuancenreichtum ihrer Standard-Interpretationen bereiten G\u00e4nsehaut. W\u00e4re die K\u00fcnstlerin nicht Schweizerin, sondern Amerikanerin, st\u00fcnde dieses Album im Plattenschrank aller Vokaljazz-Fans.\u00bb<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Tournee zur Ver\u00f6ffentlichung von \u00abBy Myself\u00bb wohnte Sir Roland Hanna bei der Familie Klein am Basler Sonnenweg. Dort schrieb der amerikanische Pianist und Komponist eigens f\u00fcr Miriam Klein mehrere Songs, darunter \u00abSeasons\u00bb, das sp\u00e4ter auch die legend\u00e4re amerikanische Jazzs\u00e4ngerin Sarah Vaughan auf ihrem 1982 erschienenen Album \u00abCrazy and Mixed Up\u00bb aufnahm. Eine weitere herausragende Aufnahme entstand mit dem amerikanischen Pianisten Kirk Lightsey. Auf \u00abBallads for Loving Kindness\u00bb beschr\u00e4nkte sich die Besetzung auf Stimme und Klavier \u2013 eine Konstellation, in der Miriam Kleins F\u00e4higkeit, einen Song allein durch Phrasierung, Timing und Ausdruck zu tragen, besonders deutlich hervortrat.<\/p>\n<p>Miriam Klein arbeitete auch mit dem Orchester des Schweizer Radios DRS zusammen, das unter der musikalischen Leitung von Hans M\u00f6ckel und Peter Jacques zu den f\u00fchrenden Rundfunkorchestern Europas z\u00e4hlte. Unter der \u00c4gide von Peter Jacques entstanden mehrere Aufnahmen mit der Basler S\u00e4ngerin. Die Arrangements schrieb eigens f\u00fcr sie der amerikanische Komponist und Arrangeur<br \/>\nRuss Garcia, der unter anderem f\u00fcr Ella Fitzgerald, Louis Armstrong und Stan Getz gearbeitet hatte.<\/p>\n<h4>Gro\u00dfes Comeback mit \u00abMy Marilyn\u00bb<\/h4>\n<p>Ein viel beachtetes sp\u00e4tes Comeback gelang Miriam Klein 2001 mit dem Album \u00abMy Marilyn\u00bb ihres Sohnes, des Basler Saxophonisten David Klein. Gemeinsam mit dem amerikanischen Pianisten Mulgrew Miller (Art Blakey, Tony Williams), dem Bassisten Ira Coleman (Sting) und dem Schlagzeuger Marcello Pellitteri (New York Voices) interpretierte sie Songs aus Marilyn Monroes Filmen. Das Album fand international gro\u00dfe Beachtung. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung bezeichnete \u00abMy Marilyn\u00bb als eine \u00abmusikalische Ewigkeitsapotheose\u00bb und w\u00fcrdigte die Bearbeitungen als \u00abepische Neudeutungen\u00bb, \u00abganz eigene Jazzverwandlungen\u00bb und \u00abbehutsam verf\u00fchrerische Kammermusik\u00bb. Der Spiegel jubelte \u00abSwinging Marilyn!\u00bb und die Fachzeitschrift Fono Forum befand, Miriam Kleins Interpretationen klingen, als seien sie \u00abeiner besseren Welt entstiegen, in der moderner, swingender Jazz die Rolle der verw\u00e4sserten Popmusik eingenommen hat, mit der Marilyn umgeben wurde\u00bb. Der namhafte Musikkritiker Josef Engels schw\u00e4rmte in der WELT von einem \u00abVibrato, das zu Herzflimmern f\u00fchrt\u00bb. Das deutsche Fachmagazin Jazzthing schrieb, die in den 1960er- und 1970er- Jahren gefeierte S\u00e4ngerin singe \u00abhinrei\u00dfend authentisch\u00bb und erlebe mit dem Album ein \u00abunerwartetes, gro\u00dfes Comeback\u00bb. Auch das amerikanische Musikmagazin Billboard lobte Miriam Kleins F\u00e4higkeit, die Filmsongs zum Leben zu erwecken, ohne Marilyn Monroes unverwechselbare<br \/>\nStimme zu imitieren. Music Print: \u00abMiriam Kleins Interpretation vermittelt etwas von jener tiefgr\u00fcndigen Menschlichkeit, die hinter der Fassade des Filmvamps fast v\u00f6llig verschwand\u00bb.<\/p>\n<p>Die internationale Resonanz auf \u00abMy Marilyn\u00bb zeigte, dass Miriam Kleins Stimme auch Jahrzehnte nach ihren ersten Erfolgen nichts von ihrer Ausdruckskraft und Faszination eingeb\u00fc\u00dft hatte. Dass Miriam Kleins Stimme bei aller k\u00fcnstlerischen Raffinesse auch ein breites Publikum anzusprechen vermochte, bewies der Werbejingle \u00abPlease Me\u00bb, den sie 1982 f\u00fcr den \u00f6sterreichischen Dessous-Hersteller Palmers komponierte, textete und selbst sang. Die Werbung war so erfolgreich, dass sie \u00fcber zehn Jahre lang ausgestrahlt wurde. \u00abSie singt, wie ihr zumute ist\u00bb, titelte die deutsche Jazzbibel Jazzpodium anl\u00e4sslich der Ver\u00f6ffentlichung ihres Albums \u00abLady Like\u00bb. Das trifft Kleins k\u00fcnstlerisches Selbstverst\u00e4ndnis auf den Punkt: Sie sang intuitiv, ungek\u00fcnstelt und mit einer emotionalen Direktheit, die sich weder um Konventionen noch um Erwartungen scherte. Miriam Klein war jede Form der Verstellung fremd \u2013 als K\u00fcnstlerin ebenso wie als Mensch. Sie konnte keine Gef\u00fchle vorspielen, die sie nicht empfand.<\/p>\n<p>Was ihrem Gesang seine unverwechselbare Wahrhaftigkeit verlieh, stand einer m\u00f6glichen Filmkarriere im Weg. 1957 engagiert der Theater-Genius Werner D\u00fcggelin die zwanzigj\u00e4hrige Klein f\u00fcr eine Nebenrolle in seinem Film, \u00abTaxichauffeur B\u00e4nz\u00bb, an der Seite von Schaggi Streuli, Ruedi Walter und Stephanie Glaser. \u00abMiriam, aus dir machen wir einen Filmstar\u00bb, schw\u00e4rmte \u00abD\u00fcgg\u00bb. Ihr Filmpartner war der damals noch v\u00f6llig unbekannte Maximilian Schell in der Rolle des Toni Schellenberg. In einer Szene sollte Klein ihn mit einem verf\u00fchrerischen \u00abSal\u00fc, Toni\u00bb begr\u00fc\u00dfen. Doch auch nach mehreren Takes wollte sich die gew\u00fcnschte Leidenschaft nicht einstellen. Als Regisseur D\u00fcggelin schlie\u00dflich wissen wollte, woran es denn hapere, zuckte Klein mit den Schultern: \u00abEr gef\u00e4llt mir halt nicht.\u00bb<\/p>\n<p>In ihren sp\u00e4teren Lebensjahren war der deutsche Jazzpianist Christian Gutfleisch \u00fcber 28 Jahre lang Miriam Kleins Lebensgef\u00e4hrte und musikalischer Partner. Die beiden standen auch gemeinsam auf der B\u00fchne. Noch wenige Tage vor ihrem Tod probten sie neue Kompositionen f\u00fcr ihr gemeinsames Repertoire ein. Miriam Kleins Karriere f\u00fchrte von den Pariser Jazzclubs der 1950er-Jahre \u00fcber Montreux, Newport und die gro\u00dfen europ\u00e4ischen Jazzb\u00fchnen bis in die Aufnahmestudios New Yorks. Sie musizierte mit einigen der bedeutendsten Pers\u00f6nlichkeiten des amerikanischen Jazz und behauptete sich dabei als Musikerin auf Augenh\u00f6he.<\/p>\n<p>Mit Miriam Klein verliert die Welt eine einzigartige Stimme. Ihre Aufnahmen bleiben Zeugnisse einer kompromisslosen und wahrhaftigen K\u00fcnstlerin, deren Lebenswerk weit \u00fcber die Landesgrenzen hinaus Bedeutung erlangte.<\/p>\n<p>Beitragsbild: Miriam und Dexter, Foto: David Klein<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jazz f\u00fcr die Ewigkeit Das Herz der Basler S\u00e4ngerin Miriam Klein, die mit Jazzgr\u00f6\u00dfen wie Dexter Gordon, Roy Eldridge, Mal Waldron, Slide Hampton, Kenny Clarke, Billy Cobham, George Mraz und Sir Roland Hanna zusammenarbeitete, hat am 02. Oktober 2026 im Alter von 89 Jahren in ihrer Heimatstadt Basel, im Kreise ihrer geliebten und liebenden Familie, aufgeh\u00f6rt zu schlagen. Miriam Klein ist in der Jazzgeschichte eine absolute Ausnahmeerscheinung. Keine andere europ\u00e4ische S\u00e4ngerin arbeitete in vergleichbarem Umfang mit den Gr\u00f6\u00dfen des amerikanischen Jazz zusammen und fand international eine \u00e4hnliche Anerkennung.\u00a0 In einer sowohl k\u00fcnstlerisch als auch gesch\u00e4ftlich von M\u00e4nnern dominierten Industrie behauptete sie sich ohne professionelle Vertretung als eigenst\u00e4ndige Musikerin und Unternehmerin in eigener Sache. Gleichzeitig zog sie vier Kinder gro\u00df, f\u00fcr die sie \u00fcber weite Strecken allein verantwortlich war. Ohne Management, ohne Konzertagentur &#8211; von Computer, Internet und iPhone ganz zu schweigen &#8211; gelang es ihr, eine internationale Karriere aufzubauen. Ihre Engagements organisierte sie am Esszimmertisch des Einfamilienhauses der Familie am Basler Sonnenweg. Sie verhandelte mit Veranstaltern, buchte ihre Konzerte und k\u00fcmmerte sich um s\u00e4mtliche organisatorischen Belange ihrer Karriere. 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Februar 2022","format":false,"excerpt":"Ein kleiner Blick in die Radiowoche 8. Die \u00dcbersicht zum Download als PDF. Alle Angaben ohne Gew\u00e4hr. Andere tolle Sendungen im Radio finden Sie in der Radiowoche im Bad Blog Of Musick. mo \u2013 21.02.2022 17:50 bis 18:00 | SWR 2 SWR2 Jazz vor sechs 18:00 bis 19:00 | MDR\u2026","rel":"","context":"In &quot;News&quot;","block_context":{"text":"News","link":"https:\/\/www.jazzzeitung.de\/cms\/thema\/nachrichten\/"},"img":{"alt_text":"Jazz im Radio. 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Februar 2019","format":false,"excerpt":"Eine \u201eModerne Frau\u201c auf Tour und zum Pressegespr\u00e4ch in Berlin Adi Braun, eine popul\u00e4re Musikerin der kanadischen Jazz-Szene gastiert mit ihrem Jazz-Kabarett-Programm \u201eModerne Frau\u201c, die in der Weimarer Republik das musikalische Berlin der 1920er-Jahre pr\u00e4gten, erstmals in Europa. 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